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Jede Minute eine Straftat

Von Martin Wilhelm, 24. März 2014 53 Kommentare »
Die Zahl der Straftaten in der Schweiz ist 2013 zurückgegangen. Allerdings nicht überall und nicht bei allen Personengruppen, wie die Kriminalitätsstatistik zeigt.
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Die Schweiz ist letztes Jahr etwas sicherer geworden – jedenfalls, wenn man die Zahl der statistisch erfassten Straftaten als Anhaltspunkt nehmen will. Nach einem starken Anstieg 2012 sank 2013 die Zahl der Straftaten wieder um rund 3 Prozent, wie die nun veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik 2013 zeigt. Insgesamt registrierte die Polizei letztes Jahr 725’687 Straftaten, wobei darin die Verstösse gegen das Strassenverkehrsgesetz nicht enthalten sind.

Der Anstieg der Straftaten im vorletzten Jahr und der Rückgang im letzten Jahr gehen zu einem grossen Teil auf Vermögensdelikte zurück. Insbesondere beklagten Polizei und Versicherungen 2012 zahlreiche Einbruchsserien professionell vorgehender Täter und auf den Strassen operierende Diebesbanden. Die Befürchtung, dass sich dieser Trend fortsetzen könnte, hat sich aber nicht bewahrheitet. Die Zahl der Vermögensdelikte ist um rund 7 Prozent auf 413’166 im letzten Jahr gesunken und somit wieder ungefähr auf dem Wert von 2011 angelangt.

Die Diebstahl- und Einbruchswelle im Jahr 2012 wurde von den Behörden verschiedentlich auf Diebesbanden aus dem Ausland zurückgeführt, oft fiel in diesem Zusammenhang das Stichwort «Kriminaltouristen». Die Zahl sogenannter Kriminaltouristen lässt sich aus der Kriminalstatistik nicht direkt herauslesen. Ersichtlich ist aber, wie viele Beschuldigte zur ständigen Wohnbevölkerung, wie viele zu den Asylsuchenden sowie wie viele zur nichtständigen Wohnbevölkerung zählen (Grenzgänger, Kurzaufenthalter, Touristen, illegal Eingereiste, abgewiesene Asylsuchende).

Bei den Delikten gegen das Strafgesetzbuch gehören rund 75 Prozent der Beschuldigten zur ständigen Wohnbevölkerung (davon 62 Prozent Schweizer und 38 Prozent Ausländer), rund 6 Prozent zu den Asylsuchenden und rund 20 Prozent zur nichtständigen Wohnbevölkerung. Vergleicht man die Entwicklung der Zahl der Beschuldigten über die letzten Jahre hinweg, ist auffallend, dass die Zahl der Beschuldigten unter der ständigen Wohnbevölkerung sinkt, obwohl diese gleichzeitig zunimmt.

Deutlich zugenommen um rund 9 Prozent hat hingegen die Zahl der Beschuldigten, die weder der ständigen Wohnbevölkerung noch den Asylsuchenden zuzurechnen sind. Die unterschiedlichen Entwicklungen zeigt die Darstellung der indexierten Zahl der Beschuldigten nach Aufenthaltsstatus:

Die Zahl der Delikte schwankt je nach Ort sowie Tages- und Jahreszeit stark. Lässt man dies ausser Betracht und setzt die Zahl der Delikte in Bezug zur Zeit, ergibt sich ein Bild davon, wie häufig bestimmte Delikte in der Schweiz begangen werden.

– Rund 1,4 Mal pro Minute wird ein Delikt gegen das Strafgesetzbuch begangen
– Gut alle zehn Minuten wird eine Sachbeschädigung verursacht
Jede Viertelstunde ereignen sich rund ein Einbruch und ein Diebstahl
– Zu einer Freiheitsberaubung oder einer Entführung kommt es nicht ganz einmal pro Tag
Vergewaltigungen ereignen sich rund 1,4-mal pro Tag
Jeden Tag kommt es zu etwa zwei Brandstiftungen
Alle sechs Tage wird jemand umgebracht

Vergleiche zwischen verschiedenen Kantonen und Städten zu ziehen, ist in der Regel schwierig. So ist davon auszugehen, dass gewisse Delikte in allen Regionen praktisch immer zur Anzeige gelangen, so etwa Tötungsdelikte und schwere Körperverletzungen, während bei anderen Delikten wie der häuslichen Gewalt hohe Dunkelziffern bestehen, die regional durchaus voneinander abweichen können. An den erfassten Delikten gegen das Strafgesetzbuch gemessen, ist die kriminellste Stadt der Schweiz wie bereits 2012 Lausanne mit rund 209 Straftaten pro 1000 Einwohner. Welche Entwicklungen in den einzelnen Kantonen und Gemeinden sich letztes Jahr im Detail ergeben haben, wird erst in den nächsten Tagen bekannt, wenn die Kantone ihre jeweiligen Kriminalitätstatistiken veröffentlichen.

Eine interaktive Karte des Bundesamts für Statistik zeigt allerdings die Kriminalitätsraten pro Gemeinde.

Teaserbild

Neben den grössten Städten Zürich, Genf, Lausanne, Bern und Basel weisen auch einzelne kleine Gemeinden durchaus hohe Kriminalitätsraten von über 100 Straftaten pro 1000 Einwohner auf, so zum Beispiel Quinto im Tessin. Einzelne Gemeinden erreichen dabei sogar Kriminalitätsraten, die höher liegen als jene der Grossstädte, so Gampelen BE mit 389,4 Straftaten pro 1000 Einwohner oder Lohn GR mit 357,1 Straftaten pro 1000 Einwohner. Allerdings schwanken in den Dörfern die Kriminalitätsraten viel stärker – so verzeichnete Gampelen BE 2012 nur 127,7 Straftaten pro 1000 Einwohner.

53 Kommentare zu “Jede Minute eine Straftat”

  1. chestesa sagt:

    Achtung mit diesen Statistiken! Lohn GR hat keine 50 Einwohner und hatte EINE Anzeige! Art unbekannt! Das ergibt dann eine Kriminalitätsrate von 357.1 straftaten auf 1000 Einwohner! Logisch oder? !?

  2. Hans Caduff sagt:

    Laut UN hat die Schweiz fast 21’000 Asylsuchende. Quelle: http://www.unhcr.org/pages/49e48f0d6.html
    Gut 21’000 Personen sind also für gut 6% der Straftaten verantwortlich? Aha, interessant.

  3. Peter Müller sagt:

    Als in Köln die Polizei massiv aufrüstete und man viel mehr Straftaten aufdecken konnte, landete die Stadt plötzlich auf Platz 1 der Verbrechens-Statistik.
    Also schraubte man die Polizei-Präsenz drastisch zurück und riet den Bürgern oft (Taschendienbstäle, Einbruchs-Versuche) von Anzeigen ab. Und schon war man in der Statistik wieder deutlich inter Frankfurt zurück.
    So ist das mit den Statistiken 😉

  4. beat lauper sagt:

    Die Kriminalitätsraten gehen in der Regel mit der Bevölkerungsdichte einher. Ein Erklärungsbedarf gibts dort, wo es eine tiefe Bevölkerungsdichte oder Urbanisierung hat aber eine hohe Kriminalitätsrate, so z.B. in Teilen des Juras!

  5. Bruttel sagt:

    es wäre schön, wenn man einmal aufhören würde immer gegen andere Europäer (Auch Ausländer) zu hetzen. Es ist wirklich traurig, dass dieses Stammtischniveau permanent verbreitet wird. Es gibt überall Gute und Schlechte. Wenn Ihr Schweizer alleine sein wollt, dann schickt doch alle dahin wo sie herkommen…. so was ignorantes…. Ich würde dann aber auch nicht mehr in die Ferien reisen und das Land verlassen….. es reicht jetzt langsam!

    • buergler sagt:

      Ich war kein Hetzer gegen Ausländer! Bis ich vor kurzem grundlos bedroht wurde: Was meinen du… verschwinden sofort von hier!! Ein Faustschlag der folgte warf mich auf den Boden. Seither bin ich SVP Mitglied und hoffe dass kriminelle und gewaltätige Ausländer sofort ausgeschaft werden!

    • Bruno Betschart sagt:

      Es geht nicht darum, dass wir Schweizer allein sein wollen. Es ist jedoch hoffentlich auch Ihnen klar, dass vermehrt ein grosses Problem die mobilen grenzüberschreitenden Diebesbaden sind. Leider ist dies ein Fakt und den “offenen Grenzen” zu verdanken. Ich hoffe Sie begreifen, dass es jetzt langsam reicht.

    • Egger sagt:

      Am Stichtag 04.09.2013 waren 7072 Personen inhaftiert, davon 5258 Ausländer (74,3 %).

    • Anton Keller sagt:

      Die Zunahmen bei Kriminaltouristen hat direkt mit Schengen zu tun, auch mit den neue visafreien Schengenländer.
      Die Abnahme bei den Asylanten (-23%!) ist die Folge der Massnahmen des BFM. Danke SVP!
      Die konstante Kriminalität bei der ansässigen Bevölkerung hat hauptsächlich mit dem Strafmass zu tun, vor allem für Wiederholungstäter und für Jugendliche. Die Ausschaffungsinitiaitive könnte, wenn sie denn umgesetzt würde, dafür sorgen, dass wir weniger Wiederholungstäter haben. So hätten wir genug Plätze für unsere kriminellen (Wiederholungs-) Täter.

      Alle meine (ausländischen) Freunde haben nicht das geringste Problem, keine Straftaten zu begehen und die Schweizer Gesetze zu akzeptieren (keine Ehrenmorde, keine Vergewaltigungen, kein Sozialbetrug, keine Steinigung von Frauen etc.). Kriminelle will ich keine in meiner Wohnung. Die dürfen schon zurück in ihre Heimat (Ausschaffungsinitiaitive).

      PS: Ich empfehle ihnen das Auto mit Schweizer Kennzeichen am besten in Marseille oder in Neapel zu parkieren. Das gilt als garantierte Kulturbereicherung. (Nein. Es gibt auch freundliche, nichtkriminelle Napolitaner und Marseiller. Zudem ist das Essen dort vorzüglich).

    • Peter Kramer sagt:

      es reicht langsam die augen zu verschliessen vor den fakten und es wäre schön wenn man diese mal genau betrachten würde! ja, es gibt überall gute und schlechte – faktisch gesehen gibt es wohl mehr schlechte ausländer wie schweizer, das lässt sich anhand obiger graphik belegen – aber vermutlich arbeiten nur rechtsextreme im BFS die stammtischzahlen so drehen dass es schlecht für die ausländer ausschaut, wie?

    • Margot sagt:

      U.a. wegen Kriminaltourismus ist die Schweiz gemessen an der Bevölkerungsgrösse, Europameister bei den Einbrüchen.

    • ruetsche sagt:

      lieber hr, bruttel.wie lange leben sie schon in der schweiz??relisieren sie nicht was hier passiert und wie alt sind sie das sie es nicht sehen wollen, am namen nach sind sie nicht schweizer, oder ein eingekaufter, es ist nun mal tatsache das die meisten kriminellen auslaenders sind und nicht wie sie meinen es auf dem stammtischniveau beruht. man kann die augen verschliessen und blind durchs leben gehen, was sie anscheinend machen. das ist tragisch, ich liebe die schweiz und muss feststellen wie laeute mit immigratisonhintergrund und turisten-kriminelle unser land versauen und dann gibt es noch leute wie sie, die gegen die mehrheit die so was nicht aczeptieren, sind. traurig aber wahr.

    • Boger Begre sagt:

      Ja es reicht, aber nur von solchen wie der Bruttel, du must ein Schwabe sein und ja bleibe lieber zuhause.
      Wenn du es gerne hast dass eure Frauen vergewaltigt warden dann ist das ja ganz unerhoert, in der Schweiz haben wir das halt nicht gerne, Also senden wir alle diese Kriminellen zu dir, einferstanden? Da kannst du sie dann schoen haben.

    • Rene sagt:

      @Bruttel: Was hat Statistik und Fakten mit Hetzen zu tun. Vielleicht sind Sie zu jung oder einfach nur ignorant die Realität zu anerkennen. Einfach die Zahl der Ausländer Verbrecher und Ausländer in Schweizer Strafvollzug zu ignorieren und nun i Schweizer ‘Stammtisch Genossen’ mit Hetzen und Hass zu beschuldigen und zu interpretieren reflektiert sicherlich nicht viel von Intellekt bei ihnen.

  6. Tom Tanner sagt:

    Mich stört es, dass so viele Schweizer kriminell sind obwohl diese mehr oder weniger die reichsten Menschen der Welt sind. Bei Ausländer die einiges weniger verdienen als die Schweizer kann man es noch nachvollziehen. So frage ich ob die Schweizer etwa kriminelles tun aus Spass machen.

    • Boger Begre sagt:

      Wenn du die “Schweizer Kriminellen” naeher anschaust dann siest du auch dass alle Nahmen vom Osten herkommen und nicht von der Schweiz, also eingebuergerte schlawiner.

  7. rolf wittwer sagt:

    “Die Zahl der Straftaten in der Schweiz ist 2013 zurückgegangen.” Juhuiii – toll!
    Einmal mehr werden dem Leser solche von Theoretikern konstruierte schöne passende Diagramme, Kurven, Zahlen und Aufsplittungen dem Doofvolk präsentiert.
    Kein einziges Wort von nicht aufgeklärten, nicht mehr verfolgten und niemals erfassten Straftaten (z.B. innerhalb von Familien), welche ganz bestimmt einen ernormen Zuwachs erhalten haben und weiterhin (infolge “Schengen” usw.) haben werden.
    Der zur Besänftigung des Volkes gedachte Artikel ist Täuschung.

    • Wolf sagt:

      Was ist daran Täuschung? Es sind sowohl die aufgeklärten als auch die nicht aufgeklärten Fälle in der Statistik erfasst. Nicht mehr verfolgte Fälle ebenfalls. Fehlen nur noch die nicht erfassten Straftaten. Die gab es schon immer. Nur dass die Dunkelziffer früher grösser war als heute. Die Aufklärungsrate ist sehr hoch ausser bei den Vermögensdelikten. Die genauen Zahlen finden Sie hier: http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/19/03/02/key/02/straftaten_im_einzelnen.html
      Aber das interessiert Sie nicht, oder? Hauptsache herumpöbeln und von “Doofvolk” sprechen.

  8. Walter Kuhn sagt:

    Ich sehe eine eindeutige Korrelation zwischen dem Maximum an Einbrüchen im Jahr 2012 (2. Grafik) und dem Maximum an Kriminalität bei den Asylsuchenden (3. Grafik). Oder interpretiere ich da etwas falsch? Wie gross war die Anzahl Einbrüche von Personen im Asylbereich in absoluten Zahlen, jeweils in den einzelnen Jahren?

    • Marcel Senn sagt:

      Kuhn: Genau das ist der Fehler den Sie machen — Sie interpretieren einfach etwas aus zwei Kurven/Balkendiagrammen, die sich nicht eins zu eins ableiten lassen.
      Vermutlich etwa ähnlich kam Dr. Mörgeli vor ein paar Monaten zum Schluss, dass 50% der Asylbewerber kriminell seien — vermutlich sein absolutes Traumresultat — bis er dann merkte, dass er schlampig gearbeitet hat und es effektiv nur 9% sind —- oder vielleicht hat er das auch extra gemacht — dem Mörgeli traue ich alles zu!
      .
      Bevor Sie den Asylbewerbern alles in die Schuhe schieben wollen, sollten Sie sich mit den Detailzahlen beschäftigen – der Grossteil der Einbrüche wird immer noch von professionellen Kriminaltouristen begangen – in gewissen Kantonen bis zu 85%!

    • Walter Kuhn sagt:

      Wenn im 2012 die von den Personen im Asylbereich nur vorübergehend und nur in diesem Jahr verursachte Spitze herausgenommen wrd, dann zeigt es sich, dass die Kriminalität im gewohnten Rhythmus ansteigt. Der Rückgang ist einzig auf diese im 2013 entfallene Ausnahmesituation auf Grund des sog. Arabischen Frühlings zurückzuführen. Tolle Leistung der Strafverfolger.

  9. Anton Keller sagt:

    Den Medien scheint nicht aufgefallen zu sein, dass 23% weniger Asylanten straffällig wurden. Die von BR Sommaruga massiv bekämpften Massnahmen der SVP scheinen gut zu wirken.

  10. Peter sagt:

    Interessant, dass Städte wie Luzern und Bern eine höhere Kriminallitätsquote Ausweisen, als die Grenzstadt Basel. Hätte ich nicht gedacht..

    • Anton Keller sagt:

      Vielleicht haben die Basler aufgegeben bei einer Straftat die Polizei zu rufen oder wurden von der Polizei bei der Meldung abgewimmelt. So etwas ist mir in Zürich vor ein paar Jahren passiert.

      • Marcel Senn sagt:

        Basel hat eine ziemlich hohe Polizeipräsenz auf den Strassen — ist ja auch nicht so schwer ein Kantonsgebiet von 37km2 (inkl. Riehen und Bettigen) flächendeckend zu kontrollieren.
        Vermutlich wäre die Rate noch einiges tiefer, wenn Basel irgendwo ein Kanton in der Innerschweiz wäre!

  11. James Blond sagt:

    Dank Personenfreizügigkeit werden scheinbar viele Straftaten nur noch mangelhaft erfasst. Die Zahlen vom BFS sind für mich darum unvollständig.
    Wieso wohl haben viele Hausratversicherungen 2014 ein neues Prämienhoch? Die Zahl der Einbruchdiebstähle ist klar zunehmend. Jeder kennt in seiner Umgebung betroffene Opfer und die Zahl der Opfer ist klar zunehmend. Wieso also diese Augenwischerei?

    • Adrian Wehrli sagt:

      … ich würde eine PUK am Stammtisch lancieren, und da Sie die Antworten ja schon vor dem Fragen kennen auch gleich auf den Tisch klopfen. Gopfnomale!

    • Anton Keller sagt:

      Kennen Sie jemanden, der einen Diebstahl der Polizei meldet? Da wird man doppelt bestraft, indem man noch ein paar Stunden auf dem Posten herumsitzen muss. Die Chance das Gestohlene zurückzubekommen ist bei fast 0%. Die angerufene Polizei ist bei mir in Zürich nach einer halben Stunde gekommen und hat trotz Einbruch kein Protokoll aufgenommen. Dabei hatte ich den Dieb Minuten vor dem Anruf gerade aus dem Schlafzimmer gejagt.

    • grovel sagt:

      Warum sollte denn die Personenfreizügigkeit zu weniger gemeldeten Straftaten führen? Es sind ja nicht die (in ihrem Weltbild wohl alle zugewanderten) Kriminellen die die Taten der Polizei melden, sondern die eingesessenen Opfer. Überhaupt ist die Wahrnehmung selektiv: “jeder kennt Betroffene”, klar, oder man hat gehört, vom Onkel des Freundes, dass…. Die Statistik ist präsentiert die nüchterne Faktenlage.
      Hier, im Berner Aussenquartier kenne ich jedenfalls niemanden, der in den letzen Jahren Opfer einer Straftat geworden wäre. Einbrüche? Fehlanzeige. Und im gut situierten Einfamilienhausquartier meiner Eltern (in einer teuren Luzerner Agglogemeinde), bauen zwar alle die Sicherheitsmassnahmen aus: Kameras, Alarme, Scheinwerfer und hohe Mauern, aber in den letzen 20 Jahren gab es nur 3 Einbrüche (auf etwa 200 Häuser). 2x in den 90ern, 1x Anfang der Nuller Jahre. Trotzdem haben die Armen alle Angst vorm Dunkeln, und vor den Ausländern, die angeblich im angrenzenden Wald hausen. Und jeder hat gehört, dass bei einem Bekannten vom Bekannten im Nachbarort vorgestern fürchterliches passiert sei…

      • Anton Keller sagt:

        Bei uns wurde das vorletzte Jahr ein ermorderter Mann gefunden, der zwei Häuser weiter vorne auf der Strasse lag. Ich bin selbst einem Einbrecher im Schlafzimmer gegenüber gestanden. In den Keller wurde auch einmal eingebrochen. Im Garten wird alles, was nicht niet- und nagelfest ist mitgenommen. Eine Weile lang wurde unsere Wiese als Drogendepot genutzt.

        James Blond hat wohl Schengen mit der Personenfreizügigkeit verwechselt. Mit Schengen können neu visumsfrei ganz viele Kriminaltouristen einreisen. Sie müssen nur die Ziffer 2.4.3.1 der Kriminalstatistik anschauen (letzte Spalte=Kriminaltouristen). Da können die Polizisten, welche Personen mit komplettem Einbruchswerkzeug kontrollieren, nur einen “erfolgreichen” Abend und eine gute Fahrt wünschen.

  12. Jutta Maier sagt:

    Mich schockiert insbesondere, dass: täglich Freiheitsberaubung begangen wird, alle zwei Tage drei Frauen vergewaltigt werden, alle 6 Tage ein Mensch umgebracht wird. Das ist nicht die Schweiz, in der ich aufgewachsen bin. Ausserdem würde es mich interessieren, wieviele von den 62% der Schweizer, die ein Delikt gegen das Strafgesetzbuch begangen haben, den roten Pass gekauft haben.
    Wir importieren ständig neue Probleme, statt dass wir einmal richtig aufräumen und uns von Altlasten befreien würden.

    • Adrian Wehrli sagt:

      “von Altlasten befreien” … sozusagen eine Endlösung oder? Zudem ist die Mordrate pro Einwohner tiefer als vor 50 Jahren. Aber früher war halt alles Besser, Fichen,Verdingkinder,Zwangssterlisierung usw. Ja, ja, das waren noch Zeiten.

    • AS sagt:

      “Mich schockiert insbesondere, dass: täglich Freiheitsberaubung begangen wird, alle zwei Tage drei Frauen vergewaltigt werden, alle 6 Tage ein Mensch umgebracht wird. Das ist nicht die Schweiz, in der ich aufgewachsen bin.”

      Persönliche Einschätzung oder gibt es dazu eine Datengrundlage?
      Gerade die Gewalt gegen Frauen ist (meine persönliche Einschätzung) >> früher, als alles besser war << nicht unbedingt geringer gewesen.

    • David Müller sagt:

      …und wieder sind die anderen Schuld. Alle 6 Tage ein Mord bei über 8 Mio. Einwohnern ist doch erstaunlich wenig. Denken Sie eigentlich es liegt an den Genen??!! Natürlich waren das alles Ausländer oder mit ausländischen Wurzeln (Ironie off) Ich denke nicht dass Sie einen Verlgleich gegenüber vor 40 Jahren aufführen können. Befreien Sie sich von der Alltlast immer anderen die Schuld für Ihre Probleme geben. Plötzlich nimmt man Verantwortung wahr…Viel Spass!

    • Charles W. A. Egli sagt:

      Die Schweiz in der Sie aufgewachsen sind anerkannte z.B. Vergewaltigung in der Ehe nicht als Straftatbestand. Ob das so viel besser war? Die heutige Zeit kennt auch mehr Möglichkeiten ein Straftat zu begehen. Oder gabs in ihrer Kindheit viele Fälle von Cyberkriminalität? Irgendwelche verklärkte, fremdenfeindliche Nostalgie, die weder mit der jetztigen noch der gewesenen Realität etwas zu tun hat, ist schlicht nicht konstruktiv sondern kultiviert nur die eigene Opferhaltung gegenüber einer globalisierteren Welt.

    • Marcel Senn sagt:

      Maier: Den roten Pass kann man sich nicht kaufen – den muss man sich verdienen – 10 oder 12 Jahre durch vorbildliches Verhalten, kennen der Schweizergeschichte, der Landessprachen und Gebräuche etc etc

      Sie gehen also davon aus, dass sich die Einbürgerungswilligen 10-15 Jahre vorbildlich verhalten und dann massenweise zu Verbrechern mutieren — ein komisches Weltbild haben Sie!
      .
      Was heisst eigentlich mal richtig aufräumen und von Altlasten befreien? Die Nazigoldgeschichte ist abgeschlossen, das Bankgeheimnis auch praktisch vorbei, die Verdingkinder werden entschädigt —- was für andere Altlasten haben wir denn noch ausser dem radioaktiven Abfall unserer AKW’s und ein paar Industriebrachen?

  13. Christian Roth sagt:

    Sie unterscheiden viel zu wenig zwischen begangen und angezeigt. Der Hinweis auf die häusliche Gewalt reicht nicht. Wir wissen alle, dass es deutlich mehr als 1,4 Vergewaltigungen pro Tag gibt. Dennoch schreiben sie “Vergewaltigungen ereignen sich rund 1,4-mal pro Tag”. Das verleitet zu einer Verharmlosung.

  14. Eliane Weber sagt:

    Wie siehts denn mit den Aufklärungsquoten aus?

  15. rascha kocher sagt:

    Werden die Verkehrsübertretungen und Finanzdelikte dazugezählt wird’s mancherorts mehr als Dunkelrot…!

  16. Margot Helmers sagt:

    Da wird nur ein Zeitraum ab 09 genommen, aber es ist mehr aufschlussreich wenn man mindesten 10 Jahre zurück schaut. Vimentis: Ausländer begingen 56% aller Straftaten bei einem ausländischen Bevölkerungsanteil von rund 23% im Jahr 2011. Sowohl bei Schweizern wie Ausländern scheint die Kriminalität seit dem Jahr 2000 stärker zugenommen zu haben als die Bevölkerung. Im Jahr 2010 haben Schweizer Bürger 45‘600 Straftaten begangen. Im Vergleich zum Jahr 2000 hat diese Zahl um 28% zugenommen, während die Anzahl Schweizer um 5% gewachsen ist. Jeder dritte Schweizer hat einen Migrationshintergrund, man nichts darüber wie kriminell eingebürgerte Ausländer sind.
    Demgegenüber begingen Ausländer im Jahr 2010 fast 60% mehr Straftaten als im Jahr 2000, nämlich 52‘600. In der gleichen Zeit ist die ausländische Wohnbevölkerung in der Schweiz um rund 20% gewachsen.

    • Peter Huber sagt:

      Es gibt einen guten Grund, wieso die Zahlen erst ab 2009 vergleichbar sind: Vorher haben nicht alle Kantone nach dem gleichen Schema erfasst und soweit ich mich erinnere nur knapp die Hälfte bei allen Straftaten in ihren Statistiken unterschieden, ob es sich bei den Tätern um Ausländer oder Schweizer handelt. Insofern ist ihr Vergleich der Ausländern unter den Tätern zwischen 2000 und 2010 stastisch mit so einem Fehler behaftte, dass er eigentlich gar nicht gemacht werden dürfte.

    • Adrian Wehrli sagt:

      … Ja, Ausländer sind krimineller als Schweizer. Männer sind krimineller als Frauen. Schwarze sind krimineller als Weisse. Das nennt man eine sozioökonomischen Zusammenhang, oder eine Pseudokorrelation. SVP wähler sind übrigens dümmer als FDP wähler, das sagt jedoch noch nichts über den einzelnen aus.

      • Anton Keller sagt:

        Pseudokorrelation?

        Nehmen wir mal die Rumänen. Diese sind in ihrem Heimatland etwa gleich so intelligent und kriminell wie die Schweizer. Nur ist es häufig so, dass Kriminelle nicht in Gemeinschaften geduldet werden. Daher sind diese bei den ersten, die ins Ausland emigrieren. Zudem gibt es das Kulturproblem. Wenn jemand aus einem Kulturkreis kommt, wo Ehrenmorde üblich sind (etwa Albanien), ist es schwieriger in der Schweiz darauf zu verzichten, als für einen Schweizer, der das gar nicht kennt. Drittens müssen wir auch von organisierter Kriminalität sprechen. Arme Landsleute bekommen eine Ausbildung in krimineller Handlungen. Dafür müssen sie nach Vorgaben der Mafia dem Beruf nachgehen und die Mafia beteiligen. Wir kennen dann diese als Kriminaltouristen.

        Fazit: es gibt Ausländergruppen in der Schweiz die krimineller sind und deren Korrekation lässt sich plausibel erklären.

        Ist ja klar, dass die SVP-ler dümmer sind, denn sie haben ja auch die grösseren Kartoffeln. Spass beiseite. Es gibt bedauerlicherweise keine amtliche Dummheitsstatistik, woraus man die Dummheit pro Partei und deren Definition ablesen könnte.

    • Christoph Toeflinger sagt:

      Ach, Frau Helmers … nicht, dass ich glaubte, dass Sie Ihre Vorurteile einmal überdenken wollen. Aber doch ein Tipp: Lassen Sie sich doch einmal von einem Statistiker den Unterschied zwischen Kausalität und bloßer Relation erklären. Oder noch klarer: Befragen Sie doch einmal einen Statistiker, welches der stärkere kausaler Zusammenhang ist: Kriminalität – Ausländer oder Kriminalität – soziale Schicht? Ich verspreche Ihnen einen echten Erkenntnisfortschritt, und dann wissen Sie in Zukunft auch, was von rechtsnationalem Phrasengeschwurbel zu halten ist, nämlich nichts. Wirklich peinlich, dass in der Schweiz bald bei jedem zweiten Mal, wo das Wort “Ausländer” fällt, auch gleich “kriminell” hinzugefügt wird. Peinlich, ignorant, fremdenfeindlich. Es ist höchste Zeit, mit Fakten der Aufhetzung der Bevölkerung durch SVP und Konsorten die Stirn bieten, und zwar überall, wo man sie trifft.

      • Jean sagt:

        Sie sprechen mir aus der Seele, Herr Toeflinger. Ich fand die SVP früher mal richtig gut. Insbesondere die Law and Order-Politik. Seit aber für jedes, wirklich jedes Problem immer gleich und meist ausschliesslich die “Ausländer” verantwortlich gemacht werden (Kriminalität, Staus, Mietpreise und bald wohl auch schlechtes Wetter, Regen, kein oder zuviel Schneefall…), kann ich’s nicht mehr ernst nehmen. Ich kann es nicht mehr hören, weil einfach fast immer jegliche Differenzierung fehlt und die Hauptursachen verschwiegen werden, oft aus Eigennutz (Blocher hat 95% seiner Belegschaft im Ausland!!!). Das ist Billigstpropaganda, die aber leider funktioniert, weil man sie einfach nachplappern kann ohne nachdenken zu müssen. Denn eine Scheinrelation kann man sich immer zusammenreimen. Und Leute, die Antiausländerpropaganda nicht teilen, sind dann gleich noch ein Feindbild und sowieso keine echten Schweizer (siehe Blocher und seine Anhänger hier in den Foren betreffend Westschweiz).

    • Marcel Senn sagt:

      Helmers; Es ist unzulässig einfach Schweizer mit Ausländern zu vergleichen.
      Sie müssen die ausländische Wohnbevölkerung mit den Schweizer vergleichen!
      Von 100 Delikten gegen das Strafgesetzbuch begehen
      46 von Schweizern
      28 von in der CH wohnhaften Ausländern
      6 von Asylbewerbern
      20 von Kriminaltouristen

      Die Zahlen sind aus dem Artikel – Sie übertreiben masslos mit allen Zahlen, ziehen Wischi-Waschi-Grössenmengen heran und betreiben einfach Propaganda – oder Frau Hemers!

  17. Roger sagt:

    Freiheitsberaubung oder einer Entführung einmal pro Tag, Vergewaltigungen 1,4-mal pro Tag, jeden Tag zwei Brandstiftungen alle sechs Tage wird jemand umgebracht…. was für eine kranke Gesellschaft in der wir doch leben. Dennoch danke für den Artikel.

    • adam gretener sagt:

      Finde ich auch, Roger. Jede Straftat ist eine zuviel.

    • Adrian Wehrli sagt:

      … was für eine kranke Gesellschaft, und dass schon seit 6000 Jahren. (Früher war die Zuklunft auch noch Besser)

      • Stephan studer sagt:

        Eine Gesellschaft ohne Straftaten. Das wäre nicht mehr die Schweiz in der ich aufgewachsen bin. Irgendwie unheimlich

    • Martin Cesna sagt:

      Wenn die Schweiz doppelt so gross wäre, wäre alles doppelt so oft!
      Wenn die Schweiz halb so gross wäre, wäre alles halb so oft.
      An der Realität hätte sich aber nichts geändert.