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«Jüngere Berufsleute weichen in der Selbstdarstellung gerne von der Realität ab»

Mathias Morgenthaler am Samstag den 13. April 2019
Michael Platen: «Man sollte nicht zu viel Zeit mit der Planung seines Lebens zubringen.»

Michael Platen: «Man sollte nicht zu viel Zeit mit der Planung seines Lebens zubringen.»

Nur 40 Prozent der Bewerber halten sich bei der Stellensuche an die Wahrheit – die Mehrheit lügt, beschönigt oder verschweigt Wichtiges. Michael Platen, Gründer und Chef der Firma Aequivalent, hilft Arbeitgebern, die Integrität von Kandidaten zu überprüfen. Was der 48-jährige Niederländer dabei alles sieht, hinterlässt Spuren.

Interview: Mathias Morgenthaler

Herr Platen, Sie haben untersucht, wie genau es Stellensuchende mit der Wahrheit nehmen in ihren Bewerbungsdossiers. 7 Prozent der Dossiers enthielten handfeste Lügen, 53 Prozent Übertreibungen, Auslassungen oder Beschönigungen. Das sind erschreckende Zahlen.

MICHAEL PLATEN: Die Ergebnisse zeigen, dass es sich lohnt, bei Stellenbesetzungen sehr viel Vorsicht walten zu lassen. Es ist allen klar, dass die Personalrekrutierung keine exakte Wissenschaft ist und es also nur darum gehen kann, die Risiken einer Fehlbesetzung zu reduzieren. Wir zeigen mit unserer Statistik, dass es heikel ist, sich nur auf die Bewerbungsunterlagen, das Bewerbungsgespräch, Referenzauskünfte und eignungsdiagnostische Werkzeuge zu verlassen. Was im angelsächsischen Raum als «Background Check» seit langem bekannt ist, wird auch im deutschsprachigen Raum immer wichtiger. Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass ein Kandidat im Interview und in seinem Lebenslauf stets nur der Wahrheit verpflichtet ist – das war nur bei 40 Prozent der untersuchten Dossiers der Fall.

Welche Aspekte der beruflichen Vorgeschichte nehmen Sie unter die Lupe?

Wir überprüfen, ob Betreibungen oder Strafregistereinträge vorliegen, ob ein Kandidat anderen Tätigkeiten nachgeht und dies zu Interessenkonflikten führen kann, ob die Aus- und Weiterbildungszeugnisse der Wahrheit entsprechen etc. Weiter geht es darum, in Erfahrung zu bringen, was an früheren Stationen zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses geführt hat und wie es um die Online-Reputation einer Kandidatin steht. Viele Berufsleute haben keine Ahnung, welche Spuren sie in sozialen Netzwerken hinterlassen haben und wie leicht diese für jedermann einsehbar sind. Das reicht von Selfies mit zu viel nackter Haut über Fotos von Trinkgelagen oder homophoben Äusserungen in Online-Foren bis zu rassistischen Statements. Wichtig ist: Wir verifizieren Angaben der Kandidaten nur mit deren Einverständnis und nach der Aufforderung, die Richtigkeit ihrer Unterlagen zu bestätigen. Und die 3342 Dossiers, die wir untersucht haben, stammen alle von Kandidaten, die kurz vor einer Vertragsunterzeichnung standen oder schon einen Vertrag unterschrieben hatten.

Das bedeutet: In Tat und Wahrheit liegt der Anteil der Lügen und Schummeleien vermutlich noch deutlich höher als in Ihrer Auswahl.
Ja, das ist zu befürchten. Gerade jüngere Berufsleute weichen in der Selbstdarstellung gerne mal von der Realität ab. Und: Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Anteil jener verdoppelt, die Diplome oder Abschlüsse im Lebenslauf aufführen, die sie nie erworben haben. Manche stellen sich selber ein Zertifikat für einen kaufmännischen Abschluss aus, andere erfinden einen Doktortitel oder bearbeiten mit Photoshop das Abschlusszeugnis der Uni. Die Hoffnung, dass wir in der Schweiz da ehrlicher wären als in anderen Ländern, erwies sich leider als Irrtum. In den USA wird noch etwas mehr getrickst, aber in Deutschland oder Skandinavien verhalten sich die Kandidaten aufrichtiger.

Sie waren zuvor als Auditor und Personalvermittler tätig – wie wurden Sie zum Spezialisten für Mitarbeiter-Screenings?

Die wichtigsten Dinge in meinem Leben haben sich eher zufällig ergeben. Ich studierte Betriebswirtschaft an der Erasmus-Universität in Rotterdam, fand meinen ersten Job als Auditor, als ich eigentlich nur ein Thema für meine Masterarbeit suchte, und lernte schliesslich in Guatemala meine spätere Frau, eine Schweizer Bauerntochter, kennen. Man sollte nicht zu viel Zeit mit der Planung seines Lebens zubringen – ich jedenfalls bin den glücklichen Zufällen gefolgt. Aber eine innere Logik gibt es dennoch, warum ich heute gegen Lügen im Arbeitsleben kämpfe. Es gehört zur holländischen Kultur, dass wir sagen, was wir denken – Werte wie Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Transparenz und Gleichbehandlung sind uns sehr wichtig. Dort, wo der Franzose oder Engländer vielleicht eher die schöne Form wahren will, zieht der Holländer das Ungeschminkte vor.

Hatten Sie keinen Respekt davor, selber ein Unternehmen zu gründen statt als Angestellter Lohn zu beziehen?

Aequivalent ist schon mein viertes Unternehmen, dadurch bin ich gelassener geworden. Ich gründete zunächst zwei Firmen, welche die Personalarbeit vereinfachen, und schliesslich ein Unternehmen, das Personalrekrutierung für Sportorganisationen anbot. Da war ich für alle grossen Sportverbände tätig, die Fifa, Uefa, das IOC. Im Gegensatz zu meinem Vater und meiner Schwester, die beide das Risiko eher scheuen, mag ich es, selber etwas Neues auszuprobieren und Verantwortung zu übernehmen. In einer Linienfunktion wird mir schnell langweilig, und ich hasse es, in Konkurrenz mit anderen um Budgets oder Funktionen zu kämpfen – da baue ich lieber etwas Eigenes auf. Wenn man sich vor der Gründung ein wenig schlau macht, was in anderen Ländern gut funktioniert, ist das Risiko überschaubar. Ich wusste, dass die Nachfrage nach unabhängigen, objektiven Instanzen, welche die Integrität von Kandidaten checkt, steigen wird.

Warum ist das so?

Durch Globalisierung und Digitalisierung ist das Schadenspotenzial viel grösser geworden. Früher konnte man sich, gerade in der Schweiz, auf den Standpunkt stellen, man kenne sich und die soziale Kontrolle spiele gut. Heute ist die Belegschaft international, die Verweildauer im Unternehmen ist kürzer, und wenn jemand sich nicht integer verhält, fehlt nicht nur ein wenig Geld in der Kasse, sondern unter Umständen ist das ganze Geschäft lahmgelegt, die Reputation schwer beschädigt oder ein technologischer Vorteil verspielt.

Das kann auch passieren, wenn Kandidaten im Anstellungsprozess nicht lügen.

Klar, aber wer schon vor Beginn des Anstellungsverhältnisses lügt, stellt als Mitarbeiter ein erhöhtes Risiko dar. Deshalb ist die Integrität, die wir überprüfen, ein wichtiger Indikator für das spätere Verhalten im Job. Aber ich bestreite nicht, dass die Unternehmenskultur und die materiellen Anreize ebenfalls einen wichtigen Einfluss darauf haben, wie ehrlich und loyal sich die Leute verhalten. Wenn der in Aussicht gestellte Bonus zu hoch ist, bin ich eher bereit, verbotene Dinge zu tun oder die Wahrheit etwas zu verbiegen zugunsten des erwünschten Resultats.

Verändert sich Ihr Menschenbild dadurch, dass Sie dauernd Menschen der Lüge überführen?

Das ist bei uns intern ein wichtiges Thema. Wir reden oft darüber, dass wir auf keinen Fall das Vertrauen in die Menschen verlieren wollen. Auf rationaler Ebene funktioniert das ganz gut, aber im emotionalen Bereich hinterlässt das sicher Spuren. Für mich kann ich sagen, dass ich keineswegs überall potenzielle Betrüger sehe, aber aus Erfahrung weiss, wie leicht Menschen in der Selbstdarstellung von der Wahrheit abweichen.

Kontakt und Information:
info@aequivalent.ch oder www.aequivalent.ch

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26 Kommentare zu “«Jüngere Berufsleute weichen in der Selbstdarstellung gerne von der Realität ab»”

  1. Mauro Sini sagt:

    Was soll man in der Fake-Epoche erwarten? Wenn schon die “Vorbilder” und Leitenden ständig schummeln, lügen und jegliche Veratwortung leugnen?
    Daran sind die Arbeitgeber grösstenteils mitschuldig weil solche Umstände erlauben und wenn nicht mehr zu machen ist, dann den “Mitarbeitende” einfach im eine andere “höhere” Position mit bessere Vergütung einstecken wo weniger Schaden einrichten kann anstatt ihm rausschmeissen und ein Fehler zugeben. Fake Mitarbeiter passt gut zu Fake Firma und Fake Produkte für eine Fake Gesellschaft.

  2. Hans Kohler sagt:

    Erwartet Michael Platen von den Bewerbern wirklich Ehrlichkeit? Der ganze Bewerbungsprozess ist doch so gestaltet, dass sich beide Seiten gegenseitig täuschen oder belügen, was das Zeug hält. Es beginnt mit der Stellenausschreibung …
    Erwartet Hr. Platen auch, dass der HR-Mitarbeiter im Bewerbungsgespräch erwähnt, dass man die Stelle neu besetzen will, weil der Vorgänger aus Belastungsgründen den Bettel hingeschmissen hat? Das sein Chef eher ein kleingeistiger Micromanager ist, statt Einer, der Mitarbeiter fördert? Dass die Firma verkrustete Strukturen mit kleinen Königreichen darstellt?…

  3. adam gretener sagt:

    So gut wie jede Jobausschreibung ist geschönt oder es wird darin bereits gelogen und vertuscht. Was nun?

  4. Maier Tom sagt:

    Unehrlichkeit ist immer schlecht, aber sind wir mal ehrlich; bei den heutigen Stellenbewerbungen wird für einen Normaljob eine Qualifikation eines Kadermitarbeiters erwartet, dazukommend Sprachen, Diplome und natürlich muss der Bewerber/in blutjung sein. Das ist, ehrlich gesagt, mit Ehrlichkeit nicht zu erfüllen. Die Grossunternehmen suchen sich diese Unehrlichkeit, der Bewerber reagiert hier einfach.
    Als Kleinunternehmer habe ich solche Probleme zum Glück nicht – ich stelle Leute ein die ich kenne und/oder die von bestehenden MA empfolen werden.

  5. Chris Fogg sagt:

    Das machen die Firmen ja auch. Wir sind die führende Firma, unsere Mitarbeiter sind das wichtigste Gut…sind nur einige der Lügen die über die Vision der Firma verbreitet werden.

  6. Svensson Eric sagt:

    Integriät postulieren und aber für die FIFA, UEFA und das IOC zu arbeiten mit seineren früheren Unternehmen: geht für mich nicht ganz auf.

  7. Anna sagt:

    Was ist mit den lügenden Chefs? ZB bei der grossen too big to fail Bankenkrise?

  8. T. Görlach sagt:

    Wenn von Selbstbeschönigung der Bewerber die Rede ist, muss fairerweise auch die Ehrlichkeit der Arbeitgeber auf den Prüfstand. Fast ausnahmslos stellt sich jede Firma und Chef als grossartig und attraktiver Arbeitgeber dar. Das böse Erwachen kommt später. Werte wie Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Transparenz, Gleichbehandlung sind angeblich wichtig nur scheitert man in der Realität. Wie froh bin ich, dass es Firmen-Bewertungsplattformen wie Kununu gibt. Als möglicher Arbeitnehmer bekommt hier auch schon einen guten Eindruck, was in Firmen wirklich so läuft, jenseits der Messe-Broschüren.

  9. Kellenberger sagt:

    Ein Punkt wird nicht aufgezeigt. Ein Mitarbeiter “stimmt” zwar zu, ist aber de facto dazu gezwungen. Wenn alles in Ordnung ist, kann die Folge sein, dass der Mitarbeiter davon ausgeht, er wird ständig bespitzelt und davon muss er ausgehen. Wenn er wirklich gut ist, findet er oder sie eine neue Stelle. Selbstverständlich wird dem Arbeitgeber nie mitteilen, dass es wegen Platen war, sondern eine nichtssagende Formel verwenden, wie dies so üblich hast; alles andere könnte nachteilig sein.
    Ein Mitarbeiter sollte dem Arbeitgeber nie die wahren Gründe sagen, warum er die Stelle wechselt, nie.

  10. Peter bucheli sagt:

    Wenn ich in diesem heutzutage sozialparasitären und arroganten business wie dem hr arbeitete würde ich mich aus gewissensgründen sofort erschiessen. Dies insbesondere als eu bürger.

  11. social perfekt sagt:

    Die gewöhnlichen Personen machen nur das, was uns die Politiker vormachen – Lügen, den Lebenslauf auf positiv trimmen auchg mit Lügen etc. Schauen wir doch mal BR Sommeruga – diese Frau hat einen einzigen eidg.Ausweis – nämlich als Klavierlehrerin – dies wurde allerdings noch nie überprüft. Sie wollte in ihrem Lebenslauf uns noch ein Studium in Freiburg unterjubeln – nahm aber diesen Passus wieder aus ihrem Lebenslauf zurück.
    Gerade bei Personen im Link-grünen Bereich gibt es viele die schummeln und bei denen es schwierig ist, das Gegenteil publik zu machen, da die meisten Medien dies gar…

  12. Sebastian Korealis sagt:

    In USA läuft das so (selbst erfahren): Du bist Ingenieur? Gut, ich stell dich als Ingenieur ein, brauche keine Diplome und Referenzen. Nach einer Woch weiss der Arbeitgeber, ob du Ingenieur bist. Wenn nicht, bist du ebenso schnell wieder draussen, wie du hereingekommen bist.

  13. Heinrich Zimmermann sagt:

    Na ja, was soll man denn aus WERBUNG lernen? Die bluffen auch was das Zeug hält. Gut bluffen ist heute ein “gutes” Werbeargument. Ehrlich hält eben nicht am längsten, muss sie ja auch nicht mehr.

  14. Rolf Randegger sagt:

    Lügen, das hatte ich nicht nötig. Verschwiegen habe ich bei der Bewerbung aber:
    – dass ich niemandem in den Hintern krieche,
    – dass ich meine Meinung und politische Einstellung nicht dem Chef anpasse
    – und dass mich der Lohnempfang nicht zum Eigentum der Firma machen kann.
    Aber das haben die dann schnell selber gemerkt. Trotzdem war ich nie arbeitslos!
    Sich selber treu bleiben, war schon immer mein Motto.

  15. Jörg Kramer sagt:

    Womit wieder ein unnötiger Industriezweig mehr finanziert werden soll. Die einzige Frage beim Bewerbungsgespräch tut‘s nämlich auch: „ Haben Sie Ihre Bewebungsunterlagen geschönt?“ „Und falls, Ja, wesahalb?“ Damit wird dem Bewerber die zweite Chance gegeben.

  16. sepp z. sagt:

    Die Wirtschaft und die Firmen kriegen die Mitarbeiter und Bewerbungen, die sie verdienen. Für eine bescheissende globale Firma ist ein unehrlicher Mitarbeiter grad gut genug.

  17. Peter Bucheli sagt:

    Das ist genau so ein Unternehmer, dessen arbeit nach dem ja zur Begrenzungsinitiative bald durch einen empathischen roboter ersetzt wird.

  18. David Stocker sagt:

    “Wir überprüfen, ob Betreibungen oder Strafregistereinträge vorliegen[..]”
    Ist das nicht illegal in der Schweiz, solange die Stelle dies nicht gebietet? Und da wird es sowieso bereits gemacht?

    Sowieso bedenklich, wenn jemand keine Stelle kriegt, weil er einen Betreibungsregistereintrag hat. Der Herr will also, dass solche Leute immer Arm bleiben und Sozialhilfe beziehen müssen?

  19. Peter Vogel sagt:

    Da sollten die Arbeitgeber wohl erstmal vor der eigenen Türe kehren bevor hier mit dem Finger auf Bewerber gezeigt wird. Mein letzter Arbeitgeber gab sich nach aussen als seriöser etablierter Edelstahlhändler, in Tat und Wahrheit war es aber das reinste Irrenhaus. Bei so ziemlich jedem Unternehmen bei dem ich bisher tätig war wurde nach aussen massiv beschönigt und unterschlagen. Hinzu kommen absurd hohe Anforderungen an jeden noch so einfachen Job. Man soll unter 30 sein, 15 Jahre Erfahrung und 2 Bachelorabschlüsse haben….Sie haben eine Lücke in Ihrem Lebenslauf???? Also nei sowas aber au.

  20. Hans-Ulrich Weber-Ding sagt:

    Ich kenne Leute, die sind über Leichen gegangen um eine Stelle als wiss. Mitarbeiter beim Bund zu bekommen. 175’000 Lohn, um 0830 kommen und um 16 Uhr gehen. Mit paar Tricks 9 Wochen Ferien. Und nach 3 oder 4 Jahren unkündbar. Da wurde geschmiert, Gegenleistungen erbracht, und eben der Lebenslauf optimiert (man wusste ja, dass der Parteikollege nichts näher prüft). Dann noch die Ehefrau anstellen lassen. Der Sohn hat die Lehre im Amt gemacht. Das ganze Programm. Die Optimierung eines Lebenslaufes ist das Spiegelbild der massiven Korruption in der Verwaltung.

  21. Roland Benz sagt:

    Das Problem mit diesem Problem ist, dass sich die Ehrlichen gar nicht mehr bewerben, da sie die Unterstellungen der Personalabteilungen als Verleumdungsversuch und Frechheit empfinden. Ich persönlich bevorzuge sogar das Sozial- oder Betreibungsamt, als meinen CV und die nichtssagenden Arbeits- und Universitätszeugnisse zu versenden. Das Desaster hat mit der Öffnung der Grenzen begonnen, was dazu führte, dass sich die Personalabteilungen keine Mühe mehr geben müssen. Bei der Rekrutierung machen sie alles falsch und die kriminellsten Blender sind bei globalen Firmen bereits zu weit oben.

  22. Claude Fontana sagt:

    ich bewerbe mich gleich als Astronaut. Ich flog schon mal von ner Schule, und habe daher grosse Flugerfahrung., Oder Bundesrat. 4 Jahre stillsitzen kann ich auch. ich brauche aber nachhilfe im “Beschäftigt aussehen”-

  23. Claude Fontana sagt:

    Wer bringt denn den Jungen bei, sich so zu verkaufen? Die wirtschaft selber.
    “Fake it, ’till you make it. ist heute gang und gäbe.
    Kredit aufnehmen für guten Zwirn, und ab auf die 2. oder 3. Sprosse der Erfolgsleiter.gleich von beginn an.
    Von da aus “Ellebögle”, hauptsache die Regeln der Firma gut studieren, damit man nicht Justizierbar wird.

  24. Richard Keller sagt:

    Die Frage stellt sich, ob zumindest die grossen Konzerne ehrlich sind. Geht es nicht darum, dass die Leute ihre Leistung erbringen.

    Früher hat ein Chef jemand genommen, der auf das Profil halbwegs passt. Und der sich dann entsprechend entwickeln konnte. M
    Die Verlogenheit kam mit den Personalvermittlern, HR Fachverantwortlichen, denen es mehr darum geht, ihre Rolle zu legitimieren.

    Herr Platen, im Solde der grossen Konzerne, trägt viel dazu bei, dass Personen, die nicht das 08/15 Standardprofil passen, keine Chance mehr haben. Langfristig wird sich das Ganze rächen….

  25. loulou55 sagt:

    Der Herr Platen gibt ja auch etwas von seinem Lebenslauf preis in dem Interview. Ich hoffe doch sehr, dass das von unabhängiger Seite auf den Wahrheitsgehalt überprüft wurde. Wäre ja peinlich, wenn da Unstimmigkeiten auftauchen würden. 😉
    Von den blumigen Stellenausschreibungen, die den todlangweiligen Routinejob zur “grossen Herausforderung” hochstilisieren, fange ich besser gar nicht an zu reden.
    Es schallt (lügt) so aus dem Wald, wie man hinein ruft (lügt).

  26. Peter Sieber sagt:

    @social perfect, was haben Ueli und Guy zu bieten? Ueli hat das Buchhalterdiplom, kann aber offenbar nicht rechnen und Guy hat Latein gelernt und sich dann zum Winzer ausbilden lassen. Naja, ist also etwa gleich wie Sommaruga.
    .
    Ich finde es stark, dass es offenbar absolut akzeptabel ist, Stellensuchende zu belügen und ihnen dann einen Dödel-Job aufzuzwingen, für den sie überqualifiziert sind, ganz nach der Methode “bei uns hat auch der Toilettenputzer ein Studium abgelegt”. Das ist offensichtlich absolut akzeptabel, aber wenn Kandidaten ihren Lebenslauf “aufbessern”, dann ist das ok.