Swiss Photo Award 2017

Von afrikanischen Wrestlern, Küchenutensilien und fatalen Retuschen.

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Reportage – Christian Bobst, Zürich

 

Kherou Ngor, ein junger Wrestling-Champion aus dem Quartier Ngor in Dakar, trainiert 3- bis 4-mal pro Woche auf der mehr als 200 Meter langen Treppe des Monuments der afrikanischen Renaissance, einer der grössten Bronzestatuen der Welt.

Christian Bobst bringt in seiner klassischen Reportagearbeit entlang der Hauptperson, eines senegalesischen Wrestlers, die Welt dieser Sportart, ihre Verbindung auch zu Voodoo-Ritualen, ihre soziale Einbettung in die Stadtquartiere und deren Starkult und ökonomischen Hintergründe näher. Zudem zeigt es ein Afrika von Helden und setzt sich damit wohltuend von der sonst gewohnten Sichtweise auf den Kontinenten ab.
Interessante Ausführungen des Fotografen finden Sie in der Soundslide des Tages-Anzeigers „Die Voodoo-Wrestler“.

Wrestler trainieren am Strand. Tausende junge Männer träumen von einer Karriere als Wrestler und vom Reichtum und Ruhm, der diese mit sich bringt.

Kampf zwischen Kherou Ngor und Gori im Iba-mar-Diop-Stadion.

Kherou Ngor wäscht sich mit Milch. Mit diesem Ritual hofft er die Kräfte eines an der Küste lebenden Geistes zu erhalten.

 Reportage – Roshan Adihetty, Zürich (Sieg aberkannt)

 

Eigentlich stand der Sieger am Swiss Photo Award schon fest. Warum sich die Jury in letzter Minute noch umentschieden hat lesen sie hier:
Nacktwanderer bringen Fotografen um den Sieg

Retouchierte Aufnahme

Original. Sehen Sie den Unterschied?

Architektur – Andrea Helbling, Zürich

 

Die Arbeit «Vertreter der Gattung Haus – Häuser und Konglomerate» ist eine Langzeitstudie über Zürcher Häuser aus den 60er- und 70er-Jahren. Sie zeigt Bauten, die meistens übersehen, als unbedeutend und hässlich empfunden werden. Und doch: Diese Gebäude prägen auf stille, hartnäckige Weise das Stadtbild und das Alltagsleben. Es gelingt der Fotografin, zu zeigen, was Architekturfotografie kann, indem sie unseren Blick auf diese Bauten richtet und sie in unser Bewusstsein bringt. Ein Gewinn!

 

Editorial – Anita Vozza, Magglingen

 

In ihrer Arbeit «Stumme Zeugen» nimmt sich Anita Vozza die Freiheit, Gegenstände, die sie in einer verlassenen Scheune bei Biel gefunden hat, zu inszenieren. Damit überlagert sie persönliche Geschichte mit der dokumentarischen Geschichte der Gegenstände. Es gelingt ihr so, eine stille, tiefe Arbeit zu gestalten, die die Zeiten der Vergangenheit und der Gegenwart verschränkt.

 

Fashion  – Lorenz Cugini, Zürich

 

Mit der Arbeit «Ballet des Tapis» inszeniert Lorenz Cugini nicht Mode, sondern Teppiche – und zwar mit den Mitteln der Modefotografie. Die Teppiche tanzen mit den Menschen und werden zu Skulpturen voller Schönheit, Humor und Sinnlichkeit.

 

Fine Art – Jessica Wolfelsperger, Basel

 

«Lonely Planet» ist eine sehr offene Arbeit, die mit dem ganzen fotografischen Duktus sehr experimentell umgeht und von welcher man, so Juror Tobia Bezzola, gerne noch mehr sehen würde.

 

Free – Jaromir Kreiliger, Wien

 

«Amicezia» ist ein Langzeitprojekt des Künstlers. Es fängt in Bildern sowohl die Bergwelt Graubündens wie das Seeleninterieur des Künstlers ein. Die Arbeit hat beide Juroren von Anfang an wegen ihrer Intimität, Offenheit und Atmosphäre angesprochen.

 

Werbung – Diego Alborghetti, Zürich

Ausgesuchte Haushaltsartikel aus dem Küchenbereich werden in einer edlen formalen Umsetzung als Mode-Accessoires – in diesem Fall Handtaschen – präsentiert. Die Produkte werden von Models so getragen, wie Frauen ihre Handtaschen oder Clutches halten. Die Wahl der Models, das hochwertige Styling, die Qualität der Lichtgebung und die Beschaffenheit der Haut, die an weisses Porzellan erinnert, widerspiegeln die Bildsprache aus renommierten, internationalen Hochglanz- und Lifestyle-Magazinen.

 

1 Kommentar zu «Swiss Photo Award 2017»

  • ingrid sagt:

    Reportage – Christian Bobst, Zürich hat den Preis wirklich verdient.
    Ich habe soeben etwas Neues gelernt: Was ein Wrestler ist und die Hintergründe.
    Sehr interessant.

Kommentar

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