Die Wüste brennt

Eine halbe Stunde, dann beginne die Lunge zu schmerzen: Der Schweizer Fotograf Alex Kühni zeigt die Erdölbrände im Irak.

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Es war nicht sein erstes Mal an der Front. Zuletzt war der Berner Fotoreporter Alex Kühni im August in den Irak gereist, um vom Krieg zwischen der Armee und dem Islamischen Staat zu berichten. Letzten Monat war er wieder dort, in einer Gegend in der Nähe von Mosul, doch dort war der Himmel mittags finster wie in der Nacht, sein Fahrer musste die Scheinwerfer einschalten, und das lag nicht an der Jahreszeit. Die Anti-IS-Koalition hatte ihre Offensive zur Einnahme Mosuls begonnen, der letzten Hochburg der Jihadisten.

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Und die hatten auf ihrem Rückzug Erdöl angezündet, um der Luftwaffe des Gegners die Sicht zu nehmen. Was das für die Bevölkerung bedeutet, hat Alex Kühni in Kajara gesehen. Irakische Truppen haben die Stadt zurückerobert, doch die Ölquellen, die dort brennen, konnten sie bisher nicht löschen. Die Einwohner leiden unter Atem-, Haut- und Augenbeschwerden, aus den toxischen Rauchwolken fallen Russ und Asche, die Äcker sind verseucht. Die Luft stinke wie verbrannter Plastik, sagt Kühni; eine halbe Stunde, dann begännen die Schmerzen in der Lunge. «Ich hatte eine Schutzmaske. Die Leute dort haben keine.»

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