Pionier der Gebirgsfliegerei

Der Walliser Pilot Hermann Geiger landete unzählige Male auf Gletschern und flog knapp 2000 Rettungseinsätze, ehe er vor 50 Jahren tödlich verunfallte.

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Hermann Geiger vor einem Helikopter. (1951, Keystone/Photopress-Archiv/Str)

Es war die einzigartige Landetechnik, die den Walliser Gletscher- und Rettungspiloten Hermann Geiger in den Fünfzigerjahren international bekannt machte. Dank ihr konnte der «Adler von Sion» selbst auf Schneehängen aufsetzen, um etwa in Not geratene Bergsteiger zu retten. Sein fliegerisches Können setzte der Walliser, der 1914 geboren wurde und mit 19 Jahren sein erstes Pilotenbrevet erlangte, auch für andere Einsatzgebiete ein. So warf er Feuerholz für entlegene Hütten oder Futter für hungernde Wildtiere ab.

Geiger posiert auf dem Trientgletscher vor seiner Piper PA-18. (Undatiert, Keystone/Photopress-Archiv/RIA/Str)

Hier ist es eine rote Maschine, mit der der Walliser Pilot auf dem Trientgletscher gelandet ist. (Undatiert, Keystone/Photopress-Archiv/RIA/Str)

Der «Adler von Sion», wie Geiger auch genannt wurde, fliegt über die Walliser Alpen. (Undatiert, Keystone/Photopress-Archiv/Str)

Nachdem er es auf den Kanderfirn im Berner Oberland geflogen hat, zieht Geiger Baumaterial für die Mutthornhütte durch den Schnee. (1952, Keystone/Photopress-Archiv/Str)

Zusammen mit Zollbeamten schiebt der Pionier seine Piper über den Schnee auf dem Theodulpass. (1954, Keystone/Photopress-Archiv/Str)

Der Gebirgsflieger widmet sich auf dem Theodulpass oberhalb von Zermatt dem Propeller.  (1954, Keystone/Photopress-Archiv/Str)

Volle Konzentration im Flugzeug-Cockpit. (Ca. 1950–1960, ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Comet Photo AG)

Vermutlich im Tiroler Gebirge lässt der Pilot Steinböcke frei, die er transportiert hat. (Ca. 1958, ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv/Stiftung Luftbild Schweiz/Swissair)

Insgesamt flog Geiger rund 2000 Rettungseinsätze, seit ihrer Gründung im Jahr 1952 auch für die Rega. Später war er einer der Mitgründer der Air-Glaciers. Für seine Verdienste erhielt der Pilot sogar den päpstlichen Gregoriusorden. Am 26. August 1966 kollidierte Geiger, der Tausende Male auf Gletschern und Firnen gelandet war, über dem Flugplatz Sion mit einem Segelflugzeug und verletzte sich dabei tödlich.

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18 Kommentare zu «Pionier der Gebirgsfliegerei»

  • Phil van Veldhuyzen sagt:

    Warum heisst Flugplatz Sion heute nicht “ Hermann Geiger Airport“ ?
    Super Artikel übrigens!

    Grüsse aus Holland

  • Broger Werner sagt:

    Ebenfalls ein gedenken an Heidi Berger ,die 1 Helikopterpilotin die einen Geschw,Weltrekord gemacht hat und die erste Alpenüberquerung 367km/h mit Helic. Cobra.
    Das Bazl nahm ihr das Brevet weil sie eine Brille benötigt….
    Leider auch verstorben (Sie was eine Cousine

  • kropp peter sagt:

    Hatte als Junge Anfang sechziger Jahre persönlichen Kontakt zu Hermann Geiger.War viel auf dem Flugplatz Turtmann wo er oft mit seinem Piper PA-18 zu Einsätzen flog. Wenn nichts ernstes war durfte einige male mitfliegen.Super Erlebnisse.( war damals oft in Unterems in Sommerferien mit meinen Eltern).

  • Locker bleiben sagt:

    „Ihr müsst von unten anfliegen und dann hermanngeigermässig toplanden“.
    Flugschul Kommentar und geflügeltes Wort. Unvergessen !

  • Yves C. Lieser sagt:

    Gratuliere zu diesem tollen Beitrag… Als 10 jähriger Junge habe ich ein Buch über diesen grossartigen Piloten gelesen….Ihr Bericht weckt alte Erinnerungen und auch die Fotos sind hervorragend…..Hermann Geiger , ja, damals war die Fliegerei in den Alpen ein Risiko, und zugleich hat er manchen Menschen das Leben gerettet ..einfach grandios
    Meinen aufrichtigen Dank diese Erinnerung in die Medien zu setzen
    Yves Constant Lieser

  • Rudolf Baumgartner sagt:

    War schon während meiner Schulzeit (1950 – 1959) immer erstaunt über Hermann Geigers Fliegerei und seinen Mut. Die Nachricht über seinen tödlichen Unfall erhielt ich 1966 per Zeitungsartikel zugestellt von Herrn Consul R. Stauffer vom Consulat de Suisse, Winnipeg, Canada, als ich von 1965 bis 1967 auf einer Farm und Ranch in Alberta, Cananda, tätig war. Diese Nachricht zu erhalten erachte ich, für damalige Verhältnisse, auch heute noch als eine Pioniertat des Consulates. Uebrigens, Gletscherpilot Hermann Geiger kannte man damals in Canada auch.

  • Ulrich Kuhn sagt:

    ….wir Flugschüler der Pilotenschule in Sion waren gerade beim Abtreten in den Urlaub, als er tötlich verunglückte…..

  • Rudolf Küng sagt:

    Ich habe sagen hören, gleichzeitig mit Geiger sei noch ein anderer Mann uns Leben gekommen. Stimmt das, und weiss jemand, wer es allenfalls war?

  • loulou55 sagt:

    Witzig ist Geiger’s Bekleidung auf einigen Fotos. Nix da von multifunktionaler Hightech-Outdoor-Klamotten.
    Kittel, Hemd, Krawatte, (wie’s aussieht) Lederhalbschuhe, Hosen mit Aufschlägen.
    Aber in seinen Anfangstagen waren seine Gletscherlandungen vielleicht für Normalsterbliche genaus so verrückt, wie Basejumper heute. Mit dem kleinen Unterschied, dass er es nicht allein wegen des Adrenalinkicks tat, sondern um Menschen und Tieren zu helfen/retten.

  • Peyer Th. F. sagt:

    Super Artikel zu einem Ereignis aus meinem Geburtsjahr, danke!

  • Heiner Löffler sagt:

    Ein Freund von mir hatte einmal die Gelegenheit, mit Hermann Geiger einen privten Rundflug (ums Matterhorn) zu machen. Er erzählte später, wenn ich mich recht erinnere, dass Geiger bei seinem Unglücksflug nicht selber am Steurknüppel sass, sondern eine Flugschülerin geflogen ist.

  • Etter sagt:

    Ich traf Hermann Geiger und seinen Heli anfangs der 60 er Jahre als er bei unserem Dorfsattler Filmrequisiten holte. Damals eine kleine Sensation im Dorf.

  • Philippe Heer sagt:

    Merci fuer diesen Beitrag.
    PS: Auf dem zweitletzten Bild ist er in einer Pilatus PC6 (Flugzeug) und nicht einem Helikopter:)

  • werner boss sagt:

    Danke für diesen Beitrag ! Das war noch ein vorbildlicher Pilot , der hatte es nicht nötig, sein Können mit überlauten Motoren aufzumotzen !

    • Bocîan sagt:

      So ein Blödsinn.
      Die heutigen Kleinflugzeuge sind (müssen) alle leiser (sein) als die Piper PA18 vom grossen Hermann Geiger.

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