Himmlischer Zauber

Ein junger Schweizer Fotograf streift Stunden durch die Landschaft, lauert auf das beste Bild – und fängt irgendwann den Sternenhimmel ein.

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Es ist eine schlaflose Nacht für Adrian Steg, als er mit seiner Kamera auf der Spitze des Säntis steht und wartet. Er lauert dort auf die richtige Zeit, den perfekten Augenblick, um abzudrücken. Es ist Anfang Mai, auf dem Säntis bläst ein kühler Wind. Steg ist eingepackt in Skikleider, trägt Kappe und Handschuhe.
Plötzlich, um vier Uhr morgens, ist der Moment da: Die Milchstrasse erscheint über den Ostschweizer Bergen. Sie erstreckt sich vor Stegs Augen über den Nachthimmel so, wie sie fast nur in der Wüste zu sehen ist oder dort, wo die Menschen von «dark sky» sprechen. Dieser zeigt sich nur an den dunkelsten Orten der Erde, in Wüsten oder abgelegenen Tälern, wo kein Licht einer Stadt den Sternenhimmel stört.

20:20 Uhr

20:44 Uhr

22:14 Uhr

04:15 Uhr

05:58 Uhr

Auf Stegs Bild glaubt man am Horizont einen Streifen Morgenröte zu sehen. Doch es sind die   Lichter der Städte, die leuchten und auf dem lang belichteten Bild an die Dämmerung erinnern. Trotzdem scheint die Milchstrasse zum Greifen nah.
Adrian Steg ist 19 Jahre alt. Während Gleichaltrige die Nächte in lauten Lokalen verbringen, geht er ins Dunkel, hinaus in die Natur. Ruhe, sagt er, sei das, was er dort finde und schätze. Dann wartet er, lernt zum Zeitvertreib mit einer App die Sternenbilder kennen, versucht, Planeten zu finden. Und dazwischen fängt er den Zauber am Himmel ein. Inzwischen ist Steg schon so viele Nächte und Tage durch die Natur gestreift, dass er auf seiner Internetseite eine kleine Galerie von Wundern präsentieren kann.

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4 Kommentare zu «Himmlischer Zauber»

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