Trumps Fitnessgeheimnis

Donald Trump verzehrt einen Snack während seines Wahlkampfs in Des Moines, Iowa (15. August 2015). Foto: Jim Young (Reuters)

Dauernd wird auf Donald Trump herumgehackt. Nichts kann er seinen Kritikern recht machen. Das Aschenputtel der liberalen Medienmeute ist er. Wenngleich es einiges an dieser Ausnahmeerscheinung zu bewundern gibt. Denn Donald Trump, ein Senior im Alter von 70 Jahren, hat die Kraft eines Bullen. Eine eiserne Konstitution hat er, um die man ihn beneiden möchte.

Obama stemmte Gewichte und spielte Basketball, um sich in Form zu halten. Teddy Roosevelt praktizierte Boxen und Judo. Einmal warf er sogar einen Schweizer Minister, der zum Mittagessen im Weissen Haus weilte, mit einem Judogriff zu Boden. Bill Clinton wiederum joggte durch Washington, belohnte sich allerdings nach dem Ende seiner Leibesübung oft mit einem Hamburger – was womöglich zu seinem vierfachen Bypass beitrug.

Auch Wladimir Putin macht dies und das, um fit und viril daherzukommen: Reiten, Kampfsport, Jagen, Schwimmen. Womöglich spielt der Russe zur Förderung der Feinmotorik sogar mit Murmeln. Trump geht gelegentlich golfen, ansonsten aber betreibt er keinen Sport. Im Grossen und Ganzen ist Trump eine Sofakartoffel. Er sitzt viel vor dem Fernseher.

Leute, die sich blöd anstellen

Über die Fans von Leibesübungen, insgesamt eine eingebildete Schar von Angebern, sagte er: «Alle meine Freunde, die Sport treiben, sie brauchen neue Knie, neue Hüften – sie sind ein Desaster.» Stimmt. Neben seiner Verachtung für Bewegungssportarten hat Trump auch kein Verständnis für die überzogenen Essgewohnheiten von Veganern, Vegetariern, Glutenfreien und überhaupt von Leuten, die sich beim Essen blöd anstellen und deshalb von vernünftigen Menschen nicht mehr zum Dinner eingeladen werden.

Trump verzehrt durchgebratene Steaks, die er reichlich mit Ketchup übergiesst. Er mag Hamburger und Pommes frites und hält sich, soweit das beurteilbar ist, Gemüse weitgehend vom Leib. Er hat Übergewicht.

Schnelle Beschleunigung

Ausserdem schläft er jede Nacht nur wenige Stunden, ehe er aufwacht und in 2,4 Sekunden von null auf hundert beschleunigt – im Gegensatz zu verpennten Freaks, die abends einen Smoothie aus Karotten, Spinat und Rucola verzehren und morgens drei Stunden benötigen, ehe sie die Lider richtig hochziehen können. Trump hingegen springt frühmorgens aus dem Bett und spurtet im Schlafanzug zur Twitter-Maschine.

Er wirft sie an und treibt zur Auflockerung seinen Blutdruck rigoros nach oben. Obama=150. Hillary=170. Illegale Wähler=200. Die «New York Times»=250. Und so weiter. So twittert sich Trump in die erste Rage des noch jungen Tages hinein, ein Mann unter Starkstrom, dessen Befindlichkeit dennoch besser ist als die vieler Millennials.

«Das gesündeste Individuum»

Trump kontrolliert Cholesterol und Blutdruck, seine Leberwerte sind unerheblich, da er Alkohol verschmäht. Sein Labortest sei «erstaunlich exzellent», Trump rundherum «das gesündeste Individuum, das jemals zum Präsidenten gewählt wurde», beruhigte sein langjähriger Hausarzt eine Nation, die eher besorgt auf ihren neuen Anführer schaut.

Gewiss, Trump ist zu dick, auch wirft er zur Abwendung von Haarausfall das Medikament Propecia ein. Aber ansonsten sei er kerngesund, behauptet sein Arzt. Dafür verdient Donald Trump Bewunderung. Viele seiner Kritiker können nicht mithalten, obschon sie jünger sind und sich mit Müsli vollstopfen. Das ist traurig.

12 Kommentare zu «Trumps Fitnessgeheimnis»

  • Martin Mayer sagt:

    No sports
    Das war schon die Devise des wohl besten Staatsmannes des 20 Jahrhunderts.

    • Monique Schweizer sagt:

      Mayer: Nur war Churchill morgens sehr lange im Bett (gut nicht nur schlafend, hat auch seine Staatsgeschäfte vom Bett aus gemacht) – Twitter gabs ja noch nicht 😉
      Und er hat ziemlich viel gesoffen – Johnny Walker (immerhin mit Wasser verdünnt), Champagner, Wein & zum Tagesabschluss meist noch einiges an Brandy & natürlich die vielen Zigarren.
      Ob er Gemüse auch verschmäht hat, weiss ich nicht, aber es ist eher anzunehmen.
      Und trotz allem inkl. Uebergewicht & Depressionen wurde Churchill 90 Jahre alt – war mit einem guten Genmaterial gesegnet – Trump scheinbar auch!
      Hitler war auch Alkabstinent, Vegi & Nichtraucher, hat sich aber sonst doch einiges an Drogen reingezischt (Amphetamine etc)
      Gesund hat der aber nicht gewirkt und wäre vermutlich auch nicht natürlich alt geworden.

  • Peter Pfister sagt:

    @ Roland.K.Moser: Trumpf gut und immer besser? Nö.Find ich überhaupt nicht. Der Chinese Xi sieht nicht nur besser aus, er ist auch mehr Sexi.

  • antoinette de boer sagt:

    Meine güte,so viel“ bewunderung „für Trump habe ich in diesem blatt
    wirklich nicht vermutet ! So ein junger 70 er !!
    Anscheinend gewöhnen sich menschen,denen oft genug blödsinnige
    witze ,“harmlose“ kolumnen und nebensächlichkeiten in bezug auf
    Trump serviert werden sogar an eine so irrationale persönlichkeit wie
    den derzeitigen präsidenten einer weltmacht wie der USA.
    Ob dick oder dünn,sportlich oder couchpotatoe,mit oder ohne haare,
    weiss oder orange gefärbt,bei diesem präsidenten bleibt mir immernoch
    das lachen im halse stecken.
    Trumps überschäumendes temperament u n d seine angeblich strotzende
    gesundheit machen mich eher nachdenklich,what about his head inside ?
    gesundheit

  • David Bühlmann sagt:

    Ich bin so glücklich darüber dass Donald Trump einen solch überaus gesunden Lebensstil pflegt. Sein Weitsicht und seine überragende Intelligenz sind ein Segen für unsere Welt und jetzt kann ich getrost optimistisch in die Zukunft gucken, denn dank seiner Weisheit in Sachen Ernährung und Sport wird er uns noch ganz lange erhalten bleiben, damit wir voller Bewunderung noch jahrelang zu ihm heraufschauen können. Donald, danke dass es Dich gibt. Du bist der Beste und der Grösste.

  • Patrick Zubin sagt:

    Das ist genau der Grund, warum Arnold Schwarzenegger gegen Donald Trump ist. Denn Schwarzenegger verdient sein Geld mit Fitness-Geschäft. Donald Trump macht nun das Image von seiner Fitness-Industrie zunichte:-)

  • Jan Wigert sagt:

    Kein Wunder: er trinkt und raucht nicht. Nimmt keine Drogen. Geht täglich die Treppen des AirForce One hinauf und hinunter, und spielt Golf. Dazu würde es mich überraschen, wenn in Anwesenheit von Melania und Ivanka er voll auf Früchte und Gemüse, die in Amerika sowieso meistens gespritzt sind, verzichten würde – wie manche Leute behaupten. Dazu ist der Mann Zielstrebig. Erfüllt also alle Bedingungen für ein langes gesundes Leben.

  • sina sagt:

    Soll dieser Artikel jetzt lustig sein? Dann habe ich die Pointen verpasst. Oder ist er tatsächlich ernst gemeint?
    Dann soll man also jemanden dafür bewundern, dass er – bis jetzt – noch einigermassen gesund ist, obwohl er keinerlei Verantwortung für seinen Körper übernimmt?
    Ist ja auch logisch, dass jemand mit Trumps Einstellung sich um Umweltschutz foutiert. Fastfood und Fracking passen irgendwie gut zusammen.
    Also meine Bewunderung hat er definitif nicht. Weder für seine Politik noch für seine Frisur noch für seinen Lebensstil.

  • Roland K. Moser sagt:

    Ich fand Trump gut und jetzt immer besser.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Was ist traurig? Dass Donald Trump das tut, was ihm gut tut? Oder dass andere sich „gesund ernähren“ und „Sport treiben“ und darum Knie- und andere Gelenke mit 70 zerschlissen haben und mit „nervösem Magen-Syndrom“ kämpfen? Dass man sich nicht an die Ratschläge von „Experten“ halten muss, um sich gut zu fühlen?
    Sonst aber doch einmal eine Glosse von Kilian, die ein wenig Witz versprüht.

Kommentar

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