Mediterrane Schönheit

Den französischen Nationalfeiertag feiert Sweet Home mit fulminanten Interior-Fotografien im südfranzösischen Toulon.

Im Rahmen der Design Parade 2017 in der südfranzösischen Stadt Toulon findet im Musée d’Art de Toulon eine grossartige Ausstellung des berühmten Interiorfotografen François Harald statt. Kuratiert hat sie der Zürcher Creative Director Beda Achermann.

«Suite Méditerranéenne» heisst die Ausstellung. Zum ersten Mal zeigt hier François Halard bis zum 24. September alle Bilder, die er im Mittelmeerraum fotografiert hat. Dabei sind unter anderem Fotografien aus dem Vatikan, der Villa Medici, der Villa Malaparte und von Ateliers und Häusern von Künstlern wie Cézanne, Cy Twombly oder Julian Schnabel. Die Fotos der Häuser und Räume sind auch persönliche Porträts der Menschen, die sie bewohnt haben. Ein Teil von Halards Kunst ist es, Menschen zu zeigen, ohne dass man sie sieht.

In der Ausstellung werden die betörend schönen Fotos nach der sogenannten St. Petersburger Hängung an den Wänden präsentiert. Das bedeutet dicht beieinander bist fast zur Decke. So werden sie einerseits zu einem Teil des Raums und wirken anderseits wie klassische Gemälde. 

Sweet Home: Beda Achermann, wie geht man eigentlich an eine solch komplexe Ausstellung heran?

Beda Achermann: François Halard hat seine Bilder in verschiedenen Zeitepochen und für unterschiedliche Publikationen gemacht. Diese Reichhaltigkeit und auch die Sinnlichkeit, die in Halards Arbeit eine wichtige Bedeutung hat, habe ich noch verdichtet. Mit der Petersburger Hängung habe ich eine Art Spiegelbild dieser über lange Zeit entstandenen mediterranen Bilderreise kreiert. 

Geniessen Sie einen kleinen Ausschnitt der Ausstellung «Suite Méditerranéenne»

Die Ausstellung dauert noch bis zum 24. September, Musée d’Art de Toulon, 113, Boulevard General Leclerc, Toulon

Das Atelier von Paul Cézanne, fotografiert in Aix-en-Provence, Frankreich 2003

Das Badezimmer des Künstler Cy Twombly, fotografiert in Gaeta, Italien, 1995

Die Aussicht der Villa Malaparte, fotografiert in Capri 1998

Das Sofa von Alberto Savivno in der Casa Malaparte, fotografiert in Capri, 1998

Das blaue Zimmer in der Casa Luigi Ghirri, fotografiert in Roncocesi, Italien, 2011

Reflexion im blauen Zimmer der Casa Luigi Ghirri, fotografiert in Roncocesi, Italien, 2011

Das Zimmer von Carlo Mollino, fotografiert in Turin, 2004

Ein Detail aus dem Haus von Carlo Mollino, fotografiert in Turin, 2004

 

Der Garten der Villa Medici, ein Polaroid, fotografiert in Florenz, 2010

Der Port Marchand de Toulon, fotografiert 2017

Bilder von Bildern

In der Ausstellung hängen auch Bilder, die François Halard von seinen Fotos in den Büchern und Zeitschriften gemacht hat. Damit wird auf moderne Art die Geschichte der Bilder erzählt. 

Den französischen Fotografen François Halard (links) und den Schweizer Creative Director Beda Achermann (rechts) verbindet eine langjährige kreative Beziehung und Freundschaft. (Foto: Sweet Home)

François Halard wurde in Paris als Kind von Interiordesignern geboren. Er hat dort die Ecole des Arts Décoratifs absolviert und konnte danach für die damals renommierteste Einrichtungszeitschrift «Décoration Internationale» arbeiten. Alex Liebermann, der Art Director von Condé Nast, holte ihn nach New York, um für «Vogue», «Vanity Fair», «GQ» und «House and Garden» zu arbeiten. Für ihn öffnen die bedeutendsten Häuser, Residenzen und Künstlerateliers der Welt ihre Türen.

Beda Achermann aus Stans studierte Grafik an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Luzern. Nach seinem ersten Job in einer Werbeagentur in Zürich ging er zur deutschen «Vogue» und war in den 80er-Jahren Mitbegründer und Creative Director der «Männer Vogue». Er arbeitete als Creative Director bei «Donna» in Mailand und gründete 1990 das Studio Achermann. Zu seinem Netzwerk gehören bedeutende Fotografen und Künstler. Achermann kreiert redaktionelle Publikationen, Bücher und Werbung, die Sammlerwert haben. Er ist auch Creative Director der deutschen Ausgabe von Andy Warhols legendärer Zeitschrift «Interview». Zu seinen Kunden gehören unter anderen Chanel, Laufen oder Hauser und Wirth. Wie kein anderer schafft er die Balance zwischen Mode, Kunst und Interior. 

Credits und Links: 

Musée d’Art de Toulon
François Halard
Beda Achermann

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