Italianità im Zürcher Hochhaus

Dank italienischem Design wirken die Apartments im Gustav-Turm wie moderne Mailänder Wohnpaläste.

Urbane Grossstadtarchitektur und italienisches Design schaffen zusammen stilvolle Wohnlichkeit. Das hat die Agentur Neutral auf schönste Art mit der Einrichtung einer Zweieinhalbzimmerwohnung im Zürcher Hochhaus Gustav an der Europaallee umgesetzt. Gustav ist ein moderner Wohnpalast mit kosmopolitischem Flair und umfassendem Concierge-Dienst.

Als Vorbild für die Architektur dienten die Mailänder Wohnpaläste der Fünfzigerjahre. Die Eleganz der zeitlosen italienischen Designermöbel passt in die Zürcher Grossstadtwohnung: Die starken Möbel vereinen sich gut mit urbaner Architektur. In diesem beispielhaft eingerichteten Apartment 115 öffnet sich Gustav der Stadt gegenüber mit einer Serie von intimen Begegnungen zu den Themen Architektur, Design, Mode, Lebensstil. Mit dabei sind etwa der Berliner Modestar Kostas Murkudis oder die Art Directorin Lora Lamm von Rinascente. 

Die zwei Räume der Wohnung lassen sich mit einer Schiebetüre verbinden oder trennen. Der Hauptraum mit offener Küche ist fürs Wohnen und Essen gedacht. Selbstverständlich spielt die dramatische Aussicht auf die Stadt und den Uetliberg eine wichtige Rolle. Dem hat die Agentur Rechnung getragen und alle Möbel so platziert, dass sie die Sicht ganz selbstverständlich freigeben. Der Esstisch ist diagonal im Raum platziert und verbindet die Nutzungsbereiche der Wohnung. Er stammt aus den Sechzigerjahren, entworfen von Willi Rizzo (1928–2013).

Letzterer ist eine interessante und glamouröse Figur in der Designszene. Der Italiener zog als Kind mit seiner Mutter nach Frankreich und wurde später ein renommierter Fotograf. Rizzo dokumentierte unter anderem das Nachkriegstunesien, den Nürnberger Prozess und das erste Filmfestival in Cannes. Für «Paris Match» fotografierte er zwanzig Jahre lang Künstler, Stars und Sternchen. Er wurde Art Director der französischen Zeitschrift «Marie Claire» und heiratete 1968 die italienische Schauspielerin Elsa Martinelli. Möbeldesign betrieb Rizzo zuerst als Hobby für sich und seine Jet-Set-Freunde. Heute sind seine Kreationen gesuchte Objekte und werden in Museen ausgestellt. 

Die Sitzgruppe wirkt mit ihren einzelnen Sesseln angenehm privat. Anstelle eines Sofas steht eine Liege zur Verfügung. Interessant an der Architektur ist die Fensterfront, die dank dem Balkon um die Ecke geht und so einen verwinkelten Raum mit viel Grosszügigkeit schafft. 

Eleganz pur: Die schlichten Hängeleuchten Boccia von Piero Lissoni für Boffi betonen die Höhe der Räume. 

Auch die passende Kunst fehlt nicht, die Bilder sind von Caro Niederer und zeigen ihre Interior-Kreationen, die Stehleuchte ist ein Design von Afra und Tobia Scarpa.

Das Mosaiksteinbad versprüht Italianità. Ein grüner Kunststoffstuhl von Vico Magistretti für Artemide unterstützt sie und dient zugleich als Ablage und Farbtupfer.

Das Schlafzimmer bietet einen Ausgang auf den grossen, geschützten Balkon, neben dem Bett steht ein eleganter Sekretär von Gianfranco Frattini für Bernini.

Natürlich fehlen auch persönliche Details wie goldene Schuhe oder eine italienische Zeitung auf dem Boden nicht. Die rote Vase Nebulose ist von Ettore Sottsass für Venini aus der Peter-Grünbaum-Collection und die Bodenleuchte ist ein Vintagestück.

Credits und Informationen: 

Interiordesign: Neutral Zürich
Wohnung: Gustav
Fotos: Pierre Kellenberger
Anmeldung zu den Events über: 
czi@neutralzurich.com

Möbel: Esszimmertisch: Willi Rizzo, Spaghettistühle von Giandomenico Belotti for Alias, Lampe über dem Esstisch: Pagodenleuchte von Fontana Arte, Sesselduo Laurinetta von Afra und Tobia Scarpa für B&B Italia, Sessel mit Ottaman Louisiana von Vico Magistretti für de Padova, Sofaliege Inout von  Jean-Marie Massaud für Cappellini, Vorhänge von Création Baumann, Leuchten Boccia von Piero Lissoni für Boffi, Stehleuchte von Afra und Tobia Scarpa, dunkelblauer Ohrensessel von Carlo Mollino, neu aufgelegt von Zanotta, grüner Kunststoffstuhl von Vico Magistretti für Artemide, Sekretär von Gianfranco Frattini für Bernini, Tischleuchte Pirellina auf Sekretär von Gio Ponti for Fontana Arte, Bett: L 50 cab night von Mario Bellini für Cassina, Bettwäsche und Plaids von Artiana Zürich

10 Kommentare zu «Italianità im Zürcher Hochhaus»

  • Hans sagt:

    Ganz nett eingerichtet, aber für die komplette Italianità gehörte da ein Plattenboden (Stein oder Keramik) rein.

  • Alessandro Tatti sagt:

    Echt gelungen bravissimj

  • Henriette sagt:

    Das wäre mein Traum: Diese Wohnung als Zweitwohnsitz, wenn ich Lust auf Stadtleben habe. Genau so müsste die Einrichtung sein, auch von der Grösse her stimmt alles. Und weil es ein Traum ist, mache ich mir auch keine Gedanken über die Höhe des Mietzinses. Aber wunderschön ist diese Wohnung !

  • marie sagt:

    endlich eine brauchbare 1,5 zimmerwohnung. …diesbezüglich sieht die realität ja anders aus :)
    wunderschön, ich würde da sogar einziehen. aber chnoblibrot würde ich definitiv nicht mehr machen; das und anderes entweder direkt auf dem balkon zubereiten oder auswärts essen.

  • Silvano Camenisch sagt:

    Wunderbarer Artikel.
    Viel historischer Hintergrund zu Möbel und Designer. Weiter so!

  • Normalbürger sagt:

    Wer soll sich so eine Einrichtung leisten können? All die gezeigten Möbel und Einrichtungsgegenstände sind exorbitant teuer und dürften kaum in einem vernünftigen Budget drin liegen!

  • Melanie sagt:

    Ganz in der Tradition der Schlafküche es vorletzten Jahrhunderts. Ausser das man das WC nicht teilen muss.

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