Mailand ist ein Architekturparadies

Nächste Woche findet die grosse alljährliche Mailänder Möbelmesse statt. Dabei lohnt es sich, auch die schönen Bauten und Winkel zu entdecken.

Entdeckt anlässlich einer Begegnung mit Nicola Navone vom Archivio del Moderno und Rudolf Schürmann von Neutral im Wohnpalazzo Gustav an der Europaallee in Zürich.

Casa Caccia Dominioni

Das Haus an der Piazza Sant’Ambrogio ist ein wichtiges Beispiel der Mailänder Nachkriegsarchitektur. Der Architekt Luigi Caccia Dominioni baute dieses Haus nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Trümmern seines Elternhauses. Die Familie Caccia Dominioni hat seit dem 15. Jahrhundert an der Piazza Sant’Ambrogio gewohnt. (Bild über: Ordine Architetti)

Wohnhaus an der Via Quadronno 

Das Haus an der Via Quadronno 14 wurde 1960 von Angelo Mangiarotti gebaut und wirkt turmartig. Viele Fensterfronten mit Ecken und Kanten ermöglichen eine Rundumsicht auf den Park. Der Bezug von innen und aussen ist bei der urbanen Architektur in Mailand sehr wichtig. So sind grosse Fenster, Terrassen und eben die Aussicht selbstverständlich. Zudem sind die Wohnungen in diesem Haus grosszügig, bieten den Platz von kleinen Villen und verfügen über einen eigenen Personalzugang. (Bild über: Téchne)

Casa Rustici am Corso Sempione

1935 von Giuseppe Terragni erbaut, gehört dieses Wohnhaus zur rationalistischen Architektur. Auch hier sind es luxuriöse Wohnungen, die sich auf den sechs Stockwerken befinden. Zwei Gebäudekomplexe öffnen sich auf einen Innenhof und sind elegant verbunden mit unterschiedlichen Balkonen. Einen tollen Einblick in die Wohnungen bekommt man auf der Website des Fotografen Giuseppe De Francesco. (Bild über: Architecture of doom

Ein wenig wie bei De Chirico

Diese Gebäude befinden sich in der Nähe, wo ich jeweils wohne, wenn ich in Mailand bin, beim Teatro Strehler in Brera. Ich habe leider keine Ahnung, aus welchem Jahr oder von wem die Bauten sind, sie lassen mich aber immer an die Bilder von Giorgio De Chirico denken und inspirieren mich dazu, alle Häuser in Mailand genauer anzuschauen. Überall sind nämlich bildhaft schöne Winkel zu entdecken, die zeigen, wie es in dieser Stadt gelungen ist, Modernität und Geschichte optisch harmonisch zu vereinen. (Bild: Sweet Home)  

Mondadori – Gebäude von  Oscar Niemeyer

Vom grossen brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer ist das Redaktions- und Verlagsgebäude von Mondadori. Es liegt ein wenig ausserhalb, nämlich in Segrate. (Bild über: Flickr)

Der Torre Velsasca an der Piazza Velasca

Unübersehbar ist der gewaltige Torre Velasca, den das Architekturbüro BBPR 1958 gebaut hat. Im unteren Teil befinden sich Geschäftsräume, im oberen Wohnungen. Der Bau ist ein Beispiel des Brutalismus und seit 2011 unter Denkmalschutz. (Bild über: Ordine Architetti)

Die Haus-Plastik am Corso Italia

Der Architekt Luigi Moretti hat mit dem Haus am Corso Italia eine Art Architekturplastik gestaltet. Mittendrin, gebogen und einfach auf einen anderen Gebäudekomplex angesetzt, fällt es auf und passt zugleich perfekt in den interessanten Städtebau Mailands. (Bild über: Lombardia beni culturali)

Grafik zum Wohnen

Wie das Haus am Torso Italia an eine Plastik denken lässt, so wirkt dieser Bau an der Piazza Carbonari von Luigi Caccia Dominioni wie ein grafisches Kunstwerk. Die Flächenaufteilungen von Mauern und Fenstern strahlen eine moderne Eleganz aus. Durch Verzicht auf ausstehende Elemente wird die zweidimensionale Wirkung des Gebäudes noch unterstützt. Eine Idee, die übrigens von vielen Schweizer Architekten übernommen wurde. (Bild über: Paradise backyard)

Schmuck und schlicht

Den Abschluss dieser kleinen Architekturreise durch Milano macht das Politecnico Milano, welches von Gio Ponti 1961 kreiert wurde. Auch hier ist eine elegante grafische Handschrift zu entdecken, die Schlichtheit und Reduktion auf eine schmucke Art interpretiert. (Bild über: b22 design)

Credits und Links: 

Inspiration:mit Nicola Navone vom Archivio del ModernoRudolf Schürmann von Neutral
Architekten:  Luigi Caccia Dominions, Angelo MangiarottiGiuseppe TerragniOscar Niemeyer, Architekturbüro BBPRLuigi MorettiGio Ponti
InstituteLombardia beni culturali
Blogs und Magazine: TéchneArchitecture of doom,  Paradise backyardb22 design
Architekturmuseum in Milano: Ordine Architetti

4 Kommentare zu «Mailand ist ein Architekturparadies»

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