Frank Owen Gehry ist einer der bekanntesten Architekten unserer Zeit. Er baut Gebäude, die sich von allen anderen abheben und hat es geschafft, Museen zu eigenen Kunstwerken zu gestalten. Seine Arbeit fasziniert, seine Häuser und Museen werden als Sehenswürdigkeiten besucht und seine Möbel sind Designklassiker. Das Vitra Design Museum in Weil am Rhein widmet ihm und seiner Arbeit der letzten 13 Jahre eine Ausstellung, die am 2. Oktober eröffnet wird und bis März 2011 dauert.

Frank Owen Gehry wurde 1929 in Toronto, Kanada, als Ephraim Owen Goldber geboren. 1947 wanderte er mit seiner Familie nach Los Angeles aus, wo sein Vater den Familiennamen in Gehry umwandelte, aus Ephraim wurde Frank, der Architektur studierte und 1954 an der Universität von Southern California abschloss. Damals herrschte in Los Angeles ein Bauboom und Modernisten wie Richard Neutra und Rudolph Schindler prägten die Architekturszene. Frank Gehry arbeitete in verschiedenen Firmen, bevor er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern nach Paris zog, um dort ein Jahr zu arbeiten und die Architektur von Corbusier zu studieren. 1962 eröffnete er in Santa Monica ein eigenes Büro, Frank O. Gehry Associates. Ende der 70er -ahre begann er Wohnhäuser mit aufgebrochenen Volumen und Industriefertigteilen zu bauen. Für sein eigenes Haus hatte er ein bestehendes Gebäude in Santa Monica auseinandergebrochen und mit Wellblechtafeln, Drahtgitter und Holzplatten umhüllt. Es löste einen Skandal bei den Nachbarn aus, er bekam dafür aber gute Kritik und begann mehr und mehr, Dekonstruktivismus in seine kommerzielle Arbeit einzubringen.

Frank O. Gehrys eigenes Haus in Santa Monica, Kalifornien, war der Wegbereiter für seinen Architekturstil: Auseinanderbrechen, neue Räume schaffen, experimentieren (1978).

Bei einem seiner früheren Werken, dem Schnabel-Haus in Los Angeles, hat Frank Gehry aus jedem Zimmer einen neuen Raum, einen neuen Gebäudekörper geschaffen (1986-1989).

California Aerospace Museum (1982 - 1984).

Mitte der 80er Jahre bekam Frank Gehry den Auftrag, die Vitra Möbelfabrik und das Vitra Designmuseum zu bauen, welches 1989 fertiggestellt war. Hier sind die Möbel und das Museum, in dem sie gezeigt werden, schon bei der Entstehung Designklassiker. Siehe Links.

Das Guggenheim Museum in Bilbao 1991-1997 wurde zu Gehrys berühmtestem Werk. Das Museum ist zum eigenständigen Kunstwerk geworden, hebt sich ab von allem Bestehenden und fasziniert durch seine plastischen Formen, die sich durch die Verkleidung mit Titanplatten im Licht verändern. Siehe Links. (Bild über: e-architect)

Das Hotel Marques de Riscal im spanischen Rioja-Gebiet zeigt auch Metallplatten, die so geschwungen sind, dass das Haus lebendig wirkt und sich im Licht immer wieder neu zeigt. (Siehe Links)

«Fred and Ginger» nennen die Prager das «Dancing House», das Frank Gehry von 1992-1996 neben barocken und gothischen Häusern in der Altstadt von Prag baute. Es gleicht einem tanzenden Paar, die Fenster ragen aus wellenförmigen Fassaden hervor.
Frank Gehrys Werke kann man aber auch im Kleinen bewundern oder gar besitzen. So hat er Schmuck für Tiffany’s oder gar eine Wodkaflasche für Wyborowa entworfen. Seine Möbel aber, die die Designfirma Vitra auflegt und fabriziert, sind kleine Kunstwerke, mit denen wir wohnen können:

Frank Gehrys «Wiggle Stool» von Vitra wurde 1972 entworfen und ist heute noch moderner als viele neue Möbel. Er gehört zur Möbelserie «Easy Edges», die der Architekt in den Siebzigerjahren aus Karton entwickelte. Der Hocker ist der kleine Bruder des «Wiggle Chair». Siehe unten. Für Infos und Bezugsquellen des Hockers siehe Links.

Das berühmteste Möbelstück von Frank Gehry heisst «Wiggle Chair», ist 1972 herausgekommen und wird von Vitra produziert. Siehe Links.

1983 führte Gehry seine Möbelserie mit «Experimental Edges» weiter: Der Sessel «Red Beaver» entstand 1986. Siehe Links.
Die Links:
Frank O.Gehry
Vitra Design Museum
Guggenheim Museum Bilbao
Hotel Marques de Riscal
Wiggle Stool
Wiggle Chair
Red Beaver
Richard Neutra
Rudolph Schindler
Schlagworte: Architektur, Design
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Marianne Kohler ist Stylistin und Journalistin, sie begann ihre Karriere als Textildesignerin, arbeitete in Paris und New York, bevor sie einige Jahre das Moderessort der Zeitschrift Annabelle leitete. Heute arbeitet sie für Zeitschriften wie «Glamour» sowie Interior-Firmen im In- und Ausland. Marianne Kohler lebt mit ihrem englischen Mann David und ihrem Hündchen Miss C. in Zürich. 




































