Facebook gibt es natürlich auch physisch, nämlich als grosse und immer wachsende Firma mit Büros. Dafür wurde ein Gebäude aus den 60er Jahren, das vorher für Büros und Fabrikation benutzt wurde, umgebaut. Da Facebook wahrscheinlich weiterwachsen wird und diese Lösung nicht für immer gedacht ist, war das Briefing eine flexible und unkomplizierte Einrichtung. Es galt, nur umzubauen und das zu ändern, was nötig ist. Das Designstudio O+A hat dies auf eine stylishe, moderne Art umgesetzt und Arbeitsplätze geschaffen, auf die bestimmt viele neidisch sind:

AUCH IM WOHNZIMMER KANN MAN ARBEITEN: Die Vorgabe möglichst viele Kontaktpunkte zu schaffen, wo Ideen ausgetauscht werden können, ist mit vielen wohnlichen Ecken umgesetzt worden. Da stehen Sofas, Sessel, und Couchtische auf Teppichen platziert in den grossen Gängen und bilden gemütliche Wohnecken, die als Treffpunkte genutzt werden können. Die Wohnlichkeit ist harmonisch in das Industriegebäude integriert, unaufdringlich, persönlich und alltäglich.

DER SOUNDTRACK IST HOMEMADE: Anstelle von undefinierbarer, berieselnder Backgroundmusik setzt Facebook eindeutig auf Homemade-Sound. Ein DJ-Pult hat einen Platz bekommen und Büroparties eine andere Dimension.

DIE FERNSEHECKE: Auch sie steht wie zufällig da. Koffer unterstützen die flexible, provisorische Wirkung dieser Arbeitsräumlichkeiten. Nichts ist für immer im Computerzeitalter. Alle Arbeitsräumlichkeiten sind offen, nur Sitzungsräume haben Wände und diese sind transparent.

DAMIT ALLES IN BEWEGUNG BLEIBT: Schaukelstühle und Velos indizieren Beweglichkeit, in den ersteren kann man stilvoll eine Pause machen oder mit Kollegen Besprechungen abhalten und die Velos helfen, in den langen Industriegängen schneller vorwärtszukommen. Warme Farben, wie hier das Gelb an der Wand, sorgen für eine freundliche, wohnliche Atmosphäre

CAFÉ MIT ECHTEM INDUSTRIAL CHIC: Die Maschinen, der Boden und andere Zeichen der industriellen Vergangenheit des Gebäudes sind in die Einrichtung integriert worden. Das Café steht mittendrin und ist eine Art Dorfplatz. Das Studio O+A hat die Angestellten von Facebook über alle Einrichtungsschritte informiert und sie aufgefordert mitzumachen. Die Absicht war, alles ein wenig unfertig zu gestalten, so dass eine Weiterentwicklung möglich ist.

SALON PRIVÉ: Einige Sitzungsräume sind privater, aber die Sicht ist durch Glaswände frei. Transparenz und Mitbestimmung sind wichtig. Alle Mitarbeiter in jeder Hierarchiestufe haben kleine Pulte. So ist es möglich, die Arbeitsplätze schnell zu wechseln, neue Teamzusammenstellung zu formieren und flexibler zu arbeiten.

AUCH SOFAKISSEN DÜRFEN NICHT FEHLEN: Eine Mischung von gemütlichem Wohnzimmer und Science-Fiction-Filmset ist dieser Konferenzraum, der zwar gemütlich, aber doch unverbindlich daherkommt.

AUF SOLCHEN STÜHLEN MACHEN AUCH LANGE SITZUNGEN SPASS: An die Wand zu schreiben, macht Spass und fördert Kreativität und Kommunikation. So ist denn die Wandtafel gleich rund um den Tisch gebaut, damit alle Sitzungsmitglieder mitmachen können.

MIT DEM SKATEBOARD DURCH DIE GÄNGE: Facebook hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen einfach miteinander kommunizieren zu lassen. Das geht auch schnell mal per Rollbrett zum Besuch des Kollegen am anderen Ende des Büros.

DAS BÜRO, DAS EINST EINE FABRIK WAR beherbergt nun stilvolle, unkomplizierte Büroräumlichkeiten von Facebook. Früher hat die Computerfirma Hewlett Packard hier produziert. Das Gebäude steht in Palo Alto in Kalifornien und ist in den 60er Jahren gebaut worden.

DAS O+A STUDIO: Das kalifornische Designstudio ist spezialisiert auf Büroeinrichtungen und hat nebst den coolen Arbeitsplätzen von Facebook unter anderem auch die Büros von «Pay Pal» oder «Levi Strauss» gestaltet. Die Gründer Primo Orpilla (links) und Verda Alexander (rechts) haben ihre Firma 1991 gegründet und seither Millionen von Quadratmeter Arbeitsplätze in Amerika kreiert und eingerichtet, siehe Links.
Die Links der «Facebook»-Geschichte:
O+A Studio
Facebook Office
Schlagworte: Arbeitsplatz, Architektur, Design, Innenarchitektur
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Marianne Kohler ist Stylistin und Journalistin, sie begann ihre Karriere als Textildesignerin, arbeitete in Paris und New York, bevor sie einige Jahre das Moderessort der Zeitschrift Annabelle leitete. Heute arbeitet sie für Zeitschriften wie «Glamour» sowie Interior-Firmen im In- und Ausland. Marianne Kohler lebt mit ihrem englischen Mann David und ihrem Hündchen Miss C. in Zürich. 




























































schön anzusehen – aber für mich nicht der entscheidende Grund, für oder gegen ein Unternehmen. Wer sich allein (!) vom Schick blenden lässt, soll doch für ein Möbelhaus arbeiten! Meine Meinung…
hallo herr heider, vielen dank für ihren wertvollen kommentar. ich habe mich sofort bei einem möbelhaus beworben und arbeite jetzt in so einem blaugelben möbelhaus mit elchen (darf den namen nicht nennen). und da ist es tatsächlich schick, wie sie mir versprochen haben. aber leider musste ich am zweiten tag im lager von dem möbelhaus arbeiten und dort war es gar nicht mehr so schick, herr heider, und jetzt verstehe ich nicht was da schief gegangen ist. habe ich mich etwa von dem schick blenden lassen? ich fürchte, sie hätten mir doch sagen müssen, dass es auch in einem möbelhaus nicht-schicke arbeitsplätze gibt und jetzt bin ich so etwas von traurig. hätte ich doch lieber in dem büro von dem facebook arbeiten sollen, oder blendet’s dort wirklich so stark?
Nun, da hat Marvin recht! Ich kann mir richtig gut vorstellen was das für ein Typus Mensch ist, der bei facebook arbeitet. Bewerben sie sich doch bei facebook, möbelmann. Sie passen gut dort hin!
super!
Toll eingerichtet! Richtig gut gemacht! (Es wird mich allerdings sicherlich nicht dazu bewegen, bei Facebook mitzumachen)
“Mit dem Skateboard durch die Gänge”. Und flugs auf den Bürostuhl und Ideen an die Wand kritzeln. – Viel hat sich verändert in all den Jahren. Aber an die Wände kritzelten wir auch. Früher. Als wir noch Kinder waren…
Geil!
Echt tolle Büros, macht sicher spass dort zu arbeiten!
Sehr schöner Bericht. Vielen Dank!
@Moebelhaus-Arbeiter: hahaha :)))
Ich falle nicht drauf rein, Arbeit ist Arbeit, egal ob auf dem Plüsch-Sofa oder auf einem Bürostuhl in einem stieren Grossraumbüro. Die Arbeit ist fremdbestimmt wie überall, auch bei Facebook sagt der Boss wo’s langgeht.
Ich würde nur dort arbeiten, wenn auch die Kohle stimmt.
Und speziell der IT-Bereich ist ja bekannt für seine atypischen Beschäftigungsformen, die langsam das ganze Wirtschaftsleben als eine Art Trendsetter mitbestimmen. Die Frage ist nur, ob da alle mithalten können. Alles, was in unserer Beschleunigungskultur zählt, ist der (Kapital)Gewinn. Auch bei Facebook sind Angestellte schlussendlich nur eines: Eine Ressource wie jede andere auch, eine weitere Ware; ein weiteres, käuflich erwerbbares Produkt in der Warenwelt, um bei Marx, diesem “störrischen alten Rechthaber” (die Zeit) zu bleiben. Darüber kann der schöne, hippe Schein nicht hinweg täuschen.
Ich bin so oder so eine Ressource, also wie nicht eine mit einem schönen Büro?
Schöner und etwas weniger kindisch eingerichtet als bei Google. Die entscheidende Frage ist aber: lockere 42-Stundenwoche in langweiligem Büro bei einer Bank und am Ende des Jahres 200000 Fr. in der Lohntüte oder harte 70-Stundenwoche in tollem Büro bei Facebook und 100000 Fr. Jahreslohn.
Reich wird bei Facebook nur Mark Zuckerberg und die anderen Investoren.
Ich habe mal in einer Agentur gearbeitet, wo die “Arbeit mit Spass”, postuliert durch Gaming Rooms, herumhängendes Spielzeug und durch allabendliches gemeinsames Verzeeren von lauwarmen Pizzas, ansatzweise ähnlich zelebriert wurde. Maskiert wurde damit eine latent ausbeuterische, gleichmacherische und sektiererische Firmenkultur. Schöner Schein, geeignet für Kids <30, deren Existenzbewusstsein sowieso mehrheitlich virtuell ist. Mir kommt das mittlerweile auch alles ein wenig zu infantil vor.
Und von der Energie-Seite her ein echter Schwachsinn. All der Strom den es braucht die alten Fabrikhallen zu klimatisieren. Aber das zeigt einmal mehr, wie wenig Substanz im ganzen Facebook-Konzept und anderen Social-Sites ist. Dir Welt wird dumm weil wir uns am Schluss nichts mehr zu sagen haben, sondern mit dem Gegenueber via Facebook kommunizieren.
Es hat leider keinen denn Inhalt des Textes verstanden. Es geht nicht darum einen schicken Arbeitsplatz zu haben sondern durch Veränderung der Umgebung die Leute innovativer werden zu lassen. Auch wird die Zusammenarbeit gestützt. Facebook lebt von neuen Ideen und der Fachkräftemangel bringt den Arbeitgeber eine gewisse Bringschuld.
@moebelhaus-arbeiter : hehehehe….super !! bei ihrem talent würd ich die zeit nicht im lager bei den elchen vergeuden sondern ein buch schreiben. zum beispiel eine sammlung von kommentaren zu online artikeln! ich finds immer wieder lustig, wie solch kommentare inspirieren und sich zuweilen diskussionen fernab des artikels entwickeln. nicht selten artets am schluss in einer verbalen massenschlägerei aus hehehe….
tia – was wollt ich eigentlich sagen? worum gings im artikel? aha ja – schöne büros, finde ich.
“Schön” ist immer Geschmacksache, ich finds bemüht trendy und künstlich. Und jüngste Studien zeigen ja, dass sich diese Batteriehaltung in Grossraumbüros eher negativ auswirkt, auch wenn das die Design- und Büroplanerfuzzies nicht wahrhaben wollen. Ich jedenfalls geniesse die Annehmlichkeit meines konservativen Einzelbüros, wo ich meinen Stil realisieren kann, der mich angenehm arbeiten lässt. Das weiss ich selber nämlich am besten, so wie jeder andere auch. Aber die Wohlfühldesignindustrie wird sicher wachsen, weil Individualität und Kreaktivität mittlerweile trendbestimmte Konsumgüter geworden sind. Das Creative-Dasein als mittlerweile gesellschaftlicher Mainstream. Das deckt sich auch mit den Erkenntnissen des Urbanismus-Forschers Richard Florida. Aber eben, manchen reicht es, das etwas “schön” ist.