Der Sommer hat sich schnell verabschiedet, feiern wir ihn doch noch ein wenig länger mit einem karibischen Essen. Hier sind sechs klassische Rezepte und drei Videos, die auch bei kühlem Wetter Sommerstimmung bringen:

KARIBIKSTIMMUNG: Die karibischen Inseln sind verbunden mit unserer Vorstellung von ewigem Sommer, Sonne, Sand, knallblauem Meer und relaxtem Lebensstil. Das alles können wir leider nicht immer haben, dafür aber ein scharfes, typisch karibisches Essen, denn das können wir einfach nachkochen und so den Sommer noch ein bisschen festhalten. (Bild: Urban Zintel)

RICE AND PEAS: Die jamaikanische Art, Reis zu kochen, ist würzig, individuell und mit Bohnen, die dort Erbsen heissen. ZUTATEN: 1 Dose rote Bohnen, 2 Tassen Basmati Reis, 1 Dose Kokosnussmilch, 1 Zweig frischer Thymian, 1 Esslöffel Butter, 1 Frühlingszwiebel, 1 Knoblauchzehe, 1 Scotch Bonnet, roter, runder, scharfer Chili ZUBEREITUNG: Die Bohnen abgiessen, die Zwiebel und den Knoblauch fein hacken, die Kokosnussmilch mit so viel Wasser mischen, dass es zusammen 4 Tassen Flüssigkeit ergibt. Zwiebel und Knoblauch leicht in der Butter andünsten, die Bohnen beigeben und die mit Wasser gemischte Kokosnussmilch salzen, den Thymian beigeben, aufkochen, den Reis beigeben, gut umrühren. Den Chili ganz auf den Reis legen und den Reis ca. 20–30 Minuten auf kleiner Hitze kochen, bis er gar ist. Den Chili rausnehmen, bevor der Reis serviert wird.

JERK CHICKEN heisst die scharfe, westindische Art, Poulet zu kochen. ZUTATEN: 1 Bund Frühlingszwiebeln, 2 Esslöffel Soyasauce, 2 Esslöffel Sonnenblumenöl oder Erdnussöl, 1 Esslöffel Salz, den Saft von einer Limone, 1 Esslöffel Jamaica Pfeffer, 5 Scotch Bonnets, runde, rote scharfe Chilis, 1 Esslöffel getrockneter Thymian, 1 fingergrosses Stück Ingwer ungeschält, 3 Knoblauchzehen, 1 Schalotte, 3 Esslöffel brauner Zucker ZUBEREITUNG: Mischen Sie alle Zutaten in einem Mixer zu einem Püree. Das Püree sollte wie eine feine, scharfe Sauce schmecken. Marinieren Sie Pouletstücke ohne Haut mit der Jerkmarinade, am besten über Nacht. Das Poulet ist nun bereit für den Grill. Mit Rice and Peas servieren.

COCONUT SNAPPER: Der klassische, karibische Fisch mit Kokosnuss zubereitet, ist ein kleines Stückchen Ferien. ZUTATEN: 5 Red Snapper Filets, jedes Filet in 3 Stücke geschnitten, 2 Eier, 1 3/4 Tassen Mehl, 2 dl red Stripe Bier, 1 Paket Backpulver, 3 Tassen Kokosnussraspeln, 0,5 dl Sonnenblumen- oder Erdnussöl, Salz und Pfeffer ZUBEREITUNG: Würzen Sie den Fisch mit Salz und Pfeffer, in einer Schüssel mischen Sie 1 1/4 Tassen Mehl mit dem Bier und dem Backpulver, das restliche Mehl schütten Sie auf einen Teller, auf einen andern Teller geben Sie die geraspelte Kokosnuss. Nun «panieren» Sie den Fisch. Zuerst in das Mehl tunken, dann in den Bierteig und am Schluss in die Kokosnussraspeln. Wenn alle Fischstücke paniert sind, braten Sie sie im Öl bis die Kokosnuss goldbraun ist, nach dem Braten auf einem Küchenpapier abtropfen lassen und den Fisch mit Limonenschnitzen und Reis servieren.

CURRY CHICKEN: Die Karibikinseln sind arm und das Essen einfache Hausmannskost. So steht denn auf den Kochherden oft ein grosser Topf mit einem Curry, der langsam vor sich hinbrutzelt und der auf eine unkomplizierte Art auch eine grosse Familie ernährt. Sehr typisch ist Curry Goat, eine Ziegencurry. Aber auch Lamm und Huhn sind weitverbreitet. ZUTATEN FÜR EIN POULETCURRY: 1 Poulet, in Stücke geschnitten und enthäutet, 1 Esslöffel Sonnenblumen- oder Erdnussöl, 2 Knoblauchzehen, fein gehackt, 2 Frühlingszwiebeln, gehackt, 1 Esslöffel Currypulver, 1 Esslöffel Allspice (jamaikanischer Pfeffer) 1 Esslöffel geraffelter Ingwer, 1 Zweig Thymian, 1/2 Tasse Hühnerbouillon, 1 grosse Kartoffel, geschält und in Stücke geschnitten. ZUBEREITUNG: Braten Sie die Pouletstücke in Öl an, so dass sie aussen goldbraun sind. Im gleichen Öl Currypulver, Allspice, Ingwer, Knoblauch und Zwiebeln anbraten, die Pouletstücke wieder beigeben und mit der Bouillon ablöschen, den Thymian beigeben und den Curry auf kleinem Feuer ca. 30 Minuten kochen, die Kartoffeln beigeben und so lange kochen, bis die Kartoffelstücke weich sind.

ROTI: In Trinidad leben viele Menschen, die ursprünglich aus Indien kamen, so haben sich indisch inspirierte Gerichte durchgesetzt wie das Fladenbrot Roti. Es kann als Beigabe zu einem Curry serviert werden oder als eine Art Sandwich, gefüllt mit Kichererbsen und Kartoffeln. Hier das Rezept, das mich die Grossmutter von meinem Mann gelehrt hat. ZUTATEN: 3 Tassen Mehl, 3 Esslöffel Backpulver, Ghee (eingesottene Butter) oder Margarine, 1–2 Tassen Wasser, 1/2 Teelöffel Salz, zusätzlich Mehl zum Bestäuben ZUBEREITUNG: Das Mehl, Salz und Backpulver gut vermischen, das Wasser langsam beigeben, bis sich ein weicher, seidener Teig entwickelt, den Teig mit einem feuchten Tuch zudecken und 30 Minuten ruhen lassen. Den Teig gut durchkneten und in Stücke teilen, die Stücke in runde Fladen formen, 15 Minuten ruhen lassen, die runden Stücke flachdrücken und jeweils eine Seite mit Butter bestreichen und die andere mit Mehl bestäuben. 2 Fladenscheiben mit der gebutterten Seite zueinander übereinanderlegen und flachdrücken, 10 Minuten ruhen lassen. Nun die Scheiben mit einem, mit Mehl bestäubten Teigroller ausrollen, den Teig wenden und immer mit Mehl bestäuben, so dass er sich einfach rollen lässt. In der Zwischenzeit eine grosse, flache Bratpfanne auf mittlere Hitze erwärmen, die Fladenbrote einzeln darin backen, bis sich einige Bläschen bilden, mit dem Spachtel umdrehen, dann grosszügig mit Butter (Ghee) bestreichen und goldgelb backen, die andere Seite nun mit Butter bestreichen und ca. 1 Minute backen. Dann die zwei Seiten mit einem Messer durchschneiden. Die Fladenbrote warmstellen, mit einem Tuch bedecken. ZUTATEN FÜR DIE FÜLLUNG: 2 Esslöffel Erdnuss- oder Sonnenblumenöl, 1 kleine, rote Zwiebel gehackt, 2 Knoblauchzehen fein gehackt, 1 Scotch Bonnet, runder, scharfer, roter Chili, entkernt und gehackt, 1,5 Esslöffel Currypulver, 1 Teelöffel Koriander oder Kümmel, 1/2 Teelöffel Salz, 2 Tassen geschälte Kartoffeln in kleine Stücke geschnitten, 2 Tassen Kichererbsen aus der Dose, abgegossen, 1 Tasse Wasser, 1 Esslöffel Butter ZUBEREITUNG FÜR DIE FÜLLUNG: In einer Pfanne das Öl erhitzen und die Zwiebel, den Knoblauch und den Chili andünsten, die Gewürze beigeben und etwa eine Minute weiterkochen. Die Kartoffelstücke beifügen, mischen und das Wasser zugiessen, die Kartoffeln weichkochen, dann die Kichererbsen dazugeben und ca. 10 Minuten weiterkochen, bis es eine feine, dicke Füllung gibt. Die Rotis damit füllen.

RUM PUNCH: Natürlich darf ein Cocktail nicht fehlen. Auch wenn wir ihn zu Hause nicht mit Sonnenuntergang, Meer und weissem Sandstrand geniessen können, hören wir bestimmt damit das Rauschen der Wellen... ZUTATEN: 2 Tassen leichter Rum, 2 Liter Gingerale, Saft von 1/2 Zitrone, 1/4 Liter Fruchtsaft nach Wahl, 1/4 Liter Ananassaft, Eiswürfel ZUBEREITUNG: Mischen Sie alle Zutaten zusammen und servieren Sie den Punch in hohen Gläsern über Eiswürfel gegossen.
Diese drei Youtube-Filmchen bringen, jedes für sich, eine ganz andere Karibikstimmung rüber. Im ersten wird Jerk Chicken auf die harte Tour gekocht, mit tollem Soundtrack von Damian «Junior Gong» Marley.
Letztes Wochenende wurde in London der Notting-Hill-Carneval gefeiert, deshalb dieses Kochvideo mit einer Köchin, die auch Musik liebt:
Der Reggae-Musiker Levi Roots hat auf BBC eine Kochserie gemacht, um Lust zu machen, das westindische Essen auch nachzukochen. Nun gibt es natürlich das Buch dazu und Levi macht gleich weiter als TV-Star in der Reality Sendung «Dragons Den», da will er eine Businesskarriere starten mit seiner Reggae-Sauce.
Schlagworte: Cocktail, Currys, Drink, Grillieren, Kochvideos, Musik, Reis
Haben Sie diese Beiträge schon gelesen?
Willkommen in der Weihnachtsbäckerei
Selbstgebackenes gehört einfach zur Advents- und Weihnachtszeit. Nur schon der Duft im Haus macht das Chaos in der … Mehr
Donnerstag, 1. Dezember 2011
Wie kann ich die Feiertage stressfrei geniessen?
Noch 5 Tage bis Heiligabend, der grosse Countdown beginnt. Müssen Sie noch im letzten Moment Geschenke besorgen? Brauchen … Mehr
Sonntag, 19. Dezember 2010
Die VIPs auf der Menükarte – Teil 1
Auch Gerichte haben prominente Namen. Sie wurden entweder einer «wichtigen» Person gewidmet oder entstanden an einem berühmten Ort. … Mehr



Marianne Kohler ist Stylistin und Journalistin, sie begann ihre Karriere als Textildesignerin, arbeitete in Paris und New York, bevor sie einige Jahre das Moderessort der Zeitschrift Annabelle leitete. Heute arbeitet sie für Zeitschriften wie «Glamour» sowie Interior-Firmen im In- und Ausland. Marianne Kohler lebt mit ihrem englischen Mann David und ihrem Hündchen Miss C. in Zürich. 






















allspice ist nicht jamaikanischer Pfeffer sondern auf deutsch Piement.
…das bringt definitv wider die ferienerinnerungen zurück… was aber auch nicht fehlen darf für karibisches essen: die hot pepper sauce zum abschmecken!
Ohhhh Man, da hab ich doch den Duft von den Jerk Chicken Ständen wieder in der Nase.
Irie
Rice and BEANS, nicht Peas!
Ich war im Jahr 2000 mal in Port Antonio (aka Port Antoni) und da hiess es tatsächlich Rice and Peas. Auch wenn man danach googelt, scheint diese Aussage schon zu stimmen.
Beste Grüsse
Nein nein – Rice and Peas stimmt schon!