Leben


So wohnte Russel Wright, ein amerikanischer Designpionier

Marianne Kohler am Dienstag den 17. Januar 2012

Kreative Menschen leben und wohnen anders. Ein schönes Beispiel ist das Haus von Russel Wright (1904 bis 1976), einem berühmten amerikanischen Industriedesigner, der den Lifestyle seiner Landsleute entscheidend mitprägte. Sein Haus Manitoga in Garrison, New York, ist öffentlich zugänglich. Wrights bekanntestes Produkt ist eine farbige Geschirrserie, die American Modern heisst und in Massen produziert wurde. Der Designer war fest davon überzeugt, dass das moderne Leben am Tisch beginnt. Deshalb hat er auch zuerst Geschirr, dann Möbel, Häuser und Landschaften gestaltet. Zusammen mit seiner Frau verfasste er zudem einen Ratgeber, der helfen sollte, die Hausarbeit zu reduzieren und mehr Freizeit zu erhalten. Nach dem frühen Tod seiner Frau zog er sich in sein Haus zurück, wo er fortan arbeitete und sich um seine Tochter kümmerte.

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Das Haus Manitoga ist pavillonartig gebaut und in die Landschaft integriert. Man kann es besuchen und sehen, wie der Designer wohnte und arbeitete. Russel Wright hat das Haus und die Landschaftsarchitektur selber gestaltet. Es verkörpert unbeschwertes, unkonventionelles Wohnen in Verbindung mit der Natur.

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Das Gelände, auf dem das Haus steht, wurde einst als Mine benutzt. Russel Wright hat interessante und wohnliche Architektur geschaffen, die die Formen und Farben der Natur in sich aufnimmt.

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Die Natur dringt förmlich ins Haus ein. Dank den grossen Fenstern hat man den Wald stets im Blick. Aber auch die Steinböden und der Baumstamm, der durch das Haus zu wachsen scheint, bringen viel Natur in die gute Stube. Bild über: Baan.

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Russel Wright entwarf von Tassen, über Tischdecken bis hin zum Schrank alles. Er war mit seiner Lifestyle-Philosphie und seinen Haushaltstipps auch ein Wegbereiter für zeitgenössische, amerikanische Lifestylegrössen wie Martha Stewart oder Ralph Lauren. Hier sieht man am Abwaschbecken sein bekanntes, millionenfach verkauftes Geschirr American Modern.

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Ein traumhaft schöner Arbeitsplatz, der auch heute noch modern und begehrenswert wirkt. Raffiniert ist das Pult, das wir eine Art Fenstersims konzipiert ist und um die Ecke zu einem gemütlichen Sitzplatz führt.

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Ein Regal und ein grosser, weisser Vorhang funktionieren als Raumteiler und trennen den Schlafbereich vom übrigen Raum ab. Schön ist auch der strenge Bettüberwurf mit dem geometrischen Muster, der aus dem Bett eine Tagesliege macht.

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Art déco pur: Die Alltagsobjekte wie Zuckerdose, Platte mit Haube oder Karaffe sind alle aus Metall mit Holzdetails und gehören zu den ersten Werken von Russel Wright.

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Warme Farben, panelartige Wände, interessante Materialien, viel Holz und bequeme Möbel machen das geometrische Haus wohnlich und komfortabel. Multifunktionelles war in der Mitte des 20. Jahrhunderts besonders angesagt: Der Sessel hat aufklappbare Armlehnen, die praktische Abstellflächen für eine Tasse Kaffee oder ein Buch bieten.

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Ein Bild von Russel Wright mit seinen Stühlen.

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Wenn man bedenkt, wie viele Menschen jeden Tag konservatives, weisses Geschirr nutzen, ist die Serie American Modern, noch heute modern. Der Blick zurück in die Mitte des letzten Jahrhundert zeigt, dass wir heute zwar viel Technologie haben, die den Alltag effizienter macht, dass wir aber gestalterisch und stilmässig einiges von den Designpionieren lernen können.

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Eine industriell angefertigte Möbelserie, von Russel Wright  aus den 40er Jahren

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Russel Wrights Keramik in sinnlichem Flaschengrün.

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8 Kommentare zu „So wohnte Russel Wright, ein amerikanischer Designpionier“

  1. Tom sagt:

    Vielen Dank für diesen grossartigen Beitrag!

  2. Tobias sagt:

    Ist der Sessel auf dem 8. Bild ein Einzelstück, oder gibt es den irgendwo in Produktion?

  3. Bionic Hobbit sagt:

    Sinnliches Flaschengrün, eh?

  4. Barbara sagt:

    schöne Sachen hat er gemacht! aber ob das Haus in bewohntem Zustand auch immer so aufgeräumt war? ich erlaub mir da gewisse Zweifel…

  5. Veronica sagt:

    Interessantes Haus und interessant auch dass die Bewohner keine Privatsphere brauchen. Ein Vorhang als Raumtrennung hatte die Famillie von Laura Ingalls-Wilder im Blockhütte, beschrieben in Little House on the Prairie. Unfrei war es, aber mehr Möglichkeiten hatten die Pioniere damals noch nicht.

  6. Wow! Fantastische Bilder! Vielen Dank dafür. Das wäre für mich schon ein riesiges Erlebnis für eine Woche dort zu leben :)

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