Nach dem Internetranking der Schweizer Nati-Spieler folgt heute die Steilpass-Bewertung der Webseiten internationaler Fussballer.
David Beckham
Auf meiner Stöbertour quer durch den grünen Kunstrasen des Internets fühle ich mich eindeutig von Englands A-Promi David Beckham am besten unterhalten. Auch wenn seine Homepage eigentlich nur das Deckblatt für die Facebook-Seite ist. Wenn man ihn nicht «liked», bleibt einem auch der Inhalt verwehrt. Es sind also nur Fans erwünscht. Da hab ich mich also mal zu seinem Freund gemacht und schon springt mir als erstes sein neuer Töff ins Auge. Männer und Statussymbole. Dann aber finde ich etwas, das mich den Hut ziehen lässt: Ein pures Stück Selbstironie, das bei so viel Prominenz enorm wohltuend ist. Unbedingt angucken: Seinen Auftritt in der Ellen DeGeneres Show. David promotet, als Verkäufer getarnt, sein eigenes Parfum. Brilliant und zum Kugeln. (Für Facebook-Verweigerer auch auf Youtube.)
Lionel Messi
Grösster Fussballer gleich grösste Internetseite? Bei Lionel Messi gibts für diese Gleichung ein «Jein». Irgendwie passt die Page zu ihm: Nicht pompös, aber einfach nur nett und irgendwie genial. Messi landet nicht wegen einem ausserordentlichen Inhalt auf dem zweiten Platz, sondern weil die Details erfrischend anders und lebensfroh sind. Zu jeder Rubrik im Inhaltverzeichnis gibt es die passende Musik. Auch der spanische Fussballkommentator kriegt seinen Auftritt, wenn man die Boxen aufdreht. Lesenswert ist vor allem die Rubrik «Did you know?». Da gibt’s kleine Häppchen an Leo-Anekdoten. So zum Beispiel, dass er mit zehn Jahren 1.27 m gross war, oder dass seine Oma Celia die Erste war, die mit ihm Fussball gespielt hat.
Thomas Müller
Einen ganz grossen Sympathiebonus erhält bereits die Adresse von Müllers Seite: Esmuellertwieder.de kommt sympathisch und bodenständig daher. Passend zu Thomas’ Notiz: «Ich geniesse… die Ruhe der Natur, im bayerischen Oberland, den Schweinebraten von meiner Oma und unerkannt durch die Strassen zu gehen.» Auch wenn auf dieser Seite nicht alles blinkt und hupt, Thomas Müller bietet seinen Fans ein authentisches Bild von sich selbst. Die Rubrik «Privates» bringt keine weltbewegenden Neuheiten, aber kleine Zückerchen für den Anhänger. Viel mehr braucht es ja gar nicht. Was ganz klar fehlt, ist die Aktualität. Keine News und keine persönlichen Betrachtungen der jüngsten Ereignisse.
Andres Iniesta
Das gefällt mir: Andres Iniesta führt tatsächlich einen Blog. Endlich riecht es ein bisschen nach persönlicher Note. Leider ist der letzte Eintrag schon etwas alt und datiert vom 21. Mai 2011. Vorher schien er aber regelmässig in die Tasten gegriffen zu haben. Es besteht also noch Hoffnung, dass Andres wieder bloggt. Der Weg, bis man den Blog gefunden hat, ist allerdings lang und beschwerlich. Das sieht zwar alles ganz ansprechend aus, aber der User fühlt sich auf dieser Seite doch ziemlich orientierungslos. Blog Hopp – Page Flop.
Cristiano Ronaldo
Wenn von den ganz grossen Namen des internationalen Fussballs die Rede ist, darf natürlich auch der portugiesische Supergockel nicht fehlen. Seine Homepage sieht zwar im ersten Augenblick sehr stylisch aus. Ehrlich gesagt war ich aber nicht ganz sicher, ob mein Computer etwas überfordert war mit der Anzeige, oder ob ich es war. Viele Tweets rasen da umher, werden gross und bewegen sich dann nicht mehr. Wie nur kann ich jetzt die obersten lesen? Die typischen Website-Inhalte mit Rubriken wie Fotos, News, Biographie etc. fehlen ganz. So richtig eröffnet sich die Welt des CR7 einem nur über Twitter, Facebook oder Myspace. Wer sich damit anfreunden kann, befindet sich mit wenigen Clicks im Ronaldo-Paradies.
Gerne hätte ich Ihnen auch über die persönlichen Seiten eines Xabi Alonso, eines Mesut Özil, eines Wayne Rooney und anderer Stars berichtet. Doch da gibt es alles zwischen «coming soon» und «diese Homepage ist noch in Arbeit, ich bitte um Geduld». Nun gut, das Internet ist ja auch erst kürzlich erfunden worden. Lassen wir den Jungs doch etwas Zeit.
P.S. Die Domain www.waynerooney.com kann man übrigens noch kaufen. Vielleicht weiss ja einer von Euch Steilpässlern etwas Kreatives damit anzufangen?!










Mämä Sykora (36) ist Chefredaktor beim Fussballmagazin
Alexander Kühn (33) ist Sportredaktor bei Newsnet und leidgeprüfter Fan des deutschen Zweitligisten Dynamo Dresden. Mangels fussballerischen Talents beschränkt er sich auf kritische Einwürfe von Tribüne und Schreibtisch aus.









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