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Die Geisterjäger von Dresden

Alexander Kühn am Samstag den 10. März 2012
Verkaufen massenhaft Geistertickets (v.l.): Torhüter Benny Kirsten, Captain Cristian Fiél, Verteidiger Romain Brégerie. (Bild: SG Dynamo Dresden)

Verkaufen massenhaft Geistertickets (v.l.): Torhüter Benny Kirsten, Captain Cristian Fiél, Verteidiger Romain Brégerie. (Bild: SG Dynamo Dresden)

Am Sonntag empfängt der Neunte der 2. Bundesliga den Vierzehnten. Das sieht auf den ersten Blick wenig aufregend aus, und doch ist die Partie zwischen Dynamo Dresden und dem FC Ingolstadt eine ganz besondere. Dynamo rechnet nämlich damit, alle 32'066 Tickets verkaufen zu können, obwohl die Karten gar nicht zum Betreten des Stadions berechtigen. Dieses ist nach einem drakonischen Urteil des Deutschen Fussball-Bundes für alle Fans gesperrt – als Reaktion auf die schweren Ausschreitungen beim Pokalspiel in Dortmund im vergangenen Herbst.

Die Solidarität der friedlichen Fans hilft den von ihren Hooligans geplagten Dresdnern nun bei der finanziellen Schadensbegrenzung. Um das Geisterspiel gegen Ingolstadt ist eine regelrechte Euphorie entstanden. An jedem der bisherigen Verkaufstage fanden rund 6000 der eigentlich nutzlosen Tickets einen Abnehmer. Es sieht ganz so aus, als könnte der Schatzmeister am Wochenende eine Tafel mit der Aufschrift «ausverkauft» ans Kassenhäuschen hängen. Für den K-Block, wo die treuesten Anhänger stehen, gibt es schon jetzt keine Karten mehr.

Die Geistertickets sind in vier Kategorien unterteilt: Stehplatz, Sitzplatz, VIP-Bereich und Gästeblock. Naturgemäss sind die Stehplätze am begehrtesten, weshalb ein Teil des Stadions nun virtuell umgezont wurde. «Die Geisterticket-Inhaber werden gebeten, die Sitzschalen, nachdem sie das Stadion nicht betreten haben, im hochgeklappten Zustand zu belassen und sich gefälligst nicht hinzusetzen. Vielen Dank!», ist auf diesen Karten zu lesen. Das Geisterticket berechteige zudem dazu, im Stadion keine Wurst zu essen und kein Bier zu trinken. Es ist der genüssliche Spott eines Vereins, der selbst dann weit mehr Fans mobilisiert als der Grossteil seiner Konkurrenten, wenn er gar keine Gegenleistung anbieten kann. Auf der Website von Dynamo lässt sich im sogenannten Geisterspiel-Ticker verfolgen, wie sich der Verkauf entwickelt.

Die auf den Geist gehen: «Ghostbusters», 1984.

Die auf den Geist gehen: «Ghostbusters», 1984.

Der Erfolg der Aktion hat viel mit dem gespannten Verhältnis zum DFB zu tun. Dynamo und der mächtige Verband, das ist eine Geschichte von Ablehnung, Bestrafung und Trotz. Spätestens seit die Fussballweisen aus Frankfurt am Main den achtfachen DDR-Meister zum Ende der Saison 1994/95 wegen finanzieller Unregelmässigkeiten in die damals drittklassige Regionalliga Nordost zwangsrelegierten, kocht im Osten Deutschlands bei jeder Sanktion die Volksseele. Zumal der Verband den Vereinen aus der ehemaligen DDR bei der Überführung ins Haifischbecken des bundesdeutschen Ligabetriebs kaum Hilfestellungen geleistet hatte. Auch ehemalige Spieler wie Ulf Kirsten, dessen Sohn Benny bei den Dresdnern im Tor steht, bemängeln, dass der DFB mit ungleichen Ellen misst, wenn es um die Ahndung von Fanvergehen geht. Wie stark sich Dynamo gegen Gewalt und Rassismus engagiert, findet kaum Erwähnung, Negatives schlachtet die Boulevardpresse genüsslich aus.

Dass die Fans dem finanziell notorisch klammen Klub aus der Patsche helfen, hat bei Dynamo Tradition. Als in der Saison 2003/04 die Suche nach einem Abnehmer für den Werbeplatz auf dem Trikot stockte, kauften die Anhänger fleissig Hemden mit der Aufschrift «Brustsponsor». So kamen 150'000 Euro zusammen. Geld, das wie Einnahmen aus diversen Spendenaktionen und Benefizspielen in den langen Jahren der Unterklassigkeit das Überleben der Sportgemeinschaft Dynamo sicherte. Die neue Vereinsführung ist nun auf gutem Weg, die Altlasten, die zu einem grossen Teil unter der chaotischen Herrschaft des hessischen Baulöwen Rolf-Jürgen Otto in den Neunzgerjahren enstanden, abzutragen. Sportlich ist die von Manager Steffen Menze und Trainer Ralf Loose umsichtig zusammengestellte Mannschaft auf bestem Weg. Der Klassenerhalt steht zehn Runden vor Saisonende praktisch fest. Kann Dynamo die entwicklungsfähige Mannschaft zusammenhalten, ist mittelfristig auch die 1. Bundesliga ein realistisches Ziel. Den Besitzern der TV-Rechte wäre dies mehr als recht: Den Dresdner Aufstieg in die 2. Bundesliga sahen im Mitteldeutschen Rundfunk rund eine Million Zuschauer.


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31 Kommentare zu „Die Geisterjäger von Dresden“

  1. Robert sagt:

    Endlich mal ein Spiel ohne Anfahrtsstress. Da bin ich bei!

  2. Matthias sagt:

    Es sind nur noch ca 3500 Tickets zu haben
    Das zeigt mal wieder die Macht der friedlichen Fans
    Obgleich beim DFB mit unterschiedlichen Maß gemessen wird die SGD immer auf ihr Fanpotenzial zählen können

    Dynamo wird Fußball Geschichte schreiben mit dem ersten Ausverkauften Geisterspiel der Geschichte

    Forca Dynamo unser Herz hast du sicher

    • Henrik Furmann sagt:

      So viele Tickets wie Geister logischerweise hineinpassen würden können nicht gedruckt werden.Aber schön so etwas als Fan zu llesen

  3. Nino sagt:

    Gut gemeint lieber Alexander, in diesem Falle wünsche ich jedem Verein solche Fans die den Club so finanziell unterstützen. Aber das funktioniert nicht überall so, wäre vorbildlich im Falle Servette Genf, würde da aber kaum funktionieren, die Städte Genf und Dresden sind schon kulturell nicht zu vergleichen, Genf tickt in dieser Beziehung einfach ganz anders (leider)!

  4. Peter sagt:

    Die Mannschaft, der DFB und die Welt wird uns während dem Spiel hören!

  5. Auguste sagt:

    hmm…, etwas rosamunde pilcher, etwas seinfeld, eine prise mario widmer und ein kräftiger schuss groteskes wie zu besten ddr-zeiten. ach, was waren das noch für zeiten, als in der parteizeitung “neues deutschland” so viele dinge standen, die einem extrem neu vorkamen, weil sie extrem neu erfunden waren.

    ist ja eine schöne fan-aktion, aber besser wärs, der verein arbeitete mehr an seinem hooligan-problem – wobei, das könnte man der deutschen linkspartei auch raten. und welcher geist in diesen ex-ddr vereinen auch heute noch mancherorts anzutreffen ist, belegt ein artikel heute auf faz.net über den präsidenten des 1. fc union berlin. darüber hinaus sind diese kommunistischen vereinsnamen auch kaum etwas anderes als tschetschenische lorbeer-kränze ums vereinswappen.
    merkt man, dass ich mit “ddr-nostalgie” nicht viel anfangen kann?

    • jens sagt:

      ja das merkt man. und deshalb sollte man sich zurückhalten grüsse aus dresden

    • Henrik Furmann sagt:

      Liebe Auguste.Ich habe bei Deinem Artikel den Eindruck,als wärst Du erst gestern aus dem Tiefschlaf erwacht.Hallo!!! Aufwachen !!! Es ist 2012 !!! Der Verein arbeitet sehr wohl an seinem Hooliganproblem.Aber denkst Du nicht,das Du zu sehr in Richtung ehemalige DDR fixiert bist?! Schau Regelmäßig und bewusst die Nachrichten und Du wirst merken ,das dieses Problem Weltweit existiert und nicht nur im ,,Bösen,Ex-Kommunistischen Osten”.Ich denke mal.Du solltest Dich doch lieber den Sendungen weiter widmen die Du am Anfang Deines Beitrages erwähnt hast und dazu fleißig Florian Silbereisen Shows schauen in Verbindung mit dem ZDF Fernsehgarten und schon hast Du es mit Deiner Einstellung und Auffassungsgabe viel einfacher.Den diese Sendungen sind es die ein gesamtes Volk wie man merkt völlig verblöden können.
      Mit Dynamischen Grüßen der Ossi und Dynamo Dresden Fan mit Herz und Verstand Henrik

      • Auguste sagt:

        hmm…, henrik furmann, damit, dass es sich bei der hooligan-problematik nicht nur um ein problem des “bösen, ex-”sozialistischen” ostens” handelt, haben sie natürlich recht. bloss, euch trifft es doppelt hart, wenn ostdeutsche vereine ihr geld für bussen ausgeben müssen, anstatt für verstärkungen, wo es allen beteiligten zu gute käme und bei allfälligen aufstiegen auch dringend gebraucht würde.

        auch wenn der dresdner fan-aktion etwas genial subversiv-kreatives anhaftet, so sind am ende halt wieder die “richtigen” fans die ärsche – sie bezahlen für etwas, wo sie ausser “wir-lassen-uns-nicht-unterkriegen-gefühl” keinen gegenwert auf dem rasen erhalten.

        nebenbei, ich erinnere mich immer noch gut an die europacup-spiele von dynamo gegen bayern in den siebzigern. die gehören für mich immer noch zu den herausragendsten europacup-begegnungen aller zeiten. jene mannschaft war um klassen besser, als das was heute in gelb aufläuft, und nach dem dramatisch knappen ausscheiden damals hätte wohl manchen fan die wut überkommen können, aber keine spur von ausschreitungen. womit wir wieder beim thema “ddr-nostalgie” wären. aber mit freiheit muss man umgehen können und das wird den chaoten meiner meinung nach von den “richtigen” fans (auch hier) nur ungenügend entgegen gehalten. wer die spielzeit so fantastisch beginnt wie gegen leverkusen und sich dann so benimmt wie in dortmund, der hat aus meiner sicht noch nicht mal zdf-fernsehgartenreife und lassen sie mir bloss den silbereisen und den mros in ruhe – da versteh ich nämlich gar keinen spass.

        auch grüsse in die landschaften, wo manchmal ganz seltsame blüten blühen.

        • entejens sagt:

          “auch wenn der dresdner fan-aktion etwas genial subversiv-kreatives anhaftet, so sind am ende halt wieder die “richtigen” fans die ärsche – sie bezahlen für etwas, wo sie ausser “wir-lassen-uns-nicht-unterkriegen-gefühl” keinen gegenwert auf dem rasen erhalten.” einerseits richtig, es gibt keinen gegenwert. diese fan-aktion ist allerdings nicht neu, die gab es schon mindestens bei einem weiteren geisterspiel vorher …;)

          “aber keine spur von ausschreitungen. womit wir wieder beim thema “ddr-nostalgie” wären. aber mit freiheit muss man umgehen können” – was soll das jetzt? wie willst du dann die ausschreitungen beim hallenturnier von st. pauli begründen? zu lange in freiheit gelebt? (bitte die ironietags selber setzen)

          “lassen sie mir bloss den silbereisen und den mros in ruhe – da versteh ich nämlich gar keinen spass.” – ich glaube nicht, daß die antworten auf deinen beitrag spaß sein sollen …

  6. Ralf sagt:

    Vielen, vielen Dank für diesen Artikel!!

    Als Dresdner und logischerweise Dynamofan ist man immer wieder hocherfreut, von freien Journalisten vorbehaltslose Artikel zu lesen. Sowas gibts in Detuschland kaum noch!

    • Henrik Furmann sagt:

      Ich schließe mich der kurzen Dankesrede an.

      • Franz sagt:

        @Ralf: Erstens ist Herr Kühn kein freier Journalist, sondern beim Zürcher Tages-Anzeiger angestellt. Und zweitens ist er aus welchen Gründen auch immer Dynamo-Fan, was Objektivität selbstverständlich garantiert. Aber schön, wenn er Ihnen eine Freude machen konnte. Ich schliesse mich Auguste an und frage rhetorisch “Huu kèèèrs?”. Die sogenannten Kultvereine, dazu gehört auch einer ganz aus dem Norden der Republik, mit deren Anhängerschaft sich die ach so dynamischen Hooligans so gerne prügeln, gehen mir – mit Verlaub – am Allerwertesten vorbei.

        • entejens sagt:

          wer kann schon objektiv sein – wohl niemand.
          ich finds nur schlimm, wenn pauschal ALLE fans aufgrund der aktionen von verhältnismäßig wenigen hooligans medial verurteilt werden.
          ich finds schlimm, wenn das abbrennen von bengalischen feuern beim dortmund-spiel von dynamo vom moderator hart verurteilt wird, im nachfolgenden spielbericht vom kölner spiel die gleiche handlung mit “die kölner feiern halt immer karneval” kommentiert wird.
          ich finds schlimm, wenn ausschreitungen beim fußball im osten bundesweit große mediale bundesweite aufmerksamkeit nach sich zieht, gleiches im westen des landes aber deutlich weniger obwohl es dort nicht minder häufig auftritt – leider (was ost und west zusammen angeht).
          ich finds schlimm, wenn vereine vom dfb für taten von unbelehrbaren “fans” IM stadion bestraft werden, wenn das ganze NICHT IM stadion stattfindet, gibt es keine bestrafung der vereine – warum der unterschied? ist die verbandshoheit zeitgemäß?
          ich finds schlimm, wenn man der meinung ist, nur weil dynamo dynamo heißt, ist das ddr-nostalgie. leider konnte man die umbenennung des rudolf-harbig-stadions in glücksgas-stadion nicht verhindern, der kommerzielle zwang hat es bewirkt. ach ja, rudolf harbig war kein stalinist, sed-funktionär oder ähnliches …
          ich finds schlimm, wenn einseitig argumentiert wird, ohne auf wirkliche ursachen und hintergründe zu verweisen bzw. darüber nachzudenken. gewalt ist kein problem des sports oder des fußballs, gewalt ist ein GESAMTgesellschaftliches problem. solange z. b. auch der staat gewalt als mittel zur konfliktlösung propagiert und einsetzt. darüber wird aber nicht diskutiert, nur oft genug über “böse ossis” und “gute wessis”, es gibt aber auch “gute ossis” und “böse wessis” …

  7. alter mann sagt:

    ach auguste, du scheinst ja eine jahrzehnte lange ddr erfahrung zu haben. den umgang mit den idiotenfans bei dynamo verfolgst du auch .,da wird ja nichts gemacht.und erst der name DYNAMO richtig kommunistisch, das größte problem auch für den dfb!
    zu rddr zeiten, das weist du ja sicher auch, mussten namen immer zu der gesellschaftsordnung passen, und da meinst du warum das “gute” aus der ddr nicht übernehmen, also DYNAMO passt nicht zur brd. traurig deine ansichten

  8. Bunz sagt:

    Danke Herr Kühn für Ihren objektiven Artikel. Leider existiert diese Farnis besonders für ostdeutsche Vereine in Deutschland schon lange nicht mehr. Man hat immer das Gefühl, dass eine gwisse Besatzermentalität in diesen Aussagen mitspielt.

  9. Adrian Werren sagt:

    Schade wird an dieser Stelle nicht die wahre Problematik thematisiert. Die nämlich völlig willkürliche “Gerichtsbarkeit” des DFB oder anderer Verbände. Ist es legitim 32`000 andere Fans auszuschliessen wenn sich 50 daneben benehmen? Ist es legitim gleich auch noch Fans eines unbeteiligten Vereins zu bestrafen? Zumal die präventive Wirksamkeit von sogenannten Geisterspielen nachweislich nicht vorhanden ist. Das Dynamo jetzt wohl sogar noch einen Gewinn aus der Sache schlagen kann war vom DFB wohl kaum so gedacht gewesen. Auch dies ist ein weiterer Aspekt.

    • entejens sagt:

      naja, ein finanzieller gewinn wirds garantiert nicht, 100.000 euronen strafe, keine verkauften (teureren) echte tickets … da müßten schon noch einige tausend geisterkarten verkauft werden, damit das noch ein plus wird …

  10. Friedrich sagt:

    Ja, leider ist der DFB seit der Wiedervereinigung stets darum bemüht Ostdeutsche Vereine aus dem elitären Club der 1. Bundesliga raus zu halten. Und bis jetzt klappt das ja immer recht gut bis auf ein paar kleine Ausnahmen. Sollte es doch mal ein Verein schaffen, so stehen bereits die grossen Clubs parat um die Leistungsträger sofort weg zu kaufen, damit das kleine Intermezzo in der 1. Liga auch möglichst schnell beendet ist.

  11. Pedro sagt:

    Schöne Aktion der Dresdner. Was Herr Kühn als glühender Dynamo Anhänger leider mit keinem Wort erwähnt, die Aktion ist nicht ganz neu. Am 18.12.2011 gab es in der 2. Liga bereits ein Geisterspiel: Hansa Rostock gegen (just) Dynamo Dresden. Auf eine Aktion der Fans hin haben viele ihre erworbenen Tickets nicht zurückgegeben, was den Verein veranlasste spezielle Geistertickets zu verkaufen. Tausende Tickets wurden verkauft und zahlreiche Geisterspiel-Shirts gingen über den Ladentisch, was den finanziellen Schaden für Hansa etwas begrenzte. Sogar Dynamo Fans kauften aus Solidarität Tickets. Als Hansa Fan habe ich für mich und einige Freunde und Familie ebenfalls Tickets erworben, welche termingerecht in die Schweiz geliefert wurden. Das Spiel ging 2:2 aus – Dynamo erzwang in der Nachspielzeit den Ausgleichstreffer…

    • der Eibsche sagt:

      Hallo Pedro
      Schön siehst Du es als Hansafan auch so. Auch ich habe meine Geister gestern hier in die Schweiz geliefert bekommen, so dass ich heute noch pünktlich nicht ins Stadion komme!
      Ich denke, unter dem Strich begrenzen wir die Strafe von ursprünglich 500.000,- Euro auf ca. “nur” noch 200.000,- Euro. Ich rechne im Durchschnitt mit einem Kartenpreis von 7,- Euro. Bei ca. 35000 verkauften Tickets und der 1. Runde DFB Pokal kommen wir ca. auf 300.000,- Euro Nettoeinnahmen. Ausserdem wurde durch den Verein kommuniziert, das letzten Herbst schon Rückstellungen im 6stelligen Bereich gemacht wurden. Vielleicht kommen wir so schon wieder mit `ner Null raus. Nun müssen wir nächste Saison einfach mindestens die 2. Runde schaffen, und schon haben wir von dem Urteil sogar einen finanziellen Vorteil gezogen…ach wär das schön und die Herrschaften in Frankfurt werden sich dumm und dämlich ärgern!
      Und vielen Dank noch mal an den Tagi, haben schon so manches Mal einen positiven Artikel über unsere Goldfüsse gebracht.

      • entejens sagt:

        naja, das sehe ich nicht so, daß man mit dem erreichen der zweiten runde in der kommenden saison einen finanziellen vorteil ziehen würde.
        die aktion jetzt hat knapp 200.000 € eingebracht (das finanzamt will ja die märchensteuer auch haben, obwohl die kartenkäufer NICHT im stadion waren. ich denke aber, daß ein mit ca. 20.000 zuschauern gefülltes stadion mehr einnahmen gebracht hätten, da ja die tickets normalerweise teurer sind al 5/10/20 €. das würde bedeuten, daß der verein jetzt noch im minus ist und erst die kommenden einnahmen zu einem break even führen. das heißt aber auch, daß die finanzielle bilanz mit erreichen der 2. runde ohne geisterspiel besser wäre.

        • der Eibsche sagt:

          Will ja auch nicht bestreiten, dass bei einem normalen Spiel bei 20.000 Leuts mehr eingenommen würde. Fakt ist aber, dass die 200.000 schon netto sind (bei durchschnittlichem Ticketpreis von 7,-). Und in der 1. Runde bekommen wir garantierte 125.000,- als Einnahme. In der 2. Runde kommt dann wohl eine höhere Zahl zustande, vielleicht noch ein Heimspiel und man bekommt auch noch etwas vom Umsatz im Stadion mit, ganz zu schweigen von einem TV-Spiel. Aber da haben wir es uns ja mit dem ZDF eh verkackt… Auf alle Fälle werden ab der 3. Runde Gewinne für diese Strafe erzielt! (vielleicht aber eben schon bei Runde 2)

  12. Chapeau! an die Anhänger des dresdeners Fussball-Clubs. Eine gelungene Aktion, welche mein medien-geprägtes, pauschalisierendes Bild über Fans massiv zu revidieren vermag. Und somit auch Dank an Herrn Kühn, eine Geschichte von Schmunzeln, Augenzwinkern, “Obrigkeit austricksen”, Leidenschaft und Überzeugung, eine Geschichte mit positiven Werten, welche Sie Ihren Lesern bzw. sicherlich mir schenkten.

    • entejens sagt:

      die frage ist doch die: sind medienberichte (und damit auch deren prägendes wirken auf weniger bis nicht nachdenkende menschen) nicht meistens vorrangig auf das negative ausgerichtet? die fernsehberichte im mdr waren diese woche zu dieser aktion geringer (und leider aufgrund des verhaltens einiger leute gegen medienvertreter während des spiels vor dem stadion auch mit negativen anmerkungen versehen) als vorher zu den vorkommnissen in dortmund bzw. zu den bestrafungen. es ist nun mal so, daß sich negative dinge offensichtlich besser verkaufen lassen als positive. insofern ist dieser artikel, auf den ich durch zufall gestoßen bin, zwar mit der fanbrille geschrieben, aber die übergroße mehrheit der wirklichen fans in den mittelpunkt rückend (und nicht den prozentual kleinen, insgesamt aber viel zu großen anteil der unbelehrbaren fans).

  13. Matthias Doelitzsch - Fanclub Thun - Dynamo Dresden sagt:

    und jetzt ist es schon “ausverkauft”. Die Leute haben virtuelle Tickets gekauft, sogar in Australien und auch in der Schweiz….
    Schade, können den Match ja sowieso nur in der CH vor dem Fernseher verfolgen. Aber in der nächsten Saison, wenn Dynamo vielleicht aufsteigt in die 1. Bundesliga, werden wir sicher wieder ein Spiel in Dresden vor der unglaublichen Kulisse verfolgen und natürlich wieder das “Heimspiel” in München gegen 1860….
    Danke Herr Kühn.

  14. Z-Pedro sagt:

    Grundsaetzlich finde ich es ja toll, dass so viele Dynamo Anhaenger sich solidarisch zeigen und diese Geistertickets kaufen. Es ist ja auch so, dass bei einer (zumindest gefuehlten) “ungerechten Behandlung” die Fans noch enger zusammenstehen. Ich bin allerdings nicht sicher, dass es auch funktioniert haette wenn DD 2 Geisterspiele aufgebrummt erhalten haette.
    Wie schon des oefteren erwaehnt sollten nicht 32000 Fans wegen 50-100 Idioten bestraft werden. Deshalb wuerde ich es eher schaetzen (und da meine ich Fans aller Klubs) wenn die Fans sich eben solidarisch zeigen wuerden und die Idioten dem Verein, Polizei oder welcher Instanz auch immer, melden wuerden, damit diese aus dem Verkehr genommen werden und es gar nicht erst zu Geisterspielen kommen wuerde. Damit waere doch der Mehrheit der Fans eher gedient.
    Deshalb mein Appell an die RICHTIGEN FANS, zeigen wir uns SOLIDARISCH und liefern wir die Aersche den noetigen Instanzen aus, anstelle diese noch in Schutz zu nehmen, dann koennen wir unsere Heimspiele naemlich live sehen und muessen nicht SOLCHE (wohlgemeinten) Aktionen unterstuetzen, sondern die Spieler die sich auf dem Feld den Arsch aufreissen.
    In diesem Sinne SOLIDARITAET die uns anstaendigen Fans zugute kommt. Habe fertig.

  15. Uwe Hendrich sagt:

    Hallo Ihr Schweizer!
    Als echter Dresdner und glühender Dynamofan möchte ich mich für die offne und faire Berichterstattung bei allen bedanken.
    In dieser Form gibt es dies nämlich nicht in Deutschland.Ich war in Dortmund dabei und jawohl es gab eine gewisse Anzahl von
    Idioten.Doch die vor Ort 25000 Dresdner pauschal in einen Topf zu werfen ,ist falsch und tat uns sehr weh.
    Und was noch mehr schmerzt, ist die Tatsache ,das ähnliche Vorkomnisse von anderen Vereinen totgeschwiegen .

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