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Sinnlose Freistösse

Mämä Sykora am Montag den 6. Februar 2012


Für die Aussage, dass Standardsituationen im modernen Fussball immer wichtiger werden, wären in der Sport1-Sendung «Doppelpass» bestimmt 3 Euro fürs Phrasenschwein fällig. Angesichts der Penetranz, mit der Übungsleiter dies aber immer wieder betonen, ist es doch erschreckend, mit welcher Einfallslosigkeit und Ineffizienz ihre Spieler eine Freistossgelegenheit nach der anderen verschenken.

Am vergangenen Samstag, im Viertelfinale des Afrika-Cups zwischen der Elfenbeinküste und Gastgeber Äquatorialguinea, gab es wieder einmal eines der seltenen Highlights zu bewundern. Yaya Touré, Afrikas Fussballer des Jahres, zimmerte einen Freistoss aus 30 Metern genau ins Lattenkreuz, wobei der Ball zuvor in einem wunderbaren Bogen die 4-Mann-Mauer passiert hatte. Traumhaft! Dieser Treffer wird mit Sicherheit noch eine ganze Weile in Eurosport-Trailern zu sehen sein, und jeder Profi träumt beim Zuschauen davon, dass ihm demnächst auch sowas gelingt.

Leider. Denn die Realität sieht anders aus, die Zahlen sind geradezu erschreckend. In der Premier League, der stärksten Liga der Welt, resultierten letzte Saison pro Team und Match gerade mal 0,8 Schüsse aufs Tor aus Freistössen, selbst die besten Mannschaften erreichten dabei keinen besseren Schnitt als 0,1 Tore pro Spiel. Und der grosse FC Barcelona erzielte aus den ihm zugesprochen 537 direkten Freistössen in der Meisterschaft ein mickriges Törchen.

Diese Statistik scheint kein Hindernis zu sein. In jedem Match werden reihenweise Freistösse auf die oberen Ränge oder in die Weichteile der wackeren Männer in der Mauer geschossen, die Balljungen sind weit öfter gefordert als die Torhüter. Jeder, der selbst mal gekickt hat, weiss, dass es wahrlich nicht ganz einfach ist, einen Ball hart, dabei aber auch sehr genau zu treten. Und gerade deswegen ist es völlig unsinnig, dass sich bei jedem Foulpfiff in der gegnerischen Hälfte der Freistossspezialist den Ball zurecht legen darf, während seine Mitspieler gelangweilt herumstehen, die Hände in die Hüften gestemmt. Was dann folgt, ist null überraschend, und ebenso wenig erfolgversprechend.

Dabei bräuchte es so wenig, um mehr aus Freistössen zu machen. Man erinnere sich an die WM 1994 zurück: Im Viertelfinale Schweden gegen Rumänien gibt es Freistoss für die Skandinavier aus 22 Metern, sechs Rumänen erwarten den Direktschuss. Doch Schwarz steigt über den Ball, Ingesson spielt flach rechts an der Mauer vorbei und Brolin steht alleine vor dem Tor und trifft. So simpel und so erfolgreich, dass die Argentinier diese Variante vier Jahre später erfolgreich kopierten.

Es muss ja nicht immer eine so komplexe Version sein. Doch die meisten Trainer befinden es nicht einmal für notwendig, bei einem Freistoss aus zentraler Position einen Rechts- und einen Linksfuss hinzustellen, geschweige denn die restlichen Mitspieler dazu aufzufordern, sich ebenfalls anzubieten. Ausser dem Schützen sind alles nur unbeteiligte Zuschauer, die einen hoffnungslosen Versuch beobachten. Die verteidigende Mannschaft braucht sich nie zu fragen, wer wohl schiessen wird, oder ob gar erst ein Pass gespielt wird.

Unihockeyaner verbringen im Training einen beachtlichen Teil der Zeit mit dem Einüben von Freistossvarianten und dementsprechend oft fallen daraus Tore. Fussballer hingegen wollen alle – wie wir früher auf dem Pausenplatz – so gerne kleine Beckhams, Mihajlovics oder Juninhos sein, und für die gibt es nur den Direktschuss. Zumindest so lange ihnen niemand beibringt, dass für den Erfolg der Mannschaft deutlich besser wäre, endlich einige Varianten einzustudieren. Also bitte, liebe Trainer, unternehmt etwas! Etwas mehr Brolin und dafür weniger Ronaldo würde den meisten Mannschaften gut tun.


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55 Kommentare zu „Sinnlose Freistösse“

  1. josé bütler sagt:

    was mir “gerade” so spontan “in den sinn” kommt: gestern gc:thun, mit einer eingeübten freistossvariante gewinnt der fc thun gegen gc mit 0:1, johann vogel meinte im sportpanorama, dass ihn so ein gegentreffer gegen sein Team U15 masslos ärgern würde ;o) alex frei hat gegen den fc sion gestern zwei zauberfreistösse aus dem fussgelenk gezaubert, einer senkte sich an die latte und den anderen holte vanins mirakulös aus dem winkel. leider haben wir unseren spezialisten hakan yakin ins tessin ziehen lassen …

    • Florian Schneider sagt:

      Das Gejammer von J. Vogel im SportPanorama war allererste Sahne! Vogel denkt immer noch, er hätte den Fussball erfunden.
      PS: YBs Farnerud und Costanzo haben in dieser Saison bereits 4 Freistösse direkt verwandelt (2x SL, 1x EL, 1x EL-Quali).

      • Rudolph Hochstrasser sagt:

        Vogel gibt nur dumme antworten auf die dummen frage. Wer macht eigentlich so ein geschrei wegen Vogel. nur die Medien.
        er weiss genau, das es zeit braucht, umwieder einigermaesn <Spietzenleistungen bringen, nach so langer Auszeit.
        Und ich staune , dass die Reporter immer alles besser wissen. Sie wissen immer was die trainer denken usw.
        ich kenne noch kein Sportreporter wo als Trainer eingestiegen ist, um es besser zu machen Also ihr Medien, lasst Besserwisserei sein, und bleibt sachlich.

  2. David sagt:

    Dass Mämä Sykora den schönsten Sport der Welt, mit Unihockey überhaupt nur in einem Artikel, geschweige in einem Absatz erwähnt, geradezu einen Vergleich annimmt, ist beschämend. Jeder, der Fussball spielt, gespielt hat, zielt in diesem Fall (Standartsituation) vor dem “Sechzehner” direkt aufs Tor !!!

    • Jakob Tanner sagt:

      Lieber David, dass du nicht darüber nachdenkst, etwas von anderen Sportarten zu lernen, zeugt eher von Dummheit. Sogar Eishockey-Spieler haben vom Unihoc gelernt, ein Tor von hinter dem Tor zu erzielen. Der Artikel bringt es auf den Punkt. Die Zahlen sprechen für sich, aber Fussballer und Trainer ziehen keine Konsequenzen daraus. Es braucht Hirn, um etwas Sinnvolles aus Freistössen zu machen. Vielleicht fehlt diese Masse den Leuten im Fussball!!??!!

  3. Stephan sagt:

    Ich glaube eher “un chef de village, reste un chef de village; même quand il a ses sandalettes” (ende Video, Kommentator) verdient mindestens 3 Euro ins Phrasenschwein. :-D

  4. Dustin Peters sagt:

    Aber aber Mämä: Gem. J. Vogel fallen ja nur Junioren (und GC) auf solche Uralttricks rein…

  5. C. Algor sagt:

    Dieser Artikel zeigt wie wenig erfolgreich direkte Freistösse sind. Er zeigt aber nicht, dass indirekte Freistösse erfolgreicher wären. Die ausgesuchte Beispiele beweisen nichts.

    • Mämä Sykora sagt:

      Aha. Und weil nicht im Vorfeld schon bewiesen ist, ob Varianten oder indirekte Freistösse wären, soll man es auf keinen Fall mal versuchen?

      • Franz Melliger sagt:

        Nein, aber vielleicht sollte der Autor zumindest darauf eingehen, ob denn etwa zu den indirekten Freistössen oder Varianten auch Statistiken existieren. Heute wird ja alles analysiert, da kann ich mir nicht vorstellen, dass nich auch zu diesem Thema Statistiken erhoben wurden.

        In der Sache sehe ich es aber genauso wie du/Sie. Freistösse erzeugen tatsächlich kaum Gefahr, von daher ist es sicher richtig, etwas Neues zu versuchen.
        Ich bin nur etwas überrascht, wie dünnhäutig du auf die Kritik von Algor reagierst. Dabei ist es doch eine völlig normale Forderung, auf allfällige Statistiken einzugehen.

  6. Nino sagt:

    Nichts ist doch so gefährlich wie die stehenen Bälle aus Freistössen und Eckbällen. Es wundert mich auch, dass aus diesen Situationen nicht mehr Tore fallen. Freistosstraining- und Varianten müssen von der Jugend her bis hin zu den Profis in jede Trainingseinheit mit entsprechend viel Zeit eingebaut werden, vielleicht wird heute noch zuwenig Zeit und Phantasie dafür aufgewendet. Auch eine Regeländerung der FIFA könnte da helfen. Es müsste erlaubt werden, dass bei Eintritt in eine gewisse Angriffszone ein fliegender Wechsel von spezialisierten Angriffsspielern erlaubt sein sollte, ähnlich wie im Eishockey, Fussball mit mehreren Blocks.

    • Jörg Stiel sagt:

      Das ist jetzt aber hoffentlich ironisch gemeint oder?

    • Auguste sagt:

      hmm…, keine chance für fifa-regeländerungen momentan – el presidente befriedet scheinbar in nächster zeit ägypten. auf gutes gelingen.

      • Wishaw Thomas sagt:

        Lieber August, ….Sepp, wenn auch nicht “allermanns” Liebling, macht die Regeln nicht. (Es sind die Briten zur einen Hälfe, 4 Stimmen, u. der Rest der Welt mit 4 stimmen)

        • Auguste sagt:

          hmm…, aber wishaw thomas, das weiss ich doch. er befiehlt einfach gott, dass er die andern etwas in seinem sinne “erleuchten” soll. wobei das mit den fliegenden wechseln eher in die kategorie “schnapsidee” fällt, wenn man heute nacht gesehen hat, dass im super bowl mehrmals einer zuviel auf dem feld stand und das bei einer ganzen horde von gehilfen der coaches.

          wobei die ewige zählerei dann auch die trainer von der sinnlosen diskutiererei mit dem 4. “sündenbock-offiziellen” abhalten würde, was wiederum jemand, der eigentlich nur nummerntafeln in die höhe hält und schuhsohlen anschaut, wohl in eine noch tiefere sinnkrise stürzen könnte.

          wie bei den freistössen sind bei solchen gedankenspielen die wahrscheinlichkeiten so tief, wie bei herrn blatters erfolgsaussichten in ägypten.

          • Wishaw Thomas sagt:

            Wobei es Blatter, nach Ansichten vieler Fussballexperten, besser mit Regimen kann als mit Demokratien. Demnach sind die Erfolgschancen ziemlich gross. hehehe…..

      • Nino sagt:

        @Auguste: Vielleicht hast du geistreichere Ideen…? .. wäre eventuell einfacher bei Freistössen jeweils die Mauer abzuschaffen und bei Eckbällen die Anzahl Spieler im Sechzehner je Team anteilmässig zu beschränken… (die Eckball tretende Mannschaft darf immer 2 Spieler mehr als der Gegner im 16er haben…oder ähnlich).

  7. Jürg Studer sagt:

    mag mich an eine Variante des FC Winterthurs vor mehreren Jahren erinnern. Ball liegt zentral, ca 20 m. vor dem Tor. Die halbe Mannschaft versammelt sich hinter dem Tor. Wow, denkt man, jetzt kommt sicher was hammermässiges. Ja, das kam dann auch…. Der erste lief über den Ball, der Zweite ebenso usw. Ihr könnt’s euch denken, am Schluss liefen ALLE (!) über den Ball und es fand sich keiner mehr der den Ball treten konnte…. eine fast sureale Situation, echt ulkig….

  8. Jürg Studer sagt:

    upps. die standen natürlich nicht hinter dem TOR sondern hinter dem BALL, sorry…

  9. Nino sagt:

    ..und die Spieler standen alle neben den Schuhen..

  10. Auguste sagt:

    hmm…, und überwindet man dann mal mit einem traumschuss mauer, torwart und wahrscheinlichkeit, dann ist es womöglich das 4 : 1.

  11. shuegi sagt:

    Es gibt doch auch dieses schöne Freistosstor bei dieser absolut peinlichen Niederlage der Schweiz gegen Luxemburg zum Amtsantritt von Hitzfeld: Strasser schiebt den Ball rechts an der 2-Mann-Mauer der Schweizer vorbei, rechts, obwohl gedeckt, rennt einer mit dem Ball gegen das Tor und schiebt ihn rein. Auch das erste Tor der Luxemburger war ein Freistoss und zwar direkt von Strasser im Tor versenkt. Auch sehr schön. Will damit nicht sagen, dass der Herr Sykora nicht recht hat, aber vielleicht sind kleinere Mannschaften eher darauf angewiesen, Freistösse zu versenken, d.h. wenn ein 5.klassiges Luxemburg gegen eine 3.klassige Schweiz spielt.

    • Nino sagt:

      @shuegi: Du sprichst von Einzelfällen und zudem ist die Schweiz aktuelles Nr 16 der Welt, ist doch mal nicht so schlecht, mit Potential nach oben, aber sicher nicht 3. klassig. Es fallen einfach zuwenig Tore auf stehende Bälle, das ist das Problem…..und ob 1. oder 5. klassig, stehende Tore sind meist spielentscheidend….!

      • Wishaw Thomas sagt:

        “Stehende Tore” sind immer spielentscheidend! Ohne stehende Tore gäbe es keine Tore. ;-)

      • shuegi sagt:

        Die Schweiz mag ja aktuell die Nr. 16 der Welt sein, aber diese Ranglisten sagen gar nichts aus über die momentane Stärke einer Mannschaft… die Schweizer sind die einzigen, die glauben, sie seien besser als 3. klassig, aber wenn man die Klassifikation so einteilt, dass Deutschland, Brasilien, Argentinien und Italien 1. Klasse sind, England zwischen 1. und 2. Klasse hinundher pendelt, so ist die Schweiz einfach 3. klassig. Aber hier gehts ja um Freistösse und wenn man sieht, wie immer die selben Chläuse die Freistösse in die Mauer donnern, muss man sich fragen, wieso sind denn die Trainer nicht so flexibel, um mal einem andern Spieler die Möglichkeit zu geben, sich zu versuchen, wenn der Standardschütze nicht in der Lage ist, den Freistoss zu versenken. Überhaupt lebt der Fussball allzusehr von Stereotypien, die geradezu danach schreien, aufgefrischt zu werden.

        • Pedro sagt:

          Das ist eine Frage der Wahrscheinlichkeit: wenn es einer 10x versucht sollte doch 1 Ball reingehen. Wenn es 10 verschiedene Versuchen ist die Wahrscheinlichkeit hoeher, dass jeder bei seinem 1. Versuch verschiesst. :-D :-D :-D

        • Fredi Moser sagt:

          “Aber hier gehts ja um Freistösse und wenn man sieht, wie immer die selben Chläuse die Freistösse in die Mauer donnern, muss man sich fragen, wieso sind denn die Trainer nicht so flexibel, um mal einem andern Spieler die Möglichkeit zu geben, sich zu versuchen, wenn der Standardschütze nicht in der Lage ist, den Freistoss zu versenken.”
          In der Nati brauchte es den Rücktritt von A. Frei. damit endlich jemand anders die Freistösse treten darf. Und wäre A. Frei nicht zurückgetreten, hätten die Schweizer gegen England sang- und klanglos 2:0 verloren…

    • josé bütler sagt:

      @seppe hügi: herzlichen dank für diesen hinweis! das zweite tor der luxemburger(lis) war einsame klasse! die ottifanten haben ausgesehen wie anfänger, wobei das ja bei diesem trainer nicht verwundert, nur wusste man zu diesem zeitpunkt noch nicht, dass der lörracher eine absolute fehlbesetzung auf diesem posten sein wird. ist die schweiz wirklich auf rang 16 im fifa-ranking??? dies nach verpasster em-quali! hmmm, grummel grummel, ob da der sepp seine hände im spiel hat?

  12. c16 sagt:

    unbedingt mehr trainieren! zumal sehr viele gegnerische spieler wegen der mauer “blockiert” sind und es viel raum und sehr vorausahnbare laufwege gibt.

  13. Wishaw Thomas sagt:

    @Mämä: Wieviele, der 537 direkten Freistösse des FC Barcelona, waren so ca. 30m oder weniger vor dem gegnerischen Tor?

    • Mämä Sykora sagt:

      Dazu fehlen mir leider die Angaben. Ich kann dir nur sagen, dass Barça es 31 Mal direkt probiert hat. Und das ist noch eine gute Quote. Die Hälfte der Teams versuchte es ähnlich oft, hatte aber überhaupt keinen Erfolg zu verzeichnen.

      • Wishaw Thomas sagt:

        Danke. Von 31 Freistössen erzielten Barcelona 1 Tor (Wirklich schwach). …. Das heisst, nicht einmal 1 Direktschuss pro Spiel (nach einem Freistoss)! …oder sehe ich das falsch?

        • Mämä Sykora sagt:

          Das siehst du richtig. Damit ist es auch in etwa die gleiche Quote an Torschüssen pro Spiel wie die Premier-League-Mannschaften (0,8).

          • Wishaw Thomas sagt:

            Gehen wir davon aus, dass Barcelona mind. 2 direkte Freistösse pro Spiel kriegen, die wie erwähnt, 30m oder weniger zum Tor entfernt sind. Ergibt 76 Freistösse. Davon 31 Direktschüsse, 45 Varianten wie du sie forderst….die auch nicht zum Erfolg führen!
            Fazit: Ob direkt oder mit Varianten, die besten Fussballer dieser Welt, können keine direkten Freistosse zu Toren ummünzen! Gruss

    • Marko Zahnd sagt:

      1. Barça versucht es nicht so oft direkt, sondern spielt die Freistösse meistens kurz, obwohl die Mannschaft über einige gute Freistoss-Schützen verfügt (Xavi, Messi, Alves, Thiago, Cesc). Da könnte man sicher noch einiges verbessern.
      2. Bei der ganzen Diskussion ging aber vergessen, dass a) die Mauer sehr oft zu nah am Ball steht und b) der Schütze den Ball wirklich optimal treffen muss. Mit einstudierten Varianten kann man vielleicht ab und zu eine Mannschaft überraschen; dennoch ist der Aufwand meistens grösser als der Ertrag.
      3. Bei Eckbällen ist es nicht verwunderlich, dass es nicht so oft Tore gibt. Schaut mal, wie die Zweikämpfe geführt werden. Ich würde behaupten, dass bei jedem zweiten Eckball Penalty gepfiffen werden könnte. Fouls sind da an der Tagesordnung.

  14. Mäsi sagt:

    Meine Lieblings-Freistoesse sind nach wie vor jene aus ca. 30/35m, die halbhoch in den Strafraum hinter die Abwehr getreten werden. Viele Mitspieler haben die Chance, den Ball irgendwie einzunicken. Und wenn alle verpassen, dann wird der Aufpraller Richtung lange Torecke fuer den Goalie brutal schwierig.

    Ansonsten duerfen durchaus ein wenig mehr Varianten einstudiert werden. Dies macht die Freistoesse unberechenbarer. Es braucht im Endeffekt ein gesundes Mittelmass.

    Interessant waere in Vergleich, wie viele Varianten schiefgehen und gelingen. Ansonsten sagt es, wie bereits erwaehnt, noch wenig aus. Zudem muesste bei solchen Statistiken auch die Distanz zum Tor beachtet werden. Ist ein direkter Schuss wirklich auch gefaehrlich?

    Ich spiele selber Unihockey und es ist immer wieder verblueffend, wie erfolgreich einfache Varianten sein koennen! Jedoch muss man auch festhalten, dass ein Direktschuss im Fussball einem 2/3-Meter-Pass mit anschliessendem Direktabbschluss gleichgestellt werden muss. Und auch bei diesem ‘Standardverhalten’ fallen viele Tore. Es sind nicht nur Varianten, die dazu fuehren.

  15. übersaxo sagt:

    ja genau herr sykora, sie haben ja so recht!! auch sollte man sich fragen, wieso dass immer noch viele torhüter mit der hand nach dem ball greifen. und unart… und obendrein ziemlich einfallslos.

  16. Roger Sanchéz sagt:

    Der Autor sagt ganz am Schluss “mehr Sorlin weniger Ronaldo”. Hat aber nicht genau dieser Ronaldo z.b. gegen den FCZ vor 3 Jahren 2 Freistösse direkt verwandelt (gut, über die Leistung von Leoni muss man wohl nicht disskutieren). Auch sonst gelingt ihm immer wiedermal ein Treffer aus direkten Freistössen, meist auch sehr ansehentlichte. Also wenn ich wählen könnte, hätte ich lieber mehr “Ronaldo” als extrem komplexe Spielzüge nach Freistössen, welche wohl die halbe Mannschaft fehlinterpretieren würde.

    • Trap sagt:

      Ich schliesse mich Senor Sanchez an, dass der letzte Satz ‘mehr Brolin weniger Ronaldo’ unpassend ist. Dies aus folgenden Gründen: – die 3 besten Freistossschützen (ex aequo) neuerer Zeit meiner Meinung nach: 1. CR7. Bin kein Ronaldofan, aber seine Freistösse gehen entweder ins Tor, der Torhüter muss abprallen lassen weil der Schuss so stark ist oder sie gehen knapp am Tor vorbei, für dass er meistens Vollspann schiesst extrem wenig Streuung 2. Juninho, extrem schwierig einzuschätzende Flugbahn für den Keeper, da er sich meistens kurz vor dem Tor senkt 3. Sinisa Mihajlovic, sein harter und platzierter (Weit-)schuss war unglaublich gefürchtet in der Serie A. A uf den weiteren Plätzen (ohne bestimmte Reihenfolge) Sahlihovic, Naldo,Roberto Baggio, Alessandro del Piero, Michel Platini, Ronald Koeman, Zinedine Zidane, Diego Maradona,Riquelme, Hakan Yakin, Steve Gerrard, Francesco Totti, Zico, Alvaro Recoba ,Pierre van Hoijdonk, Hristo Stoichkov, Andi Brehme, Thomas Hässler, George Hagi…Also meine Quintessenz ist, dass mit den aufgelisteten Spieler ein (direkter) Freistoss schon halb ein Tor war, deshalb eher ‘ mehr Ronaldo weniger Zuber’ oder so…

  17. André Aenishänslin sagt:

    Das waren noch Zeiten als K. Odermatt mit J. Sundermann zusammen diverse Freistossarten mit Erfolg ausführten!! Die Zwei hatten immer wieder etwas Neues auf Lager!

    Was mich mehr aufregt, sind die Eckbälle, die einfach planlos in den Sechzehner gedroschen werden oder gar nicht soweit kommen!

    • Pedro sagt:

      Richtig. Von einem der Geld mit Fussball verdient sollte man annehmen koennen dass er den Ball wenigstens 8, von 10x in den Raum zwischen Fuenfer und Elfmeter Punkt bringt.
      Aber dass die Trainer nicht mehr darauf achten, dass ein oder zwei Spieler diagonal von den Seiten in den Strafraum laufen und so “in” den Ball laufen koennen, anstatt einfach hochspringen und einen Kopfball versuchen.

    • Fredi Moser sagt:

      “Was mich mehr aufregt, sind die Eckbälle, die einfach planlos in den Sechzehner gedroschen werden oder gar nicht soweit kommen!”
      Ja genau – immer diese einfallslosen ‘Varianten’. Ich verlange mehr Direktschüsse! :-)

  18. E. Schönbächler sagt:

    Schön dass Johann Vogel sich so über das Gegentor vom Sonntag aufregt. Er ist also wieder mit ganzem Herzen dabei. Doch er stand ja auch auf dem Platz und hätte seine Mitspieler vor diesem “Uralttrick” warnen können.

    So ein Gegentor kann jeder Mannschaft passieren. Das Problem von GC ist der fehlende Knipser, der auch mal aus einer Viertelchance etwas Zählbares macht. Auch Emerghara war nicht gerade ein Goalgetter doch mit seinem Abgang hat sich das Problem noch verschärft.

    Doch wer weiss vielleicht geben jetzt ja auch Claudio Sulser und Giovane Elber (und am besten auch Goalie-Legende Roger Berbig) ihr Comeback…

  19. Franz sagt:

    Bin ich der einzige Freistosshasser hier? Für mich gibts nichts Langweiligeres im Fussball als diese öde Warterei, bis endlich einer abdrücken darf, diese verdammte Zeit- und Meterschinderei, die dadurch ermöglicht wird. Worauf der Ball in der Mauer landet oder meterweise am Tor vorbeifliegt. Genau gleich bei Corners, mit diesem elenden Geschiebe im Strafraum, diesem meist ungeahndeten Aufstützen (WM-Final ITA – FRA, eigentlich irreguläres Tor für ITA). Ich liebe Tore aus dem Spiel heraus, mit gepflegtem Aufbau und cleverem Abschluss. Das ist das, was ich beim Eishockey schätze. Nach einem Foul oder Hands sollte sofort weitergespielt werden müssen, ausser bei Verwarnung.

    • Mäsi sagt:

      Ich schuettle meinen Kopf mit dir.
      PRO effektive Spielzeit im Fussball! Wuerde einige deiner angesprochenen Probleme beseitigen.

      Auch schade ist es, dass die Freistoesse kaum schnell ausgefuehrt werden (koennen). Jeweils blockiert ein Gegenspieler sofort den Ball und kriegt afaik erst eine gelbe Karte, wenn ihm das der Schiri gesagt hat. Wie bescheuert ist das denn?

  20. Tinu Weyermann sagt:

    Meineserachtens werden zu viele Spielkulturen auf das Freistossspiel ausgelegt.
    Ein hin und her geplänkel ver dem 16ner – anschliessend ein unentschlossener probierter Durchstossversuch – Schiri pfeift.
    Ellenlange Disskusionen – Abstandverlangen – Abzählen des Schiedsrichter – warten, warten……
    Schuss ……………….4 m übers Tor. Das wars !

  21. Justus Jonas sagt:

    warum muss ronaldo immer in den schmutz gezogen werden? .. dabei ist er wohl der gefährlichste und erfolgreichste freistossschütze der gegenwart, allein seine präsenz beim freistoss strahlt gefahr aus egal was kommt.. davon kann ein messi nur träumen (der nie schlecht wegkommt in den medien, nie, barcelona allgemein nicht, aber immer schön ronaldo und real foppen)

    ganz allgemein bin ich auch für mehr variantenreichtum.. aber ob das sich lohnt.. ich denke nicht. die zeit im training kann besser investiert werden.

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