Köppelsche Provokation und ihr Echo

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Die Füsse auf dem Pult, ein Glas Weisswein in der Hand und zwischen den Ordnern einen BH, der leibliche Freuden zwischen Bürostuhl und Computer andeuten soll: Was das Titelbild der jüngsten «Weltwoche» zeigt, und im Blatt mit reichlich Statistik unterlegt wird – «Die Griechen der Schweiz. Warum die Romands weniger arbeiten und höhere Renten beziehen.» –, würde in der Romandie einen Sturm der Entrüstung auslösen, so könnte man meinen.

Weit gefehlt. Stattdessen macht man sich lustig über das Bild der «Alémaniques» über die Romands. Als Reaktion auf Köppels Attacke wurde die Facebook-Gruppe «Welschwoching» in Anlehnung ans Planking – ins Leben gerufen. Romands zeigen sich in ähnlichen Büroposen und prosten dem User zu. Mitgemacht hat den Spass auch der grüne Nationalrat Antonio Hodgers. «Romands, und stolz es zu sein», steht unter seinem Foto. Und Hodgers weist darauf hin, dass die wirtschaftliche Entwicklung der Romandie seit Jahren über dem Schweizer Mittelwert liege und die Genferseeregion zu den dynamischsten zähle.

Freysinger: Dieser Artikel ist ein Zeichen dafür – unter vielen anderen – dass der Zusammenhalt in der Schweiz bröckelt

Ein Prost auf den Romand: Grünen-Nationalrat Antonio Hodgers nimmts locker.

Ein Prost auf den Romand: Grünen-Nationalrat Antonio Hodgers nimmts locker. (Facebook)

Im «Weltwoche»-Artikel kommt die Romandie schlecht weg: hohe Verschuldung der Kantone, höhere Arbeitslosigkeit als in der Restschweiz und zu allem noch Probleme mit Alkohol am Arbeitsplatz. Nicht zum Lachen findet das CVP-Präsident Christophe Darbellay, die «Weltwoche» kultiviere den Hass auf alles, was nicht der blocherschen SVP entspricht, so der Walliser. Und der Genfer Noch-Grünen-Präsident Ueli Leuenberger: «Nach den Diffamierungskampagnen gegen die Jugoslawen und die Deutschen attackiert man jetzt die Romands.»

Der Genfer FDP-Nationalrat Christian Lüscher hält es mit Hodgers und entgegnet mit Fakten: «Die ‹Weltwoche› vergisst, dass Genf zu den acht Kantonen gehört (die Waadt inbegriffen), die hunderte von Millionen Franken in den interkantonalen Finanzausgleich einbezahlt», schreibt der Politiker.

Auf den Punkt bringt es wohl Oskar Freysinger: Der «Weltwoche»-Artikel würde zeigen, dass einige Deutschschweizer – «und ich habe germanisches Blut» – nicht verstanden hätten, wie man das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden könne. Trotzdem macht sich der Walliser Nationalrat Sorgen: «Zürich bindet das Französisch in den Schulen zurück. Die Armee dient nicht mehr als Bindemittel für den nationalen Zusammenhalt. Dieser Artikel ist ein Zeichen dafür – unter vielen anderen – dass der Zusammenhalt in der Schweiz bröckelt

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