Wege zum Biker-Glück in der Ägäis

  • Diese Aussicht! (Bilder: Stefan Hunziker Sportsphotography)

  • Doch für die Trails sind viele helfende Hände nötig, ...

  • ... die sich unermüdlich durch das unwegsame Gelände arbeiten.

  • Biker und lokale Helfer arbeiten gemeinsam.

  • Bisweilen muss auch ein Baum mitsamt Strunk dem Pfad weichen.

  • Allerdings lohnt sich der Einsatz ...

  • Abfahrt durch die Wälder.

  • Die Agäis ist ein einzigartiges Gebiet für Biker.

  • Immer wieder kommt man an weissen Dörfern ...

  • ... und schönen Buchten vorbei.

  • Auch denkwürdige Begegnungen verschiedener Fortbewegungsmittel gehören dazu.

In Schüben trägt die Meeresbrise den Pinienwaldduft herüber, tief unten glitzert die azurblaue Ägäis bis hin zum fernen Horizont. Dazu rötliche Erde unter grünen Zweigen, ein dick mit Nadeln bedeckter, federnder Boden. Ein Naturidyll. Eine Herde Ziegen verteilt sich über den Berghang oberhalb der Klippen. In ihr Meckern mischt sich helles Glockengeläut – und das Knattern einer Motorsäge, drüben unter den Bäumen entlang des Weges. Was ist hier los?

Ein Trupp Männer in Arbeitshosen und schwarzen T-Shirts – mit Schriftzug «Trailbrothers Tuscany» – harkt den schmalen Pfad mit Rechen, Seite an Seite. Sie befreien ihn von Zapfen, Zweigen und spitzen Steinen. Sie stutzen querstehende Baumäste, ziehen lose Wurzeln, flachen Stufen ab. Mit Gartengeräten bearbeitet der routinierte Trupp den alten Pfad hinunter zum Leuchtturm, beliebter Treffpunkt für die abendliche Kino-Schau, wenn die Sonne spektakulär im Meer versinkt. Der Weg zählt zu den schönsten hier auf der Insel Leros in der östlichen Ägäis, für Einheimische, Touristen, Wanderer – und jetzt auch für Biker.

Bauchmensch und Visionär

Chef der «Trailbrothers» ist der Schweizer Ex-Radrennprofi Ernst «Ernesto» Hutmacher. Sein Bike-Hotel Massa Vecchia in der Toskana gehört zu den gefragtesten Spots der europäischen Mountainbike-Szene. Auf einer Tour des deutschen Veranstalters Inselhüpfen.de zu den Dodekanes-Inseln im Vorjahr hat es Ernesto erwischt. Da war es wieder, das altbekannte Bauchgefühl – dasselbe, das ihn damals eine Ruine in ein Epizentrum für Biker formen liess. Ernesto ist Bauchmensch und Visionär. Vor allem aber ein Naturfan.

Die Schönheit dieser Inseln ist ihr grösstes Kapital, merkte er schnell. Mit etwas Pflege können sich Schotterstrassen und Ziegenpfade zu einem Wegenetz für Mountainbiker verbinden, folgerte er. Das Ziel: ein neuer, sanfter und nachhaltiger Tourismus-Zweig, von dem die «locals» ebenso wie Bike-Touristen profitieren. Gesagt, getan: Mit langjähriger Expertise verbanden Hutmacher und sein Team aus italienischen, griechischen, deutschen und türkischen Helfern bestehende Wege zu einem vielversprechenden Routennetz.

Ein Eingriff ins Unberührte?

Ist das nun ein Eingriff in die Ursprünglichkeit der letzten «Reservate» Europas? Auf diese Frage ist Hutmacher vorbereitet: «Nein, wir nutzen ja vor allem bestehende Strecken und Naturtrails, die wir minimalinvasiv säubern, verbinden und zugänglich machen.» Eben dieser Respekt vor der Natur hat auch die Bewohner überzeugt. Hutmacher liest das Gelände, sucht es nach Wasserläufen und Wildtierpfaden ab und legt die Trails mit viel Gefühl an, «Fair und mit Flow», so sein Prinzip. «Es ist ein Spiel mit der Natur», sagt er, immer die Schönheit der «lines» im Blick, mit einem spannenden Wechsel aus Geraden, Kurven, An- und Ausläufen. Wichtig dabei: Die Wege von der Phrygana – den typischen Dornenbüschen, ähnlich der Tessiner Macchia – zu befreien, denn die scharfen Stacheln schaden Reifen wie Waden. «Ansonsten ist der ökologische Fuss- oder besser Reifenabdruck extrem gering. Das macht den Bike-Sport so nachhaltig», sagt Trail-Architekt Ernesto.

Was meinen Sie – stellen neue Bike-Wege einen Eingriff in die Natur dar? Und überwiegen die Vorteile eines nachhaltigen Bike-Tourismus die Tatsache, dass unberührte Gebiete erschlossen werden?

Lesen Sie auch Teil 1: «Geburt einer Bike-Destination».

3 Kommentare zu «Wege zum Biker-Glück in der Ägäis»

  • Toni sagt:

    Natürlich wird der Boden nicht „aufgehackt“, wie oben einer geschrieben hat, sondern nur Hindernisse beseitigt. Ein Hinweis auf minimalinvasive Eingriffe ist immer auch, wie schnell sich die Natur die Trails zurückerobern kann, wenn sie nicht mehr gepflegt werden würden. Bikesport ist in der Regel sehr gut umweltverträglich. Zweifler sollten selber einmal auf eine kleine MTB-Tour gehen und sich ein eigenes Bild machen, anstatt Plattitüden abzugeben wie vor.
    Abgesehen davon scheint der Blog-Artikel ein bisschen arg Schleichwerbung für Ernesto Hutmacher zu sein. Es gibt noch andere, durchaus gleich gute Bike-Anbieter in der Toskana.

    • R.H. aus Z. sagt:

      Toni, bin ganz deiner Meinung. Einzig in Bezug auf die Schleichwerbung möchte ich noch einen Gedanken anbringen, ohne einem anderen Bike-Anbieter auf die Füsse zu treten.
      Es ist schon was Anderes, wenn man vor Ort mit den Gemeinden und Behörden verhandelt, um Trails zu bauen, diese jährlich mit entsprechendem Aufwand pflegt und den Tourismus in der Region fördert; als ins gemachte Nest zu sitzen und „einfach nur“ Touren anbietet. Für die harte Arbeit vor Ort darf man Ernesto schon ein Lob aussprechen.

  • Kofinas sagt:

    Wer die Frage so stellt, der hat sich auch schon selbst die Antwort gegeben! Also das „Gehacke“ auf den Fotos ist nicht „minimal-invasiv“. Da wird nichts bestehendes genutzt…. oder schon vorhandenes verbunden: Dort wird ganz einfach der Mutterboden aufgehackt damit eine fahrbare Spur entsteht… Es ist das alte Thema: Biker gegen Hiker! … Zur selben Zeit und am selben Ort verträgt sich das definitiv nicht! …weil die Zielsetzung bei diesen beiden Gruppen divergiert! Die Griechen sind nicht zimperlich, die stört sowas nicht… solange es Kohle bringt….. allerdings ist die Landschaft ja Öffentlicher Raum und daher kostenfrei benutzbar. Die Frage ist, was unter dem Strich für die Einheimischen rauskommt….abgesehen vom Lärm, Müll und Verkehr.

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