Ran an den Winterspeck!

Wintersport ist ein Kalorienkiller: Langläufer bei Geschinen im Obergoms. Foto: Gaëtan Bally (Keystone)

Endlich Schnee! Endlich Zeit für Wintersport! Bewegung an der frischen Luft ist auch bei kühlen Temperaturen gut für das Immunsystem. Zudem wirkt das Tageslicht stimmungsaufhellend und macht gute Laune. Wer sich nur schwer überwinden kann, dem hilft vielleicht der Gedanke daran, dass Winter-Outdoorsport besonders viel Fett verbrennt.

Hier ist die Rangliste der beliebtesten Wintersportarten nach Kalorienverbrauch. Plus: Meine persönlichen Tipps, wo man der jeweiligen Sportart am schönsten frönen kann.

Hinweis: Die Angaben zum Verbrauch der Kilokalorien pro Stunde sind Richtwerte. Je nach Geschlecht, Körpergrösse, Gewicht, Trainingsverfassung variieren die Werte.


Kalorienkiller #1

Langlaufen – 800 kcal/h

Skilanglauf ist der Kalorienkiller schlechthin. Er trainiert Herz, Kreislauf und Lunge. Ebenso Ausdauer, Balance, Koordination und Kraft. Durch die Diagonalbewegung von Armen und Beinen werden alle Muskelgruppen aktiviert. Aufgrund der gleitenden Bewegungen ist Langlaufen gelenkschonend und das Verletzungsrisiko gering. Ein gut trainierter Langläufer kann beim Skaten oder bergauf bis zu 1500 Kilokalorien pro Stunde verbrennen.

Fantastische Landschaft: Langlaufloipe Gadmen. Foto: David Birri

Mein Tipp: Gadmen! Die Loipen des Nordic Zentrum Gadmen sind ruhig und sonnig – unterhalb des Sustenpasses im Berner Oberland. Eine der schönsten und puristischen Berglandschaften, um sich beim Langlauf zu erfreuen.


Kalorienkiller #2

Skitouren – 700 kcal/h

Auch eine Skitour ist ein Turbo-Kalorienkiller – besonders, weil sie oft mehrere Stunden dauert. Aufstieg und Abfahrt beanspruchen alle Muskelgruppen und bringen den Stoffwechsel auf Hochtouren. Im Vordergrund steht jedoch die Ruhe abseits der Zivilisation, die Weite, das Gefühl von Freiheit und das Glück, als Erster eine Spur in unberührten Schnee zu ziehen. Eine Skitour macht den Kopf frei. Je nach Tempo, Gewicht der Ausrüstung und Hangneigung kann ein gut trainierter Skitourenläufer – wie ein Langläufer – deutlich über 1000 Kalorien pro Stunde verbrennen.

Garantiert Hochgefühle: Bündner Safiental. Foto: Natascha Knecht

Mein Tipp: Die Schweiz bietet fast endlos viele Skitourenparadiese. Jedes hat seinen eigenen Reiz, darum ist es unmöglich, einen Favoriten zu nennen. Oft unterwegs bin ich im Safiental in der Surselva.


Kalorienkiller #3

Schneeschuhwandern – 600 kcal/h

Wandern auf Schnee ist anstrengender als Sommerwandern – und Schneeschuhwandern geht noch mehr an den Winterspeck! Da die Pfade oft über unebenes Gelände führen, trainiert regelmässiges Schneeschuhwandern nicht nur Fitness, sondern auch Koordination und Gleichgewicht. Alle Muskelgruppen werden beansprucht. Viele Wintersportgebiete bieten nebst Winterwanderwegen auch sehr gut ausgeschilderte (pink) Schneeschuhrouten verschiedener Schwierigkeitsstufen. Es ist eine genussvolle Art, sich durch die Winterlandschaft zu bewegen.

Im «Sibirien der Schweiz» besonders cool: Entspanntes Schneeschuhwandern um La Brévine. Foto: neuchateltourisme.ch

Mein Tipp: Der Neuenburger Jura ist im Winter vor allem für seine Langlaufloipen bekannt. Mir haben dort aber auch die markierten Schneeschuh-Trails sehr gut gefallen. Zum Beispiel in der Umgebung von La Brévine.


Kalorienkiller #4

Alpines Skifahren – 450 kcal/h

Auch ein Skitag auf der Piste zapft die angefutterten Fettdepots an. Wer eine Stunde lang nonstop durchfährt und auch mal in die Hocke geht, verbraucht 450 Kalorien. Darum: Mehr fahren als in der Beiz hocken! Regelmässiges Skifahren stärkt das Herz-Kreislauf-System, die Aktivität in der Höhe und an der frischen Luft wirkt sich zudem positiv auf die Psyche aus.

Skifahren, Sonne tanken, gemütliche Pistenbeizli: All das gibt es in Obersaxen Mundaun. Foto: Natascha Knecht

Mein Tipp: Persönlich bevorzuge ich eher kleinere und überschauliche Skigebiete – wie zum Beispiel Obersaxen Mundaun im Bündner Oberland.


Kalorienkiller #5

Schlitteln – 250 kcal/h

Schlitteln ist ein Schweizer Volksport, ideal für Kinder – aber nicht nur! Ob auf einem guten alten Holzschlitten oder auf einem Sportrodel: Ich liebe Schlitteln. Besonders, wenn die Abfahrt schnell und lang ist. Es ist die einzige Winteraktivität, bei der ich gerne Wettrennen mache. Anfänger sollten allerdings vorsichtig sein und einfache Schlittelbahnen wählen – oder einen Kurs besuchen. Die Verletzungsgefahr beim Schlitteln ist nämlich deutlich grösser als allgemein angenommen.

Rasant schlitteln: Von Wispile nach Gsteig BE. Foto: gstaad.ch

Mein Tipp: In bester Erinnerung geblieben ist mir die Schlittelabfahrt vom Berghaus Wispile hinab nach Gsteig bei Gstaad im Berner Oberland (600 Höhenmeter, 7,5 Kilometer Distanz). Das Abenteuer beginnt beim Berghaus mit einer wunderbaren Panoramawanderung (40 Minuten), bevor es dann auf den Kufen rasant ins Tal geht.

7 Kommentare zu «Ran an den Winterspeck!»

  • Eri sagt:

    Schlittelabfahrt……250 Kalorien / Stunde…und das nennt man dann KalorienKILLER?

  • Anna sagt:

    Radfahren hat mit Langlauf oder Skitour steil bergauf mit schwerem Rucksack rein gar nichts zu tun. Dazu kommt auch, dass man in der Kälte mehr Energie verbraucht.

  • Ivo Kohler sagt:

    Frau Knecht um Himmels Willen, sie haben das Eisklettern vergessen :-)

  • Peter huber sagt:

    Liebe Natascha
    Da übertreiben Sie masslos mit der Verbrennung von kcal. Erstens kann man das nicht so pauschal sagen und Personen die wegen dem abnehmen Sport treiben, machen es kaum mit der Intensität, die 1000kcal / Stunde verbrennen. Das in irgendeiner Sportart.
    Vor 30 Jahren ( weiss lange ist es her), bei einem kaderauszug in magglingen, hatten wir ein uberschlagsformel zum Radfahren. Auf 50 km ca. 1000kcal, egal wie schnell…. als, jemand der mit 20 km/h vor sich herfährt, verbrennt ca 400 kcal / h

    Gleiches gilt fürs fitnesszentrum … 30 Minuten Hometrainer, bei 20km/h verbrennt gerade mal zwei Reihen Schokolade… tja, so einfach geht es eben nicht…

    • Roland K. Moser sagt:

      Ich kann diese Aussage in etwa bestätigen.
      Auf dem Rennvelo 600 bis 700 kcal in der Stunde, bei lockerem Fahren in der Grundlagenausdauer, wobei pro Stunde noch 250 bis 300 kcal zugeführt werden müssen, damit der Körper auf das Körperfett zugreifen kann und man nicht in einen Hungerast fährt.
      Die im Artikel erwähnten 800 bis 1000 kcal scheinen mir aber realistisch zu sein, entsprechender Trainingszustand vorausgesetzt. Allerdings müssen auch dort ca. 300 kcal pro Stunde zugeführt werden.

    • Jan Brunner sagt:

      Hallo Peter

      Die Werte variieren tatsächlich stark mit der Intensität aber sind für fitte Hobbysportler wahrscheinlich erreichbar.

      Ebenfalls in Magglingen im Rahmen einer Studie bei mir gemessen (hoffentlich korrekt):
      Joggen 12 km/h: 1005 kcal/h
      Bergauf 8 km/h bei 18%: 1526 kcal/h
      Fahrrad 190 W: 883 kcal/h

      Ich bin ein recht fitter Hobbyläufer aber von 30 Minuten bei 20 km/h auf dem Laufband kann ich nur träumen. ;)

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