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Wir brauchen mehr Querdenker

Mark Dittli am Freitag den 13. April 2012
Hyman Minsky und

Betonen die Rolle der Banken in der Allokation und Kreation von Kapital: Die Ökonomen Hyman Minsky und Dirk Bezemer.

Echte Querdenker sind enttäuschend rar unter den Ökonomen. Umso erfrischender ist es daher, dass diese Woche gleich zwei internationale Grossanlässe das Querdenkertum in der Volkswirtschaftslehre zelebrieren: In Berlin läuft dieser Tage die Jahreskonferenz des von George Soros ins Leben gerufenen Institute for New Economic Thinking (INET). Mitte Woche fand zudem in New York die jährliche Hyman P. Minsky Conference (benannt nach dem 1996 verstorbenen US-Ökonomen) statt.

An beiden Konferenzen ist/war das Thema Kredite und Schulden – respektive die Rolle des Finanzsystems in der Entstehung von kreditgetriebenen Exzessen – einer der zentralen Diskussionspunkte. (In diesem Blogbeitrag haben wir bereits ausführlich auf den Megatrend hingewiesen, der in der Zeit zwischen 1982 und 2007 die privaten Schuldenberge in den meisten entwickelten Ländern auf historische Höchst-Niveaus anschwellen liess.)

Gut so, denn möglicherweise erleben wir gegenwärtig eine Neudefinition der Rolle des Finanzsektors in der Wirtschaft.

Das mag nach nahezu fünf Jahren mehr oder weniger konstanter Finanzkrise sonderbar klingen, Tatsache ist aber, dass in der klassischen Lehrbuch-Ökonomie der Finanzsektor immer noch weitgehend negiert oder sogar ignoriert wird. In den gängigen Gleichgewichtsmodellen findet der Finanzsektor keinen Platz. Banken haben für klassische Ökonomen bloss eine simple Allokationsfunktion, indem sie Kapital von Sparern zu Investoren leiten.

Dass Banken aber nicht bloss allozieren, sondern auch Kredit aus dem Nichts schöpfen können – und damit eine entscheidende Rolle in der Entstehung von kreditbasieren Spekulationsblasen bilden –, wird weitgehend ausgeblendet. Hyman Minsky, Namensgeber der eingangs erwähnten Konferenz, und der Wirtschaftshistoriker Charles Kindleberger haben, nebst anderen, in den Sechziger-, Siebziger- und Achtzigerjahren intensiv über dieses Thema geschrieben.

Leider war das die Zeit, als die moderne Finance-Theorie mit ihrer aberwitzigen Hypothese der effizienten Finanzmärkte den Siegeszug antrat, so dass Minskys wichtige These vom potenziell destabilisierenden Einfluss, den der Finanzsektor auf die Realwirtschaft ausübt, marginalisiert wurde.

Heute, endlich, wird Minskys Arbeit wieder ausführlicher und seriöser thematisiert (unter anderem auch in diesem hervorragenden Papier von Moritz Schularick und Alan Taylor). Bleibt nur zu hoffen, dass sie auch Eingang in die Standard-Lehrmittel findet.

In diesem INET-Video (9 Min.) erklärt der niederländische Ökonomieprofessor Dirk Bezemer ausführlich und verständlich Minskys Gedanken zur Rolle der Banken in der Allokation und Kreation von Kapital:

Ein spannendes Thema, das wir an dieser Stelle weiter verfolgen werden.

Und jetzt, schliesslich ist Freitag, noch etwas völlig anderes.

Das hier ist die Eurokrise:

Sie ist wieder da.

Selbstverständlich war sie gar nie weg, bloss war sie im März nach der «freiwilligen» Schuldenrestrukturierung Griechenlands etwas aus der Wahrnehmung der Öffentlichkeit verschwunden. Mitte März haben wir in diesem Blogbeitrag über die Verletzlichkeit von Spanien geschrieben, sowie unter anderem hier und hier von der Tatsache, dass das LTRO-Liquiditätsprogramm der Europäischen Zentralbank eine temporäre Entspannung an den Finanzmärkten erreichte. Dieser LTRO-Effekt ist nun verpufft.

Dieser Chart zeigt die Entwicklung der Rendite zehnjähriger spanischer Staatsanleihen seit Anfang März (Quelle: Bloomberg):

Sie ist von unter 5 auf gegen 6 Prozent gestiegen. Am Dienstag kletterten die Zinsen im Tageshandel kurzzeitig sogar über 6 Prozent.

Ähnlich das Bild am italienischen Bondmarkt (Quelle: Bloomberg):

Eine leichte Entspannung setzte am Dienstag Nachmittag erst ein, als an den Märkten das Gerücht kursierte, die EZB kaufe über ihr Securities-Markets-Programme wieder direkt spanische und italienische Anleihen.

Südeuropa brennt lichterloh. Griechenland und Portugal sind verloren, und in Spanien und Italien führen die Regierungen Rajoy und Monti einen weitgehend aussichtslosen Austeritätskampf. Die Finanzmärkte haben es erkannt. In Brüssel, Frankfurt und Berlin dauert es bloss – wie üblich – wieder etwas länger, bis diese Tatsache realisiert wird.


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187 Kommentare zu „Wir brauchen mehr Querdenker“

  1. Baer sagt:

    Banken können Kapital aus dem Nichts schöpfen? Eine Erklärung dieses göttlichen Aktes würde mich interessieren. In diesem Zusammenhang: Was ist der exakte Unterschied zwischen Geld und Kapital? Ausserdem: Minsky in Ehren, aber Fortschritt in der VWL kann es kaum sein, 30 (Minsky) resp. 80 (Keynes) Jahre alte Theorien hervorzugraben. Lernen von den Meistern ja, aber auch weiterentwickeln.

    • Reto Meier sagt:

      Lieber Herr Baer
      Gerade dass sie nicht verstehen können, wie Banken Geld schöpfen können, sollten sie ein wenig vorsichtiger sein (stichwort “göttl. Akt”). Sie wollen doch einem Chirurg auch nicht erklären, wie eine Operation durchgeführt wird. Also, studieren sie mal ein paar Jahre Ökonomie, bevor sie hier oberflächliche stuss erzählen und suggestivfragen in den Raum stellen. Aber heute meint ja jeder, er verstehe Ökonomie, da ja jeder mal 5 Fr. in der Hand hatte und ein Bankkonto hat aber nur wenige ein Skalpell…

      • Baer sagt:

        Lieber Herr Meier, ich studiere seit acht Jahren VWL, seit ca. vier Jahren befasse ich mich ausschliesslich und beruflich mit Geldtheorie im universitären Rahmen. Es käme mir nun nicht in den Sinn, Sie deswegen im Gegenzug anzufeinden. Falls Sie sich aber mit Geldtheorie beschäftigen wollen – eine überaus komplexe Materie, die viel Bescheidenheit und Konzentration abverlangt – dann wird Ihnen bald auffallen, dass innerhalb jeder Transaktion eine Gut- und eine Lastschrift entsteht. Der Ausdruck “Geld aus dem Nichts” bezieht sich auf den unmöglichen Sachverhalt, dass eine Transaktion zu einer blossen Gutschrift – einem Netto-Vermögen also – führen könne, ohne entsprechende Lastschrift für eine Gegenpartei. Diese Art von Transaktion existiert jedoch nicht, per definition nicht, weshalb der Ausdruck “Geld schöpfen ex nihilo” eine metaphysische Erklärung ist, die nichts mit der Realität zu tun hat.

        • Reto Meier sagt:

          Lieber Herr Baer, das muss aber ein ganz gutes Studium sein, welches über 8 Jahre dauert… oder sind sie einfach sehr lange sitzen geblieben?

          • Baer sagt:

            Lassen Sie den despektierlichen Unterton, auch wenn die Anonymität des Internets dazu verführt. Auch ein Doktor und ein Professor studiert, sprich “befasst sich ernsthaft mit einer Sache”.

        • Sorry, wenn ich mich einmische, aber besagt der Artikel nicht gerade, dass Jahre des VWL Studiums vermutlich nicht überragend viel wert sind, besonders wenn man bedenkt, welche unsinnigen Annahmen dem Lehrstoff (Leerstoff?) zugrundeliegen? Wer jahrelang Alchimie studiert hat, hat sicher viel Zeit vertrödelt, aber vermutlich nich unbedingt viel Wesentliches gelernt.

          Nichts desto trotz gibt es den geldtheoretischen Ausdruck des “Geldmultiplikators”, und jener besagt, dass Banken je nach Mindestreserve tatsächlich Geld “aus dem Nichts” erschaffen können. Darum gibt es doch auch die verschiedenen M-Geldmengen, oder etwa nicht?

          Aber egal, die Pause ist vorbei. Sie dürfen jetzt weiter debattieren!

          • Baer sagt:

            Das Studium hat mir persönlich auch nicht mehr gebracht, als dass ich die herrschende Lehre lernte. Heute denke ich nicht mehr neoklassisch, da es gute Alternativen gibt. Die Geldschöpfungsmultiplikatortheorie ist ein verfehltes Konzept – es ist relative einfach, die logischen Widersprüche darin zu entlarven. Für die tägliche Praxis der Zentralbanken dieser Welt ist der Geldschöpfungsmultiplikator völlig bedeutungslos. Mehrere Länder haben Mindestreservevorschriften abgeschafft, der Multiplikator sollte deshalb in diesen Ländern unendlich hoch sein. Natürlich hat der Reservesatz keinerlei Auswirkungen auf die Inflation, und Praktiker sind sich dessen bewusst. Die Theorie wird noch immer unterrichtet, weil eine Alternative fehlt. Für Interessierte (Akademiker) ein gutes, neues Buch zum Thema Multiplikatoren: The Keynesian Multiplier, von Gnos und Rochon, erschienen im Routledge Verlag.

          • Josef Nemecek sagt:

            Lieber Herr Baer, wenn der Geldschöpfungsmultiplikator für die Zentralbanken dieser Welt völlig bedeutungslos wäre, dann müssten weder Staaten Rettungspakete schnüren, noch Zentralbanken riesige Geldmittel generieren, um die Banken am Kollabieren zu hindern. Wo waren Sie in den letzten 5 Jahren?

            Offenbar hat Ihnen das Volkswirtschaftsstudium nicht viel gebracht. Ich würde Ihnen empfehlen, Ihre Legi dem Rektorat zurückzugeben und die Studiengebühren zurückzuverlangen. Ausserdem frage ich mich, an welcher Feld-Wald-Wiesen-Uni man 8 Jahre VWL studieren kann, ohne die Basiszusammenhänge der Volkswirtschaft zu lernen bzw. zu verstehen. Immerhin sollte man sich im Studium nicht nur mit dem “Mainstream” zufrieden geben, sondern auch mit den alternativen Ansichten auseinandersetzen.

            Die Zeiten, in welchen die Banken Ihre “Münz und Nötli” im Tresor bunkerte oder als Kredit wieder herausgab, die sind schon lange vorbei. Notenbanken können ohne Deckung den Banken Geld zu Verfügung stellen, und Banken können Kundenguthaben als Sicherheit mehrfach überzeichnet als Kredite herausgeben. Die “Basel”-Richtlinien definieren nur, wie viel heisse Luft eine Bank in ihrer Bilanz haben darf.

          • Anh Toan sagt:

            @Baer: In unseren letzten Diskussionen hatte ich den Eindruck, was Du schreibst kommt irgendwie dem nahe, was Du hier kritiserst, nämlich das Schöpfen von Geld aus dem nichts durch die Banken. Habe gedacht, hoppla, da ist einer, der scheint was davon zu verstehen und sagt etwas in diese Richtung. Du sagst aber, die Banken schöpfen Guthaben aus Kredit und eben nicht aus dem nichts, falls ich Dich richtig verstanden habe.

            @Reto Meier, Ralph Sommerer und Josef Nemecek: Wenn Sie zuwenig Ahnung von Wirtschaft haben, um zu erkennen, wer deutlich mehr als ein wenig Ahnung hat (Baer), Reto Meier es auch noch ein zweites mal versucht, beim anderen hier, der deutlich mehr als ein wenig Ahnung hat (TT), so bringen Sie nur, aber immerhin den von @Robert Franz Reichmuth geforderten Humor in diesen Blog.

          • Baer sagt:

            @ Anh: Tja, was erwartet man in einem Blog? Es ist schade, dass viele diese Plattform benutzen, um andere zu beleidigen.

            Das Missverständnis erwächst aus der unterschiedlichen Definition monetärer Begriffe. Geld ist – laut meiner bevorzugten Theorie – eine augenblickliche Emission einer Schuld und eines Guthabens, keine “physikalische Ware”. Diese Emission führt jeweils zu einer instantanen Veränderung von Schuldverhältnissen zwischen Akteuren, mit Banken als Intermediärinnen zwischen den Akteuren. Das bedeutet, dass ich unterscheide zwischen zwei Objekten: der Zahlung – ausgeführt durch eine Emission von Geld durch Banken – und dem Resultat dieser Zahlung: Depots, gespeichert in Bankbilanzen. Diese Unterscheidung ist neu in der VWL-Dogmengeschichte und basiert auf einer Analyse der Zeit für die ökonomische Realität. Die Zahlung ist augenblicklich (braucht 0 Zeit aus logischer Sicht), die Depots existieren in der kontinuierlichen Zeit zwischen Zahlungen. In diesem Sinne führt jede Zahlung immer zu einer Emission von Geld, jedoch erschöpft sich diese Emission im selben Moment, nachdem sie zu entsprechenden Bucheinträgen geführt hat. Kurz gesagt: Geld wird “geschöpft” und “zerstört sich” innerhalb derselben Operation, namentlich, der Zahlung mit Bankgeld. In diesem Licht sollten auch die makroökonomischen Identitäten untersucht werden (S=I und Y=C+I), welche (aus unserer Sicht) keine Gleichgewichtsbedingungen sind, sondern Identitäten, da die Gleichheit der Grössen Ausdruck der buchhalterischen Natur von Geld ist. Keynes war dem Konzept der Identität – welches unvereinbar ist mit dem heutigen (physikalischen) Konzept des Gleichgewichts – auf der Spur, leider brach er aber seine Geldforschung verfrüht ab.

            Ich bin mir bewusst, wie absonderlich dies klingen mag, wenn man sich an die physikalischen Metaphern der herrschenden Lehre gewöhnt hat, die essentiell mit mechanischen Begriffen argumentiert. In der Neoklassik spricht man von Multiplikatoren, Akzeleratoren, Umlaufgeschwindigkeit, Geldschleusen etc., und bedient sich damit ausdrucksstarker Bilder. Diese sind jedoch, so würde ich argumentieren, verfehlt angesichts der immateriellen und buchhalterischen Natur von Geld, welche am Anfang einer konsistenten Ökonomik stehen sollte.

        • Reto Meier sagt:

          Lieber Herr Baer,
          wenn sie sich seit 8 Jahren mit vwl beschäftigen und sich immer noch (in dieser Form) folgende fragen stellen:
          “Banken können Kapital aus dem Nichts schöpfen? Eine Erklärung dieses göttlichen Aktes würde mich interessieren.”

          Dann nimmt mich wirklich Wunder, was das für eine Uni ist, die solche Doktoranden einstellt, ganz ehrlich….

          • Mark Dittli sagt:

            @ Alle: Diskutieren Sie bitte sachlich. Es gibt keinen Grund, auf die Person zu spielen.

          • Taric Trent sagt:

            Herr Dittli, offenbar gibt es einen Grund. Diesen Grund zu reflektieren würde R. Meier gut anstehen.

            R. Meier wenn sie eine Uni im Umkreis Zürich kennen, die das fiktive Kapital erklärt, werde ich mich umgehend einschreiben. Bär hat natürlich recht, im fiktiven Kapital liegt eben kein Kapital vor, sondern nur die Fiktion davon.
            Dass Banken diese Fiktion schöpfen können, davon gibt die Finanzkrise beredt Zeugnis ab.

      • Anh Toan sagt:

        @Reto Meier; Da Sie die Oekonomie so gut verstehen bitte ich Sie, mir zu erklären, wie Banken Geld schöpfen können, immer wieder lese ich dies als Behauptung, selbst vom Chefredaktor der wichtigsten Schweizer Wirtschaftszeitung, nirgendwo lese ich, wie dies geht. Wenn ich weiss, wie dies geht, mache ich nämlich eine Bank auf und mache Geld, soviel ich will.

        • Tom Baer sagt:

          @Anh Toan: Was gemeint ist mit “Banken schöpfen Geld” wir von einem Mitglied der deutschen Piratenpartei gut erklärt: http://www.youtube.com/watch?v=yCfq4QtH7kQ

          “Die Schaffung von Geld wird als Geldschöpfung bezeichnet. Sowohl die Zentralbank als auch die Geschäftsbanken können Geld schaffen. Giralgeld entsteht vor allem durch die Vergabe von Krediten.” schreibt die Deutsche Bundesbank in ihrem Lehrmittel über Geld und Geldpolitik auf S. 75 http://www.bundesbank.de/download/bildung/geld_sec2/geld2_03.pdf

          Was im Lehrmittel über Geld und Geldpolitik in den Jahren von 2007 bis 2010 alles geändert hat sieht man hier:
          http://wiki.piratenpartei.de/AG_Geldordnung_und_Finanzpolitik/ThemaGegenwaertigesGeldsystem/Geldsch%C3%B6pfunginGeldundGeldpolitikvon2007und2010

          Gab es in unseren Schweizer Lehrmittel auch solche Änderungen?

          • Reto Meier sagt:

            …wenn sie als Topwissenschaftler 2 Mal auf die piratenpartei verweisen, irritiert mich dies ein wenig. Hat man heutzutage als Doktorand keine besseren Quellen?

          • Baer sagt:

            Tom Baer ist nicht gleich Baer. Seien wir doch bitte höflich miteinander.

        • Linus Huber sagt:

          @ Anh Toan

          Geld schöpfen ist wohl ein Ausdruck, welcher Konfusionen hervorbringt, da ein Missverstaendnis über deren Bedeutung besteht.

          Wenn Kredite vergeben werden, wird grundsätzlich die Geldmenge erweitert, selbst wenn dies zu einer Buchung auf der anderen Seite der Bankbilanz führt. Die Geldmenge M3/M4 wird ausgedehnt, ausser wenn der Geldempfaenger das Geld abheben würde in als Bargeld halten würde.

          Es handelt sich um die Ausdehnung der gesamten Menge an Krediten, welche die Banken massiv forcierten, ob dies auf der anderen Seite massive Guthaben mitproduzierte ist eher unwichtig in diesem Zusammenhang.

    • Urs sagt:

      Die SNB kontrolliert halt nun mal ledglich die Münzen und Noten. Als die heutigen Nationalbanken ihre rechtlichen Rahmenparameter erhalten haben gab es kein elektronisches Geld. Die Gesetzlichen Grundlagen wurden dem nie angepasst…

      Die Banken aber sind in der Lage Kredite mittels elektronsichem Geld zu kreieren… Keine Nationalbank hat die Kontrolle über das Elektronische Geld welches je nach Land ca. 90% der gesammten Geldmenge ausmacht….

      • Anh Toan sagt:

        @Urs: Wenn Sie uns nun genau erläutern, wie Banken diesen von “göttlichen Akt” vollbringen, Geld aus dem Nichts entstehen zu lassen, würden Sie uns Ungläubige aufklären. So bleibt es nichts als eine Behauptung, wie die Jungfräulichkeit Marias.

        Was genau geht mit “elektonischem Geld”, was mit Münzen und Noten nicht geht, und wie geht das?

        • Wenn Sie http://en.wikipedia.org/wiki/Money_multiplier öffnen und etwas hinunterrollen, sehen Sie eine Tabelle, die erläutert wie aus $100 über $450 werden.

          • Anh Toan sagt:

            @Ralph Sommerer: Könnten banken Geld aus dem nichts schöpfen, würden sie dies in einem Wettlauf gegeneinander tun, innert Sekunden hätten sie unendlich viel Geld geschöpft und…….Geld wäre wertlos.

            Warum gehen Banken pleite, wenn sie doch Geld aus dem nichts schöpfen können?

            Warum habt Ihr keine Bank, die notwendigen Investoren werden sich doch finden lassen, wenn ihr Geld aus dem nichts schöpfen könnt. Ihr könnt ja dann die Steuerprivilegierung Eurer unanständigen Boni wohltätigen Organisationen zukommen lassen, das wäre doch viel hilfreicher, als in exorzistischer Ekstase die Gläubigkeit anderer zu kritisieren.

            Ein nicht fraktionales Bankensystem ist eines ohne Reserveanforderungen oder mit 100% Reserveanforderung, wobei letzteres die Verstaatlichung der Banken bedeutet: Wollt ihr das, so sagt es bitte!

          • Josef Nemecek sagt:

            Lieber Ahn Toan, genau darum vergibt der Staat Banklizenzen, darum gibt es ein Bankengesetz, und darum gibt es die Basel-Regelungen. Darum kann nicht jeder eine Bank aufmachen, Kredit bei der Nationalbank holen und Kredite vergeben. Weil, wenn man könnte, würde man genau das tun, was Sie schreiben.

          • Anh Toan sagt:

            @Josef Nemecek: Jeder kann eine Bankenlizenz beantragen, ich glaube man braucht 5 oder 10 Millionen, dafür lassen sich doch Investoren finden, wenn man dann Geld machen kann.

          • Linus Huber sagt:

            @ Anh Toan

            Wie oben erwaehnt, handelt es sich um die Ausweitung des systemweiten Kreditvolumens, welches angesprochen ist. Natürlich ist die Ausdehnung der Kreditmenge nicht unendlich möglich, da sie auf 2 limitierende Faktoren stosst.

            1. Kreditnehmer muessen bereit sein, weiteren Kredit aufzunehmen und da sie jedoch irgendwann erkennen, dass dies wirtschaftlich eher langfristig negative Auswirkungen haben dürfte auf ihre finanzielle Gesundheit, stirbt der Wunsch nach noch mehr Kredit und dies speziell im Bereich des Konsumentenkredits.

            2. Kreditnehmer sind normalerweise angehalten ein Kollateral anzubieten. Da die Kreditausweitung die Preise der Gueter, welche als Kollateral gut funktionieren, blasenartig aufgebläht wurden und danach in sich zusammenbrechen, reduzieren sich die Werte dieses Sicherheiten. Damit steht eben kein oder ein reduziertes Kollateral zur Erweiterung des Kreditvolumens zur Verfügung, was also geradezu ins Gegenteil ausartet.

            Das Problem wurde durch die lose Geldpolitik der Zentralbanken sowie durch die Selbstregulierung der Finanzwirtschaft kreiert.

    • Thomas Zumbrunn sagt:

      Die Geschäftsbanken schöpfen heutzutage den allergrössten Teil des Geldes. Höchste Zeit, dies zu ändern: http://vollgeld.ch

    • Taric Trent sagt:

      Morgen Baer, ich hoffe es geht ihnen gut.

      Das mit dem fiktiven Kapital geht nicht in zwei Sätzen und ich tue mich da selbst noch schwer, es geht darum, dass aus einer regelmässigen Geldeinnahme rückwärts auf eine Kapitalsumme geschlossen wird. Jedenfalls aber der Unterschied zwischen Geld und Kapital ist einfach: Geld ist der Wert an sich, Kapital ist zum Zweck der Vermehrung eingesetzter Wert. Also ganz einfach ihr Geld auf der Bank ist Kapital weil es investiert wird, ihr Geld im Portemonnaie (gerade) nicht.

      Reto M:

      Wenn ein mordener Ökonom mir korrekt erklären kann was 5 Fr sind, dann bin ich schon ziemlich baff, das ist nämlich eine Rarität.

      • Reto Meier sagt:

        Lieber Herr Trent

        Meinen Sie mordender oder modernder ;-)
        Was meinen sie mit Ökonom? Jemand, der in einer Bank arbeitet oder jemand mit einer guten Ausbildung an einer z.B. Universität mit internationalem Ruf hat und Praxiserfahrung gesammelt hat? Heute meint ja jeder, er sei Ökonom. Tipp: Sprechen sie mal mit wirklich gut ausgebildeten,,, Dann merkt man vielleicht auch wieder einmal, dass die Öonomie nicht ganz so einfach ist wie viele in diesem blog vermeintlich denken als hobbyökonom.

        • Reto Meier sagt:

          meine natürlich “mordender oder moderner”…

          • Anh Toan sagt:

            @Reto Meier

            “Meinen Sie mordender oder modernder” fand ich witzig

            Mit der Offenbarung, dass Ihre Witzigkeit auf einem Verschreiber beruht, gerade beim kritisieren eines Verschreibers, genau im gleichen Wort, steigern Sie sich zu echtem Humor: Sie lachen über sich!

        • Taric Trent sagt:

          Wenn sie mir sagen ich solle doch mal mit einem gut ausgebildeten Ökonomen sprechen, dann teilen sie mir mit, dass sie mich 1. nicht für einen ausgebildeten Ökonomen halten und 2. dass sie glauben, dass ein Ökonom mit Praxiserfahrung irgendwie in der Theorie weiter kommt, ein übliches Märchen unter Praktikern ;)

          • Reto Meier sagt:

            Lieber Herr Trent
            Leider haben sie mich nicht ganz richtig zitiert. Ich habe geschrieben. “mit einem gut ausgebildeten Ökonomen”, nicht so ein hobby ökonomiestudium an der uni bern (z.b.). Dabei habe ich auch nicht gesagt, dass sie nicht mit sich selber sprechen dürfen, gegeben sie sind wirklich (und meinen es nicht nur) ein gut ausgebildeter Ökonom.
            Zudem: Praxiserfahrung ist sehr wohl hilfreich für neue Ideen in der WIssenschaft. Die Theorie wird dadurch sehr wohl befruchtet, aber eben, nur wenn man wirklich eine sehr gute Ausbildung hat…. vielleicht so wie sie, oder doch nicht?

          • Taric Trent sagt:

            R Meier, wenn sie einen Fehler in meiner Ausbildung bemerkt haben sollten, dann bitte ich darum mir den aufzuzeigen, damit ich zu korrekten Urteilen kommen kann. Ich lade sämtliche Ökonomen, Hobbyökonomen und auch Laien dazu ein mir Nachweise in dieser Richtung zu erbringen. Mit dem Streuen von Gerüchten darüber ist das allerdings nicht geleistet.

      • Josef Nemecek sagt:

        5 Franken sind Kredit von der Nationalbank. Sie garantiert Ihnen, dass der Fünfliber einen Wert von 5 Franken hat. Und da wir alle gemeinsam daran glauben, ist dem auch so. So sind 5 Franken auf der Welt immer 5 Franken wert.

        Früher entsprachen 5 Franken einem Gegenwert von etwas mehr als 1g Gold (Goldstandard). Heute ist 1g Gold ca. 50 Franken wert. Soviel zum Glauben. Der Gegenwert von 5 Franken ändert sich nämlich laufend.

        Inflation ist der Verlust am Glauben, dass die 5 Franken einen Wert von 5 Franken hat. Man mag uns sagen, dass etwas Reales an Wert gewinnt oder verliert. Manchmal ist dem auch so. Allerdings ist es auch so, dass Geld an Wert gewinnt oder verliert. Wir fixieren das Geld und halten die Realwerte variabel. Vielleicht – und das ist dann die Gegenthese einiger Ökonomen – sind die Realwerte fix und das Geld variabel. Viel wahrscheinlicher – und das ist die Gegenthese der wenigsten Ökonomen – ist beides variabel, und wir versuchen mit dem Fixieren des Gelds nur, einen Zipfel des Systems “Wert” zu erhaschen.

        • Taric Trent sagt:

          Und 5 Kilo sind immer 5 Kilo schwer, eine schöne Tautologie, ein Nichts-Satz. Es geht bei einer Erklärung von 5 Franken schon darum zu erklären was der Wert ist, der in Grösse Franken und Dollar ausgedrückt wird. Wenn sie jemand fragt was sind 5 Meter, sagen sie dann auch: Das ist eine Sache, die wird in Paris vorgegeben (wo der Urmeter liegt). Damit sagen sie nichts über Raum/Länge, also die Substanz, nur über die Herkunft. Ja, dass das Geld von der Nationalbank kommt, das steht auf jeder Note. Was es aber ist, ist eine komplett andere Frage.

          • Josef Nemecek sagt:

            Geld ist Kredit. Nicht mehr und nicht weniger. Was wir als Gegenwert von 5 Franken definieren, liegt an uns. Es ist ein Hilfsmittel zum Tauschhandel.

            Münzen waren früher aus Edelmetall und so definierte sich der Wert des Geldes (x kg Kupfer = y kg Silber = z kg Gold zum Beispiel). Bei der Einführung von Papiergeld garantierte die Notenbank, dass ich die Note gegen Edelmetall tauschen konnte, und zwar zum Nennwert. Darum hiessen die Zentralbanken auch Notenbanken, und in den USA gab es vor der FED einige davon, welche nun gemeinsam Eigentümer der FED sind. Diese Garantie wurde mit dem Wegfall des Goldstandards aufgehoben. Der Gegenwert von Papiergeld ist darum die Menge an Sicherheiten, welche die Notenbank bunkert. Zumindest theoretisch.

            Es liegt in der Natur des Papiergelds (d.h. Geld ohne Realdeckung), dass es u.A. wegen Vertrauensverlusts immer weniger Wert ist. Da es nicht mehr an Realwerte gebunden ist, ist auch der Wert des Papiergeldes relativ geworden. Und da es immer mehr davon gibt und man nicht mehr an die Sicherheit hat, sinkt der Wert von Papiergeld gegenüber den Realwerten. Darum “flüchtet” man auch in Realwerte, wenn man einen Inflationsschub erwartet: Realwerte haben also einerseits einen höheren Wert wegen Spekulation, andererseits wehen der Abwertung des Geldes.

            Praktisches Beispiel ist ein Laib Brot von einem Pfund. Kostete früher mal (80er Jahre) 50 Rappen. Heute über 2 Franken. Die Arbeit ist die selbe, ebenso die Rohstoffe. Da Geld weniger Wert ist als früher braucht man mehr davon um die gleiche Menge Ware zu kaufen. Da dieser Entwertungsprozess sehr langsam abläuft, ist Bargeld scheinbar “stabil”. In Tat und Wahrheit ist jedoch ein dramatischer Entwertungsprozess von Geld im Gang (“Ausweitung der Geldmenge”), was Bargeld und Geldsaldi angreift.

          • Thomas Ernst sagt:

            @Josef Nemecek

            Ich habe ein bisschen Hemmungen, mit als blosser lic.oec.HSG (und auch noch Jahre her) in diese fachlich hochstehende Diskussion einzubringen, doch scheint mir der folgende Satz nicht richtig:

            “Der Gegenwert von Papiergeld ist darum die Menge an Sicherheiten, welche die Notenbank bunkert. Zumindest theoretisch.”

            Der Gegenwert von Papiergeld ist meines Erachtens das Gesamtvermögen eines Landes (präziser: eines Währungsraumes, das im Zugriff einer Notenbank liegt).

            Ein Vergleich: Wenn meine Firma Aktien herausgibt, so sind diese nicht nur durch das Geld in der Kasse und das Gold im Keller gedeckt, sondern durch das ganze Vermögen der Firma. Ich will hier nicht vertieft darauf eingehen, ob man dieses Vermögen aus der Ertragskraft der Firma berechnet, oder aus dem Liquidationswert der Aktiven oder so. Die Aktie ist ein Anteil am Vermögen der Firma.

            Analog ist es imho mit der Währung. Ein Franken ist ein x-milliardstel des schweizerischen Volksvermögens, genauer gesagt, jenes Teils des Volksvermögens, auf das der Staat (der hinter der SNB steht) gegebenenfalls Zugriff hat (Steuererträge etc.), und nicht nur ein x-milliardstel der “im Keller” der SNB gelagerten Wertgegenstände.

            Da dieses Volksvermögen natürlich nie genau definiert ist, hängt der “Wert” des Frankens weitgehend vom Glauben ab, und von den Erfahrungen, die man bisher gemacht hat: Wenn ich in der Regel für 5 Franken ein Kilo Brot bekomme, ist das einer der Wertmasstäbe. Wenn ich bisher für 1.20 Franken einen EUR bekommen habe, ist das ebenfalls einer der Wertmasstäbe. Da die Erfahrung zeigt, dass sich der (Gegen-)Wert eines Frankens ändern kann, versuchen die Leute vorauszuahnen, welche Entwicklung sich wohl in Zukunft ergeben wird.

            Wichtig scheint mir auf jeden Fall, dass (a) kein Objekt einen Wert an sich hat, sondern (Gegen-)Wert nur im Vergleich zweier Objekte entstehen kann, und dass man sich im Klaren ist, dass (b) Währungen blosse Glaubensartikel sind, die ihre Wirkung nur entfalten können, weil sie auf der Konsens-Überzeugung von vielen Menschen beruhen. Fällt der Glaube an die Währung dahin, verliert die Währung an Wert gegenüber anderen Objekten.

            ok?

          • Josef Nemecek sagt:

            @Thomas Ernst: Schauen Sie sich die Bilanz der Schweizerischen Nationalbank an, ebenso die Menge an Geld im Umlauf (Münzen, Banknoten). Dann noch die gesetzlichen Grundlagen der SNB. Dann werden Sie wohl schnell bemerken, dass unser Schweizer Franken aus ziemlich viel Luft besteht. Allerdings bestehen die anderen Währungen aus noch mehr Luft, und die Währungsunterschiede (bzw. die Änderungen) sind dann so etwas wie der Druck- bzw. Temperaturausgleich. Einige Ballone werden platzen ob dem Druck bzw. der Temperatur…

            Bezüglich Rückgriff auf Steuervermögen etc. gibt es nur indirekte Zusammenhänge, da die SNB auch Staatsanleihen besitzt (z.B. Schweizerische Obligationen). Die Rendite der Staatsanleihen (Kurs, Zins, Agio/Disagio) hängt von der Erwartung ab, ob und wie der Staat die Schulden zurückzahlen kann. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

            Den aktuellen Zustand von National- und Geschäftsbanken kann man nicht mit “normalen” Unternehmen vegleichen, da normale Unternehmen eine “normale Bilanz” haben, also direkte Akten und Passiven mit klaren Richtlinien, was wie viel Wert hat und haben darf. Und dann gibt es ja noch die vielen schönen Kennzahlen. Bei Banken muss man – ebenso wie bei den Internet-Startup-Flops – spezielle Bilanzregeln und Kennzahlen einsetzen, da dort auf eine Art und Weise bewertet wird, wo es einem Unternehmer Angst und Bange wird. So kann eine Bank die Sicherheit eines Hypothekarschuldners (z.B. das Haus) ihrerseits als Sicherheit für Kredite verwenden, und zwar mehrfach. So entstand z.B. die Finanzblase 2007 in den USA, als hinter einem Haus (mit zweifelhaftem Wert) die mehrfache Menge an Krediten vorhanden war.

            Eigentlich hatten wir den aktuellen Zustand schon ein paar Mal in der Geschichte der Menschheit, und wir wissen genau, wie es herauskommen wird. Allerdings – und das ärgert mich – gibt es nun viele Experten, welche uns erklären wollen, weshalb es ausgerechnet im aktuellen Fall eine Ausnahme sein soll. Nach der Hyperinflation und dem Platzen vieler Blasen sollte man diese jedoch auf der Strasse laut auslachen und verbannen statt Banken, Unternehmen oder Staaten leiten bzw. beraten zu lassen. Aber auch das ist ein anderes Thema.

          • Thomas Ernst sagt:

            @Josef Nemecek / 14. April 2012 um 13:37

            Mir scheint Ihre Sichtweise (die zweifellos korrekt ist) zu stark auf die buchhalterisch/juristische Perspektive beschränkt. Die ganze Bilanziererei und Reglementiererei dient aus meiner Sicht nur dazu, das potentielle Misstrauen gegenüber der “Glaubenswährung” zu besänftigen. Wenn wir nicht eine von vielen Tausenden von Menschen aufrechterhaltene Fassade hätten, die so tut, wie wenn Geld etwas Wertvolles wäre, könnten Sie mit Ihren Hunderternoten die Toilette tapezieren. Das ist ja genau das, was bei einer Hyperinflation passiert.

            Der “Wert” des Schweizerfrankens für z.B. einen EUROpäer bemisst sich doch danach, was der Ausländer glaubt, das er später mal im Tausch gegen einen solchen Franken zurückbekommen kann. Und dies hängt sehr viel stärker von der wirtschaftlichen Stärke des Landes und der Durchsetzungsmöglichkeit der Rechtsordnung ab, als von der Bilanz der SNB.

            Wäre (nur hypothetisch) die Schweiz wirtschaftlich stark, aber anarchisch, dann wird Ihnen Ihr starker Nachbar die Kuh einfach stehlen, statt sie zu bezahlen. Dann nützt der Franken nichts. Wäre die Schweiz mausarm, dann können Sie den Franken gegen nichts tauschen, weil es eh nichts gibt. Auch Bangla Desh hat eine Notenbank mit einwandfrei geführten Bilanzen – aber wer will schon Taki (BDT)??

      • Baer sagt:

        Angenehm, Herr Trent. Es geht blendend. Aus produktionstechnischer Sicht einverstanden: Kapital ist dasjenige Gut, welches der Beihilfe zur Produktion anderer Güter dient. Beihilfe, weil Arbeit der Vater, Boden und Kapital die Mütter aller Werte sind (habe ich das richtig sinngemäss zitiert nach Marx?). Beim Wert wäre ich vorsichtiger, denn im ökonomischen Sinn bedeutet Wert ein Verhältnis einer Ware zu einer Zahl (in Währungseinheiten). Anstatt zu sagen “Kapital IST ein Wert”, sollte man nicht eher sagen “Kapitel HAT Wert”? Immerhin besteht der Wert des Kapitals doch aus dem Verhältnis mit einer anderen Sache, namentlich einer Zahl? Wert (im ökonomischen Sinne) bezeichnet demnach immer eine Relation zwischen zwei Objekten, einer Ware und einer Zahl. Also: Ein Produkt ist (im ökonomischen Sinne) wertvoll, weil es mithilfe von bezahlter (!) Arbeit produziert wurde, und durch die Bezahlung des Lohnbezügers wurde eine Zahl mit (in diesem Fall) einem Investitionsgut gleichgesetzt, wodurch Wert entsteht. Wobei dieser Wert nicht exakt observierbar ist, da Arbeit immer im sozialen Produktionsprozess statt findet und die verschiedenen Angestellten komplementäre Arbeitsschritte ausführen. Werttheorie ist hart.

        • Taric Trent sagt:

          Freut mich. Tatsächlich ist die Arbeit der Vater, die Mutter und die ganze Verwandschaft sämtlichen Werts, oder nach Marx: Wert ist in einer Tauschgesellschaft gsellschaftlich durchschnittlich notwendige Arbeitszeit wobei die Ausdehnung der Gesellschaft = Marktbereich. Was sie , so vermute ich, erwähnen, ist die Trinitätslehre von Boden, Maschinen und Arbeit als wertbildend, ein altes Stück “Theorie”, dem Marx allerdings gar nicht zugeneigt war. Das Verhältnis der Waren zueinander ist die Beweisführung zur Erklärung des Werts: Im Tausch nehmen die Waren ein bestimmtes Verhältnis zueinander ein (man kann im Wert eines Palastes in Stiefelwichse ausdrücken und umgekehrt sagt da der Marx im Kapital), das Austauschverhältnis. Dies bei nicht komplementären Eigenschaften der Verwendung (Ein Palast ist zum Stiefewichsen nicht zu gebrauchen und umgekehrt), es muss also, so behauptet Marx, etwas anderes Gleichartiges sein, das sich hier in der Gleichsetzung manifestiert. Da die stoffliche Eigenschaft sowie der Verwendungszweck (Bei Marx: Gebrauchswert) wie im Beisipel gut nachvollziehbar dafür nicht in Frage kommen, bleibt nur etwas Gleichartiges übrig: Die aufgewendete Arbeit. Damit ist die Substanz bestimmt und von da aus wird das noch genauer unter die Lupe genommen bis man zur gesellschaftlich durchschnittlich notwendigen Arbeitszeit kommt, aber die Schritte lasse ich hier mal bei dieser Einführung in die Arbeitswertlehre.

          • Baer sagt:

            Ach ja, das hübsche Zitat war ja von William Petty, nicht von Marx: “Die Arbeit ist der Vater und das aktive Prinzip des Wohlstandes, so wie der Boden seine Mutter ist.” Eine der schöneren ökonomischen Metaphern, wenngleich ein wenig sexistisch aus heutiger Sicht. Ich muss nun ein wenig der Lohnarbeit nachgehen und über Werttheorie nachdenken, bevor ich antworten kann.

    • Eron sagt:

      Zinseszins ist aus Nichts Banknoten drucken. Keine Zauberei, schlichte Paranormalität, Hr. Baer!

      • Baer sagt:

        @ Eron. Falls Sie sich für den exakten (komplexen) buchhalterischen Vorgang einer Emission einer Banknote interessieren, können Sie das hier nachlesen (Namen klicken). Die Transaktionen, welche zur Ausgabe einer Banknote führen, sind alles andere als einfach. Die SNB druckt nicht einfach Geld und wirft es aus dem Helikopter.

    • Oliver sagt:

      Ich glaube eher, dass die Worte von Hrn. Dittli nicht genau dem entsprechen, was Misnky selber schrieb. Minsky is übrigens erst 1996 gestorben und hat noch bis zuletzt publiziert. Ich behaupte jetzt mal, dass er sich der buchhalterischen Bedeutung des Geldes durchaus bewusst war. Dieses Wissen ist auch älter als Keynes und geht mindestens auf Innes, wenn nicht noch weiter zurück:

      “the Credit Theory is this: that a sale and purchase is the exchange of a commodity for a credit. From this main theory springs the sub-theory that the value of credit or money does not depend on the value of any metal or metals, but on the right which the creditor acquires to ‘payment,’ that is to say, to satisfaction for the credit, and on the obligation of the debtor to ‘pay’ his debt, and conversely on the right of the debtor to release himself from his debt by the tender of an equivalent debt owed by the creditor, and the obligation of the creditor to accept this tender in satisfaction of his credit.” (Mitchell Innes 1914: 152)

      aus einem Blog kopiert, auf den ich hier nicht verweise, weil ich dann in die Warteschlaufe gelange…

      • Andres Müller sagt:

        Nun ja, aber nicht alles Geschöpfte kommt aus Kredit, also aus innerhalb des Finansystems generiertem. Wie steht es denn mit dem Goldwäscher, der hebt einen Wert aus dem Boden für das er ähhm… Kredit erhält in dem Guthaben und Schulden gebucht sind? Nö, ein Schuldner namens Händler nimmt noch mehr Schulden auf um den Golddigger zu bezahlen zweimal minus gibt zusammen plus -der Digger hat Geld geschöpft. Damit bezahlt er sich selbst für seine Arbeit und kauft sich ein Bier beim Barkeeper um die Ecke. ;)

      • Baer sagt:

        Mitchell Innes war ein grossartiger Quereinsteiger der Ökonomie, ein guter Beobachter. Randall Wray beansprucht ihn zur Beweisführung seine Theorie oft. Innes’ Worte gegen den Metallismus: ” …in fact, there never was such a thing as a metallic standard of value” (S. 379). Innes nennt das Prinzip, welchem Transaktionen immer folgen, das “primitive law of commerce”. Keynes nannte dieses Prinzip später das “essentical principle of banking”. Namentlich, die Emission einer Gut- und einer betragsmässig gleich hohen Lastschrift innerhalb jeder Transaktion. Das ist das härteste Prinzip der VWL, da es keine Ausnahmen kennt. Trotzdem würde ich noch immer behaupten, dass Einkommen insofern wertvoll ist, weil es durch Arbeit verdient wurde, nicht weil uns der Staat gesetzlich vorschreibt, dass wir es als wertvoll betrachten müssen.

        Übrigens findest du schon viel ältere Ökonomen, die die buchhalterische Natur von Geld erkannten. Beispielsweise James Steuart, der 1767 ein Wert über Politische Ökonomie publiziert hat. In seiner Abhandlung über Geld kommt er auf Schlussfolgerungen, die seiner Zeit weit voraus waren. Er erkannte anhand der damals führenden Bank of Amsterdam die immaterielle Natur von Geld und erkannte, dass nur immaterielles Geld je als Wertmassstab dienen könne, da es selbst im Wert nicht schwankt und numerischer Natur ist. Spannende Lektüre. Ausserdem war er der erste Ökonom, der das Konzept des Gleichgewichts gebrauchte: “(W)hen we say that the balance between work and demand is to be sustained in equilibrio, as far as possible, we mean that the quantity supplied should be in proportion to the quantity demanded, that is, wanted.” [Steuart, (1998), p. 235].

        Viele grosse Ökonomen gingen leider vergessen.

        • Oliver sagt:

          Ja, das scheint tatsächlich so zu sein. Man erinnert sich immer nur an die, die gerade der gängigen Ideologie dienlich sind. Ich suche noch eine Zitatensammlung zu diesem Thema – nur find ich sie gerade nicht. Die ‘credit theory of money’ war glaub ich ziemlich verbreitet, auch unter den Klassikern. Das hat man dann irgendwann ausgeblendet, so wie viele andere Details, die nicht in die standard Modelle hinein passen wollten. Was nicht passt, wird passend gemacht. Wichtiger als das Alter der Theorie ist jedoch das Alter der Tatsache, dass Geld in seinen verschiedenen Formen aus dem immateriellen Kreditwesen hervorgegangen ist und nicht anders herum.

          • Baer sagt:

            Völlig einverstanden. Dazu habe ich einmal etwas geschrieben auf meinem Blog. (Namen klicken) Ich werde es morgen wieder wegnehmen – ich erachte es als ungeschickt, politische Inhalte auf den Blog zu stellen. Lieber reine Geldtheorie.

    • Ueli der Knecht sagt:

      @Baer
      Es interessieren sich offensichtlich alle Foristen brennend heiss fürs Thema “Wie schöpfen Geschäftsbanken Geld”.
      Dabei ist ihre interessante Frage doch gewesen: Was ist der Unterschied zwischen Geld und Kapital?
      Helmut Reichelt hat gezeigt, wie der Ökonom Marx die Kategorien der einfachen Zirkulation als zunehmende Verselbstständigungsschritte des Tauschwerts enfaltet, wie er insbesondere die dritte Bestimmung des Geldes – Schatz, Zahlungsmittel, Weltgeld – als diejenige Form des Werts fasst, die über die einfache Zirkulation bereits hinausweist: als Geld existiert der Wert neben und ausserhalb der Warenzirkulation. Gleichwohl bleibt dem Wert als blossem Geld eine Beschränkung eigentümlich, aus welcher er in dieser Form nicht herauskommen kann: die Selbstständigkeit hat das Geld nur negativ gegen die Warenzirkulation, denn sobald es wieder in sie eintritt, verliert es sie wieder und fällt in seine ersten beiden “unselbständigen” Funktionen als Mass der Werte und als Tauschmittel zurück. Diese Beschränktheit aber ist in seiner Form als Kapital aufgehoben: “Sobald das Geld als Tauschwert gesetzt ist, der sich verselbständigt nicht nur gegen die Zirkulation, sondern sich in ihr erhält, ist es nicht mehr Geld, denn dies kommt als solches nicht über die negative Bestimmung hinaus, sondern ist KAPITAL (Grundrisse, S. 171; Marx fährt an dieser Stelle fort: “Die erste Bestimmung des Kapitals ist also die: dass der aus der Zirkulation herstammende und sie daher voraussetzende Tauschwert sich in ihr und durch sie erhält; sich nicht verliert, indem er in sie eingeht.”). Damit ist dies ausgedrückt: “In der Zirkulation erscheint der Tauschwert doppelt: einmal als Ware, das andere Mal als Geld. Wenn er in der einen Bestimmung ist, ist er nicht in der anderen.” Doch derselbe Tauschwert, der “als Subjekt sich einmal als Ware, das andere Mal als Geld setzt” oder “der als Einheit von Ware und Geld gesetzte Tauschwert ist das Kapital und dies Setzen selbst erscheint als die Zirkulation des Kapitals (Grundrisse, S. 177). Das Geld als Kapital wird freilich in die Warenzirkulation geworfen, nicht um sich nur zu erhalten (als Schatz erhält es sich auch) – seiner Kapitalform wird es nur gerecht, wenn es sich durch sie vervielfältigt. Die erste Bestimmung des Kapitals im Unterschied zum blossen Geld ist also der durch den Formenwechsel von Geld und Ware hindurch sich erhaltende und vermehrende Wert. Dies ist das jedem Kapital gemeinsame Charakteristikum oder unmittelbar der allgemeine Begriff des Kapitals.
      Allerdings ist jene erste Bestimmung des Kapitals zunächst eine blosse Definition, und die Verwertungsqualität ist nur abstrakt behauptet: “Wenn wir hier von Kapital sprechen, so ist das hier nur noch ein Name.” (Grundrisse, S.173).
      An der entsprechenden Stelle im Kapital bezeichnet Marx die erste Bestimmung – nicht nur wegen der Symbolschreibung – als “Formel”: “Allgemeine Formel des Kapitals: G-W-G`” – ein Ausdruck, worin die prozessierende Einheit von Ware und Geld in der Tat auf ihren abstrakten Begriff gebracht ist. Gerade wegen der Abstraktheit der ersten Bestimmung darf man nicht bei ihr stehenbleiben. Die Vermehrungsqualität des Kapitals bloss abstrakt zu behaupten, ist etwas, was Marx nicht zufällig an dieser Stelle der Entwicklung des Kapitalbegriffs den “Herren Ökonomen” ankreidet. Diese setzten nämlich die Verwertungseigenschaft des Kapitals als Mysterium je schon voraus, wenn von ihnen entweder “in der brutalen Form” gleich das “Kapital als das bestimmt wird, was Profit bringt” oder “in einer eher hausmannskostartigen Form” einfach erklärt wird “dass gewinnbringende Anwendung im Begriff des Kapitals liegt.” Marx` Replik: “Well. Dann wäre das eben nachzuweisen”, gilt allerdings auch für die Form, in der der allgemeine Kapitalbegriff bis jetzt von ihm selbst dargestellt ist. Was er als nächstes zu tun hat, liegt auf der Hand: Er muss die allgemeine Formel des Kapitals einlösen.
      G-W-G`, also die dem Kapital eigentümliche Bewegung des “Kaufens, um teurer zu verkaufen”, ist nicht durch den Austausch des Geldes mit jeder beliebigen Ware möglich, sondern nur mit einer einzigen, der wertschaffenden Ware, nämlich der Arbeitskraft. Allein diese Ware hat den Gebrauchswert, “Quelle von Wert” zu sein; nur durch ihren Gebrauch kommt der Mehrwert zustande. Der Gebrauch der Arbeitskraft als das Setzen von höherem Tauschwert – oder der kapitalistische Produktionsprozess – ist deshalb, obgleich ein Akt ausserhalb der Zirkulationssphäre, in die Gesammtzirkulationsbewegung des Kapitals – G-W-G` – eingeschlossen.
      Das Kapital in sei nem abstraktesten Ausdruck als prozessierende Einheit von Ware und Geld enthält bereits den Produktionsprozess und den Zirkulationsprozess in sich – als weiterentwickelte Form seiner selbst. Es ist in der allgemeinen Formel der Einheit von Ware und Geld an sich prozessierende Einheit von Produkton und Zirkulation. Hieran wird deutlich, dass mit der ersten Bestimmung des Kapitals der weitere Gang der Darstellung vorgeschrieben ist. Das Kapital – in der allgemeinen Formel oder dem abstraktesten Ausdruck des allgemeinen Kapitalbegriffs an sich als Einheit von Produktionsprozess und Zirkulationsprozess bestimmt – muss nun als diese Einheit realisiert werden.

      • Baer sagt:

        @ Ueli der Knecht: Es wird einem bewusst, was für ein genialer Denker und Ökonom dieser Marx war. Hoch abstrakt und doch ausdrucksstark. Vielen Dank für diesen hochstehenden Beitrag.

      • Andres Müller sagt:

        “G-W-G`, also die dem Kapital eigentümliche Bewegung des “Kaufens, um teurer zu verkaufen”, ist nicht durch den Austausch des Geldes mit jeder beliebigen Ware möglich, sondern nur mit einer einzigen, der wertschaffenden Ware, nämlich der Arbeitskraft.”

        Der “eigentümliche” Vorgang der Kapitalvermehrung beruht auf der Ausübung von Macht. Diese geschieht durch vielerlei Konstrukte wie z.B. Monopole und Absprachen, bis hin zu staatlicher Regulation wie Zinsbestimmungen und Steuern. Es gibt viele Mechanismen etwas teuerer zu verkaufen als eingekauft wurde. Die Bankenrettungspakete dienten dem Zweck dass ihnen mehr Macht in die Hand gegeben wurde etwas teurer zu verkaufen als sie dafür bezahlen müssen. In diesem Fall wird sozusagen der Steuerzahler belastet, bzw dessen Arbeitsenergie dazu verbraucht. Da dieser Verbrauch vorerst nur auf virtueller Ebene im Finanzsystem geschieht (siehe Target-2 Ungleichgewichte), werden Produkte vorerst nicht nur nicht teurer, sondern tendieren zu Deflation (Ausnahme “sichere Anlagen” und einige Spekulationsobjekte wie Aktien).

        Kapital ist eine Machtinstrument um die wertschaffende Ware, also dem Arbeitnehmer einen Teil von dessen Arbeitsenergie zu verbrauchen um den Erhalt des Machtgefüge zu bewahren. Dies geschieht durch die Umverteilung der Arbeitsenergie in Kapital das eine Stufe nach Oben umverteilt wird. Eine Umverteilung nach Unten geschieht niemals,ausser bei Sondersituationen wie Währungsreform oder geeignetem Steuersystem. Der Mächtige gibt somit niemals einen Teil seiner Macht ab, ausser er wird von Staates wegen dazu gezwungen.

        Da die Banken nun aber über die Realwirtschaft die wertschaffende Ware Mensch immer weniger benötigen, entsteht sozusagen eine Trennung der Kapitalströme in einen virtuellen Bereich der theoretischen Wertschaffung und den realen Methoden über Kreditvergabe an die Realwirtschaft. Es ist aber klar dass die theoretische Form der Wertvermehrung sich noch in die reale Umsetzung entladen muss, woraufhin es dann in Inflation umschlägt, weil wir nun leider Gottes in einer heillosen Überproduktion feststecken. Die Deflation wird zuerst die Realwirtschaft dezimieren, bis es zur Warenvernappung kommt, was noch sehr lange dauern könnte. Fazit: Wir werden eine sehr lange Zeit Deflation bei bestimmtem Warenkorb haben, während einige Sektoren bereits in Infaltion überlaufen (dort wo die Verknappung bereits vorhanden ist wie etwa Erdöl das durch (billiger werdende) Mehrarbeit kaum mehr angehoben werden kann).

    • Bob Baumeister sagt:

      @Baer
      Erklärung in nur 2 Sätzen(!): Deutsche Bundesbank

      “Geld entsteht durch GELDSCHÖPFUNG:
      Sowohl staatliche Zentralbanken als auch PRIVATE Banken können Geld schaffen.
      Geld entsteht durch die VERGABE von KREDITEN, ferner dadurch, dass Zentralbanken/ Geschäftsbanken VERMÖGENSWERTE ankaufen, beispielsweise Gold, fremde Währungen, Immobilien oder Wertpapiere.”

      Gruss
      Bob

      P.S.: …weiter unten ist ja dann noch der “Brichta-Artikel” verlinkt…

      • Baer sagt:

        @ Bob: Das war keine Erklärung, sondern eine Behauptung, die Sie da anstellen – ein nicht unwesentlicher Unterschied. Seit hunderten von Jahren befassen sich Ökonomen mit Geld, viele geniale Ökonomen verzweifelten am Problem bis zu ihrem Tod (z.B. Joan Robinson, David Ricardo). Es ist also alles andere als einfach. Brichta gibt die gute alte Idee des Geldschöpfungsmultiplikator wieder. Die buchhalterischen Schritte in seinem Artikel sind genause inkorrekt wie die Wirtschaftslehrbüchern, in denen er sein Wissen gesammelt hat. Dafür können Journalisten nichts, denn es wäre die Aufgabe von Ökonomen, diesen Mechanismus genau zu verstehen. Man kann von keinem Journalisten erwarten, dass er ein Problem löst, das seit hunderten Jahren Ökonomen beschäftigt.

    • Nixda sagt:

      Auch wenn die Replik jetzt sehr spät kommt, finde ich den Prozess doch sehr einfach zu verstehen:

      Wenn ich zur Bank gehe, und einen Kredit für ein neues Auto bekomme, dann bucht die Bank den Kredit in die Forderungen, und mein neues Guthaben auf dem Girokonto in die Verbindlichkeiten. Damit wird neue Kaufkraft für ein Auto erzeugt, ohne das ein anderer Wirtschaftsteilnehmer durch sparen auf ein Auto verzichten musste. Der Autobauer und seine Angestellten können aber aus diesem Geld reales Einkommen erzielen. So entsteht “Trendwachstum”. Bis keine geeigneten Kreditnehmer mehr da sind.

      Dann läuft der Prozess plötzlich rückwärts: Das emittierte Geld wird von den Geschäftsbanken plötzlich eingezogen. Anstatt neue Nachfrageimpulse zu geben wird durch die AKtivitäten der Banken laufend gebremst. Die Wirtschaft läuft in eine Balance Sheet Recession.

      Neben dem summarischen Effekten dieser Geldemmission und der Schrumpfung kann man auch betrachten, für welche Zwecke Banken im Wachstum Geld emittiert haben, und wo sie es beim schrumpfen abziehen. Damit habe die PRIVATEN Banken erheblichen steuernden Effekt auf die reale Wirtschaft.

      Diese Allokation des Bankengeldes hat sich empirisch in der letzten Dekade überhaupt nicht als effizient erwiesen, sondern man kann die Frage stellen, ob die Agenten in Banken überhaupt besser dafür geeignet sind als zum Beispiel der Staat. Letzterer wäre zumindest für seine Entscheidungen demokratisch legitimiert.

  2. Das ist doch alles schlicht nicht möglich! Mainstream-Oekonomen blenden offenbar in ihren Modellen den Finanzmarkt vollkommen aus und gehen sogar so weit (gemäss einer Vorlesung des Professors für Oekonomie Steve Keen), dass sie den Kapitalismus studieren unter Weglassung des Konzepts des Kapitalisten (d.h. jemand, der Geld um des Geldes willen akkumuliert). Bei der Nicht-Wissenschaft Oekonomie handelt es sich ja nicht um einen privaten Debattierklub, in welchem die Teilnehmer selbstverständlich jeden beliebigen Unsinn zusammenspinnen dürfen. Wie bei einer Sekte versuchen die Oekonomen, anderen ihre Ideologie aufzuzwingen und in ihr Leben hinein zu “quatschen”. Weil sie in einer Welt leben wollen, in der es einen Strommarkt gibt, müssen wir alle 20% höhere Tarife bezahlen. Weil in ihrer Welt Kapital und Unternehmen keine Steuern bezahlen sollen, obwohl sie den Löwenanteil der von allen erbrachten Wirtschaftsleistung für sich beanspruchen, muss der Mittelstand via tieferen Löhnen und höheren Steuern draufzahlen.

    Den ganzen neoliberalen trickle-down Supply-Side Unsinn, dessen Total-Versagen der Autor des Blogs schon öfters erwähnt hat, haben wir all diesen Modellen zu verdanken, die teils auf so abstrusen Annahmen basieren, dass man daran zweifeln muss, ob die Oekonomische Fakultät einer Universität nicht eher eine Abteilung einer psychiatrischen Klinik ist. Dass der Finanzmarkt in ihren Modellen nicht vorkommt, ist noch eine der harmloseren Annahmen.

    Wem etwas daran liegt, dass wir in ein paar Jahren noch so etwas wie eine Wirtschaft haben, sollte sich dafür einsetzen, dass alle neoliberalen Umbauten unserer Wirtschaft, die uns seit dem Mauerfall aufgezwungen worden sind, ausnahmslos alle wieder zurückgebaut werden: alle Steuergeschenke an Reiche und Unternehmen, alle Privatisierungen und Marktöffnungen, alle Deregulierungen. Dann wären wir wieder bei der Sozialen Marktwirtschaft, von der wir wenigstens wissen, dass sie schon einmal funktioniert hat, immerhin haben wir ihr den Mittelstand zu verdanken.

    Ich bin nicht dafür, alle Oekonomen an die Wand zu stellen, aber die eine oder andere Ohrfeige wäre wohl durchaus angebracht… ;-)

    • Linus Huber sagt:

      Hi Ralph

      Ökonomen sind in ihre Modelle verliebt und verteidigen sie vehement, da das Verständnis ihrer Modelle ihre Lebensgrundlage darstellt. Dass diesen Modellen grundsätzliche Ueberlegungsfehler zugrunde liegen, wird mit diversen möglichen und erklärten Ausnahmen, welche das Modell in sich nicht ungültig machen dürfen, wegdiskutiert.

      Sie (die Ökonomen) erinnern mich an meine 2-jaehrige Tochter, welche unverdrossen insistiert ohne jedes Argument zu akzeptieren.

    • Ueli der Knecht sagt:

      @Ralph Sommerer
      Sie wollen also alles rückgängig machen: alle Steuergeschenke an Reiche und Unternehmen, alle Privatisierungen und Marktöffnungen, alle Deregulierungen? Ich glaube, dass es da nur ein kleines Problemchen gibt: “The big corporations and investors own this fucking place!” Aber eben: Spartakus durfte ja auch für ein paar Wochen davon träumen das römische Imperium mit seinem Sklavenaufstand in die Knie zwingen zu können – als Held muss man halt damit rechnen ans Kreuz geschlagen zu werden. -

  3. Anh Toan sagt:

    Also ein wenig erschrocken bin ich zuerst, dann habe ich mal google earth gestartet, ein paar Webcams angesehen, über Facebook dortigen Freunde kontaktiert, jetzt kann ich überzeugt Entwarnung geben: Griechenland und Portugal sind noch da!

    • Linus Huber sagt:

      Lernen Sie bitte, andere Leute ernst zu nehmen und versuchen Sie nicht jede Aeusserung ins Lächerliche zu ziehen.

      • Anh Toan sagt:

        @Linus Huber:

        Ich nehme nicht mal mich ernst, wieso sollte ich dann andere Leute ernst nehmen?

        Ich bin auch zu alt, um an Beliebtheitswettbewerben teil zu nehmen.

        Rocky Horrer Picture Show, letzte Zeile

        Crawling on the planets face,
        some insects called the human race
        lost in time, lost in space
        and meaning!

        Ich kritisiere einen Halbsatz “Griechenland und Portugal sind verloren”, fünf Worte im gesamten Artikel, die eigentlich gar nicht wichtig erscheinen. Darauf stürze ich mich, wie die alten Herren Statler und Waldorf in der Muppet Show. Weil ich mich frage, wenn diese fünf Worte nicht wichtig sind, warum stehen sie da? Warum wurde dieser Halbsatz nicht weggelassen? War er dem Unterbewusstsein entsprungen oder sollte bewusst ein bisschen Katastrophenstimmung verbreitet werden, schliesslich sind Katastrophen die Cash Cow der Medien. Hier kritisiere ich Medien, weise darauf hin, wie man mit ein paar eingestreuten unwichtigen Nebensätzen eine Atmosphäre kreiert und damit Emotionen auslöst/verstärkt.

        Das Grösste Problem unsere Gesellschaft sind weder das Geldsystem, die Banken, die Steuerhinterzieher, die Ausländer, noch die Drogen oder Terrorismus. Das grösste Problem unserer Gesellschaft ist der Umgang mit den Medien. Würden die Medien nicht darüber berichten, wüssten Sie nicht einmal, das es eine gibt. Ich gehe noch weiter und behaupte, es gibt nur eine Krise weil die Medien darüber berichten. Südeuropa war wirtschaftlich schon immer weit hinter der Mitte und dem Norden, mein Miserengesamtindex (=Arbeitslosigkeit+Inflation+Oelpreis) war schon immer im roten Bereich für Europas Süden, die EUR Einführung konnte dies für ein paar Jahre kaschieren, auch die USA waren schon seit Carter unrettbar verschuldet, UK geht seit den 70ern nur noch abwärts. Der Unterschied zwischen den 80ern und heute liegt zum grössten Teil in der allgegenwärtigen Medienpräsenz in unserem Leben. 1985 wurde, wer drei Stunden pro Tag vor der Glotze sass, als Vielseher definiert, heute ist das unterdurchschnittlich. Dazu kommt heute Internet. Insgesamt verbringen wir schon nahezu die Hältfe unserer wachen Zeit in virtuellen Medienwelten, diese sind voll mit Katastrophen und gelegentlich Wundern, Bösewichten, Heiligen und Helden, wie öde grau und langweilig ist die reale Welt dagegen.

        • Thomas ernst sagt:

          @Anh Toan

          Danke. Das scheint mir eine treffende Analyse zu sein. Die Wahrnehmung bestimmtes Weltbild, und in oeffentlichen Dingen machen heute weitgehend die Medien die Wahrnehmung aus. Und dass die Medien gesteuert werden und manipulieren ist mittlerweile bekannt.

          Allerdings wäre Griechenland & Co. nicht weniger bankrott, wenn kein einziges Blatt darüber berichten würde…

  4. Urs sagt:

    Alleine schon G. Soros ist mehr als Brandgefährlich… ein typischer Investor der sich die Steueroasen zu nutze machen kann und einer der Gruppe von Indivduen ist welche primär von den Steueroasen und Standortwettbwerb Systematik profitieren können… G. Soros redet viel über Freiheit und Demokratie. Es sind aber Formen von freiheit und Demokratie welche die Bürger genau nicht zu mehr Freiheit verhelfen (ausser als gute Konsumenten und billige Arbeiter ohne weitere Rechte) und die ab und zu über eher weniger wichtige Aspekte Abstimmen dürfen…

    Alles andere ist eh bereits mit internationalen oder bilateralen Handelsverträgen beschlossen worden… da können bzw. dürfen nicht mal gewählte Regierungen nicht mehr mitreden… es wird aber aller Orten so getan als ob noch Wahlmöglichkeiten vorhanden sind. Die aber sind bereits in genau definierten Rahmenparamtern gefestigt worden…

    Es sind diese Leute welche alleine oder im Zusammenschluss etwa via Hedgefonds und anderen äusserst kreativen Finanzinstrumenten ganze Nationen, Zivilgesellschaften und die Menschen die dort leben locker an die Wand fahren können…

    Entweder ein Land, eine Region beitet die Rendite- und Profitträchtigsten Optionen an, inkl. möglichst billige und rechtslose Arbeitnehmer und Regierungen oder sie ziehen weiter.. Der Globus gehört diesen Leuten… man dreht und sucht sich einen Standort aus um Investitonen zu tätigen. Dabei spielen all die für die Menschen wichtigen Sozialen Paramter keine Rolle weil diese nur als Kostenfaktor angesehen werden…

    • Linus Huber sagt:

      Ich gebe Ihnen recht, Urs, die Globailisierung hat die Entwicklung, welche diese Krise verursachte, stark unterstützt, indem die Politik zugunsten ihrer Bevölkerung zu handeln, ausgehebelt wurde.

  5. Alex Zatelli sagt:

    Wie in jeder Kirche sind auch in der Ökonomie Abweichler vom rechten Glauben verhasst.

    • Ronnie König sagt:

      Sie sagen es Herr Zatelli: Abweichler vom Glauben, nicht vom Wissen. Ich habe schon in manchen Kommentar darauf hingewiesen, dass die Bücher bereinigt werden sollten, aber die Realität ist folgende, die Abschreibungen auf den einen Seiten führten auf anderen Seite der Buchhaltung zu Neuschöpfungen von Kapital. Es wird kein Geld gedruckt, aber als Zahlen jedoch in der Bilanz ausgewiesen. Darum muss es eine Krise geben. Ein weiterer Grund ist, dass für Artikel irgendwann der Betrag den ein Artikel haben kann oder höchstens haben sollte ignoriert wird. Ähnlich der Zahlungs- und Finanzierungsfähigkeit eines Häuslebauers. Es gibt natürlich auch nützliche Nebeneffekte dieses Treibens. Darum wird das System nicht verboten, obwohl giftig. Es können durch Geldschöpfungen auch reale Geschäfte mit Erfolg finanziert werden. Das Geld das dann als Gewinn resultiert, wird aber nicht rückgebucht wie Baer schreibt und die Wirkung dadurch von Sommer erzielt. Somit sind wir im Bereich der Magie, wo aus einem leeren Hut ein Kanninchen gezaubert wird. (Ich weiss das K war schon da). Doch das Leben kennt diesen Effekt nicht, nur unsere Phantasie. Und wer lässt sich nicht blenden?

  6. Adrian Gasser sagt:

    Mein Grossvater (Antroposoph) hat es für seine Verhältnisse relativ einfach gesagt und die Kritik an den Modellen geäussert:
    Geld ist ein Tauschmittel. Man tauscht Geld gegen Waren oder Dienstleistung. Doch immer mehr Geld wird in eine Idee oder besser, in Hoffnung investiert. Geld aus dem Tausch der Zukunft in der Gegenwart ausgegeben und das Problem an die nächste Generation vererbt. Durch Inflation hofft man auf ein erträgliche Last in der Zukunft. Aber auch in der Gegenwart, die Idee, ein Markenabzeichen gebe einer Jeans zusätzlichen Wert oder die Hoffnung, ein Unternehmen werde in Zukunft ein tolles Produkt haben und damit wieder viel Geld verdienen. So ist der Euro eine Idee, der Discounted Cashflow Hoffnung. Und nur der Glaube an die Zukunft macht aus dem Geld mehr, als es heute dartstelltt. Geld ist ein Tauschmittel und es würde funktionieren, würde man das Geld von heute auch für Leistungen von heute verwenden. Nur halten sich die Leute nicht daran, darum funktioniert es nicht und wir erleben Rezession, Inflation und Wirtschaftskrisen.

    • Taric Trent sagt:

      Das mit dem Tauschmittel ist keine Erklärung des Geldes. Die Frage ist doch was unterscheidet das Geld von anderen Werträgern, weil Tauschmittel ist nunmal wirklich ziemlich alles was rumsteht. Mit dem Zusatz “allgemein” könnte man mich milder stimmen, aber nur “Tauschmittel” ist eine ganz oberflächliche Bestimmung, die das Geld nicht trifft. Grundsätzlich gilt nämlich wenn es um das Bestimmen geht: Wenn eine Bestimmung einer Sache auch anderen Sachen beinhaltet, dann ist das nicht die wesentliche Bestimmung. Die wesentliche Bestimmung des Geldes ist disese: Mass der Werte.

    • Linus Huber sagt:

      Geld sollte stärker über seine Funktion als über den Vergleich mit anderen Werten beurteilt werden. Es soll wirtschaftliches Handeln messbar machen; es soll als Tauschmittel funktionieren und es sollte grundsätzlich dem menschlichen Bedürfnis sich ein Sicherheitspolster für die Zukunft zu schaffen, dienen. Letzte Funktion wird leider durch die finanzielle Repression der Zentralbanken immer deutlicher zerstört, womit dieses menschliche Bedürfnis in Sachwerte Zuflucht sucht, wobei weitere Blasenbildungen und Fehlinvestitionen vorprogrammiert sind.

      Besten Dank Ben.

  7. Robert Franz Reichmuth sagt:

    April, Freitag der 13. – die Sonne weint – wann endlich kommt ER – der CRASH ?

    Also, geschätzte Mitkommentatoren (wo bleiben die Kommentatorinnen?), diese “endzeitliche Krise” werden wir ohne Humor – weder psychisch noch physisch überleben!

    Deshalb gilt weiterhin: “Humor ist – KOMMA – wenn man trotzdem lacht” …

    PS. “Quer handeln” ist ungleich anstrengender – als “Quer denken” …

  8. Im Buch “Die Vollgeldreform” sind, bezogen auf schweizer Verhältnisse und Gesetzesbasis diese Dinge vom Giralgeld, also über Kredite neues Geld “in die Welt, bzw. in den Geldkreislauf zu bringen” sehr gut beschrieben.
    Zudem gibt es dazu noch eine http://www.vollgeld.ch Adresse, viel Vergnügen beim nachlesen!!!

  9. Rolf Schumacher sagt:

    Wir wollen mehr Querdenker??? Wollt ihr das wirklich??? Die Mafia und die politische Elite ist seit Menschengedenken folgendermassen mit unbquemen Querdenkern umgegangen. Im besten Fall Auschluss aus der Gesellschaft (Verbannung, Klosterzwang etc), im schlechteren Fall, Verfolgung und Ermordung. Z.B Paracellsus war ein Querdenker, er wurde andauernd von etablierten Politikern und Uniprofessoren verfolgt. Querdenker sind erst gut fürs Geschäft, wenn sie tot sind Dann stellt jeder tumbe, etablierte Snob die gesamleten Ideen des Querdenkers in seiner eitlen Showbibliothek medienwirksam aus und schmückt sich mit dessen Zitaten. Dann Pilgern Heerscharen von Heuchlern und Karrieristen an die ehemaligen Verbannungsorte des Querdenkers. Ein echter Querdenker ist den selbstverliebten Karriereisten ein Dorn im Auge. Ein Querdenker ist ein ugeliebter, weil gefürchteter Gast an jeder Kiwaner-Freimaurer-Nobelpreisvergabe, weil er den versammelten Heuchlern und Seblstdarstellern vor laufender Kamera die Hosen herunter lassen würde. Ein Querdenker verbringt, ein gerechtes, aber extrem einsames und hartes Leben und verbratet seine Energie, weil er, da er seinen ureigenen Werten treu bleibt, täglich gegen den reissenden Strom der Massenlügen anschwimmen muss und sich gegen eine gut organisierte (Juristenheere arbeiten für die teuflische Elite) snobische Elite wehren muss. Ein Querdenker, wenn er nicht ans Kreuz der eitlen Gesellschaft genagelt wird, brennt aus, aber er verbrennt wenigstens im Feuer der Leidenschaft seiner Ueberzeugungen. Wenn dann Posthum irgendwo ein heuchlerisches, rentables Denkmälchen (gute Ideen kann man immer vermarkten) von den ehemaligen Gegnern errichtet wirt, tut dem Querdenkern diese letzte Klatsche in sein erloschenes Gesicht wenigstens nicht mehr weh.
    Tut mir ein Gefallen, liebe Elite, hört auf heuchlerisch nach Querdenkern zu suchen. Es wäre sehr, sehr einfach die Probleme unserer Zeit anzugehen, ihr hättet die Mittel und die Macht dazu. Hört auf so zu tun, als ob ihr wirklich dem Raubtierkapitalismus an den Kragen fahren wolltet. Man schreit nicht nach Querdenkern und lässt einen CEO wie Sergio Ermotti ans Ruder der grössten schweizer Bank. Steht, dazu, dass ihr das organisierte Verbrechen dieser Welt mit diskreten Dienstleistungen versorgt. Hört auf nach Querdenkern zu schreien, wascht einfach mal eure eitlen Hehlerhände.

  10. Meine Herren
    Es ist richtig, dass Geschäftsbanken Geld aus dem Nichts schöpfen. Ich habe keine Zeit, hier stundenlang zu kommentieren. Wer mich kontaktiert, bekommt eine konkrete verständliche Erläuterungen, inklusive Buchungssätzen. Wenn immer möglich beantworte ich auch weitere Fragen und weise darauf hin, wo ein Beleg für meine Aussagen zu finden ist. Bitte um Verständnis, wenn ich mich jeweils sehr kurz fassen werde.
    Armin Barandun

  11. Ronnie König sagt:

    Zum Geld: Also, wenn ich nun anstatt Geld für Artikel oder Dienstleistung in gleicher “Münze” bezahle, so habe ich einen stellvertretenden Geldtausch getätigt (Taric Trent!). Das merkt man spätestens bei der Fälligkeit der Steuern. Es werden die Waren und Dienstleistungen in Geld umgerechnet. Besitze ich kein Geld zur Begleichung der Steuerschuld die durch dieses Treiben entstand, so entsteht Geld in der Bilanz des Staates! Und genau da beginnt das Übel, denn die Schuld kann nicht gleich wie sie entstand beglichen werden. Das blenden Ökonomen gerne aus. Der Staat sowieso. Also entsteht die Krise durch Theorie, die zur Praxis geworden, das Geld das es nie gab, nun real werden lässt. Jeder sieht bei diesem Beispiel, dass wo kein Geld ist, auch keines entstehen kann. Das lernt man aber in der Ökonomie so nicht, hingegen wie aus dem Nichts plötzlich Geld entstehen soll. Eben soll. Das ist Wuschdenken. Ich sitze seit zwei Stunden vor einem Kristall und hoffe, dass daraus 5SFr. werden. Jetzt dürft ihr ab meiner Naivität lachen. Ich kann es nicht.

  12. Jens Gloor sagt:

    Hiermit behaupte ich, dass Hochschulabgänger, so konditioniert wurden, dass sie das Finanzwesen nicht verstehen oder wie Henry Ford schon sagte: “Würden die Menschen das Finanzwesen verstehen, käme es zu einer Revolution noch vor morgen früh.” Das sehe ich auch so. Gravierend allerdings ist, dass oft PolitikerInnen in Exekutivämter gelangen, die von ihrer Aufgabe noch weniger Ahnung haben, als ihre Pendants in der Privatwirtschaft. Die hohe Unqualifikation gewisser ‘Volksvertreter’ ist schreiend und schlagend! Was in der Politik möglich ist, wäre in der Privatwirtschaft ABSOLUT UNDENKBAR.

  13. Rolf Schumacher sagt:

    Solange Oekonomen “intellektuelle” Feigenblätter der internationalen Finanzmafia sind, muss man hier nicht heuchlerisch Querdenker fordern. Egal was der Oekonome für Theorien entwickelt, darhinter macht die Mafia die reale Weltfinanzpolitik, an der alles angehängt ist.
    Auch der genialste Kopf der Welt, kann die brachialen und einfältigen Mafiamethoden der kosher nostra (JP-MorganChase-CS) und der Chosa Nostra (Bank of America-Unicredit (Berlusconi/Profumo)-UBS (Sergio Ermotti) nicht aushebeln. Mit Insiderwissen wird auch der Einfältigste schnell reich, um Geld zu machen braucht es keinen intellektuellen Querkopf. Wer dazu noch die Steuerschlupflöcher kennt und in einigen 3Weltländern die Regierung im Sack hat, wird halt noch reicher (Waffenhandel, Frauenhandel, Drogenhandel, Rohstoffhandel) Man muss lediglich dem richtigen Clan angehören, dann macht man automatisch Weltfinanzpolitik. In einer solchen Welt haben es intelligente Querköpfe keine Chance haben, hündisch unterworfene Patenschuhwischer stehen hingegen alle Türen offen.
    Wer eigenständig ein gesundes Unternehmen aufbauen und führen wil, braucht im Gegensatz zu den nichtsagenden institutionellen Finanzakrobaten (Feigenblätter der Mafia) viel Sachverstand in Produkteherstellung, Buchhaltung, Marketing, Personalführung etc etc etc. Alles Kenntnisse, welche man die Mafiafinanzchergen nicht haben müssen. Wenn die Mafia nicht recht hat dann kauft sie sich das Recht, oder sie erkämpft es sich brachial oder mittels illegaler Operationen (siehe Bankgeheimnis Hildebrand)
    Der selbständige Geschäftsführer kann durchaus ein Querkopf sein, er darf sich aber von den schnell reich werdenden Wirtschaftsmafiaakrobaten und Mafiazulieferern nicht ablenken lassen.
    Wer Karrieren wie Kurer, Ermotti anstrebt, kann weder Querkopf noch hochintelligent sein. Der arbeitende Querkopf muss jeden Franken sauber durchkalkulieren und einen enormen Durchhaltewillen haben und vor allem viel Eigenleistung gepaart mit Eigenverantwortung erbringen.
    Bei den obgenannten Wirtschaftsverbrechern ist das gerade umgekehrt. Sie verdienen schnell, ohne selber für ihre hochrisikoreichen Schlmereien haften zu müssen und ohne wirklich grosses selber entwickeln zu müssen, sie müssen lediglich Feigenblatt für die Mafia spielen.

    Letztendlich stellt sich die Frage. Arbeite ich selber (hart) oder lasse ich mich von der internationalen/nationalen Mafia vor den Karren spannen.

    Querdenker, braucht es bei der Mafia ganz sicher nicht. Jeder Querkopf wird sehr schnell mafiatauglich geschnitten, oder kippt vom Hals.
    Wer in der heutigen Zeit ein eigenständiges Unternehmern führen will (nicht jene, welche als Pächter arbeiten auf einem Schwarzgeldgrundstück) und dies auch selber finanzieren will, der muss ein Querkopf sein. Solche Querköpfe sind m. E. gesucht.

    • Linus Huber sagt:

      Ich gebe Ihnen grundsätzlich recht, wobei ich daran zweifle, dass es sich wirklich um eine in sich durchorganisierte Struktur wie das Wort “Mafia” impliziert handelt, sondern eher um die Tatsache, dass aufgrund der Individualisierung der Gesellschaft sich jeder nur noch um seine persönlichen Belange kümmert und keinen Deut mehr gibt, wie dies die Gesellschaftsstruktur beeinträchtigt.

      Praktisch gesehen wäre es an der Politik gewesen, die Gesetzgebung zum Wohle der Gesellschaft zu formulieren und diese Akteure, welche das Wohl der Gesellschaft riskieren um sich persönlich zu bereichern, in die Schranken zu verweisen. Leider wurde die Finanzindustrie jedoch massiv globalisiert, sodass sich die Staaten im gegenseitigen Wettbewerb befanden/befinden, diese Unternehmen ins Land zu locken, wobei natürlich die erwähnte Gesetzgebung sogar ins Gegenteil ausuferte und diese Leute nicht nur nicht bestrafte, sondern sie gerade zu umwarb und belohnte.

      Damit wurde auch das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit untergraben, worauf der Erfolg der Westlichen Gesellschaft beruhte. Ich persönlich glaube nicht, dass wir die gegenwärtige Krise effektiv lösen können, ohne dass wir zu den Grundsätzen zurückkehren und Gesetze wie Regeln knallhart durchsetzen ohne Rücksicht auf die wirtschaftlichen Auswirkungen. Das System ist überfällig für eine Reinigung, welche seit bald Jahrzehnten durch die Geldpolitik der Zentralbanken verhindert wurde.

    • Ueli der Knecht sagt:

      @Rolf Schumacher
      Ihre Analyse ist ein einziger brauner Sumpf! Sie fangen schon mal gut an mit der Unterstellung, dass internationale Banken wie die J.P. Morgan Chase oder die Credit Suisse typisch “jüdische Verbrecherbanden” (kosher nostra) seien. Nur schon mit dieser Aussage haben Sie sich ganz schnell als Antesimit geoutet. Darauf folgen die krudesten Verschwörungstheorien, dass ein paar “Cliquen” sich den Globus aufgeteilt hätten und nur durch “krumme Tricks” wie Insiderwissen im Aktienhandel oder gar Prostitution und Drogenhandel auf dem Gipfel der Macht seien. Dann kommt in ihrer “Analyse” die klassische Gegenüberstellung des “gesund hart arbeitenden Kapitalisten” (welcher natürlich nie auf die Idee käme den Mehrwert aus seinen Arbeitnehmern zu pressen und natürlich nur Produkte produziert, die man auch anfassen kann) versus die “hinterhältige Schlangenbrut” der internationalen Finanzmafia, die keinen Finger krümmt (naja ein paar Idioten sitzen für “die bösen Kapitalisten” jeden Tag vor ihrem Computer und konzertieren, finanzieren den internationalen Drogenhandel, Krieg und Hungersnöte u.s.w.).
      Am Schluss kommt noch der kleinbürgerlich-calvinistische Fingerzeig, dass sich nur “ehrliche harte Arbeit” auszahlt und dass jeder Kapitalist der nicht “hart arbeitet” mindestens die Mafia persönlich ist. Ich weiss ja nicht was sie unter einem Kapitaleigner verstehen – aber ein “erfolgreicher” Kapitalist (egal ob er nun Geldkapitalist oder Kleinunternehmer ist) lässt meistens für sich arbeiten und macht vielleicht noch die Buchhaltung – wenn ihm danach der Sinn steht. Seine “Arbeit” besteht ja hauptsächlich darin, dass er die Gerätschaften und Gebäudekomplexe zur Verfügung stellt und das erforderlich “Humankapital” heranschafft.

      • Anh Toan sagt:

        @Ueli der Knecht: Danke, konnte mich nicht überwinden, den “Schmuddelkram” nach “kosher nostra” mehr als quer zu lesen. Erschreckend nur, wieviel Zustimmung sowas findet. Der Religiöse merkt nicht mal, dass der Kommentar mit seiner implizierten Selbstgerechtigkeit schon nahezu Blasphemie ist.

        Wie die protestantischen Pilgerväter, die als Sklavenbesitzer verkündeten, alle Menschen sind vor Gott gleich, eben nicht im Leben.

        • Rolf Schumacher sagt:

          Ich zitiere sie: “Humankapital heranschaffen”, tönt aber wirklich ganz extrem nach ultra faschistischem braun-schwarzem Sumpf.Wissen sie lieber Ueli, geknechtete Pächter sind wir fast alle! Lets face facts.
          Die Hochfinanz/Grossmacht geht seit Menschengedenken einher mit faschistoiden Bewegungen. Wenn SVP NR monieren sie möchten als wirkliche Freunde der FDP angesehen werden und nicht bloss stiefmütterlich als notwendiges Uebel (für das man sich schämen muss) der Grosskapitalisten angesehen werden, dann gilt das nicht nur für die Schweiz, sondern die ganze Welt. Mussolinis Italien wurde massiv von der Bank of America (Italy) unterstützt und Hitlerdeutschland ebenso stark von US und UK Grosskapitalisten allen voran JP-Morgan, Ford und Rockefeller. Feine Herren machen sich die Hände nicht schmutzig, sie lassen im Auftrag morden. Der Begriff kosher nostra kommt von den bekannten Mobsters (ähnlich der italienischen Mafiapaten). Die koscher nostra hat sowenig mit Judaismus zu tun, wie die Chosa Nostra auch kaum etwas mit dem Katholizismus zu tun hat (Missbräuche gab es sicher immer und Maulwürfe gibt es sicher unter den Zionisten und auch im Vatikan). Die Mafia (Untergrundorganisationen) sind trivial einfaches Mittel zum Machterhalt. Wenn man eine international topvernetzte Untergrundorganisation als Privatarmee und Spionageabteilung sein eigen nennen kann, hat man einen unglaublichen Vorsprung gegenüber all jenen, welche sich an Gesetze und Regeln halten müssen. JP-Morgan Chase und die Bank of America haben ganz klar Beziehungen in die Unterwelt gehabt (vermutlich noch heute) und viele (wenn nicht die meisten) der US-Präsidenten sind bei den Wahlkämpfen nicht an diesen Organisationen vorbeigekommen. ZB JFK und Mafiasänger Frank Sinatra (Abstammung Corleone Sizilien) haben während dem JF Kennedy Präsidentschaftswahlkampf ausgesprochen eng miteinander gearbeitet. Danach distanzierte JFK sich von der italienischen Mafia, was ihm nicht sehr gut bekommen ist.
          Ich behaupte mal einfach, dass kein Faschismus existiert, welcher nicht vom Grosskapital finanziert wurde und dass die internationale Mafia (egal wie wir sie nennen, mit Religion haben die sicher nichts am Hut) selten so gut vernetzt und mächtig war wie jetzt.
          Wenn wir wirklich etwas verändern wollen, dann müssen wir uns gegen den Einfluss der Mafia in nationaler und internationaler Politik und Justiz mit allen Mitteln wehren. Und griffige Gesetze haben, um fragliche Immunitäten zu heben und hart durchzugreifen gegen Korruption, Insiderhandel etc.
          Das hat gar nichts damit zu tun, dass eine Volksgruppe als schuldige für die Misere herhalten muss auch nicht die Semiten (Araber und Hebräier (arabischer Dialekt)), oder sonst wer.
          Die köppelschen Romabildchen sind genauso verwerflich, wie jede andere plakative Stigmatisierung. Es gilt das Uebel bewusst und konsequent an den Wurzeln zu bekämpfen. Das geht nur über einen gut funktionierenden Rechtsstaat. Berlusconi, oder Putin sind Paradebeispiele für Politiker, welche ganze Länder auf den Leib der Mafia massschneidern. In anderen Ländern wird nicht derart offensichtlich liederlich in die Hand der Mafia gespielt, aber gefeit vor diesem Uebel scheint mir kein Land der Welt zu sein, auch die Schweiz nicht.

          • Ueli der Knecht sagt:

            @Rolf Schumacher
            Dass die ehemalige “Kosher Nostra” unter Meyer Lansky und Bugsy Siegel nichts mit Judentum am Hut hatte (ausser, dass sie jüdischer Abstammung waren) ist ja jetzt wirklich schon fast eine komische Bemerkung.
            Dass der Faschismus in seiner Gesamtheit ein legitimes Produkt des monopolistischen Kapitalismus ist, kann nicht bezweifelt werden.

      • Thomas Ernst sagt:

        @Ueli der Knecht

        Völlig abgesehen von andern Schlagwörtern ist die Behauptung

        “ein “erfolgreicher” Kapitalist (egal ob er nun Geldkapitalist oder Kleinunternehmer ist) lässt meistens für sich arbeiten und macht vielleicht noch die Buchhaltung – wenn ihm danach der Sinn steht. Seine “Arbeit” besteht ja hauptsächlich darin, dass er die Gerätschaften und Gebäudekomplexe zur Verfügung stellt und das erforderlich “Humankapital” heranschafft.”

        völlig weltfremd und entspricht der Realität weder hier in der Schweiz noch in anderen mir bekannten europäischen Ländern.

        In diesen stellen die KMUs über 85% aller Arbeitsplätze und die meisten sind Inhabergeführt. Das “Bereitstellen von Gerätschaften und Gebäudekomplexen” ist die geringste Sorge. Das Entwickeln von Produkten und neuen Produktideen, die Führung (gouverner c’est prevoir) des Unternehmens, die Betreuung und Entwicklung der Mitarbeitenden, sich um Kunden und Märkte zu kümmern etc.etc. sind nur ein kleiner Teil der Dinge, die den Unternehmer beschäftigen – oft weit mehr als 50 Std/Woche.

        Vielleicht sollten Sie, Ueli, mal den geistigen Laufstall Ihrer Vorurteile verlassen und versuchen, die echten Verhältnisse in der real existierenden Wirtschaft wahrzunehmen.

        So primitiv wie Sie hier dahertönen, vermute ich, Sie sind staatlich besoldet, wahrscheinlich Steuerkommissär. Da hat es viele, die die Wirtschaft ebenso einseitig wahrnehmen. Jedenfalls mussten Sie Ihr Geld offensichtlich noch nie mit echten Leistungen gegenüber echten Kunden verdienen.

        Übrigens: Wenn das mit dem Kleinunternehmer so einfach ist, warum sind Sie dann nicht schon längst einer???

        • Ueli der Knecht sagt:

          @Thomas Ernst
          Ich habe bis jetzt interessanterweise weder einen Kapitalisten, noch einen Obdachlosen kennengelernt, der sich einmal damit gebrüstet hätte zu viel Freizeit geniessen zu dürfen. Stattdessen betont der Obdachlose, dass er permanent betteln gehen muss und der Kapitalist, dass er noch seinen Umsatz steigern sollte.
          Dass Sie, Herr Ernst (und tausende andere Patrons), ein fleissiger Mann sind – stelle ich nicht eine Sekunde in Frage.
          Trotzdem sind Sie ein Kapitalist – das unterscheidet Sie von ihren Angestellten. Ihre Angestellten sind reine Lohnarbeiter, während Sie von der Differenz wischen dem Arbeitsvermögen und seiner Verwertung profitieren.

        • Thomas ernst sagt:

          @ Ueli

          Das ist eben nicht der Fall. Ob die Firma mir gehört, oder sonstwem, hat auf mein Einkommen keinen Einfluss. In vielen Wirtschaftsbereichen ist heute das Kapital weitgehend irrelevant geworden. Nur die Urproduktion und die Industrie sind primär vom Kapital abhängig.

          Ich empfehle Ihnen ein Update Ihres Weltbildes. Sie hinken geistig etwa 50 Jahre hintennach.

          • Anh Toan sagt:

            @Thomas Ernst: Ja, da haben Sie sehr recht. Der Kapitaleinsatz ist heute in vielen Unternehmen weitgehend unwesentlich. Marx konnte halt nicht alles vorhersehen.

          • Ueli der Knecht sagt:

            @Thomas Ernst
            Die neuste Entwicklung, dass heute die Kapitalisten gar keine mehr sind, habe ich wohl verschlafen. -
            Die Arbeiter sind ja heute auch zu Arbeitnehmern mutiert und die katholische Kirche akzeptiert seit paar Jahren die Evolutionslehre.

  14. Luzi Sommer sagt:

    Guten Tag

    Eine ähnliche Debatte wird in Nordamerika ebenfalls geführt. Persönlich erachte ich folgende Argumentation als einleuchtend: Geschäftsbanken können durchaus Geld schöpfen, sie können dies aber nicht in unbegrenztem Ausmass tun, da das von ihnen geschöpfte Geld in der Währung der Zentralbank gemessen wird. Die Zentralbankgeldmenge wiederum ist ein Ergebnis der Geldpolitik, welche die Zentralbank grundsätzlich unabhängig von den Geschäftsbanken festlegt. Dieser Effekt tritt auch ohne Reservehaltung (die Herr Baer angesprochen hat) ein, wie es Paul Krugman in einem Blogeintrag beschreibt (http://krugman.blogs.nytimes.com/2012/03/30/banking-mysticism-continued/):

    Yes, a loan normally gets deposited in another bank — but the recipient of the loan can and sometimes does quickly withdraw the funds, not as a check, but in currency. And currency is in limited supply — with the limit set by Fed decisions. So there is in fact no automatic process by which an increase in bank loans produces a sufficient rise in deposits to back those loans, and a key limiting factor in the size of bank balance sheets is the amount of monetary base the Fed creates — even if banks hold no reserves.

    Den Effekt der Asymmetrie der Verpflichtung zur Rückbezahlung in der “Währung” der Zentralbank beschreibt zum Beispiel Nick Rowe in diesem Beitrag: http://worthwhile.typepad.com/worthwhile_canadian_initi/2012/03/banking-mysticism-and-the-hot-potato.html

    Wie Izabella Kaminska von FT Alphaville in ihrer Diskussion eines Papers von Singh und Stella erwähnt, ist dies auch für das Schattenbanksytem von Relevanz (http://ftalphaville.ft.com/blog/2012/04/11/956501/money-as-maturity-and-asset-transformation/):

    While the boom in financial pawnbroking led to more non-monetary assets being transformed into monetary-like claims– thanks to shadow banking transformation processses — it has always remained the case that only Federal Reserve banknotes count as legal tender for all debts, both public and private.

    As the authors point out, that does not mean that other financial assets cannot be accepted as payment, just that only central bank money cannot be rejected.

    Auch diese Sichtweise ist nicht neu, wie Paul Krugman mittels eines Zitats aus einem Paper von Tobin und Brainard ausführt (http://krugman.blogs.nytimes.com/2012/04/01/tobin-brainard-1963/):

    The main conclusions can be briefly stated. The presence of banks, even if they were uncontrolled, does not mean that monetary control through the supply of currency has no effect on the economy. Nor does the presence of nonbank intermediaries mean that monetary control through commercial banks is an empty gesture. Even if increases in the assets and liabilities of uncontrolled intermediaries wholly offset enforced reductions in the supplies of controlled monetary assets, even if monetary expansion means equivalent contraction by uncontrolled intermediaries, monetary controls can still be effective.

    Stellt dies nun doch ein Argument für den Multiplikator dar? Die Meinung von Herrn Bär würde mich interessieren…

    • Baer sagt:

      @ Luzi Sommer: Eine gut recherchierte Frage. Sie sprechen ein zentrales Problem der heutigen VWL an, welches leider erst von einigen Geldtheoretikern erforscht wird – die Bedeutung der Notenbankgeldmenge. Zuerst ein paar empirische Beobachtungen, dann ein paar theoretische Erläuterungen: Länder wie Australien, Kanada, Mexiko, Neuseeland, Schweden oder GB haben keine Mindesreservevorschriften mehr, und andere, wie die USA, haben sie in letzter Zeit massiv gesenkt. Friedman hat bekanntlich geglaubt, dass Zentralbanken die Geldmengen ziemlich direkt steuern können, und kurz vor seinem Tod gab er seinen Fehler in der Financial Times zu. Zentralbanken können Geldmengen erstens nicht steuern, und zweitens gibt es auch keinen stabilen Zusammenhang mit der Inflation. Daraus haben Notenbankiers gelernt – Zentralbanken steuern keine Geldmengen mehr an, die SNB hat 1999 damit aufgehört, die M-Geldmengen steuern zu wollen. Statt dessen glauben Notenbankiers und Ökonomen wie Krugman nun, dass man die Notenbankgeldmenge direkt steuern kann, und damit indirekt das Kreditvolumen der Geschäftsbanken. Diese Ansicht teile ich nicht, und glücklicherweise hat die Praxis die Fehler dieser Theorie bereits teilweise offengelegt. Nun empfehle ich, einen Stift und Papier hervorzunehmen und drei Bilanzen zu zeichnen – zwei Bankbilanzen und eine ZB-Bilanz. Zuerst müssen wir sagen, was die Notenbankgeldmenge ist: Eine Schuld der ZB (hauptsächlich) gegenüber den Geschäftsbanken. Das heisst, die Giroguthaben der Banken bei der ZB sind das Resultat einer Einzahlung von den Banken bei der ZB. Deswegen ist die Notenbankgeldmenge auf der Passivseite der ZB vermerkt, die Giroguthaben der Banken auf der Aktivseite derselben. Auf der Aktivseite besitzt die Zentralbank dadurch ein Anrecht auf ein Depot bei einer Bank. Dafür musste die Bank ihre Nettoverschuldung ggü. der ZB erhöhen. Wenn Sie jetzt mitgeschrieben haben, erkennen Sie, dass beide Bankbilanzen um denselben Betrag verlängert wurden in einer Operation, die wir blank nennen können – es handelt sich hierbei um eine reziproke Verschuldung zweier Banken gegeneinander, ein Tausch von Schuldtiteln also.

      Wieso das? Ohne diese Giroguthaben können Zahlungen zwischen Banken nicht endgültig ausgeglichen werden, wie z.B. die Deutsche Bundesbank (1994) schreibt: “bank do not accept bank money in interbank transactions, but ultimately require their claims to be settled in central bank money”. Ohne Settlement-Funktion der Zentralbank würde nach einer Transaktion zwischen zwei Bankhäusern noch immer eine gegenseitige Verschuldung existieren. Durch das Settlement der Forderungen zwischen Banken – respektive der SIC in der Schweiz unter Aufsicht der SNB – mittels Giroguthaben können die Banken unter sich endgültig ihre Forderungen begleichen und müssen nicht Angst haben, dass die Schuldnerbank konkurs geht und damit die Forderung untergeht.

      Kurz gesagt: Um Notenbankgeldmenge zu verstehen, müssen sie vom Settlement-Prozess aus denken. Wegen dem notwendigen Interbankmarkt halten Banken Sichtguthaben bei der Zentralbank: Um die Forderungen zwischen Bankhäusern mit Notenbankgeld zu begleichen. Das ist keine Schöpfung aus dem Nichts, sondern diese Notenbankgeldemissionen folgen derselben Logik wie jede andere Transaktion: Gutschrift/Lastschrift. Keine Netto-Gutschriften entstehen für die Nation als ganze. Normalerweise muss die Zentralbank in diesen Prozess nicht durch Kredite eingreifen, sondern sie erhöht die Giroguthaben der Gläubiger-Bank lediglich um denjenigen Betrag, der der Schuldner-Bank belastet wird. Nur, wenn die Giroguthaben einer Bank nicht mehr ausreichen, um die fälligen Forderungen auf dem Interbankmarkt zu begleichen, muss die Zentralbank einspringen und einen Kredit zur Verfügung stellen, wodurch sich kurzzeitig die Notenbankgeldmenge erhöhen kann. Nur durch die letzte Operation kann die Zentralbank tatsächlich das Volumen an Notenbankgeldmenge bestimmen.

      Leider gibt es hierzu wenig LIteratur, da es die allermeisten Ökonomen bis heute als unnötig erachten, sich mit dem genauen Ablauf von Zahlungen zu befassen. Falls Sie es sich jetzt trotzdem antun wollen: “Central bank money and payment finality”, von S. Rossi.

    • Baer sagt:

      Noch etwas: Während ein Bankcheck ein Anrecht über ein Bankdepot bei einer Bank gibt, gibt eine Banknote ein Anrecht auf ein Bankdepot bei der Zentralbank. Geld ist immer im Bankensystem registriert, es kann es nicht verlassen. Wenn Sie Banknoten am Automaten beziehen, nehmen Sie nicht Geld aus dem Bankensystem, sondern Sie halten es in einer anderen Form. Vorher besassen Sie die Verfügungsmacht über ein Konto bei Ihrer Bank, nun besitzen Sie die Verfügungsmacht über ein Konto bei der SNB – dieses Depot ist registriert unter dem Titel Notenumlauf. Ihr “Bargeld” ist also immer noch im Bankensystem gespeichert. Die Menge an Banknoten und Münzen im System wird ausschliesslich determiniert durch die Nachfrage des Publikums. Falls eines Tages Leute kein Bargeld mehr wollen, ändert sich überhaupt nichts an unserem Geldwesen, ausser dass wir dann nur noch mit Debit- und Kreditkarten bezahlen. Auch das wissen Zentralbankiers.

    • Baer sagt:

      Und weil ich gerade einen freien Abend geniesse und ich sowieso immer gegen den Schachcomputer verliere, gönne ich mir ein Glas Wein und tippe noch ein wenig weiter, in der Hoffnung, jemand liest mit.

      Um die Ursachen und Wirkungen der sogenannten Geldmengenausweitung zu verstehen, müssen sich moderne Ökonomen von physikalischen Konzepten endgültig befreien, welche bis heute jedes Verständnis des Finanzwesens verschleiern. Die gutmeinenden französischen Ökonomen des 19. Jahrhunderts – allen voran Walras und Cournot – glaubten, dass Ökonomie mit der Sprache der Mechanik betrieben werden müsse, um ökonomische Vorgänge zu begreifen. Das hat dazu geführt, dass wir von Liquidität, Umlaufgeschwindigkeiten und Elastizitäten sprechen, allesamt mechanische Bilder. Diese Metaphern haben vor allem dazu geführt, dass Ökonomen bis heute die buchhalterische Logik monetärer Operationen verpasst haben. Solange Ökonomen von links bis rechts sich einreden, dass Zentralbanken “Liduidität bereitstellen”, welches dann Banken weitertragen in Form von Krediten, und welches sich via einen Geldschöpfungsmechanismus vermehrt und in der Wirtschaft “umher strömt” solange werden sie die Funktionsweise des monetären Systems nicht verstehen. In diesem mechanischen Weltbild sind alle ökonomischen Grösse Funktionen voneinander, und die einzige Aufgabe der Praktiker besteht dann darin, die Schrauben am richtigen Ort anzuziehen, um am anderen Ende bessere Resultate zu erwirken. Doch es ist unmöglich, eine Zahlung durch eine mathematische Funktion zu verstehen, und genauso unmöglich ist es, Geld mit mechanischen Metaphern zu erschliessen. Jedem Kind ist klar, dass Geld nichts materiell ist, dass eine Transaktion ein buchhalterischer Vorgang ist, und doch werden physikalische Metaphern und infinitesimale Modelle verwendet, um die ökonomische Realität zu beschreiben. Wäre Geld eine Ware, die man sehen und anfassen könnte, dann hätten die Gleichgewichtsökonomen recht, dann könnte man mit der Sprache der Mechanik die Ökonomie verstehen, und Geld hätte eine Umlaufgeschwindigkeit. Jedoch leben wir nicht in einer solchen Welt, und die Modelle müssen sich deshalb der Realität anpassen, nicht umgekehrt.

      • Linus Huber sagt:

        Daher der Ausdruck “Pushing on a shoe string” oder “man kann das Pferd zwar zum Wasser führen, es jedoch nicht zwingen zu saufen”

        Solche einfachen Prinzipien werden/wurden in der herkömmlichen Lehre nicht erkannt. Kredite stehen am Anfang und die notwendigen Änderungen innerhalb der Bankbilanzen werden danach vollzogen. Das von Krugman erwähnte Beispiel, dass jemand sein Geld in bar abheben könnte und somit den Kreislauf dadurch stören könnte, stellt eine Ausnahme in der realen Welt dar, da kaum jemand grosse Mengen an Währung lagert, sondern ist eher ein lächerlicher Versuch, seine Theorien zu retten.

      • Luzi Sommer sagt:

        @Baer: Vielen Dank für die ausführliche Antwort, das Paper von Rossi habe ich kurz überflogen und werde es bei Gelegenheit gerne genauer lesen. Es spricht eine interessante Thematik an, die Relevanz von Settlement-Systemen für die Umsetzung der Geldpolitik, welche auch die von Hans-Werner Sinn angestossene Debatte um das Design von TARGET2 aufgezeigt hat.

        Ob die Zentralbanken nun Zinssätze oder Geldmengenziele festlegen sind zwei Seiten der gleichen Münze, wie Krugman hier ausführt (http://krugman.blogs.nytimes.com/2012/04/02/a-teachable-money-moment/). Ich kann nicht herauslesen, dass er die direkte Steuerung der Geldmenge vorschlägt; sie ist eine Folge der Geldpolitik.

        Die von Ihnen angesprochene Accounting-Identity des Settlement-Systems wird dadurch nicht tangiert. Sie unterstreicht aber den Unterschied zwischen Geschäftsbank- und Zentralbankgeld (den auch Rossi hervorhebt), die Geschäftsbanken müssen Zahlungen in der “Währung” der Zentralbank abwickeln (so interpretiere ich auch die Bemerkung von Krugman, die Hr. Huber kritisiert).

        Kurzfristig mag die Notenbankgeldmenge bei einem fixen Zinssatz durch die Nachfrage festgelegt werden, mittelfristig wird sie durch das Ziel der Geldpolitik bestimmt (z.B. Inflation), wie es Nick Rowe hier am Beispiel der BoC ausführt: http://worthwhile.typepad.com/worthwhile_canadian_initi/2012/04/the-supply-of-money-is-demand-determined.html.

        • Luzi Sommer sagt:

          Ein meines Erachtens ebenfalls interessanter Beitrag zu diesem Thema stammt von David Glasner, der etwas anders argumentiert, aber zu ähnlichen Schlüssen kommt und ebenfalls den Unterschied von Geschäftsbank- und Zentralbankgeld hervorhebt (http://uneasymoney.com/2012/04/11/endogenous-money/):

          So while I think that bank money is endogenous, I don’t believe that the quantity of base money or currency is endogenous in the sense that the central bank is powerless to control the price level. The central bank may not be trying to target a particular quantity of currency or of the monetary base, but it can target a price level by varying its lending rate or by taking steps to vary the interbank overnight rate on bank reserves.

          • Linus Huber sagt:

            Hi Luzi

            Die Frage ist, was Sie oder der Autor unter Preis-Level verstehen will.

            Handelt es sich um die offizielle Inflationsraten (oder z.B. die Inflationsrate nach altem Prinzip, welche wesentlich höher liegt) oder die Preise für “produktive Investitionen” oder “konsumeraehnliche Investitionen” (als letztes meine ich z.B. Immobilienpreise, welche zum Eigenbedarf erworben werden, jedoch zugleich als werterhaltende Investition angesehen wird). Ich bin kein formell ausgebildeter Ökonom und verwende oft sicherlich nicht die fachgerechten Ausdrücke, bitte verzeihen Sie mir diese Schwäche.

            Was ich hier zum mit zum Ausdruck geben will, ist die Tatsache, dass die Zentralbanken wohl die Geldmenge durch die Manipulation der Zinssätze beeinflussen kann, jedoch es wesentlich schwieriger wird, bestimmte Segmente damit zu beeinflussen, da das Geld, wenn einmal freigesetzt sich nicht mehr so einfach dirigieren laesst.

          • Baer sagt:

            @ Luzi: Es braucht mehr Quereinsteiger (und Querdenker) in der Ökonomie, deshalb ist es gut, dass Sie sich damit befassen. Ökonomische Lehren nicht zu kennen kann ein grosser Vorteil sein, man geht vorurteilsloser an die Sache ran. Zu Ihrem Beitrag zwei Aussage von Ex-SNB-Präsident Hildebrand zur Erfahrung der SNB mit Geldmengensteuerung (1975-1999):

            “(…) die Rezeptur (des Monetarismus), mit Geldmengen als Zwischenzielen für die Geldpolitik zu arbeiten, (erwies sich) bald als unzweckmässig. Es zeigte sich vor allem, dass die Geldmengenentwicklung in vielen Ländern keinen ausreichend stabilen, engen Zusammenhang zur nachfolgenden Preisentwicklung hatte.“

            “(…) Geldaggregate als Informationsvariable oder Indikatoren (werden) weiterhin beachtet. (…) Geldmengenziele als solche jedoch sind zu Recht aus dem Konzept entfernt worden. Denn sie waren für die Nationalbank insgesamt nicht besonders hilfreich. Manchmal schadeten sie sogar, indem in kritischen Perioden zu lange versucht wurde, dem Geldmengenziel möglichst nahe zu kommen, obwohl schliesslich davon abgewichen wurde.“

            Zu guter letzt Milton Friedman zum Thema: “The use of quantity of money as a target has not been a success … I’m not sure I would as of today push it as hard as I once did.“ (2003)

          • Luzi Sommer sagt:

            @Linus Huber: Wie die für die Geldpolitik massgebende Zielgrösse zu bestimmen ist, wäre wohl wieder eine andrere Diksussion. Welche Konsequenzen ein starkes Kreditwachstum haben kann und ob inwiefern dies die Geldpolitik der Zentralbanken berücksichtigen sollte, erscheint mir ebenfalls als eine wichtige und komplexe Frage.

            @Baer: Es war keineswegs meine Absicht, Geldmengen als operatives Instrument der Geldpolitik zu propagieren und ich kann das auch nicht aus den von mir zitierten Textstellen herauslesen. Mir ist durchaus bekannt, dass sich dieser Ansatz in der Vergangenheit als wenig zufriedenstellend erwiesen hat. Mir erscheint es aber einleuchtend, dass die Zentralbankgeldmenge mittelfristig vom primär gewählten Instrument der Geldpolitik (kurzfristige Zinssätze) beeinflusst wird und dass es limitierende Faktoren für die Geldschöpfung der Geschäftsbanken (und des Schattenbanksystems) gibt. Eventuell könnten Geldmengen allerdings bei der Lösung der obengenannten Frage von Relevanz sein, wie dieses Paper vorschlägt.

          • Linus Huber sagt:

            Hi Lucy

            Danke fuer den Link.

            Ich denke, dass die Idee, die Geldmengenausweitung nicht als ein Faktor zur Formulierung einer Geldpolitik mit einzubeziehen, ist/war in meinen Augen mehr als fahrlässig. Ich nehme einmal an, dass diese Ansicht oder Einstellung sich in den 90iger Jahren entwickelt hat, als man trotz enormer Geldmengenausweitung weit und breit keine Inflation erkennen konnte.

            Das Problem liegt nämlich darin, dass die Messung von Inflation (die in manchen Ländern zusätzlich unter Verdacht der Manipulation steht) sehr einseitig bewerkstelligt wird, indem man sich meistens nur auf die Konsumentenpreise oder Produzentenpreise fokussiert, jedoch Preissteigerungen in “Assets” als positiv betrachtet. Die massiven Produktivitätssteigerungen jedoch hätten bei vernünftiger Betrachtungsweise zu einer Deflation der gemessenen Konsumentenpreise führen muessen. Da jedoch eine Art Furcht besteht vor Deflation, liess man lieber die Geldmenge explodieren. Es gibt in meinen Augen auch eine positive Art von Deflation, nämlich jene, welche aufgrund von Produktivitätssteigerungen entsteht und man sollte sich in diesem Fall nicht dagegen stämmen, sondern sie begruessen.

        • Oliver sagt:

          Nick Rowe und Krugman stehen hier alle in der Tradition der ‘Quantity Theory of Money’, die die Geldmenge als exogen, also von ausserhalb der Pirvatwirtschaft, sprich durch die Zentralbank, gegeben betrachtet. Diesem steht die Schule des endogenen Geldes gegenüber, die ihre Ursprünge, wie oben von Baer erklärt, in der schottischen Bankenschule (Smith) und deren Vorläufern (Law, Steuart) hat. Die Behauptung Krugmans, dass es der Zentralbanken zur Wahl steht, die ZB-geldmenge direkt oder den Zinssatz zu kontrollieren, hält der empirischen Betrachtung nicht stand. Spätestens seit dem ganz offensichtlichen Zusammenbruch des ‘credit multiplier’ mit den LTRO und QE Experimenten, macht dies deutlich. Nicht dass Krugman und Co. hierfür keine Erklärungen bereit hätten, nämlich den zero lower bound. Aber diese schiebt das Problem m.E. einfach weiter zur Frage nach der Existenz eines mystischen Wesens namens ‘tha natural rate of interest’, also eines gottgegebenen Zinssatzes.

          • Luzi Sommer sagt:

            @Oliver: Ohne eine weitere Diskussion zur Liquiditätsfalle und dem ZLB und deren Bedeutung lostreten zu wollen, stellt sich mir bei dieser Argumentationsweise dennoch eine Frage: Sind die Offenmarkt-Operationen der Zentralbanken (auch wenn sich Design, Zweck und Wirkungsweise unterscheiden) nicht gerade ein Indiz dafür, dass sich die Zentralbank-Geldmenge an der (Geld)politik der Zentralbank orientiert?

          • Baer sagt:

            @ Luzi Stamm: Das Konto Notenbankgeldmenge, welches die SNB ausweist, erscheint von aussen betrachtet homogen, doch es sollte in verschiedene Komponenten aufgeschlüsselt werden, genauer als heute in den Statistiken der SNB ausgewiesen: In einen Teil “Banknoten im Umlauf”, in einen Teil “Banknoten bei Banken” und in einen Teil “Giroguthaben der Banken bei der Zentralbank”. Die letzte Kategorie kann man wieder aufschlüsseln in “non-borrowed reserves” und “borrowed reserves”. Die non-borrowed reserves sind von Banken einbezahlt worden auf das Girokonto der SNB, die borrowed reserves sind das Resultat eines Kredites durch die SNB zum Zweck des Settlement zwischen Banken, falls die Giroguthaben einer Bank nicht reichten für das Settlement. Nur letztere, also die “borrowed reserves”, können durch die primären geldpolitischen Instrumente direkt beeinflusst werden. Erstere, also “non-borrowed reserves”, hängen von den Mindestreservevorschriften der jeweiligen Zentralbank ab. Hat es keine Mindestreservevorschriften, werden Banken soviele Guthaben bei der SNB halten, wie sie in etwa brauchen, um jeden Tag ihre Schulden und Guthaben setteln zu können. Etwa so sehe ich das, hier bin ich jedoch zugegebermassen noch etwas unsicher – ich finde leider kaum Literatur über solche Dinge, aber die Unterscheidung erscheint mir wichtig.

          • Baer sagt:

            Sagte ich Stamm? Pardon, ich meinte Sommer.

          • Oliver sagt:

            @ Luzi

            Worauf ich hinaus wollte ist die Frage, welche Bedeutung die Zentralbankgeldmenge für die Realwirtschaft hat.

            Aber ja, soweit ich akkurat nachplappern kann, was andere erforscht haben, steht die Menge an Zentralbankgeld in einem logischen Zusammenhang mit der Geldpolitik, insofern als der Preis des Zentralbankgeldes, und somit der Zins zu dem sich Banken selber finanzieren, systemisch von dessen Angebot in Relation zur (konjunkturbedingten, heimischen) Nachfrage bestimmt ist. Ein Angebot an Zentralbankgeld, das über der sich durch den Mindestreservesatz ergebenden Menge an Zentralbankgeld liegt (non-borrowed bzw. excess reserves), wird die Zinsen am heimischen Interbanken Markt gegen null treiben. Die Zentralbank wird folglich Mühe haben, ein von diesem Zinssatz abweichenden Leitzins durchzusetzen, sofern sie nicht andere Mittel wie z.B. ‘interest on reserves’ oder’ bank asset taxes’ einsetzt.

            Um wieder auf meine ursprüngliche Frage zurück zu kommen, ist hiermit aber noch lange nicht erklärt, welchen Einfluss Zinsen auf das reale Wirtschaftsgeschehen haben. Empirisch ist dieser Zusammenhang, zumindest in seiner Auswirkung auf den Kapitalgütermarkt, relativ schwach. Der Zentralbank fehlt also ein funktionstüchtiges Kontrollinstrument für die reale Wirtschaft, womit auch die Frage nach einem exogen gegebenen, ‘natürlichen’ Zinssatz, der mit diesem Instrument angepeilt werden sollte, hinfällig wird. Das Postulat eines ‘natürlichen Zinses’ setzt einen direkten, kausalen Zusammenhang zwischen Zinsen und Konjunktur logisch voraus und schliesst gleichzeitig die Existenz anderer Kontrollinstrumente implizit aus. Ein weiteres Hindernis bei der Analyse entsteht, wenn man davon ausgeht, dass steigende Preise von Finanzwerten und Land zu Wachstum in der Realwirtschaft führen. Ich denke, dies ist ein grosser logischer Kurzschluss, mit dem die Modelle von Keen, Minsky und anderen in ähnlichen Forschungsgebieten, aufräumen.

  15. Selbstverständlich kann man Geld aus dem Nichts schöpfen, denn Geld ist Nichts. Nicht jedes Nichts ist Geld, aber jedes Geld ist Nichts. Oder was soll Geld denn sein? Ein Gegenwert für Gegenstände? Wieviel Geld ist denn ein Stein? Oder ein Stück Holz? Oder ein Regentropfen? Oder ein Marienkäfer? Kommt drauf an? Worauf kommt es an? Wieviel “Wert” wir ihm zuschreiben? D.h wenn ich jemandem sage, dass ein Marienkäfer Glück bringt, und das wird mir geglaubt, dann ist der Käfer mehr wert, als wenn man mir das nicht glaubt? Ist Geld Glaube?

    Oder kommt Geld von der Arbeit? Welche Arbeit wird mit mtl. CHF 30.- abgegolten? Die leichte Arbeit in den Schwefelminen des fernen Ostens? Und mit mtl. 3 Mio.? Die Schwerstarbeit auf dem Börsenparkett in Zürich?

    Was ist Geld? Die Noten können es nicht sein, denn es gibt auch Plastikgeld. Aber auch die Bezahltkarte im Portemonnaie kann es nicht sein, denn wenn ich sie verliere, habe ich das Geld trotzdem noch auf dem Konto. Gehen Sie mal zur Bank oder zur Post und lassen Sie sich Ihr Geld zeigen. Wenn Sie äusserst hartnäckig sind, wird man Ihnen vielleicht Geldscheine zeigen. Aber wenn viele dasselbe tun, dann wird man allen dieselben Scheine zeigen.

    Geld ist all das, worauf wir unsere Vorstellung von Geld projizieren können. Geld ist eine Fiktion. Und was ist eine Fiktion? Ein paar elektrische Regungen im Gehirn – in unseren Gehirnen, also eine kollektive Fiktion, ein kollektiver Wahn? Der Mensch ist die einzige Lebewesensart, die meint, auf die Fiktion “Geld” irgendwie angewiesen zu sein. Natürlich soll es uns Menschen nicht verboten sein, uns durch jede beliebige Eigenheit von anderen Lebewesen zu unterscheiden. Aber muss es das Geld sein? Wozu?

    90% der wirtschaftlich relevanten Tätigkeiten weltweit werden nicht durch Geld belohnt. Trotzdem werden sie seit jeher erledigt und werden auch in Zukunft erledigt werden (andernfalls gäbe es uns bald nicht mehr). Weshalb müssen die restlichen 10% so unbedingt und dringend mit Geld abgegolten werden? Verzichten wir doch einfach auf diese unsinnige Fiktion. Dann gäbe es keine Finanzkrise mehr und wir könnten uns den realen Problemen der Menschheit widmen.

    • Baer sagt:

      @ Binsberger: Obzwar ich Ihren Skeptizismus schätze und weitgehend teile, ist Geld “Etwas” (meines jedenfalls schon): eine Schuld der Bank mir gegenüber, eindeutig bestätigt durch einen realen (nicht fiktiven) Eintrag einer Nummer auf der Passivseite einer Bank (Zentralbank oder Geschäftsbank). Essentiell ist dieses Depot immateriell, denn es spielt keine Rolle, ob die Schuldanerkennung der Bank auf Software oder Pergament gespeichert ist. Auch Banknoten und Münzen sind bloss Anrechtsscheine auf Bankdepots, registriert auf der Passivseite der Zentralbank unter dem Titel Notenumlauf. Banknoten und Münzen sind also nicht Geld. Ein Bankdepot ist eine Wertschrift: es gibt seinem Eigentümer das Anrecht auf eine Zahlung in der Zukunft. Ein nützliches Anrecht ist dies, wenn Sie einkaufen gehen, denn dann führt Ihre Bank in Ihrem Auftrag eine Zahlung aus (ein technologisch komplexer Prozess heutzutage) und Sie können ein Produkt im ökonomischen Sinn konsumieren. Geld ist insofern “fiktiv”, als es immateriell ist, jedoch ist es nicht “Nichts”. Aktien und Obligationen sind ebenfalls immateriell – es sind Wertschriften, denen es egal ist, wie sie festgehalten werden, ob physisch oder durch Handschlag versprochen. Trotzdem würden Sie wohl nicht argumentieren, dass Aktien Nichts sind. Ähnlich wie bei Wertschriften ist es beim Geld, obschon Ersparnisse eine ganz spezielle Art von Wertschriften sind.

      Ob eine Gesellschaft Geld als Zahlungsmittel einsetzen will oder nicht, muss von jeder Gesellschaft selbständig und autonom entschieden werden. Ich könnte mir schon vorstellen, dass einige Gesellschaften dagegen wären, wenn sie die wirklich freie Wahl hätten – wenn auch Unternehmen demokratisch funktionierten. Falls eine Gesellschaft sich gegen das Geld entscheidet, ist das ihr Bier. Ich habe dazu keine feste Meinung, da ich mich damit begnüge, die Funktionsweise von Banken und Zahlungssystemen zu erforschen um letztendlich die Gesellschaft über ihre Handlungsalternativen und Konsequenzen zu informieren. Was sie damit tut, ist ihr überlassen. Aber ich finde Ihren Standpunkt legitim, wenngleich ich Ihre Geldtheorie als verbesserungswürdig betrachte.

      • Thomas ernst sagt:

        @Ueli

        Vielleicht ein bisschen krass formuliert, aber im Prinzip haben Sie mit dem kollektiven Wahn natürlich recht. Das Geld ist dabei aber kein Spezialfall. Wie uns die Quantenphysik nachgewiesen hat, ist unsere gesamte Konsensrealitaet “nur” eine gemeinsam erschaffene Illusion – wenn auch eine hartnäckige (Einstein)…

        • Andres Müller sagt:

          Sie kommen der Erschaffung der Realität näher Herr Ernst, sie ist nur eine kollektive Sicht auf eine Wahrscheinlichkeit, die sich zu allem Unglück auch noch durch den Flügelschalg eines chinesischen Schmetterlings beeinflussen lässt. Die Wirklichkeit ist immer schon vorbei wenn wir sie bemerken, unser Gehirn schafft sich zuerst anhand von Erfahrungen in der uns umgebenden Kultur eine subjektive Realität, die es dann hinterher mit der objektiven Beobachtung abgleicht. Leider können dabei auch mal Jahre vergehen, bis sich unser Bild vom kollektiven “Trugbild* ablösen kann.

          Zum Blogartikel: Wettbewerb predigen, aber den Wettbewerb um politische Ideen und Ratschläge beschränken, was Herr Dittli offenbar inzwischen bemerkt hat und er sich versucht mit alternativen Realitäten auseinanderezusetzen. Das Kollektiv hat nicht immer Recht, aber es drängt zur (oft verhängnisvolen) selbsterfüllenden Prophezeiung.

    • Ueli der Knecht sagt:

      Geld als kollektiver Wahn unserer Gesellschaft. Damit haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen. -
      Aber dieser Wahnsinn scheint fast unheilbar zu sein, da in unserer “Psychiatrie” namens Gesellschaft gerade das Personal (die Pfleger, die Ärzte und auch die Buchhalter) den Wahnsinn systematisch fördern, da Sie eine Aktiengesellschaft gegründet haben, welche sie auf den Namen “Wahnsinns AG” tauften.

      • Rolf Schumacher sagt:

        Geld (Zahlungsmittel) an sich ist nichts schlechtes, sondern sehr praktisch. Früher musste der Geschäftsmann mit einer Karawane reisen, um genügend Zahlungsmittel mitführen zu können, heute reicht ein dünnes Portemonnaie. Schlimm aber ist, die Macht, welche einer hat, der über viel Geld verfügt. Er hat die Macht fast alle Regeln nach seinem Willen zu brechen und er ist ein freier Mensch. Wer kein Geld besitzt ist ohnmächtig und voll und ganz der Willkür der Reichen ausgeliefert. Leider ist es aber so, dass wenn man Geld gerecht verteilen würde (alle gleichviel) die Leute dazu neigen unproduktiv, oder aber auf den Schwarzmarkt auszuweichen. Der Kommunismus ist demnach ein Willkürstaat der Staatsprivilegierten und der Schwarzmarktverkäufer.
        Um aus diesem ungerechten Dilemma zu kommen (welches das Geld schafft). Bräuchte es einige klare Regeln.
        Bankengeschäfte sollten reine Dienstleistungen sein. Spekulation mit Devisen, Rohstoffen, Aktien sollten verboten werden. Sämtliche Banken sollten Staatsbanken sein, KEINE unkontrollierbare PRIVATBANKEN.
        Wer innovativ ist und etwas produziert und verkauft, sollte gut, ja sehr gut verdienen können.
        Die Staaten müssten sämtliche souverän und demokratisch sein. Eine Unterwanderung durch reiche Mafiosi sollte vermieden werden. Indem es keine Volkswahl der Regierung geben darf (milliardenschwre Wahlkämpfe wie in den USA, verleiten dazu, dass Kandidaten gemeinsame Sache mit der Mafia machen müssen. Obama sagt heute ZB in Kolumbien er sei gegen die Legalisierung der Drogen. Er muss das tun, weil sein Wahlkampf zu einem schönen Teil von der Drogenmafia (Bank of America wäscht das Kokaingeld der Ndranghetta, Camorra, Chosa Nostra weiss) finanziert wird.
        Der souveräne Staat müsste dafür sorgen, dass keine Immobilienblasen, oder andere spekulative Blasen möglich sind. Handel ja, aber im Mass!!
        Man könnte hier noch viel anfügen. Wenn wir eine friedliche Welt haben wollen, brauchen wir faire Bedingungen für alle und das geht nur, wenn die internationale Maifa nicht mehr Politiker und Oekonomen (zb UBS Merz, UBS Blocher, UBS Spuhler, UBS Haltiner etc etc etc) kaufen können.
        Ich bin absolut kein Kommunist, ich bin aber auch ganz klar gegen die Diktatur der grossen internationalen Mafiakonzerne (Banken, Rüstung und andere Weisswaschanlagen).

        • Ueli der Knecht sagt:

          @Rolf Schumacher
          Sie streben also ein kapitalsitisches System an, welches keines mehr ist.

          • Rolf Schumacher sagt:

            Ausbeuterische Willkür hat nichts mit vernünftigem Kapitalismus zu tun? Wer nicht bereit ist dem Kapitalismus klare Leitplanken zu geben, ist von arg zerstörerischer und menschenverachtender Natur.
            Wenn es Privatvermögen gibt, gibt es unweigerlich auch den Kapitalismus (Geld ist Macht (politische-gesellschaftliche).Privatkapital und der daraus resultierende Kapitalsimus sind weder schlecht noch gut. Erst das politisch-rechtliche System um das Kapital herum macht den Kapitalismus entweder sozial wertvoll oder willkürlich ausbeuterisch. Dem Kapital ist das Tun der Menschenelite egal, den leidenden Menschen aber nicht.

  16. Linus Huber sagt:

    Ich habe in den ersten Kommentaren die Diskussion über Geld schöpfen gelesen und wie gehabt, glauben die Ökonomen die intuitive Begründung von in ihren Augen nicht ökonomisch gebildeten Diskussionsteilnehmern fast lächerlich darzustellen.

    Natürlich sind Banken in der Lage die Geldmenge auszuweiten, indem sie Kredite vergeben. Die Frage liegt nicht in der Gegenbuchung sondern im Gesamtvolumen der Kredite im System (oder in der Summe aller Bankbilanzen). Es wird sozusagen erklärt, ein Gärtner könnte keinen Wald anpflanzen, da jeder Baum eine Wurzel benötigt. Kreditvolumen erweitert jedoch die Geldmenge ebenso, wie wenn man Geld drucken würde.

    Wenn man nun dazu übergeht, und Kredit ein wenig wie ein Produkt betrachtet, welches sich immer günstiger erwerben laesst (wie dies über viele Jahre durch Zentralbanken durch ihre fahrlässige Geldpolitik produziert wurde), erweitert sich das Kreditvolumen (ja, auch die Guthaben bei Banken) immer weiter bis die Leute an ihre Grenzen kommen und Kredit auch dann nicht mehr wollen, wenn er ihnen fast gratis offeriert wird. In dieser Situation sind wir heute langsam angekommen. Jedoch hat die Ausweitung der Kreditmenge noch einen anderen Aspekt, nämlich jener, dass sie Preissteigerungen in Bereichen einzelner Investitionsgüter (Güter, in welche man investiert, zwecks Absicherung seiner finanziellen Zukunft), welche sich später als Blasenbildungen zu erkennen gaben.

    Die Geldpolitik der Zentralbanken hat sich einzig an den teilweise fragwürdigen Inflationsraten orientiert und eine leichte Deflation, welche sich aufgrund massiver Produktionssteigerungen eigentlich eingestellt hätte, wurde jedoch als Zeichen dafür genommen, dass tiefe Zinsen angemessen sind. Die Preissteigerungen im Bereiche der Investitionsgüter wurde jedoch nicht wahrgenommen, hätte jedoch klar erkennbar sein muessen, wenn die Geldmenge M3/M4 herangezogen worden wäre.

    Ebenfalls ist die Eigenkapitalquote der Banken sehr stark mit ihrer Möglichkeit das Kreditvolumen auszuweiten verbunden. Die Selbstregulierung führte zu immer tieferen Eigenkapitalquoten, womit der EPS (und die Boni) hochgeschraubt werden konnte. Das damit verbundene Risiko, bei Kreditverlusten Bankrott zu gehen, wurde ebenfalls durch die Zentralbanken minimiert, indem bei jedem auftretenden Problem sogleich Hilfe eintraf. In den Zeiten als Banking noch langweilig war (wie es sein sollte), waren Eigenkapitalquoten von 15-20% nichts außergewöhnliches. Heute geht ein Aufschrei durch die Bankenwelt, wenn die Quote von vielleicht 3 auf 4% erhöht werden soll, womit das Risiko weiter auf der Allgemeinheit liegen bleibt.

    Der interessanteste Aspekt liegt wohl darin, dass diejenigen, welche nicht im geringsten eine mögliche Krise in Betracht zogen, noch immer in all diesen Entscheidungsgremien sitzen und weiter versuchen, das Kreditvolumen im System auszuweiten, wobei heute die Staaten in die Verschuldung gedrückt werden.

  17. Linus Huber sagt:

    Kreditvolumen erweitert jedoch die Geldmenge ebenso, wie wenn man Geld drucken würde.

    Dies mit einem kleinen aber wichtigen Unterschied. Kredite sind nur vergleichbar mit Geld oder Währung, solange das Vertrauen in diese Kredite bestehen bleibt.

    • Baer sagt:

      Nun müssen Sie noch das Kreditgeschäft buchhalterisch erfassen, und Sie werden erkennnen, dass durch den Kredit zwei Depots entstehen – ein positives und ein negatives. Eines auf der Passivseite der Bankbilanz, eines auf der Aktivseite. Welches davon ist nun Geld? Beides? Keines? Die Operation, die zu den zwei Depots führte? Frei nach Wikipedia: “Debit and credit are the two aspects of every financial transaction. Their use and implication is the fundamental concept in the double-entry bookkeeping system, in which every debit transaction must have a corresponding credit transaction(s) and vice versa.”

      • Rolf Schumacher sagt:

        Vertrauen ist bei jedem Zahlungsmittel das was dessen Wert ausmacht.Je höher das internationale Vertrauen, umso höher der Wert. Wenn das Vertrauen in eine Devise ins Bodenlose sinkt, dann kann man für lächerlich wenig harte (hohes Vertrauen) Devisen auf dem Schwarzmarkt Kofferweise Lokalwährung erhalten. Siehe ehemalige Ostblockstaaten (am Bahnhof ging die Devisendealerei gleich los).
        PS: Wer ist aber befugt zu beurteilen in welche Währungen man wieviel Vertrauen haben darf?
        IWF, BIZ, Worldbank, EZBund die Ratingagenturen heissen die Vertrauensetiketten Verleiher. Und hier liegt der Teufel begraben. Jene welche diese internationalen Vertrauensdeklarationsinstitutionen anführen sind selber völlig vertrauensunwürdig. Denn die Vertauendeklariere sind eine mafiös organisierte internationale Elite, welche sich an keine Regeln halten muss und von niemandem kontrolliert wird und zudem volle Immunität (sihe BIZ) geniesst.
        Fazit in jene die Vertrauensetikettenverleiher, darf man ganz bestimmt NULL vertrauen haben.
        Das macht die Sache mit dem Geld so schweinisch ungerecht. Das bewirkt, dass etliche Länder nie auf einen grünen Zweig kommen werden, dass nur ganz wenige riesiege Geldinstitute Staatsgarantie (too big to fail) geniesen dürfen. Dass etliche Länder wegen wenig Schulden erpresst werden und andere Länder (trotz immensen Schuldenbergen, wie USA, UK etc) frech als Erpresser auftreten dürfen.
        Geld ist, weil es Macht verleiht, eine Grösse, welche die schwersten Kerle der Welt nie aus den Händen geben werden. Es wäre schön, man könnte über nacht Geld als wertlos deklarieren und der Mensch müsste wieder mit Leistung (Arbeit, Innovation) sein Eigentum erschaffen. Diese Zeiten sind leider vorüber. Arbeit zahlt sich in den meisten Fällen sehr schlecht aus, Korruption, Schummelei, etc schaffen hingegen horrende Geldwerte.Wir in der Schweiz leben auf einem anderen Stern, aber wer die Situation in Russland, Brasilien, Nordafrika, Indien, China kennt, weiss, dass normale Arbeit kaum Geldwert generiert, welcher ein bescheidenes Leben in Würde erlauben würde. Scharzarbeit und noch viel übleres helfen erst für den Sprung auf einen grünen Zweig.

        • Linus Huber sagt:

          Richtig Rolf.

          Die Zentralbanken kommen langsam in ein Dilemma. Entweder werden sie ihre Währungen weiter und verstaerkt der Gefahr aussetzen, dass das Vertrauen darin dahinschmilzt und dadurch auch die Macht der Zentralbanken oder die bestehenden fragwürdigen Kredite werden schlussendlich doch der Abschreibung unterworfen.

          Da das Vertrauen in die Banken (aufgrund der bestehenden Erlaubnis Assets nach Modellen und nicht nach Markt zu bewerten) abnimmt, werden schrittweise Geldnoten wieder attraktiv (und natürlich Gold). Diese Tendenz läuft wenigstens im Dollar so ab.

          Es besteht tatsächlich ein Wettrennen Richtung Null in Bezug auf den Wert von Währungen, aber ich denke, dass diese Kreditvolumen erweitert jedoch die Geldmenge ebenso, wie wenn man Geld drucken würde. bald auch an ein Ende kommt, da die Zentralbanken irgendwann auch erkennen werden, dass sie damit ihre eigene Macht aufs Spiel setzen.

      • Linus Huber sagt:

        Die Bilanzausdehnung muss man als Geldmengenerweiterung anerkennen, Herr Baer, ganz einfach.

        • Baer sagt:

          Das kommt darauf an, was man als Geld definiert. Die zwei Depots, die durch das Kreditgeschäft entstehen, nur eines davon, oder die Operation selbst? Für mich macht es am meisten Sinn die Zahlung selbst als Emission von Geld zu betrachten, und die Depots sind nicht Geld, sondern das Resultat der Emission von Geld. Falls man Geld so definiert, dann macht es nicht einmal Sinn, von Geldmengen zu reden, sondern eher von Geldsummen, welche nur innerhalb von Zahlungen existieren.

          • Linus Huber sagt:

            @ Baer

            Ich denke, dass die Geldmengengroesse M4 wohl die Bilanzsummen anspricht und nicht die Transaktion in sich, vergleichbar mit M0, welches den Bestand an Bargeld misst. Vielleicht liege ich ja falsch, in meiner Annahme, aber es macht für mich die beste Logik. Die Summe verschwindet ja nicht mit einer Zahlung, sondern erhöht die Bilanzsumme, ausser wenn die Zahlung eben zur Schuldentilgung eingesetzt wird, wodurch sich die Bilanzsumme reduziert. Aber bitte, Sie mögen mich hier gerne korrigieren, wenn bei mir ein Denkfehler vorliegt.

            Ich habe jedoch eine andere Frage, welche ich liebend gerne beantwortet kriegen würde. Unter der MMT gibt es die Idee, dass ein Staat, welcher seine eigene Währung ausstellt, die Staatsverschuldung quasi keine Rolle spielt und deshalb unendlich ausgeweitet werden kann, womit immer währender Finanzstimulus als Rezept für die Ankurbelung (bei Unterutitisation des wirtschaftlichen Potentials) der Wirtschaft als Massnahme nicht nur als gerechtfertigt sondern geradezu als notwendig angepriesen wird. Es wird zum Beispiel Japan als Beispiel herangezogen, wo die massive Verschuldung anscheinend keine Probleme produzierte. Ich persönlich habe grosse Zweifel an der Richtigkeit dieser Annahmen aufgrund dessen, dass ich keinen Theorien vertraue, welche einen “Free Lunch” versprechen. Die Aussage ist, dass die Zentralbank den Zinssatz endlos kontrollieren kann und somit die Finanzpolitik weitgehend der Problematik von plötzlich ansteigenden Zinsen befreit ist. Können Sie mir Ihre Idee diesbezüglich erläutern? Im voraus besten Dank für Ihre Bemühungen.

          • Baer sagt:

            @ Huber:

            M4? Die SNB definiert bloss M1-3. Indien und GB haben M4, glaube ich. Die meisten Zentralbanken definieren die Geldmengen unterschiedlich, als direkte Folge davon, dass Ökonomen ihre Arbeit nicht machen und deshalb die Theorie schlecht ist. Mir erscheinen heutige Ökonomen manchmal wie Blinde, die mit Massstäben herumlaufen und irgendwelche Dinge messen, ohne zu sehen, was sie genau messen, weil sie nicht fünf Minuten absitzen können und ein wenig logisch über ihre Konzepte nachdenken. Die Bilanzsumme einer Bank ist aber wesentlich länger als die Bankdepots, die sie auf den Büchern hat.

            Die letzte Frage würde zu lange gehen, um sie hier zu beantworten. Ich teile aber Ihre Intuition. Sie kommen selbst zur Lösung, wenn Sie die Annahmen hinter Theorie verstehen: diese Ökonomen gehen davon aus, dass Staaten Geld (sprich Kaufkraft) aus dem Nichts ad infinitum schöpfen können (die Sicht der sogenannten Neo-Chartalisten unter Randall Wray). Jamie Galbraith vertritt diese Ansicht beispielsweise. Mit dem Staat meint man hier die Zentralbank unter der Kontrolle des Staates. Ein Tipp: Die Schweizer Nationalbank darf per Gesetz der Regierung keine Kredite geben. Das heisst, der Bund muss seine Ausgaben decken durch i) Steuern oder ii) durch den temporären Verkauf von Schuldtiteln auf dem Sekundärmarkt, sprich gegen bereits existierendes Einkommen. Es ist also nicht so, dass der Bund seine Defizite mit “frisch gedrucktem Geld” bezahlt. Weiter will ich jetzt nicht darauf eingehen.

  18. Bob Baumeister sagt:

    Voilà – n-tv-Moterator Raimund Brichta erklärt die “Sache mit dem Geld” -endlich- für jedermann verständlich:

    http://www.teleboerse.de/kolumnen/kolumnen_brichta/Beim-Geld-geht-es-um-die-Wurst-article430326.html

    ….apropos “Bazooka” : “Go ahead! – Print money – make my day” – die Gefahr, wenn man zuwenig Ahnung hat….

    http://www.youtube.com/watch?v=hBssszRwwsE

    • Andres Müller sagt:

      ja, und nun beachten Sie mal diese Zeilen:
      “Eines sollte man aber unbedingt wissen: Zentralbankgeld entsteht auf die gleiche Weise wie das andere Geld auch – per Knopfdruck aus dem Nichts. Die Zentralbank schafft es, indem sie Kredite vergibt. Und auch mit einem Geldschein gibt Ihnen die Zentralbank keinerlei Anspruch auf etwas Anderes als auf ein Stückchen Papier – schon gar nicht etwa den Anspruch auf einen Umtausch in Gold.”

      Umgekehrt ist es aber so, der Besitz von Gold gibt IMMER Anspruch auf Zentralbankgeld, weil es als anerkannte Sicherheit gilt (siehe IWF Sicherheiten, sichere Anlagen). Der Staat müsste schon den Goldhandel verbieten, aber den Schwarzmarkt mit Tausch Ware gegen Gold gabs dann trotzdem noch. Ist nämlich der Handel mit Gold verboten, dann ist das Vertrauen in Papierwerte der Zentralbank bereits sozusagen verloren.
      Der Wert einer Unze Gold beruht darauf dass hier im Gegensatz zu Zentralbankgeld eine mindestmass an Vertrauen per se immer vorhanden ist. Zwar mag es Zeiten geben wo Brot noch mehr Vertrauen geniest als Gold, aber niemals aus globaler Perspektive. Indem sie Gold waschen, schöpfen sie daher Zentralbankgeld -sie erzwingen es, der Kredit geht aus Kosten der Zentralbank, bzw. die muss sich selbst Kredit geben um ihnen ihr Geld in Gold umzutauschen, sie sind nämlich am längeren Hebel.

      • Baer sagt:

        @ Müller: Durch eine Banknote haben Sie das unweigerliche Anrecht auf ein Zentralbankdepot. Dieses Depot gibt Ihnen das Anrecht, eine Zahlung zu tätigen – ein nützliches Anrecht. Geld ist keine Ware, Gold hingegen ist eine Ware und eignet sich nicht als Wertmassstab. Wäre Geld eine Ware, müsste man die Geldmenge zum BIP dazurechnen. Geld besitzt Wert, weil sie durch den Besitz eines Bankdepots das Anrecht auf einen Anteil des Sozialproduktes haben.

        • Andres Müller sagt:

          Herr Baer, aus Sicht menschlicher Betrachtungen und seiner Regulierung mag das stimmen, nur kann sich der Mensch durch die Schaffung virtueller Werte nicht von Physik loskaufen. Fiat Money an sich besitzt keinen Wert, somit auch nicht das Bankdepot. Der Wert entsteht ausschliesslich durch das Vertrauen die virtuelle Ware Geld in physischen Wert umtauschen zu können. Und jetzt kommt der Grund warum ich Geld trotzdem als Ware betrachte, es repräsentiert nämlich staatliche Macht, also ist Geld eine Scheibe Macht die sich nur mit real physikalischer Materie im Vertrauen halten kann. Der US$ ist mehr eine Ware als der Euro, weil sich hinter dem US$ atombetriebene Flugzeugträger (durchaus Ware) verbirgt welche den” Wa(h)renwert” von Fiat Money definiert. Aus diesem Grund müssen sie für US$ weniger CDS Versicherung bezahlen als für alle anderen Währungen der Welt. Die Regeln die der Mensch in der Bewirtschaftung von Waren sich schafft sind eine Sache, die physikalischen Umstände bestimmen letztlich das Vertrauen dass darin gesetzt werden kann. Und ich muss leider mitteilen dass sich Fiat Money derart aufgeplustert hat dass selbst die USA mit ihren Flugzeugträgern die Illusion nicht mehr lange wird aufrecht erhalten können dass ein physischer Bruch zwischen Kreditmenge und möglichem Warenwert des Geldes stattgefunden hat.

      • Thomas Ernst sagt:

        @Andres Müller

        Ihre Einschätzung der Roll von Gold ist höchstens zu 30% korrekt.

        Die SNB nimmt von Privatpersonen kein Gold entgegen. Die Aussage “der Besitz von Gold gibt IMMER Anspruch auf Zentralbankgeld” ist materiell falsch. Richtig ist, dass Gold seit ca. 8’000 vChr, faktisch mit dem Aufkommen von Zivilisationen von vielen Menschen bewundert, gesucht und gehortet wird. Seinen Wert hat das Gold also nicht durch irgendeinen Zentralbank- oder IWF-Mechanismus, sondern durch den Wunsch anderer Menschen, Ihr Gold zu bekommen. Immer, wenn Sie etwas haben, das andere wollen, haben Sie einen Wertgegenstand – weil sie ihn eintauschen können, gegen etwas anderes. Z.B. Gold gegen Zigaretten, oder zB Zigaretten gegen Sex.

        Im Gegensatz zu Zentralbankgeld, das im besten Fall bedrucktes Altpapier darstellt, im Normalfall aber nur ein paar Bytes auf den Festplatten der Banken, bringen die Menschen beim Gold die Wertschätzung direkt dem Gegenstand entgegen. Beim Geld wird nicht die Note, sondern das, was man im Tausch dafür erhalten könnte, wertgeschätzt. Auch beim Gold ändert die Wertschätzung mit den Umständen: Wenn ich am Verhungern oder Ertrinken bin, ist mir Gold ziemlich egal. Wenn ich ein gesättigter Sesselfurzer in einer Bürokratie bin, finde ich Gold sehr sexy.

        Beim Geld gibt es einfach noch eine weitere Ebene: Das Verhältnis zwischen der Note und dem Brot ist nicht nur abhängig von meinem Wunsch nach Brot, sondern auch vom Verhältnis dieser Note zu allen anderen gleichartigen Noten. Wenns zuviele andere Noten hat (Inflation), ist das Interesse des Brotinhabers, sein Brot gegen die Note zu tauschen – d.h. gegen die Hoffnung, die Note später gegen eine Wurst tauschen zu können, entsprechend geringer.

        Indem Sie Gold waschen, schöpfen Sie keinesfalls Zentralbankgeld. Sie erhöhen den Wert aller Güter im Land bei ceteris paribus gleichbleibender Geldmenge. Daher produzieren Sie damit Deflation. Das tut jeder, der einen Mehrwert schaftt. Um die Deflation zu verhindern, macht die Notenbank daher Geldmengenausweitung im Umfang des vermuteten Mehrwertes, um das Preisniveau (Austauschverhältnis zwischen Noten und Waren/Dienstleistungen/Devisen) konstant zu halten.

        Das ist zumindest der grundlegende Mechanismus. Dieser wird heute allerdings durch so viele Meta-Mechanismen überagert, dass das System eher an ein N-fach-Pendel erinnert (= chaotisches Verhalten) als an ein berechenbares System.

        • Andres Müller sagt:

          “Ihre Einschätzung der Roll von Gold ist höchstens zu 30% korrekt”

          “Seinen Wert hat das Gold also nicht durch irgendeinen Zentralbank- oder IWF-Mechanismus, sondern durch den Wunsch anderer Menschen, Ihr Gold zu bekommen.”

          Im Prinzip würde ich mit ihren Ausführungen Einig gehen Herr Ernst, wenn nicht die Wirklichkeit bei der Goldverwertung über Jahrtausende eine andere Begründung nahe legt. darüber habe ich nachgedacht und ich bin zum Schluss gekommen dass die Wünsche von Menschen an Gold oder auch Platin oder Silber zu kommen offenbar etwas mit Physik zu tun hat, und dass über die Physik erst die Wünsche entstehen. Zwar sind die Wünsche nicht immer gleich stark ausgebildet, doch ist es äusserst Unwahrscheinlich dass sie sich massiv ändern. Aus diesem Grund sehe ich Gold als einiges Vertrauenswürdigeres als Zentralbankengeld an. Weil dem so ist besteht wohl kein gesetzlicher Anspruch Gold in Zentralbankgeld umwandeln zu können, aber ein aus der Wirklichkeit bestehender Anspruch -Gesetze müssen sich letztendlich immer der Wirklichkeit beugen.

        • Thomas ernst sagt:

          @Andres Mueller

          Mir ist völlig unklar, warum Sie auf die Fiktion der gesetzlichen Verpflichtung einer Notenbank, Gold gegen Noten zu tauschen solchen Wert legen.

          Wir sind uns einig, dass Menschen im allgemeinen nach Gold streben. Wenn auch sicher nicht aus physikalischen, sondern aus kulturellen Gründen (Details dazu bei Ken Wilber, Halbzeit der Evolution). Jedenfalls wird man unter halbwegs normalen Umständen auch ohne Beizug der Notenbank jemanden finden, der einem das Gold abnimmt.

          Das hat mit der “Vertrauenswürdigkeit” des Goldes aber nichts zu tun, sondern nur mit der Zuverlässigkeit der Prognose über menschliches Verhalten.

          Ihre Hypothese, dass sich Gesetze der Realität beugen müssten, widerspricht der Realität und Lebenserfahrung. Gesetze sind Artefakte, die tun gar nichts, schon gar nicht sich beugen. Was passiert, ist, dass die Menschen die Gesetze ignorieren, wenn diese genügend weltfremd geworden sind. Ihre Vorstellungen dazu scheinen mir reichlich naiv.

          • Andres Müller sagt:

            “Gesetze sind Artefakte, die tun gar nichts, schon gar nicht sich beugen. Was passiert, ist, dass die Menschen die Gesetze ignorieren, wenn diese genügend weltfremd geworden sind. Ihre Vorstellungen dazu scheinen mir reichlich naiv.”

            Durch Zufall wirken noch viele Menschen naiv, Herr Ernst

            Gesetze die weltfremd werden haben das Abonnement in unseren Parlamenten. Es mag sein dass einige zuerst ignoriert werden, aber irgendwann werden sie unter Diskussion bearbeitet und angepasst. Angepasst werden diese selten im Alkoholrausch oder unter Drogen. Langfristig sorgen Sachzwänge dafür das nicht Kultur sondern Realitätssinn die Gesetze beeinflussen. Zugegeben geht es oftmals lange bis sich eine Sachlage gegen den kulturellen (Schwachsinn) Trend durchsetzt, etwa das Frauenstimmrecht dauerte doch etwas zu lange bis es kam in der Schweiz für meinen Geschmack.

      • Bob Baumeister sagt:

        BINGO!
        “Nur Gold ist Geld. Alles Andere bloss Kredit” J.P.Morgan
        “Ohne Gold/Silberstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor Enteignung durch durch Inflation zu schützen” 1966, Alan Greenspan
        “Wenn mir doch einmal ein Wahres Wort entschlüpft, verstecke ich es sogleich hinter soviel Lügen, dass es nicht wieder zu finden ist” B.Bernanke’s (Scherz!) – natürlich N. Machiavelli

        • Andres Müller sagt:

          Die gesamte Kreditmenge in Fiat Money wurde in einem Mass ausgeweitet, dass wenn auch nur 10% der Menschen die daraus Vermögen besitzen ihr Vermögen in materielles umwandeln wollte-es würde einfach zu wenig Verkaufbares auf der Welt existieren. Unter gleichzeitig meine ich im selben Jahr, nicht in derselben Stunde -hier wäre das noch viel unrealistischer umzusetzen. Um die Vermögen abzuarbeiten wären inzwischen Generationen beschäftigt.
          Dieser Tatbestand lässt sich nicht ewig weiter steigern durch zeitliche Kreditausdehnung, denn mit jedem weiteren Vermögensansteig wird das Vertrauen in Fiat Money abnehmen, weil die Schuldner im Verhältnis zu den Gläubigern in der Anzahl ins Unermessliche steigen. Irgendwann ist faktisch eine Oligarchen -Monarchie sichtbar, die an sich selbst aber zu wenig Macht besitzt um ihr Vermögen weiter ausdehnen zu können. Aus meiner Sicht ist daher Zentralbankgeld wenn noch nicht virtuell gestorben, so aber physisch kaum mehr lange im gegenwärtigen Wert zu halten. Da in der Krise zuerst Zentralbankgeld gehortet wird, resultiert daraus vorerst Deflation, im weiteren Bubble kippt das aber in Inflation, sobald sich das Zentralbankengeld in die Realwirtschaft ergiesst -aus Panik sonst nichts mehr zu kriegen für sein Geld. In den USA ist in den letzten Jahren die Bargeldhaltung extrem stark angestiegen.

          • Linus Huber sagt:

            @ Andres Mueller

            Ich sehe zur Zeit eher das Problem darin, dass das Kollateral der bestehenden Kredite nicht mehr, oder nur noch teilweise, den darauf ausgestellten Kredit abdecken kann, wenn es vermarktet würde. Wir dürfen nicht vergessen, dass das Kollateral enorme Preissteigerungen erfuhr in der Phase des Ausbaus der Kreditblase, genau aufgrund des günstigen Kredits, welcher angeboten wurde. Auf der anderen Seite der Münze ist das Aggregat “Kaufkraft” der 99%, welches sich schleichend reduziert. Zusätzlich reduziert diese Tatsache die Möglichkeit in rentable Anlagen zu investieren; selbst Kredit für Investitionen in Produktion wird immer fragwürdiger, da aufgrund der zunehmenden Unsicherheit sich keine verhältnismaessig zuverlässige Prognosen in Bezug auf längerfristige Rentabilität mehr berechnen lassen.

            Die Kreditimplosion wird durch verantwortungslose Geldpolitik verhindert (Ich denke, dass Bernanke selbst schon dieses Wort der “seemingly irresponsible monetary policy” verwandte oder sowas ähnliches). In meinen Augen wird der Pfad zwischen Hyperinflation (Verlust des Vertrauens in eine Währung) und einer Kreditimplosion immer enger, bis wir quasi nur noch auf einem Seil balancieren und jeder Fall (links oder rechts runter) der endgültige sein könnte.

            Die Instabilität des Finanzsystems nimmt durch diese Geldpolitik massiv zu, was selbst Bernanke kürzlich anerkannte, indem er der Stabilität des Finanzsystems mehr Gewicht beimessen will in der Zukunft.

    • Bob Baumeister sagt:

      @Herr Dittli, Chefredaktor der FuW, Finanz und Wirtschaft

      Seit beinahe 20 Jahren bin ich Abonnent der FuW – also Ihrer Zeitung….ebenso hatte ich auch einmal das „Vergnügen“ das „Blaue Buch“ (Rolf Dubs – Volkswirtschaftslehre) „durchzuackern“ – Aber bis zum 4-A4-Seiten-Brichta-Artikel hatte ich diese Sache mit der Geldschöpfung nie richtig begriffen – notabene auch Dubs dieses Geheimnis in seinem 500-Seiten-Wälzer mindestens genauso gut versteckt hat wie damals Darwin „unsere“ Abstammung vom Affen…!
      Jetzt erlaube ich mir einfach folgende Fragen:
      1) Stimmt das, was Brichta schreibt?
      2) Wenn das stimmt, dürfte so etwas in der renommierten FuW veröffentlicht werden?

      Vielen Dank!

      • Mark Dittli sagt:

        @Bob: Danke für Ihre Anfrage. Sie fragen, ob es “stimmt”, was Brichta schreibt. Um es vorweg zu nehmen: Da wird die Antwort schon schwierig: Denn was “stimmt” in einer Geisteswissenschaft, wie es die Nationalökonomie eine ist?
        Ich habe den amüsant und verständlich geschriebenen Text von Brichta nochmals gelesen; als faktisch falsch kann ich daran nichts identifizieren. Er sagt das, was auch ich in meinem Blog-Beitrag angetönt habe: Banken können nicht nur Kredit vergeben, wenn sie zuvor Einlagen von Sparern erhalten haben, sondern sie können Kredit (er benutzt den Begriff Geschäftsbankengeld) durch einen buchhalterischen Akt schaffen: Dem Bankkunden (als Kreditnehmer) wird der geliehene Betrag auf seinem Konto gutgeschrieben (ein Passivum in der Bankbilanz), und gleichzeitig nimmt die Bank eine Aktivbuchung (neues Kreditguthaben) vor. So wurde durch eine Kreditvereinbarung zwischen zwei privaten Parteien “Geld” geschaffen. Daher beruht ein neuer Kredit nicht zwangsläufig auf dem Konsumverzicht eines Sparers, sondern er kann aus dem Nichts erschaffen werden. Der Begriff “aus dem Nichts” in diesem Zusammenhang stammt übrigens von Joseph Schumpeter, der in “The theory of economic development: an inquiry into profits, capital, credit, interest and the business cycle” (1934) auf Seite 73 schrieb: “…This method of obtaining money is the creation of purchasing power by banks (…) It is always a question, not of transforming purchasing power which already exists in someone’s possession, but of the creation of new purchasing power out of nothing.” Schumpeter hat die Wichtigkeit dieses endogen kreierten “Geldes” für die Investitionstätigkeit in der Wirtschaft erkannt. Minsky spann den Faden dann später weiter, indem er die Kreditschöpfung im Finanzsystem als zentralen Bestandteil von spekulativen Exzessen an den Anlagemärkten identifizierte.
        Eine faszinierende Untersuchung der Kreditschöpfung in verschiedenen Ländern über einen längeren Betrachtungszeitraum haben die Ökonomen Moritz Schularick und Alan Taylor verfasst; sie zeigten schön auf, wie die Kreditschöpfung des Bankensystems ab den Siebzigerjahren regelrecht explodierte. Sie finden es hier.

        Ich habe grosse Sympathie für die Argumente von @Baer, wie wichtig es sei, diese Fragen aus buchhalterischer Sicht zu betrachten. Dirk Bezemer, der niederländische Ökonom in meinem Video, hat genau zu diesem Punkt ein sehr lesenswertes Papier verfasst (hier):

        Und hier noch ein lesenswertes Papier von Steve Keen, das er an der INET in Berlin vorstellte und in dem er auf die buchhalterische Seite der Kreditkreation eingeht

        Mein Hauptpunkt ist dieser: In Spekulationsblasen (Immobilien und/oder Aktien) hat sich historisch betrachtet wiederholt gezeigt, dass in der Phase der Blasenbildung in der Regel eine massive Ausweitung des privaten Kreditvolumens zu beobachten war. Daher halte ich es für absurd, wenn diese Explosion des privaten Kreditvolumens von den Mainstream-Ökonomen als vernachlässigbar bis irrelevant betrachtet wird.

        • Bob Baumeister sagt:

          @Mark Dittli
          Vielen Dank für Ihre Stellungnahme! – War vorhin kurz im FuW-Archiv: Wort “Geldschöpfung” – ganze 59 Treffer (ab 1999)….Inflation: 5854 Artikel….

          Ein grosses Bravo für die Aufklärungsarbeit hier! – Immer wieder ein Genuss festzustellen, wenn Journalisten mit Herzblut bei der Sache sind und so auch Themen “bearbeiten”, die weder mittwochs noch samstags umfassend in der Zeitung stehen!

          Bob Baumeister

          • Baer sagt:

            @ Baumeister
            Darf ich mir anmassen, Ihnen die Schwächen in Brichtas Artikeln genauer aufzuzeigen?

            Er schreibt: „Sie gehen zur Bank Ihres Vertrauens und leihen sich dort 10.000 Euro. Dann entstehen 10.000 Euro, die es vorher noch nicht gegeben hat. Die Bank produziert das Geld extra für Sie, und zwar im Handumdrehen per Knopfdruck – aus dem Nichts!“

            Hierbei handelt es sich um das Gewähren einer Kreditlinie. Die Bank schreibt dabei in einem sogenannten ausserbilanziellen Geschäft 10’000 Euro auf beide Seiten der Bilanz. Natürlich schreibt sich die Bank nicht einfach 10’000 Euro auf die Passivseite als Schuld – das würde keine Bank je tun – sondern die Kreditlinie wird gleichzeitig als Schuld UND als Guthaben gegenüber dem Kunden registriert. Da der Kredit erst potenziell und noch nicht realisiert ist, muss die Bank auch keine Eigenmittel dafür zurücklegen.

            „Eigentlich ist die Sache ganz einfach: Auf Ihrem Konto schreibt Ihnen die Bank 10.000 Euro gut. Das ist alles. Die 10.000 kommen allerdings nirgendwo her, sondern die Bank hat einfach aus “null” die Zahl “10.000″ gemacht. Damit ist das neue Geld geboren.“

            Brichtas Aussage erzählt demnach nur die halbe Wahrheit, und die Sache ist ganz sicher nicht einfach. Die Kreditlinie wird ausserbilanziell auf beiden Seiten der (internen) Bankbilanz verbucht.

            „Aber worauf vertrauen wir konkret beim Geld unserer Banken? Zuerst einmal darauf, dass wir dafür jederzeit BARGELD bekommen. Das ist nämlich ein anderes Geld, ein ganz spezielles. Nicht nur, weil man es real in den Händen halten kann, sondern auch, weil es – im Gegensatz zum Geld auf dem Konto – nur von einer besonders angesehenen Bank ausgegeben wird: der Zentralbank.“

            Diese Aussage ist sehr schwach. Banknoten sind insofern Zentralbankgeld, als dass das unterliegende Depot auf der Passivseite der ZB registriert ist, anstatt auf der Passivseite einer Geschäftsbank. Bezahlen kann man mit beidem genau gleich gut, und beides ist gleich viel Wert. Einkommen, die in einer Währung ausgedrückt werden, besitzen Kaufkraft, weil sie durch Arbeit verdient wurden. Wenn eine Unternehmung einen Kredit beansprucht, um Löhne zu bezahlen, wird der Output gemessen und das neue Einkommen des Arbeiters entsteht in Form eines Depots bei einer Bank. Das Einkommen ist die numerische Form des Outputs, weshalb es seinem Besitzer Kaufkraft über einen Teil des Sozialproduktes gewährt. Die Theorie, Kaufkraft sei eine soziale Illusion, stammt daher, weil die heutige Geldtheorie noch nicht verstanden hat, wie das Geldwesen mit der Realwirtschaft untrennbar zusammenhängt: durch die Bezahlung von Löhnen, wodurch neue Einkommen (in Form von Bankdepots) entstehen. Weiter:

            „Zentralbankgeld entsteht auf die gleiche Weise wie das andere Geld auch – per Knopfdruck aus dem Nichts. Die Zentralbank schafft es, indem sie Kredite vergibt.“

            Auch diese Aussage ist einfach zu widerlegen, denn das stimmt bloss für einen Teil der Notenbankgeldmenge. Ein grosser Teil der Notenbankgeldmenge entsteht dadurch, dass Geschäftsbanken der Zentralbank eine Geldsumme überweisen (Girokonten der Banken bei der Zentralbank). Wieviel die Banken einzahlen, hängt davon ab, wie viele Zahlungen auf dem Interbankmarkt sie tätigen müssen. Die Forderungen zwischen Banken werden dann mittels dieser Girokonten ausgeglichen. Weiter:

            „Und auch mit einem Geldschein gibt Ihnen die Zentralbank keinerlei Anspruch auf etwas Anderes als auf ein Stückchen Papier – schon gar nicht etwa den Anspruch auf einen Umtausch in Gold.“

            Das stimmt nicht. Durch den Besitz einer Banknote haben sie Anspruch auf eine Zahlung, eine überaus praktische Sache. Sie können damit auch Gold kaufen, wenn Sie wollen, einfach nicht zu einem fixen Kurs von der Zentralbank.

            Interessiert? Dann schreibe ich mehr.

          • Anh Toan sagt:

            @Baer: Vielen Dank für Deine obige “Anmassung”. Ihre Kritik an den fünf Auszügen aus diesem Bericht, erscheint mir als Laien absolut berechtigt:

            Habe über Jahre meine Hypothek im privaten Umfeld finanziert, um jederzeit zahlungsfähig zu sein, liess ich mir von der Bank eine entsprechende Kreditlinie gegen die Grundpfandsicherheit einräumen: Hätte ein privater Gläubiger sein Geld vorzeitig zurückgewollt, hätte ich jederzeit das Geld von der Bank holen und den Gläubiger befriedigen können. Hätte der Bank auf den Kontokorrentkredit teure Zinsen bezahlen müssen, bis ich meine Hypothek wieder neu (entweder mit der Bank oder einem privaten Gläubiger) als Hypothek finanziert hätte. Gemäss obiger Betrachtung hätte ich dann gleichzeitig zwei Kredite gehabt, die tatsächlich gewährten Kredite der privaten Gläubiger und die Kreditlinie bei der Bank: Die Kreditlinie bei der Bank hatte rund 10 Jahre Bestand, wurde nicht einmal in Anspruch genommen (war kein gutes Geschäft für die Bank, nur Arbeit und kein Ertrag): Gemäss Brichta wäre diese Kreditlinie eine zusätzliche Geldschöpfung durch die Banken gewesen. Ich würde nicht von Schwächen in Brichtas Artikel reden, es ist schlich hahnebüchener Mumpitz, der auf Buchungen ohne Gegenbuchung basiert, das gibts seit Da Vinci nicht mehr. Der soll das Prinzip der doppelten Buchhaltung entwickelt haben.

          • Anh Toan sagt:

            Die Banken können ganz bestimmt nicht alleine Kredit oder Geld schöpfen, wie es Ihnen beliebt: Selbst wenn man alle logischen Einwände betreffend doppelter Buchhaltung mal weglässt, ist doch offensichtlich, dass es dazu auch einen Kreditnehmer braucht. Solange kein Kunde einen Kreditvertrag unterzeichnet, kann die Bank keinen Kredit gewähren. Voraussetzung einer “Geldschöpfung” durch Banken mittels Kreditgewährung ist mindestens eine entsprechende Kreditnachfrage. Die Darstellung, Banken können jederzeit und unbegrenzt nach Belieben Kredite vergeben, also doch auch ohne entsprechende Nachfrage, und damit Geld schöpfen, ist absurd. Ich denke nicht, dass Minsky oder sonst ein zumindest halbschlauer Oekonom sowas behauptet, jedoch die Nachplapperer dieser Theorien, die auch gar nicht versuchen, diese tatsächlich an der Realität zu messen, der Theorie wird einfach geglaubt. Endlich weiss man, wer Schuld ist an der Misere, zum Glück nur die Banken, nicht wir als Gesellschaft, die mehr konsumiert als produziert.

          • Baer sagt:

            @ Anh: Einverstanden.

          • Mark Dittli sagt:

            @Anh, @Baer: Selbstverständlich ist die entsprechende Kreditnachfrage einer Gegenpartei nötig, damit die beschriebene “Geldschöpfung” durch die Geschäftsbanken funktioniert. Bloss: In der Aufwärtsbewegung, wenn sich die Kreditnachfrage von “Hedge” über “Speculative” zu “Ponzi” steigert, ist das nie ein Problem. Erst in der Balance Sheet Recession ist die (private) Kreditnachfrage nicht mehr da – aber dann braucht man sich auch keine Sorgen über den aufgeblähten privaten Kreditaufbau mehr zu machen.

          • Baer sagt:

            @ Alle, die es interessiert. Weiter mit dem Brichta-Artikel…

            “Auch dann muss Ihre Bank erst einen Kredit bei der Zentralbank aufnehmen. In diesem Fall lässt Sie sich die 10.000 Euro allerdings nicht auf dem Konto gutschreiben, sondern in Form von Geldscheinen auszahlen. Danach können Sie sich die Scheine bei Ihrer Bank abholen, indem Sie das Geld vom Konto abheben. Sie sehen daran: Auch Bargeld kommt – genauso wie das Geld auf dem Konto – durch Kredit in Umlauf.”

            Auch hier nur halbrichtig. Ja, die Bank erhält Banknoten von der ZB, jedoch muss die Bank dafür bei der ZB einen betragsmässig gleichen Betrag einzahlen (sprich, die Giroguthaben erhöhen). Es handelt sich hier um eine reziproke Verschuldung von Bank und Zentralbank.

            “Im Prinzip entsteht sogar sämtliches Geld durch Kredite. Und Kredite sind es auch, die das Geld am Leben erhalten.”

            Fast richtig, aber besser: Geld entsteht innerhalb jeder Zahlung, und alles heutige Geld ist Bankgeld.

            “Das bedeutet: Jeder Euro auf Ihrem Konto und in Ihrem Portmonee – selbst der, den Sie zum Beispiel als Gehalt überwiesen bekommen – ist durch Kredit geschaffen worden.”

            Das ist tatsächlich so. Das bedeutet, dass jemand für die Gutschrift, die Sie besitzen, eine Schuld gegenüber dem Bankensystem eingegangen sein muss.

            Brichtas Begriff “produziertes Geld” ist unglücklich gewählt, denn Produktion ist per Definition ein zeitintensiver und arbeitsaufwändiger Prozess. Eine Emission von Geld geschieht jedoch augenblicklich innerhalb einer Zahlung durch den berüchtigten Knopfdruck. Deshalb sollte man von einer Emission von Geld sprechen, nicht von Produktion. Die Geldemission monetarisiert die Produktion und verleiht dem Resultat der Produktion – Output – somit eine numerische Dimension: den Wert.

            “Und bei einem großen Teil des Geldes tut sich gar nichts; er bleibt unberührt auf den Konten liegen.”

            Falsch. Aus dem vorhin gesagten folgt, dass alle Einkommen investiert sein müssen. Man kann Ersparnisse nicht horten, denn Ersparnisse sind immer schon investiert. Das folgt aus der Identität S = I, welches keine Gleichgewichtsbedingung ist, sondern eine logische Identität, basierend auf der buchhalterischen Natur von Geld. Wenn sich eine Unternehmung verschuldet, um Löhne auszubezahlen, entsprechen die nicht konsumierten Einkommen (= Ersparnisse) notgedrungen gerade dem Wert der noch nicht verkauften Produkte (Investitionen in Lagerbestände). Deshalb S=I.

          • Bob Baumeister sagt:

            @Alle!
            Vielen Dank für alle die interessanten Einwände, Links und anregenden Beiträge!
            Allerdings bin ich jetzt doch etwas verwirrt! – Sehr sogar!
            …da schreibt also Raimund Brichta – ausgerechnet ein Diplom-Volkswirt und seit 20 Jahren Moderator der Telebörse – diesen vielbeachteten, verständlichen Artikel zu „Geld“….-ich glaubte 4 Jahre lang, endlich(!) so einiges „mehr“ darüber zu verstehen, und jetzt – doch wieder lauter ???….

            “Alles ist richtig, nichts ist richtig – das ist der Weisheit letzter Schluss.” Georges Clemenceau

            Bob

        • Luzi Sommer sagt:

          Guten Abend Herr Dittli

          Mir ist aufgefallen, dass Sie die Debatte, die durch das Paper von Steve Keen ausgelöst wurde, die ich weiter oben in den Kommentaren angesprochen habe ( hier , hier und hier ) bereits in Ihrem Eintrag vom 2. April erwähnt haben.

          Die Rolle der privaten Kreditvergabe im Vorfeld von Finanzkrisen ist auf jeden Fall ein wichtiges und spannendes Thema, persönlich bin ich aber nicht überzeugt, dass MMT das einzig richtige Framework darstellt, um sich damit zu befassen.

        • Linus Huber sagt:

          @ Mark Dittli

          Sie sind den herkömmlichen Ökonomen meilenweit voraus. Danke!

        • Andres Müller sagt:

          Herr Baer, Sie schreiben ““Im Prinzip entsteht sogar sämtliches Geld durch Kredite. Und Kredite sind es auch, die das Geld am Leben erhalten.””

          Um dies zu belegen, könnten Sie mir bitte mal beschreiben was bei folgendem Vorgang geschieht:

          Ein Kind findet beim Berggang einen Diamanten. Damit geht dessen Vater zu einem Diamantenhändler. Der Händler bezahlt für den Findling glatte 1000.- sFr. in Bar.

          Nun, der Diamant erhöht die bestehende Geldmenge um 1000 Franken. Ensteht nun dieses Geld aus Kredit oder durch den Akt des Findens?
          In der Technik gibt es einen Prozess der Reverse Engineering heisst ( umgekehrt entwickeln, rekonstruieren). Aus dem fertigen Objekt wird wieder ein Plan erstellt. Das Erscheinen des Diamanten löst sozusagen ein Reverse Engineering beim Geldschöpfungsprozess aus -der Kredit der zum Händler floss, begibt sich auf die umgekehrte Reise und wird durch die Erhöhung der Geldmenge getilgt. Dabei bleibt nur noch der Zins des Kredites übrig, aber nicht der Kredit selbst. Oder habe ich da was übersehen?

          • Baer sagt:

            @ Andres: Die Aussage, die Sie zitieren, stammt von Brichta; ich hatte ihn zitiert und gesagt, dass die Aussage “fast richtig” sei. Der Vorgang, den Sie beschreiben, ist ein Transfer von bestehendem Einkommen. Der Händler besitzt scheinbar bereits CHF 1’000.- in bar (d.h. als Depot bei der ZB) oder in Form eines Bankdepots bei einer Geschäftsbank, wobei zu klären wäre, wie er dazu kam. Jedenfalls transferiert er mit der Zahlung Einkommen im Wert von CHF 1’000.- an den Vater. Die Zahlung selbst wird durch eine Geldemission ausgeführt, die Menge an Einkommen bleibt vor und nach der Transaktion dieselbe, bloss die Besitzverhältnisse verändern sich. Die Bilanz des Bankensystems bleibt “gleich lang”. Alternativ könnte der Händler den DIamanten mit einem Kredit kaufen. In diesem Fall würde sich die Bilanz um die CHF 1’000.- verlängern, beidseitig. Ich hoffe, diese Antwort ist zufriedenstellend. Der Zins wäre dann ein separates Geschäft.

          • Andres Müller sagt:

            Besten Dank Herr Baer, ihre Ausführung ist mir nachvollziehbar. Ich hatte im Prinzip das Kreditgeschäft im Fokus. Mit dem Ausdruck “Verlängern” oder “gleich lang” sind offenbar zwei Möglichkeiten gegeben, das habe ich gar nicht bedacht. Sehr interessant.

  19. Ueli der Knecht sagt:

    @Bob Baumeister
    An Z-Bankgeld kommt G-Bank nur durch Hinterlegung erstklassiger Sicherheiten – G-Bank profitiert aber davon, dass die Differenz zwischen Geld aus “Eigenproduktion” welches als Kredit fungieren kann und den hinterlegten Sicherheiten bei der Z-Bank möglichst gross ist. Deswegen sind deutlich weniger als 10 Prozent der Kredite, welche die Geschäftsbanken vergeben, mit Z-Bankgeld unterlegt.
    Mehr sagt der Brichta auch nicht.

    • Andres Müller sagt:

      Gemäss IWF Bericht gibt es kaum mehr “erstklassige Sicherheiten”, deshalb nehme ich an dass hier eine Verwässerung stattfindet in der solche *erstklassigen Sicherheiten” in Paketen weiter verkauft wird bis sie dann irgendwann höchstens noch Wert im Sinne der Homöopathie haben.

    • Linus Huber sagt:

      Ich stimme Ihnen zu Ueli.

      Das Wort erstklassige Sicherheiten passt mir persönlich gar nicht. Es sind hier wohl hauptsächlich Staatsanleihen gemeint oder andere Triple A Anleihen.

      Die Qualifizierung von Krediten zeigt viele negative Aspekte, indem z.B. die Banken/Investoren ihre Sorgfaltspflicht selber nicht mehr richtig wahrnehmen und sich einfach auf diese Bewertungen berufen. Ich fände es vorteilhaft, dass solche Alibi Bewertungen nicht zur Anwendung kommen dürfen.

      Ebenfalls finde ich stossend, dass Reserven/Eigenkapitalquote der Banken risikobereinigt festgelegt werden. Es wäre bedeutend einfacher, wenn die Eigenkapitalquote einfach so oder soviel % der Bilanz zu sein hat, alles andere ladet zur Manipulation ein. Natürlich sollten nur Werte auf einer Bankbilanz erscheinen, welche am Markt bestehen und fiktive auf Modellen basierende Werte sollten gar nie erlaubt sein.

  20. Rolf Schumacher sagt:

    Nachtrag. Wenn jemand lesen will mit welchen Methoden die internatial bestens vernetzte Macht operiert, dem empfehle ich das Buch “Un dimanche à la piscine à Kigali”. Der Autor (GIl Courtemanche) ist ein kanadischer Journalist, welcher während Jahrzehnten für Radio Kanada aus Afrika berchtet hat. Er beschreibt im Buch, wie die internationalen Offiziellen die lokale Mafia mit Waffen versorgen, wie ausländische Investoren (Zb Unicredit oder ander US oder europ Banken) lokale Banken kaufen und so das Drecksgeld der lokalen Mafia (gegen unglaubliche Kommissionen oder auch andere Geschäftsvorteile) weisszuwaschen. Wie weisse Aerzte an Aidspatienten herumexperimentieren, um ihre Karriere (mittels Publikationen) zu optimieren. Wie internationale Beobachter mit Prostituierten und Geldgeschenken zum Schweigen oder Wegschauen gebracht werden. Wie niemand etwas gegen den sich anbahnenden Genozid (Holocoust der Tutsis an den Hutus) unternimmt.
    Leider wollen viele Europäer und US-Amis die Realitäten nicht wahrhaben. Lieber schmeissen sie heuchlerisch im Vorweihnachtsverkauf einige Coins in einen Charityeimer und singen einige Wheinachtsliedchen mit den Armen, als dass sie sich von ihren Privilegien und den von Sklaven in Indien, China, Afrika fabrizierten Tools zu trennen.
    Im Artikel wird nach intellektuellen ökonomischen Querköpfen geschrieen. Nicht die Wissenschaft bestimmt den Gang der Dinge, sondern die international extrem gut organisierte Mafia. Die Wissenschaft übernimmt bloss Feigenblatt (Vertuschungsfunktion).
    Solange Politiker, Wirtschaftsexperten und internationale Beobachterderart leicht bestechlich sind wird sich nichts ändern. Die Hausaufgaben in Afrika, Südamerika, Asien etc sind überhaupt noch nicht gemacht. Und wenn “We Change” Mafia- Präsident Obama in Kolumbien die Legalisierung der Drogen ablehnt, tut er das auch aus eigennützigen Ueberlegungen. Die Präsidentschafts-Wahlkämpfe in den USA kosten mehrere Milliarden US-Dollar. Die Drogenmafia (Bank of America (Unicredit-UBS) wäscht Drogengeld aus Südamerika systematisch weiss und zahlt dem Präsidentschaftskandidaten einen schönen Batzen aus dieser Kampfkasse. Der Präsident weiss deshalb sehr wohl wem er verpflichtet ist.
    Getrübt wurden das Gipfeltreffen der amerikanischen Staaten in Kolombien wegen Sexeskapaden der Obamastaffs. Früher konnten die US-secret service Mitarbeiter tun und lassen in Südamerika was sie wollten. Heute ist Südamerika emanzipiert und lässt die Sauereien des heuchelrisch bigotten Obama Stuffs auffliegen.Früher wurde alles unter den Teppich gewischt (Gentlemanspielereien gehen niemanden was an). Sex ist sehr wohl privatsache, aber ein Land dass sich derar prud gibt, sollte wenigstens die eigenen Ofiziellen besser im Zaum halten.
    In vielen Ländern dieser Welt (darunter auch in extrem verarmten Regionen) betreiben die GIs Militärbasen. So auch in Constanza. Der Sexkonsum der lokalen GIs ist gross und oft sehr dekadent. Die völlig verarmte und oft auch versklavte Bevölkerung (Zigeunerinnen, welche einem Pimp gehören) sind schutzlos ausgeliefert. Wenn es zu Uebergriffen kommt, greift das rumänische Gesetz nicht, denn die GIs geniessen volle Immunität (sind dem US-Militärgesetz unterstellt). In Constanza wird auch ein “geheimes” illegales Gefängnis geführt. Liebe Blogleser, das sind so Einrichtungen, in welche unbequeme QUERDENKER durchaus eingesperrt und gefoltert werden können, ohne dass es jemand merkt. Das ganze illegale Gebaren ist international akzeptiert. Man stelle sich vor, der Iran hätte eine Flugbasis in Italien. Wie würden die USA/UK/F aufschreien??
    Die USA hat auf allen Kontinenten Militärbasen (gemäss Gesetz ist der Tatbestand der Kriegserklärung bereits erfüllt, wenn ein einziger uniformierte Soldat die Grenze seines Landes verlässt, um anderswo einzumarschiren). Die USA haben überall auf der Welt huderttausende von vollbewaffneten GIS stationiert, schweres Geschütz (auch atomares) und dazu auch noch die obengenannten illegalen geheimen Gefängnisse. PS Obama versprach vor vier Jahren Guantanamo zu schliessen (es ist heute noch geöffnet). Wie wollen wir also ein faires Wirtschaftssystem aufbauen, wenn die reichsten und einflussreichsten Menschen sich an keine Regeln halten?

    Fazit. Was genau wollen wir ändern? Wie kann man ein faires System aufbauen wollen, wenn sich einige wenige (internationale Mafia) an gar keine Regeln hält??
    Wenn man etwas ändern möchte, braucht es weltweit ähnliche Infrastrukturen und es darf kein Land für sich beanspruchen Weltpolizist zu spielen. Leider ist aber das eine Utopie, denn die Geldmafia wird mit allen Mitteln jegliches Bestreben eine faire Gesellschaft aufzubauen sabotiern. Das hat sie schon immer getan und sie wurde dabei gerade auch von der Wissenschaft unterstützt. Ohne die Eugeniker (Julian Huxley UK Biologe und Vater der Rassenhygiene) hätten viele Ländern nicht derart systematisch den Uebergriff auf ethnische Minderheiten zB Zigeuner in Rumänien, Bulgarien, Oesterreich, Ungarn, Deutschland oder aber Schwarze in Brasilien, USA, etc etc
    Zu oft, viel zu oft, haben Dr. und Prof. Feigenblatt für die internationale Mafia gespielt. Collin Powel und seine Massenvernichtungswaffendemonstration vor der UNO war ebenfalls eine hochdotierte Marionette, welche sich vor den Karren der mafiösen Geldelite hat spannen lassen. Collin Powel wurde wusste, dass das eine fette Lüge war, er wurde aber von Hardlinern (Mafiazudienerne und selber Bestandteil der internationalen Mafia) Don Rumsfeld/Dick Cheney dazu gezwungen. Powel zog dei Konsequenezen (als ehrliche Haut bleibt nichts anderes übrig) und trat zurück, um das Zepter der Mafia zu übergeben.
    Die internationale Mafia wird aber nicht nur von der Wissenschaft geschützt und unterstützt und kauft sich die Spitzenpolitiker gleich reihenweisen, sondern sie hat sich auch noch an den Schalthebel der nationalen und internationalen Finanzinsitute gesetzt.
    Statt über Geldschöpfung aus dem NIchts zu sinnieren, sollte man jenen den faulen Zauberern ganz einfach rigoros das Handwerk legen. Man sollte überpfrüfen wer an der Spitze der grössten Finanzinstitute steht. D.h. deren Biographien ganz genau studieren und dann müsste man handlen. Immunität aufheben und konsequent verurteilen!!! Leider überlässt man die fiesen Schlammschlachten gleich auch noch der Mafia und kuscht vor derer Geldmacht. Siehe Doris Leuthard nach dem UBS Fiasko, als sie der CH-Bevölkerung sagte, es käme zu teuer Marcel Ospel und Peter Kurer den Prozess zu machen. Aber das Volk könne ja Sammelklagen einreichen. Die Mafia kann Grossunternehmen an grobfahrlässig an die Wand fahren, den Ruf eines Landes schädigen und kommte stinkreich, unbescholten und frei aus solchen Affären heraus.

    • Anh Toan sagt:

      @Rolf Schumacher: Unter Obama ging die Zahl der Insassen Guantanamo von etwa 1’000 auf unter 200 zurück: Ein Teil der 200 ist noch da, weil kein Land sie aufnehmen will. Kein Wort ist von Ihnen zu hören betreffend politischer Häftlinge in China, Russland, Ukraine, Syrien usw. usw. Einzig auf die USA dreschen Sie ein: Ihnen gehts weder um die Häftlinge in Guantanamo noch um sonstige politische Häftlinge, Ihnen gehts einzig darum, die USA anzugreifen, wohl weil diese Israel unterstützen.

      Glauben Sie, die Chinesen, die in Afrika investieren, seien weniger verwerflich als die Amis? Glauben Sie, die würden keine Dienstleistungen von Prostituierten entgegen nehmen? Glauben Sie, die Banken in Singapore, Hongkong oder Dubai waschen kein Geld? Glauben Sie, wenn Sie in Dubai eine Wohnung kaufen, bar bezahlen, irgendeiner fragt, woher Sie das Geld haben? Glauben Sie, in Weissrussland wird gefragt? Glauben Sie, die Unterstützung Russland für Syrien basiert nicht auch auf wirtschaftlichen Interessen (Waffenverkäufe)? Hat Russland keine ausländischen Militärbasen?

      Schön, dass Sie verstehen, dass die USA mittels Truppenstationierung Deutschland den Krieg erklärt hat! Überraschend, dass es die Deutschen während über fünfzig Jahren nicht gemerkt haben. Oder haben Sie es bemerkt, jedoch auch bemerkt, dass es Ihnen im Kriegszustand mit den USA besser geht, als im Frieden?

      Gerade Russland und China sind Staaten, in denen es keine “Mafia” gibt, weil der Staat selbst die Mafia ist. Wie sollte eine kriminelle Organisation bstehen können gegen eine andere krinminelle Organisation, die ein Gewaltmonopol hat? Für einigermassen neutrale Beobachter ist der mafiöse Charakter der Macht in China und Russland viel eindeutiger als in den USA: In China mischen nicht private Unternehmer soviel Wasser in den Beton, dass die Brüxcke einstürzt, es sind staatliche Tiefbauunternehmen, die dies tun, und die gesparten Mittel in die Taschen der Funktionäre stecken. Diese beziehen Gehälter als Unternehmer, das Kapital Ihrer Unternehmen ist jedoch staatliches Kapital: Hier wird das Risiko sozialisiert und die Gewinne privatisiert. Ein Teil der Mittel erhalten die wiederum staatlichen Untersuchungsbehörden, damit diese das Geschäft nicht stören. Da werden, bevor offiziell bekanntgegeben wird, wo eine Strasse hingebaut wird und ein neuer Industriepark entstehen soll, die Grundstücke von den Bauern abgekauft und in den gesamten Familien der Funktionäre verteilt, die Schwestern und Brüder, die Nichten und Neffen, die Cousins und Grosscousins, alle kaufen ein Grundstück, es wurden Fälle publik mit über hundert Einheiten pro Familie, um es an die ausländischen Investoren mit gigantischen Gewinnen weiter zu verkaufen. Riechen die Bauern den Braten, und wehren sich, ihre Grundstücke zu verkaufen, werden sie enteignet, versuchen sie sich dagegen zu wehren, gehts ab ins Arbeitslager.

      Im verurteilen sind Sie gut, Herr Schumacher, leider nicht so gut im zweiten Teil Ihrer Forderung, dem konsequenten verurteilen, Sie sind sehr selektiv im verurteilen.

    • Anh Toan sagt:

      @Rolf Schumacher: Wissen Sie, wie rassistisch die Asiaten, insbesondere gegen Schwarze sind? Was glauben Sie, wie die mit afrikanischen Geschäftspartnern, von Prostituierten bis zu Arbeitnehmern oder dem Staat umgehen. Glauben Sie, die interessiert, welche Gangsterbande gerade das Land regiert, was in Afrika in deutscher Übersetzung ausbeutet heisst, solange diese Bande bestechlich zu vernünftigen Konditionen ist? Ich kam zum Ergebnis, in Eritrea ist der Staat weitgehend faktisch Bestechungsfrei: Die lokale Bevölkerung hat nichts (da selbst Sex ein sehr billiges Gut für Funktionäre ist) mit dem sie jemanden bestechen könnten, von den Ausländern wird soviel verlangt, dass es niemand bezahlt.

      • Rolf Schumacher sagt:

        Ich lebe in Westeuropa. Mein Fokus liegt daher auch hier. Die Menschensysteme sind in China/Indien/Russland sicher nicht besser, ganz im Gegenteil. Sie mögen absolut recht haben, dass in diesen Staaten Menschenrechte noch viel krasser mit Füssen getreten werden und die Mafiainfiltration bis in die höchsten politischen Ränge noch konsequenter umgesetzt wurde als bei uns im Westen. Mich stört eher die Scheinheiligkeit der westlichen Staaten, insbesondere der USA. China zieht aus um sich die Welt mit Geld und Gewalt unter den Nagel zu ziehen. Die USA brabbelt etwas von Befreien und Demokratie geben, klaut aber noch in weit grösserem Stiel fremde Güter, als jedes andere Land. Da es viele Menschen gibt, die bereit sind alle Regelen, Konventionen und jede moralische und ethische Form mit Füssen zu treten, um an ihre Ziel zu kommen, ist eine friedliche faire Welt eine schnöde Utopie.
        Es gibt de fakto zwei Lösungen. a) Nihilistisch-Existentialistische und b) jene die an eine höhere Form von Gerechtigkeit (jüngstes Gericht) glauben. a) ist ein menschenverachtender Gedanke b) möglicherweise ein naiver.
        Mir ist Naivität allemal lieber als menschenverachtender, gottloser Sozialdarwinismus.
        Der Tod wird das Ungewisse zur Gewissheit machen, bis dahin müssen wir im Zweifel weiterwursteln, ohne dabei seelisch zu verzweifeln, oder gar komplett zu Verrohen bis hin zur “Aseelie”.

        • Anh Toan sagt:

          @Rolf Schumacher

          Ich sehe China und Russland lange nicht so negativ wie oben dargestellt, ich wollte nur aufzeigen, wie einfach es ist, so eine Anklage zu schreiben, solange man sich weitgehend auf Behauptungen und Suggestionen beschränkt, diese bestenfalls mit einer nicht auszuschliessenden Motivation unterlegt.: Ich analysiere meinen eigenen, den zweiten, kurzen Kommentar:

          Erste Frage ist eine Behauptung, grammatikalisch als Frage formuliert:: Asiaten sind Rassisten
          Die zwei nächsten Fragen (Ein Fragezeichen fehlt) sind nicht mal Behauptungen, es sind reine Suggestivfragen (Heisst das glaub?), dubiose Unterstellungen.
          Dann behaupte ich etwas zu Eritrea, das nicht mal stimmen kann: Wie können die Beamten so reich sein, dass Sex für sie billig ist, wenn sie von niemandem bezahlt werden?

          Auch mein erster, deutlich längerer Kommentar beruht ausschliesslich auf diesem Prinzip. Ich verwende da noch die Methode, aus Einzelfällen eine Systematik zu machen. Zweifellos kommt dies irgendwo in China vor, ich belege nicht mal im Ansatz, dies sei systematisch.

          Ich persifliere Ihre Methodik, Herr Schumacher, anscheinend mache ich dies schlecht, Sie scheinen es nicht gemerkt zu haben.

  21. Ueli der Knecht sagt:

    @Rolf Schumacher
    Die Politik der Weltmacht Nr. 1 aka USA ist tatsächlich immer noch eine einzige Katastrophe (und ich war vor 4 Jahren noch naiv genug zu glauben, dass Präsident Obama der Retter in der Not sei).
    Der dritten Welt (Afrika, Asien, Südamerika) bekam es nicht gut, dass sie vor ein paar Jahrzehnten in die politische Unabhängigkeit geschickt wurde – ohne funktionierende Industrie und Landwirtschaft. Die damaligen Machtblöcke haben dann auch all ihre Stellvertreterkriege auf Territorium der dritten Welt ausgetragen und damit vor allem die Zivilbevölkerung drangsaliert. Bürgerkriege wurden (falls man davon profitieren konnte) von beiden Seiten systematisch geschürt – oder wie im Falle Somalia – einfach die Hände in den Schoss gelegt und zugeschaut. Die Heuchelei der Grossmächte (allen voran der USA) ist tatsächlich fast unerträglich – aber erinnern wir uns doch daran mit welchen Methoden die Europäer in den letzten hunderten von Jahren die “neue Welt”, Afrika und Asien “kolonialisiert” haben und wundern wir uns nicht über die “Methoden” der Enkelgenerationen. Die zwei Weltkriege gehen ja dann auch konsequenterweise von den “Herrenvölkern Europas” aus – danach hatten sie ihr eigenes Spielchen mal für paar Jahrzehnte satt und wollten die Schrebergartenruhe geniessen – die “Drecksarbeit” konnte ja ab sofort ihre ehemalige Lieblingskolonie namens USA übernehmen. Diese waren dann auch direkt Feuer und Flamme für diese “neue Rolle in der Weltgeschichte”.
    Nun noch zu ihrem “Lieblingswort” Mafia. Ich glaube, dass Sie mit Ihrer Fixierung auf die Verbindung “internationales Verbrechen – Politik der Weltmächte – multinational corporations – big investors” mehr Verwirrung stiften als tatsächlich aufdecken. Dass grosse Verbrechersyndikate ganze Stadtviertel in Rio de Janeiro z.B. okkupieren – ist eine logische Folge der Verelendung grosser Teile der Bevölkerung – die wiederum darauf zurückzuführen ist, dass im Kapitalismus halt nur der was zu fressen bekommt, der auch von der kapitalistischen Gesellschaft verwertet werden kann. In Afrika wird gar nichts mehr hergestellt – die essen sogar europäisches Gemüse, Früchte – da ihre lokalen Bauern mit EU-subventionierten Bauern direkt konkurrenzieren müssen und dabei logischerweise den Kürzeren ziehen. Man lässt dieser Bevölkerung im wahrsten Sinne des Wortes nicht einmal das “Gnadenbrot”. Die Fischereigründe vor der afrikanischen Küste werden von riesigen EU-Schleppern systematisch leergefischt, sodass die lokalen Fischer nichts mehr in ihrem Netz finden. Die Regierungen (welche meistens durch korrupte Clanstrukturen entstanden sind) organisieren den grossen Ausverkauf ihrer Heimat und retten ihr Geld dann in die saubere Schweiz. Das alles ist die logische Folge des Kapitalismus und hat weder was zu tun mit der Willkürherrschaft der Mafia (die ist auch nur eine Folgeerscheinung der “verbrannten Erde”-Politik des Kapitals) noch damit, dass irgendwelche obskuren Verschwörungszirkel, die Welt vernichten wollen.

    • Rolf Schumacher sagt:

      Sie meinen CEO-Chef Sergio Ermotti sei sauber?? Ermotti hat für die Unicreidt als Vizepräsident gearbeitet. Haupatkonäre der Unicredit sind Berlusconi Slivia (P3-Pate) und der Gadhafi Clan. Profumo trat 2010 zurück, wegen einer Geldwaschaffäre über die Vatikanbank. VIzepräsident Sergio Ermotti setzte sich zur UBS ab. Ich zähle ihnen hier die Ländern auf in denen Unicreditvizepräsident Sergio Ermotti für seine Bank das Auslandgeschäft vorantrieb. Russland,Türkei, Kasachstan, Ukraine, Estland, Letland, Litauen, Polen, Tschechien, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Kosowo, Montenegro,Bosnien Herzegowina, Kroatien. In vielen dieser Ländern hat die Unicredit die grössten Banken aufgekauft (ZB Türkei aber auch anderswo).
      Uebrigens Sergio Ermotti kam von Merill Lynch (Tochter der Bank of America) zu Unicredit. Die Bank of America hiess früher Bank of Italy. Ist währnd der Prohibition durch die Chosa Nostra zu einer grossen Bank geworden. Hat sich dann später umgenannt in Bank of America. Die Chosa Nostra, Camorra, Ndranghetta sitzen in Noramerika, Südamerika so fest im Sattel wie schon lange nicht mehr. Der Ostblock war ein lukratives neues Tummelfeld, welches es nach der Wende sofort zu erschliessen galt. Die Berlusconi Bank Unicredit bot sich als Sprungbrett an. Ermotti wurde geschickt, kaufte die Hypovereins Bank (den Schrott liess der dem deutschen Staat ) und die grösste österreichische Bank (Bank Austria) und eroberte für Unicreidt den Osten.
      Heute ist er Chef unserer UBS. Den Rest kann man sich ja denken, vom Saulus zum Paulus wurde Bank of America-Unicreidt Sergio Ermotti wohl kaum.

  22. Rolf Schumacher sagt:

    Vieles was sie sagen ist absolut richtig. Mit MAFIA meine ich ein international organisiertes Netzwerk, welches mit Drogenhandel, Frauenhandel und Waffenhandel ein unglaubliches Kapital scheffelte und dies auch in eigenen Banken verwaltet. Die Mafia Weisswaschanlagen gehören zu den grössten Banken der Welt. Die Bank of America zb entstand aus der Bank of Italy, welche von der italienischen Mafia in San Franzisko gegründet wurde. Die Mafia schaffte es nach dem zweiten WK sukzessive Machtvakuen zu besetzen und zwar von Amerika aus.
    Es gibt genug Literatur, welche ganz klare Hinweise gibt, woher das Geld und für die NSDAP und die Mussolinis Faschisten stammte. Ziel der zwei WK war es die Monarchien zu fall zu bringen und die vom Krieg zerstörten Länder als Schuldnerstaaten an die Wallstreet (Nabel der Mafia) zu binden.
    Die lokalen kriminellen Banden in Rio, Mexiko, Kigali und anderswo sind die unterste (nicht wirklich relevante Stufe) des organisierten Verbrechens.
    Das organisierte Verbrechen manipuliert heute Börsen, Wahlen (Bush Wahl mittels Floridalüge). Dirigiert ganze Länder und deren Armeen. Und besetzt Spitzenpositionen in wichtigen internationalen Organisationen. Der IWF, Weltbank und die EZB bieten sich geradezu an für die Mafia um so auf einen Schlag direkt in verschiedene Volkswirtschaften einfluss nehmen zu können. Falls es sie interessiert lesen sie einmal nach weshalb die BIZ (Bank für internationalen Zahlungsausgleich) in Basel gegründet wurde. Nehmen sie zur Kenntniss, dass Hjalmar Schacht Gründundsmitglied und während dem ganzen zweiten Weltkrieg im Direktorium sass. Hjalmar Schacht war gleichzeitig Hitlers Finanzminister und Reichsbankpräsident. Die finanzielle Unterstützung der NSDAP lief von den USA und UK (Wallstreet-London) über die BIZ direkt ins deutsche Reich. Es gibt kaum eine Organisation die verschwiegener ist und deren Mitglieder (Funktionäre) eisernere Immunität geniessen als die BIZ-Direktoren. Jene die die NSDAP voll unterstützten und deren Politik erst ermöglichten (Investoren) wurden im Nürnberger Prozess nicht einmal erwähnt.
    Julian Huxley (Bruder von Aldous), welcher den NAZIS die Rassenhygiene Ideologie beibrachte wurde nach dem 2 WK Präsident des WWF und erhielt einen wichtigen Posten bei der UNESCO. Der britische Rassehygienelehrstuhl wurde gestrichen, denn er hatte seinen Zweck voll erfüllt. Rockefeller, welcher das Kaiser Wilhelm Institut für Rassenhygiene gestiftet hat wurde ebenfalls für diese abscheuliche Handlung nicht verurteilt. Denn gerade dieses Instut (unter Dr. Fischer) lieferte den NAZIS die Legitimation niedere Rassen grausamst zu behandeln.
    Ich könnte hier noch viele weiter Dinge auflisten. Fakt ist, dass das internationale Verbrechen (Mafia) von Kriegen lebt, genauso wie von medienwirksam aufgebauschte Pseudopandemien, gegen welche es teils völlig unnütze Medikamente und Impfungen auf den Markt wirft.
    Ein gutes Beispiel für diese Art von kriminellem Eingriff in die Volkswirtschaften ist das Tamiflu. Das Tamiflus wurde in den USA als antivirales Medikament entwickelt. Einer der Hauptaktonäre hiess Don Rumsfeld. Sehr schnell stellte sich heraus, dass das Medikament gegen Influenzaviren wenig nützt (es verkürzt die Grippedauer wenig, verhindert aber keine Krankheit). Das Tamiflu wurde zu einen unrentablen Ladenhüter. Don Rumsfeld verhökerte dann das Patent an die schweizer Firma Roche. Die Schweiz bürgt für Neutralität und Qualität. Rumsfeld erhielt ab diesem Zeitpunkt für jedes verkaufte Tamiflu Lizenzgebüren. IN der Volge wurden international einige mal Pandemiealarm ausgerufen. Vogelgrippe und die Schweinegrippe waren die bekanntesten. Unterminiert und geschürt wurde die Kampagne mit entsprechenden Hollywoodkatastrophenfilmen wie ZB Outbreak. Das zeigte Wirkung die ganze Welt lagerte in Militärapotheken aber auch in sämtlichen Spitälern Tamiflu und diese obwohl die wissenschaftliche Studien die Wirklosigkeit von Tamiflu längst bewiesen haben.
    Weiteres Beispiel für internationale Mafiageschäfte. Dick Cheney (Hulliburton) und Condoleeza Rice (Chevron eine Tochtergesellschaft der Standard OIl (Rockefeller) Gruppe) zwangen der Welt den Irakkrieg auf. Hulliburton erhielt Milliardenaufträge für die US-Truppenunterstützung im Irak und Chevron Oelizenzen.
    Was ich hier auzähle ist bloss eine klitzekleine Spitze dieses unheimlichen Eisberges.
    Wenn wir über ein faires Wirtschaftssystem sprechen wollen, müssen diese internationale Elite stoppen.

    Ich bin der letzte, welcher gegen eine starke regulierende Hand wäre, damit keine Willkür/Anarchie herrscht. Aktuell ist leider diese starke Hand zu einem grossen Teil die Mafia selber. Und das ist absolut Paradox. Denn die Spitzenmafiosi halten sich an gar keinen ethisch-moralischen Codex, einfach an gar nichts.
    Sie reizen das System der menschlichen Vernunft momentan derart aus, dass immer mehr Menschen das Vertrauen in Gerechtigkeit und ihre Staatspolitiker verliren und wie die Mafiosi auch zu egoistischen, alles fressenden nach mir die Sintflut Monstern werden.
    Schade, dass der Mensch für ein paar Franken die Menschlickeit fahren lässt, schade.

    • Tom Baer sagt:

      @Rolf Schumacher: “… Willkür/Anarchie herrscht.” Was haben sie gegen Anarchie (Herrschaftlosigkeit) oder meinen Sie Anomie(Zustand fehlender oder schwacher sozialer Normen, Regeln und Ordnung)?
      Die “Mafia” hat viele Gründe die Anarchie als etwas Böses/Schlechtes darzustellen:
      - bei einer Anarchie haben sie nichts mehr zu sagen
      - sie können sich nicht auf Kosten anderer bereichern

      Und jeder der gegen Anarchie ist, ist ein Sympathisant der Mafia, die meisten natürlich unwissend, behaupte ich mal provokant.

      Wir sind schon am Anfang einer Anarchie, die aus meiner Sicht, die beste Gesellschaftsform ist:
      “Vor allem mit der Occupy-Bewegung ist eine junge Protestkultur abseits des Linksextremismus entstanden, die sich zwar nicht anarchistisch nennt, mit ihrer Kapitalismus- und Globalisierungskritik, Werten wie „Dezentralität“, „Zwanglosigkeit“ und „Basisdemokratie“ sowie ihrer horizontalen Organisationsstruktur einen anarchistischen Kern aber nicht leugnen kann.”
      steht hier geschrieben: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/linke-utopien-wer-hat-angst-vor-anarchismus-11627790.html

      Alle Systeme haben mit Anarchie geendet.

      • Ueli der Knecht sagt:

        @Tom Baer
        Danke für den FAZ-Link. Die Geschichte gab den Anarchisten mehr als recht. Was als Übergang vorgesehen war, stabilisierte sich: Die Diktatur des Proletariats in der USSR oder China verkam zur Diktatur einer Partei. Die Übergangsphase war den Anarchisten schon im Konzept zu lange gewesen. Ihre “hier und heute”, ihre revolutionäre Ungeduld wollte den Staat sofort wegfegen und damit das einzige, allerdings gefährliche Instrument aus der Hand geben, das den Sieg der Revolution möglich machte. Anarchistischer Purismus wollte zur Bekämpfung von Gewaltorganisationen sich nicht ähnlicher Organisationsschemata bedienen. So sahen Anarchisten nicht die dreifache Funktion revolutionärer Staatsgewalt: den Widerstand der stürzenden Klasse brechen, Restauration und Konterrevolution im Kern ersticken und Intervention von aussen abwehren. Ein sofort errichtetes anarchistisches Freiheitsreich in Russland wäre wahrscheinlich sehr schnell ein Opfer seiner Feinde geworden.
        Zur Situation heute:
        Revolutionswille in nicht revolutionärer Situation endet für Wortführer und Sympathisanten häufig in Frustrationen. Die Repressionsinstrumente bürgerlicher (und sozialistischer) Staaten sind – auch ohne Einsatz von Militär – so entwickelt, dass anarchistische Rebellion unterdrückt werden kann. Verliert sich Anarchismus in Non-Konformismus oder verbreitet sich im Reproduktionsbereich – wie in den 60er Jahren in der westlichen Welt in den Hochschulen und Universitäten oder als occupy Bewegung von heute, so wird der zwar als Ärgernis empfunden, das langfristig technokratisch beseitigt werden muss, aber nicht als Gefahr, da politisch, ökonomisch und gesellschaftlich Wichtiges nicht tangiert wird. Vereinzeltes oder gruppenweises Ausbrechen aus den Konventionen hatte schon immer dem Spiessbürger als Voyeur Schauer über den Rücken laufen lassen. In seinem verkrüppelten Bewusstsein spiegelt sich solches Anderssein als Verruchtheit; er projiziert geheime Wünsche. Die weithin nüchterne technisch- industrialisierte Zivilisation kapitalistischer Gesellschaften wird durch Non-Konformismus farbiger, scheinbar menschlicher. Als Bohemien ist der “Anarchist” harmlos, und seine Gesellschaft verschmäht auch der Kapitalist nicht.

        • Ueli der Knecht sagt:

          @Tom Baer
          Ihr “revolutionärer Optimismus” scheint mir ein wenig verfrüht zu sein.
          Stuttgart 21 Gegner, die Occupy Bewegung, die Teaparty Bewegung, die SVP, unzählige Verschwörungstheorieforen und auch dieser Wirtschaftsblog haben eins gemeinsam: Sie sind ein Tummelplatz des neuen Wutbürgers. “Das darf doch nicht wahr sein”, ist des Wutbürgers Schrei und dokumentiert doch nichts anderes als sein breites Unverständnis. Ansonsten könnte er nicht dauernd erschüttert und überrascht sein. Permanente Aufregung ist Kennzeichen der Ignoranz. Wut ist dumpf, aber entschieden. Sie weiss alles, wovon sie nichts versteht. Ihre Empörung ist ihr heilig. Darunter macht sie es nicht. Und über sie kann sie sich nicht erheben. Wut ist nur möglich, wo der Gedanke verbannt ist, der Reflex über die Reflexion obsiegt.
          Der eigene Affekt erscheint nicht verdächtig, er ist vielmehr dieses Bürgers feste Burg. Er setzt sich in Gang, ohne von sich zu wissen, geschweige denn sich erforschen zu wollen. Er tritt auf als Lösung, nicht als Problem. Dass gerade das Sich das eigene Rätsel ist wie auch dessen Schlüssel wäre, will seinem Träger nicht kommen. “Ich bin, wie ich bin”, sagt der Wutbürger, “und ich rede, wie mir der Schnabel gewachsen ist.” Leider.
          Wutbürger kündigen der Politik ihre Gefolgschaft, umso frenetischer verherrlichen sie deren Ideologie. Das Sein wird ausschliesslich an seinem von ihm selbst gesetzten Sollen bemessen. Man will die Widersprüche nicht als immanente erkennen, sondern sitzt ihnen förmlich auf. Die Diskrepanz zwischen Idealität und Realität wird nicht als für die kapitalistische Gesellschaft konstitutiv angenommen, sondern als auf ihrem Boden behebbare Störung. Die Diskrepanz erscheint nicht als notwendige Täuschung, sondern als vorsätzlicher Betrug. Stets werden untragbare Zustände als abstellbare Missstände aufgefasst, unentwegt reproduziert und mobilisiert der gesunde Menschenverstand bürgerliche Tugenden und marktkonforme Muster gegen die Wirklichkeit. Seine Replik ist ein Duplikat der Konvention.
          Die Begrifflichkeit der Wutbürgerei drückt die ganze Befangenheit dieser Empörung aus. An ihrer Terminologie sind sie leicht zu erkennen. Was sich heute als Widerstand formiert, ist in den meisten Fällen schwer kontaminiert. Das ist gar nicht als Vorwurf gemeint, sondern lediglich als Feststellung, der nicht wenig Traurigkeit anhaftet.
          Wut ist letztlich ein Affekt, wo das gesellschaftliche Objekt durch das gesellschaftliche Subjekt bestätigt wird. In der Wut kommt der Bürger nackt zu sich. “Wir sind wütend”, schreit der Mob. Da erwacht die Herde und wird zur Horde. Koma versetzt sich in Amok. Die Beschränktheit der Beschränkten macht sich in der Wut Luft, sie ist der adäquate Ausdruck konformierten Widerstands. Verfestigung der Wut wäre demnach der Hass, eine blindwütige Feindschaft, die nach Opfern schreit. Ist Wut noch eine korrigierbare Verunglückung, so Hass bereits ein schwer behebbares Unglück.
          Findet zum Begriff Wut eine, wenn auch seltsame öffentliche Debatte statt, so bleibt die Kategorie Bürger völlig unproblematisiert. Dass gerade die Spezies des Bürgers die anzurufende Instanz ist, wird vorausgesetzt. Alles was sich regt und aufregt, muss als Bürger verkleidet daherkommen und in die Zivilgesellschaft und ihre Werte verliebt sein. Der Bürger, der hier Besitz- und Staatsbürger vereinigt, ist Leitbild einer Opposition, die keine ist. Der Bürger soll nicht in Frage gestellt, sondern vielmehr verwirklicht werden. Er ist Referenz-, nicht Abstossungspunkt. Sein Universum ist nicht überschreitbar. Indes stünde gerade dieses zur Disposition.

          • Tom Baer sagt:

            @Ueli der Knecht, danke für den “indirekten Link” auf http://www.krisis.org/.
            Besser als Wutbürger gefällt mir Staunbürger oder Mutbürger. Damit sich die Staunenden von den Gläubigen friedlich lösen können, ist übrigens eine neue Religion am entstehen.
            Ist Wutbürger nicht schon ein Repressionsinstrument? Wer hört schon gerne, dass er ein Wutbürger sei?

          • Ueli der Knecht sagt:

            @Tom Baer
            Eine neue Religion ist also am entstehen – hoffen wir mal, dass diese neue Religion nicht wieder ihren Gott
            ans Kreuz schlagen muss um den Himmel für uns alle aufzustossen. Der Wutbürger ist übrigens kein Repressionsinstrument, sondern das hausgemachte Produkt des Kapitalismus namens unmündiger Bürger.
            Nun, die Arbeitsgesellschaft fordert ihren Tribut und dieser wird unter anderem auch mit einem verkrüppelten
            Bewusstsein ihrer Mitglieder bezahlt. Übrigens ist diese Form von “Verkrüppelung” gerade unter dem “halbgebildeten Pöbel” der Hochschulabsolventen teilweise noch um einiges bösartiger und unheilbarer als beim Analphabeten.
            Sie sehen – in diesem Falle schützt auch “Bildung” vor Dummheit nicht und deswegen gilt immer noch der Satz
            von Adorno: Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, sich weder von der Macht der anderen, noch von der
            eigenen Ohnmacht dumm machen zu lassen.
            Gruss an den Anarcho-genossen!

          • Tom Baer sagt:

            @Ueli der Knecht: Ja, die kapitalistischen/kommunistischen Konditionierungsanstalten produzieren leider noch immer die unmündigen Bürger.

            „Die Monopolschule ist die Dressureinrichtung der Bienenstockgesellschaft“; sie fördere das „Kastenwesen“.
            http://www.socialnet.de/rezensionen/8028.php

            Folgendes Video zeigt zwei Querdenkerinnen, die im Schulsystem der BRD-GmbH HIV und Ritalin thematisiert haben:
            http://www.youtube.com/watch?v=WlmjYShan_M

            Ich glaube, dass bei den Mutbürgern die kapitalistische Konditionierung zu wenig gegriffen hat, sonst würden Sie ja nicht auf die Strasse gehen.

  23. Ueli der Knecht sagt:

    @Rolf Schumacher
    Natürlich war die Bush-Truppe ein krimmineller Haufen von Lügnern, Betrügern und Kriegstreibern. Auch die Wahlmanipulation in Florida und die spätere Wahl des Präsidenten durch erzkonservative supreme court judges ist mehr als verdächtig.
    Trotzdem benutzen Sie den Begriff “Mafia”, meiner Meinung nach, geradezu inflationär. Sie wollen auf Teufel komm raus die “Drahtzieher” identifizieren, dingfest machen und diese dann ins Gefängnis stecken. Ich aber verurteile nicht einzelne Menschen (selbst wenn sie der Teufel persönlich sind), sondern “das System” welches all diese Schweinerein überhaupt erst ermöglicht.

    • Rolf Schumacher sagt:

      Die Mafia ist das alles manipulierende System hinter den Potsmkinschen Scheinsystemchen. Die Mafia hat kein einzelnes Gesicht, die Mafia kann nicht abgewählt werden, die Mafia hat mittlerweilen sehr viel infiltriert. ZB ein italienischer Sentaor und bekennender Mafiajäger (Leoluca Orlando) kommt nach Basel, um seine Antimafiabücher zu signieren. Ich stehe nach dem Podiumsgespräch auf und Frage Leoluca ob er etwas zur Unicredit und Profumo resp. dem ehemaligen Vizepräsident Sergio Ermotti sagen kann. Leoluca will die Frage nicht verstehen und gibt keine Antwort auf die Unicreditweisswaschafäre, welche Profumo zum Rücktritt bracht. Nur wenige Minuten zuvor brabelte Leoluco Orlando, dass die Mafia längst internationale Banken führe etc etc. und nicht bloss in Südiatlien, sondern in Kanada, USA etc zu Hause sei. Wenige Wochen nach dieser Diskutssion habe ich in einem Interview mit einer schweizer Zeitung gelesen, dass Leoluca Orlando (der Senator und Mafiajäger) die moderne UBS (unter Sergio Ermotti) als Vorzeigebank nannte, an der sich andere CH Unternehmen, wie zum Beispiel die Swisscom orientieren müssen. Meines Erachtens hat da die Mafia einen Pseudomafiajäger in die Schweiz geschickt, welcher uns als Experte weismachen will, dass ausgerechnet die Bank des ehemaligen Unicredit Vizepräsidenten Sergio Ermotti die saubere schweizer Bank sei. Das sind bizarrste Verwirrspielchen. Die Mafia hat die Zeit, das Geld und das Personal solche Spielchen exzessivst zu treiben.
      . So sehen die dreisten Mafiaspielchen aus. Verwirrungskomödien, Schmieraffären, dramatische Lynchjustiz im Hintergrund und Vordergrund die rechtschaffenen, religiösen für das Wohl der Gesellschaft kämpfenden Führer minen. Anderes Beispiel. Hören sie sich mal die frechen Reden der Mafiapuppe Sarkozy an, als er sich vor vier Jahren für den Elysse Palast bewarb. Und schauen sie mit was für Gesindel Sarkozy sich bereits kurz nach seiner Wahl in aller Oeffentlichkeit zu sehen gab. Der Präsident liess sich da auf eine Yacht, dort an ein elitäres Soiree mit Zwielichtigen Gestalten einladen. Er trieb es so offensichtlich plump mit der französischen Mafia, dass seine Reputation im Volk binnen weniger Monate fast auf dem Nullpunkt angekommen war. Die Franzosen haben einen eitlen, von der Mafia gefütterten Selbstdarsteller als Präsidenten erhalten. Die meisten haben sich angewiedert von ihrem Präsidenten abgewendet. Oder schauen sie sich P2/3 Logenbruder Berlusconi an, oder Tony Blair oder aber auch Präsident Obama. Untersuchen sie deren Wahlversprechen und schauen sie was wirlich umgesetzt wurde. Wem wurden Steuergeschenke und andere Geschenke (Staatsaufträge, Oellizenzen etc) gemacht und auf wessen Buckel??
      Wir leben, was die Politik betrifft, noch auf einem anderen Stern, ich hoffe schwer, dass wir das auch in Zukunft noch bewahren können.

  24. Ueli der Knecht sagt:

    @Rolf Schumacher
    Den Kapitalismus als “Scheinsystemchen” zu bezeichnen ist ja schon ein starkes Stück. Gerade, dass was Sie über die “Mafia” sagen stimmt ja gerade für das kapitlalistische System: Es hat kein Gesicht, es kann nicht abgewählt werden und es hat mittlerweile sehr viele Lebensbereiche “infiltriert”. Um dies zu erkennen muss mir mein Psychiater weder eine paranoide Psychose andichten, noch muss ich einen Abschluss in Soziologie in der Tasche haben. Dass die Mafia sehr wohl ein player im kapitalistischen Spiel ist – kann nicht bestritten werden. Und wegen mir ist Leoluca ein Pseudomafiajäger, Ermotti ein Mafiabänker und Sarkozy spielt gerne Roulette mit Mafiagrössen – das alles ändert nichts an der Tatsache, dass die Mafia den Kapitalismus als System braucht um überhaupt operieren zu können. Die Mafia ist eine Folge und keine Ursache. Oder wollen Sie ernsthaft behaupten, dass auch der Kapitalismus noch von der Mafia erfunden wurde?

    • Rolf Schumacher sagt:

      Wem gehören die beiden grössten US-Banken, lieber Ueli, wem wohl?? Wer betreibt die grossen US-Ratingagenturen?? Wer bestimmt wer dem IWF, EZB, Worldbank vorsteht und wer BIZ-Direktor wird, wer wohl? Wer bezahlt die Wahlkampagnien der wichtigsten Präsidenten dieser Welt, wer wohl?? Die Mafia spielt mit dem System, egal mit welchem System? Der Wille gegen die Mafia anzutreten besteht kaum in einem Land, denn es würde Isolation, Demütigung, internationale Aechtung und völlige Armut bedeuten. FIdel Castro ist genauso gescheitert, wie alle anderen, welche sich der Wallstreetmafia verschlossen haben. Auch ich muss bis zu einem gewissen mit dem Mafiastrom reiten, aber ich bin mir wenigstens bewusst mit welch verdorbenem Müll ich es da zu tun habe. Mich sehen sie nie an einer VIP-Party (Weisswasch-Korruptionsanlass) das verspreche ich Ihnen. Ich verzichte gerne auf einen schönen Bazen Geld und versuche mich so gut es geht auf faire Art zu ernähren. Und ja es gibt Sozialschmarozer. Ich bin auch der Meinung, dass Leistung honoriert werden solte, aber echte Leistung, geparrt mit Verantwortungsbewusstsein, nicht primitive für die Gesellschaft schädliche Schummeleien.

      • Ueli der Knecht sagt:

        @Rolf Schumacher
        Die Haupteigentümer der Bank of America z.B. sind heute institutionelle Anleger und Fonds (60 Prozent der Aktien).
        Auf “yahoo! Finanzen” können sie die genaue Eigentümerstruktur einsehen. Ich habe jedenfalls keine grossartigen “Mafiaconnections”, die heute noch relevant wären, entdecken können.

        • Rolf Schumacher sagt:

          Ueli. Die Mafia (Weltelite) versteckt sich hinter Trusts, Unternehmen und internationalen Organisationen. Nach dem 2 WK wurden schossen diese verreuchten Mittel nur so aus dem Boden. Nicht dass die Monarchien besser waren, aber man wusste jedenfalls wer die Macht innehatte. Heute sind die Mächtigen (Mafiaperönlichkeiten) nicht mehr bekannt und somit auch nicht angreifbar. Eine bessere Immunität, als für die Oeffentlichkeit aus dem Hintergrund zu operieren, gibt es nicht. Ich weiss nicht wie die Mafianetzwerke genau funktionieren, aber JP-Morgan Chase und Bank of America sind die zwei grössten und einflussreichsten Banken der Welt und solche Moloche lässt die Mafia sicher nicht unkontrollierte schalten und walten. Sie erinnernen sich sicher, wie Sergio Mafiotti (Unicredit) Hr. Grübel vom Sessel geboxt hat. Das Londonertrojanerchen war sicher nicht lapidarer Zufall. So geht das. Egal wem die UBS gehört, sie wird jetzt von der ehemaligen rechten Finanzhand Silvio Berlusconis geführt. Bei der Bank of America und bei JP-Morgan Chase sieht das ganz sicher nicht anders aus.

  25. Andres Müller sagt:

    Vielleicht wurden Sie ja erhört Herr Dittli ;)

    Die derzeit wohl mächtigste internationale Finanz -Denkfarbik Organisation Group of 30 scheint Demokratie in die Finanzkonzerne einbringen zu wollen und mehr Stimmen sollen gehört werden. (Alleine die Teilnehmer in der G 30 sind schon Imposant, praktisch alle bekannten Notenbanker und Ex Notenbanker)

    http://www.group30.org/images/PDF/TowardEffGov.pdf

    “Values concerning respect for ideas
    Independence of thought and respect for the views
    of others are values that relate to ideas, curiosity,
    and continuous learning. Good governance requires
    a certain democracy within the company. More
    voices need to be heard, both within management
    and at the board level. Consensus is often better
    than mandated CEO or board decisions.”

    Na dann, viel Glück beim Versuch…..

    • Andres Müller sagt:

      Unbedingt durchlesen, meine Empfehlung, diese Dokument könnte der Durchbruch zu Bretton Woods III sein.
      Sollten die Finanzkonzerne tatsächlich entsprechend diesen Forderungen umgesetzt werden, wäre das so etwas wie die französische Revolution in der Finanzwelt. Was auf den ersten Blick etwas langatmig und schwerfällig daher kommt, ist bei genauer Betrachtung eine ziemlich durchdachte Sache. Es rüttelt schliesslich ohne “to big to fail” direkt zu erwähnen, an dem Prinzip Finanzgesellschaften retten zu dürfen die sich im Risiko verschätzt haben, so dass die Folgen nicht mehr abzuschätzen sind . Für mich sehr wichtig ist die Auflösung der pyramidalen Hirarchie in einem Finanzkonzern zugunsten von Demokratie und die Einbindnung der Finanzinstitute in die Gesamtgesellschaft zu deren sozialen Wohl. Nicht mehr der Erfolg für die Aktionäre, sondern der Nutzen für die Gesellschaft wird zum obersten Prinzip, somit soll das soziale Risk Management zuerst das Wesen einer Transaktion im Sinne der Gemeinschaft abklären. sogar die Chinesen scheinen mit an Bord zu sein.

      Es fragt sich natürlich ob die Denkfabrik die Fähigkeit hat diese Empfehlungen umsetzen zu lassen. Meine Meinung ist, sie kann, es ist unglaublich welche Namen hier gemeinsam auftreten. Derzeit sieht es allerdings noch ganz anders aus in der Finanzwelt, die Umsetzung würde wohl ohne ein Bretton Woods III Jahre dauern, würde dann wohl wieder verwässert und vergessen.

      Um die Schlagkraft dieses Dokumentes zu unterstreichen, hier die Auflistung aller beteiligter Personen:

      Paul A. Volcker
      Chairman Emeritus, Group of Thirty
      Former Chairman, President Barack Obama’s
      Economic Recovery Advisory Board
      Former Chairman, Board of Governors
      of the Federal Reserve System
      Jacob A. Frenkel
      Chairman of the Board of Trustees,
      Group of Thirty
      Chairman, JPMorgan Chase International
      Former Governor, Bank of Israel
      Former Professor of Economics,
      University of Chicago
      Former Counselor, Director of Research,
      International Monetary Fund
      Jean-Claude Trichet
      Chairman, Group of Thirty
      Honorary Governor, Banque de France
      Former President, European Central Bank
      Former Governor, Banque de France
      Geoffrey L. Bell
      Executive Secretary, Group of Thirty
      President, Geoffrey Bell & Company, Inc.
      Leszek Balcerowicz
      Professor, Warsaw School of Economics
      Chairman of the Board, Bruegel
      Former President, National Bank of Poland
      Former Deputy Prime Minister and
      Minister of Finance, Poland
      Mark Carney
      Governor, Bank of Canada
      Chairman, Financial Stability Board
      Member, Board of Directors, Bank
      for International Settlements
      Jaime Caruana
      General Manager, Bank for
      International Settlements
      Former Financial Counsellor,
      International Monetary Fund
      Former Governor, Banco de España
      Former Chairman, Basel Committee
      on Banking Supervision
      Domingo Cavallo
      Chairman and CEO, DFC Associates, LLC
      Former Minister of Economy, Argentina
      E. Gerald Corrigan
      Managing Director, Goldman Sachs Group, Inc.
      Former President, Federal Reserve
      Bank of New York
      Guillermo de la Dehesa Romero
      Director and Member of the Executive
      Committee, Grupo Santander
      Former Deputy Managing Director,
      Banco de España
      Former Secretary of State, Ministry of
      Economy and Finance, Spain
      Mario Draghi
      Governor, European Central Bank
      Member, Board of Directors, Bank
      for International Settlements
      Former Governor, Banca d’Italia
      Former Chairman, Financial Stability Board
      Former Vice Chairman and Managing
      Director, Goldman Sachs International
      Group of Thirty Members 2012*
      * As of February 22, 2012.
      toward Effective Governance of Financial Institutions
      84
      William Dudley
      President, Federal Reserve Bank of New York
      Member, Board of Directors, Bank
      for International Settlements
      Former Partner and Managing Director,
      Goldman Sachs and Company
      Martin Feldstein
      Professor of Economics, Harvard University
      President Emeritus, National Bureau
      of Economic Research
      Former Chairman, Council of Economic Advisers
      Roger W. Ferguson, Jr.
      President and CEO, TIAA-CREF
      Former Chairman, Swiss Re America
      Holding Corporation
      Former Vice Chairman, Board of Governors
      of the Federal Reserve System
      Stanley Fischer
      Governor, Bank of Israel
      Former First Managing Director,
      International Monetary Fund
      Arminio Fraga Neto
      Founding Partner, Gávea Investimentos
      Chairman of the Board, BM&F-Bovespa
      Former Governor, Banco Central do Brasil
      Gerd Häusler
      Chief Executive Officer, Bayerische Landesbank
      Member of the Board of Directors,
      RHJ International
      Former Managing Director and Vice
      Chairman, Lazard & Co.
      Former Counselor and Director,
      International Monetary Fund
      Former Managing Director, Dresdner Bank
      Former Member of the Board,
      Deutsche Bundesbank
      Philipp Hildebrand
      Former Chairman of the Governing
      Board, Swiss National Bank
      Former Partner, Moore Capital Management
      Mervyn King
      Governor, Bank of England
      Member, Board of Directors, Bank
      for International Settlements
      Member of the Governing and General
      Councils, European Central Bank
      Former Professor of Economics,
      London School of Economics
      Paul Krugman
      Professor of Economics, Woodrow Wilson
      School, Princeton University
      Former Member, Council of Economic Advisors
      Guillermo Ortiz Martinez
      President and Chairman, Grupo Financiero Banorte
      Former Governor, Banco de México
      Former Chairman of the Board, Bank
      for International Settlements
      Former Secretary of Finance and
      Public Credit, Mexico
      Raghuram G. Rajan
      Professor of Economics, Chicago
      Booth School of Business
      Economic Advisor to Prime Minister of India
      Kenneth Rogoff
      Thomas D. Cabot Professor of Public Policy
      and Economics, Harvard University
      Former Chief Economist and
      Director of Research, IMF
      Tharman Shanmugaratnam
      Deputy Prime Minister & Minister for
      Finance & Manpower, Singapore
      Chairman, Monetary Authority of Singapore
      Chairman of International Monetary
      & Financial Committee, IMF
      Former Managing Director, Monetary
      Authority of Singapore
      Masaaki Shirakawa
      Governor, Bank of Japan
      Vice-Chairman, Board of Directors, Bank
      for International Settlements
      Former Professor, Kyoto University
      School of Government
      Lawrence H. Summers
      Charles W. Eliot University Professor
      at Harvard University
      Former Director, National Economics
      Council for President Barack Obama
      Former President, Harvard University
      Former Secretary of the Treasury
      Lord Adair Turner
      Chairman, Financial Services Authority
      Member of the House of Lords, United Kingdom
      David Walker
      Senior Advisor, Morgan Stanley International, Inc.
      Former Chairman, Morgan Stanley
      International, Inc.
      Former Chairman, Securities and
      Investments Board, UK
      Axel A. Weber
      Visiting Professor of Economics, Chicago
      Booth School of Business
      Former President, Deutsche Bundesbank
      Yutaka Yamaguchi
      Former Deputy Governor, Bank of Japan
      Former Chairman, Euro Currency
      Standing Commission
      Ernesto Zedillo
      Director, Yale Center for the Study of
      Globalization, Yale University
      Former President of Mexico
      Zhou Xiaochuan
      Governor, People’s Bank of China
      Member, Board of Directors, Bank
      for International Settlements
      Former President, China Construction Bank
      Former Assistant Minister of Foreign Trade
      SENIOR MEMBERS
      Abdlatif Al-Hamad
      Chairman, Arab Fund for Economic
      and Social Development
      Former Minister of Finance and
      Minister of Planning, Kuwait
      Emeritus Members
      Andrew Crockett
      President, JPMorgan Chase International
      Former General Manager, Bank for
      International Settlements
      Jacques de Larosière
      President, Eurofi
      Conseiller, BNP Paribas
      Former President, European Bank for
      Reconstruction and Development
      Former Managing Director,
      International Monetary Fund
      Former Governor, Banque de France
      Richard A. Debs
      Advisory Director, Morgan Stanley
      Former President, Morgan Stanley International
      Former COO, Federal Reserve Bank of New York
      Gerhard Fels
      Former Director, Institut der deutschen Wirtschaft
      Toyoo Gyohten
      President, Institute for International
      Monetary Affairs
      Former Chairman, Bank of Tokyo
      John G. Heimann
      Senior Advisor, Financial Stability Institute
      Former U.S. Comptroller of the Currency
      Erik Hoffmeyer
      Chairman, Politiken-Fonden
      Former Chairman, Danmarks Nationalbank
      toward Effective Governance of Financial Institutions
      86
      Peter B. Kenen
      Walker Professor of Economics & International
      Finance Emeritus, Princeton University
      Former Senior Fellow in International
      Economics, Council on Foreign Relations
      William McDonough
      Former Vice Chairman, Bank of
      America/ Merrill Lynch
      Former Chairman, Public Company
      Accounting Oversight Board
      Former President, Federal Reserve
      Bank of New York
      Shijuro Ogata
      Deputy Chairman, Pacific Asia Region,
      the Trilateral Commission
      Former Deputy Governor, Bank of Japan
      Former Deputy Governor, Japan
      Development Bank
      Sylvia Ostry
      Distinguished Research Fellow, Munk Centre
      for International Studies, Toronto
      Former Ambassador for Trade
      Negotiations, Canada
      Former Head, OECD Economics
      and Statistics Department
      William R. Rhodes
      President and CEO, William R.
      Rhodes Global Advisors
      Senior Advisor, Citigroup
      Former Senior Vice Chairman, Citigroup
      Ernest Stern
      Partner and Senior Advisor, The Rohatyn Group
      Former Managing Director, JPMorgan Chase
      Former Managing Director, World Bank
      Marina v N. Whitman
      Professor of Business Administration &
      Public Policy, University of Michigan
      Former Member, Council of Economic Advisors

      • Ueli der Knecht sagt:

        @Andres Müller
        Sie sind auf dem Holzweg, wenn Sie immer noch davon ausgehen, dass der Kapitalismus vorwiegend wegen
        dem Finanzkapital ein Problem hat. Übrigens steht in dem Papier weit und breit nichts davon, dass die Aktionäre in Zukunft weniger wichtig sein sollen als “der Nutzen für die Gesellschaft”.

        • Rolf Schumacher sagt:

          Auch wenn eine vulgäre Lüge von 50 Feigenblattökonomen und gekauften Insitutionen signiert ist, bleibt sie am Ende eine unsägliche vulgäre Lüge. Es ist auch egal, ob die Lüge auf einem Chinapapier geschrieben mit Harvard-Siegeln versehen ist, es bleibt eine ungerechte, eitle, fette Lüge.
          Hört auf die grössten Heuchler der Menscheit zu verteidigen (JP-Morgan, Rhodes, House of Lords, Morgan Stanleuy, Axel Weber, World Bank Direktoren, Bank for international Settlements, Rogos, Rajan, Bank of Mexico, Bank of Israel etc etc etc etc . Steht dazu, dass diese Hochfinanz den Holocoust und weniger bekannte Genozide organisiert haben, dass Seweso-, Asbestleichen, und verseuchtes Schweizerhalltewasser und atomar verseuchte Erde deren Weg des grossen Geldes säumen. Dass verarmte Arbeitsslkaven auf der ganzen Welt ein tristes, unmenschliches Dasein fristen, wegen obgenannter Liste. Dass für die liebrale Freiheit einiger weniger Menschen, Anstand, Würde, Gerechtigkeit und Ehrlichkeit auf dem Schweizerhaufen derer Lügen verbrannt wurden.
          Nicht dass die Welt früher gerechter gewesen wäre, aber sie ist heute auch nicht wirklich besser. Es wiedert mich einfach an, wie sich ausgerechnet jene feiern lassen, die am meisten zur Zerstörung unserer Lebensgrundlage beigetragen haben. Es ist eklig deren peinliche Ergüsse an Universitäten hören zu müssen. Es ist fruchtbar, dass ausgerechnet egoistische Selbstdarsteller derart danach streben VERANTWORTUNG für die Schwachen zu übernehmen. (Generäle, Pharma-Ceos, Bank-CEOs, Politiker, etc etc)
          Die selbsternannten lichtbringenden Brüder waren und sind der perfideste Versuch den Menschen in tiefste Abhängigkeit zu jagen (Geldschuld) und den Menschen blind für die spirituelle Unendlichkeit zu machen und ihn in einem atheistischen, seelentoten, hoffnungslosen künstlichen Kaufhausuniversum einzusperren.
          Wer den menschlichen Verstand zum Gott aller Dinge macht, ist der grösste Verbrecher an den heiligen Geheimnissen des Lebens.
          Wenn einer meint zu wissen, dann tut er sicher eines, er lügt. Das einzige was einem ehrlichen Menschen in trostlosen Zeiten bleibt ist Hoffnung. Hoffen auf was? Auf eine transzendente Gerechtigkeit?
          Herr Müller ihre Liste lässt mich durch Mark und Bein erschaudern, noch mehr das Vertrauen, dass sie (ein eigenständig denkender Mensch) den Unterzeichnern entgegenbringen.

  26. Ueli der Knecht sagt:

    @Rolf Schumacher
    “….auf dem Schweizerhaufen ihrer Lügen verbrannt…”. Das war keine phantasielose Wortschöpfung…ich musste jedenfalls lachen.

    • Rolf Schumacher sagt:

      Phantasie ist, wenn man trotzdem lacht und stur weiter fantasiert.

      • Andres Müller sagt:

        Leider ist es weniger eine Phantasie als Wahrscheinlich, dass dieselben Typen welche die Welt in den Abrund reiten, sich plötzlich gekäutert selbst umdrehen und dann schliesslich als Retter in letzter Sekunde dastehen. Das ist zwar Makaber, aber kam historisch immer wieder vor ( wenn sie jeweilen nicht vorher totgeschlagen wurden oder in einer Revolution untergingen). Ich persönlich nehme da eine Beobachterrolle ein, mich interessiert weder der elitäre Ökonom noch der rasende Mob. Wir haben eine Demokratie und die hat sich in den letzten Jahren immer mehr zum Neoliberalismus entschieden, daran sind nicht nur die Eliten Schuld, sondern auch das “Bodenpersonal”.

        • Ueli der Knecht sagt:

          @Andres Müller
          Ich befürchte, – um bei Ihrer schönen Metapher zu bleiben – dass nun der Autopilot unsere Reisedirketion bestimmt und weder der Captain, noch das Bodenpersonal mehr genau wissen wohin der Trip tatsächlich geht. Lassen wir uns überraschen. – Eins wissen wir aber ganz genau: die Maschine hat nur beschränkt Kerosin getankt und muss unweigerlich landen oder abstürzen.

          • Andres Müller sagt:

            “Eins wissen wir aber ganz genau: die Maschine hat nur beschränkt Kerosin getankt und muss unweigerlich landen oder abstürzen”

            Es gab langfristig noch nie genug Kerosin, lehrt die Geschichte. Fiat Money ist allerdings so konstruiert dass nur noch das gegenseitige Vertrauen die Grösse des Bubble definiert. Wenn etwas die ultimative Blase ist, dann Fiat Money selbst.

        • Linus Huber sagt:

          Hi Andres

          “Wir haben eine Demokratie und die hat sich in den letzten Jahren immer mehr zum Neoliberalismus entschieden”

          Der Grund dürfte darin liegen, dass wir uns in einem zwischenstaatlichen Standort-Wettbewerb befinden, und das Schweizervolk wohlwissend woher der schweizerische Wohlstand rührt, hat sich dementsprechend verhalten.

          Der Wettbewerb zwischen Staaten in Bezug auf regulatory und tax Umgebung hebelt im Endeffekt jedoch die Macht der Staaten aus und es wird immer schwieriger, auf nationaler Ebene Rahmenbedingungen, welche nicht der Wirtschaft und der Finanzindustrie dient, zu bestimmen.

          • Andres Müller sagt:

            Hier gehe ich mit Ihnen Einig Herr Huber.

            “Der Grund dürfte darin liegen, dass wir uns in einem zwischenstaatlichen Standort-Wettbewerb befinden, und das Schweizervolk wohlwissend woher der schweizerische Wohlstand rührt, hat sich dementsprechend verhalten.”

            Das haben Eliten und Bodenpersonal gewusst, entsprechend haben die Schweizer in der Folge dieser Entscheidungen aber auch die Konsequenzen zu tragen, wenn das Schiff absaufen sollte und die Schweiz inzwischen auf der internationalen Bühne von einigen Staaten mit der Pestflagge markiert wurde.

            Interessant ist allerdings, dass die heftigsten Vorwürfe an die Schweiz von jenen stammen deren eigenen Eliten zuvor prächtig vom Schwarzgeldmarkt profitiert hatten.

          • Ueli der Knecht sagt:

            @Linus Huber
            “…wohliwissend woher der schweizerische Wohlstand rührt…” bellum omne contra omnes!

        • Rolf Schumacher sagt:

          Werter Hr Müller, ich sehe mich auch als Beobachter. Ich versuche unbequem und kritisch zu beobachten. Mir sind, wie Ihnen auch, der rasende Mob und die Elite ein Gräuel. Manchmal frage ich mich einfach nur, was für einen Sinn diese Idiotie überhaupt macht. Es ist schon zermürbend immer wieder die rasenden Blinden von den geifernden Eliten in den Abgrund getrieben zu sehen. Es ist ein Film der sich unaufhörlich zu wiederholen scheint. Ich habe mein Popcorn aufgegessen und nach fünfmal Sehen habe auch ich begriffen aus was für Lügen der Film zusammengekleistert ist. Zum Glück gibt es die Natur und immer wieder etwas Neues darnin zu lernen, zum Glück gibt es in alten Schriften immer wieder ein Geheimnis zu entdecken, zum Glück gibt es Hoffnung ohne Ende, denn ich sehe das Ziel noch nicht klar, aber ich hoffe trotzdem dereinst dort anzukommen. Und wenn ich dann angekommen sein werde, hoffe ich, hoffentlich stur weiter.

  27. Rolf Schumacher sagt:

    Das war ein gravierender nicht freudscher Verschreiber.

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