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Schweizer Tausendernote als Krisenindikator

Tobias Straumann am Mittwoch den 4. April 2012

In der Krise wird gehortet: Tausendernoten. (Keystone/Martin Rütschi)

Seit der grosszügigen Liquiditätsspritze der Europäischen Zentralbank (EZB) sehen die kurzfristigen Prognosen für die Eurozone wieder etwas besser aus. An den grundlegenden Problemen hat sich freilich nichts geändert. Vor allem die neusten Zahlen zur Arbeitslosigkeit sind beunruhigend. In Südeuropa ist ein Teufelskreis in Gang gekommen: Sparmassnahmen führen zu einem Rückgang des Wachstums und der Steuereinnahmen, was wiederum zu neuen Sparmassnahmen zwingt. Selbst Irland, dessen Politik oft als vorbildlich gepriesen wird, ist immer noch in einer schwierigen Situation.

Auch sind die Zinsen für italienische und spanische Staatsanleihen immer noch zu hoch. Sie wurden zwar dank der Geldschwemme der EZB von 7 auf 5 Prozent reduziert, aber 5 Prozent sind immer noch teuer für ein Land, das mitten in einer Rezession sparen muss. Eine weitere Reduktion der Zinssätze scheint aber schwierig zu sein. Die 5-Prozent-Grenze ist nicht zu knacken (Italien, Spanien).

Dass die Krise längst nicht ausgestanden ist, glauben offenbar auch die Halter von Schweizer Tausendernoten. Wie die folgende Grafik zeigt, ist die Wachstumsrate immer noch überdurchschnittlich, und es ist kein Trendbruch festzustellen. Die Leute bleiben misstrauisch und horten weiterhin Bargeld. Die Schweizer Tausendernote ist offenbar besonders beliebt.

Dass der Indikator zuverlässig ist, zeigt ein Blick auf vergangene Krisenzeiten. So stieg zum Beispiel der Bestand an 1000er Noten während der Aktienmarktkrisen 1987 und 2001/02. Auch der Lehman-Schock von 2008/09 ist gut sichtbar. Die Grafik zeigt ferner, dass nach einer Krise jeweils eine starke Korrektur eingesetzt hat. So war 1990 sogar eine Abnahme der Tausendernoten zu beobachten. Auch 2003 war die Wachstumsrate vorübergehend unterdurchschnittlich. Die Korrektur nach dem Lehman-Schock war hingegen zu klein. Wir leben immer noch in aussergewöhnlichen Zeiten.

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Keine Kommentare zu „Schweizer Tausendernote als Krisenindikator“

  1. Michael Schwarz sagt:

    Die masslose Überbewertung des Frankens ist auf die falsche Wahrnehmung und jahrelange Propaganda der Schweizer zurückzuführen. Der Franken ist wieder unter den Aufwertungsdruck, es ist kein positives Zeichen, dass der EUR/CHF seit letzten 6 Monaten den Wert kaum verändert hat. Das wird eine schwere Last, die die Schweizer Wirtschaft mitschleppen muss. Wir werden das Problem des starken Frankens deutlich bemerken, wenn die Konjunktur wieder einbricht, dann wird es für SNB sehr schwierig werden, die Überbewertung des Frankens zu korrigieren. Deshalb ist die Makro-Daten für den Wert des Frankens zur Zeit nicht entscheidend, bzw. sie den Wert des Frankens nicht repräsentiert.

    Die Ökonomen der SNB sind nicht in der Lage mittel- und langfristige Überlegung anzustellen, was den Wert des Frankens betrifft. Der Wert des Frankens liegt nicht in Import/Export und Konjunktur Daten, weil solche Daten den Realwert verzerrt. In der Bekämpfung der masslosen Überbewertung des Frankens kann die SNB die Passivität nicht leisten. Die SNB hat sich nicht bemüht die Aufwertung des Frankens intensiv zu bekämpfen, dies hat dazu geführt, dass die Geldmenge in CHF wieder zurückgegangen ist – die SNB muss den Druck auf Geldmenge aufrecht erhalten und die Geldmenge in CHF weiter erhöhen. Seit der Einsetzung der Untergrenzen bei 1,20, hat die SNB keine Massnahme mehr unternommen zur Bekämpfung des Frankenstarke. Wie ich vor ein paar Monaten in diesem Blog schrieb, solange die SNB keinen weiteren Schritt unternimmt, wird der Franken weiter überbewertet bleiben. Es ist die Verpflichtung der SNB der Überwertung zur Bekämpfung, die Unabhängigkeit der SNB ist in diesem Punkt einen Hindernis – ein Konflikt mit dem Interesse des Wirtschaftswachstums.

    Die Politiker muss die Problematik der Überwertung selbst in die Hand nehmen, die Verschuldung des Schweizer Staates auf 60% bis 80% zu erhöhen zum fast Null Zinssatz.

    • Leimgruber sagt:

      Das Problem ist nicht der SFr. sondern die massiv überschuldete Eurozone das schwächt den Euro. Eine Abwertung des sFr.wäre von mir das dümmste was man machen könnte mit unübersehbaren Folgen für uns ! Nicht vergessen die SNB hat noch gegen 300 Mrd. Devisen,da sehe ich das grösste Risiko.

      • Michael Schwarz sagt:

        @Herr Leimgruber:

        Wenn vom Sicht der Schweizer Konsumenten muss ich Ihnen zustimmen. Aber die Wirtschaft funktioniert nicht nur mit dem Konsum, wie in amerikanischen Wirtschaftsuniversitäten immer noch propagiert wird. Ich sprach hier vom globalen Wirtschaftssystem, das habe ich immer wieder in meinem Artikel betont. Die Isolation der Schweizer, bzw. in den Köpfen der vielen Schweizer ist eine Illusion, deshalb schrieb ich “bevor die Schweizer Weltbürger werden, müssen sie zuerst Europäer werden.” Die europäische Integration ist für die Schweiz notwendig, somit die Schweizer endlich europäisiert werden.

        Das Währungsproblem entstand weil die Schweizer und Schweizerinnen sich weigert in der EU sich zu integrieren, die Frage ist es, wie lange kann die Schweiz noch durchhalten – das tun die Schweizer und Schweizerinnen seit fast 20 Jahren. Inzwischen hat die Welt sich grundlegend verändert, so steigert auch der Druck aus allen Richtung, was mich eigentlich nicht überrascht.

        • Linus Huber sagt:

          @ Michael Schwarz

          Ich stimme Ihnen nicht zu in diesem Fall. Ich verurteile Manipulationen von Wechselkursen per se, da dies längerfristige unkontrollierbare Risiken beinhaltet, welche unser Land grosser Gefahr aussetzen können.

          Es besteht gegenwärtig weltweit ein Wettrennen in der Entwertung von Währungen, da sich sämtliche Wirtschaftsraeume mit dieser Geldpolitik einen Wettbewerbsvorteil erhoffen. Als erstes gilt es, dies beim Namen zu benennen und entsprechend zu Kommunizieren. Man kann daraus durchaus einen Fall kreieren, welche die gesamten WTO-Vereinbarungen in Frage stellt, da dies den fairen Wettbewerb verletzt. Die Situation muss mehr als Teil eines Wirtschaftskrieges erkannt werden, womit sich andere Varianten von Reaktionen eröffnen dürften.

          Ebenfalls will ich hier wiederholen, dass die SNB nicht wirklich unabhängig ist sondern massiv unter dem Einfluss des FED, der EZB, der Banken sowie dem Gedankengut der gängigen Wirtschaftslehre steht. Dies führt zu Aktionen, welche nicht wirklich positiv für die schweizerische Bevölkerung sein dürften.

          Wenn wir schon die monetäre Massnahmen ins Auge fassen, warum nicht zugunsten der Bevölkerung? Wie wäre es zum Beispiel mit der Gutschrift von chf 10,000 (steuerfrei) für jeden Schweizer mit der Auflage erstrangig Schulden abzuzahlen? Dies würde für einmal nicht nur die Schuldner sondern auch einmal die Sparer begünstigen und würde die privaten Schulden sowie die Bankbilanzen, welche ebenfalls ein grosses Risiko für das Land darstellen, reduzieren. Ebenfalls würde es für einmal auch nur Schweizer betreffen, welche lange genug zugunsten von Ausländern eher benachteiligt wurden. Es wäre auf jeden Fall eine Diskussion wert.

          Nun zum eigentlichen Betrag, welcher eigentlich die Frage der individuellen Verhaltensweise in Krisenzeiten aufzeigt. Wenn an die Geldpolitik der meisten Zentralbanken beobachtet, sollte sich niemand wundern, dass sich eine Bewegung von M4/M3 Richtung M0 in Gang setzt. M4/M3 sind Geldmengenbegriffe, welche das gesamte Volumen an Geld plus eben Krediten misst, während M0 nur Bargeld darstellt.

          Der Bestand an unsicheren Krediten nimmt noch immer dauernd zu und die Verlagerung der Verluste von Fehlinvestitionen auf die Allgemeinheit wird bald einmal an seine Grenzen stossen. Wenn dieser Zeitpunkt eintrifft, dürfte die Unsicherheit massiv hochschnellen, da nicht nur die eigentlichen Kredite fragwürdig werden, sondern auch Geld in der Bank, da die meisten Banken eigentlich Bankrott wären, wenn sie ihre Assets nach Markt zu bewerten hätten.
          Wer heute nicht 10% seines Vermögens in Bargeld hält, handelt in meinen Augen eher fahrlässig. Die gleiche Tendenz hat auch im $ eingesetzt, wobei dort nicht der Komfort des 1000er Scheines besteht sondern einzig die 100 $ Note.

          • Anh Toan sagt:

            Wird die ausländische Wohnbevölkerung der Schweiz ausgeschlossen vom Geldsegen, verletzt dies zumindest für die niedergelassene ausländische Wohnbevölkerung den Rechtsgleichheitsgrundsatz, die Bundesverfassung sagt, alle Menschen, (nicht alle Schweizer) sind vor dem Gesetz gleich. Ich sehe keinen vertetbaren Grund, zumindest in der Schweiz niedergelassene Ausländer anders zu behandeln als Schweizer, meine jeder in der Schweiz unbegrenzt steuerpflichtige ist gleich zu behandeln. Klar, die Verfassung kann man ändern (es gibt aber Juristen welche die Meinung vertreten, dass die grundlegenden Verfassungsgrundsätze (zu denen das Rechtsgleichheitsgebot gehört) seien im Kerngehalt unabänderbar.

            Es gibt nicht “dieses” Geld. Alles Geld ist gleich, sobald Geld auf ein Konto fliesst oder ins Portemonnaie, ist es nicht mehr individuell identifizierbar. Es lässt sich keine Auflage an Geld binden, welches Geld wofür verwendet wurde, ist ein Sichtweise in den Köpfen mancher Menschen, passt jedoch nicht zur Realität: Es ist nicht erkennbar ob “dieses” oder anderes Geld zum Schuldenabbau verwendet wurde, genauso wenig ist erkennbar, ob zusätzlich Schulden amortisiert wurden (muss Bürger A, der ohnehin 10’000 amortisiert hätte, dann 20’000 amortisieren und wie wollen Sie dies prüfen?. Vor allem aber können neue Schulden aufgenommen werden, was man kaum verbieten, ja nicht mal kontrollieren kann. Wenn die Schulden feste Laufzeiten haben, können diese nicht vorzeitig zurückbezahlt werden.
            Wie kann verhindert werden, dass zuerst Schulden reduziert werden, nur um sie umgehend wieder zu erhöhen? (Teilamortisation der Hypothek, Abzahlungskauf eines Autos oder Stundung der Steuern z.B. auch “still” durch Fristgesuche für Erklärung). Gilt Leasing als Schuldenaufnahme?

            Ein nicht umsetzbarer, unlogischer, widersinniger, verfassungswidriger und fremdenfeindlicher Vorschlag, will ich kürzer formulieren, fällt mir zuerst Mumpitz ein. wobei dieses Wort einem allenfalls rassistischen Motiv nicht gerecht würde.

          • Anh Toan sagt:

            Ihr Vorschlag würde zu einer Umverteilung vom Staat an den Mittelstand und die Reichen (oder Banken) führen, etwas worüber Sie sich doch immer aufregen: Der Mittelstand hat 10’000 weniger Schulden ok, deren Gläubiger haben 10’000 erhalten, die sie ohnehin erhalten hätten, da ihre Schuldner zahlungsfähig sind. Nun können aber auch überschuldete (also Arme) 10’000 an ihre Gläubiger bezahlen, welche diese 10’000 nie von ihren zahlungsunfähigen Schuldner erhalten hätten. Die Armen werden deswegen nicht weniger arm, können sich nicht mehr leisten, haben einfach 10’000 weniger Schulden, die sie ohnehin nie beglichen hätten. Ihre Gläubiger erhalten aber 10’000, die sie sonst nicht erhalten hätten, die Gläubiger werden reicher. Armen ohne Schulden müsste man dafür Sozialleistungen (va. Ergänzungsleistungen und Krankenkassenbeiträge) streichen, da mehr Mittel zur Verfügung stehen.

            Echt bescheuert Ihr Vorschlag

          • Linus Huber sagt:

            Nur nicht zu heftig Ahn Toan

            Die Gutschrift von chf 10000 war ein Versuchsballon oder eine Provokation von mir um die Reaktionen lesen zu dürfen. Die aufgezeigten Einwände Ihrerseits sind hingegen verhaeltnismaessig schwach und sicherlich zu überwinden. Seit wann soll ein Staat seine Staatsbürger nicht bevorzugen dürfen? Wäre doch gelacht. Natürlich hat ein Niedergelassener nicht die gleichen Rechte wie ein Bürger, solange er nicht eingebürgert ist, das ist ja der Sinn der Einbürgerung, nämlich die vollumfaenglichen Rechte und Pflichten als Bürger zu übernehmen.

            Und die Vorschrift für Schuldenreduktion ist ebenfalls eher ein administrativer Vorgang, da ja sämtliche ihre Hypotheken bestimmt aufführen bei einer Steuererklärung, während andere Kredite allenfalls einfach innerhalb einer bestimmten Periode zu melden wären. Eine mehr oder weniger 08.15 Übung.

            Man muss diese Massnahmen im Verhältnis zur gegenwärtigen Geldpolitik betrachten. Ich finde mein Vorschlag würde den Aufkauf von zweifelhaften Währungen allemal schlagen in seiner Fairness gegenüber der Bevoelkerung. Natürlich würde diese Massnahme den Banken nicht sonderlich schmecken, da es zu Schuldenabbau im privaten Bereiche kommen würde, und sie damit die Bilanzsumme weiter zu senken hätten. Aber für das Land insgesamt, bin ich mir da nicht so sicher.

          • Anh Toan sagt:

            @Linus Huber; Wollen Sie einem Armen etwas geben, müssen Sie dafür sorgen, dass seine Gläubiger nicht dran kommen, sonst geben Sie im Ergebnis den Gläubigern (Banken und Wohlhabende), genau dies schlagen Sie vor.

          • Anh Toan sagt:

            Hat ein Staat ein verfassungsrechtliches Gleichbehandlungsgebot, darf er Bürger anders behandeln als Ausländer, soweit dies sachlich gerechtfertigt ist. Bei Ihrem Vorschlag sehe ich eine sachliche Rechtfertigung bei kurzfristig anwesenden Ausländer £(investieren ihre Ersparnisse in CHF im Ausland, jedoch nicht für miedergelassene Ausländer, die sich in wirtschaftlicher Tätigkeit nicht von Schweizern unterscheiden. Sachlich gerechtfertigt wäre allenfalls die Ausnahme von im Ausland lebenden Schweizern, insbesondere Rentnern, denn diese profitieren wohl mit am stärksten vom hohen CHF.

          • Linus Huber sagt:

            @ Anh Toan

            Richten wir unsere Aufmerksamkeit auf Irland. Die meisten Ausländer haben sich abgesetzt, als die Krise sich festsetzte und nachdem die Regierung dort die Aktionäre und Bondholder von Banken zulasten der irischen Bevölkerung schadlos hielt. Die Gleichberechtigung wurde genau durch deren Ausreise ebenfalls verletzt, indem sie sich nur während der Boomzeit persönliche Einkommensvorteile beschafften, jedoch danach wieder ins Heimatland zurückkehrten.

            Aus diesem Grunde scheint mir Ihr Argument eher fraglich.

            Wenn ein “Armer” seine Schulden tilgen kann, dürfte dies auch ein Vorteil für Ihn sein und ebenfalls das Kreditvolumen im Privaten Bereich reduzieren, wobei ich nicht denke, dass es so viele “Arme” gibt, welche aufgrund ihrer Kreditwürdigkeit grosse Schuldenberge produzieren konnten.

          • Linus Huber sagt:

            Übrigens war dieser Aspekt einer möglichen monetären Aktien zugunsten der Bevölkerung eher ein unwichtiger Nebenaspekt und spricht das im Titel erwähnte Thema nicht direkt an.

      • Andres Müller sagt:

        “Das Problem ist nicht der SFr. sondern die massiv überschuldete Eurozone das schwächt den Euro”

        Ich denke das tatsächliche Problem verbirgt sich hinter dieser Grafik aus Deutschland, das ist der tatsächliche Grund für die Europa-Krise und dem Euro…ebenso weshalb die SNB den Franken vezweifelt an den Euro binden will.
        Die völlig aburde Vermögensverteilung in Deutschland durch während Jahrzehnten aufgebautem Lohnduming der unteren Einkommensschicht wirkt wie ein Geldstaubsauger, sichtbar im ungeheuerlich hohen positiven Target-2 Saldo der Deutschen. Die Konzentration des Reichtums auf ein paar wenige Prozent in einem Staat mit über 60 Millionen Einwohnern ist eine Art Kriegserklärung an vernünftige Ökonomie.
        http://www.nachdenkseiten.de/?p=12782#more-12782

        • Andres Müller sagt:

          Weitere Anmerkung dazu, einer der gefährlichsten Irrtümer moderner Ökonomie ist der Support einer blindwütigen Unterstützung der so genannten Wettbewerbsfähigkeit. Der Begriff wird auf totalitäre Weise als etwas rein Positives dargestellt. Das ist es aber in Wirklichkeit nicht, man kann Wettbewerbsfähigkeit auch derart übersteigern dass man seinen Nachbarn und Käufer damit tot prügelt. Ich stelle mir unter diesem Begriff immer wieder eine Herde wilder Steinzeitmenschen mit Keulen vor, welche bemerken dass ihre “neuen Waffen” sie zum Herren über die Natur machen. Wenige Jahre später haben sie dann damit die Natur und ihre Nahrungsquellen wie Wildtiere und dergelichen tot geschlagen und müssen an Hunger sterben.

          • Andreas Dombek sagt:

            @Andres Müller

            Nun, Herr Müller, jetzt sind Sie aber auf ein höchstvermintes Terrain mit Ihrer Kritik bezüglich der gottgefälligen „Wettbewerbsfähigkeit“ vorgedrungen. Ihre Darstellung, dass dieser Begriff auf totalitäre Weise als etwas rein Positives dargestellt wird, ist zu 200% richtig.
            Diese Übersteigerung der heutig extrem inflationär verwendeten verbalen Allzweckwaffe zum effektiven und ideologischen niederknüppeln des in Wirtschaftsdingen anders denkenden Gegenüber ist in Wirklichkeit ein ökonomisches Totschlaginstrument.

            Dieser Begriff ist eine liberale Neubildung des „liberalen“ 19. Jahrhunderts und hat in der dt. Sprache die altdeutschen, aber sinninhaltlich klaren und ehrlichen „Wetteifer, Wettkampf und Wettstreit“ ersetzt. Da taucht wieder dieser liberalistische Euphemismus auf, der das Üble und Grausame immerzu in schöne Worte einpacken wollende. Die Wettbewerbsfähigkeit hat im liberalen Sinne nun mal den klassischen und ökonomischen einseitigen Sieg im Visier und nicht einen gemeinsamen Kompromiss für beide Parteien!
            Der Vergleich der Steinzeitmenschen mit den heutigen Neoliberalen mag für die Alten wohl etwas zu peinlich erscheinen, aber den Kern trifft es doch. Die letzten Reservate dieser Herde der z. B. dt. Neuliberalen schrumpfen unaufhörlich, wie die bei den letzten Wahlen und politischen Treib- und Hetz-Jagden in verschiedenen dt. Gauen erkennbar war.

            Auch bei den neoliberalen Totschlägern ist die Wettbewerbsfähigkeit nur eine Keule aus deren schrecklichen ökonomischen Waffenarsenal.
            Wenn Sie so weiterschreiben, werden auch Sie in der Orden der Spottdrosseln aufgenommen. Die Führung des Teils der schiefgelaufenen Ökonomie muss man leider noch notgedrungen eine Weile den neoliberalen Schnapsdrosseln überlassen.

          • Anders Müller sagt:

            Herr Dombek, die FDP schrumpft zwar in den Wahlen, hat aber kaum in ihrem wirtschaftlichen Einfluss eingebüsst. Das ist auch bei uns so die Neuliberalen finden sich an allen wichtigen Machtinstrumenten in den Lobby. Erschreckend die Aussage des FDP-Liberalen Frank Schäffler von der FDP. er blässt voll in das Rohr des EZB -Chefs Dragi, welcher die soziale Marktwirtschaft am Ende sieht.

            Die FDP treibt dazu den Wettbewerbsbegriff zu einem neuen Höhepunkt, der die Umverteilung in die Hände weniger noch weiter beschleunigen würde.

            “Das Zentralbankmonopol durch Währungswettbewerb beenden”

            ” Die Alternative zum staatlichen Geldmonopol und dem staatlichen Zwangs­papiergeld besteht für uns in einer marktwirtschaftlichen Geldordnung und der Zulassung von konkurrierenden Privatwährungen und freiem Marktgeld. Das bedeutet: Das staatliche Geld­monopol muss fallen.”

            Privatwährungen sind wohl der letzte Schrei der Privatisierungshype, die von Ihnen als Schnapsdrosseln bezeichneten Neoliberalen wollen ob der Finanzkrise keineswegs auf die erreichte Vermögensumverteilung verzichten, sie wollen sie durch Währungsprivatisierung weiter zementieren -und es ist gut möglich dass sie auch wieder erfolgreich damit sind, egal ob sie Wähler hinter sich haben oder nicht. Das Beispiel Italien zeigt -Wähler sind nicht mehr unbedingt erorderlich um einen Europäischen Staat zu führen, und Demokratie ist dazu da oligarchisch Privatisiert zu werden

          • Andres Müller sagt:

            Der Wettbewerb taugt nicht zum Prinzip des ethisch Richtigen. Die Frage nach dem Wettbewerb ist vielmehr eine Frage des Masses. Dieses Mass zu bestimmen ist Aufgabe demokratischer Politik, so der nach Deutschland abgewanderte Ulrich Thielemnann.

            Er hat dazu ein Buch geschrieben, denn wenn die Politik den Wettbewerb weiterhin totalitär zu installieren versucht kommt es zur sozialen Katastrophe. Wir würden Demokratie und mit der Zeit wohl auch Rechtssicherheit und humanitäre Traditionen unter den Tisch kehren. Wettbewerb gehört vlleicht nach Olympia zur Unterhaltung männlicher Wesen, aber nicht totalitär ins reale Leben, soweit gingen nicht einmal die Römer. Wenn die Politik uns alle zu Gladiatoren macht, dann verliert sich die Basis zu demokratischem Denken aus den Augen, es wird zu Alle gegen Alle kommen. Wer glaubt man könne die Politik zum Sozialdarwinismus umformen, der weiss nicht dass dies die Pfade sind die Kaiser Nero einst eingeschlagen hatte, mit anfänglichen Erfolgen, aber letztich mit umfassender Zerstörung der alten Welt. Etwas Moderner kamen die Nationalsozialisten daher, sie forderten die direkte Gewalt und den Volksgesundheitstest um zu überleben. Was daraus geworden war? Ein Genozid. Geld federt die Gewalt nur ab, macht Sozialdarwinismus dadurch aber nicht erträgicher, verlagert die Gewalt ins Ausland, zum Beispiel neuerdings nach Griechenland oder altbewährt in die dritte Welt. Ob ferngesteuerte Gewalt durch Kapital oder direkte Gewalt durch Muskelkraft, es läuft stets auf daselbe hinaus, es enthumanisiert die Menschheit.

          • Linus Huber sagt:

            @ Andres Mueller
            @ Andreas Dombek

            Sehr gute Kommentare!

          • Andreas Dombek sagt:

            @Andres Müller
            @Linus Huber

            Dieser verdammte Wettbewerb. Der muss und kann auch inzwischen für jeden Dreck oder Absurdität herhalten.

            Will man seine eigenen unfairen Handlungen kaschieren, will man die eigenen übersteigerten Boni rechtfertigen, will man die Vorenthaltung gerechter Zahlungen, Beteiligungen oder Erwirtschaftungen verweigern oder gar die betrügerischen Manipulationen jedwelcher Art exkulpieren, so hat man heurig eine wunderbare Erklärung: Wettbewerb, Wettbewerb und nochmals Wettbewerb!

            Durch diesen inflationären Begriff, der inzwischen die Funktion eines Prügelknaben, Sündenbock und fast schon für ALLES verantwortlich ist, kann man eine Reinwaschung von jeder eigenen Verantwortung durchführen. Da tauchen die Echos des papistisch-vorlutheranischen Ablasshandels vor 500 Jahren auf. Was man zu verantworten hätte, man wird’s los, denn man kann ja nichts dafür. Die Märkte, die Investoren, die Kapitalgeber, die und jene, und dieda und diedort, und all die anderen Schuldigen und überhaupt: Der Wettbewerb!

            Schaut man nur zwei bis drei Jahrhunderte in der Wirtschaftsgeschichte zurück, erkennt man, dass bereits damals der ominöse Wettbewerb fast alles rechtfertigte. Als Beispiel von allzu vielen traurigen Handlungen und Geschäften hier nur ein exemplarisches Beispiel. Denn Handel mit europäischen Produkten, Eisenwaren und sonstigem Tand mit afrikanischen Menschen, Sklaven und Arbeitsleistung und den amerikanischen Erzeugnissen Baumwolle, Zucker und Tabak. Auch bei diesem Dreieck-Handel galt: Wettbewerb. Immer wieder Wettbewerb. Nur der Wettbewerb! Über Moral und Ethik darf und bracht man hier kein einziges Wort fallen lassen. Ob sich die Relation bezüglich des moralischen uns ethischen Handelns in der heutigen Zeit verbessert hat, um den Wettbewerb zu legitimieren, muss bezweifelt werden.

            Schaut man beim Marx, dem Karlchen, diesen Gottvater bzw. Satansbraten der politisierten Ökonomie nach, wird man etwas erheitert feststellen, welche Meinung er über den Wetteifer (unserem heurigen Wettbewerb) kundtut:
            „…..Wie die Angriffskraft einer Kavallerieschwadron …..wesendlich verschieden ist von der Summe der von jedem Kavalleristen …..vereinzelt entwickelten Angriffs- und Widerstandskräfte, …..die sich entwickelt, wenn viele Hände gleichzeitig in derselben ungeteilten Operation zusammenwirken, z.B. wenn es gilt, eine Last zu heben, eine Kurbel zu drehen oder einen Widerstand aus dem Weg zu räumen. ….. Abgesehen von der neuen Kraftpotenz, die aus der Verschmelzung vieler Kräfte in eine Gesamtkraft entspringt, erzeugt bei den meisten produktiven Arbeiten der bloße gesellschaftliche Kontakt einen Wetteiferund eine eigene Erregung der Lebensgeister (animal spirits), …..“

            Der mögliche Erkenntnisgewinn daraus ist erstaunlich:
            1.) Der Wetteifer, also unser Wettbewerb, war beim K. Marx inhaltlich positiv belegt. Es wurde eine innergesellschaftliche Position dargestellt, die man derzeitig wieder erreichen sollte.
            2.) Dem westlichen, inzwischen zum neoliberalistischen Monokapitalismus, ist der ehemalige Wettbewerber abhanden gekommen. Solchen Monopolen tut das nicht gut. Der Monopolist wird faul, dekadent und gierig.
            3.) Wird keine sinninhaltliche Reformation in diesem herrschenden System durchgeführt, ist zu befürchten, dass sich das besagte System zerlegt.
            4.) Ob sich dann ein Luther, Zwingli oder Calvin finden wird, nun, dass ist nicht sicher. Da kann man nur auf einen heiteren, aber hoffentlich unblutigen Wettbewerb warten.
            5.) Einen von vielen Schweizern propagierten „Steuerwettbewerb“ kann z. B. Deutschland niemals gegen die Schweiz gewinnen. Die dt. Vergangenheit mit den allfälligen finanziellen Nachverpflichtungen verschiedenster Art sprechen eindeutig dagegen.
            6.) Ob die Schweiz jedem an ihre Pforte klopfenden Wettbewerb bestehen wird, kann bezweifelt werden.
            7.) K. Marx muss wohl geahnt haben, dass nur ein Kavalleriegeneral Peer Stonebrigde aus den Nordstaaten bei den pekuniären Indianern, hier die des kleinen Teilstammes der „Langen Finger“ gemeint, in den Südstaaten erfolgreich sein könnte.
            8.) Es scheint so, dass hier leider auch der Spruch gilt: Der Zweck heiligt die Mittel.

          • Andreas Dombek sagt:

            @Andres Müller, 07.04.12, 20:41

            Ihrer Feststellung, dass die FDP zwar schrumpft, aber ihren Einfluss kaum eingebüßt hat, ist leider richtig. In einem Glas mit reinem, klaren und frischen Wasser muss man nicht viel Mist hineingeben, um es ungenießbar zu machen.

            Das Hochalten des Privaten wird immer noch von zu vielen Bürgern als ein geheiligter und erstrebenswerter Akt angesehen. Dem ist zwar im Grundsatz zuzustimmen, aber …..! Privat bin ich auch für das Private, aber, und hier liegt der liberale Frosch in der Pfannen: Was meinen diese politischen Zombies und unheimlichen neoliberalen Untoten mit „Privat“?

            Um deren Taktik und Strategie zu begreifen, lohnt es sich immer deren Denke zu untersuchen und die Sinninhalte der parteipolitischen Zielsetzungen mit den zugehörigen Worten zu überprüfen. Bei solchen Leutchen ist der Euphemismus Dauergast. Da muss man mit dem Seziermesser an die Nerven, und wenn’s nicht immer gleich geht kann man auch einen schweren Vorschlaghammer einsetzen.

            Dieses „Privat“ meint eigentlich sinninhaltlich u.a. „amtlos, geheim, unöffentlich, über amtlich, persönlich uam“. Wenn diese Leutchen eine „Privatwährung“ anstreben, so kann man ihre Rechtfertigungen hierzu sogar emotionslos nachvollziehen, wenn man das ihrige Primat des „Amtlosen“ begriffen hat. Das soll heißen: Diese Neoliberalen und Ähnliche haben ein klares politischer und ökonomische Ziel: Eine eindeutig zweischichtige Gesellschaft. Die Einen da, die keine Steuern zahlen, weil sie ja die Arbeitsplätze schaffen würden und die Anderen, die halt die Steuern zahlen müssen, weil sie ja die Arbeitsplätze benötigen würden. Das sollte man nicht als Unsinn abtun, denn in Diskussionen sind von solchen Libaralos derartige kranken Ansätze ins Volk gestreut worden! Ist irgendwie zwar sehr kindisch diese Denke, aber sicherlich schon in interne parteipolitische Formen gegossen. Da sich solcherart von infektiösen Krankheitserreger still und unauffällige verbreiten, ist nachvollziehbar, dass hier sicherlich ganz Europa mit diesem Infekt vorverseucht ist. Die macht sogar nicht vor parteipolischen Schkranken halt, geschweige der hirnlichen Schranke.

            Nun, die neoliberalen Schnapsdrosseln erscheinen dem politisch interessierten Betrachter so wie man sie zerlegen und hinterfragen kann, aber in Wirklichkeit sind diese abstrusen Neos gesellschaftlich Angehörige der Vogelgattung der Tölpel! Lahm, unsicher beim Gang, schwerfällig daherkommend sowie mit schlechten Lande- und Starteigenschaften, aber fliegen tun sie schon, sogar schön.
            Deshalb darf man diese neoliberalen Tölpel nicht zum Start kommen lassen. Einfach die Flügel stutzen, damit sie am Boden der Realität bleiben, diese Tölpel.

          • Ueli der Knecht sagt:

            @Andres Müller
            Wettbewerb belebt bekanntlich das Geschäft und deswegen klinke ich mich jetzt auch noch in Ihre Diskussion (über Wettbewerb, Moral u.s.w.) ein.
            Es ist meiner Ansicht nach wesentlich zwischen bürgerlicher Ideologie und “der tatsächlichen Praxis” zu unterscheiden.
            Kant`s Unterfangen, die Pflicht der gegenseitigen Achtung, wenn auch noch vorsichtiger als die ganze westliche Philosophie, aus einem Gesetz der Vernunft abzuleiten, findet keine Stütze in der Kritik. Es ist der übliche Versuch des bürgerlichen Denkens, die Rücksicht, ohne welche Zivilisation nicht existieren kann, anders zu begründen als durch materielles Interesse und Gewalt. Der Bürger der aus dem kantischen Motiv der Achtung vor der blossen Form des Gesetzes allein einen Gewinn sich entgehen liesse, wäre nicht aufgeklärt, sondern abergläubisch – ein Narr. Die Wurzel des kantischen Optimismus, nach dem moralisches Handeln auch dort vernünftig sei, wo das niederträchtige gute Aussicht habe ist das Entsetzen vor dem Rückfall in die Barbarei. Sollte, schreibt Kant, eine dieser grossen sittlichen Kräfte, Wechselliebe und Achtung, sinken, “so würde dann das Nichts (der Immoralität) mit aufgesperrtem Schlund der (moralischen) Wesen ganzes Reich wie einen Tropfen Wasser trinken.”
            Aber die sittlichen Kräfte sind ja Kant zufolge vor der wissenschaftlichen Vernunft nicht weniger neutrale Triebe und Verhaltensweisen als die unsittlichen, in die sie auch sogleich umschlagen, wenn sie anstatt auf jene verborgene Möglichkeit auf die Versöhnung mit der Macht gerichtet sind. Aufklärung verweist den Unterschied aus der Theorie. Sie betrachtet die Leidenschaften “ac si quaestio de lineis, planis aut de corporibus esset” (Spinoza, Ethica, Pars III. Preafatio.)
            Das Werk des Marquis de Sade zeigt den “Verstand ohne Leitung eines anderen”, das heisst, das von Bevormundung befreite bürgerliche Subjekt. Selbsterhaltung ist das konstitutive Prinzip der Wissenschaft, die Seele der Kategorientafel, auch wenn sie idealistisch deduziert werden soll wie bei Kant. Selbst das Ich, die synthetische Einheit der Apperzeption, die Instanz, die Kant den höchsten Punkt nennt, an dem man die ganze Logik aufhängen müsse, ist in Wahrheit das Produkt sowohl wie die Bedingung der materiellen Existenz. Die Individuen, die selbst für sich zu sorgen haben, entwickeln das Ich als die Instanz des reflektierenden Vor- und Überblicks, es erweitert sich und schrumpft mit den Aussichten wirtschaftlicher Selbständigkeit und produktiven Eigentums durch die Reihe der Generationen hindurch.

          • Andres Müller sagt:

            @ Ueli der Knecht, besten Dank für den philosophischen Rückblick auf die bürgerliche Moral.

            Ich möchte gleich an ihren letzten Satz anknüpfen: “Die Individuen, die selbst für sich zu sorgen haben, entwickeln das Ich als die Instanz des reflektierenden Vor- und Überblicks, es erweitert sich und schrumpft mit den Aussichten wirtschaftlicher Selbständigkeit und produktiven Eigentums durch die Reihe der Generationen hindurch.”

            Ich habe gerade ein gutes Example zur Hand für diese Aussage, nämlich die Einführung des Wettbewerb durch Privatisierung in den Bereich der Schulbildung.
            http://www.thebestcolleges.org/higher_education_bubble/

            Mit der zweiten Wahl von George W. Bush in den USA wurde die Grundlage zur grössten Privatverschuldung in der Menschheitsgeschichte gelegt, sage und schreibe 1 Billion US$ Schulden tragen die Hochschulabgänger in den USA auf ihrem Buckel, dass ist mehr als die Verschuldung bei Immobilien oder Autokauf.

            Ich mutieren nun ihren Satz entsprechend den Realitäten in den USA, die durch ungezügelten Wettbewerb auch im sozialen Bereich entstehen wie folgt:

            “Die Individuen, die im neoliberalen USA im freien Wettbewerb selbst für ihre Ausbildung zu sorgen haben, entwickeln zwar vorerst das Ich als die Instanz des reflektierenden Vor- und Überblicks, es kann sich aber nur erweitern wenn die Gesellschaft solidarisch mit allen ihrer Kinder an der Bildung mittragen würde, denn sonst schrumpft wie in den USA das Ich mit den sinkenden Aussichten auf wirtschaftliche Selbständigkeit durch Überschuldung und Präkarisierung durch die Reihe der Generationen hindurch.”

          • Ueli der Knecht sagt:

            @Andres Müller@Dombek

            Interessant wirds mit den Begriffen “Konkurrenz” / “Wettbewerb” auch beim Vergleich bürgerlich-klassische Theorie der Kapitalbewegung versus Karl Marxens “Kapital”:

            Das Kapital eignet sich nach Marx (erst) in der Konkurrenz einen Profit an, der grössenungleich mit dem von ihm selbst produzierten Mehrwert ist. Darum bezeichnet er den Überschusswert eines Kapitals bei der Behandlung der Konkurrenz als Durchschnittsprofit. Und solange von Wert und Mehrwert gesprochen wird, abstrahiert er von der Konkurrenz der Kapitale, da nur ohne Beachtung der Aktion der Kapitale aufeinander ein Kapital mit seinem vollen Mehrwert dargestellt werden kann. Marx schrieb dazu: “Sämtliche Ökonomen teilen den Fehler, dass sie den Mehrwert nicht rein als solchen betrachten, sondern in den besonderen Formen von Profit und Rente.” Aus welchem Grund ist die Behandlung des Mehrwertes “rein als solchem” für Marx derart wichtig? Bekanntlich weist er den bürgerlichen Ökonomen einschliesslich ihres fortgeschrittensten Vertreters, nämlich Ricardo, einen fundamentalen Irrtum nach, einen Irrtum, der verantwortlich ist für die Widersprüche in der Werttheorie und für die falsche Profit- und Rententheorie. Durch die Identifikation des Mehrwerts mit dem aus der Konkurrenz der Kapitale resultierenden (Durchschnitts-)Profit waren sie ausserstande, die einzig rationale und von ihnen anerkannte Wertbestimmung der Waren, nämlich durch die menschliche Arbeit, widerspruchsfrei durchzuhalten. Ohne Bewusstsein von den unterschiedlichen Abstraktionsstufen subsumierten sie unmittelbar die Erscheinungsformen an der Oberfläche, der Konkurrenz, unter die durch analytische Abstraktion gewonnene Arbeitswerttheorie. So mussten sie beständig den Wert der Waren mit ihrem Produktionspreis verwechseln, mit der Gestalt des Werts, die er zwar tatsächlich in der kapitalistischen Konkurrenz hat, die er aber erst vermittels ihrer annimmt. Die Wertbestimmung der Ware als Produkt des Kapitals erreicht erst im Produktionspreis ihren vollendeten und adäquaten Ausdruck, weil der Wert dann bestimmt ist durch Kapitalauslage plus einen von der grösse des Kapitals (nicht der angewandten Arbeit) abhängigen Profit; die Wertbestimmung durch die Arbeit setzt sich also nur verkehrt durch als Wertbestimmung durch das Kapital. Das Wertgesetz kann dann vom Ökonomen Ricardo nur dadurch aufrechterhalten werden, dass er gerade von seiner regulären kapitalistischen Durchsetzungsweise abstrahiert.
            Abgesehen von ihren “ungelösten Widersprüchen” besteht die von Marx anerkannte Leistung der Klassiker darin, dass sie die verselbständigten Formen des Werts in ihre innere Einheit “aufgelöst” haben. Sie sind nicht auf die reale Mystifikation hereingefallen, sondern haben die Grundlage des ganzen Systems, die Wertbestimmunng durch die Arbeitszeit, herausgeschält. Das ist ihnen gelungen, indem sie sämtliche Formgestaltungen auf ihren Inhalt hin analysiert, also z.B. den Durchschnittsprofit auf Mehrwert, den Mehrwert auf unbezahlte Arbeit reduziert haben. Der Fehler der Klassiker beginnt nun bei der “Reise rückwärts”, in der Gegenüberstellung des durch analytische Reduktion gewonnenen inneren Zusammenhangs mit der wirklichen Bewegung der vorhandenen Kapitale, da sie die konkreten Verhältnisse oder die “Erscheinungsform unmittelbar, direkt als Bewähr oder Darstellung der allgemeinen Gesetze” auffassen und gerade dadurch zu irrigen Resultaten gelangen, dass sie notwendige Mittelglieder zwischen den konkreten Formen und ihrem allgemeinen Ausdruck überspringen.
            Am deutlichsten muss die Beschränktheit der “analytischen Methode” dort hervortreten, wo, wie beim Verhältnis von Mehrwert und Durchschnittsprofit, die Verselbständigung einer Formbestimmung gegenüber ihem Inhalt in eine quantitative Umschlägt. Da die Konkurrenz im Gegensatz zum einfachen Kapital-Profit-Verhältnis die Verwertung nicht nur formell, sondern auch der Grösse nach von der wirklichen Ausbeutung der Arbeit durch die besonderen Kapitale losscheidet, gilt allerdings die Wertbestimmung durch die Arbeit unmittelbar und direkt in der Konkurrenz nicht mehr bzw. nur für das Kapital vor der Konkurrenz. Diesen quantitativen Widerspruch vermag die bürgerliche Ökonomie nicht zu löen, denn die Frage nach der Substanz des Kapitals verlässt nicht die Ebene des vorhandenen und “fertigen” Kapitals, das je schon der menschlichen Arbeit gegenüber verkehrt und entfremdet in Beziehung mit seinesgleichen sich bewegt. “Die wirkliche Bewegung aber geht aus von dem vorhandenen Kapital”; die wirkliche Bewegung ist die Konkurrenzbeziehung der vorhandenen Kapitale aufeinander. Das Kapital nach seinen Gestaltungen vor der Konkurrenz zu befragen, ist gleichbedeutend damit, nach seiner Gestalt vor seiner Wirklichkeit zu befragen, nach seinem “Werden” zum “fertigen” Kapital. Dies ist für den bürgerlichen Ökonomen allerdings nicht nur “Metaphysik” – eine solche Fragestellung ist für ihn überhaupt unmöglich, da das Kapital, so wie es ist, die ewige Naturform der Produktionsverhältnise bildet.
            Die formenauflösende Methode der bürgerlichen Ökonomie kann den Standpunkt des gegebenen Kapitals nicht wirklich überwinden. Sie ist also nichts weiter als “formale Abstraktion, die an und für sich falsch ist”.

          • Andreas Dombek sagt:

            @Ueli der Knecht

            Eine wirklich interessante Betrachtung zu einem essentiellen Begriff und Existensszweck des Kapitalismus, dieser Konkurrenz, dem Wettbewerb zum Kapital als solches, wodurch die sommerliche Urlaubslektüre gesichert ist.

            Eine erzielte Erkenntnis scheint für mich darin zu bestehen, dass hier im kapitalistischen Kanon offensichtlich eine dramatische Schwachstelle existiert. Betrachtet man den momentan sich modernistisch und zukunftorientiert gebenden Neoliberalismus, der sich als absoluter Gralshüter der reinen Wirtschaftsdoktrin des allerbesten Wirtschaftssystems auf Erden betrachtet, so kann man mit einer unendlichen Befriedigung feststellen, dass die Neos auf sehr wackeligem Untergrund das Theoriegebäude bezüglich des Wettbewerbs gebaut haben. Wenn unkritische Kapitalismusbefürworter ihre Doktrin der alles sich selbst regelnden und auch noch heilenden Wettbewerbs hierbei auf so eine Fehlstelle bauen, kann man dadurch dort zur weiteren Kritik einen wunderbar wirkenden und äußerst schmerzhaften Hebel ansetzen. Denn ausgerechnet und wohl auch ausschließlich dieser Punkt ist ja gerade die sanktosankte und all glücklich machende Monstranz, welche die Neos vor uns hertragen wollen. Es ist gefährlich, in einem eigenen System nicht zu erkennen, dass tatsächlich im aggressiven Wettbewerb bzw. der Gegnerschaft wegen des Kapitals man der Wettbewerber und damit der Bekämpfte selber ist.

            Um im Vogel-Jargon hier abzuschließen: Da sind die Neoliberalen und blindlichen Kapitalisten dann von der Gattung des Vogels Strauß. Die Sache mit dem Kopf in den Sand stecken dürfte in der allgemeinen Vorstellungserwartung bekannt sein. Vielleicht hat die soziale Markwirtschaft doch noch ne kleine reelle Chance, dieses inzwischen absterbende Zwitterwesen.

        • Andres Müller sagt:

          @Dombek
          Wie sie anhand historischer Entwicklungen aufzeigen gab es seit Anbeginn des Kapitals eine Trennung zwischen Arbeit, Produkt und Geld. Auf den ersten Blick erscheint uns Geld heute als etwas Notwendiges, um Arbeit und Produkt zu abstrahieren und zu bewerten.
          Eine der grössten Fähigkeiten wie ich meine über die der Mensch verfügt, ist das aktive Vergessen durch filtern unnützer Informationen, sich auf das Wesentliche beschränken zu können. Es gibt Menschen denen das nicht gelingt, sie behalten jede Information im Bewusstsein, selbst Dinge wie Telefonnummern völlig fremder Personen.

          Warum ich das erwähne ist -stellen sie sich vor- sie müssten selbst einen gerechten Wirtschaftskreislauf erfinden, Geld wäre noch nie erfunden worden. Sie werden dann vielleicht bemerken dass die Erfindung von Geld wohl im Altertum auf der Hand gelegen hatte, nicht aber unbedingt im 21. Jahrhundert. Im Altertum gab es nämlich keine Stempeluhren und elektronische Zeiterfassungssysteme, somit konnte man praktisch nur einen Geldmarkt erfinden, damit der Handel mit Dienstleistungen und Produkten einigermassen gerecht funktonierte.

          Wenn ich alles das was bisher erfunden wurde um Handel zu betreiben aus meinem Kopf verbanne, und ich anhand modernster Technologie ein Handelssystem bauen könnte -heute wäre es möglich Arbeit als Währung zu benutzen, dafür wäre keinerlei Geld notwendig. Mit Hilfe des Computers könnte man Arbeit in ein Zahlungsmittel umwandeln -etwa eine Arbeitsstundenkarte mit Stunden abzufüllen. Selbst Kredit wäre möglich, sie würden einfach Arbeit anderer Menschen borgen, und sie hinterher durch ihre Arbeit zurückbegleichen (nicht zurückzahlen, sondern begleichen).

          Es gibt keinerlei Notwendigkeit im 21 Jahrhundert Geld zu verwenden, also Fiat Money einzusetzen. Selbst die Bemessung von Leistung wäre für die Menschen besser nachvollziehbar, ja unter öffnetliche demokratische Kontrolle zu bringen. Der Konsens wer wieviel leistet pro Arbeitsstunde wäre vollkommen transparent -ohne den Umweg über eine Währung. Innerhalb von 10 Jahren hätten wie auf dem gesamten Erdglobus nur noch eine einzige “Währung”, nämlich Arbeit gegen Arbeit. Hunger und Elend würden verschwinden und wenn man den Wettbewerb miteinbezieht, so wäre der Öffentlich. Wenn die Öffentlichkeit auf demokratischem Wege Ausbildung und Erfahrung miteinbezieht, so würden zwar Arbeitsstunden eines Arztes nicht gleich Arbeitsstunden einer Hebamme, aber die Öffentlichkeit könnte durch Abstimmung den Unterschied definieren und festlegen. Geld mach alles intransparent, man kann auf der faulen Haut liegen und Geld arbeiten lassen -etwas dass mit der Währung Arbeitsstunde praktisch ausgeschlossen wäre.
          Geld ist historisch und barbarisch, davon müssen wir uns genauso lösen wie von Gold, es ist völlig unnötig im 21 Jahrhundert, mit moderner Technologie ist Geld nur noch ein Balast der zu Ungleichgewichten führt.

          • Andres Müller sagt:

            Ach ja, fast vergessen -die gesamte Finanzindustrie wäre überflüssig, sie würde schlicht durch ein Computersystem ersetzt das Arbeitsstunden sortiert und verwaltet.

          • Andreas Dombek sagt:

            @Andres Müller

            Hm, Herr Müller, da bringen Sie mich aber in arge Bedrängnis! Ihre Idee bezüglich der möglichen Abschaffung des Geldes ist ne heikle Sache.

            Wenn man Ihren Gedankengang in Ruhe betrachtet, fällt folgender Sachverhalt auf: Die technische Möglichkeit der Währungsdefinition auf z. B. Arbeit / Arbeitszeit / Arbeitsleistung hat schon was für sich. Aber hier liegt m. E. auch das Problem. Denn in Ihrem Model, welches Sie als mögliches Zukunftsprojekt beschreiben, steckt ein Detail, welches eventuell all Ihre guten Ansätze über den Haufen werfen kann.

            Untersucht man den Ursprung und Sinninhalt des Begriffes „Geld“, so wird man feststellen, dass sich hier eine unerwartete Situation eröffnet. Der Begriff „Geld“ stammt, hier sehr vereinfacht dargestellt, vom „gelten“ ab. Dieses vertritt die Bedeutung von „gültig sein, entrichten, bezahlen, erstatten, vergelten uam.“ Eine weitere und tiefere Untersuchung würde hier den Raum sprengen. Aber, und hier wird’s hochinteressant, diese Bezeichnung vertritt m. E. nicht das heutige Geld, sondern dieses heutige Geld vertritt nun bei uns auch und immer noch die moderne „Vergeltung“. Ich habe was Dir gegeben, also bin ich Dir was schuldig, darum vergelte ich diese Schuld durch eine stellvertretende Sache, dieses gemeinte „Geld“.

            Da sei die Frage erlaubt, ob die von Ihnen zur Diskussion gestellten Stunden, Arbeits-, Wert- und Dienstleitungszeiten nicht ebenfalls das gemeinte „Geld“ ist und demzufolge bei der Masse der Menschen gleiche Verhaltungen auslösen würde. Ob dieses „Geld“ aus sonstigen Sachen wie Holz, Fellen, Feuersteinen bei den Özis; Metallbarren, Waffen, Bernsteine wie bei den mediterranen Völkern; Rindviecher (Kapital= Anzahl der Großviecher!) auf der Weide wie bei den alten Lateinern; Sklaven, Schmuck oder sonstiger Tand bei den ollen Germanen; alles das Zeugs ist „Geld“. Es ist ein Wertmesser, eine Äquivalenz von Irgendetwas für Irgendetwas. Ob das Zeugs Muscheln, Kieselsteine, Kupfermasseln, Bronzemünzen, Goldmünzen uam., tatsächlich zum Wertmessen taugt, ist eigentlich uninteressant, aber all dieses Zeug ist laut gemeinsamer Festlegung „Geld“.
            Somit würde die Stunde dann auch ein Zahlungsmittel, also Geld. Es würden dann wohl nur als Zahl erscheinen, pur oder durch einen Faktor erweitert, ob mit oder ohne Dimension, das ist fast schon unwichtig. Die Zahl würde dann in den alleinigen Focus der meisten Menschen rücken.

            Mir scheint, dass das Geld nicht das primäre Problem hierbei ist, sondern der Mensch als solches! Der Mensch als potentieller und immerseiender Sammler, Behüter, Beherrscher, Machthaber, Besitzer, Gierer, Neider, Geber, Räuber, Genießer uam. sucht, braucht, verbraucht und ist immerzu auf der Jagd nach all diesen Tinnef, hier und jetzt „Geld“ genannt.

            Ach, habe fast vergessen, die Finanzindustrie würde sicherlich überflüssig werden, aber, und das ist hier die traurige Befürchtung, man hätte eine rücksicht- und erbarmungslose Zahlenindustrie. Der Mensch ist des Menschen sein wahres Problem.

    • Thomas ernst sagt:

      @Schwarz:

      Leider ventilieren Sie erneut die unbewiesene und unbelegte Behauptung, der CHF sei “überbewertet”. Mit solchen leeren Behauptungen werden seit Jahren die Leute manipuliert. Wenn Sie persönlich dieser Meinung sind, steht es Ihnen frei, via Termingeschäfte den Riesen Reibach zu machen. In diesem Blog sind Sie mit Ihren Rauchpetarden bloss ein williger Handlanger der 1%er.

      • Peter Gut sagt:

        Auf jeden Fall kostet der Euro Peg die SNB ein Haufen Geld, aber die kann ja die Geldpresse anwerfen und im “race to debase” fleissig mitmachen. Fremwährung-Investment von 50 auf 250 Milliarden in 4 Jahren. 200 Milliarden, ist das noch relevant? 200 Millionen, Milliarden, Billionen, Cilliquadroduplexiarden?

        Also die Wirtschaft kommt in fahrt, schönes Wachstum in den nächsten 20 Jahren, 2% jährlich? Dann wird das schon irgendwie verschwinden. Ist das die Strategie der SNB?

        Wenn nicht? Spanien zieht es jetzt in den Strudel, Portugal nimmt auch fahrt auf… Also wie lange machen wir mit? Weiss das jemand? Plant jemand?

        Alternative? Export geht hopps? Game over für alle Politiker an der Macht.

        Wollte Blocher deswegen an die SNB ran? Aber was wollte er? Drucken stoppen? Drucken nonstop?

        Kann mir jemand ein gutes Szenario aufzeichnen? Danke im Voraus.

  2. Anh Toan sagt:

    Wie berücksichtigt eigentlich die Nati, dass ein Teil der ausgegebenen Noten irgendwie untergehen (z.B. wörtlich mit einem Schiff, bei einem Flugzeugabsturz, einem Brand? Dass dies vorkommt ist unzweifelhaft, über Jahrzehnte dürften sich auch nicht unwesentliche Summen anhäufen: Geht die Nati davon aus, dass alle von ihr ausgegebenen Noten noch existieren?

    Nur wer den Banken insgesamt nicht traut, jedoch der Währung zumindest einigermassen, hält Bargeld in grösserem Umfang, ich gehe davon aus, dass dies nicht viele sein können, denn ein Zusammenbruch des Bankensystem wird wohl auch die entsprechende Währung stark belasten. Wichtiger zur Zeit scheint mir, dass bei Nullzinsen auf kurz- und mittelfristigen Anlagen die Kosten des Bargeldhaltens kleiner als die Spesen und Gebühren eines Bankkontos.sind. Der noch wichtigere Grund, Bargeld in grossen Summen zu halten und zu verwenden, ist jede Form illegaler Tätigkeit, von Bestechung über Steuerhinterziehung bis Drogenhandel: Mit der Abschaffung des Bankgeheimnisses, mit der Verschärfung der Vorschriften betreffend Geldwäsche (klaut jemand ein Fahrrad, verkauft es und bringt den Erlös zur Bank, riskiert er eine Verurteilung nicht nur wegen Diebstahl, sondern nahezu noch wegen Geldwäscherei) führt meines Erachtens zu einem deutlich erhöhten Bargeldbedarf. Die Schwarzgeldanleger haben ihr Geld vom Konto angehoben und es als Bargeld in einen Safe gelegt, denn so muss die Bank nichts prüfen oder melden, was der Kunde in den Safe legt, weiss die Bank nicht. Es soll so sein, dass nahezu keine Banksafes mehr in der Schweiz verfügbar sind, die Banken die entsprechenden Preise um 50 oder 100 Prozent erhöht haben. Die Zeiten, als man Schwarzgeld auf einer Bank anlegen konnte, sind vorbei, es kommen nur noch Bargeld, Edelmetalle und -steine, Uhren und Schmuck für längerfristige Aufbewahrung in Frage. Der CHF Tausender ist die perfekte Form von Schwarzgeld: Grosse Summen werden zu kleinem physischen Paket, in einen Aktenkoffer passen wohl grob 50 Mio, der CHF ist eine der etwa 10 Währungen, die weltweit problemlos umgetauscht werden können, keine Währung hat deutlich tiefere Nominalzinsen, auf welche beim Bargeldhalten verzichtet werden muss.

    • Rolf Schumacher sagt:

      Der Tausendernotenindex ist ein Schwarzgeldmafiaindex!!! Wer Geld nicht versteuern will, hat es entweder in Bar irgendwo versteckt, oder auf einer diskreten Bank. Nach den letzten Angriffen auf das CH-Bankgeheimnis verwundert es mich gar nicht, dass viele Mafiosi und kleinere Steuerhinterzieher lieber wieder bares Schwarzgeld unter dem Kissen haben wollen, als auf löcherigen Bankkonten.

    • Linus Huber sagt:

      @ Anh Toan

      Ich bin mir nicht sicher, aber ich denke, dass wenn jeweils neue Banknoten ausgegeben werden, sind die alten nur noch für eine bestimmte Zeit gültig, wonach sie an Wert verlieren. Damit würde sich das Problem lösen. Es dürfte sicher Teilnehmer geben, welche diese Frage mit mehr Fachwissen beantworten können.

      • Anh Toan sagt:

        Die Homepage der Nati sagt, dass alte Banknoten noch zwanzig Jahre nach Ablaug deren Gültigkeit als Zahlungsmittel bei der Nati eingetauscht werden können. Ich bin nicht sicher, ob man nicht die Nati zur Annahme älterer Scheine verklagen kann, falls sie dies verweigert, Banknoten sind ein auf den Inhaber lautendes Wertpapier, welche üblicherweise mittels Kraftloserklärung durch den Richter ungültig werden, jeder Schein müsste Wohl mit Nummer mehrmals öffentlich zur Vorlage aufgerufen werden. Ob zur Kraftloserklärung eine einseitige Erklärung des Schuldners (hier der Nati) reicht, z.B bei einem ausländischen Gericht wo ein Gerichtsstand z.B mittels Arrest geschaffen werden kann, bezweifle ich, darum frage ich mich, ob die Nati nicht umgetauschte Noten ausbucht.

        Die 6. Serie Herausgegeben ab 1976 ist noch umtauschbar bis 2020, max 44 Jahren werden also kaum Gewinne und Reduktion des Notenumlaufes bei der Nationalbank gebucht.

        Die fünfte Serie (ab 1950) kann seit 2000 nicht mehr eingetauscht werden, wurde Notenumlauf auf Grund untergegangener Noten ausgebucht, in welchem Jahr wieviel? (Man könnte ja auch eine Annahme treffen 0.x Prozent pro Jahr). Ich vermute es wurde nichts ausgebucht, dass ich keine entsprechende Buchung finde, bedeutet jedoch nicht, dass es keine gibt.

      • Anh Toan sagt:

        Bei dem Tsunami in Südostasien und dem Erdbeben in Japan, genauso wie im Bürgerkrieg in Somalia, bei Flugzeugabstürzen, am 09.11.2001, im Sri Lanka Bürgerkrieg, gut versteckt im Plunder eines verstorbenen Sonderlings, überall gehen Banknoten unter. Ich würde gerne wissen, wieviel dies etwa ist, die Frage konnte ich im Internet finden, jede keine schlaue Antwort darauf.

        • Linus Huber sagt:

          Danke Anh Toan

          Ich war mir nie dessen bewusst, wie lange meine tausender gültig bleiben bei einer Neuauflage der Noten.

        • Anh Toan sagt:

          Antwort der SNB auf e-mail Anfrage: (Art. 9 WZG) an den Schweizerischen Fonds für Hilfe bei nicht versicherbaren Elementarschäden wurde gemäss Geschäftsbericht 2000 am 4. Mai 2000 den Gegenwert der per 30. April nicht umgetauschten, wertlos gewordenen Banknoten der zweiten und fünften Serie (Total 244 Mio. Franken) überwiesen und der entsprechende Betrag aus dem Notenumlauf ausgebucht. (leicht gekürzt auf eine durchaus verdankenswerte e-mail Antwort der Nati auf diese Frage).

  3. Greg sagt:

    Wer aus diesem “Fiat-Money” einigermassen aussteigen möchte, kann dies nur tun, indem man den Banken KEIN Geld mehr gibt, damit diese die Geldmenge um ca. 90% & … aufblähen können, Preise treiben und letzlich staatlich gerettet werden müssen oder Sparer via Inflation enteignet werden.

    NEIN, dieses System kann ich wirklich nicht unterstützen. Wer das “begriffen”, keine Millionen auf der hohen” Kante hat, der kann das “arrogante” Leistung = Entlohnung gedudel von gewissen Wirtschafts- Politik Exponenten einfach nicht mehr hören.

    Ich hoffe, der Mittelstand steht auf und beginnt sich endlich zu wehren, gegen dieses selbst und umweltzerstörerische “Umverteilungsystem”, das zu Ausgrenzung (“Schwache”?), “Erschöpfung” (Burnout…), Korruptoption und letztlich zu Faschismus oder Feudalismus führt.

    • Linus Huber sagt:

      Ich stimme Dir zu Greg. Der Bezug von Bargeld ist die Möglichkeit der Bevölkerung, sich gegen die korrupte Verhaltensweise der Zentralbanken und Regierungen zu wehren indem wir quasi diese Akteure auch mit der Gefahr eines Systemzusammenbruchs erpressen können und nicht wie anhin, dies nur den Banken scheinbar erlaubt war.

      • Andres Müller sagt:

        Herr Huber, der Bezug von Zentralbankengeld ist wohl alsbald auch nicht mehr unbeschränkt möglich. Spanien möchte nur noch Barzahlung bis 2500 € erlauben. In Griechenland sind Bargeschäfte ab 1500 € schon verboten und die Italiener dürfen nur noch bis maximal 1000 € in Bar begleichen.

        Ziel der Finanzmarkteformen in den Europäischen Südstaaten ist es die Menschen vor der Barabhebung von Geld zu hindern. Damit erhöhen sich die Kontenguthaben auf den Banken und verhindert banking run. Dort auf den Banken ist das Geld natürlich keineswegs sicher, erstens nur bis zu einer bestimmten Höhe und zweitens können bei Schieflage der Bank Zeitverzögerungen be den Transaktionen auftreten. Indem sie ein Konto eröffnen treten sie ihr Geld in Wirklichkeit der Bank ab, es gehört nicht mehr ihnen, sie haben nur noch beschränktes Anrecht auf deren Auszahlung.

        Eines aber ist sicher, wenn ein Staat zu solchen Massnahmen greift, dann ist bereits was faul im Staate Dänemark. Dann steht es arg um Banken und Wirtschaft, es riecht immer mehr nach Währungsreform.

        • Linus Huber sagt:

          Das sehen sie richtig Andres. Das korrupte Verhalten der Zentralbanken produziert Nebenwirkungen, welche wieder nach weiteren Massnahmen verlangen. Bei den heutigen Zinssätzen und gefälschten Bilanzen der Banken ist es grundsätzlich empfehlenswert, einen Teil seines Vermögens in bar zu halten um auf solche Massnahmen schon vorbereitet zu sein. Wir sollten uns in der Schweiz auf jeden Fall nicht in Sicherheit wiegen sondern auch hier würde ich mindestens 10% in bar und 10% in physischem Gold (des Vermögens) halten um wenigstens Handlungsfähig zu bleiben in einer sich zuspitzenden Krise.

          Ich glaube nicht daran, dass die Verhinderung von Abschreibungen auf Fehlinvestitionen längerfristig erfolgreich sein wird sondern irgendwann der Entscheid fallen muss zwischen dem Verlust des Vertrauens in eine Währung oder eben dem Verlust von vermeintlichem Kapital in Investitionen, welche zur Zeit noch fiktiven Wert ausweisen.

  4. Sven Lederer sagt:

    Ha, ha, ha. Was für ein Trugschluss des Journalisten. Von wegen Krise. All die Tausender werden gebraucht um das Geld von Steuerflüchtigen aus der Schweiz zu verschieben. Denn ihr Ruf als Hort humanitärer Hilfe zur Steuerhinterziehung ist dahin. Wir stehen da wie vor 60 Jahren. Die armen Asylanten wollen rein und die reichen Ausländer wieder raus. Nur hatten wir damals noch viel mehr Verständnis, Gastfreundschaft und Ehrgefühl weil es uns selber dreckig ging und wir bescheiden waren. Heute fahren die Bauern in Bettwil und Solothurn ihre 100’000.- John Deer Geschütze auf wenn sie das Wort “Asyl” hören.

    Derweil verhandeln wir über Steuerdeals unter Gläubigern ohne je die Schuldner gefragt zu haben, ob sie den bezahlen möchten.

    Das ganze Thema ist nonsense und kann ignoriert werden bis klare Fakten auf dem Tisch liegen.

  5. Heidi Müller sagt:

    Die “Aktienkrise von 1987″ ist in der Grafik kaum vom zufälligen Rauschen unterscheidbar.
    Was für eine wüste, unbekannte Krise muss dagegen 1982/1983 gewütet haben!

    Schweizer Tausendernote als Krisenindikator – Ein schönes Beispiel für pseudo-wissenschaftlichen Blödsinn.

    Hier noch ein Rezept für “Hausgemachte Wirtschaftsanalyse”:

    Man nehme eine beliebige grafische Kurve über ein paar Jahre oder Jahrzehnte, z.B. den Kartoffelpreis oder die Länge des Osterstaus oder die monatliche Niederschlagsmenge in Zürich-Wipkingen,
    dann vergleiche man mit historischen Ereignissen aus dem Wirtschaftsbereich,
    dann suche man nach zufälligen Gemeinsamkeiten,
    die gefundenen Gemeinsamkeiten als Regel darstellen,
    die “Regel” noch mit ein paar aus dem Finger gesaugten Ideen begründen,
    offensichtliche Widersprüche und Kritik an der “Regel” weglassen,
    und fertig ist die neue Wirtschaftstheorie oder ein reisserischer Wirtschaftsartikel.

    Tipp: Ersetzen Sie “Wirtschaftsbereich” durch “allgemeine Geschichte” um eine hausgemachte Verschwörungstheorie zu erhalten.

    Jetzt ernsthaft: So wird es wirklich gemacht. Mit solchen “Regeln” werden ganze Anlagefonds gesteuert. Fragen Sie mal einen Investment-Banker beim Feierabenddrink. Und weil alle daran glauben, läuft es manchmal sogar für eine Weile.

    • Michael Schwarz sagt:

      Die Qualifikationen der Fondmanager und Portfoliomanager ist fragewürdig, obwohl sie einen Uni-Abschluss haben, haben sie nie Verständnis und die Mechanismen der Finanzmärkte erlangt. Sie sind genau wie die Analysten, deren Uni-Abschluss an Kunden verkaufen wollen – sie sind Verkäufer, sicherlich kein richtiger Anlagespezialist.

      So machen die Banken Geschäfte mit reichen Kunden, wenn die Kunden wussten was in Banken läuft, werden alle reichen Kunden die Konten saldieren. Die Verantwortungsbewusstsein ist altmodisch, das Interesse der Banken steht über das Interesse der Kunden. Es überrascht mich nicht, wenn die Banker die Kundengelder stehlt um eignem Luxusleben finanziert, weil die Chefs der Banken das Gleich macht.

      • Anh Toan sagt:

        @Michael Schwarz: Wer glaubt, eine Bank vertrete die Interessen der Kunden, und nicht ihre eigenen, ist bescheuert, genauso wer nicht merkt, dass ein “Kundenberater” ein Verkäufer ist. In jeder Branche werden Verkäufer “Berater” genannt, nicht nur bei den Banken, und all diese “Berater” haben primär das Interesse, möglichst viel ihrer Produkte zu verkaufen. Wer dies nicht blickt, braucht einen Beistand.

    • Andreas Dombek sagt:

      @Heidi Müller

      Die Beschreibung einer hausgemachten Wirtschaftsanalyse haben Sie zu 200% richtig beschrieben.
      Da die zwischenzeitlich mächtig aufgeblasene „theoretisch-wissenschaftliche“ Ökonomie ihren eigentlich angestammten Platz einer dienenden und unterstützenden Basis für die reale Wirtschaft verlassen hat, versuchen etliche Ökonomie-Junkies den anderen „ökonomischen Normalos“ eine rückwärtige, momentane und zukünftige Entwicklungen mit süffigen, sich glaubhaft und technisch scheinscharf gebenden Zusammenhängen weis- oder vorzumachen.

      Da schwingt im Ohr noch die grundlegende Weisheit eines alten Ökonomie-Profs: „Natürlich gibt’s eine Korrelation zwischen dem Konsum von dicken Bohnen und der nachfolgenden Flatulenz. Aber wem nützt dieser Algemeinplatz an diesem basisorientierten menschlichen Wissen? Wichtiger ist es jedoch, warum und von wem diese „wissenschaftliche“ Erkenntnis im Volke rumgereicht wird.“

      Solcherart von Korrelationen lassen sich historisch in dem Herkunftsbereich der Ökonomie belegen: In der historischen Land- und Forst-Wirtschaft und der Politik. Die damaligen Auguren als götternahe Vermittler, Deuter und Interpreten von göttlichen Weisheiten und Botschaften konnten z. B. aus dem Flug der Gänse, Kraniche und sonstigen Gevögels und deren Lautstärke, Reihenfolge und besonderen Eigenarten hatte man wichtige Entscheidungen zugrunde gelegt.
      Es gibt also auch hier wunderbare Korrelationen zwischen den damaligen Weisen und den heurigen Ökono-Auguren: Beide haben ihre Grundlage im Ausdeuten von den Alten durch den Vogelflug und von den Neuen durch wissenschaftlichen Beweisführungen beim Auf- und Niedergang von Kurven. Sie sind und wollen es bleiben: Die Verbindungs- und Übersetzerperson zum göttlichen Wissen!

      Man sieht: Ein fundiertes Wissen in der Vergangenheit und Gegenwart auf der Basis eines extrem windigen Milieus. Da bleibt die Frage offen, ob eventuell der Vogelflug mehr Wahrheit und Erkenntnisgewinn bringt als alle Berater jedweder Art.

      • Heidi Müller sagt:

        Apropos Vögel: In einem Experiment wurde vor eine Schüssel voll verschiedenfarbiger Kugeln ein Papagei gesetzt. Je nach dem, welche Kugeln er aus oder in die Schüssel beförderte, wurden in einem virtuellen Fonds bestimmte Aktien zum jeweils aktuellen Kurs ge- oder verkauft. Der Vogel soll die bestbezahltesten Investment-Banker im Profit übertroffen haben!
        Apropos politische Entscheidungen: Im Dritten Reich wurden militärische Entscheidungen z.T. nach dem Horoskop gefällt. Als die Briten das herausfanden, versuchten sie eine gefälschte Ausgabe der damals wichtigsten deutschen Astrologiezeitschrift mit pessimistischen Zukunftsaussichten in Deutschland zu verbreiten. Durch einen Orthografiefehler im Titel flog das ganze aber auf. Ich kann’s mir schon vorstellen: “Mars im Widder: Bombenangriffe auf London bis auf weiteres ungünstig.”
        Insofern, dass sich das Investmentbanking vom gewerblichen Glücksspiel nur durch die wesentlich grösseren Einsätze und durch die haftungsfreie Stellvertretung der Spieler durch die Groupiers unterscheidet, sollte das Investmentbanking eigentlich den Regeln für Spielbanken unterstellt werden.

        • Andreas Dombek sagt:

          @Heidi Müller

          Das mit dem Papagei ist äußerst glaub- sowie ernsthaft und sollte als Beratungssystem von den Papageien-Banken angeboten werden. Schade, dass der Vogel keine Lachmöwe war, denn dann hätte diese die Investment-Banker schallend auslachen können.

          In dieser finanztechnischen Branche tummeln sich gar seltsame Vögel herum. Da gibt’s als Beispiel so ne komische Vögelart wie den parasitären Kuckuck, der den armen arbeitsamen Vögeln sein eigenes Eier zum kostenlosen Ausbrüten unterjubelt. Da gibt’s noch die Jagdfalken, welche sich die blind im Investitionsterrain stolpernden armen Karnickel greifen und zerfleischen. Auch die Jagd-Elster, welche offensichtlich nur die wertvollen und gülden blinkenden Sachen der leichtgläubigen Menschen stibitzen. Nicht vergessen darf man die finanz- und investberatenden Pleitegeier, welche die vertrauensselig blökenden und nichtswissenden Lämmchen in den Abgrund der Spekulation scheuchen und gemeinsam mit den nimmersatten Aasgeiern in Arbeitsteilung deren Kadaver verwerten.

          In Deutschland gibt’s noch ne sonderliche dreifach-hybride Vogelart: Wenn über dem Opfer der Pleitegeier schwebt, wird bald auf die noch verwertbaren Objekte der Kuckuck geklebt, der jedoch in Wirklichkeit der dt. Bundesadler ist. Da herrscht die Verwirrung der Vogelsinne.

          Da bleibt nur noch diese Frage: Was flattert da für gefährliches Getier in der eigentlich herrlichen Ökonomie-Landschaft herum. Da sind die schrägen Vögel in diesem Blog doch noch echte Chorknaben, äh und natürlich auch Chormädchen.

        • Michael Schwarz sagt:

          @Heidi Müller

          Warum tun Sie sich nicht einen Gefallen, ein Asset Management zu gründen, deren Anlageentscheidungen auf Ihre Papagei Experiment basieren. Das wäre für die Finanzwelt einen gigantischen Gewinn, Leute wie Warren Buffet wären alle arbeitslos. Die Märkte wären viel stabiler, somit können wir endlich von der Wirtschaftskrise und Finanzkrise verabschieden – der Traum jeder Ökonomen wäre wahr.

  6. Baer sagt:

    Ich denke, Anh Toan und Greg sprechen den richtigeren Grunde an. Viele ausländische Kunden haben grosse Mühe, ihre in der Schweiz angelegten Vermögen zu repatriieren. Die Banken kündigen ja bereits die Konten einseitig. Oftmals müssen die Bankkunden als einzige Möglichkeit dann das Geld in Banknoten auszahlen lassen und entweder versuchen zu schmuggeln, in kleinen Beträgen aus dem Land zu schaffen oder in einem Schweizer Schliessfach physisch zu hinterlegen.

    • Linus Huber sagt:

      Nur ein kleiner interessanter Hinweis: Selbst ich als Schweizer-Buerger musste meine Konten bei der Migros-Bank auflösen, als ich mich letztes mal abmeldete, mit der Begründung einer diesbezüglichen Direktionsentscheidung, dass die Bank keine Kunden mit Wohnsitz im Ausland halten will. Migros-Bank war zwar eine Ausnahme, zeigt jedoch den langsam aufkommenden Trend.

      • Andres Müller sagt:

        Diese Konten Problematik hätte vermieden werden können, wenn die Schweiz rechtzeitig Bankengeheimnis und Steuergesetz angepasst hätte. Noch immer aber gastiert Steuerhinterziehung nicht prominent im Strafrecht, eine miese Sache die wohl unsere Eliten auf ihrem Kerbholz haben. Vor einigen Jahren, bevor Blocher höchst selbst mit dem “Bankkundengeheimnis” brach, galt man noch als Landesverräter wenn man für eine Reform des Steuerrechts und der Geheimhaltungsverfahren plädierte.

        • Anh Toan sagt:

          Habe mal einen Steuerhinterzieher gegenüber den Steuerbehörden vertreten: Dieser war als Dolmetscher bei Gerichten und Verwaltunsbehörden tätig, das Geld wurde jeweils bar nach jedem Einsatz ausbezahlt, gar mit der Bemerkung “und auch noch steuerfrei”, gegen Unterschrift ohne Aushändigung eines Beleges an die Dolmetscher, ohne Abzüge von AHV, obwohl die Ausgleichskassen dies eindeutig als unselbständige Erwerbstätigkeit definieren und damit auch ohne Lohnausweis. Irgendwann erhielten die Steuerberhörden Zugriff auf die Zahlungen an diese Dolmetscher, kaum einer hat die Einnahmen deklariert, gegen alle wurden Hinterziehungsverfahren eröffnet. Dass die Steuern inkl. Verzugszinsen nachbezahlt werden müssen, ist richtig, ein Zuschlag zur Steuer, der sich am Verschulden des Pflichtigen orientiert auch, eine Kriminalisierung für jedoch dazu, dass jeder Pflichtige, der eine Verfügung mit höheren Steuerfaktoren als in seiner Erklärung erhält, was in der Mehrheit der Veranlagungen der Fall sein dürfte, zum Kriminellen wird, denn logischerweise wird damit auch der Versuch strafbar.

          Wenn Sie, Andres Müller, jemandem beim Umzug helfen, und Sie erhalten sechs Flaschen Wein und einen Schrank der nicht mehr gebraucht wird, und vergessen dies in Ihrer Erklärung zu deklarieren, riskieren Sie ins Visier der Strafverfolgungsbehörden zu geraten, z.B. wenn diesen Ihre Kommentare hier nicht gefallen. Es ist ein häufig benutzes Mittel autoritäerer Staaten, Gesetze zu erlassen, wobei erwartet wird, dass die Mehrheit diese missachten: So wird jeder Bürger erpressbar und hält das Maul.

          • Andres Müller sagt:

            “und vergessen dies in Ihrer Erklärung zu deklarieren, riskieren Sie ins Visier der Strafverfolgungsbehörden zu geraten, z.B. wenn diesen Ihre Kommentare hier nicht gefallen.”

            Kann schon sein Anh Toan, ja ich bin sogar sicher dass von der oligarchischen Schattenwelt auch hier mitgelesen wird. Allerdings wird das den Leutchen nichts nutzen, denn die grösste Gefahr für sie kommt derzeit aus dem Ausland. Die öffentliche Meinung über das Thema Steuerhinterziehung wird kaum von mir gekippt, das hat man bei der SVP, AUNS auch schon bemerkt. Das Blocher selbst mit dem Bankgeheinis gebrochen hat ist kein Zufall, es geht um die Positionierung in der Zukunft. Natürlich wird auch hier nach neuen Meili -Papierkorbgrüblern und Nestbeschmutzern nachgeforscht,aber davon habe ich weniger Angst als von den neoliberal unterwanderten Sozialbehörden mit ihren Renten und Behinderten -Killern.

            Die Ausweichtaktik der Eliten, wenn es schwieriger wird Steuern zu hinterziehen liegt im Sozialabbau, nur dort kann noch eine genügende Menge Menschen gemolken werden. Die Eliten haben aufgegeben in der Sache Steuerhinterziehungspolitik, was nun folgt ist lediglich das Rückzugsgefecht das Zeit verschafft. Ich denke die Zeit wird genutzt um Rentenvorsorge, AHV/IV/ Sozialhilfe weiter so anzupassen dass die Verluste wieder ausgeglichen werden. Ich habe also mehr Angst vor der Verschlechterung unserer Sozialversicherung (insbsonders BVG) als davor dass ich wegen meiner Ansicht über Steuerhinterziehung observiert werden könnte.
            Sie haben sicher Recht mit dem Erlass neuer Gesetze, die werden derzeit gerade im Bereich der Sozialversicherungen am eifrigsten umgebaut und ausgebaut.

          • Anh Toan sagt:

            Es gibt nicht weniger Steuerhinterziehung wenn diese kriminalisiert wird, genauso wenig, wie es weniger Drogen auf den Strassen nach 50 jähriger Drogenkriminalisierung gibt. Genau diese Denkweise wir ausgenutzt, um Macht auszubauen, Politiker wurden Politiker weil sie Macht wollen, haben sie diese, wollen sie mehr davon. Gerechtfertigt wird diese macht mit dem Schutz vor dem Teufel (Drogen, Terroristen, Steuerhinterzieher).

  7. Peter Gut sagt:

    Bargeld? HAHAHAHAHAHAHAHAHA – schnap nach Luft – HAHAHAHAHAHAHAHAHAHAH!

    • Andres Müller sagt:

      Devisenkurs 05.04.2012 kurzfristig 12:00 Uhr EUR/CHF 1.20 ;)
      Was glauben Sie wie der Bargeldgenerator der SNB gerade Tausender en Masse tickert ?

      • Michael Schwarz sagt:

        Meine Prognose bewahrheitet sich, dass die SNB mit seiner passiven Haltung das Problem des starken Frankens nicht gelöst werden kann, vor allem Hildebrand die gute Gelegenheit in Dez.2011 verpasst hatte, den Franken in der Richtung des Gleichgewichtes zu bewegen. Die Inflationsängste der SNB hat keinen wissenschaftlichen Anhaltspunkt, wenn wir die Inflationsdaten von letztem Jahr anschauen, trotz des starken Frankens stieg die Preise in der Schweiz – eine direkte Korrelation zwischen der Geldmenge der SNB und Inflation existiert somit nicht, das ist ein hartnäckiger Mythos unter den Ökonomen.

        Es ist auch nicht überraschend, dass die inländischen Produktionspreise durch überbewerteten Franken stiegen, in Gegenzug fällen die Exportpreise. Das ist eine Entwicklung, die auf den Lebensstandard der Schweizer eher negativ auswirken wird, weil die Preise für inländische Güte durch starken Franken in Relation zu anderen Währungen weiter steigen werden. Dieser Trend kehrt ernst um, wenn der Franken zu wichtigen Währungen wieder im Gleichgewicht sich befindet.

        Das Fazit: die Daten aus Import/Export repräsentieren nicht den Realwert des Frankens. Dies führt zu falscher geldpolitischen Massnahme der SNB. Die SNB leidet genau so wie FED an Kurzfristigkeit im Denkprozess.

        • Thomas ernst sagt:

          Die Behauptung der Überbewertung des CHF hat keinerlei Anhaltspunkt.

        • Michael Schwarz sagt:

          Ob die Untergrenze bei 1,20 verteidigt wird, oder bei 1,35, macht keinen Unterschied für die SNB. Aber auf die Realwirtschaft ist der Unterschied gigantisch, das schreibt ich kurz nach der Einsetzung der Untergrenzen bei 1,20 in Sep.2011. Es macht keinen Sinn die Untergrenze bei 1,20 zu verteidigen, weil die weiter weiter unterhalb des Werts des Frankens liegt – der Stilstand, der von SNB in letzten 6 Monaten angestrebt wird, ist reine Zeitverschwendung, weil Ihr Blick nur auf den Gegenwart gerichtet ist. Die SNB muss diese Last des starken Frankens befreien, womit die SNB für die Schweizer Wirtschaft Spielraum schafft. Das haben die SNB offensichtlich nicht verstanden, oder kein Interesse daran.

          • Michael Schwarz sagt:

            Die Problematik des starken Frankens wird nur weniger Schweizer bis heute verstanden, die Ökonomen der SNB gehört dazu. Wie gut die Ökonomen der SNB mit Märkten umgehen können, müssen sie noch beweisen. Es scheint mir die Problematik des starken Frankens der SNB massiv überfordert zu sein.

          • Andres Müller sagt:

            Die Effekte die von Mikrokollaps des Finanzmarktsystems her kommen haben die Ökonomen offenbar noch nicht begriffen. Hier spielen Computertechnologie und Hochfrequenzsysteme das Zünglein an der Waage. Die volatilen Schwingungen im Millisekundenbereich können Kurse enorm bewegen. Seit einigen Jahren steigt die Volatilität im Sekundenbereich ständig an. http://www.nanex.net/aqck/2804.HTML
            Eine massiver Einbruch kann grundsätzlich zu jedem Zeitpunkt innert Millisekunden geschehen und sowohl bei jeder Währung als auch bei Aktien und Edelmetallen plötzlich auftreten. Um einen Kurs von 1.20 zu garantieren müsste die SNB die Währung permanent mindestens über 1.25 halten. Das jedenfalls legen die erhöhten Volatilitätsschwingungen nahe.
            Das lohnt sich aber nicht weil das viel zu teuer würde, weil ja eben 1.20 als Grenze kommuniziert wurde.

          • Thomas ernst sagt:

            @Schwarz

            Sie mögen ja der Auffassung sein, der CHF sei überbewertet – nur fehlen immer noch alle konkreten Belege für diese dreiste Behauptung. Ich muss daher annehmen, dass Sie auch bloss einer dieser billigen Profiteure und Abzocker sind. Behalten Sie doch Ihre Nebelpetarden für sich und Ihre Abzockerkollege.

  8. ueli naef 2 sagt:

    Sehr geehrter Herr Schwarz, ich frage mich, als Optimist,
    ob, wenn Sie wirklich recht haben mit dem überbewerteten
    SFR das nicht einen wundervollen Effekt hat auf die
    Schweizer Industrie. Wer seine Produkte bei einem,
    für den Exporteur schlechten Wechselkurs, immer noch
    verkaufen kann – der macht seine Sache einigermassen gut.
    Nun nehmen wir an, der SFR würde real (ehrlich) sinken im Wert.
    Wir würden mehr exportieren können – mit besseren Margen ! Gut.
    Also heisst es (logischerweise) : Wohl dem Land das mit einer
    überbewerteten Währung zurechtkommen muss.
    So werden alle “getrimmt”. Bessere, schönere, smartere Produkte.
    Stückkosten werden optimiert, etc. etc.
    Sogar die Löhne sollten demnach eigentlich den Leuten erhöht
    werden, die excellent arbeiten (Banken ausgenommen :-)
    Mache ich da einen Denkfehler ?
    Gruss Ueli Naef 2

    • Anders Müller sagt:

      Herr Naef, sie erkundigen sich nach Denkfehlern. Ihr Denkfehler und die Denkfehler vieler Ökonomen ist vielleicht anzunehmen, dass es immer eine Lösung gäbe welche die Bessere für Alle ist. Das gibt es aber in den wenigsten Fällen. Das Fiat Money des Schweizer Frankens hat im Übrigen einen Wert der unabhängig von jenem Kurs ist den die SNB festhalten will. Was viele nicht wissen ist, es gibt viele Investoren die kalkulieren weit in die Zukunft, und da spielt der gegenwärtige Kurs auf das Kauf- oder Einkaufverhalten von Schweizer Franken weniger eine Rolle. Wenn man in Zeiträumen von 5-10 Jahren denkt, so ist das was die Finanzpolitik gerade tut nicht unbedingt richtungsbestimmend, tatsächlich ist es eher wichtig welche Bewertung die Investoren dem Schweizer Franken effektiv geben, wenn die SNB den Kurs freigeben würde. Aus diesem Grund kann es schon sein dass ein Investor nun trotz 1.20 mit ganz anderen Zahlen rechnet wenn er jetzt einkauft oder verkauft. Die Realwirtschaft könnte trotz Interventionen zu schaden kommen wenn diese 1.20 auf keine Weise mehr gerechtfertigt werden könnte, im Fall eines Zahlungsausfalls von Spanien zum Beispiel. Das könnte dann zu nch grösserem Schaden führen als wenn der Kurs bis heute noch frei wäre, denn die grössten Schäden entstehen aus Vertrauensverlusten.

    • Michael Schwarz sagt:

      @Ueli Neaf 2

      Wenn der Franken leicht überbewertet wäre, hätte die eine positive Wirkung auf die Innovation und Wettbewerbsfähigkeit der ganzen Schweizer Wirtschaft. Aber wenn eine Währung zu stark überwertet oder unterbewertet wird, wird das Ungleichgewicht auf die Wirtschaft negativ auswirken. Das ist auch der Grund warum ich zahlreiche Beträge für die Bewertung der Währung schrieb. Die Unterbewertung einer Währung ist genau schlecht wie Überbewertung einer Währung, deshalb muss das Ziel der Zentralbank sein, dass das Gleichgewicht zwischen den Währungen ausbalanciert. Das ist auch der Grund warum ich Ben Bernanke massiv kritisiere, weil er seine Position als Zentralbankchef und Wirtschaftswissenschaftler missbraucht, sich von US-Regierung und Banken instrumentalisiert wird.

  9. Hans Saurenmann sagt:

    Als America-Schweizer kann ich kein Konto halten in der Schweiz. Die Tausender werden gebraucht um die Konten zu leeren. Als Doppelbuerger empfielt sich sein Geld nach SGP zu verschieben, oder HKG oder nachSoul. Kleine Reise machen, Konto eroeffnen und dann das Geld verschieben. Da ich Amerikaner bin habe ich andere Probleme, ausser ich wuerde Familie Hildebrand heissen und kann fuer zehn Jahre in GB untertauchen. Alte Noten koennen immer umgetauscht werden direkt in der SNB wir hatten schon andere Motive auf unseren Noten und hatte in den letzten 60 Jahren kein Problem, da ich ein eifriger Sammler bin. An alle die den SFR. als ueberbewertet ansehen werden noch ihr Blaues Wunder erleben, wenn der Wirtschaftskrieg vorueber ist moechte ich viele Schweizer Fraenkli BAR zu Hause haben, egal wo ich Wohne. Der garantierte Kurs von SFR. 1.20 durch die SNB ist reiner Volksbetrug und sollte als Offiziall Delikt eingeklagt werden, das ist meine persoenliche Meinung, wir werden sehen wer Recht hatte!!

    • Linus Huber sagt:

      Guter Beitrag, danke.

    • Thomas ernst sagt:

      @Saurenmann

      Und was wollen Sie nach dem Crash mit bedrucktem Altpapier??

      Alles, was nicht wenigstens so Real ist wie Gold, Silber oder Grundstücke, hängt immer vom Goodwill der gerade Macht Habenden ab. Aber als halber Amerikaner sind Sie sich ja das Leben um einer kriminellen Organisation (USA) gewöhnt.

  10. Linus Huber sagt:

    So lange wir wirtschaftliche Aspekte als wichtiger betrachten als das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit (im weitesten Sinne angewandt), werden unsere Bemühungen, die gegenwärtige Krise zu meistern, fehlschlagen.

    Wie schon andernorts erwähnt, werden Regeln und Gesetze innerhalb eines Staates grundsätzlich geschaffen, um für die Gesellschaft nützliches Verhalten zu belohnen, während unethisches und für die Gesellschaft schädliches Verhalten bestraft wird. Die meisten Strategien und Entscheide der Zentralbanken und Regierungen der kuerzlichen Vergangenheit laufen wider diesem Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit. Das Trennen des Risikos vom Investment ist nicht einfach nur ein Fall von “Moral Hazard” sondern beeinflusst die Struktur der Werte, welche für den Erfolg der Westlichen Gesellschaft verantwortlich war.

    • Anh Toan sagt:

      Linus Huber: “Wie schon andernorts erwähnt, werden Regeln und Gesetze innerhalb eines Staates grundsätzlich geschaffen, um für die Gesellschaft nützliches Verhalten zu belohnen, während unethisches und für die Gesellschaft schädliches Verhalten bestraft wird.”

      Dass Sie dies anderorts schon erwähnt haben, macht Ihre Aussage nicht richtiger: Nehmen Sie die systematische Sammlung des Bundesrechtes (http://www.admin.ch/ch/d/sr/index.html) finden sich alleine im Landesrecht (ohne Staatsverträge) 9 Bände, alleine im dritten Band geht es um Strafe, Belohnung für gesetzestreues Verhalten kenne ich keine. Aber auch der Dritte Band (Strafrecht, Strafrechtspflege Strafvollzug) finden sich viel mehr Artikel, die sich mit der Organisation der Behörden statt mit Bestrafung der Bürger beschäftigen.

      Seiten- oder Artikelmässig beschäftigen sich weniger als 5% der Gesetze mit Bestrafung, ich wüsste nicht welches mit Belohnung beschäftigt: Wurden Sie schon einmal vom Staat belohnt? Wenn ja, wofür? Eine IV Rente ist keine Belohnung, Krankenkassenbeiträge oder Arbeitslosengeld auch nicht, also wo wird der Bürger belohnt, wenn er die Gesetze einhält?

      Rechtsstaatlichkeit im weitesten Sinne: Sie dehnen den Begriff der Rechtstaatlichkeit also so weit wie möglich aus, lassen den Leser jedoch im Unklaren, was Sie damit meinen: Teilweise werden die Prizipien der Gewaltenteilung und die elementaren Freiheits-, also Menschenrechte mitumfasst, ein Gesetz das sagt, alle über 90 werden eingesclhäfert, weil sie nichts bringen und nur kosten, würde ein sehr weit gefasstes Rechtsstaatlichkeitsprinzip verletzten, definiert man den Begriff enger, hätte ein entsprechendes Gesetz kein Problem mit Rechtsstaatlichkeit, jedoch noch immer mit den Menschenrechten. Ich kann die von Ihnen behaupte Verletzung des Prinzips der Rechtstaatlichkeit betreffend der “Strategien und Entscheide der Zentralbanken und Regierungen” nicht erkennen.

      • Linus Huber sagt:

        Ein wichtiges Beispiel der Verletzung dieses Prinzips wird erwähnt Innerhalb des Textes. Wenn das Risiko und die daraus entstehenden Verluste nicht beim Risikonehmer (Investor) anfallen, sondern auf die Allgemeinheit abgewälzt wird, sind dies massive Eingriffe in die Eigentumsrechte und somit eine Verletzung des Prinzips der Rechtsstaatlichkeit.

        Ebenfalls wird erklärt, was unter dem Prinzip der Rechtsstaatlichkeit gemeint ist indem erklärt wird, auf welcher Basis Gesetzgebung erfolgen sollte. Natürlich werden diese Prinzipien verletzt, wenn sich die Gesetzgeber von Interessenvertretern beeinflussen lassen und das Wohl des Volkes aus Auge verlieren, womit die Rechtsstaatlichkeit untergraben wird.

    • Anh Toan sagt:

      Mir ging grad die Frage durch den Kopf, ob es wohl eine Beleidigung wäre, jemanden als dumm im weitestens Sinne zu bezeichnen. Einstein soll ein ziemlich bescherter Segler gewesen sein, er war also dumm im weitestens Sinne. Wird “im weitesten Sinne” an einen Begriff gehängt, lässt sich eigentlich alles unter den Begriff subsumieren, eine Cruise Missile oder ein Elefant sind Automobile im weitesten Sinne. Will man Elefanten mit Verkehrsabgaben belasten, würde eine derart weite Auslegung des Begriffs Automobil die Rechtsstaatlichkeit verletzten, der Wortlaut des entsprechenden Gesetzes müsste geändert werden.

      Selbstverständlich sind wirtschaftliche Aspekte wichtiger als ein im weitesten Sinne ausgelegtes Prinzip: Von Prinzipien alleine lässt sich nicht leben. Prinzipien im weitesten Sinne als unverletzbar zu erklären, ist kompletter Schwachsinn, mit Strafrecht verletzten wir das Prinzip individueller Freiheit massiv, mit Finanzreferenden das Prinzip der Gewaltenteilung, mit Zulassungsvorschriften für Ärzte das Prinzip der Wirtschaftsfreiheit, mittels Scheidung das Prinzip der Ehe: Die Verletzung von im weitesten Sinne verstandenen Prinzipien ist so normal wie essen, schlafen oder duschen.

  11. Phillip Linden sagt:

    Die höhere weltweite Nachfrage nach CHF in Krisenzeiten, nicht nur für die 1000er Note (eine Banknote von diesem Wert ist mir bei anderen Währungen nicht bekannt), aber das Angebot ist natürlich verhältnismässig gering. Der Preis des Frankens steigt, und macht der Exportwirtschaft und Tourismus Sorgen. Eigentlich fördert die Nationalbank mit solchen Banknoten das Horten von CHF. Ist das eine relevante Problematik, auch in Sachen illegalen Cash transfers? Man sollte heute fast übervorsichtig sein.

  12. Andres Müller sagt:

    Die Schweizer Tausendernote gegen Doktor Doom alias Gold ETF.
    http://www.euromoney.com/Article/3005600/BackIssue/85141/Inside-investment-Golden-mean.html

    Kürzlich habe ich einen Artikel auf dem Anleger -Portal von Barclay Capital gelesen, der mich stutzig gemacht hat. Zur Erinnerung Barclay ist eine Kapitalgesellschaft mit dem grössten Netzwerk in Realwirtschaft und Finanzwelt, also wenn man so will mächtiger als Goldman Sachs oder Morgan. Im betreffenden Artikel wird ein Vorgang beschrieben der in der Sozialwissenschaft eher bekannt ist als unter Ökonomen, nämlich dass Investoren in der Masse in der Lage sind völlig neue Realitäten zu schaffen. Hier geht es darum dass Barclay und andere Finanzgesellschaften (auch die ZKB) dabei sind mit Gold-ETF das Fiat Money System zu stürzen, zumindest erhebt der Artikel den Anschein als ob dies im Gange wäre.

    Darin wird von der Möglichkeit geschrieben, dass mit einem Unzenpreis von 40000 US$ Gold, das Edelmetall für die USA wieder reichen würde um zum Goldstandard zurückzukehren. Der Autor scheint der Ansicht zu sein dass private Investoren dabei seien den Standard vorweg zu nehmen, indem sie immer mehr US$ Papiere in diese ETF umtauschen.

    Sollte das ausgeweitete Notenbankgeld tatsächlich in die Realwirtschaft eintreten, dann könnte offenbar der grösste Preisanstieg bei Gold in der Geschichte der Weltwirtschaft erfolgen. Da sich der Artikel auf einem der Finanzportale von Barclay befindet, darf man ruhig annehmen dass sich die Grossbanken auf Währungsreformen vorbereiten, in deren Folge Edelmetalle sich als Sicherheiten anbieten. Klar ist auf jeden Fall, wenn die Wirtschaft zum Goldstandard zurückkehren würde, oder auch nur eine Vorbereitungsstrategie fährt, dann dürften die Preise für Edelmetalle demnächst in schwindelerregende Höhen ansteigen, da würde sich unser Schweizer Tausender aber bestimmt eine Weile in einen Aufwertungsdruck gelangen der die SNB noch höchstens durch den Verkauf ihrer Goldreserven entrinnen könnte. Doch am Ende würde damit die Schweiz ziemlich nackt dastehen -wenn dies tatsächlich versucht würde.

    • Linus Huber sagt:

      “Der Grund (unter anderm), dass der Goldstandard nicht realistisch ist besteht in der Tatsache, dass es zuwenig davon (Gold) gebe”. Dies ist Ben’s Aussage. Etwas lächerlicheres habe ich selten gelesen und noch immer sitzt dieser Mann an der Spitze der mächtigsten Zentralbank.

  13. Rico Coracao sagt:

    Papiergeld als Sicherheit? Egal welche Währung, tauscht es gegen echte Werte!
    Ihr seit im IWF/Weltbank System, googled einfach mal wer dahinter steckt, der Franke geht mit unter!
    Kauft Gold, Silber, Land, Häuser, Oldtimer, egal was.. aber spart nicht Papier!

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