New York – Phönix aus der Asche

Der New Yorker Geldmarkt ist der flüssigste von allen: Ausblick vom One World Trade Center. Foto: Lucas Jackson (Reuters)

Als die Finanzkrise vor zehn Jahren ausbrach, prophezeiten viele den baldigen Abstieg New Yorks. Eine solche Pleite, lautete das Argument, würde den Ruf des Finanzplatzes nachhaltig schädigen. Ausserdem wusste man seit langem, dass die EU und China nur darauf warteten, eine bedeutendere Rolle zu spielen. Nun schien der Moment für eine Ablösung gekommen.

Nichts von all dem ist passiert. Der Finanplatz New York hat bis heute nichts von seiner Bedeutung eingebüsst. Im neusten weltweiten Ranking steht er auf Platz zwei hinter London – wobei London zu einem grossen Teil als Verlängerung der Wallstreet zu verstehen ist.

Rank Change Centre Country/region Rating Change
1 Steady London United Kingdom 782 Decrease 13
2 Steady New York City United States 780 Decrease 14
3 Steady Singapore 760 Increase 8
4 Steady Hong Kong 755 Increase 7
5 Steady Tokyo Japan 740 Increase 6
6 Steady San Francisco United States 724 Increase 4
7 Increase 1 Chicago United States 723 Increase 5
8 Increase 3 Sydney Australia 721 Increase 9
9 Decrease 2 Boston United States 720 Increase 1
10 Increase 3 Toronto Canada 719 Increase 9

Keine ernsthafte Alternative

Wie kann man diese Persistenz erklären? Der Hauptgrund ist vermutlich, dass es nach wie vor keine ernsthafte Alternative zu New York gibt. Folgende Vorteile sind zu nennen:

  1. Die US-Wirtschaft ist die grösste Volkwirtschaft der Welt, wenn man die nominellen Werte als Massstab nimmt.
  2. Der US-Dollar ist frei konvertierbar und nach wie vor die wichtigste Reserve- und Transaktionswährung.
  3. Der New Yorker Geldmarkt ist der flüssigste von allen. Nirgendwo kann man so schnell Wertpapiere kaufen und verkaufen.
  4. Die Schuldpapiere der Bundesregierung sind sicher.

China ist ebenfalls gross – oder sogar schon grösser, wenn man nicht die nominellen Werte, sondern die Kaufkraftparitäten als Massstab nimmt. Aber die chinesische Währung ist nicht frei konvertierbar, und die chinesischen Finanzplätze sind nur teilweise offen.

Flüssige Geld- und Kapitalmärkte

Die Eurozone bildet ebenfalls einen grossen Wirtschaftsraum, aber er ist viel fragmentierter als der US-Binnenmarkt. Der Euro eignet sich nur beschränkt als Reservewährung, solange die Konstruktionsprobleme der Währungsunion nicht behoben sind. Und die Geld- und Kapitalmärkte sind nie so flüssig wie in New York.

An diesen Tatsachen wird sich in den nächsten zehn Jahren vermutlich wenig ändern. Möglicherweise wird New York sogar noch dominanter werden. Wenn nämlich die amerikanischen Unternehmenssteuern tatsächlich deutlich gesenkt werden, dürfte ein Teil des Dollargeschäftes von ausserhalb der USA zurückwandern.

 

38 Kommentare zu «New York – Phönix aus der Asche»

  • Rolf Zach sagt:

    Interessant ist, dass in dieser 10 Liste die USA viermal vertreten sind. Für Chicago eigentlich klar (der weltweite Rohstoffhandel wird wahrscheinlich zu 90 % und mehr in $ abgewickelt), San Francisco mit seiner Platzierung als Nr. 6 ist ebenfalls verständlich. Der Finanzplatz von Silicon Valley, das gegenwärtig wieder verrückt spielt und wahrscheinlich ein weiteres 2000 erleben wird. Boston ist das Zentrum der Vermögensverwaltung der USA und hier spielt die Verwaltung von Fonds die grösste Rolle. New York ist der breiteste Effekten- und Kreditmarkt des US$.
    London ist keine Verlängerung von Wall Street, wäre er dies, wäre seine Bedeutung hinter der von Singapur, Hongkong und Tokyo. London ist Weltgrößte Handelsplatz des Euros in all seinen Facetten.

    • Maiko Laugun sagt:

      @Rolf: „Der Finanzplatz von Silicon Valley,..“

      Muss man die IT-Industrie der realen Wirtschaft zuordnen oder nicht? Bin mir da nicht so sicher, unabhängig davon, die Dot-Com-Blase der 90er in bester Erinnerung zu haben.

  • Jan Svoboda sagt:

    ich weiss nicht was dieser Artikel beweisen soll.
    1. eben mit Betonung auf nominell, wird nämlich die riesige Finanzblase abgezogen, bleibt etwas Pharma, Rüstung, dahisiechende Autoindustrie und Millionen von Hamburgerpacker. Summa Summarum das meiste ist nur ein Herumschieben der Schuldverschreibungen.
    2. ist konvertierbar bis er nicht mehr ist
    3. ein Umsatz in Seifenblasen ist für die Beurteilung der Zukunft irrelevant
    4. das war die Lachnummer des Monats

    • Jean Ackermann sagt:

      Herr Svoboda, nur die Umsätze zählen und bestimmen das Geschehen, persönliche Vorlieben sind menschlich aber sie zählen in diesem buissinis nicht.

      • Jan Svoboda sagt:

        wenn nur die Umsätze zählen, dann Frage ich mich warum in den USA der Detailhandel kollabiert und Tausende Supermärkte und Hunderte Shopping Malls schliessen, und warum müssen US Firmen Gewinne durch Aktienrückkauf auf Kredit vortäuschen. Irrtum, die Kapitalbildung ist alles was zählt und die ist Dank dem riesigen Überhang an Konsumkrediten geradezu mikrig. Ohne die überall vorhandene Bilanzfälschung hätte die Kreditblase längst zusammengekracht.

        • Jean Ackermann sagt:

          Herr Svoboda, hier gehts nicht um die Umsätze der Unternehmen, sondern um den Handel mit den Firmen, über Derivate, Anleihen, Aktien usw, an den Märkten. Der reelle Wert der Firmen ist relativ, und wird von ihrem geliebten Markt, nach Lust und Laune, und auch durch ein gehöriges Stück Manipulation, bestimmt.

          • Franz Gödl sagt:

            Manipulatoren sind auch nur Marktteilnehmer und somit Teil des Marktes, der seine eigene Dynamik hat. Schon früher, als es so genannte „Pools“ gab, welche einzelne Aktien „pflegten“ stellte sich heraus, dass auch diese sich der Marktbewegung beugen mussten. Es brauchte mehr Zeit, kam dafür aber umso heftiger. Damals ging es um einzelne Aktien oder Commodities (Silver-Brothers) und heute geht es um ganze Oekonomien. Der Outcome ist derselbe nur dass es dieses Mal die gesamte Weltbevölkerung betreffen wird und nicht nur einzelne Aktionäre.

  • Rolf Zach sagt:

    Wenn man Brasilien für Investments analysiert, ist immer die Leistungsbilanz und die Verschuldung gegenüber dem Ausland in ausländischer Währung von Interesse. Im Falle der USA interessiert die Ausland-Verschuldung eigentlich niemand, da diese so wieso in $ ist und ebenso wenig das Defizit der Leistungsbilanz, nicht mal wenn dieses die Größe von 3 % des US-BIP erreicht, was in Anbetracht der Größe der US Wirtschaft eine gewaltige Zahl darstellt.
    Die Analysten beurteilen den Dollar anhand des Wirtschaftswachstums in den USA und dabei anbei anfallenden Gelegenheiten für Rendite sichere Investitionen, auch wenn diese Rendite in $ gering ist und man viel mehr in Yuan, Rubel, Pfund und Real herausholen kann. Denn man weiß, die Welt hat den $-Standard+die erwähnten Währungen entwerten mehr.

  • Rolf Zach sagt:

    Stimmt schon mit der Reservewährung $, obwohl der Euro trotz aller Unkenrufe die zweit wichtigste Reservewährung der Welt ist.
    Man muss dabei folgendes beachten. Eine Reservewährung ist immer eine Währung, die aus grundsätzlichem Vertrauen eigentlich keine Reserven braucht, die sie selbst nicht kontrollieren kann, d.h. für ihren Umlauf braucht sie eigentliche wenig an Gold oder anderen Währungen, die als ebenso sicher gelten. Damit verbunden ist ein Leistungsbilanzdefizit, wo ein Land mit Reservewährung allein durch ihr Geld gratis im Ausland einkaufen. Ihre Gläubiger sind scharf auf die Reservewährung und arbeiten für deren Erhalt eigentlich gratis.

    • Anh Toàn sagt:

      „…die aus grundsätzlichem Vertrauen eigentlich keine Reserven braucht…“

      Der Herr Svoboda macht sich ja an anderen Orten schwer Gedanken über die Nonvaleurs aus der Subprimekrise in der FED Bilanz:

      Angemnommen dem sei so, stellt sich die Frage, ob es ausser dem Herrn Svoboda sonst niemand merkt, oder es den anderen (dem Markt) egal ist, was in den Aktiven der FED steht:

      Ein „normaler“ Schuldner braucht seine Aktiven um seinem Gläubiger ein Versprechend der Notenbank (Geld) zu liefern. Die ZB braucht ihre Versprechen nur durch neue eigene Versprechen zu ersetzen, sie muss keine Aktiven verkaufen um ihre Versprechen zu erfüllen. Solange – warum auch immer – das Vertrauen in die Währung vorhanden ist, ist die Werthaltigkeit der Aktiven der ZB irrelevant.

      • Josef Marti sagt:

        Deshalb ist es auch völlig wurscht ob eine ZB überschuldet ist, es liegt nichts anderes als eine Erhöhung von Staatsschulden vor, und für die bürgt immer der Staatsbürger. Niemand kann voraussagen wie lange künftig die ZB noch inflationsfrei Geld drucken kann, die radikale Unsicherheit der Zukunft passt aber in kein ökonomisches Modell.
        Die wachsenden US Schulden sind aber für die Markte und insbes. für alle Exportjunkies dieser Welt alternativlos wie Mutti Merkel sagen würde; wollen sie dem Dollar das Vertrauen absprechen dann bleiben sie auf dem Trockenen sitzen und ihre Geldillusion platzt.

      • Jan Svoboda sagt:

        „Angemnommen dem sei so, stellt sich die Frage, ob es ausser dem Herrn Svoboda sonst niemand merkt, oder es den anderen (dem Markt) egal ist, was in den Aktiven der FED steht:“
        Na ja auf Ihrem oekonomischem Sandhaufen merkt wohl niemand was, in der realen Welt hingegen schon, würden nämlich die Investoren und Banken die Papiere als sicher einstuffen, müsste sie die Fed nicht aus den Bilanzen der Pleiteagenturen Fannie Mae, Freddie Mac übernehmen, und Pleite waren sie gerade wegen Haltung dieser MBS und wurden deshalb quasi verstaatlicht.
        Den restlichen Mist was Sie hier schreiben braucht man gar nicht zu kommentieren.

        • Anh Toàn sagt:

          Machen sich die Märkte sorgen, dass die FED pleite sei, wegen der Bewertung ihrer Aktiven?

          Ich meine in der realen Welt, hier heute und jetzt?

          Wenn ja, woran erkennen Sie dies? Am Bitcoin Kurs des USD?

          Wenn nein, warum nicht?

          • Anh Toàn sagt:

            Haben die Märkte Sorgen über Hyperinflation, wenn 10 jährige Staatsanleihen in USD einen Hauch über 2% rentieren?

            Erklären Sie mir die Welt, Herr Svoboda, ich behaupte nicht, diese zu verstehen, ich versuche es nur.

          • Jan Svoboda sagt:

            Anh Toàn
            selbstverständlich, ich habe es aber nicht vor, Ihre infantile Fragen am laufenden Band zu beantworten, etwas googeln würde reichen aber das ist wohl in Ihrem Fall zu viel verlangt.

          • Anh Toàn sagt:

            Ja, also wenn es ganz einfach ist, schreiben Sie doch die paar Sätze für mich Infantilen, Herr Bescheidgeber.

        • Jean Ackermann sagt:

          Herr Soboda, auf ihrem ökonomischen Sandhaufen können Fannie Mae und Freddie Mac spielend konkurs gehen, sie können nicht Geld drucken wie das FED oder die EZB, das ist der ganz grosse Unterschied! Wann irgend einmal die ganz grosse Rechnung durch Geldentwertung bezahlt wird, wissen nicht nicht einmal die allerbesten Ökonomen, und schon gar nicht die Politiker, die sich eine solche Entwertung der Schulden, die sie angehäuft haben, noch so sehr wünschen und ersehnen. Und übrigens auch die EZB wünscht sich das, das hat mit reiner Ökonomie nichts zu tun sondern nur mit Politik.

    • J. Kuehni sagt:

      „Vertrauen in die Währung“ ist letztlich Vertrauen in eine politische Administration, namentlich deren Fähigkeit, eine Markt aufrechtzuerhalten, einigermassen faire Zugangsbedingungen und eine „berechenbare“ Rechtsordnung zu garantieren. Weil die Amis seit 70 Jahren bewiesen haben, dass sie das im globalen Massstab einigermassen hinkriegen, während die Chinesen den Beweis noch schuldig sind, geniesst der US$ immer noch mehr Vertrauen, obwohl man beim gegenwärtigen „Direktvergleich der Kompetenzen“ der US- resp. VRC-Administrationen durchaus berechtigt seine Zweifel haben kann.

      • J. Kuehni sagt:

        Angesichts der historisch-durchschnittlichen Haltbarkeitsdaten von politischen Entitäten ist klar, dass „Vertrauen in die Währung“ letztlich ein temporäres Hirngespinst ist. Irgendwann geht das Vertrauen verloren, entweder, weil die Administration sich selber ruiniert, oder weil es eine bessere Alternative gibt (oftmals beides zugleich, Kausalzusammenhänge nicht ausgeschlossen).

      • J. Kuehni sagt:

        Logischerweise können Leute, die der Fata Morgana eines entpolitisierten Marktes hinterherrennen, mit solchen „Vertrauenswährungen“ schlicht nicht leben. Die menschliche Komponente einer Währung muss um jeden Preis ausgeschaltet werden, damit die Währung nicht durch „Menschlichkeit“ korrumpiert werden kann.

        • Linus Huber sagt:

          Die Frage, die sich mir stellt, liegt darin, ob Sie sich mit dem Wort „Menschlichkeit“ auf die engere und damit wertende oder weitere Bedeutung des Begriffs beziehen.

          https://de.wikipedia.org/wiki/Menschlichkeit

          • J. Kuehni sagt:

            „Menschlichkeit“; in diesem Kontext ein Hinweis auf die Hoffnung, deren Korrumpierbarkeit evtl. durch Logarithmen zu umgehen, oder sich, umgekehrt, auf die langfristig nachhaltige (Äonen überdauernde) Korrumpierbarkeit durch glänzendes Metall zu verlassen. Papier ist einfach zu geduldig.

            Alles, bloss eines nicht: Vertrauen

          • J. Kuehni sagt:

            Ob das nun menschlich oder unmenschlich ist, können Sie selber beurteilen.

          • Linus Huber sagt:

            Der Versuch, Gold mit der menschlichen Eigenschaft der Korrumpierbarkeit zu versehen, wirkt niedlich.

        • Franz Gödl sagt:

          @Kuehni: Ihr Glaube in die Regierung ist und in deren Aufgabe, die Märkte zu „aufrecht zu erhalten“ geht genau in die Richtung, die Martin Armstrong in seinen exzelltenten Kommentaren und Analysen beschreibt:
          „The USA peaked as did Britain. The financial power will move to Asia, and Europe along with the USA will crash and burn because they are caught in this fictional world created by Marx. Russia and China collapsed under Marxism. It is just our time.“

          • J. Kuehni sagt:

            Hmja. Heutzutage ist jeder, der die Rolle von Regierungen und „papierliwendenden“ Administrationen bei der Bildung von hochentwickelten Märkten nicht ignoriert und verleugnet, ein Marxist. Sie haben noch vergessen zu erwähnen – da sie ja hier peakende Imperien kontextualisieren – dass schon das römische Reich am Marxismus eingegangen ist. Ist doch so.

          • J. Kuehni sagt:

            Die Frage (oder Herausforderung) wurde hier schon öfters gestellt: Zeigen Sie uns ein konkretes Beispiel – aus Geschichte oder Gegenwart – eines technologisch und kulturell hochentwickelten Marktes OHNE Papierliwender-Administration. Na los!

          • Linus Huber sagt:

            Wirtschaftlicher Erfolg zieht Parasiten wie Scheisse die Fliegen an.

          • Franz Gödl sagt:

            @Kuehni: nur weil es in der Vergangenheit am Ende eines Zyklusses immer zu einer Verbürokratisierung und Ueberregulierung kam, heisst das nicht, dass man es akzeptieren und gutheissen soll. Oder sagen wir es so: ohne zu werten kann man sagen, dass die marxistische Tendenz in einer Gelsellschaft den Status des Zyklusses anzeigt – nämlich den des Peaks resp. kurz danach. Zur Gegenwart kann ich sagen, dass es ein paar sehr technologisch und kulturell hochentwickelte Märkte gibt, die sich Schwarzmärkte nennen wie z.B. der Markt im Dark Net. Da fehlt jede Spur von Regulator und deshalb funktioniert er so, dass Leute wie Sie davon nichts mitbekommen.

          • Josef Marti sagt:

            Mir ist jedenfalls noch kein Deregulierungs- oder Entbürokratisierungsversuch der neoliberalen hirnamputierten Schwachköpfe aufgefallen welcher nicht zu noch mehr Bürokratie geführt hätte.

          • Linus Josef Anton Huber sagt:

            Sicher doch Josef, die Neo-Liberalen sind nicht wirklich liberal orientiert, sondern einzig in Bereichen, in welchen sie bereits durch den indirekt oder direkt Staat geschützt sind, fordern sie die Aufweichung von Regeln. Ansonsten lieben die Grossunternehmen im Sinne der Kollektivisten den Ausbau von Regelwerken um ihre Wettbewerbsvorteil zu festigen und die Konkurrenz von unten zu behindern.

          • J. Kuehni sagt:

            @Gödl. Sie meinen zu wissen, was ich nicht mitbekommen habe? Scheint mir eine ziemlich gute Definition von dummer Arroganz zu sein.

            Und nein, ihr „Dark Net“ ist kein Beispiel eines hochentwickelten Marktes „ohne“ Regulatoren. Die parasitären Nutzer dieser Plattform sind weder neu noch besonders originell (keine Urbs ohne Suburbia) und wären womöglich überrascht, wie schnell auf ihren Märkten das „Licht“ ausgeht, wenn die administrative (und sukzessiv physische) Infrastruktur, auf der sie ihre Aktivitäten „piggybacken“, tatsächlich kollabiert, egal ob dies nun zyklisch oder postpeak-bedingt geschieht.

          • J. Kuehni sagt:

            Apropos: „Parasiten“ haben in diesem Kontext sehr wohl ihre Berechtigung: Es ist legitim, sich gegen die Totalüberwachung/ Datenabschöpfung im Netz (und deren potenzielle Folgen) zu wehren, solange damit nicht bloss schnöde, kriminelle Aktivitäten „euphemisiert“ werden.

            Mein Punkt ist, dass es sich beim Dark Net nicht um einen autonomen, unregulierten Markt handelt.

          • J. Kuehni sagt:

            @Huber; „Wirtschaftlicher Erfolg zieht Parasiten wie Scheisse die Fliegen an.“

            Zum Glück gibt die Fliegen. Wer würde sonst die Scheisse fressen? Ohne Fliegen würden wir darin ersaufen.

          • J. Kuehni sagt:

            @Huber(2): „Wirtschaftlicher Erfolg zieht Parasiten wie Scheisse die Fliegen an.“

            Stimmt. Attraktive Märkte ziehen allerlei Kreative, Unternehmer, Konzerne, Konsumenten und Wirtschaftsflüchtlinge an, alles Schmeissfliegen. Das beste Gegenmittel ist darum, den wirtschaftlichen Erfolg gleich ganz zu vermeiden.

          • J. Kuehni sagt:

            … bloss aufpassen, dass Sie dann nicht an Blähungen eingehen.

          • Linus Huber sagt:

            @ Kuehni

            Der Vergleich zu Fliegen und Scheisse versucht die Intensität zu demonstrieren.

            Sie versuchen den „attraktiven Markt“ als Resultat der Regulierung zu verkaufen. Ich bezweifle dieses Narrativ, sondern denke eher, dass der „attraktive Markt“ auf wirtschaftlichem Erfolg (Innovation, Leistung, hohe gesellschaftliche Kohäsion, friedliche Kooperation etc.) gründet und erst in 2. Instanz sich die „Regulatoren“ (Parasiten) offiziell in Anwendung ethisch hochstehender Ziele im Dienste der Grossunternehmen akzelerieren einen zunehmend höheren Anteil der Früchte unter den Nagel reissen und zugleich den Wettbewerb von unten zunehmend eliminieren.

            Ob Sie ein „cultural“ oder „classical“ Marxist sind, können Sie selbst eruieren.

            https://www.youtube.com/watch?v=c7as0pFxPYc

          • Linus Huber sagt:

            akzelerierend

Kommentar

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