Nervöse Eliten

NMTM

IWF-Chefin Christine Lagarde hält die Fahne des Freihandels hoch. Foto: Etienne Laurent (Keystone)

Es ist unübersehbar: Die wirtschaftspolitischen Eliten werden angesichts der zunehmenden Globalisierungsmüdigkeit immer nervöser. Ende September sagte zum Beispiel IWF-Chefin Lagarde in Chicago: «Die Welt muss einen neuen Konjunkturrückgang mit der Öffnung der Grenzen und der Förderung des Freihandels bekämpfen.»

Hintergrund dieser Nervosität ist die Verlangsamung des Welthandels im Nachgang der Finanzkrise. Im neusten World Economic Outlook des IWF finden wir folgende Grafik:

bild1

Sie zeigt einen klaren Trendbruch seit 2012 an. Im Jahr 2015 ist der Welthandel sogar geschrumpft.

Woran liegt es?

Für viele ist klar: Der zunehmende Protektionismus ist schuld. Brexit und Trump werden als klare Belege von Abschottungsmentalität interpretiert. Doch so einfach ist die Sache nicht.

Erstens hat sich der Welthandel bereits viele Jahre vor dem Brexit verlangsamt, und die US-Wahlen haben noch gar nicht stattgefunden. Das Prinzip der Chronologie spricht klar dagegen.

Zweitens ist nicht klar, ob der Brexit tatsächlich für eine pauschale Hinwendung zum Protektionismus steht. In Grossbritannien soll ja nur die Personenfreizügigkeit eingeschränkt werden, nicht der grenzüberschreitende Güter- und Dienstleistungsverkehr.

Drittens kann man im IWF-Bericht selber nachlesen, dass vor allem das schwache Wachstum der grossen Volkswirtschaften für die Abschwächung des Welthandels verantwortlich ist und nur zu einem geringen Teil die Zunahme von protektionistischen Massnahmen.

Hier ist das Ergebnis der IWF-Berechnungen. Die erste Säule zeigt, dass der grösste Teil des Welthandelsrückgangs mit der schwächeren Nachfrage (blauer Balken links) erklärt werden kann. Die zweite Säule zeigt, dass vom unerklärten Teil (dunkelroter Balken links) nur ein geringer Teil durch Protektionismus (gelber Balken rechts) erklärt werden kann.

bild3

Die Behauptung, dass wir an der Schwelle eines protektionistischen Zeitalters stünden, steht also auf wackligen Füssen. Es stimmt zwar, dass viele Leute etwas globalisierungsmüde geworden sind. Aber im Vergleich zu früheren grossen Krisen (1870er-, 1930er-Jahre) ist der protektionistische Reflex bisher schwach geblieben.

Umgekehrt ist aber auch klar: Es ist nicht klug, die Globalisierungsmüdigkeit durch eine neue Liberalisierungsrunde zu bekämpfen. Wer Wind sät, erntet Sturm. Es reicht auch nicht zu beteuern, dass man die Verlierer einer weiteren Öffnung besser entschädigen müsse. Viel wichtiger ist heute die Frage der Demokratie, und da besteht nun mal ein Widerspruch zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Ideal der Selbstbestimmung.

123 Kommentare zu «Nervöse Eliten»

  • Ruedi sagt:

    Zitat Amschel Mayer von Rothschild: „Gib mir die Kontrolle über das Geld einer Nation und es interessiert mich nicht wer dessen Gesetze macht“

    „Was in denn Schulen nicht gelernt wird – Historisches Grundwissen im Finanz- u. Medienwesen“ (YT 58:08min.)

    https://www.youtube.com/watch?v=ywAxeJkYYL0

  • Daniel Grossen sagt:

    Lohndruck, Arbeitsplatz Verlustängste, wachsendes Bewusstsein bezüglich ökologischem Raubbau, gefördert durch die Globalisierung. Bloss einige der Punkte welche die Konsumlust mehr und mehr trüben und beim Konsmenten, den letzte n Punkt betreffend, latent das Gefühl der Mittäterschaft aufkommen lassen. Die Konsequenz aus der unethik der Globalen Wirtschaft. Solange sich die Geldelite nicht von Ihrer grenzenlosen Gier trennt, wird dieses Protestverhalten hoffentlich noch stärker. Vielleicht merken die Wirtschaftsführer noch irgedwann, dass dieses einseitige Spiel bald ausgespielt ist.

  • JBO sagt:

    Der Grund des Rückgangs liegt einfach nur darin, dass die Masse der Bevölkerung kein Geld mehr hat. Dies liegt nicht nur an der Globalisierung, sondern auch zb. an der fast schon kriminellen Inflationsberechnung. In Österreich wird Wohnen incl. Betriebskosten mit nicht einmal 20% im Warenkorb bewertet. Dadurch kommen völlig falsche Zahlen heraus. Für reiche mag das ja stimmen. Die Ärmeren schauen dann spätestens bei den zu niedrig angesetzten Lohnerhöhungen durch die Finger. Ich kann nicht mehr ausgeben, wenn ich immer weniger Verdiene. Durch die Globalisierung werden nur die Arbeiter Weltweit gegeneinander ausgespielt, um Lohndumping zu betreiben. Hauptsache die Aktionäre bekommen ihr Fett weg.

  • Linus Huber sagt:

    „Viel wichtiger ist heute die Frage der Demokratie, und da besteht nun mal ein Widerspruch zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Ideal der Selbstbestimmung.“

    Dort wo die Analyse sein Ende findet, sollte sie beginnen. Es ist schwerlich zwingend, dass darin ein Widerspruch liegt, sondern die Regeln wurden derart festgelegt, dass sich dieser Widerspruch bildete.

    • Maiko Laugun sagt:

      Bei mir in China gibt es keine Demokratie. Die Bürger sind mit der Regierung zufrieden, weil diese ihnen durch den wirtschaftlichen Aufschwung ein besseres Leben ermöglichte. Es geht also nicht nur um Demokratie.

      „..sondern die Regeln wurden derart festgelegt, dass sich dieser Widerspruch bildete.“

      Und von wem? Ein kleiner Tipp: Von westlichen Demokraten. Diese nennen sich zumindest so. Es ist aber eher anzunehmen, dass sie das demokratische System zu ihren eigenen Gunsten (Regeln) nutzen. Dazu gehört auch der IWF als ein Tool.

      Ich behaupte Folgendes nicht. Ich stelle es einfach als Frage in den Raum: Die Demokratie kann auch als ein Teil des Problems (Ursache) betrachtet werden.

      • Rolf Zach sagt:

        Also auch wir im Westen haben eine Elite-System. Wir haben wohl Demokratie, aber eigentlich werden wir von einer Macht-Elite mit ererbten und zugeschanzten Privilegien regiert zusammen mit einer Funktions-Elite, die eigentlich genügend gut durch die Macht-Elite bezahlt sein sollte, damit der Laden läuft. Man kann es auch den akademischen Mittelstand nennen. Was aber wichtig ist dabei, ist Transparenz und die Kontrolle der Macht-Elite untereinander „Check and Balances“. Was China hat ist eine Elite mit dem Mandat des Himmels. Dieses Mandat des Himmels kann in übelster Korruption abtauchen und wird durch neue Kräfte blutig beendet. Sie kennen ja den Tai-Ping Aufstand, da war jeder Bürgerkrieg im Westen eine Taschenausgabe davon. Diese Sache scheint Ihnen entgangen zu sein.

        • Maiko Laugun sagt:

          @Zach: Ihnen „scheint .. entgangen zu sein“, dass ich nicht ein System gegen ein anderes ausspiele.

        • Jan Svoboda sagt:

          @Zach
          „Transparenz und die Kontrolle der Macht-Elite untereinander „Check and Balances““
          Sie machen wohl Witze. so was gibt es weder in der EU, noch in den USA oder Japan, vielmehr konkurieren sich in den meisten Ländern nur zwei Flügel einer und der gleichen Mafia. Erst seit kurzem haben sich einige Parteien gebildet, die ausserhalb der etablierten Blocks sind und die werden sofort als rassistich und rechtsextrem diffamiert. Von der Konzentration der Medien in den Händen einger wenigen Clans ganz zu schweigen. Es gibt nur 2 Demokratien im Westen (noch), Schweiz und Island.

        • Michael Stöcker sagt:

          „Also auch wir im Westen haben eine Elite-System.“ So ist es. Die Probleme damit hatte Kalecki schon vor vielen Jahren beschrieben: „The reasons for the opposition of the ‚industrial leaders‘ to full employment achieved by government spending may be subdivided into three categories: (i) dislike of government interference in the problem of employment as such; (ii) dislike of the direction of government spending (public investment and subsidizing consumption); (iii) dislike of the social and political changes resulting from the maintenance of full employment. We shall examine each of these three categories of objections to the government expansion policy in detail.” http://mrzine.monthlyreview.org/2010/kalecki220510.html

          LG Michael Stöcker

          • Linus Huber sagt:

            @ Michael

            There is no subtler, no surer means of overturning the existing basis of society than to debauch the currency. The process engages all the hidden forces of economic law on the side of destruction, and does it in a manner which not one man in a million is able to diagnose.

            Liegt Keynes falsch mit seiner Aussage?

          • Anh Toàn sagt:

            Die Frage ist, was Keynes mit „debauch the currency“ meinte: Sie verstehen darunter ein Inflationsziel von zwei Prozent, aber liefern keinerlei Anhaltspunkte, dass Keynes so dachte: Wie immer nehmen Sie ein Zitat und legen ihre eigene Interpretation in dieses, auch wenn dies nie so gemeint war.

            Das ist wie bei dieser Psychologin, welche sagt, dass Leute welche es zu Top Positionen schaffen, andere Charaktereigenschaften hätten, als der Durchschnitt: Das führen Sie dann als Beweis an, dass Politiker andere Charaktereigenschaften hätten, als der Durchschnitt der Bevölkerung. In Demokratien sind Wirtschaftführer viel mächtiger als Politiker, böse gesagt geht in die Politik, wer es in der Wirtschaft nicht schafft, also die von Ihnen Politikern zugeschrieben Eigenschaften

          • Anh Toàn sagt:

            finden sich viel eher bei Wirtschaftsführer als Politikern.

          • Linus Huber sagt:

            „Sie verstehen darunter ein Inflationsziel von zwei Prozent“

            Falsch, ich meine die systematische Entwertung von Währungen, wie dies der Ausdruck wiedergibt.

          • Anh Toàn sagt:

            Welche Währung wird gegenwärtig „systematisch entwertet“?

          • Anh Toàn sagt:

            „debauch“ heisst übrigens nicht „systematisch entwertet“, es ist ein moralisch aufgeladener Begriff, ein Wort das aus dem französischen ins englische kam, es bedeutet, vom Pfand der Tugend abbringen, zur Sünde führen:

            Vielleicht „debauched“ die aktuelle CH Deflationspolitik den CHF?

            Zu viel Aufwertung, oder Zuwenig Inflation ist auch „debauch the currency“, das wusste Keynes, Sie reissen das Zitat aus dem Zusammenhang und interpretieren eine Aussage in dieses, welche nie gemeint war.

          • Michael Stöcker sagt:

            @ Linus Huber

            „Liegt Keynes falsch mit seiner Aussage?“

            Sie wissen schon, wie Kalecki ökonomisch einzuordnen ist und wann er diesen Aufsatz geschrieben hat??? http://www.zeit.de/1993/20/wohlstand-durch-nachfrage/komplettansicht

            LG Michael Stöcker

          • Linus Huber sagt:

            „Welche Währung wird gegenwärtig „systematisch entwertet“?“

            Welche nicht?

            Ja Michael, aber ändert dies an der Gültigkeit des Zitats von Keynes etwas? Der Fehlschluss liegt darin, dass eine langsam und fast unbemerkt ablaufende Entwertung keine negativen Konsequenzen nach sich ziehen soll. Natürlich fehlt der Wille, diesen Rückschluss zuzulassen, denn dies würde die Geldpolitik nach PhD-Standard in Frage stellen.

      • Anh Toàn sagt:

        @Maiko Laigun „Die Demokratie kann auch als ein Teil des Problems (Ursache) betrachtet werden.“

        Ich denke, man muss zwei Dinge unterscheiden: Demokratie im engeren Sinne, also die möglichst direkte Beteiligung des Volkes an der Macht und Demokratie im weiteren Sinne, welche die Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Gewaltentrennung, das Völkerrecht und noch manches mehr beinhaltet. Die Menschenrechte verletzten als universelle, unverzichtbare und unentziehbare Rechte die Demokratie im engeren Sinne, indem sie die Macht der demokratischen Mehrheit beschränken, zum Schutz des Individuums:
        Absolute Demokratie im engeren Sinne, also absolutistische Mehrheitssouveränität, bedeutet keine individuelle Freiheit. Wer sich dies wünscht, sollten vorsichtiger sein.

        • Anh Toàn sagt:

          In China oder Vietnam kann ich als Bürger schon Einfluss nehmen auf die Politik, ich muss dies halt von innerhalb der Partei tun, mich in dieser hocharbeiten. Um politischen Einfluss zu gewinnen, kann ich nicht eine andere Partei gründen und Opposition machen bis ich Mehrheiten finde für meine Ideen.

          Andererseits fehlt mir in diesen Systemen eine echte richterliche Unabhängigkeit, welche Entscheide der Staatsgewalt überprüfen kann: Ich sage den Vietnamesen, in Vietnam gäbe es kein Gesetz: dann widersprechen die gerne ein wenig wütend, worauf ich antworte: Gesetze gelten für alle, in Vietnam gelten die Gesetze aber nicht für alle, worauf die mir recht geben.

        • Maiko Laugun sagt:

          @Anh: Danke. Ein gute Erklärung. Ich schliesse mich gerne an.

    • Linus Huber sagt:

      Ich denke, dass wir die einzelnen Bereiche zu untersuchen haben, um hier den Ansatz zu finden, was falsch lief. Nehmen wir z.B. die Handelsabkommen.

      Wie schon oft erwähnt handelt es sich nicht um Freien Handel, sondern um mit immer mehr Regeln ausgestattete Abkommen. Die weitläufige Gültigkeit der Regeln führte in der ersten Phase sicherlich zu mehr Handel/Globalisierung. Was jedoch nicht berücksichtigt wurde, liegt im Umstand, dass die Regeln die wettbewerbsverzehrende Machtkonzentration aufgrund des hohen Einflusses der Grossunternehmen in der Festlegung der Regeln fördert und gleichförmiges Handeln erzwingt.

      Wer hat diese Konsequenz nicht erkannt und wer liess sich noch so gerne lobbyieren?

      Leute wie Lagarde (IYI – Intellectual Yet Idiot). Gut wenn Sie sich fürchten.

      • Maiko Laugun sagt:

        Dann provoziere ich nun mal:

        TTIP ist ein Produkt innerhalb von Demokratien, welches die Demokratie aushebelt. Gleichzeitig will sich die Demokratie selbst globalisieren. Auch die demokratischen Bürger wollen das, weil sie es für das beste System halten, obwohl es je länger je mehr an ihr eigenes Geld geht. Was sagt uns das über die Demokratie selbst?

        • Linus Huber sagt:

          „Gleichzeitig will sich die Demokratie selbst globalisieren.“

          Worauf gründen Sie diese Idee?

          • Maiko Laugun sagt:

            @Linus: Mehrheit der Demokraten zeigt mi dem Finger auf andere Systeme, währen die Elite dies zur Sicherung der eigenen Pfründe missbraucht, bis hin zu Völker
            -rechtswidrigen Kriegen.

            (Kurzform ab Handy)

          • Linus Huber sagt:

            Einverstanden, ich verstehe Ihren Gedankengang. Vielleicht liegt dies am Umstand, dass es sich bei den vermeintlichen Demokratien um Scheindemokratien handelt, in welchen Regierungen sich abgehoben vom Pöbel zunehmend machtanmassend verhalten; ist es wirklich mehr Demokratie, welche angestrebt wird, oder vielleicht eher der US-Regierung gegenüber gutgesinnte Regierungen und das Argument der Demokratisierung wie Menschenrechte dienen einzig der moralischen Rechtfertigung der Interventionen?

          • Maiko Laugun sagt:

            NMTM ist ein kleines Hamsterrad.

            (sent from my Chinese mobile phone in China)

      • Anh Toàn sagt:

        Also „freier Handel“ wäre gut: Ich darf Medikamente aus Vietnam importieren (viilleicht ist halt etwas anders drin), Mopeds ohne Bremsen und ohne Licht aus Indonesien, Gensoja und Genmais aus den USA, einen kleinen Atomreaktor aus Pakistan, weil dann ist der Handel frei.

        • Anh Toàn sagt:

          Und wenn irgendwann die Bewohner der grenznahen Gebiete im Elsass mehrheitlich Schweizer sind, beschliessen dann basierend auf der Assoziationsfreiheit des Volkes den Anschluss dieser Gebiete an die Schweiz: Da kann doch nicht eine Franzakendiktatur kommen und sich gegen den demokratischen Volksentscheid stellen. Auf Mallorca beschliessen die Bevölkerung dann den Anschluss an Deutschland.

        • Maiko Laugun sagt:

          @Anh: Genau, plus gepanschte Lebensmittel (You name it). Nimmt der Huber für seine Freiheit alles in Kauf.

          • Linus Huber sagt:

            🙂 Welches Unternehmen will sich selbst zerstören? Warum soll Betrug wie ein angerichteter Schaden gegen Leib und Leben nicht einklagbar sein?

          • Maiko Laugun sagt:

            Zur Frage 1: Weil ich das hier in China kenne? Kurzfristiger Gewinn.

          • Maiko Laugun sagt:

            Zur Frage 2: Weil man nur klagen kann, wenn man nicht schon vorher an einer Lebensmittelvergiftung gestorben ist?

          • Linus Huber sagt:

            „Kurzfristiger Gewinn.“

            Allerdings sehr kurzsichtig und zweitens muss sich noch ein an leichtgläubiger Kunde finden, welcher in einer Gesellschaft, in welcher das Individuum immer mehr an Selbstverantwortung an den Staat abgibt, tatsächlich leichter zu bewerkstelligen sein dürfte. Es stellt trotzdem kein erfolgreiches Geschäftsmodel dar und dürfte daher schwerlich Schule machen. Gewissenlose Menschen verursachen weniger Schaden, wenn sie weniger Macht besitzen.

            „Weil man nur klagen kann, wenn man nicht schon vorher an einer Lebensmittelvergiftung gestorben ist?“

            Das Leben ist zweifelsfrei nicht risikofrei 🙁 aber bei schwerwiegenden Formen der Körperverletzung ist ein Antrag durch das Opfer nicht unbedingt notwendig. Hier mag die Staatsanwalt automatisch Anklage erheben.

          • Maiko Laugun sagt:

            Erklären Sie dies den Eltern von verstorbenen Kleinkindern, krepiert an Baby-Nahrung von Grossherstellern.

          • J. Kuehni sagt:

            Huber: „Welches Unternehmen will sich selbst zerstören?“ –– Sie übernehmen die Sichtweise des SCOTUS, wonach Konzerne eine eigene „Persönlichkeit“ haben? Wie und wo ist denn dieses „Corporate Conciousness“ genau lokalisiert, Herr Huber? Tippe ja selber auf die Marketingabteilung, lasse mich aber gerne belehren.

          • J. Kuehni sagt:

            In der Zwischenzeit häufen sich die Beispiele, wo Unternehmen von CEOs und aktivistischen Grossaktionären zur kurzfristigen Aufblähung der Rendite gnadenlos ausgeschlachtet und die Restruine (vorzugsweise unter Ausnutzung von Lokalpatriotismus, mit dem üblichen Geschwafel von Freiheit und Souveränität) dem Staat zur Sanierung überlassen wird, zu einem Gebirge von alpinen Ausmassen. Wir brauchen halt die Arbeitsplätze.

          • J. Kuehni sagt:

            Der Huber, der mittlerweile aufgrund von bleihaltiger Lackierung seines Bettrahmens einen Hirnschaden davongetragen hat (die *frei*, d.h. ohne staatliche Einmischung gehandelte Farbe war gar nicht sooo billig, bloss die Rendite entsprechend grösser), darf gerne den Multi-Chemiekonzern (mit T.B.T.F Staatsgarantie) verklagen, natürlich aus eigenen Mitteln gegen eine Armada von Top-Advokaten (und gegen die populäre Stimmung der von der Firma abhängigen Lokalbevölkerung), die Beweislast liegt allerdings bei ihm. Im geradezu spektakulär unwahrscheinlichen Fall eines Zuspruchs kann der Konzern die Kosten für den Schadenersatz von der Steuerrechnung abziehen. 😉

          • Linus Huber sagt:

            @ Kuehni

            Ich gehe mit Ihnen einig, dass die Gleichstellung der juristischen mit der natürlichen Person, wobei deren Vertreter de facto Immunität auf persönlicher Ebene geniesst, starke fehlerhafte Anreize erzeugen dürfte. Dass die Politiker nicht einmal im Traum diesen Missstand zu erkennen scheinen oder thematisieren würden, geschweige denn eine Änderung in Betracht ziehen würden, zeigt wem gegenüber sie loyal sein dürften.

          • Linus Huber sagt:

            @ Maiko

            Regulierung in diesem Ausmass bezweckt in erster Linie einzig die Macht der Grossunternehmen auszubauen und trägt wenig bis gar nichts zur Produktsicherheit bei.

            https://www.youtube.com/watch?v=rJcuKfcxo9w

  • Soso sagt:

    Weltwirtschaft kämpft mit Abschottungstendenzen. Da muss man sich fragen warum? Das ist reine Selbstverteidigung gegen die maßlose Gier der Industriegiganten, die sprichwörtlich über Leichen gehen und mit den TTIP und anderen „Frei“-Handelsabkommen mehr Macht bekommen als souveräne Staaten. Die Länder fürchten um ihre Souveränität und Demokratie. So einfach ist das!

  • G. May sagt:

    oha der IWF beginnt zu merken, dass 70% der Menschen in Europa alles haben was sie (je) brauchen.

  • Hans Frühling sagt:

    Üblicherweise heisst es: „Regeln brauchen wir nicht; die Wirtschaft richtet das schon.“ Ist die Wirtschaft nach der hier dargebrachten Meinung am Ende, braucht es die Politik, die – ansonsten wertlos – eine Lösung zu Gunsten der Wirtschaft herbeiführen soll. Irgendwie eigenartig. Die Wirtschaft kann sich doch einfach auf z.B. die Märkte in Entwicklungsländern konzentrieren, schon hat sie ihr Wachstumspotential. Sie muss es nur noch abrufen. Überlassen wir die erforderlichen Massnahmen zur Nutzung dieser Märkte doch der Wirtschaft. Die Politik soll sich heraushalten und auf Regelungen verzichten, dann ergibt sich auch keine Bürokratie. Schauen wir, ob die Wirtschaft so erfolgreich agiert, wie ständig hervorgehoben wird.

  • Arno Gross sagt:

    Worauf ist das schwache Wachstum in den grossen Volkswirtschaften zurückzuführen? Ein angeblich zunehmender Protektionismus scheint als Begründung auf wackligen Füssen zu stehen.

    Zum Teil haben sich Verlierer der Globalisierung in demokratischen Ländern erfolgreich zur Wehr gesetzt und gewisse Schutzmechanismen für sich erreichen können. Diese Abwehr geht nun in der Ablehnung von erweiterten Freihandelsabkommen wie z.B. TTIP verstärkt weiter. Einen Einfluss auf das Handelsvolumen werden solche Korrekturen bestimmt haben.

    Ein Aspekt hingegen, der meiner Ansicht nach von den sogenannten „wirtschaftspolitischen Eliten“ viel zu wenig berücksichtigt wird, ist die Tatsache, dass am Ende der Handelskette ein Konsument stehen muss, der das gehandelte Produkt erwirbt und auch verbraucht.

    • Arno Gross sagt:

      Durch ständige Preissenkungen, welche zunächst durch Auslagerung arbeitsintensiver Arbeit in Billiglohnländer, dann durch effizientere Produktion und in den letzten Jahren, vermehrt durch Abstriche bei der Qualität erreicht wurden, kann sich in grossen, entwickelten Volkswirtschaften eine grosse Mehrheit der Bevölkerung jederzeit fast alles kaufen.

      Nun wirft man z.B. aber gerade den Deutschen vor, sie würden zu viel sparen und zu wenig konsumieren.
      Vielleicht haben einfach sehr viele Leute schon alles und noch einiges an Überflüssigem dazu. Vielleicht haben immer mehr Leute einfach keine Lust mehr, trotz penetranter Werbung, trotz Schnäppchenpreisen, etc. weiter Dinge zu kaufen, die sie eigentlich gar nicht brauchen und deren Besitz sie auch nicht viel glücklicher machen würde.

      • Arno Gross sagt:

        Möglicherweise ist eben eine gewisse Sättigung erreicht.
        Wie man eine satte Gans zum Fressen bringt wissen alle. Glaubt man (bzw. „die wirtschaftspolitischen Eliten“) jetzt, uns Konsumenten durch eine neue Globalisierungsrunde zu Stopfgänsen machen zu können? Ich bezweifle, dass dies gelingen würde.

        • Maiko Laugun sagt:

          @Arno: Schön geschrieben , stimme Ihnen gerne zu.

        • Linus Huber sagt:

          Die Sättigung liegt makroökonomisch betrachtet in erster Linie im Bereiche des Kredit basierenden Konsums. Die Kreditblase wird zunehmend als Ponzi-Scheme erkannt und führt zur allgemeinen Verunsicherung, was sich negativ auf die Wachstumsraten auswirkt. Das System wird einzig durch die Hyperaktivitäten der Zentralbank in Gang gehalten, ansonsten sich das reinigende Gewitter einer Kreditdeflation mit der entsprechenden Bereinigung der Ungleichgewichte eingestellt hätte. Die Verhinderung solcher regelmäßigen Bereinigungsprozesse über die letzten 30 Jahre beruht zu einem hohen Anteil auf der fehlerhaften Doktrin im Bereiche der Geldpolitik und mit jeder weiteren Verzögerung dieses anstehenden Problem einer Lösung zuzuführen, wächst das Problem ins Unermessliche.

  • Ruedi sagt:

    Wieso sieht man in den Kommentaren immer die gleichen Pappnasen mit ihrem langweiligen Mainstream-Endlos-Geschwurbel, während die Meinungs-Freiheit anderer missachtet wird?

    Sind das Intern Beschäftigte Mainstream-Genossen, weil die scheinen gar nichts anderes zu tun zu haben, als überall ihren Senf dazu zu geben?

    • Anh Toàn sagt:

      Wenn Sie etwas zu sagen haben, legen Sie einfach los.

    • Monique Schweizer sagt:

      Ruedi: „..während die Meinungs-Freiheit anderer missachtet wird?“

      Mit ihrem selbstbemitleidenden Gejammere ohne irgendwelche Substanz wären Sie vermutlich beim Mami-Blog besser aufgehoben. Pappnasen wie Sie bringen nicht wirklich was an neuem Input bei NMTM!

      • Maiko Laugun sagt:

        @Monique: Ist das vielleicht der dem Rechts-Extremismus zumindest nahe stehende und deshalb überall gesperrte *Roland K. Moser*?

      • Linus Huber sagt:

        Versuchen Sie einmal diesen einfachen Spruch in einem Trump Artikel zu platzieren. Mir gelang es bislang trotz unzähliger Versuche noch nie, dass dieser oder ein ähnlich lautender je akzeptiert wurde:

        „Der Kampf zwischen dem authentischen Narzissten und der den Status-Quo verteidigenden Psychopathin geht in die nächste Runde.“

  • Thomas Ernst sagt:

    Ein wesentlicher Grund für den Rückgang des Handels wurde nicht erwähnt: Die Re-Dezentralisierung von Produktion und Energieerzeugung: Mit den 3D-Druckern kann das Produkt vor Ort gefertigt werden, die Software kommt übers Netz. Solarenergie klappt dezentral besser, das Öl mit seinen langen Transportwegen ist ein auslaufendes Modell. Dies nur 2 Beispiele. Mehr dazu bei Mauldin Economics unter This Week in Geopolitics.
    Fazit: Der weltweite physische Handel wird weiter zurückgehen.

    • Rolf Zach sagt:

      Das betrifft aber nur die Energie-Rohstoffe. Wenn die Chinesen Praline- und Kaffee verrückt werden wie wir, kann dies den Kakao- und Kaffeehandel gewaltig ausdehnen. Kaffee kommt immerhin bei den Rohstoffen nach Erdöl an zweiter Stelle.
      Die große Frage sind natürlich die Fertigwaren. Wird sich die Welt einrichten, dass eine einzige Fabrik ein Massenprodukt, sei es nun ein Investitionsgut oder noch treffender ein Konsumgut mit dem die ganze Welt aus dieser Fabrik versorgt wird? Das ist die Gretchenfrage des Problems des Welthandels. Obama will ja die chinesischen Schuhe durch mexikanische ersetzen und die Produktion der elektronischen Gebrauchs-Ware direkt in die Staaten zurückverlegen.

      • Maiko Laugun sagt:

        @Zach: „Wenn die Chinesen Praline- und Kaffee verrückt werden wie wir,..“

        Nur marginal, musste mehr als 3 Jahre warten, bis hier Coffee-Shops aus dem Boden spriessten, um endlich einen vernünftigen Café (Brasilien, Costa Rica etc.) geniessen zu können, weil ich die bekannte (mit Sitz in der welschen CH domizilierte) Firma boykottiere und dessen in Supermärkten verfügbaren Produkte nicht kaufe. Im Land der Tee-Trinker wird auch in Coffee Shops nur wenig Kaffee getrunken.

  • Christoph sagt:

    Natürlich sind wir globalisierungsmüde. Nach der euphorischen Einführung des Euro geschah zunächst nichts auf der politischen Ebene und das ist bis heute weitgehend so geblieben. Das ist langweilig, wir wenden uns lieber dem Kurzweil neuer App-Dienste zu.
    Dass wir weniger einkaufen liegt daran, dass wir weniger im Geldbeutel haben. Geld muss nun mal fliessen damit es seine Wirkung entfaltet. Ist wie der Blutkreislauf. Wird der gestört, gibt’s Amputationen oder Hirnschläge. Aber es ist wie mit dem Rauchen. Entzug oder Krankheit. Leiden tut man in beiden Fällen lange Zeit.

    • Rolf Zach sagt:

      Ihre Ansicht ist gegenläufig zu der realen Welt. Der Euro ist wirtschaftlich real und es hat eine ständige Verstärkung der Institutionen für die Stärkung dieser Währung stattgefunden. Wir Schweizer sind ja bekanntlich überzeugte Gläubige des baldigen Untergangs der EU und vor allem des Euro. Ich kann noch so viele Argumente anführen aus der Wirtschaftsgeschichte, aus der Verzahnung der europäischen Binnenwirtschaft etc. Wenn ich sage die Schweiz habe den Schweizerfranken seit 1850 gehabt, ohne Zentralbank und den Bund nur mit Zöllen, die €-Zone hat mehr, interessiert dies niemand. Ich frage diese Untergangs-Propheten nur, warum ist nicht der € zusammengekracht aber das £, da ja GB anscheinend das Richtige gemacht hat?

  • Anh Toàn sagt:

    „Im Jahr 2015 wurden nach Angaben der Welthandelsorganisation (WTO) weltweit Waren im Wert von 15.985 Milliarden US-Dollar exportiert.[1] Das entspricht gegenüber 2014 einem Rückgang von rund 13 %. Diese negative Entwicklung ist in erster Linie auf den Einbruch der Rohstoffpreise zurückzuführen. Preisbereinigt, das heisst real, legte der Welthandel im Jahr 2015 um 2,8 % zu.“ – weiss Tante Wiki.

    Die gelbe Linie in fig 2.2 (Volume) geht fast geradeaus.

    Dazu kommt, dass die Amis dank Fracking weniger Oel importieren.

    • Maiko Laugun sagt:

      @Anh: „…das heisst real, legte der Welthandel im Jahr 2015 um 2,8 % zu.“

      Und wir lesen einen Beitrag mit dem Titel „Nervöse Eliten“.

      Das Ziel des IWF ist es, armen Ländern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ein Dieb, als Teil einer Räuberbande, spricht als Opfer 🙂

    • Rolf Zach sagt:

      Ich erlaube mehr, Ihre Aussage zugunsten meiner Argumentation zu verwenden, dass der europäische Binnenhandel ist, der gewachsen ist und dieser betrachte ich innerhalb der EU und sogar der Schweiz, als nicht mehr zum globalen Handel zugehörig, er hat sich mit dem Euro definitiv aus der Globalisierung verabschiedet. Verfolgen wir mit Interesse Zahlen des Handels zwischen Kalifornien und New Jersey oder sogar Puerto Rico? Die Euro-Zone hat ein Leistungsbilanz-Überschuss gegenüber der Welt, aber nicht in der Größe von China. Dieser wird in den nächsten 2 Jahren massiv zurückgehen. In der 80er Jahren sagte alles, Japan Leistungsbilanz-Überschuss werde die ganze Welt fressen. Nicht viel ist davon geblieben, obwohl die japanischen Fertigwaren nicht schlechter wurden.

      • Rolf Zach sagt:

        Ist der IWF ein Räuber der armen Länder zugunsten der allmächtigen Reservewährung $ und dem immer wieder tot gesagten, aber immer noch quicklebendigen Reservewährung €. Immerhin China konnte dank Mitgliedschaft im IWF sich sehr breit machen und wurde Wirtschaftsmacht No. 2 auch ohne Demokratie. Staaten, die sich vom IWF helfen müssen, haben in der Regel korrupte Macht-Eliten und einen Staat, dessen Verwaltung die Wirtschaftsplanung nicht im Griff hat. Gottfried Kellers Worte gelten: Zu Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland. Nun man kann zu Recht den IWF als Erfüllungsgehilfen für notleidende Kredite von US und Europa Grossbanken an Dritt Welt Staaten betrachten, damit die nichts verlieren, aber dies ist einseitig. Das sage ich überzeugter Leser von Batra.

  • Sacha Maier sagt:

    Um den globalistisch-neofeudalistischen Welthandel mit seiner geopgraphischen Trennung von Billig-Produktion von Teuer-Konsum nach altrömischem Vorbild anzukurbeln, müsste die Arbeitskraft massiv verbilligt werden. Das senkt die Preise. Auf der einen Seite macht das die Digitalisierung. Auf der anderen Seite die moderne Sklaverei. Ob man das so nennt oder euphemistisch als Billiglohnsektor bezeichnet, spielt letztlich gar keine Rolle. Jedes Feudalsystem wurde erst stabil, nachdem die Leibeigenschaft formell eingeführt wurde. Das war bei den alten Römern so – und auch im Ancien Régime.

    • Fred Mazinaux sagt:

      @Sacha
      Scharfsinnige Beobachtung der Tatsache, dass die Welt Masse der Menschen, über das von denen die die privaten Grossbanken einzüglich der sog.Zentralbanken unter ihrer Kontrolle haben, de facto zu deren Leibeigenen der Moderne gemacht worden sind.

      • Linus Huber sagt:

        Die IYI (Intellectual Yet Idiot – Nassim Taleb) speziell in den Zentralbanken haben nach der Einführung des PhD-Standards unbeirrt von grundlegenden ökonomischen Prinzipien sich dem Dienste zum Wohle des Finanzsektors hingegeben und viele davon aufgrund des „Revolving-Door-Syndroms“ eine goldene Nase verdient. Es ist sehr zweifelhaft, ob die Globalisierung diese Geschwindigkeit und Intensität entwickelt hätte, wenn erstens wirklich Freier Handel anstatt zugunsten der Grossunternehmen und Banken regulierter Handel angestrebt worden wäre und zweitens keine ankerlose Geldpolitik zugunsten der Finanzwirtschaft den Ausbau derartiger Ungleichgewichte wenn nicht beflügelt so zumindest ermöglicht hätte.

        Die Angst der IYI beruht darauf, dass das Pöbel ihr falsches Spiel durchschaut.

  • Ra Koch sagt:

    1] Der steilste Pass für die AfD und deren ‚Unterstützerfamilien‘ überhaupt! Die Risiken des anstehenden Protektionismus sind nicht abschätzbar! Erst dann wenn sich Linke und Rechte zusammenbandeln. Obschon die Flüchtlingskrise rein gar nichts mit den Desastern der [teils Ackermann’schen] Offshore-Geschäften zu tun hat (ausser dem Elend zu Hause [Beispiel Arabellion] – infolge Preiserhöhungen), wird das ultimativ notwendige Unterstützungsmanagement zur Rettung der Deutschen Bank (Teileigner die Rentenkassen!) aus der Öffentlichen Hand – vollumfänglich den Erstgenannten angerechnet…
    Analoges Beispiel: Die Schattenwirtschaft der SVP (ehemals ‚Schattenregierung‘ aus P26+VPM).

    • Rolf Zach sagt:

      Man muss einige Dinge auseinander halten. Erstens ich bin ein Befürworter des Schweizer Beitritts zu EU und der Abschaffung des Schweizerfrankens zugunsten des Euro. Ferner bin ich für einen gut organisierten Sozialstaat, der aber auch auf die Eigenverantwortlichkeit der Bürger achtet und keine Privilegien-Wirtschaft will, wie dies in der Schweiz mit den Kartellen, den Import Monopolen. der Agrar-Wirtschaft und dem Steuer-Wettbewerb geschieht.
      Hier hat die SVP in allen Punkten eine gegenteilige Ansicht. Dass heißt aber noch lange nicht, dass wir verpflichtet sind Millionen von Leuten aufzunehmen, deren Zivilisation konträr zu der unseren ist und die 98 % materiell holen und 2 % geben. Man soll ihnen in ihrem Kulturraum helfen, deshalb betrachte ich mich noch lange nicht als Rassist.

      • Maiko Laugun sagt:

        @Zach: Sie sind gegen die SVP, wollen in die EU, dort aber durch Abschottung anderer Zivilisationen eine SVP-Politik haben. Ein bisschen viel der Widersprüche für einen selbst erklärten Nicht-Rassisten 🙂

        • Rolf Zach sagt:

          Überhaupt kein Widerspruch! Was würde China sagen, wenn es 2 Millionen Muslime aus Afghanistan und Kirgisien übernehmen müsste, immerhin hat China eine gemeinsame Grenze mit diesen Ländern, dies gilt auch für Kasachstan, Tadschikistan und Pakistan, alles moslemische Länder, wie auch die Uiguren in Sinkiang seit 1000 Jahren Moslems sind. Hatten wir außer dem Balkan Moslems? Ja, natürlich in Spanien, da wurden sie vor 1600 vertrieben, aber
          was der Islam dort durch Gewalt verloren hat, hat er im Balkan zur gleichen Zeit mit Gewalt gewonnen. Ich finde es gefährlich, wenn Moslems in Europa sich nicht unsere Gesetzen akzeptieren und für sich im täglichen Umgang Sonderbehandlung verlangen. Das führt zu Unfrieden, man sieht es in Frankreich.

          • Maiko Laugun sagt:

            @Zach: „..wie auch die Uiguren in Sinkiang seit 1000 Jahren Moslems sind..“

            Dass die Uiguren als Muslime von der 1-Kind-Politik ausgeschlossen waren, also privilegiert waren und sich vermehren durften, blenden Sie schön aus. Mehr muss man dazu nicht anfügen 🙂

  • Ra Koch sagt:

    2] Schuld sind immer die ‚bösen‘ Schwarzen Schafe! Auch wenn es nach der SVP-Richterart sich ‚bloss‘ um ‚Wirtschaftsflüchtlinge handelt. Dahinter können Schicksale stehen, beispielsweise die angewiesene mehrköpfige Familie. Da muss es gar nicht um ‚Besitz‘, ‚Audi, BMW‘ oder ‚Weststandart‘ handeln. Unter dem Patronat der Finanz agiert das Business via SVP mit dem Volksmehr. Offshore würde klar gebilligt von der Rechtsbürgerlichkeit. Der Wirtschafts-Nobelprice wäre ihnen sicher.

  • Ra Koch sagt:

    3] Dort geht es darob, wie möglich zu garnieren und zu ‚verschleichen‘. Also scheint denen jeder Rappen ‚unsinnig‘ ausgegeben, den sie nicht selber einheimsen können. Hauptsache rein damit – ins verlustierende Investitionsmanagement.
    Solitärismus hat das Irrational im Zeitalter des Egoismus. Wenn, dann braucht es eidlich eine ‚Relideologie‘ – die das Zeug hat, alles ins Kippen zu bringen! Die beste Ingredienz hiefür wäre das relideologisierte Flaggennarrativ. Analog abgleichbar mit beispielsweise ‚Hammer u Sichel‘. Dieses damals isolierte sich von selbst. Weil: Die [progressiv agierende] globale Dynamik liess als Prozess die dortige Intelligenz kalt aushungern…!

  • H.Trickler sagt:

    Es war eine strohdumme Ansicht, die weltweite Wirtschaft müsse über Jahrzehnte mit mindestens 10% p.a. wachsen.

    Wenn man mit Monsterabkommen wie TTIP solche Ziele verfolgt, bringt dies nur den Reichsten etwas, wie immer zu Lasten der weniger Reichen und der Selbständigkeit.

  • Peter Müller sagt:

    Der Berxit hat sicher nicht alleine die Weltkonjunktur abgewürgt wir hatten in den letzten Jahren eine Vielzahl von Krisen einschliesslich den Finanzkollaps 2008, Nahrungsmittelknappheit, Bürgerkriege, Terrorismus, Umweltbelastungen, Energie Unsicherheiten, und die Bildung neuer Grenzkontrollen, alle diese Events haben das Potenzial das Wirtschaftswachstum zu lähmen. Globalisierung ist eine Schönwetter Politik sobald sich Probleme schüren gibt es eine Rückkehr zum Protektionismus, Kapitalverkehrskontrollen und andere regressive nach innen orientierte Politik.

  • Rolf Zach sagt:

    Wir müssen streng genommen trennen zwischen Globalisierung und Europäisierung der Bewegungen des Welthandels unterscheiden. Noch nie wurde der europäische Binnenhandel derart institutionalisiert und abgesichert durch eine einzige Währung, nämlich den Euro. Die Achse London über Amsterdam, Brüssel und Köln nach Frankfurt und Basel und Zürich, die schlussendlich in Mailand endet, ist das Herz Europas und wer sich aus dieser Achse verabschiedet, handelt höchst einfältig. London hat vom 16. Jahrhundert diese Achse mehr und mehr verlassen und dies ging bis 1945, wo ihnen als eigentliche Verlierer des 2. Weltkrieges, das Empire unter den Händen zerrinnte. Sie haben immer diesen imaginären Schutzraum für ihren Handel mit Namen Commonwealth gesucht, aber nie gefunden.

    • Rolf Zach sagt:

      Was machte die Ruine Japans nach 1945? Es hatte das Glück des Koreakrieges, ein Merkantilismus mit einem genügend großen Binnenmarkt und am allerwichtigsten einen offenen US-Markt. Einen Markt den Großbritannien nicht derart knacken konnte wie die Japaner dies vor demonstrierten mit ihren besseren Produkten. Japan war mehr zerstört als Deutschland 1945, aber dafür hatte es nicht den Verlust des reichsten deutschen Gebietes, nämlich Schlesien und die Teilung. Wie kam Deutschland (West) aus seinem Elend, nur durch die EU und die Verstärkung der Rhein-Achse. Es gibt eigentlich nicht so sehr die Globalisierung, wie die Leute immer meinen. Es gibt mehr die Entwicklung des Handels in den einzelnen Weltregionen und hier muss jeder einzelne Staat seinen Platz finden, ob groß oder klein.

      • Rolf Zach sagt:

        Japan hatte das Glück für seinen eigenen Wohlstand , dass sich in der Zwischenzeit Ostasien nach ihrer USA Position (ein Drittel ihres gesamten Außenhandels mit diesem Land) wieder zu früheren Handels-Stärke vor 1937 zurückfand. So wird bald der chinesisch-japanische Handel grösser als dieser beiden mit den USA, wie es in den 30er Jahren war.
        Ebenso wird die NAFTA trotz allem in Fahrt kommen und Bekleidung aus Mexiko wird diese aus China ablösen.
        Ich vermute nicht, dass dieses Prinzip der Werkstatt der Welt in China aufrecht erhalten lässt und die Chinesen rackern sich für uns ab. Dafür haben wir unser individuelles Bora-Bora mit Gratis-Komfort. Diese Zukunft mit vollgeladenen Container von China Richtung Nordamerika und Europa und mit leeren zurück ist ein Ding der Vergangenheit.

  • Roland Heuri sagt:

    Die Sparer sind die Dummen; sie sollten das Geld ausgeben. Dann gäbe es bald keine Rüstungs- (Vernichtungs-) Industrie mehr. Aber die Regierungen (Betrüger) würden wohl neue Wege zur Erhaltung ihrer Macht (Ohnmacht) finden. Die Menschen protestieren nicht. Wie soll so wieder Ethik in die Politik
    gelangen anstelle der Korruption.

  • Anh Toàn sagt:

    „Viel wichtiger ist heute die Frage der Demokratie, und da besteht nun mal ein Widerspruch zwischen wirtschaftlichen Interessen und dem Ideal der Selbstbestimmung.“

    Also die Engländer wollen Selbstbestimmen, dass keine Polen mehr kommen, aber dagegen sind die wirtschaftlichen Interessen der EU, die englischen Anbieter von Finanzprodukten nicht in die EU zu lassen?

    Oder sind es die wirtschaftlichen Interessen der UK Finanzindustrie, sich nicht an die europäischen Finanzstandards halten zu wollen und dem steht die Selbstbestimmung des europäischen Volkes gegenüber, welche Finanzprodukte sie in ihrem Markt zulassen wollen?

    Auf alle Fälle ist das Volk gut und selbstbestimmt und die Eliten sind dagegen.

    • Anh Toàn sagt:

      Wie viele Demokratien können selbstbestimmt miteinander handeln?

      • Anh Toàn sagt:

        Am wenigstens handeln auf dieser Welt betreiben wohl Nordkorea, Syrien und Eritrea: Ich frage mich, ob deswegen das Volk dort selbstbestimmt ist.

        Handel basiert auf Verträgen, Verträge regeln gegenseitige Rechte und Pflichten. Je mehr Verträge, desto unfrei. Frei ist, wer nichts hat, keinen Arbeitsvertrag, keinen Mietvertrag, keine Kundenaufträge, keine Versicherungen, nichts zu verlieren, frei und selbstbestimmt.

        • Stadelman Reto sagt:

          Ich beurteile die Sache etwas anders. Der Arbeitsmarkt ist aktuell ein Käufermarkt. Ergo wollen die Engländer das Angebot künstlich verknappen. Das ist die einzige andere Möglichkeit zu staatlichen Eingriffen, die auf der Insel bekanntermassen seit Thatcher eher verpönt sind.
          Das ist doch das primäre Ziel des Mittelstandes der z.B. Ukip wählt. Dazu kommt dann noch das diffuse und schwer beschreibbare Gefühl, verdrängt zu werden und fremd im eigenen Land zu sein. Und das stimmt zum Teil sogar, wenn man von der Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung kaum berührt wird bzw. nur Nachteile davon hat.
          Es geht nicht grundsätzlich um eine Einschränkung des Handels. Es geht wohl eher um einen Platz im System. It’s the economy stupid! Dieser Spruch gilt immer noch, heute stärker denn je…

          • Anh Toàn sagt:

            Das Angebot an Arbeit wird also künstlich verknappt, damit der Preis steige: Nur gehen dann die Arbeitsplätze dahin, wo das Angebot an Arbeit nicht verknappt wurde. Nun kann man die Grenzen zu machen, und sagen, was nicht bei uns gemacht wurde, wird nicht bei uns verkauft, aber dann sagen die anderen halt das Gleiche: Nissan (grösster Autoproduzent in UK) produziert dann nicht mehr in UK für den europäischen Markt, mit vielen polnischen Mitarbeitern, sondern in Polen, ganz ohne englische Mitarbeiter, die werden dann souverän frei (gestellt).

          • Stadelman Reto sagt:

            @Anh Toàn
            Das könnte passieren bzw. wird es ziemlich sicher auch. Aber nur bis zu einem gewissen Punkt, dann schlägt das Ruder wieder in die andere Richtung. Die Gier wird Nissan dazu verleiten, zähneknirschend in England ein Werk zu eröffnen. Der Shareholdervalue ist wichtiger als die Politik bei solchen Weltkonzernen. Die Kunden werden dann natürlich mehr für den Nissan bezahlen, aber dafür kehren Jobs und Stabilität zurück. Und hey: Im heutigen Zeitalter der Automatisierung ist das alles andere als eine nur schlechte Idee.
            Allgemein sollten die Menschen wieder mehr von den Gütern verstehen die sie konsumieren. Ein Gut das z.B. in England konsumiert wird, sollte auch in einem anständigen Ausmass dort entwickelt / gebaut etc. worden sein.

          • Stadelman Reto sagt:

            Durch den zunehmenden Grad an Automatisierung ist das auch gar nicht so unrealistisch. Aber wir werden sehen wie sich das Ganze entwickelt. Wunsch und Realität driften bekanntlicherweise oftmals weit auseinander…

          • Josef Marti sagt:

            In einem Wirtschafts- und Handelskrieg wo mit Abschottung und Wegzug gedroht wird sind handelsdefizitäre Länder wie GB ziemlich am Arsch, besonders wenn sie vorher mit Personenfreizügigkeit die selbständige Steuerung der Migration aus der Hand gegeben haben. Ganz anders Überschussökonomien wie Japan die keine PFZ kennen und keine ausländischen Konkurrenzfirmen unkontrolliert reinlassen weil sie dies schlicht nicht nötig haben und eine niedrige Arbeitslosigkeit besteht. Die Britische Elite dagegen scheint sich vom geistigen Niveau immer mehr auf das Niveau ihrer verblödeten Untertanen anzugleichen und ist komplett abgestürzt.

          • Anh Toàn sagt:

            Warum sollte jemand in UK Autos produzieren, wenn er die gleichen Zölle und Zulassungshürden zu erwarten hat, wie wenn er in Vietnam produziert? Erst wenn die Löhne in UK so tief sind, dass die mit Schwellenländern konkurrieren können, wird jemand aus Gier wieder dort produzieren.

            Die Banker in London werden mehr Lohn wollen in GBP oder einen Job in NYC oder FFM oder Dubai suchen. Die vergleichen ihr Gehalt nicht mit den Kosten für den Fish’n’Chips Lunch vor dem Lieferwagen.

          • Stadelman Reto sagt:

            @Josef Marti
            So eine Wirtschaft wie Japan muss man sich zuerst wieder hart erarbeiten. Grossbritanien wird bluten müssen um wieder in diese Lage zu kommen, nach dem verantwortungslose Gier das Land (und viele andere westliche Staaten) in die heutige Lage gebracht hat.
            @Anh Toàn
            Ich rede von Fahrzeugen für den britischen und nicht für den ganzen europäischen Markt. Wenn es eine Bedingung der Briten ist, dass ein in GB verkauftes Neufahrzeug zu mindestens 20 Prozent im Land hergestellt worden sein muss, dann werden die Bosse anfangen zu rechnen. Spätenstens aber dann, wenn das Pfund tatsächlich massiv einbricht, werden sie rechnen… Aber sie haben schon Recht und das sehe ich auch ein: Das wird nicht gerade einfach für Britanien.

          • Anh Toàn sagt:

            Ein britischer Trabbi? Da freuen sich die Briten bestimmt, dass sie ein Auto bekommen, das sonst keiner auf der Welt will.

        • Rolf Zach sagt:

          Also ich gehe als Wilder in den tiefsten Dschungel von Neu-Guinea zu einem Stamm, der noch nie andere Menschen gesehen hat und dort bin ich dann frei. Wie ist es mit den Tabus des Stammes, die solche Naturvölker in der Regel haben?

          • Anh Toàn sagt:

            Der Stamm ist frei, Ihre Freiheit Herr Zach ist unwichtig, sie sind aber frei, für die Freiheit ihres Stammes zu sterben oder zu töten.

  • Stadelman Reto sagt:

    „Für viele ist klar: Der zunehmende Protektionismus ist schuld. Brexit und Trump werden als klare Belege von Abschottungsmentalität interpretiert. Doch so einfach ist die Sache nicht.
    Erstens hat sich der Welthandel bereits viele Jahre vor dem Brexit verlangsamt, und die US-Wahlen haben noch gar nicht stattgefunden. Das Prinzip der Chronologie spricht klar dagegen.“

    Das hindert aber niemanden daran, Lügen über den angeblich erstarkenden Protektionismus zu erzählen.
    Persönlich bin ich mir ziemlich sicher, dass noch mehr Globalisierung nur sehr wenig bringt. Sie zerstört den eher wohlhabenden westlichen Mittelstand, hilft den billigen Arbeitskräften in Asien und Afrika im Gegenzug nur sehr wenig und verstärkt die Unsicherheit. Die Globalisierung ist an einer Grenze angekommen.

    • Adrian Notter sagt:

      Global gesehen hat die Globalisierung den „billigen Arbeitskräften [v.a.] in Asien“ eine riesige Wohlstandssteigerung gebracht. Dass wir Westler unter Druck geraten ist die andere Seite der Medaille. Ein Mehr an Globalisierung wir nun auch Millionen besser gebildeten Arbeitskräften die Opportunität auf signifikante Wohlstandsgewinne bringen, s. z.B. TISA. Was das für unsere Hochlohninsel heisst, wo der Leistungsgedanke nicht mehr eben ausgeprägt ist, kann sich jeder selber ausmalen. Darum ist ihre Sicht „dass noch mehr Globalisierung nur sehr wenig bringt“ eine sehr eurozentrische.

      • Stadelman Reto sagt:

        Das habe ich mir auch mal so gedacht. Aber praktisch geht diese Rechnung eben nicht wirklich auf. Wenn unser Wohlstand einfach nach Asien abgezogen wäre, warum ist es dann zu einem Rückgang des Handels gekommen? Offensichtlich kann der Wohlstandszuwachs in Asien den Verlust von Kaufkraft im Westen nicht auffangen und ich wage zu bezweifeln, dass der ganze (chinesische, südkoreanische, japanische) Binnenkonsum dieses Deffizit schlucken kann. Dass ist DAS Problem. Zudem fangen erste Firmen an aus China zu outsourcen…
        Wenn wir uns das Globalisierungsspielchen bis zum Schluss denken (also wenn es keine „armen“ Regionen mehr gibt), was passiert wohl dann? Ständig die Angst im Nacken den Job zu verlieren… Das scheint mir keine Basis für eine demokratische Gesellschaft zu sein…

        • Josef Marti sagt:

          „keine armen Regionen mehr“ scheint mir unrealistisch. Fortschritt und Bildung und damit Überwindung von Armut geht nur aus eigener Kraft wie China, Südkorea, Taiwan bewiesen haben und niemals durch Inbesitznahme mit ausländischen Krediten und Entwicklungshilfe; wer zum IWF betteln gehen muss ist von Anfang an chancenlos jemals aufzusteigen ausser er findet plötzlich Rohstoffe (Argentinien). Afrikaner, Araber und Inder bleiben immer Kameltreiber, erst recht sollte das Öl irgendwann mal fertig sein.

          • Stadelman Reto sagt:

            Natürlich ist das so. Aber sagen sie das bloss nicht laut… Sie stellen damit ganze Wirtschaftsmodelle in Frage…
            Wie sich eine Region mit Hilfe von Wirtschaftssöldnern und Konsumgüterherstellung entwickeln soll war mir noch nie ganz klar. Es sei denn, es findet ein gleichzeitiger Wissenstransfer statt, z.B. in dem lokale Arbeiter ausgebildet werden. China macht es uns vor. Und unserer gierigen… Nein, ich fange besser gar nicht erst damit an.

        • Maiko Laugun sagt:

          @Josef Marti: „wer zum IWF betteln gehen muss..“

          Da muss niemand hin. Die kommen freiwillig.

  • Jean Ackermann sagt:

    Mit diesen Ermahnungen der leitenden Figuren des IWF, der BIZ, der Zentralbanken und besonders auch der EU, zeigt sich, dass sie die Welt als ihr feudalistisches Herrschaftsgebiet betrachten, deren Wirtschaft sie durch keynesisanisch dirigistische Geldschwemmen und Geldumverteilungen (über Zissenkungen) sie glauben herrschaftlich lenken zu können. Sie fühlen sich nur gestört durch aufmüpfiges, auf Selbstbestimmung pochendes Verhalten des Volkes. Wenn man die Schelte von Lagarde an Schäuble betrachtet, muss man sich schon fragen was man sich da mit diesen Institutionen geschaffen hat. Eine feudalistische Weltregierung ?

    • Anh Toàn sagt:

      Was jetzt? Feudalistisch oder Keynesianisch? Oder doch Neoliberal oder sozialistisch-zentralistisch (Geldumverteilung)? Sicher ist, was von aussen kommt in schlecht:

      „Aus den Fenstern sieht man die Berge, die stolz Trotz bieten, dem Wandel der Zeiten, dem Wandel der Menschen“ heisst es in etwa bei Gotthelf: Wandel ist immer schlecht und kommt immer von aussen.

      • Jean Ackermann sagt:

        Eine keynesianische Wirtschaftspolitik ist eine von oben (auch die Feudalen waren die Oberen) dirigierte Wirtschaft.

      • Stadelman Reto sagt:

        Ein neoliberaler Feudalismus (wo liegt eigentlich der Unterschied, wenn man mal von der genauen Definition absieht und die Schlagworte betrachtet?) mit sozialen Leistungen die man für erwünschtes gehorsames Verhalten bekommt.
        Was genau Keynes darin zu suchen hat, ist aber selbst mir nicht klar.
        Naja, ich gebe zu: Das ist auch für mich etwas zu viel des Guten. Menschen mögen nun mal potentielle Verschwörungen. Das etwas zufällig so ist wie es ist, dass lehnen wir als Erklärung grundsätzlich ab. Früher wurden daher Götter erfunden. Heute… Naja…
        Aber Sie müssen zugeben: Die Arroganz mit der gewisse Institutionen handeln ist wirklich störend!

        • Anh Toàn sagt:

          Ich finde auch störend, wie der Nationalrat die Unternehmen vor Steuern befreit und dafür die Konsumenten mit mehr MWST belastet um den nicht gekürzten Tel der AHV noch ein wenig weiter bezahlen zu können. Wenn man den Reichen überall gegeben hat, muss man schliesslich auch noch irgendwo sparen. Wie der Nationalrat die Menschen dazu veranlasst, noch mehr zu sparen, da sie wissen, AHV gibt es in Zukunft immer weniger. Ich finde, das arrogante Handeln gewisser Institutionen auch störend.

          • Stadelman Reto sagt:

            Das ist genau das was ich beschrieben habe. Neoliberalismus mit Sozialleistungen gegen Gehorsam.
            Der einzige Unterschied: Sie nehmen scheinbar an, es wäre besser wenn SP und Gründe das Sagen hätten. Nun ich bin da wesentlich zynischer als Sie.
            Wer in unserer Parteienlandschaft das sagen hat ist nicht entscheidend, es sei denn diese Seite würde eine Zweidrittelsmehrheit in beiden Kammern erringen, was natürlich nie passieren wird.
            Schlussendlich entscheiden entweder die Bürgerlichen mit knapper Mehrheit oder die Linken mit einem knappen Mehr was mit dem Geld des Mittelstandes passiert. Die einen geben es den Reichen, die anderen den Armen. Für den Mittelstand sind das zwei Seiten der selben Münze: Er muss bezahlen…

          • Anh Toàn sagt:

            Der Schweizer Mittelstand gibt viel lieber den Reichen, als den Armen: Nur so kann er den Abstand zu den Armen wahren und weiter davon träumen, reich zu werden.

            Es sind weder „die Bürgerlichen“ noch die „Linken und Grünen“ schuld, wenn das Volk keine Erbschaftssteuer für Reiche will, nicht mehr Ferien für sich will, keine Erhöhung der AHV will: Das Volk will die Freiheit, sich von den eigenen Reichen ausbeuten zu lassen.

          • Anh Toàn sagt:

            Schuld ist, das das Volk noch immer das blöde Gesülze von Freiheit und Souveränität glaubt, und nicht merkt, dass damit lediglich Kartellrenten gesichert werden. Die Revision des Kartellgesetzes hat eine Allianz zwischen Bürgerlichen und Linken gebodigt, das Volk kämpft gegen Minarette und Burka, gegen fremde Richter und Kuscheljustiz, und lässt sich effen von denen, die ihm erzählen, wie schlau und toll und schön und frei es sei.

          • Stadelman Reto sagt:

            Nun ja, jetzt haben sie mich erwischt. Da kann ich nicht wirklich etwas dagegen sagen, weil es auch meiner Meinung nach stimmt.
            Schweizer sind nicht gerade eine Mustergemeinschaft. Man muss ihnen nur etwas Angst machen und schon sprudelt das Geld für die Vermögenden. Wenn wenigstens das aufhören würde…

          • Stadelman Reto sagt:

            „Die Revision des Kartellgesetzes hat eine Allianz zwischen Bürgerlichen und Linken gebodigt“
            Voila, hier haben wir ein Beispiel für das was von mir beschrieben wurde… Klar ist das Volk oftmals blöd, aber haben die Parlamentarier das Recht, diesen Umstand so eiskalt auszunutzen? Ich könnte kotzen…

          • Josef Marti sagt:

            Sicher hat das Establishment dann recht das Volk auszubeuten indem die Klientel der Boden und Kapitalbesitzer bedient wird. Wenn das Volk brav die USTR III durchwinkt dann gibt es auch nichts zum Jammern, dass der Büezer mit höheren Steuern und höheren Steuerfüssen zur Kasse kommt. Er kann dann dafür als Zückerchen zusammen mit SVP Gölä nach unten treten auf die Penner vor dem Denner und weiter nach oben buckeln.

          • Anh Toàn sagt:

            Die Parabel vom Gesslerhut ist bezeichnend. Es geht nicht darum, dass wir uns nicht vor den Hüten derer oben verneigen (Honoratioren oder Eliten), wir tun es nur nicht, wenn die Ausländer sind. Vor Schweizer Honoratioren muss sich ein anständiger Schweizer verneigen.

          • Rolf Zach sagt:

            Ihre private Rente gibt den Schnauf auf (Kapitaldeckung) bevor die AHV (Umlage-Rente) zusammenkracht. Wenn das Volkseinkommen pro Kopf in der Schweiz CHF 80’000 erreicht und davon 15’000 abgezapft wird für die nutzlosen Alten (2 Arbeitnehmer auf einen Alten) ist dies immer noch sehr komfortabel für uns alle, wenn wir dies einem Volkseinkommen von Vietnam mit
            CHF 2000 gegenüberstellen trotz der vielen Jungen. Habe für diese Berechnung nicht PPP genommen. Es ist die Aktie Schweiz die zählt und wer meint diese Aktie Schweiz falle tief zurück in den Dschungel von Neu-Guinea, braucht nicht mal Gold zu horten.

    • Linus Huber sagt:

      @ Jean

      Gauck erläuterte das von Ihnen erwähnte vorherrschende Gedankengut bestens:
      „Die Eliten sind gar nicht das Problem, die Bevölkerungen sind im Moment das Problem.“

  • zweistein sagt:

    „Globalisierungsmüdigkeit“

    Globalisierung ist ein UnWort. Globalisierungsmüdigkeit ist Dummheit in Quadrat. Wer, wie Tobias Straumann, solche ausgelutschten Psycho-Kriegsausdrücke gleich im ersten Satz eines Artikels auftischt, enttarnt sich damit als Stiefellecker des herrschenden, tatsächlich globalen, Finanzkartells. Der geneigte Leser weiss sofort: diesen Propagandamist kann ich mir ersparen.

    • Linus Huber sagt:

      „Stiefellecker des herrschenden, tatsächlich globalen, Finanzkartells“

      🙂 Ihre Aussage trieft förmlich an politischer Inkorrektheit und bis vor nicht all zu langer Zeit wären Sie von den Obrigkeitsgläubigen zweifelsfrei zum unglaubwürdigen Verschwörungstheoretiker abgestempelt worden, welcher bei Implikation nicht alle Tassen im Schrank hat.

    • Taric Trent sagt:

      Der geneigte Leser meint wohl die bürgerliche Besprechung der Krise sei mit der empörten Verwerfung einer Wortschöpfung, garniert mit etwas Verschwörungstheorie-miefiger Finanzer-Feindschaft, kritisiert. Der geneigte Leser jedenfalls, der NMTM, notabene die geistige Auseinandersetzung der grössten Schweizer Tageszeitung mit der kapitalistischen Wirtschaft, liest und sich dabei über Propaganda-Mist aufregt. Viel „Vergnügen“ weiterhin!

Kommentar

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