Der IWF relativiert den Neoliberalismus

Weit weg von den Standpunkten von vor 20 Jahren: IWF-Direktorin Christine Lagarde in London. Foto: Peter Nicholls (Reuters)

Weit weg von den Standpunkten von vor 20 Jahren: IWF-Direktorin Christine Lagarde spricht in London. Foto: Peter Nicholls (Reuters)

Der Internationale Währungsfonds (IWF) – einst selbst als Frontorganisation des Neoliberalismus verschrien – kritisiert nun exakt diese Doktrin. Es gebe im Neoliberalismus Aspekte, die den Erwartungen nicht nachgekommen seien, die sie geschürt hätten, schreiben führenden Ökonomen des Fonds.

Doch was ist das eigentlich, Neoliberalismus? Die neoliberale Agenda sei eine Etikette, die mehr durch die Kritiker von gewissen wirtschaftspolitischen Vorschlägen verhängt werde als durch jene, die diese Vorschläge vorbringen: Das schreiben die Autoren Jonathan Ostry, Prakash Loungani und Davide Furceri gleich zu Beginn ihres Textes «Neoliberalism: Oversold» in der Juni-Ausgabe der IWF-Zeitschrift «Finance & Development». Damit haben sie recht; was Neoliberalismus eigentlich genau meint, ist trotz der umfassenden Verwendung des Begriffs alles andere als klar, und es finden dazu intensive Debatten statt. Meist werden radikalliberale Vorstellungen wie jene von Friedrich August Hayek oder Milton Friedman darunter subsummiert – dabei gibt es auch unter diesen beiden deutliche Differenzen, was hier schon einmal Thema war.

Die Autoren halten sich dann aber nicht lange mit Definitionsfragen auf und machen ihn im Wesentlichen an zwei Eckpfeilern fest. Hier im Original:

«The first is increased competition—achieved through deregulation and the opening up of domestic markets, including financial markets, to foreign competition. The second is a smaller role for the state, achieved through privatization and limits on the ability of governments to run fiscal deficits and accumulate debt.»

Die IWF-Ökonomen kritisieren dann – aus dem Obigen abgeleitet – die folgenden zwei Politikempfehlungen:

  1. Die Politikempfehlung, den Kapitalverkehr völlig zu öffnen und jegliche Restriktionen in diesem Zusammenhang zwischen Ländern abzubauen.
  2. Die Politikempfehlung, wenn immer möglich die Staatsausgaben zu senken, um Schulden zu reduzieren. Diese Politik ist unter dem Begriff Austerität bekannt geworden.

Warten wir noch einen Moment mit der Begründung dieser Kritik durch die IWF-Ökonomen. Denn mit Blick auf die eigene Geschichte ist es beinahe atemberaubend, dass ausgerechnet der Internationale Währungsfonds solches äussert.

Kritik an der eigenen Rolle

Tatsächlich: Wer sich an die letzten Jahrzehnte globaler wirtschaftspolitischer Auseinandersetzungen erinnert, kann sich nur die Augen reiben: Beide Empfehlungen galten nicht nur als neoliberal, sie standen auch im Zentrum der wirtschaftspolitischen Länderempfehlungen des IWF selbst. Wer in den 90er-Jahren von Neoliberalismus sprach, sprach meist im gleichen Atemzug auch vom IWF. Zu Beginn des neuen Jahrtausends hat der spätere Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz in seinem Buch «Im Schatten der Globalisierung» den IWF genau für diese Politikempfehlungen heftig kritisiert. Das hatte damals auch deshalb besonderes Gewicht, weil Stiglitz zuvor Chefökonom der IWF-Schwesterorganisation Weltbank und Chefökonom von US-Präsident Bill Clinton war. Andere prominente und frühe Kritiker der totalen Kapitalmarktliberalisierung waren Jagdish Bhagwati (zum Beispiel hier) und Dani Rodrik (zum Beispiel hier) – beides internationale Topökonomen im Zusammenhang mit Globalisierungsfragen. Vor allem Bhagwati gilt sonst als vehementer Verfechter des internationalen Freihandels.

Jetzt gesteht der IWF – das heisst, drei seiner führenden Ökonomen – praktisch ein, dass die Kritiker in wesentlichen Punkten recht hatten. Jonathan Ostry ist Vize des Chefökonomen Maurice Obstfeld, Prakash Loungani ist Divisionsleiter im Research des Fonds. Dass der Fonds hier einen klaren Meinungsumschwung vollzogen hat, gestehen sie in ihrer Schrift denn auch unumwunden ein. Die gleiche Ausgabe von «Finance & Development» enthält neben der Neoliberalismuskritik auch einen Artikel von Prakash Loungani über den einstigen Kritiker Dani Rodrik («Rebel with a Cause»), wo Rodrik dafür gelobt wird, dem IWF in seiner Haltung etwa zur Frage der Kapitalmarktliberalisierung deutlich voraus gewesen zu sein. (Hier ein Interview, das ich mit Rodrik zu diesem Thema schon im Januar vor einem Jahr geführt habe). Im Rodrick-Portrait folgt auch das Eingeständnis, dass der Fonds einst vollkommen falsch lag, indem er die Länder dazu genötigt hat, die Kapitalmärkte möglichst offen zu halten:

«In October 1997, at its annual meetings in Hong Kong SAR, the IMF put forward its arguments why countries should not only lower restrictions on trade but should also move to relax restrictions on the movement of capital across national boundaries. Economists refer to the former as current account liberalization (or convertibility) and the latter as capital account liberalization or financial globalization. The IMF asked its member countries to amend the institution’s charter to give it authority to monitor progress toward capital account convertibility.»

So ist es denn auch keine grosse Überraschung, dass die Öffnung der Kapitalmärkte vor allem in den letzten Jahrzehnten des letzten Jahrtausends intensiv propagiert und umgesetzt wurde, wie die folgenden beiden Grafiken zu ausgewählten Ländern aus dem Bericht der IWF-Ökonomen zeigen:

IWF-Neolib 1

Die Kritik konkret

Im Wissen darum, dass sie mit ihrer Neoliberalismus-Kritik auch die alten Dogmen der eigenen Organisation kritisieren, geben sich die Autoren alle Mühe, damit nicht zu weit zu gehen. So halten sie explizit fest, an der neoliberalen Agenda gebe es insgesamt viel zu loben.

Bei der Kritik selbst setzen sie vollkommen auf Resultate ihrer empirischen Forschung. Diese Resultate sind allerdings eindrücklich – und im Einzelnen auch schon publiziert und debattiert worden – die meisten davon auch auf dem NMTM-Blog. Hier die wichtigsten Punkte der Ökonomen zuerst zur Öffnung der Kapitalmärkte:

  • Beispiele dafür, dass eine Öffnung der Kapitalmärkte einem Land mehr Wachstum bringe, können kaum erbracht werden.
  • Dagegen haben sie eine höhere Ungleichheit zur Folge. Die Ungleichheit wiederum bremst die wirtschaftliche Entwicklung. Die Gründe dafür hat IWF-Vizeforschungschef Ostry in einem früheren Artikel ausführlich dargelegt. In diesem NMTM-Beitrag sind sie zusammengefasst.
  • Besonders kurzfristige spekulative Kapitalströme erhöhen in einem Land die Wahrscheinlichkeit stark, dass es zu schweren Finanz- und Bankenkrisen kommt. Das zeigt die Grafik unten links. Die Grafik rechts macht deutlich, dass in der Folge solcher Krisen die Ungleichheit im betroffenen Land deutlich zunimmt.
IWF-Neolib 2
  • Grund für diese Krisengefahr ist der Umstand, dass rasch zugeflossenes spekulatives Kapital ebenso rasch auch wieder abfliessen kann. Die Ursachen dafür liegen oft noch nicht einmal beim betreffenden Land selbst. Das kann etwa alleine auf die Geldpolitik der US-Notenbank zurückgehen. So hat allein die Erwartung steigender Zinsen in den USA auch jüngst zu grossen Verwerfungen auf den Kapital- und Währungsmärkten in Schwellenländern geführt. Ursache war ein plötzliches Versiegen der internationalen Finanzierung dort, bzw. ein rascher Rückzug der geliehenen Gelder. Man spricht dann von einem Sudden Stop (mehr dazu in diesem NMTM-Beitrag).

Daraus folgern die IWF-Ökonomen, dass zuweilen die Einschränkung des freien Kapitalverkehrs für ein Land die einzige Option ist, um einen nicht nachhaltigen Kreditboom zu verhindern, der von ausländischem Kapital geschürt wird. Im O-Ton:

«While not the only tool available—exchange rate and financial policies can also help—capital controls are a viable, and sometimes the only, option when the source of an unsustainable credit boom is direct borrowing from abroad.»

Gehen wir nun zur empirisch unterlegten Kritik an der Austerität:

  • Schon die ökonomische Theorie biete keinen Anhaltspunkt für eine optimale Verschuldungsquote, schreiben die IWF-Ökonomen. Der letzte Versuch durch Kenneth Rogoff (selbst einst IWF-Chefökonom), mit einer Verschuldung von 90 Prozent gemessen am Bruttoinlandprodukt eine solche Grenzquote zu etablieren, scheiterte an einem Excel-Fehler und führte zu einem Shitstorm. Hier der NMTM-Beitrag dazu.
  • Allerdings sagen die IWF-Ökonomen damit nicht, dass jedes Land beliebig Schulden machen kann. Bei notorisch hoch verschuldeten Ländern mit einer Geschichte von Staatsbankrotten, schwachen Institutionen und Wirtschaftsstrukturen ist der Raum für eine weitere Verschuldung besonders klein – siehe Griechenland oder Argentinien. Solche Länder erhalten Geld dann nur zu deutlich höheren Zinsen (was die Tragbarkeit der Verschuldung weiter einschränkt, wie der NMTM-Beitrag zur Schuldenfallenformel zeigt) oder sie erhalten gar kein Geld mehr, was einen Staatsbankrott unvermeidlich macht.
  • Der Punkt der Ökonomen ist gerade, dass die Behauptung «tiefere Schulden sind immer besser» eben nicht generell gilt. Für vergleichsweise starke Länder gibt es keinen Grund, auf jeden Fall die Schulden zu senken. Selbst wenn ihre Verschuldungsquote (wie jetzt etwa in Deutschland oder den USA oder auch Japan) gegenwärtig relativ hoch liegt, bezahlen sie dafür rekordtiefe oder sogar negative Zinssätze. Hier die IWF-Ökonomen im O-Ton:

«It is surely the case that many countries (such as those in southern Europe) have little choice but to engage in fiscal consolidation, because markets will not allow them to continue borrowing. But the need for consolidation in some countries does not mean all countries—at least in this case, caution about ‹one size fits all› seems completely warranted.»

  • Schliesslich behaupten die Ökonomen auch nicht, eine hohe Verschuldung wäre für sich gesehen unproblematisch oder sogar positiv. Eine ökonomische (Grenz-)Kosten/(Grenz-)Nutzen-Gegenüberstellung spreche aber gegen eine Schuldenreduktion auf jeden Fall, für alle Länder und unabhängig von der konkreten Wirtschaftslage. Die Kosten der Schuldenreduktion können in diesem Fall höhere volkswirtschaftliche Kosten verursachen, als Vorteile mit sich bringen. O-Ton IWF-Ökonomen:

«And for countries with a strong track record, the benefit of debt reduction, in terms of insurance against a future fiscal crisis, turns out to be remarkably small, even at very high levels of debt to GDP. For example, moving from a debt ratio of 120 percent of GDP to 100 percent of GDP over a few years buys the country very little in terms of reduced crisis risk. (…) The costs of the tax increases or expenditure cuts required to bring down the debt may be much larger than the reduced crisis risk engendered by the lower debt. This is not to deny that high debt is bad for growth and welfare. It is. But the key point is that the welfare cost from the higher debt (the so-called burden of the debt) is one that has already been incurred and cannot be recovered; it is a sunk cost. Faced with a choice between living with the higher debt—allowing the debt ratio to decline organically through growth—or deliberately running budgetary surpluses to reduce the debt, governments with ample fiscal space will do better by living with the debt.

  • Austeritätsphasen haben bisher im Durchschnitt zu einem Einbruch der Gesamtnachfrage und des Wachstums geführt. Die Behauptung von Ökonomen wie Alberto Alesina, dass durch eine tiefere Verschuldung das Vertrauen in die Wirtschaft steige und so ein höheres Wachstum die Folge ist, würde sich in der Praxis nicht bestätigen. Diesen Punkt haben IWF-Ökonomen schon früher hervorgehoben. (siehe dazu auch diesen oder diesen NMTM-Beitrag)
  • Wie die IWF-Ökonomen weiter zeigen, verstärken Austeritätsmassnahmen die Ungleichheit in einem Land. Die schwächere Wirtschaftsentwicklung lastet vor allem auf Empfängern niedriger Einkommen. Angesichts der damit steigenden Arbeitslosigkeit sind Lohnempfänger ohnehin übermässig betroffen. Höheren Steuern können Reiche zudem besser ausweichen, und sinkende Transfermassnahmen betreffen vor allem die Unterschicht.

Umverteilung als Rezept

Da sowohl vollkommen offene Kapitalmärkte wie auch Austerität die Ungleichheit erhöhen – und weil eine grössere Ungleichheit gemäss den Erkenntnissen der IWF-Ökonomen der Wirtschaftsentwicklung schadet, fordern die Ökonomen einmal mehr Umverteilungsmassnahmen. Nichts macht deutlicher, wie weit der IWF sich von seinen Standpunkten noch vor 20 Jahren entfernt hat – und damit von dem, was er als Neoliberalismus bezeichnet. Abschliessend noch einmal O-Ton aus der Studie:

«There is now strong evidence that inequality can significantly lower both the level and the durability of growth. The evidence of the economic damage from inequality suggests that policymakers should be more open to redistribution than they are. Of course, apart from redistribution, policies could be designed to mitigate some of the impacts in advance—for instance, through increased spending on education and training, which expands equality of opportunity (so-called predistribution policies). And fiscal consolidation strategies—when they are needed—could be designed to minimize the adverse impact on low-income groups. But in some cases, the untoward distributional consequences will have to be remedied after they occur by using taxes and government spending to redistribute income. Fortunately, the fear that such policies will themselves necessarily hurt growth is unfounded.»

Die Wirkung des Texts

Der Text der Ökonomen zum Neoliberalismus hat wenig überraschend derart viel Wirbel ausgelöst, dass sich IWF-Chefökonom Maurice Obstfeld genötigt sah, ihn mit einem Interview auf der IWF-Website zu relativieren. So meinte er, der Artikel sei missverstanden worden und stehe keinesfalls für eine grundlegende Neuausrichtung des Fonds. Das ist vor allem richtig, weil keine der im Text erwähnten Erkenntnisse und Ansichten beim Fonds wirklich neu ist. Der Text ist eigentlich nur eine Zusammenfassung einer ganzen Reihe bisher bereits veröffentlichter Studien und Aussagen, wie auch die Verweise oben zeigen. Der Wandel zu den früheren Positionen hat schon früher stattgefunden und geht auf Obstfelds Vorgänger als Chefökonom des Fonds, Olivier Blanchard, zurück. (Mehr dazu in diesem oder in diesem NMTM-Beitrag)

 

113 Kommentare zu «Der IWF relativiert den Neoliberalismus»

  • G. Nardone sagt:

    Interessanter Artikel dazu aus ‚Makroskop“ von Heiner Flassbeck:

    Hat der IWF aus Erfahrungen gelernt?
    https://makroskop.eu/2016/06/hat-der-iwf-aus-erfahrungen-gelernt/

  • Linus Huber sagt:

    Wenn das soziale Gewebe sich zersetzt und sich die Stimmung allmählich verschlechtert, leiden auch Gemeinschaftssinn, gesellschaftliche Kohäsion und Harmony darunter. Grosse Volksgruppen tendieren dabei in kleinere Gruppen zu zersplittern und die Menschen fokussieren sich verstärkt auf die unmittelbare Umgebung. In Bezug auf Brexit, dürfte dieser Umstand eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen, was dadurch verstärkt wird, dass die EU von einem Liberalisierungsprojekt zu einem Moloch eines mit unzähligen unverantwortlichen Zentralplanungsagenturen a la Gosplan ausgestatteten Regulierungsmonsters mutierte.

    https://www.brexitthemovie.com/

    • Xavier Molina-Schenk sagt:

      @Linus Huber
      Das ist eigentlich ein Propagandafilm und daher nicht objektiv. Ausserdem wird dort nicht so sehr das Thema Neoliberalismus abgehandelt, sondern die Bürokratie der EU und die demokratische Legitimation des Europaparlaments.
      Es gibt ausgewogenere und dabei nicht weniger kritische Filme über die EU…

  • Rolf Zach sagt:

    Brasilien ist ein Muster-Beispiel, ob die Theorien der IWF Ökonomen gegen den grenzenlosen Neoliberalismus nicht so sehr für Güter, sondern für freien Kapitalverkehr von welcher Art auch immer, zutreffen. Brasilien ist ein Land von extremer Ungleichheit in beidem, Vermögen und Einkommen. In Westeuropa ist die Ungleichheit mehr beim Einkommen anzutreffen als beim Vermögen. Ungleichheit führt sofort zu einem höheren Bedarf an Liquidität gemessen am Totalvermögen. Man will nicht nur unbedingt seine Liegenschaften und Fabriken in der Hand haben, sondern unbedingt auch das Finanzvermögen. Der einheimische Konsument ist durch seine Armut eher ein unsicherer Kantonist.

    • Rolf Zach sagt:

      Deshalb besteht die Nachfrage der Armen bei Austeritätsmaßnahmen schnell nur noch aus Wasser und Brot (übliche ärmliche Volksnahrung). Industrie und Landwirtschaft müssen deshalb Teufel komm raus exportieren und das fördert die ständige Abwertung der Landeswährung. So kann die Landeswährung nie die Stabilität erreichen, die sie eigentlich für langfristiges Wirtschaftswachstum braucht. Export, der nicht aus natürlicher Stärke des Binnenmarktes erwachsen ist, ist ein flackerndes Licht und kann schnell erlöschen. Brasilien versuchte unter Lula, die Wirtschaftszirkulation der unteren Schichten anzuregen.

      • Rolf Zach sagt:

        Zum Teil hat es geklappt, aber irgendwie sind die Armen nicht genügend und der schmalbrüstige Mittelstand dabei kaum weitergekommen. Kurz gesagt, eine kapitalistische Wirtschaftsordnung mit extremer Ungleichheit ohne Sozialstaat kann nur erratisches Wirtschaftswachstum produzieren. Seine Währung wird sich immer zwingend mehr entwerten als der Dollar als Reservewährung und deshalb bleibt die Landeswährung eine Schwund-Währung. Dies mit Austeritätsmaßnahmen auszubügeln führt wie die IWF Ökonomen in die Irre und würgt die Binnenwirtschaft ab. Solche Länder, wie Brasilien, die in Dollar verschulden, sind dumm und nichts anderes, dies ist der Feind ihrer Volkswirtschaft.

  • Reto Stadelman sagt:

    Je weiter die Schere aufgeht, desto einfacher ist es für die Vermögende, überholte Strukturen aufrecht zu erhalten. Eine sich öffnende Vermögens- und Einkommensschere führt langfristig gesehen zu nichts weiter als einem erstarren der Wirtschaft. Die Eliten können sich dann mit Monopolen etc. dem Wettbewerb entziehen. Natürlich behaupten nicht wenige, dass die Eliten nicht so denken und daher so reich wurden. Aber das trifft nur auf wenige Unternehmer zu. Die Mehrheit der Reichen wird genau das versuchen: Ihre eigenen überholten Strukturen zu schützen!

    • Stefan Wiesendanger sagt:

      Der Wirkungszusammenhang liegt umgekehrt: je einfacher überholte Strukturen zu verteidigen sind, desto grösser wird die Schere. Was bremst Neues aus? Regulierungen (direkt und über „regulatory capture“), hohe Steuern (verhindern Kapitalbildung neuer Firmen), Bestechlichkeit. Nicht Reichtum schützt vor Wettbewerb, der Staat tut es (zum Teil unbewusst). Darum gibt’s in der Schweiz die Schere nicht. Darum gibt’s in Frankreich und Schweden trotzdem Reiche.

      • Reto Stadelman sagt:

        Der Staat ist ein wichtiger Aktor. Doch hinter seinen Fehlentscheidungen stehen bezahlte Lobbys, die ganz genau wissen was sie tun. Es ist letztlich also der Reichtum der vor Wettbewerb schützt. Der Staat ist nur ein Erfüllungshelfer, aber dahinter steht immer der Geldadel.
        Und natürlich geht auch in der Schweiz die Scheere auf, wenn auch nicht ganz so schnell.

        • Linus Huber sagt:

          Der Staat, respektive die Regierung, ist nicht einzig ein wichtiger Akteur, sondern verantwortliche fuer das bestehende Anreizsystem.

          • Reto Stadelman sagt:

            Ein Anreizsystem, dass durch Lobbys mitgestaltet wird. Der Staat ist in vielen Bereichen, wie schon geschrieben, ein Erfüllungshelfer der Reichen. Siehe TTIP.

          • Anh Toàn sagt:

            Der Staat ist das Mittel, das die Reichen benutzen, weil wir, das Volk dies zulassen, statt den Staat zu unserem Nutzen zu gestalten. Und so wählen wir, und hören bei Sachabstimmungen, auf Politiker, die uns süsse Lügen erzählen und uns vor grässlichen Bedrohungen warnen.

            (Wem Vertrauen in die Intelligenz des Volkes hat, empfehle ich, sich einen Nachmittag durch die populärsten Fernsehsender zu zappen).

          • Anh Toàn sagt:

            @Linus Huber: Das Volk ist verantwortlich für den Staat, die Regierung, die es hat. das Volk ist doch nicht infantil oder besoffen. Dann wäre es nicht verantwortlich.

          • Marcel Senn sagt:

            Anh: Nur wenn dann die Regierung nicht das macht was sie vor den Wahlen versprochen hat, ist dann das Volk immer noch verantwortlich oder muss einfach notgedrungen auf die nächsten Wahlen warten?.
            .
            Und es eh immer nur ein meist ein eher kleiner Teil des Volkes die dann von der Regierung vertreten werden, weil sie ihre Regierung gewählt haben.

          • Anh Toàn sagt:

            @Marcel Senn. Wenn der Bürger die Demokratische Macht will und bekommt, und dann immer wieder Lügner wählt (Politiker die nicht machen, was sie versprochen haben vor der Wahl, haben vor der Wahl soviel versprochen, weil das Volk die hören wollte, auch wenn unrealistisch: Wer vor der Wahl keine unrealistischen Versprechungen macht, wird nicht gewählt.)

          • Anh Toàn sagt:

            @Marcel Senn: Nun kann man bei Wahlen sagen, man sieht halt nicht in den Menschen rein. Aber das Volk sieht in The Donald und Blocher welche der ihren, weil die es dem Volk sagen. Das Volk sich weigert, irgendwelche Tatsachen zu akzeptieren, sonst müsste es auf den Traum vom Heilsbringer verzichten. (Trump hat das ererbte Vermögen mit Pleiten vermehrt, Blocher hat sich eine Firma unter den Nagel gerissen, andere mit Ebner ans Ausland verscherbelt: Erfolgreiches Unternehmertum, klar doch), Aber noch perverser wird es bei Sachabstimmungen: Das Volk ist gegen mehr Ferien, gegen Erbschaftssteuern für die Reichen, gegen Lohngerechtigkeit (1/12),gegen BGE, stimmt immer für die Reichen.

      • Josef Marti sagt:

        Wie haben dann die exorbitanten Steuersätze der 50er und 60er Jahre zu Wirtschaftswunder und zu diesen damals hohen Wachstumsraten geführt?

        • Reto Stadelman sagt:

          @Marti
          Richtig festgehalten. Damals gab es keine Elite die Reformen verhindern konnte oder den Staat aushungerte und so längst nötige Investitionen in eine Infrastrutkur, die primär vom gemeinen Volk genutzt wird, verhindern wollte. Reichtum bzw. der Geldadel ist längst zu einer grossen Bremse in der Wirtschaft geworden. Nur will man das nicht wahrhaben.

          • Rolf Zach sagt:

            Die Eliten hatten vor 1980 panische Angst vor der Sowjetunion und ihrem Kommunismus. Die glaubten echt, trotz Beruhigung wahrer Kenner dieses Systems, es hätte mehr Erfolg als ihr System. Seit dem Wegfall ihrer Furcht vor der Sowjetunion, können sie sich so richtig austoben.

      • Markus Ackermann sagt:

        @Wiesendanger
        Sie haben völlig recht.
        – Regulierungen wirken als „enlarged monompolies“ (Adam Smith) und damit verteidigen sie die Konzerne und die Reichen gegen den Wettbewerb, der Preise und Margen drücken und damit die Vermögen der Reichen entwerten würde
        – hohe Steuern: dito. Wer bei komplizierten Steuernormen keinen Steuerberater hat, um sich arm zu rechnen, zahlt die Zeche und kann kein Eigenkapital reinvestieren
        – Bestechlichkeit: ökonomisch unterscheidet wenig, ob ich einen Beamten besteche oder einen Anwalt / sonstiger Papierliwender engagieren muss. Beides sind unproduktive Transaktionskosten (= graue Steuern). Siehe Ronald Coase, 1991, nobelprize.org

        • Markus Ackermann sagt:

          Tippfehler: enlarged monopolies.
          Bsp: Pharma in Basel (swissmedic) mit höheren Margen als im Heroinhandel

        • Linus Huber sagt:

          Fehler im von der Regierung festgelegten Anreizsystem sind wohl einzig ausmerzbar, wenn sich die Regierung vor der Bevölkerung fürchtet. Je höher aufgrund kollektivistischer Programme die Abhängigkeit des einzelnen Individuums von der Regierung, desto schwieriger ist es diese wichtige demokratische Funktion wahrzunehmen.

        • Reto Stadelman sagt:

          @Ackermann
          Sie vergessen bei ihren richtigen Überlegungen einfach das Wichtigste: Diese Regulierungen werden von Lobbys oder Politikern, die aus verschiedenen Gründen die Meinungen der Reichen teilen, mitgestaltet. Dadurch kommt es zu einem erhalt überholter Strukturen. Allerdings nur dort, wo es den wirklich Reichen etwas hilft. Der Fall Uber zeigt, dass das bei nicht reichen Nutzniesern nicht funktioniert. Der „Taxibüezer“ wurde fallen gelassen.
          In jedem Fall macht die neoliberale Politik eines Staates diesen zum Erfüllungshelfer der Superreichen. Siehe TTIP. Für mich ist klar: Wenn die Schere zu weit aufgeht, blockiert die Wirtschaft. Aktuell ist die Schere zu weit offen…

          • Josef Marti sagt:

            Stiglitz schreibt:
            land rents are not the only source of „rents“ in our economy. As we observed, much of the wealth of the top is a result of wealth appropriation or other kinds of rent seeking. When there is an increase in such rent seeking, it can appear as if there is an increase in the wealth of the economy – even though the productivity of the economy decreases as a result. For rents, like monopoly rents, can be bought and sold. They are „capitalized“. They show up in an increase in stock market value. But such increases in wealth do not mean the economy is wealthier; quite the contrary.

          • Josef Marti sagt:

            ….Monopoly power reflects an underlying inefficiency. There is a redistribution from consumers to those with market power. Indeed, because of the distortion associated with market power, the productivity of the economy is actually lowered, even though measured wealth has increased.

          • Markus Ackermann sagt:

            @Stadelmann
            @Marti
            Ich bin mit Ihnen sehr einverstanden.
            1. Darum ist die Demokratie so wichtig. Demokratie und Rechtsstaat können nur von einem starken Mittelstand getragen und gesichert werden. Und vice versa: der Mittelstand ist auf beides angewiesen
            2. Aus dieser Verbindung ergibt sich eine soziale Marktwirtschaft (Erhardt, Ordo-Liberalismus) mit einem Staat und Regulationen, die den BürgerINNEN nützen
            3. Die Kosten der Regulationen sind unproduktiv: die productive hands einer Wirtschaft müssen sich selber und die unproductive hands ernähren (Adam Smith). Productive ist, falls man nach der Transaktion reicher ist als vorher (Adam Smith). Der umgekehrte Fall führt zu Schulden

          • Markus Ackermann sagt:

            @Stadelmann „Wenn die Schere zu weit aufgeht, blockiert die Wirtschaft.“
            @Marti „an increase in stock market value. But such increases in wealth do not mean the economy is wealthier; quite the contrary“
            Beides deutet auf einen heutigen Denkfehler im Vergleich zu früher:
            1. A. Smith dachte in der Kategorie des „natural price“, die EIGENTLICHE Währung für die Bewertung war „labour“: letztlich tauscht man labour gegen labour (zwischengespeichert in Waren / „stocks“). Da labour gegen labour getauscht wird, kann keine Schere aufgehen
            2. Heute bewerten (value) wir in beliebig vermehrbarem Papierli-Geld. Dies ist ein Derrivat, ein claim auf konsumierbaren (limitierten) Output

          • Linus Huber sagt:

            @ Reto, Josef, Markus

            Soweit so gut – alles was Sie äußern entspricht meiner Überzeugung. Jetzt zum nächsten Schritt, wie kann diese Entwicklung (z.B. die Ausdünnung des Mittelstandes, Umverteilung von unten nach oben (Schere), Verdingung der Politik an den Geldadel, Aufbrechen überholter Strukturen, Untergrabung der Demokratie etc.) geändert werden, respektive wie ist Ihre Prognose, dass diesbezüglich eine Veränderung eintritt und in welcher Form, welches sind die entscheidenden Triggerpoints etc..

          • Markus Ackermann sagt:

            @Huber
            @Senn
            1. Im Ordo-Liberalismus (sog. Freiburger Schule,soziale Marktwirtschaft) legt der Staat die Regeln des Wirtschaftens fest
            2. Die Demokratie sichert, dass die Regeln im Interesse der Mehrheit festgelegt werden KÖNNEN: „sozial“
            3. Die Marktwirtschaft (= Wettbewerb) sichert Effizienz + Produktivität.
            4. Die Transaktionskosten bestimmen das Funktionieren des Marktes.
            Coase:
            „Markets are institutions that exist to facilitate exchange, that is, they exist in order to REDUCE the cost of carrying out exchange transactions“
            „The limit to the size of a firm is set where its costs of organizing a transaction become equal to the cost of carrying it out through the market“

          • Markus Ackermann sagt:

            @Huber
            @Senn
            Man kann es auch umgekehrt sagen: je HÖHER die Transaktionskosten, desto UNGLEICHER wird der Reichtum verteilt und desto UNPRODUKTIVER ist das Wirtschaften.
            EIGENTLICH profitieren die Reichen von einem VERSAGEN der Marktwirtschaft (= profits of „enlarged monopolies“, geschaffen durch Regulationen, welche „unproductive hands“ [Smith] mästen), Bsp:
            – Anwälte
            – Bankster
            – Schutzgelderpresser
            – Militärdiktatoren
            Es gibt „unproductive hands“, die nötig sind. Nur muss man diese auf ein Minimum reduzieren. Je weniger Unproduktive, desto effizienter ist die Demokratie und desto sozialer ist die Marktwirtschaft: das „annual produce“ ist – kostengünstig
            – gut verteilt

          • Anh Toàn sagt:

            LH: Wie kann die gestoppt werden: Mit Menschenopfern für den Freiheitsgottbaum:

            „The tree of liberty must be refreshed from time to time with the blood of patriots and tyrants. Thomas Jefferson“

            Immerhin werden keine Jungfrauen mehr verlangt, man könnte von Fortschritt reden.

          • Josef Marti sagt:

            Prognose für Veränderung ist schwierig. Als Voraussetzung dazu müssten wohl sehr weite Teile der Bevölkerung bedeutender Länder so massiv unter die Räder kommen resp. Schmerzgrenze deutlich überschritten werden, dass sozusagen überall griechische Zustände herrschen. Auch ein aus dem Ruder laufen der Flüchtlingsmigration kann dazu beitragen dass im schlimmsten Fall bürgerkriegsähnliche Zustände aufkommen und auf den Strassen wieder geschossen wird. Es wird davon abhängen ob das Establishment den Aufschwung der Rechtsnationalen im Zaum zu halten vermag.

          • Linus Huber sagt:

            @ Josef

            „Es wird davon abhängen ob das Establishment den Aufschwung der Rechtsnationalen im Zaum zu halten vermag.“

            Sie scheinen damit das Problem in der politischen Veraenderung Richtung z.B. Nationalismus oder Anti-Establishment Parteien zu erkennen; ich sehe dies eher als ein Symptom respektive Reaktion der Bevoelkerung auf die zunehmende Korrumpierung der Regierungen, indem diese die Agenda von Weltregierungsfanatikern und Grosskonzernen in schrittweiser Untergrabung demokratischer Werte bedienen. Aber es braucht, wie Sie erklaeren, wirklich eine weitere Krise bis die Schmerzgrenze erreicht ist und wirkliche Veraenderungen mehrheitsfaehig werden.

          • Reto Stadelman sagt:

            @Linus Huber
            Kurz und Bündig: Ich glaube nicht, dass es zu einer positiven Veränderung kommen wird. Besonders problematisch ist, dass die Situation überall auf der Welt anders aussieht.
            Die USA benötigen einen Bernie Sanders DRINGENDER denn je.
            Europa hatte schon eine soziale Marktwirtschaft und driftet mit jeder politischen Entscheidung nur noch stärker richtung US Zustände. Auch auf EU Ebene bräuchte es einen Sanders. Allerdings dürfte das in Europa noch schwieriger zu haben sein, weil die europäischen Sanders mit Fehlentscheiden ihre Kredite verspielt haben.
            Von anderen Teilen der Welt wollen wir mal gar nicht sprechen.
            Es sieht düster aus.
            Andere Meinungen oder Vorschläge?

          • Reto Stadelman sagt:

            „…ich sehe dies eher als ein Symptom respektive Reaktion der Bevoelkerung auf die zunehmende Korrumpierung der Regierungen, indem diese die Agenda von Weltregierungsfanatikern und Grosskonzernen in schrittweiser Untergrabung demokratischer Werte bedienen.“
            Auch hier teile ich Hubers Meinung. Nationalismus ist in Europa eine Reaktion auf das Versagen der etablierten, oftmals linken, Parteien. Die Gefahren des Nationalismus sind mir nur zu gut bekannt. Und dennoch ist das erstarken nationalistischer Parteien nötig um die etablierten aus ihrem Schlaf zu wecken!
            Aber wie schon geschrieben: Ich befürchte in der jetzigen Situation eher ein „Gleichgewicht des Schreckens“ das sich nicht…

          • Markus Ackermann sagt:

            @Stadelmann, Marti, Huber
            Die Krisen sind noch gar nicht ausgebrochen. Darum ist es schwierig, Kausalverläufe + mögl. Abhilfen genug konkret zu benennen. Aber man kann Problem-Felder nennen
            1. Demokratie-Defizite: Parlament oder Volk statt Parteien-„Demokratie“
            – Zersetzung des 2-Parteien-Systems in den USA. Gegenmittel wäre ein Abbau der institutionalisierten Korruption (USA-Politik wurde käuflich, wer nicht genug zahlen kann [Mittelstand], bleibt auf der Strecke)
            – keine glaubwürdigen Parteien, keine Volksparteien mehr im €U-Raum: F, D, Sp, Italien, Oe, Rumänien, Ungarn, Polen
            2. too much debts: tiefere Transaktionskosten => höhere Produktivität
            3. Kriegsgefahr in Europa

          • Reto Stadelman sagt:

            @Ackermann
            Das stimmt. Die Krise ist nicht ausgebrochen. Aber das wird sie wohl auch nie. Ich denke, dass es der Geldadel geschaft hat, ein Gleichgewicht des Schreckens zu erlangen. Genug zum nicht aufbegehren, zu wenig um frei zu leben. So geht es dem Mittelstand. Die perfekte Mischung. Und wer es dennoch schaft, wird schnell in die Herrschaftsstruktur eingebunden…

          • Anh Toàn sagt:

            @Reto Stadelmann „andere Meinung, Vorschläge“

            Andere Meinung: Die Welt ist Scheisse aber immerhin war sie noch nie besser als heute (Harte Zahlen, wie / Kindersterblichkeit usw. /Joachim Gauck soll es über D gesagt haben). Kommentarspalten sind voll mit Untergangspropheten – vor lauter Langeweile darauf hoffend, dass es mal wieder richtig kracht-, aber zum Glück nicht repräsentativ.

            Vorschläge: Nicht Mauern, sondern Brücken. Die Reichen müssen erkennen, dass es billiger ist, etwas abzugeben, als Mauern und Security zum Schutz ihres Reichtums vor den Habenichtsen zu bauen. Sie müssen immer zahlen, entweder für die Armen oder die Wächter/Polizisten/Gefängnis-/Soldaten.

          • Anh Toàn sagt:

            Und wenn die Mittelklasse die Reichen schützt, weil sie darauf hofft, selber mal reich zu sein, und darum alleine für die Armen zahlt, dann soll sie gefälligst nicht die Politiker, Eliten oder wen weiss ich verantwortlich machen. Ihr alle schützt die Reichen vor Erbschaftssteuern, vor Kapitalgewinnsteuern, verteidigt deren Bankgeheimnis, deren Bargeld (als ob es Euch wichtig wäre, die ihr ohnehin alles mit Karte zahlt und Raten abstottert), gönnt Euch die längsten Lebensarbeitszeiten, schützt sie vor Wettbewerb. Und wer es Euch erzählt, ist ein Linker, also ein Lügner. Ihr hört auf die, die sagen, ihr seit toll, schlau, die besten: Das sag ich der, die ich effen will.

          • Stadelman Reto sagt:

            @Anh Toàn
            Ja die Welt ist scheisse und trotzdem ging es der Menschheit an sich noch nie besser als heute. Allerdings muss man da den Westen klar abgrenzen. Der Mittelstand im Westen verliert langsam, abder doch stetig an Boden, weil die Reichsten uns zu ihren Gunsten ausquetschen. Meine Generation erlebt gerade eine Stagnation der Wirtschaft und das macht uns nicht gerade glücklich… Klar, das sind kleinliche Abstiegsängste, aber eben auch Realität.
            Brücken werden schon gebaut. Aber nicht auf Kosten der Reichen, sondern auf Kosten des Mittelstandes… Letztlich geht es nur darum, wer die Last der Armen trägt. Zu einer gerechten Aufteilung wird es da wohl eher nicht kommen.

        • Anh Toàn sagt:

          @Markus Ackermann „– Bestechlichkeit: ökonomisch unterscheidet wenig, ob ich einen Beamten besteche oder einen Anwalt / sonstiger Papierliwender engagieren muss. Beides sind unproduktive Transaktionskosten “

          Schaffen wir die Grundbuchämter und Notare ab! Und das Patentamt!

          • Marcel Senn sagt:

            @Ackermann / Anh: Man Gebühren für Patente, Grundstücksamt und Notare eben auch als ein Sicherheitsmittel für Eigentumsgarantie anschauen und nicht als „graue Steuer“. Würden Sie Ihr Grundstück bei einer Privatgesellschaft eintragen? Und das dürfte auch nicht gratis sein – da haben Sie dann einfach „graue Kosten“.
            Zumal ein Grossteil der Wirtschaft auf Verträgen basiert und weniger auf Cash und Handschlag sind solche schützenden Transaktionskosten nicht das dümmste – es gibt zuviele Betrüger – darum ist amtlich gar nicht so schlecht – auch wenns was kostet und ein paar Papierliwendern Lohn und Brot gibt. Finden Sie sich doch einfach damit ab. Effizienzsteigerungen sind aber notwendig

          • Anh Toàn sagt:

            @Marcel Senn

            In einem Weltbild wie Ackermann und Huber es vertreten, ist Aufgabe des Staates nicht Freiheit oder Wirtschaft, sondern der Schutz des privaten Eigentums, der Reichen. Der einzige Wert ist Boden, alles andere Schall und Rauch, und dass der Boden bei den Reichern bleicht, dafür braucht es Grundbuchämter und Notare, Polizei und Militär, den Nachtwächterstaat. „Macht aus dem Staat Gurkensalat“ kommt nicht von den Neokonservativen (Liberal ist etwas anderes), sondern von den Linken. Hauptaufgabe des Staates ist Schutz des (Grund-)eigentums der Reichen, ohne Staat müssten die Armeen bezahlen.

          • Anh Toàn sagt:

            Der Huber sagt, die Eliten sind schuld, wenn das Volk Leute wie Trump wähle. Der Huber verkennt, dass man dann dem Volk die Mündigkeit, die Vernunft absprechen muss, um es nicht verantwortlich dafür zu machen, wen es wählt. (Denn sie wissen nicht, was sie tun)

          • Rolf Zach sagt:

            Immerhin haben wir weniger Kinder in Europa und Ostasien als in den islamischen Länder+Tropisch-Afrika (mehrheitlich islamisch). Dies verhindert grundlegend den Willen zum revoltieren. So müssen halt die Eliten dieser islamischen Welt ihre noch übrigbleibenden Christen so wieso und ihre jungen Muslime mit Frau und Kind Richtung Europa transferieren. Ausreisen dürfen sie nur, wenn sie garantieren als Moslem in Europa anzukommen. Unsere Eliten dagegen haben etwas dagegen und sind wie der reiche Jüngling im NT, wo Christus sagte: Eher geht ein Reicher durch ein Nadelöhr, als daß er in den Himmel kommt. Ich bin leider so, wie dieser Reiche.

          • Anh Toàn sagt:

            Den Willen zu revoltieren verhindert, etwas zum verlieren zu haben. Haben zu viele nichts zu verlieren, gibt’s Revolution, wenn möglich mit den Füssen: Schlechte Staaten sind Staaten, in denen die Mauern und Stacheldraht und Waffen an der Grenze, das Weglaufen der Bevölkerung verhindern. In den anderen Staaten sind die dazu da, dass möglichst wenige oder nur die Richtigen reinkommen. (In der DDR, in Eritrea, Nordkorea soll(te) das weglaufen verhindert werden. In Vietnam darf (fast) jeder weg.)

            Erasmus von Rotterdam sagte es auch: Niemand kann grossen Überfluss an Reichtümern erwerben oder behalten, frei von Sünde.
            Hippie: Reiche sind Diebe oder Nachommen solcher.

          • Anh Toàn sagt:

            gestern im Fernsehen: Der IS schiesse in Falludja auf Zivillisten, die weglaufen wollen: @Rolf Zach: Die DDR hat das auch gemacht, ganz frei von Religion.

          • Anh Toàn sagt:

            Im Staat von Huber und Ackermann lassen die armen als Soldaten ihr Blut zum Schutz des Eigentums der Reichen.

            The Kinks: Victoria

            Stately homes, for the lords
            Crocket Lawns, Village green
            Victoria was my queen.

            I was born, lucky me
            In a land that I love
            Though I am poor, I am free
            When I grow I shall fight
            For this land, I shall die

            land of hope and Gloria, land of my victoria

  • Josef Marti sagt:

    Was sind die Konsequenzen daraus für die USA. Bei diesen handelt es sich ja nicht um „countries with a strong track record“ welche jetzt gem. IWF auf Schuldenreduktion verzichten könnten? Ich hoffe doch der IWF verschreibt den Amis jetzt ein zünftiges Austeritätsprogramm und massive Strukturreforem um deren vekrustete Strukturen endlich aufzuräumen.

    • Felix Stern sagt:

      Eben nicht. Austerität ist das falsche Mittel. Das haben diese Ökonomen ja erkannt und das entspricht ja auch den Grundsätzen der Ökonomie. Gerade die USA haben einen hervorragenden Track Record – kein Land hat über eione derat lange Zeit zuverlässig die Schulden bedient, wie die USA. Der einzige Schandfleck stellt die Krise dar, die die Republikaner vor zwei Jahren hervorgerufen haben, als sie sich weigern wollten, die Schuldengrenze zu erhöhen. Ansonsten haben die USA einen prima Ruf.

      Was der IWF hier erkannt zu haben scheint: Austerität ist das Problem und nicht die Lösung.

      • Rolf Zach sagt:

        Kunststück, denn ihre Notendruckerei ist die profitabelste Goldmine der Welt, dies nennt man Reservewährung. Die anderen müssen schon auf Deflationskurs gehen, wenn sie die Entwertung des Dollars nicht mitmachen. Aufwerten gegenüber dem Dollar, können nur Industriestaaten mit einem veritablen Leistungsbilanz-Überschuß wie Japan, Deutschland und die Schweiz. Wegen den negativen Auswirkungen versucht Japan unter allen Umständen den Yen im Vergleich zum Dollar abzuschwächen, die Deutschen tun dies mit dem Euro und retten Griechenland. Trotzdem hat die Eurozone einen Überschuß gegen außen. Nur unsere SNB schreit, kommt zum Schweizerfranken, wir machen Deflation und sind der Knecht der Banken.

        • Josef Marti sagt:

          Das steht im Zusammenhang der rechtsbürgerlichen Agenda, den Sozialstaat weiter abzubauen und weitere Steuersenkungen für Firmen durchzudrücken, UStR III, um somit letztlich den politischen Gegner auszuhungern. Trotz aller bisheriger Bemühungen in diese Richtung hat der Bund unglaublich immer wieder Überschüsse gemacht und die Bundesschulden reduziert. Ziel ist diese ärgerlichen Überschüsse zu verhindern und mit einer Politik der leeren Kassen den Sozialstaat zu bodigen und Privatisierungen voranzutreiben. Ein schwächerer CHF würde diese Strategie behindern.

      • Josef Marti sagt:

        Wenn man die kumulierten chinesischen und japanischen Kursverluste auf ihren Dollaranlagen in Rechnung stellt ist das nicht so toll. Auch die USA weiss, dass ihr Geschäftsmodell, dank Reservewährung das Recyclingsystem für die Überschussökonomien zu stellen, nicht in alle Ewigkeit in Stein gemeisselt ist. Kein Wunder setzt Trump jetzt zum Entsetzen des Establishments auf nationalistische Abschottung und Protektionismus.

  • Josef Mart sagt:

    Was sind die Konsequenzen daraus für die USA. Bei diesen handelt es sich ja nicht um „countries with a strong track record“ welche jetzt gem. IWF auf Schuldenreduktion verzichten könnten? Ich hoffe doch der IWF verschreibt den Amis jetzt ein zünftiges Austeritätsprogramm und massive Strukturreformen um deren vekrustete Strukturen endlich aufzuräumen.

  • Josef Marti sagt:

    Man müsste eben Farbe bekennen und zugeben dass konsequente Senkung von Staatsausgaben mit Steuersenkungen einhergehen soll und das Konzept darin besteht eine maximale Privatisierung herbeizuführen indem leistungslose Besitzeinkünfte (Zins, Bodenrente, Profit) vollständig steuerbefreit werden sollen, damit wird sichergestellt dass nur Besitzende und Erben sich Ausbildung und Gesundheit leisten können. Ein Nachtwächterstaat kann mit den verbleibenden Konsum und Verbrauchsabgaben sowie Lohnsteuer locker abgedeckt werden. Dieses Konzept scheint sich jedoch dummerweise mit dem Wachstumsdogma nicht so gut in Einklang zu bringen.

    • Rolf Zach sagt:

      Es hat eine zwingende Logik, die meistens vergessen geht. Beispiel: Deutschland war mehr neoliberal und dezentral sogar als Frankreich im Ersten Weltkrieg, nicht gerade bekannt für seine braven Bürger. In Frankreich hungerte niemand, weder an der Front, noch daheim bei den Soldaten. In Deutschland hungerten die Familien der Soldaten daheim und nicht an der Front, 1918 aber auch dort. Der Grund war nicht nur die Blockade der Engländer gegen die Deutschen, sondern auch die Verteilung der Lebensmittel innerhalb des Deutschen Reiches, diesem anarchistischen Bund von inkompetenten und schmarotzenden Fürsten. So kommt es, wenn der Staat nichts zu sagen hat! Wer hat den I.Weltkrieg verloren?

  • Jean Ackermann sagt:

    Wenn keynesianische Argumentation jetzt sogar die IWF-Ökonomenklicke erreicht hat, hat der Keynesianismus seinen Höhepunkt erreicht, und es kann nur noch besser werden. Diese Schulden-Argumentation hat mit Liberalismus nicht viel zu tun, eher mit Keynesinismus.

    • Felix Stern sagt:

      Die Liberitären Rezepte haben nie funktioniert. Sie haben lediglich die Schere zwischen arm und reich vergrössert. Gebracht haben sie nie etwas. Die Schule der Österreicher ist gescheitert. Das ist aber nicht wirklich neu. Es ist allerdings schon ein Erfolg, dass sich selbst der IWF langsam aus dem Diktat der Finanzbranche verabschiedet und die realität akzeptiert.

      • Rolf Zach sagt:

        Ich kann es einfach nicht lassen. Diese Ökonomen der österreichischen Schule diskutierten angeregt ihr Wunderheilmittel Neoliberalismus in den Wiener Cafés im Ersten Weltkriege, während draußen die Wiener Kinder verhungerten und die Fronten der k.und k Monarchie nicht mit Kriegsmaterial versorgt wurden. Aber in einem waren diese Herren unschlagbar,
        im Wiener Sinn für Ästhetik übertragen auf die Ökonomie. Wenn ein Land Krieg führt, holt unbedingt Rat bei Neoliberalen, eine todsichere Garantie für die Niederlage.

        • Josef Marti sagt:

          Im Wiener Café war es zwar sicherer als im Schützengraben, aber auch nicht ganz ungefährlich, da bekommt man bei täglich zu viel Kaiserschmarrn schnell mal Diabetes.

  • Anh Toàn sagt:

    Lebte ich in einem Land, in welchem mir verboten ist, meine Ersparnisse in Devisen (im Ausland) anzulegen, wäre mein einziges wirtschaftliches Ziel, genau dies zu tun. (Lebte ich in einem Land, dass mir die Ausreise verbietet, wie DDR, Eritrea etc., wäre mein einziges Ziel, abzuhauen.) Ich lass mein Geld nur in einem Land, von dem ich glaube, dass ich mein Geld noch morgen wegschaffen kann, und will nur in einem Land leben, von dem ich glaube, noch morgen weg zu können.

    • Reto Stadelman sagt:

      Diese Art und Weise zu denken können sich 95 Prozent der Menschen nicht leisten und zwar wortwörtlich „nicht leisten“. Nur die reiche Oberschicht kann das. Was Sie sagen ist also nichts weiter als: Ich bin reich und will mein Geld in Sicherheit bringen, während die Armen den Mist ausbaden müssen. Und damit, obwohl sie wohl sozialer sind als ich, haben Sie in einem Beitrag das neoliberale Soll-des-Tages schon fast aufgefüllt 😉

      • Anh Toàn sagt:

        Die Chinesen und Vietnamesen wollen Gold und Dollar zum sparen, auch die Armen wollen keine RNB oder VND, die ehemaligen DDR Bürger wollten D-Mark.

        Ausländischen Investoren muss ein Schwellenland vor allem den Kauf von Boden verbieten. (Aber man kann sie auch lassen und später enteignen…)

        • Josef Marti sagt:

          Ich nehme an im kommunistischen Vietnam kommt man als Ausländer nicht so leicht an Land heran, ganz im Gegensatz zu Thailand, Laos wo ausländisches Geierkapital die Bodenspekulation mit den Einheimischen anheizt sodass gar nicht erst produktive Wertschöpfung entstehen kann.

          • Anh Toàn sagt:

            Inzwischen sollen Ausländer in Vietnam Grundeigentum kaufen können. Ich trau meiner Frau mehr, als dem vietnamesischen Staat, ….

          • Rolf Zach sagt:

            Mein ehemaliger Chef war, bevor er in die Schweiz kam, Chef der Finanzverwaltung eines Landes mit Devisenbewirtschaftung. Ihm habe ich folgendes, unsere Bank lanciert ETF Fonds in Devisen für die Geschäftsleute dieses Landes, welches sie wie Normalguthaben in Landeswährungen halten können. Diese Devisenguthaben sichern ihre Liquidität ab und erlaubt ihnen im Kommerz flexibel zu sein. Sie können diese Fonds auch für den Kauf von Maschinen mittels Akkreditiv im Ausland benützen. Dies hätte den Schwarzmarkt in Devisen um einiges ausgetrocknet. Mein Chef hat Autor volkswirtschaftlicher Bücher dies nicht verstanden, trotz Ecole Normale Supérieure.

        • Rolf Zach sagt:

          Korrigenda: habe ihm folgendes vorgeschlagen…….
          …….Mein Chef ist renommierter Autor volkswirtschaftlicher Bücher, hat dies nicht verstanden

        • Reto Stadelman sagt:

          Chinesen oder Vietnamesen die sich Gold kaufen können, gehören längst zu einer vermögenden Mittelschicht, der gleichen Mittelschicht übrigens, die sie in anderen Beiträgen dafür verurteilt haben, dass sie Mauern vor der Zuwanderung errichten wollen, um ihre Pfründe zu sichern.
          Vielleicht sind es nicht 95 Prozent sondern „nur“ 90 Prozent die so nicht sparen können. Aber es ist eine überwältigende Mehrheit 😉

          • Anh Toàn sagt:

            Nonsense, die kaufen Gold halt für 100 oder 200USD. Der ganze Goldschmuck wird laufend zum Grammpreis gekauft und verkauft, das wichtigste ist das Zertifikat über den Goldgehalt. Fast jeder nimmt für Dienstleistungen gerne Dollar, die werden „aufbewahrt“. Die verleihen sich auch Gold, gegen Zinsen in Gold.

            In Vietnam lebt die „Mittelklasse“ (Lehrer, Ärzte, Anwälte), mit weniger (Wohnraum, Gesundheitsvorsorge, Schulbildung für Kinder) als die Sozialhilfeempfänger in der Schweiz, eine „vermögende Mittelschicht“ in unseren Dimensionen gibt es da nicht. Es gibt Reiche dort, wie überall. Geld kann man nur mit Kapital verdienen, oder kriminell, mit Arbeit wird keiner vermögend.

          • Anh Toàn sagt:

            Sie brauchen Geld für eine Arztrechnung. Sind mein Nachbarn. Ich leihe Ihnen Goldschmuck, 2 Armbändchen dünn. Am Jahresende geben Sie mir die 2 Armbändchen zurück, plus Zinsen (in Gold oder VND USD): Sie verkaufen die Armbändchen im Goldshop, mit dem Geld gehen Sie zu Arzt und Apotheker. Sobald Sie 1 Goldbändchen kaufen können, gehen Sie jeden Tag beim Goldshop vorbei, und sehen den Kurs an.

            „vermögende Mittelschicht“ in Schwellenländern kauft Gold. Oder so.

          • Anh Toàn sagt:

            @Reto Stadelmann: ganz einfach:

            In Vietnam und anderen Schwellenländern, ist Arbeit, egal welche ein „buy“, kein „sell“.

          • Stadelman Reto sagt:

            @Anh Toàn
            Das worauf ich eigentlich hinauswollte ist, dass viele Menschen von der Hand in den Mund leben. Sie haben gar keine Möglichkeit, auch nur 100 Dollar zu sparen.
            Aber ich gebe zu, so viele Menschen die so arm sind gibt es nicht mehr. Von daher ist ihr Gegenargumentation berechtigt. Wissen Sie denn auch, ob das wirklich ein verbreitetes Verhalten z.B. in Vietnam ist? Gibt es viele Menschen die so etwas tatsächlich machen?

          • Anh Toàn sagt:

            @Reto Stadelmann: Die wenigsten haben ein Bankkonto. Es ist normal, Internet, Telefon, Strom, Wasser, Miete bar zu zahlen: Der VND taugt als Zahlungsmittel, er taugt nicht zum sparen. 100 USD sind 2’220’000 Vnd (sagt nichts aus, aber den Vietnamesen schon, und irgendwie tut es ja auch). Grundstücke sind nicht einfach handelbar, und braucht grössere Summen, der Goldshop ist Bank der Vietnamesen: Das ändert aber jetzt.

  • Josef Marti sagt:

    Entscheidend ist dass man den Kapitalimport unter Kontrolle hält, die heimische Wirtschaft protektionistisch schützt und die Geldpolitik sprich Wechselkurs fest in eigenen Händen hält. Genau so und nicht anders haben es China, Taiwan, Südkorea und früher Japan (allerdings mit starker US Unterstützung) geschafft dem Westen die Eier zu polieren. Alles andere führt unweigerlich in die Schuldknechtschaft von Ausländern. Kein Land schafft den Anschluss an die Führenden indem es durch das Ausland mit Krediten in Besitz genommen wird.

    • Reto Stadelman sagt:

      Das ist eigentlich logisch. Aber genau hier spannen Liberale und Linke gerne zusammen. Der Grund dafür ist einfach: Der Nationalstaat ist beiden verhasst. Logik spielt da keine Rolle mehr. Hauptsache man kann sich seine eigenen Pfründe sichern bzw. die eigene Ideologie durchsetzen…

    • J. Kuehni sagt:

      Wie Herr Marti bloss am Rande erwähnt, konnten die Tigerstaaten ihren lokalmerkantilistischen Erfolg selbstverständlich *ausschliesslich* auf der Basis eines – von den USA zur Verfügung gestellten – Welthandelssystems realisieren. Mit Kritik an der Pax Americana oder der EU kann man etliche Bibliotheken füllen, aber irgendjemand muss eben die „Commons“ organisieren, auf denen ein Handel (selbst ein einseitiger) überhaupt stattfinden kann. Würden alle Länder gleichzeitig nach dem „Prinzip Marti“ verfahren, gäbe es schlicht keinen *friedlichen* internationalen Handel mehr, sondern bloss noch Kanonenboot-Diplomatie und das Recht des Stärkeren.

    • J. Kuehni sagt:

      Selbst ein Grossteil der Brexit-Befürworter rechnet damit, weiterhin relativ ungehinderten Zugang zum gemeinsamen EU-Markt zu erhalten (nur ein paar Disruptions-Ohrensessel-Theoretiker hoffen auf einen Totalkollaps der EU). Ähnlich wie in der Schweiz ist man ganz froh, dass dieses „öffentliche Gut“ mitsamt seinen legalen und technischen Normen und Institutionen existiert, selber will man aber nichts dazu beitragen, bloss nutzniessen: „Sollen doch die anderen“.

    • J. Kuehni sagt:

      Die Unmöglichkeit dieser Haltung, in ihrer inversen kant’schen Logik, fällt denen offenbar nicht auf. Und da liegt auch der fundamentale Widerspruch des Nationalstaates begraben, Herr Stadelmann: Der muss einigermassen durchlässig und flexibel sein, sonst kann er mit seinen Nachbarn nicht friedlich koexistieren. Das haben vielleicht ein paar Linke (längst nicht alle) begriffen und fallen deshalb nicht in die immer billiger zu habende Anti-EU-Anti-Ausländer-Anti-international-Kakophonie mit ein.

  • Josef Marti sagt:

    Man hat bisher die Auswirkungen von kurzfristigem spekulativem ungehindertem Kapitalfluss stets als irrelevant geleugnet, das war auf die Dauer jedoch nicht aufrechtzuhalten. Die typischen Beispiele waren inflationierende Länder wie Türkei, Island und Brasilien deren Währungen immer wieder durch carry trades entgegen der Theorie aufgewertet wurden mit schädlicher Wirkung auf deren Leistungsbilanzen.

  • Johnny Smith sagt:

    Selbst wenn “Austerität nicht funktionieren würde”, ist der Umkehrschluss, dass nämlich defizit spending funktionieren würde, à prioris nicht automatisch korrekt.

    Zudem geht es nicht immer darum, optimal zu reagieren. Manchmal fehlen die Möglichkeiten für eine optimale Reaktion, weil man vorher schon alle Möglichkeiten verausgabt hat. Oder prägnanter formuliert, John Mauldin sagte einmal: “Austerität ist eine Konsequenz, keine Bestrafung”

  • Johnny Smith sagt:

    Nur weil ein Fehler in einer Studie ist, heisst das nicht, dass automatisch die Schlussfolgerung falsch ist. Konkret hier im Fall der Reinhart/Rogoff Studie war ein – zugegeben stümperhafter – Fehler, die korrigierte Schlussfolgerung ist weniger deutlich als ursprünglich von RR ausgesagt, das ‚Vorzeichen‘ bzw. die Grundaussage aber blieb: Wirtschaftliches Wachstum ist bei hohen Staatsschulden tendenziell tief.

    • Johnny Smith sagt:
    • Johnny Smith sagt:

      eigentlich wollte ich folgenden Link posten, eine Grafik mit Vergleich der ‚falschen‘ mit den ‚korrigierten‘ Studienresultate
      http://static.cdn-seekingalpha.com/uploads/2013/4/22/7750921-13666342533928049-Cyniconomics.png

      • Johnny Smith sagt:

        „Schliesslich behaupten die Ökonomen auch nicht, eine hohe Verschuldung wäre für sich gesehen unproblematisch oder sogar positiv.“

        Eine solche Aussage wäre der Knüller gewesen (und hätte RR widersprochen). (Wirtschafts)Wissenschaft ist aber kein Wunschkonzert.

        • Linus Huber sagt:

          „But the key point is that the welfare cost from the higher debt (the so-called burden of the debt) is one that has already been incurred and cannot be recovered; it is a sunk cost.“

          Ganz einfach wird erklärt, dass obwohl man früher Fehler beging, die vorherrschende Doktrin, worauf diese Fehler beruhten, nicht zu hinterfragen ist und die Fehler selbst auch nicht zu korrigieren sind, weil es schmerzen könnte. Wie viele Jahre wird es gehen bis sie merken, dass das Auslassen der Korrektur ebenfalls negative Auswirkungen nach sich ziehen wird?

          • Anh Toàn sagt:

            348 Jahre

          • Johnny Smith sagt:

            „… weil es schmerzen könnte.“

            Leider bevorzugen immer mehr der heutigen Entscheidungsträger die grösseren Schmerzen von morgen den leichteren Schmerzen von heute. Oder frei nach Draghi ’nach mir die Sintflut‘. Eigentlich wäre die Empirik ja klar: hohe Staatsschulden korrelieren mit tendenziell tiefem Wachstum…

            Ob all der Publicity von Keynes müsste man mal wieder etwas ‚Schumpeter‘ berücksichtigen…

          • G. Nardone sagt:

            @Johnny Smith:

            Korrelation impliziert NICHT Kausalität.

            Die Scheidungsrate im US-Staate Maine korreliert auch wunderbar mit dem Konsum von Margarine:
            http://www.fastcodesign.com/3030529/infographic-of-the-day/hilarious-graphs-prove-that-correlation-isnt-causation

          • Linus Huber sagt:

            Ja sicher, die John Law School of Economics, obwohl quasi sämtliche namhaften Ökonomen, auf deren Theorien sich die heutige ökonomische Doktrin beruft, klar und zweifelsfrei erläutern, dass die Entwertung der Währung das Gewebe der Gesellschaftsordnung zerstört, beherrscht weiterhin die Szene. Ich zweifle, dass es sich einzig um Lernresistenz handelt, sondern schon eher um fast willentliche Boshaftigkeit, einzig um seine eigene Position zu sichern. Die Bevölkerung ist zwar noch nicht bereit, diesbezüglich das Anreizsystem derart zu verändern, dass sich solch Verhalten nicht lohnt, sondern erhofft sich in schrittweiser Wahl von politischen Aussenseitern und Haudegen eine Besserung.

          • Johnny Smith sagt:

            Wow, Nardone, ich bin beindruckt. Sie können ja auch ein bisschen wissenschaftlich…

            Ob all Ihrer Freude endlich ‚wissenschaftlich‘ zu brillieren, haben Sie vergessen, genau zu lesen, was ich gesagt habe: ‚Wirtschaftliches Wachstum ist bei hohen Staatsschulden tendenziell tief‘ oder eben anders ausgedrückt Wachstum korreliert negativ mit Staatsschuldenstand. Etwas ausführlicher habe ich das (Kausalität ungleich Korrelation) beim damaligen RR Beitrag von NMTM schon angesprochen.

          • G. Nardone sagt:

            @Johnny Smith:

            – „Wirtschaftliches Wachstum ist bei hohen Staatsschulden tendenziell tief“

            Wo sind die Fakten dazu?

            – „… Wachstum korreliert negativ mit Staatsschuldenstand“

            Guter Trick, aber ob es nun negativ oder positiv korreliert spielt keine Rolle, da es sich immer noch um eine Korrelation und nicht eine Kausalität handeln könnte. Ausser Sie können Beweise für das Gegenteil liefern.

            Und weiter noch, was wäre mit dem Umkehrschluss? Überschüsse des Staatshaushalts korreliert mit Wachstum?

          • Johnny Smith sagt:

            @ Nardone

            Sie sind einfach unverbesserlich. Was Sie nicht hören wollen, ignorieren Sie.

            „Wo sind die Fakten dazu?“
            — Lesen Sie oben meinen Post mit Link zur korrigierten Version von RR inkl. Chart…

            „ob es nun negativ oder positiv korreliert spielt keine Rolle, da es sich immer noch um eine Korrelation und nicht eine Kausalität handeln könnte“
            — Nicht jedermann muss ein Experte in Statistik sein. Wer aber mit solchen (zwar richtigen) Aussagen herumprahlt, sollte schon etwas mehr von Statistik verstehen, als Sie es offenbar tun.

          • Johnny Smith sagt:

            Ganz kurz etwas Nachhilfe, aus einigen Zitaten von Statistikern (auch wenn es Sievermutlich nicht interessieren wird):

            „In correlational research variables are not manipulated, but are only measured. The purpose is to identify the relationship between the variables… In experimental research, variables are manipulated, and the effects of this manipulation is measured upon the dependent variable… correlation is a necessary but not a sufficient condition to make causal inferences with reasonable confidence. Also necessary is an appropriate method of data collection… when the data have been gathered by experimental means and confounds have been eliminated, correlation does imply causation.”

          • Johnny Smith sagt:

            Da in der Makroökonomie idR kein Random Assignment möglich ist, beschränken sich die Aussagen solcher Studien auf Korrelation. Wenn verschiedene unabhängige Studien zu ähnlichen Korrelationen kommen, verstärken sich die Schlussfolgerungen. „consilience refers to the principle that evidence from independent, unrelated sources can „converge“ to strong conclusions. That is, when multiple sources of evidence are in agreement, the conclusion can be very strong even when none of the individual sources of evidence is significantly so on its own. Most established scientific knowledge is supported by a convergence of evidence: if not, the evidence is comparatively weak.“

          • Johnny Smith sagt:

            „was wäre mit dem Umkehrschluss? Überschüsse des Staatshaushalts korreliert mit Wachstum?“

            RR betrachten nicht Überschuss/Defizit sondern Schuldenstand im Verhältnis zum GDP. Aber ja, es gibt eine gewisse Tendenz dazu, dass tiefer Schuldenstand mit höherem Wachstum korreliert. Aber warum erkläre ich Ihnen das überhaupt? Lesen Sie die Studie endlich selber!

          • G. Nardone sagt:

            @Johnny Smith:
            – „Nur weil ein Fehler in einer Studie ist, heisst das nicht, dass automatisch die Schlussfolgerung falsch ist“

            Behauptung.
            Die Rogoff-Studie?

            „Dabei sei die Studie falsch & schlampig gerechnet, meinen nun 3 Ökonomen von der Uni of Massachusetts, Thomas Herndon, Michael Ash & Robert Pollin. Kodierungsfehler & ein selektives Ausklammern von verfügbaren Daten – etwa von Australien, NZ & Kanada … als sie hoch verschuldet waren, aber trotzdem stark wuchsen – sowie einen ‚unkonventionelle Gewichtung‘ hätten zu einem verfälschten Ergebnis geführt. …“
            http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kritik-an-rogoff-studie-wie-schaedlich-sind-staatsschulden-12152272.html

          • G. Nardone sagt:

            @Johnny Smith:

            Fortsetzung aus http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kritik-an-rogoff-studie-wie-schaedlich-sind-staatsschulden-12152272.html

            „Rechne man richtig, so habe das Wirtschaftswachstum der mit mehr als 90 Prozent verschuldeten Industriestaaten seit 1945 tatsächlich 2,2 Prozent betragen – und nicht wie von Reinhart und Rogoff angegeben minus 0,1 Prozent. Die Wachstumsbilanz der hochverschuldeten Staaten sei damit „nicht dramatisch anders“ als die von geringer verschuldeten Ländern. Es gebe keine historische Grenze, ab der das Wachstum gedrückt sei.“

            Also, diese RR-Studie wurde durch ‚peer-review‘ als falsch bezeichnet.

          • Johnny Smith sagt:

            @ Nardone

            Wenn Sie auch das lesen (und sich daran erinnern) würden, was Ihnen nicht in Ihr vorgefertigtes Meinungsbild passt, dann hätten Sie genau das, was Sie jetzt aus der FAZ zitieren in meiner oben verlinkten Grafit entnehmen können (2.2% statt -0.1%).

            Die Korrektur führ zu einer Aenderung der Schlussfolgerung: es scheint keinen Knick zu geben (zumindest nicht bei den gewählten Brackets 90%). Was aber nach der Korrektur bleibt, ist die Aussage, dass höherer Schuldenstand aber mit tendenziell tieferem Wachstum korreliert.

            Bleiben Sie bei Ihrer unveränderbaren (egal wie die Fakten stehen) und deshalb beschränkten vorgefassten Meinung, over and out!

          • G. Nardone sagt:

            @Johnny Smith:

            – „Was aber nach der Korrektur bleibt, ist die Aussage, dass höherer Schuldenstand aber mit tendenziell tieferem Wachstum korreliert.“

            Welche Korrektur genau? Denn es gab mehrere Fehler.

            Und überhaupt, finden Sie nicht, dass diese Aussage etwas zu einfach ist? Wie stehts denn mit PRIVATER Überschuldung?

            Und die Schlussfolgerung ist erwiesenermassen falsch, sage nicht ich, sondern eben HAP:
            „The relationship between public debt and GDP growth varies significantly by period and country. Our overall evidence refutes RR’s claim that public debt/GDP ratios above 90% CONSISTENLTY reduce a country’s GDP growth.“
            http://cje.oxfordjournals

          • G. Nardone sagt:

            @Johnny Smith:

            Und sowieso müssen Sie noch 2 Dinge erklären:

            1. Erklären Sie den realistischen Zusammenhang der möglicherweise sowieso falschen negativen Korrelation von Staatsschulden und Wirtsch.Wachstum? Und ‚realistisch‘ bitte, nicht Elfenbein-Turm-Theorien.

            2. Haben Sie gesagt:
            „Wenn verschiedene unabhängige Studien zu ähnlichen Korrelationen kommen, verstärken sich die Schlussfolgerungen“
            Wo sind diese anderen Studien in Bezug dazu?

          • Johnny Smith sagt:

            Mit Ihren Zitaten geben Sie sich selber ja die Antworten. Noch ein überletzter Versuch meinerseits, damit es vielleicht auch Sie verstehen in Ihren eigenen Worten/Zitaten:

            „Our overall evidence refutes RR’s claim that public debt/GDP ratios above 90% CONSISTENLTY reduce a country’s GDP growth.” — Dies ist genau das, was zu Recht korrigiert werden musste. Es scheint keinen Knick/Grenzwert zu geben, wo ein höherer Schuldenstand klar stärker mit tieferem Wachstum verbunden wäre.

            Wenn oder wo es jetzt keinen Knick gibt, heisst das aber nicht, dass die negative Steigung nicht zu sehen wäre. Höherer Schuldenstand ist (auch nach Korrektur) mit tieferem Wachstum korreliert.

          • G. Nardone sagt:

            @Johnny Smith:

            – „Höherer Schuldenstand ist (auch nach Korrektur) mit tieferem Wachstum korreliert.“

            Angenommen Korrelation stimmt und es sogar eine Kausalität dabei gibt, bleibt die Frage aber in welche Kausalitäts-Richtung offen? Was ist denn zwischen höheren Staatsschulden und tendenz. tieferes Wachstum eigentlich Ursache & was Folge? Schliesslich gibt es hier 2 Möglichkeiten:

            1. Ist höherer Staatsschuldenstand Ursache & tieferes Wachstum die Folge davon?

            2. Oder ist tieferes Wachstum Ursache & vermehrte Staatsschulden die Folge, im Sinne; Staaten würden versuchen dem abnehmenden Wachstum mit deficit-spending entgegenzutreten.

            Was ist Ihre voreingenommene Meinung dazu?

  • Rolf Rothacher sagt:

    Umverteilung hat noch nirgendwo funktioniert, trotzdem wird sie überall weiterhin als richtiges Mittel propagiert. Beispiele sind Entwicklungshilfe oder die sozialistischen Länder. Sie generieren bloss Korruption oder wirtschaftlichen Niedergang.
    Umverteilung bedeutet, dass den tüchtigeren Mittel entzogen werden und den untüchtigeren gegeben. Wenn dies in grossen Massstab geschieht, frustriert das bloss die Tüchtigen. Sie beginnen entweder weniger zu leisten oder sie beginnen zu betrügen oder sie gründen gleich kriminelle Organisationen.
    Die lieben Ökonomen scheinen in einer selbstgebastelten Falle zu sitzen, aus der sie nicht mehr herausfinden.

    • Anh Toàn sagt:

      Genau, man sollte den Untüchtigen alles entziehen und es den Tüchtigen geben. Es geht ja darum, wie wir am meisten Bentleys und Rolex haben können.

      Am besten gibt man alles dem Tüchtigsten: D3er hat dann alles und bewahrt es gut auf, so dass es bleibt in Ewigkeit, Amen.

    • Solange sagt:

      Wenn man von einem Thema nicht allzuviel versteht, sollte man sich im Interesse der eigenen Glaubwürdigkeit besser zurückhalten, Rothacher…. Wer die Welt in Tüchtige und Untüchtige unterteilt, ist dem Pferdefuss längst auf den Schwanz getreten und hat es nicht mal gemerkt… Peinlich!

      • Josef Marti sagt:

        Die selbstgebastelte Falle ist allerdings schon offenkundig wenn man sieht dass alle Hebel in Bewegung gesetzt werden um mit Pfründenerhaltung, bail out zulasten Staatsverschuldung und Förderung von Monopolrenten die Umverteilung von fleissig zu reich zu optimieren.

    • Felix Stern sagt:

      Hallo Rolf, etwas zu viel Ayn Rand gelesen? Umverteilung funktioniert prima. Unser heutiger Wohlstand beruht zum grössten Teil darauf. Suchen Sie doch einmal ein Land, wo es keine Umverteilung gibt. Und? Was stellt sich heraus? Ausser ein paar primitiver Banane-Republiken, die von Mafia-Clans angeführt werden, gibt es kein Land, das nicht einen erheblichen Teil des Bruttosozialproduktes umverteilt. Selbst die USA sind ein sozialistisches Land, nicht ganz so sozialistisch wie die Schweiz oder Schweden, aber fast. Und was zeigt dieser Wahlkampf? Bernie Sanders will aus den USA ein Dänemark machen und macht Hillary das Leben schwer und selbst Trump will Social Security und Medicaid belassen.

    • imre hofmann sagt:

      das mit den „tüchtigen“ scheint mir so eine sache zu sein. erstens ist der schritt von der tüchtigkeit zur untüchtigkeit ein kleiner und häufig ein nicht selbstverschuldeter. zweitens wird die tüchtigkeit häufig von ihren verfechterInnen gar zu häufig biologisiert. und drittens haben wir menschen die wahl zu entscheiden, ob wir unsere gesellschaft als darwinistischen überlebenskampf oder als solidarische lebensgemeinschaft gestalten wollen. letzteres scheint es mir wert, auch etwas vom selbst erarbeiteten abzugeben.

    • Linus Huber sagt:

      @ Rolf

      Das Anreizsystem ist heute bereits derart korrumpiert, dass wohl besser zwischen Privilegierten und nicht Privilegierten der gegenwärtigen Vetternwirtschaft zu unterscheiden ist.

  • Ronnie König sagt:

    Immerhin kommt die Einsicht, der Schlamassel ist jedoch angerichtet! Die reichsten Länder können damit umgehen, es verkraften, aber die nachfolgenden Länder kämpfen bereits. Die die noch später kommen, das sind jene die nun mehr negative Folgen haben, trotz Bevölkerungswachstum und Entwicklung das Mehr relativiert wird und nur den Reichsten dort hilft, bezahlen viele die Zeche mit höheren Preisen auf x Gebieten (Wohnen, Nahrung, Transport, teils med. Versorgung). Damit wird der Konsum abgewürgt, neg. Erscheinungen wie Kriminalität, Korruption gefördert. Investitionen verzögert oder nicht getätigt, man geht zur Börse dafür (auch in Afrika!). Die Schere zum Westen geht weiter auf=Armutsmigrati

  • Pia Rusci sagt:

    Mit diesem Artikel beweist der IWF wieder einmal, dass er in Geiselhaft überschuldeter Staaten steht. Diese Wende hin zu mehr Sozialismus wird (wie alle bisherigen Experimente) den Wohlstand für breite Bevölkerungsschichten verringern. Hauptsache den Politikern und der selbsternannten Elite geht es immer gleich gut.

    • Felix Stern sagt:

      Oder aber der IWF lernt aus seinen Fehlern. Er lernt, dass die Misere in den Ländern, wie Griechenland, Spanien oder Protugal durch die Austeritäts-Programme noch weiter verschärft wurden und die Wachstumswirkung, die der Neoliberalismus erwartet hätte, nicht eintrat. Vielleicht hat er auch einen Blick auf Kansas geworfen. In diesem Staat wurden die Ayn RAnd-Prinzipien seit 2012 umgesetzt. Mit welchem Erfolg? Kansas taumelt in eine Finanzkrise, verliert Arbeitsplätze relativ zur Nation und muss die Schulen schliessen. Selbst die UNternehmer in Kansas betteln die lokale GOP an, diesen Irrsinn zu beenden und die Steuern auf Unternehmen zu erhöhen.

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