Das beste soziale Netzwerk

Unkompliziert und praktisch: Die Krabbelgruppe. Foto: Dean Mitchell (iStock)

Seit acht Jahren bin ich Mutter. Da ich ziemlich unvorbereitet und auch noch sehr jung in diese Rolle hineingestolpert war, kannte ich noch nicht viele Mütter. Damals. Inzwischen besteht der grösste Teil meines weiblichen Freundeskreises aus Müttern. Einige waren es damals schon – andere sind es in der Zwischenzeit geworden.

Was mir vor etwas weniger als acht Jahren massiv geholfen hat – und dies immer noch regelmässig tut –, war die Krabbelgruppe. Eine wild zusammengewürfelte Truppe von Frauen und ihren Kleinkindern, die sich immer am Montagmorgen trifft. Um zu spielen. Um sicherzustellen, dass die Kinder genügend sozialen Austausch erleben. Aber vor allem, um zu schwatzen und Kaffee zu trinken.

Keine Tabus

An manchen Tagen schwirrte mir der Kopf vor lauter Frauen- und Kinderstimmen, die durcheinanderredeten. Diese Gespräche halfen mir durch jede noch so kleine oder grosse Unsicherheit. Und sie tun es noch immer. Von der Schwangerschaft über die Geburt, vom Stillen über Breinahrung zum Essen ab Tisch, von der Spielgruppe über Kindergartenfragen zur Schule. Kein Thema wurde ausgelassen – jede Stimme und jede Meinung angehört.

Tabus? Nicht hier. Krankheiten, Beziehungsprobleme, Fehlgeburten – kein Thema zu gross und kein Problem zu klein.

Interessant fand ich von Anfang an den privaten Aufbau der Gruppe. Es gibt in vielen Gemeinden die Möglichkeit, sich mit anderen Müttern zu treffen. Wir jedoch sind eine heterogene Gruppe, die stets im Wandel ist. An einem Morgen waren wir nur fünf Mütter – einmal sogar nur zu zweit. Inzwischen platzen die Wohnzimmer und vor allem die Esstische bereits aus allen Nähten, wenn die ganze Truppe zusammen ist (16 Mütter + 22 Kinder).

Aber auch wenn es einmal eng wird – wenn jemand gerne eine weitere Freundin einladen möchte, sagt niemand Nein. Wir treffen uns spontan jede Woche bei einer anderen Familie zu Hause. Kaffee wird spendiert, Sirup, Snacks. Jede ist mal Gastgeber, mal Gast.

Besser als Facebook

Ich kenne Frauen, die sich in mehreren Facebook-Gruppen engagieren, um sich auszutauschen über Rezepte, Kinderfragen, Basteltipps, Tauschbörsen … Dinge, die ich ganz einfach am Montagmorgen mit meinen Chrabblis besprechen konnte.

Kurz vor der Geburt meines zweiten Kindes hatte ich kein Maxi-Cosi. Nach der Krabbelgruppe habe ich zwei. Die Kinderkleider, die an der Börse nicht verkauft wurden? Irgendjemand kann sie bestimmt noch gebrauchen. Oder kennt jemanden, der jemanden kennt …

Nach acht Jahren ist meine Krabbelkarriere nun zu Ende. Mein kleiner Sohn kommt in den Kindergarten, und die Krabbelzeit ist definitiv vorbei. Ich werde euch vermissen.

Lesen Sie dazu auch den etwas bissigen Gastbeitrag über Facebook-Müttergruppen: Wo Muttersein eine Religion ist

91 Kommentare zu «Das beste soziale Netzwerk»

  • Cybot sagt:

    Krabbelgruppe am Montagmorgen – das sagt mal wieder alles über die zementierte Rollenverteilung in diesem Land. Eine Krabbelgruppe ausserhalb normaler Arbeitszeiten wär auch mal was.

    • Florina sagt:

      Just do it! Wir haben uns so organisiert wie es uns am besten ging – der Montagmorgen hat sich etabliert. Wenn ich mal arbeitete am MoMorgen – ging meine Mutter hin. Andere schickten ihre Partner – oder brachten einfach das Kind.

      Wieso nicht eine eigene auf die Beine stellen am Dienstag Abend inkl. Znacht. Alles ist Möglich 🙂

  • Karl von Bruck sagt:

    Auch Maenner haben ihre Netzwerkfaehigkeiten weitgehend eingebuesst – nicht zuletzt wegen des abschmelzenden Sackgeldes fuer Vereine und Stammtisch; sie beschraenken sich immer mehr auf beruflich oder militaerisch „organisierte“ Kontakte. Immerhin staune ich schon lange, wenn 4 Muetter auf dem Baenkli hockend jahrelang ganze 4 Kinder im Spielplatzsandkasten beaufsichtigen. 4 Mutterersatzvaeter wuerden da nach ausreichendem „Beschnuppern“ eine oder hoechstens 2 „Wache(n)“ zuruecklassen, und sich dann zu kurzweiligeren oder/und befriedigenderen Erwachsenenspielplaetzen verkruemeln….

  • Röschu sagt:

    Folgt der Beitrag, dass eigentlich auch die Väter an solchen Krabbelgruppen teilnehmen sollten aufgrund des redaktionellen Sommerlochs erst morgen? Oder dominiert in der Realität dann halt doch das althergebrachte Familienmodell: Mutter mit Kind zu Hause; Vater arbeitet ausser Haus?

    • Susi sagt:

      @Röschu: Oh, Sie kennen die Statistiken nicht?

      • Röschu sagt:

        @Susi
        Statistiken sind mit einige bekannt, zugegebener Massen aber nicht detailliert und auswendig geläufig. Darum ging es mit aber eigentlich auch nicht.
        .
        Es fiel mir halt einfach auf, dass gerade hier in diesem Blog seit Wochen immer wieder diskutiert wird, wie denn eine ‚moderne‘ Rollenaufteilung zwischen Mutter und Vater auszusehen habe und welche Aufgaben auch neu (im Vergleich zum althergebrachten Modell) verteilt werden könnten/sollten.
        Und nun plötzlich die Kehrtwende: weder im Blogbeitrag, noch in den (allermeisten) Kommentaren wird ein Vater erwähnt; es geht exklusiv um Mütter, die solche Treffen besuchen und abhalten sollen…

      • Susi sagt:

        @Röschu: Aber statistisch gesehen ist es doch tatsächlich so, dass nur eine Minderheit der Väter aber die Mehrheit der Mütter Teilzeit arbeitet.
        Mein Mann gehört zu dieser Minderheit, doch er wäre sicher nicht auf die Idee gekommen, mit unserer Tochter in eine Krabbelgruppe zu gehen, umringt von Frauen, hahaha!

        Tina unten erwähnt allerdings Männer!

      • Sportpapi sagt:

        Ich fands im Muki-Turnen immer toll. Umringt von Frauen…

      • Susi sagt:

        @SP: Mir würde das ja auch gefallen, umringt von Männern, aber mein Mann ist da anders, sobald es viele Leute (plappernde Frauen?!) hat, verzieht er sich lieber; Smalltalk ist für ihn eine Katastrophe. Hast ihn ja auch schon erlebt. (Aber eben nur kurz, weil er sich verzogen hat. 😀 )

      • Sportpapi sagt:

        Bin halt nicht sein Typ. 🙂
        Aber ja, bei den plappernden Frauen würde ich auch flüchten. Aber so schlimm sind die ja nicht. …nicht alle. 🙂

      • Susi sagt:

        @SP: „Bin halt nicht sein Typ.“ 😀

        Ja, zum Glück sind nicht alle so schlimm!
        Für ein echtes Hühnerstall-Feeling empfehle ich die Garderobe des Fitnessparks Regensdorf, am besten nach einem Aqua Fit Kurs. (Du müsstest halt eine Perücke anziehen.)

    • Frank sagt:

      Röschu, es gibt ja auch Beiträge von Vätern in anderen BIogs, die davon erzählen, wie sie von Müttern ignoriert und wie Luft behandelt werden. Die Gegnerinnen der Gleichstellung sind unter Müttern besonders stark vertreten zu finden.

      • 13 sagt:

        „Die Gegnerinnen der Gleichstellung sind unter Müttern besonders stark vertreten zu finden.“

        Die Gegnerinnen der Gleichstellung sind vermutlich bei Krabbelgruppen-Mütter besonders stark vertreten (oder das auf die Autorin zutrifft, weiss ich allerdings nicht). Die Befürworterinnen arbeiten nämlich am Montagmorgen und haben keine Zeit für Kaffeekränzchen.
        Aber ich frage mich einmal mehr, wenn schon das „gemeinsam“ nicht geht, warum auch immer, warum nehmen dann die emanzipierten Väter als Befürworter der Gleichstellung nicht selbst in die Hand und organisieren eine Väter-Krabbelgruppe oder meinetwegen auch klischeehafter: Feierabendbier mit Kind? Spricht doch nichts dagegen.

      • tina sagt:

        13, ich weiss nun nicht mehr genau um welche uhrzeit unsere krabbelgruppe stattfand, aber ich war permanent erwerbstätig, ausser in den 8 wochen nach der geburt….
        und ich war nicht die einzige erwerbstätige mutter da, möglicherweise hatte es gar keine, die nicht erwerbstätig war, aber weischwas: es ist mir so egal. nur weil jemand nicht erwerbstätig ist, ist er noch lange kein gegner der gleichstellung

      • Sportpapi sagt:

        @13: Bei uns haben die Väter das VaKI-Turnen geschmissen und manche weitere sportliche Aktivität. Und aus der Krabbelgruppe (Pekip) der Mütter ist längst eher die Grillgruppe der Väter geworden…

      • 13 sagt:

        Ist doch super. So stelle ich mir das vor. Nur weil gleichberechtigt, muss man ja nicht immer alles zusammen machen, wenn es passt umso besser. Aber nur weil einige Mütter lieber eine Müttergruppe machen, heisst das ja nicht, dass Väter aus „Elternsachen“ rausgehalten werden müssen.

      • Florina sagt:

        Ich selbst bin definitiv keine ‚Gegnerin der Gleichstellung‘.

      • 13 sagt:

        @ Tina/Florina
        Bitte lesen, dann kritisieren: Wo habe ich geschrieben, es seien ALLE?
        Ich war zweimal in einer Krabbelgruppe, u.a. auch darum, weil sie zu einer für berufstätige Mütter unmöglichen Zeit war (Montagmorgen erwähnte übrigens die Autorin, das habe ich nur übernommen). Die anderen waren nett, berufstätig war keine, meine Welt war es aus diversen Gründen nicht. Allerdings erscheint es mir schon naheliegend, dass die rund 20% der Mütter, die in einer klassischen Rollenteilung leben, auch eher die sind, die einerseits eine solche Verteilung befürworten und andererseits eben Vormittags Zeit haben. Da spricht doch nichts dagegen.

      • tina sagt:

        du hast geschrieben „die befürworterinnen arbeiten am montagmorgen“.
        wenn das nicht aussagt, dass folglich nur gegnerinnen am montagmorgen käfele können (du im büro natürlich nicht) und wer montagmorgens nicht arbeitet arbeitet gar nicht und kann keine befürworterin von gleichstellung sein…..
        ich verstehe ja, dass krabbelgruppen nicht jedermanns (haha) sache sind, aber es ist total unnötig, die leute, die da gern hingehen (vermutlich auch nicht in jede krabbelgruppe, sondern halt in diese, in der sie zufällig gelandet sind, weil die zufällig ganz nett ist) als zicken, und total grenzelose lästerer hinzustellen

      • tina sagt:

        noch was an 13: die meisten mütter arbeiten ja nicht 100%. ich verstehe einfach nicht, warum man extra an einer polarisation schrauben muss. hier die doofen hausmuttis, da die ja so totaaaal beschäftigten klugen erwerbstätigen. ist doch schade. du wirst doch selber nicht gern als rabenmutter bezeichnet, schaufelst aber selber am graben, und das, obwohl du nur wenige stunden mehr erwerbstätig bist als die meisten

      • 13 sagt:

        Ach Tina, ich weiss echt nicht, was Dich an mir immer wieder so provoziert, dass Du irgendeinen Beitrag von mir nimmst, da reinliest, was Du möchtest, aber bestimmt nicht das, was wirklich drinsteht, um mir daraus irgendeinen Vorwurf konstruieren zu können, der weder berechtigt ist, noch auf Wahrheiten beruht.
        Ich habe geschrieben, die Befürworterinnen, nicht alle Befürworterinnen, sondern „die“. Auch wenn es 2 von 70’000 Befürworterinnen wären, die Montagmorgen arbeiten, wäre der Satz korrekt. Zum Rest gibt es eigentlich wenig zu sagen, da dies so circa gar nichts mit meinem Kommentar zu tun hat. Ich bleibe aber dabei, dass aus meiner Sache klar ist, dass diejenigen, die das klassische Modell leben, dieses auch befürworten, alles andere wäre irgendwie paradaox.

    • Röschu sagt:

      Meine Antwort an Susi wurde offenbar zensiert, weshalb ist mit allerdings nicht klar?!? (eine Begründung der Redaktion wäre nett, ist aber wohl illusorisch).
      2. Versuch in Kurzform:
      – Statistiken sind mir teils bekannt, teils nicht
      – In den letzten Wochen wurden hier im Blog immer kontroverser über Aufteilung der Aufgaben Frau/Mann diskutiert.
      – Nun die Überraschung: Väter werden im Blog und in den (meisten Kommentaren) nicht mal erwähnt.
      – Offen bleibt für mich weshalb das so ist…
      War doch gar nichts Böses oder Unflätiges dabei, oder?

      • tststs sagt:

        Das können oft kleine Worte sein, z.B. „Auto rin“ reicht oft schon für eine Prüfung.

        Und jetzt zu Ihrer Kritik:
        1. Wenn in der besagten Krabbelgruppe nun wirklich nur Mütter waren? Wieso fühlen Sie (oder andere) sich ab einer simplen Beschreibung gleich ausgeschlossen oder gar angegriffen?
        Weshalb da so ist? Nun ja, ich kann mir schon vorstellen, wieso Väter einen Bogen um die Krabbelgruppe machen.
        2. Ich habe z.B. keine Mühe, wenn in Broschüren etc. die männliche Form stellvertretend für alle Menschen steht. Oder gehören Sie zu der p.c.-Fraktion, die gerne immer und überall die männliche und weibliche Form (und alles dazwischen) sehen?
        Evtl. wäre es für Sie etwas entspannter, wenn Sie den Begriff „Mutter“ als Genderbegriff betrachten.

      • Röschu sagt:

        @tststs
        Ich fühle mich weder angegriffen noch ausgeschlossen. Auch schätze ich mich nicht als Teil der ‚p.c.-Fraktion‘ ein. Im Gegenteil: meist finde ich z.B. die mühsame Begriffssuche für ganz alltägliche Dinge einfach nur lächerlich.
        .
        Ich habe mir lediglich Gedanken gemacht darüber, dass in diesem Blog schon öfter die absolute Gleichstellung von Mutter/Vater oder generell Frau/Mann diskutiert und gefordert wurde (letzthin sogar fürs Kuchenbacken!) und es nun plötzlich nur noch um Müttertreffen geht. Diese Diskrepanz ist doch wohl nicht von der Hand zu weisen und die Gründe dafür sind für mich auf den ersten Blick halt nicht ersichtlich. Mir deswegen nun quasi einen Komplex andichten zu wollen, finde ich unnötig.

      • Röschu sagt:

        PS. Der Genderbegriff zu ‚Mutter‘ ist mMn ‚Elter‘. Ein schrecklicher und zum Glück selten genutzter Begriff.
        PPS. Mein erste Beitrag weiter oben wurde ja nun doch noch veröffentlicht. Interessant…

      • tststs sagt:

        @Röschu: Ich will Ihnen keinesfalls irgendwas unterstellen. Es ging mir nur darum, dass Ihre Kritik eher von Ihrer Lesart ausgelöst wurde, denn durch den Blog/das Thema selber. Sie schreiben ja selber „Müttertreff“, obwohl der Text von einer Krabbelgruppe handelt. (Ich würde Ihren „Ärger“ verstehen, wenn die KG den Vätern nicht zugestanden wird.

        Jetzt kommt doch noch eine Unterstellung: Sie verstehen den Genderbegriff nicht.
        Wenn ich „Mutter“ als Gender meine, dann ist jede Person gemeint (unabhängig vom Geschlecht), die sich wie eine „typische“ Mutter verhält (Kinderbetreuung, Teilzeitarbeit, Spielplatzbesuche, Haushaltsführung etc.)

      • Blog-Redaktion sagt:

        Ach Röschu, wir haben nichts zensiert. Da viele Kommentare manuell aufgeschaltet werden, dauert es hin und und wieder einige Minuten bis sie veröffentlicht werden. /gb

      • Röschu sagt:

        @tststs
        „Wenn ich „Mutter“ als Gender meine, dann ist jede Person gemeint (unabhängig vom Geschlecht), die sich wie eine „typische“ Mutter verhält“
        Ok, das kann ich so nachvollziehen.
        Nur behaupte ich auch:
        1.), dass im vorliegenden Text ‚Mutter‘ einfach Mutter bedeutet und darin nicht auch noch Väter, Tanten, Onkels, Bill Clinton und der Briefträger enthalten sind.
        2.), dass der Begriff ‚Mutter‘ als Gender i.d.R. ohnehin nicht funktioniert, da er gemäss unserem Sprachverständnis zu viele direkte Assoziationen zu ‚Frau‘ auslöst. Die Frage ,Es treffen sich fünf Mütter: wie viele Männer waren dabei?‘ mutet daher für uns absurd an.
        Zugegebenermassen kann all das natürlich auch nur an meinem persönlichen Sprachempfinden liegen.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Liebe tststs, wenn die wenigen Männer, die zu einer Krabbelgruppe gehen auch noch als „Mutter“ bezeichnet werden, dann kommen sicher nicht noch mehr und die wenigen, die teilnahmen, werden es sich wahrschrinlich nochmsls überlegen 🙂

    • tststs sagt:

      Noch keine 100 Jahre auf dem Buckel, aber bereits das „althergebrachte Familienmodell“? 🙂

      • Röschu sagt:

        Ja, da habe ich den Begriff wohl etwas strapaziert…
        Ich denke aber, dass klar ist, was ich meinte.

    • Florina sagt:

      Bei uns waren/sind auch Väter willkommen 🙂

  • Irene sagt:

    Ich war zweimal an einem solchen Krabbelgruppentreff und ich gehe nie wieder! Das erste Mal beklagte sich eine Mutter, wie doof doch ihr Gatte sei, weil er ihrem Kind beibringen würde, wie man den Schlüssel ins Schlüsselloch stecke. Völlig daneben! Das zweite Mal war einfach nur langweilig.

    Es ist todlangweilig, endlose Gespräche zu führen über die kleinen Probleme des Elternseins: Windeln loswerden, kleine Wehwehchen, Kügeli … . Viel spannender hätte ich es gefunden, über die Vereinbarkeiten von Beruf und Familie zu diskutieren. Eine solche Diskussion war aber mangels Erfahrung der weiteren Mütter leider nicht möglich. Berufstätige Mütter findet man in solchen Gruppen nicht. Ich habe meine Gesprächspartner schlussendlich im Job und in einer Turnkollegin gefunden.

    • 13 sagt:

      Meine Erfahrungen decken sich zu 100% mit dem. Ich tauchte in den beiden Malen, als ich da war in eine andere Welt, nur um herauszufinden, dass mir meine eigene besser gefällt. Eigentlich auch eine gute Erfahrung.

      Und aus dem Grund schätze ich im Gegensatz zur Autorin Facebookgruppen und co. mehr. Sie sind zeitlich unabhängig, man kann sich auch privater über den Chat austauschen, ohne dass andere zicken, was man denn zu verbergen hätte und um ehrlich zu sein sitze ich einfach lieber um 23.00 Uhr auf dem Sofa und chatte mit einer anderen vollzeit-arbeitenden Mutter, während die Kinder schlafen, als mich in der wenigen Zeit zu Hause an solche Treffen zu quälen. Wenn man herausfindet, dass es harmoniert, kann man das Treffen nämlich viel entspannter am Samstag Nachmittag planen.

      • tina sagt:

        ich glaube einfach nicht, dass du behaupten würdest, facebook sei deine welt :). es muss doch nicht gleich deine welt sein, wenn du ab und zu etwas mit anderen unternimmst. natürlich, wenn du so gar nichts davon hast, dann wäre es doof, es zu machen.
        krabbelgruppen sind wie facebookgruppen: recht unterschiedlich.
        ich kann auch nicht begreifen, warum die einen leute immer betonen müssen, sie „müssen“ nicht auch noch auf facebook posten. nein, natürlich muss man nicht, wäre ja noch schöner. aber leute, die facebook mögen und nutzen, und seis nur zum fun, sind auch nicht durchgehend und nur auf facebook und haben eine total darauf beschränkte sichtweise und kein umfeld aus fleisch und blut sondern sitzen nur noch am pc und missbrauchen ihre kinder, in dem sie dämlich deren fotos posten

      • 13 sagt:

        Den Unterschied zwischen Facebookgruppen und Krabbelgruppen sehe ich in erster Linie hier:

        In Krabbelgruppen treffen sich Menschen (meistens Frauen), die zufällig gerade um die gleiche Zeit ein oder mehrere Kinder bekommen haben und in der Nähe voneinander wohnen. Sie müssen ansonsten nichts gemeinsam haben, auch keine Interessen, Ansichten, sondern nur das. Facebookgruppen sind eher Interessensgruppen. Man trifft sich, weil einen das Thema XY interessiert. Damit hat man die Basis und je konkreter die Gruppe, umso mehr Gemeinsamkeiten hat man mit den Mitgliedern. Hinzu kommt die geografische Unabhängigkeit, was einem die Möglichkeit gibt, mit den Menschen zu sprechen, die auf gleicher Wellenlänge sind. Mir entspricht das nun mal eher. Ist das für Dich ein Problem?

    • mila sagt:

      Eigentlich gehe ich mit meinem Kind in die Krabbelgruppe, damit das Kind Spass hat. Sich, eben, zwischendurch auch mal in einer Gruppe bewegt, interagiert. Mein Spass ist zumindest in diesem Fall zweitrangig…

      • Irene sagt:

        Mein Kind trifft gleichaltrige Kinder in der KITA. Es hat sich übrigens genauso gelangweilt wie ich.

        Mir ist die Zeit mit meinem Kind zu kostbar, als sie mit sinnlosen Diskussionen mit Erwachsenen zu verschwenden.

      • mila sagt:

        Mein Kind geht nicht in die Kita, hat entsprechend Freude an der Krabbelgruppe (oder am Spielplatz). Bin eben so eine langweilige nicht-arbeitstätige Mutter… 😉

  • Lola sagt:

    Wir hatten ebenfalls einen ElKi-Treff alias Krabbelgruppe lanciert, da es keine gab. Auch toll, vorallem für Mütter mit noch kleinem Baby sind Stillstreffs/Stillcafés. Da gehts meistens nicht so laut zu und her wie in der Krabbelgruppe, und die Organisatorin sorgt auch noch imer fürs leibliche Wohl und frau kann sich mal gemütlich hinsetzen und bedienen lassen.
    Gibt es aber leider auch nicht überall.

  • Susi sagt:

    „Mein kleiner Sohn kommt in den Kindergarten, und die Krabbelzeit ist definitiv vorbei. Ich werde euch vermissen.“

    Der letzte Satz sagt doch eigentlich alles: Nach dieser Phase hat man nichts mehr gemeinsam, darum verliert sich auch der Kontakt.
    Genau das fand ich manchmal schwierig, als unsere Tochter noch klein war, dass ich mich da plötzlich in so monothematischen Gruppen befand, sei das nun im Baby-Yoga oder auf dem Spielplatz; man redete nur über Baby- und Kleinkindthemen, mal etwas anderes anzuschneiden gestaltete sich als extrem schwierig. Ich fand ein paar Mütter, die mit mir das Heu auf der gleichen Bühne haben, aber auf ganze Gruppen bezogen ist es schon so, wie die Autorin sagt: „Tschüss, war schön mit euch!“

    • tina sagt:

      wir blieben im stadtkreis wohnen und darum habe ich diese frauen auch wieder getroffen über viele jahre, hier und dort.

    • mila sagt:

      Hmm. Wir sind in einer ‚offenen‘ Krabbelgruppe, da wechselt die Zusammensetzung im Grunde wöchentlich, je nach Tag. Entsprechend lose sind die geknüpften Kontakte. Aber auf dem Spielplatz denke ich mir öfters mal: und was haben diese (grundverschieden wirkenden) Mütterhorden gemeinsam, ausser Kindern im gleichen Alter? Da halte ich mich raus, habe aber das Glück, eine gute, und wie ich denke tragfähige, Mütterfreundschaft zu haben – neben den alten.

      • tina sagt:

        kinder im gleichen alter fand ich sehr angenehm und mir hat gerade die verschiedenheit der teilnehmer gefallen

    • mila sagt:

      Daneben gibt es noch eine Nachbarschaftsbeziehung, welche es ohne Kind ziemlich sicher nicht gäbe. Für die Kinder ist das toll, für mich – wir werden sehen. So eine doch etwas engere Bedarfsgemeinschaft kenne ich bisher nicht. Kann auch spannend sein.

    • RR sagt:

      Bei mir ist es anders, ich gehe seit 5 Jahre nicht mehr in der Krabbelgruppe aber ich bin noch immer mit Frauen aus der Zeit befreundet. Der Kontakt und die Regelmässigkeit ändern sich, doch es entstehen Freundschaften fürs Leben…

    • Florina sagt:

      Ich werde den Kontakt mit den Müttern definitiv halten – aber der Rahmen wird nicht mehr derselbe sein.

  • Barbara Blatter sagt:

    Peergroup tragen Dich durch das Leben. Erst Deine Schulfreundinnen, dann Deine Töffligang, Deine Arbeitskolleginnen und Kollegen. Die Krabbelgruppe. Irgendeinmal sogar das Altersturnen.

  • Martin Frey sagt:

    „Tabus? Nicht hier. Krankheiten, Beziehungsprobleme, Fehlgeburten – kein Thema zu gross und kein Problem zu klein.“
    16 Mütter, tabulos und noch stolz darauf?
    Tönt für mich eher nach der Krabbelgruppe des Grauens…. 😉

    • Susi sagt:

      Haha, MF! Hier greift doch das Klischee, dass Frauen sich häufig übermässig offen und tabulos verhalten, wenn sie unter sich sind. „Aus dem Nähkästchen plaudern“ kommt nicht irgendwo her 🙂

      P.S.: Ich sage immer: Klischees sind empirische Wahrheiten…

    • tina sagt:

      als ich mir 16 mütter und 22 kinder in meiner 16m2 stube vorstellte erlitt ich auch kurz eine panik-attacke 😉

      und das, obwohl ich sehr gute erinnerungen an die krabbelgruppe habe und mich heute noch riesig freue, die frauen und ihre kinder ab und zu mal wieder zu sehen.

      ach, tabulos ist nicht so schlimm, das ist eher im sinne von unverkrampft zu verstehen. ich war wirklich froh, mich mit anderen zu babythemen austauschen zu können. den job habe ich ja nicht gelernt vorher, ich sah mich dann halt konfrontiert mit dingen, von denen ich vorher keine ahnung hatte. und wie im text erwähnt, ist es in so einer gruppe total angenehm, material auszutauschen.

      ja ich weiss, es gibt eltern, die haben das alles irgendwie eingebaut und brauchen den austausch nicht. meine bewunderung!

      • Susi sagt:

        @tina: „als ich mir 16 mütter und 22 kinder in meiner 16m2 stube vorstellte erlitt ich auch kurz eine panik-attacke “

        Ich kriege schon eine Panik-Attacke, wenn ich mir vorstelle, in IRGENDEINER Stube mit 16 Mütter und 22 Kinder zu sein… 😯

      • Susi sagt:

        „Müttern“, natürlich 😯 🙂

      • tina sagt:

        vielleicht wohnen die leute in einer gegend wo die stuben 200m2 gross sind. und ähm leer. bis auf die kaffemaschine, die in kindersicherer höhe steht 😀

      • Florina sagt:

        Ach das verteilt sich – ausserdem kommen mal mehr, mal weniger.

      • Lambda sagt:

        @ Susi: Es ist wahrscheinlich natürlich und unerlässlich, sich die Welt ein bisschen einfacher zu machen, indem man sie in Kategorien einteilt. Ohne ein gewisses Mass an Pauschalisierung kann man wohl kaum funktionieren, weil alles wahnsinnig kompliziert wird.
        Ich selbst ertappe mich jedenfalls recht oft beim Pauschalisieren und versuche mir dann manchmal selbst in Erinnerung zu rufen, dass das Klischee halt doch nur ein Klischee ist und höchstwahrscheinlich nicht zutrifft…

    • Martin Frey sagt:

      „Klischees sind empirische Wahrheiten“
      Susi, den Spruch muss ich mir merken… 😀
      Selbstredend hat jedes Klischee irgendwo zumindest einen Kern Wahrheit, ansonsten würde es irgendwann wohl aussterben. Wobei, das mit dem Nähkästchen und der Tabulosigkeit reiner Frauenzirkel geht wohl weiter über das Klischeelevel hinaus, ich würde da schon von Evidenz-basiert reden.. 😉
      Aber im Ernst, die meisten Männer haben wohl nicht den Hauch einer Ahnung, wie tabulos in solchen Rahmen alle und alles durch den Kakao gezogen werden. Zudem, wer dabei nicht gleich wollüstig mitmacht, ist dann schneller die Aussenseiterin als sie sich das vorstellen kann.
      Und nein, derart tabulos finde ich schlimm, weil es definitionsgemäss Vertrauen, Diskretion, Intimität und Anstand irgendwann zuwiderläuft.

      • tina sagt:

        haha das ist lustig. „keine ahnung“ aber eine sehr genaue vorstellung. besprich das mal mit deinem therapeuten 😀

      • tina sagt:

        du wirst das ja kaum glauben wollen, aber wir haben nicht über abwesende männer runtergelästert. aber in welcher anderen runde kann man über in ungünstigen momenten vollgekotzte schultern sprechen

      • Susi sagt:

        @MF: „die meisten Männer haben wohl nicht den Hauch einer Ahnung, wie tabulos in solchen Rahmen alle und alles durch den Kakao gezogen werden.“
        Ich würde nicht von „durch den Kakao ziehen“ sprechen, das tönt so nach Ablästern, was m.M.n. eher selten der Fall ist. Aber sicherlich wird häufig über intime Themen geredet, eben auch was beispielsweise die Partnerschaft angeht. Und dann hört man von einer Bekannten, dass sie und ihr Mann sich jeden Abend (!) von 22-23h Zeit füreinander nehmen. (Ok, „manchmal reden wir auch nur“.) Man macht sich Gedanken und es ist dann eher so, dass die eigene Beziehung von einem solchen tabulosen Austausch profitiert. 😉

      • tina sagt:

        hey übrigens sind diese krabbelgruppen gar nicht nur für mütter! wer also möchte, kann sich auch als mann in die tiefen abgründe wagen und sich seinen ängsten stellen 😀
        bei uns kamen immerhin 3. mit einem hatte ich dann mal noch was laufen jahre später (<– oh mein gott ein nähkästencheninhalt).
        eine familie ist aus schweden hergezogen und darum konnte ich dank diesen eltern auge in auge besprechen, was ich sonst nur vom hörensagen kenne: wie das so ist für eltern in schweden, arbeitszeiten, kinderbetreuung, schulsystem, steuern. natürlich muss man dafür nicht in eine krabbelgruppe, hat sich aber halt so ergeben.
        ich habe mir noch gedanken gemacht wegen diskussion über mobbing: ich glaube fest, dass solche verbindungen einen präventiven faktor bilden.

      • tina sagt:

        „solche verbindungen“: also in der umgebung eltern zu kennen vom babyalter ihrer kinder an. später gehen die kinder in die selben schulhäuser oder wenigstens in den gleichen schulkreis.
        ich bildete mir ein, sportvereine seien auch präventiv, aber manchmal sind sie auch das problem. darum ist es gut, verschiedene verbindungen zu haben, über verschiedene „kanäle“. dass man sich babyalter an kennt gibt ein familiäres gefühl irgendwie. ich kann anders sprechen mit diesen frauen

      • tststs sagt:

        Uiuiui, MF und Susi, das finde ich jetzt aber sehr heikel… (so von wegen jedes Klischee hat ein Fünkchen Wahrheit). Ich würde eher behaupten, in dem Moment, wo man einem Klischee einen Wahrheitsgehalt zuspricht, wird es zum Vorurteil!

        Aber zum Thema Nähkästchenrunde:
        Ja, MF, es gibt gehässige Runden, die sind aber unabhängig vom Geschlecht.

      • Martin Frey sagt:

        @tina
        Ich habe so meine Quellen… 🙂
        @tststs
        „Ja, MF, es gibt gehässige Runden, die sind aber unabhängig vom Geschlecht.“
        Das würde ich jetzt ein Stück weit doch bestreiten, obwohl ich eigentlich nicht mal gehässig im Sinn hatte. Nicht dass Männer irgendwie die besseren Menschen wären. Aber unter den Männern, die ich kenne und auch im Zusammenhang mit allen Aktivitäten von Militär bis Sportclubs zu tun hatte, ist die Beziehung eher selten ein Thema, die Sexualpraktiken u.ä schon gar nicht, im Ggt. Wenn schon, dann lobend. Irgendwelche Intimitäten, teils auch unangenehmer Art, würde kaum ein Mann in einer „Krabbelgruppe“ o.ä einem breiten Publikum unter die Nase reiben. Diese Annahme ist m. E. ein Stereotyp über Männer, weil Frauen tendenziell von sich ausgehen. 🙂

      • Martin Frey sagt:

        @Susi
        Nein, ich finde, persönliche Intimitäten aus der Beziehung gehören nicht mit Dritten besprochen. Zumindest nicht ohne explizites Einverständnis des Partners, was wohl nie vorliegen dürfte.
        V.a. nicht mit Dritten, die dies unbesehen auch Vierten weiterzuleiten pflegen… Das hat mit dem gegenseitigen Vertrauen in einer Beziehung zu tun, dass eben derartiges nicht passiert. Und das m. E. unabdingbar in jeder tieferen Beziehung ist.
        Wenn man sich selber (zurecht) an unangemessenen, indiskreten Fragen zu Schwangerschaft, Familienplanung und anderen persönlichen Dingen stört, sollte man selber auch anderweitig ein wenig Diskretion wahren können.

      • tina sagt:

        herr frey, im gegensatz zu dir war ich dabei.
        und ich habe auch in männergruppen gearbeitet und gewohnt….
        aber viel spass weiterhin mit dem weltbild, ich muss mich ja zum glück nicht damit herumquälen

      • tina sagt:

        doch, leider muss ich mich wohl insofern mit so einem schlimmen weltbild herumschlagen, dass es meine söhne tangiert, wenn männer in ihrem umfeld so denken wie ein herr frey oder gleichdenkender.

        thema mobbing, thema „diese kinder tun mir leid“. da sind ja alle so lammfromm und vorbildlich. aber dann drückt bei einem anderem thema eben durch, was diese menschen in echt für ein weltbild haben. wenn ein vater so ein frauenbild hat, dann hat das auswirkungen. diese verächtliche, herablassende haltung. ich finde das hochgradig problematisch.

      • Martin Frey sagt:

        @tina
        Ich weiss iaR, wovon ich etwas verstehe, und wovon nicht. Wenn ich „keine ahnung“ von etwas habe, wie zb. definitiv beim Thema Krabbelgruppe, halte ich mich eher zurück, kann aber immer noch eine Meinung haben. Nur stützt die sich dann nicht auf ein eigenes festgefahrenes Weltbild wie es einem nur zu oft im MB begegnet, sondern primär auf Aussagen von Leuten die es besser wissen müssen als ich. In dem Fall eben auch auf die tabulosen Aussagen der Autorin… 🙂

      • Susi sagt:

        @MF: „Nein, ich finde, persönliche Intimitäten aus der Beziehung gehören nicht mit Dritten besprochen. Zumindest nicht ohne explizites Einverständnis des Partners, was wohl nie vorliegen dürfte.“

        Unsere Männer wissen schon, wovon wir reden, die kennen uns ja gut und wir erzählen es ihnen nachher auch.
        Und natürlich reden wir nicht schlecht, kürzlich sagte ich in einer Frauenrunde: „Keinä figgt so geil wie dä [hier Name meines Mannes einsetzen]“. Welcher Mann hätte es nicht gern, wenn man sowas über ihn sagt?

      • Susi sagt:

        @tina: „bei uns kamen immerhin 3. mit einem hatte ich dann mal noch was laufen jahre später“
        Hihihi, das hatte ich mir auch grad vorgestellt, wenn da einer in der Krabbelgruppe ist!
        😀

      • Susi sagt:

        @tststs: „Ich würde eher behaupten, in dem Moment, wo man einem Klischee einen Wahrheitsgehalt zuspricht, wird es zum Vorurteil!“

        Wenn ein Klischee null Wahrheitsgehalt hat, wie entsteht es denn dann überhaupt?

      • tststs sagt:

        @MF: Ich bin ganz bei Ihnen, was die Themenwahl der Gespräche betrifft. Aber das Wie ist nicht so unterschiedlich.
        Resp. aus meiner eigenen Erfahrung muss ich sagen, dass Männer um einiges härter in Wortwahl sind (ich musste ein einziges Mal in meinem Leben Diskussionsteilnehmer dazu auffordern, doch bitte den Anstand zu wahren, und dies war in einem Geschäftsmeeting mit Männer… ehrlich A rsch l och und Schaf sec kel waren noch die nettesten Ausdrucke). Dies ist aber nur meine Erfahrung und nicht repräsentativ.

      • tststs sagt:

        @Susi: Eben, irgendjemand (mit Macht) behauptet, dies sei nun die Wahrheit.

        Klischees (und Vorurteile) sind so allgemeingültig formuliert, dass sie gar nicht wahr und zutreffend sein können. (immer an den Umkehrschluss denken! 😉 )

        Vllt. stehe ich auch auf dem Schlauch… mir kommt kein Klischee in den Sinn, wo ich wirklich sagen kann: Wow, jawohl, das trifft tatsächlich zu.
        Und Ihnen?

      • tststs sagt:

        Oder anders gesagt: Ein Klischee kann im Einzelfall zutreffen (ja, es gibt dumme Blondinen; ja, es gibt geizige Schotten; ja es gibt aggressive Männer; ja, es gibt lästernde Frauen).
        Daraus eine allgemeingültige Aussage abzuleiten, ist für Witze nötig (Klischee), für das Zusammenleben aber fatal (Vorurteile).

      • Susi sagt:

        tststs: „Vllt. stehe ich auch auf dem Schlauch… mir kommt kein Klischee in den Sinn, wo ich wirklich sagen kann: Wow, jawohl, das trifft tatsächlich zu.
        Und Ihnen?“

        – Die Schweiz macht die beste Schoggi der Welt
        – Narzissten posten mehr Selfies
        – Je klotziger das Auto, umso seltener wird beim Abbiegen geblinkt

      • Martin Frey sagt:

        @Susi
        Sie sind natürlich unbezahlbar mit Ihren Argumenten! 😀 1:0 für Sie….
        @tststs:
        Geschäftsmeetings (dann noch in gemischten Gruppen) zählen da natürlich nicht, das ist eine andere Ebene.
        Mir ging es darum, inwiefern tabulos Männer (vs. reinen Frauengrüppli) miteinander kommunizieren wenn sie im Kollegenkreis untereinander sind. Falls sie dann überhaupt kommunizieren… 😉

      • Lambda sagt:

        @Susi:
        Das mit den klotzigen Autos kann ein Wahrnehmungsproblem sein. Man beachtet diese Autofahrer mehr, und sieht (und merkt sich) deshalb die Verfehlungen besser, insbesondere wenn einem diese Autos eh schon unsympathisch sind.

        Das mit den Selfies: Kann es sein, dass Viel-Selfies-machen und Narzismus fast Synonym verwendet werden? Dann ist die Aussage natürlich richtig, transportiert aber nicht viel Inhalt.

        Schoggi: Es könnte so etwas wie ein „Confirmation Bias“ vorliegen: Wenn man reinbeisst, dann erwartet man was Gutes. Ausserdem: Wenn jemandem dann die Schweizer Schoggi nicht so schmeckt, dann sagt er das möglicherweise nicht, aus Angst, sich zu blamieren, bzw. er gilt als Banause und seine Ansicht zählt nicht. (Ausserdem: Schoggi aus Belgien?)

      • Lambda sagt:

        @ MF: Was sie schreiben, entspricht nicht meinen Erfahrungen. Man kann schon mal Intimes austauschen, aber ich habe das nie als so negativ empfunden wie sie das beschreiben.

        Ausserdem möchte ich entschieden widersprechen, dass Klischees immer ein Fünkchen Wahrheit enthalten müssen. Ich glaube, dass da sehr viel mit der Interpretation von Wahrnehmung zu tun hat. Wenn ich ein Vorurteil habe, werde ich es mir bestätigen lassen. Wenn etwas passiert, was das Vorurteil bestätigt, merke ich mir das. Wenn etwas passiert, das ihm widerspricht, kann ich mir dass wunderbar umdeuten, bzw. dieses etwas einfach nicht beachten. Der sog. „Confirmation Bias“ ist gut erforscht und in zahlreichen Studien in verschiedensten Zusammenhänge bestätigt.

      • tststs sagt:

        Haha, MF, jetzt wollte ich gerade schreiben, dass es sich um ein reines Männermeeting handelte… da kam mir gerade noch rechtzeitig in denn Sinn, dass ich ja auch da war 🙂

        Und selbstverständlich würde ich keinesfalls widersprechen, dass Männer prinzipiell weniger, und vor allem weniger heikle Themen besprechen.
        Finde aber, dass dies (diese Tabus?) jetzt nicht unbedingt anstrebenswert ist.
        Habe ja schon an anderer Stelle auf die psychohygienisch reinigende Wirkung von Lästern hingewiesen (wobei natürlich ein Dampfablassen-Lästern gemeint ist, nicht ein Diffamierungslästern).

      • Susi sagt:

        @Lambda:
        Das mit der Schoggi war nicht ganz ernst gemeint 🙂

        Zum zweiten: Ich würde den Begriff „Narzissmus“ überhaupt nicht synonym mit Selfies verwenden, auch wenn das Klischee besteht. Vielmehr begründe ich es folgendermassen: Narzissten werden häufig als „selbstverliebt“ bezeichnet, was aber überhaupt nicht stimmt, im Gegenteil. Die „schillernden“ Narzissten (es gibt ja auch andere, z.B. intellektuell fokussierte) achten so sehr auf ihr Äusseres, um ihre Unsicherheit zu verdecken, lapidar gesagt. Sie brauchen konstant narzisstische Zufuhr, um ihren Selbstwert einigermassen aufrecht zu erhalten. Diese Zufuhr bekommt man besonders leicht auf sozialen Netzwerken mittels posten von Selfies. Das Klischee ist für mich daher sehr treffend.

      • Susi sagt:

        @Lambda:

        Das Klischee von den klotzigen Autos stammt von meinem Mann. Seit er das mal gesagt hat, mache ich eine kleine Privatstatistik, ich achte auf die Automarke, sobald einer nicht blinkt, wenn er bei uns in die Garageneinfahrt einbiegt. Ich weiss nicht, wie verzerrt meine Wahrnehmung ist, aber die Tendenz ist frappant.

        Ev. könnte man sogar einen Bogen schlagen, höhö: Viele Narzissten legen Wert auf Statussymbole, dazu gehören auch grosse Autos. Narzissten leben nach ihren eigenen Gesetzen, gehen davon aus, dass die Welt sich nach ihnen richtet und andere ihre Gedanken lesen können, also müssen sie auch nicht blinken.
        🙂

      • Susi sagt:

        @Lamda: Aber natürlich ist mir Ihre Argumentation bekannt („confirmation bias“) und ich finde sie auch nachvollziehbar.

        @tststs: „Und selbstverständlich würde ich keinesfalls widersprechen, dass Männer prinzipiell weniger, und vor allem weniger heikle Themen besprechen.“
        Sooo: Ist das jetzt nicht grad ein Klischee, das sie hier nennen und sagen, es sei wahr?

      • Lambda sagt:

        @ Susi: Das mit dem Narzismus weiss ich nicht, ich kenn mich da schlecht aus und treibe mich fast nicht auf social media herum (sagt das jetzt etwas über meine Narzismus-Grad??). Was Sie sagen klingt jedoch einleuchtend.
        Ich hab das mit den dicken Autos auch schon gehört (auch von meinem Mann, übrigens). Seither fällt mir auch auf, dass Audis und co. selten blinken. Allerdings weiss ich eben wie gesagt nicht, wie neutral man da in der Wahrnehmung ist…
        Ich wollte hauptsächlich darauf hinweisen, dass solche „Klischees stimmen, sonst könnten sie sich nicht halten“-Ansichten auf eine Art gefährlich sein können, weil man sich damit selbst täuscht (und ausserdem unter Umständen vielen Leuten unrecht tut).

      • Lambda sagt:

        @ Susi: Es ist wahrscheinlich natürlich und unerlässlich, sich die Welt ein bisschen einfacher zu machen, indem man sie in Kategorien einteilt. Ohne ein gewisses Mass an Pauschalisierung kann man wohl kaum funktionieren, weil alles wahnsinnig kompliziert wird.
        Ich selbst ertappe mich jedenfalls recht oft beim Pauschalisieren und versuche mir dann manchmal selbst in Erinnerung zu rufen, dass das Klischee halt doch nur ein Klischee ist und höchstwahrscheinlich nicht zutrifft…

      • Susi sagt:

        @Lambda: Ein Teil von mir stimmt Ihnen voll zu. Ein anderer Teil findet immer mal wieder „typisch!“, wer er ein Klischee bestätigt sieht.
        (Ja, ich sehe diese Problematik schon.)

      • Lambda sagt:

        @ Susi: Ich ärger mich dann manchmal (irrationalerweise) total über Leute, wenn sie sich nach Klischees verhalten. Im Sinn von : „Menno, musstest du jetzt dieses blöde Klischee bestätigen!!“

      • Martin Frey sagt:

        @tststs
        Ich bin überzeugt, in diesem männerdominierten Geschäftsmeeting wollten sicherlich alle einfach nur Sie beeindrucken mit allem, was sie haben (Achtung Klischee). Sie wissen ja, so ein bisschen wie der Pfau im Zoo: wer schlägt den grösseren…
        Aber ein bisschen Ehrenrettung muss man für die Klischees schon machen. Stereotypen haben durchaus auch ihre Vorteile, manchmal können sie gar potentiell lebensrettend sein, da sie oft auch ein Stück weit auf Erfahrungen basieren.
        Confirmation Bias in Ehren (@Lambda), aber entscheidend scheint mir dabei, sich nicht blind von Stereotypen leiten zu lassen OHNE den Einzelfall jeweils objektiv zu prüfen. Dann ist m. E nichts à priori dagegen einzuwenden.
        Zudem, ehrlich gesagt, machen Klischees manchmal ja auch Spass, nicht? 🙂

  • Doris sagt:

    Es ist ungemein beglückender, sich mit andern Müttern/Vätern und deren Kindern live zu treffen, als über Chats. Es ergibt sich ein ganz anderes Verhältnis. Wichtig, sich nicht als Super-Mom zu geben, sondern auch Aengste zu äussern, Freuden mitzuteilen, keine Competition aufzubauen, wie das oft im Job der Fall ist. Es gibt Elternbildungskurse, Baby-Massage-Kurse, MUKI-Turnen etc., wo man tolle andere Eltern kennenlernt. Ich selber habe in den 90-er Jahren eine Krabbelgruppe aufgebaut, und mit vielen der Mütter bin ich heute noch befreundet, mit den Eltern von Kindergarten oder Schule aber nicht mehr.

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