«Ihr Sohn hat Sperma gesagt!»

Prügelknaben unserer verweiblichten Schule: Bei manchen Lehrpersonen habens Jungs schwer. (Foto: Getty Images)

Im Leben einer Mutter gibt es viele Überraschungen. Ich meine nicht die selbst getöpferten Aschenbecher, die Kinder noch bis Ende der Achtziger aus der Schule nach Hause brachten und heute getöpferten Briefbeschwerern gewichen sind. Meine Überraschung war verbaler Natur und fand sich im Elternbüchlein. Kaum leserlich hatte der Dreizehnjährige mit Bleistift eine Entschuldigung hineingekrakelt und bat mich zu unterschreiben. Es tue ihm furchtbar leid, stand da, dass er in Anwesenheit seiner Lehrperson unanständig geredet habe. Ich verzichtete darauf, meinen Abscheu gegen das Wort «Lehrperson» zu artikulieren, sah stattdessen meinen leicht verschämten Sohn an und fragte, was passiert sei.

Eine Tortur ohne Aussicht auf Besserung

Sie waren mit der Klasse in die Badi gefahren, hatten ein Eis gegessen, und die Lehrerin hatte den Kollegen meines Sohnes darauf aufmerksam gemacht, dass er da noch etwas am Kinn habe. Der Sohn beugte sich darauf zum Kollegen und flüsterte: «Ist wohl Sperma.» Die Buben kicherten, aber die Lehrerin fand es nicht lustig. Sie brummte meinem Sohn eine Ströfzgi auf, dazu der Eintrag im Elternbuch, damit diese Ungeheuerlichkeit auch ja nicht unbemerkt an mir vorüberzieht. Ein Wunder, hat sie nicht gleich die Kesb eingeschaltet.

Vielleicht muss ich hinzufügen, dass das Verhältnis der betreffenden Lehrerin zu meinem Sohn, eigentlich zu allen Buben der Klasse, von Anfang an leicht angespannt war. Das ist umso bedauernswerter, als sie die gesamten sechs Jahre Primarschule Hauptlehrerin, Pardon Hauptlehrperson, der Klasse war – was an sich kein erstrebenswertes Szenario ist. Bei ihr kam hinzu, dass sie schlecht auf den grösseren Bewegungsdrang und die Unruhe der Buben reagierte. Natürlich tat mir der Sohn leid. Schliesslich verbringt man nicht einmal mit seinem Schulschatz so viel Zeit wie mit seinen Lehrern. Und es ist hart genug, bei einer Lehrerin zu landen, die einen nicht mag. Sechs Jahre lang bei ihr bleiben zu müssen, ist eine Tortur ohne Aussicht auf Besserung. Trotzdem hatte ich mich immer zurückgehalten, wenn der Sohn aus der Schule kam und in den schillerndsten Farben neue Ungerechtigkeiten der betreffenden Lehrerin beklagte. Und ich tat, was meine Mutter auch immer getan hatte, und sagte: Sie wird schon ihre Gründe dafür haben. Das kannst du aushalten.

Zum Schaden der Buben

Die Leidenszeit meines Sohnes wird im Herbst ihr Ende finden, wenn er in die Mittelschule wechselt. Aber vorher sollte ich noch mit meiner Unterschrift bestätigen, dass ich den Sperma-Witz meines Sohnes zur Kenntnis genommen hatte. Ich dachte jedoch weniger über die Bedeutung des Wortes Sperma im Schulkontext nach als über die Diskussionen der letzten Jahre, die ich nie wirklich ernst genommen hatte: Dass die vielen Lehrerinnen die Volksschulen verweiblichten, zum Schaden der Buben. Dass diese in ihren Bedürfnissen zu wenig berücksichtigt würden, ihnen die männlichen Vorbilder fehlten, etc., etc. Zum ersten Mal verstand ich, was gemeint war.

Ich dachte auch darüber nach, was für eine Person man sein musste, dass man sich in seiner Autorität schon untergraben sieht, wenn ein Dreizehnjähriger in der Badi zum Kollegen einen Witz über Sperma macht. Und ich dachte darüber nach, wie lange meinem Sohn die sechs Jahre vorgekommen sein müssen. Und dass es ein Riesenglück ist, dass ihm die Schule noch nicht total verleidet ist. Und wie ich so da stand mit dem Büchlein, wusste ich nur eine Antwort: Anstatt zu unterschreiben, zeichnete ich als kleine Botschaft an die Lehrerin einen riesigen, ejakulierenden Phallus ins Elternbüchlein. Ich hoffe, sie hat die Nachricht verstanden.

PS: Das habe ich natürlich nicht getan, auch wenn ich zu gern ihr Gesicht gesehen hätte.

 

708 Kommentare zu ««Ihr Sohn hat Sperma gesagt!»»

  • Martin sagt:

    Die Diskriminierung von Jungs gibt es schon lange. Das war schon zu meiner Schulzeit so. Ich wusste nie wirklich, warum die Mädchen immer besser waren. Wenn ich ihre Arbeiten sah, fand ich sie oftmals nicht wirklich besser als meine oder die eines anderen Schülers. (Manche waren schon besser). Das hat mich teilweise richtig fertig gemacht. Deswegen bin ich auch zu dem Punkt gekommen, dass wenn ich jemals Kinder haben sollte, dass diese nicht in Basel zur Schule gehen werden! Zum Glück gibt es noch andere Kantone, wo Schulen fair beurteilen und nicht nach Geschlecht, Ausschnitt oder ob man auch ein braver Sozi-Oeko-Wähler ist. Komischerweise, nachdem ich in einem anderen Kanton die Schule besuchte, ging es besser, obwohl der Stoff umfangreicher war.

  • Paolo Martinoni sagt:

    Darüber, ob ein Heranwachsender oder eine Heranwachsende so was sagt wie: „Ist wohl Sperma“, sollte niemand, aber wirklich niemand richten, nicht einmal mild, nicht mal gnädig. Denn man darf so was durchaus sagen, auch laut, ohne sich dafür schämen, entschuldigen, ohne deswegen erröten zu müssen. Oder hat doch der Junge damit jemand verleumdet oder beschimpft? Nein – überhaupt nicht. Aber klar: Wir Schweizer und Schweizerinnen sind eingefleischte, humorlose Richter, nur allzu gerne laufen wir mit erhobenem Zeigefinger herum – stets zum Tadeln aufgelegt. Zumal 20 Jahrhunderte christliche [Sexual]“moral“ verheerende Spuren hinterlassen haben …

    • Hans Minder sagt:

      Die Grundbedingung zur Erlaubnis einer katholisch-kirchlichen Trauung lautet:
      – Beide Partner müssen physisch + mental zum Geschlechtsverkehr fähig sein

      Während kirchlichen Heirats-Vorbereitungskursen wird glernt, dass die Ehepartner ein Leben in der Beziegung sexuell aktiv bleiben sollen, um den Ehebund bei jedem sexuellen Akt periodisch zu erneuern.
      Auch lernt die Kirche, dass jegliche Form von sexuellen Praktiken zwischen den Ehepartnern erlaubt ist, wenn am Ende des Akts der Zeugung von neuem Leben eine Chance gegeben wird.
      Welche verheerenden Spuren einer christlichen Sexualmoral sprechen Sie an?
      Ich kann diese nirgends finden, ausser bei Individuen, die sich lediglich oberflächlich mit den Lehren der Kirche auseinandersetzen und leider oftmals falsche Schlüsse ziehen.

  • sereina sagt:

    Ein Muttertier hat instinktiv reagiert, aus nichts ein Riesentheater gemacht (nicht die Lehrerin!), die Auswirkungen des damit an die Öffentlichkeit Gehens auch für den Sohn selbst nicht bedacht, der Lehrerin eine feige Abrechnung verpasst, mit peinlichsten Fantasien reagiert und schliesslich ein persönliches Problemchen, dessen genaue Hintergründe wir nach wie vor nicht kennen, zu allgemeinen, fragwürdigen Schlüssen und einem Rundumschlag gegen Lehrerinnen hochstilisiert. Insgesamt einfach schlechter Journalismus. Ein Hoch dagegen auf alle unbequemen Lehrerinnen, die nach wie vor den Mut haben, einzuschreiten und sich allenfalls einem Echo, das sich aufgeklärt gibt, aber vielleicht nur vulgär und unsensibel ist, zu stellen.

    • Hans Minder sagt:

      Danke, Sereina. Treffend formuliert und wunderbar zusammengefasst.

    • Martin sagt:

      Gut geschrieben, aber nicht meine Meinung. Mich erinnert das Verhalten dieser Lehrerinn an eine typische Sozi-Tante. Um es jetzt mal primitiv zu formulieren: Wahrscheinlich hat die Lehrerin selber schon lange kein Sperma mehr gesehen oder gespürt und vermutlich ist für diese Frau Sex eine eheliche Pflicht. Bei einem Mädchen hätte sie so eine Bemerkung durchgehen lassen, da bin ich mir sicher. Mädchen sind ja auch „so viel gescheiter“ als Jungs, habe ich recht? Typische weibliche Arroganz. Ich hätte der Lehrerin eine „pinke Mütze“ geschenkt.

      • sereina sagt:

        Wenn Sie doch selbst wissen, dass Ihre Männerphantasien und Unterstellungen primitiv sind, weshalb schreiben Sie sie dann noch hin?
        Und ja, die meisten Menschen finden es nicht so toll, Sperma im Gesicht zu haben, und geniessen trotzdem eine lustvolle Sexualität. Wir sind in der Realität, nicht im Pornofilm mit männlichen Unterwerfungs- und demütigenden Machtphantasien.

      • second step sagt:

        Martin, sie sollten an sich arbeiten – vielleicht gibt es auch Therapiebedarf?
        Ihr Frauenbild ist etwas gestört.

    • Yves Siegrist sagt:

      „ein Muttertier hat instinktiv reagiert“; scheint mir meinerseits ziemlich pauschal und respektlos; wenn nicht vulgär. Das angeschnittene Thema finde ich durchaus diskussionswürdig, und erwähnenswert. Ich denke es hat gut Platz neben all dem „guten Journalismus“ über diese offenbar allgegenwertigen Pornomännerungeheuer.

      • Hans Minder sagt:

        Es ist problematisch gleichzeitig von „Respekt“ und „Schutz der Pornomännerungeheuer“ zu schreiben: die Würde wird einem Pornodarsteller ist für immer genommen. Welche Eltern würden ihre Kinder zu einer Pornodarstellerkarriere motivieren, obwohl sie konsumenten von Pornofilmen sind? Es erscheint sehr respektlos, wenn sich ein Pornokonsument am Leiden anderer Menschen erlabt.
        Es ist in der Tat so, dass Pornodarsteller oftmals in diese Rolle hineinrutschen (wie mit Drogen) und diesen Schritt später bereuen. Ich kenne eine Darstellerin, die heute mitte 50-zig und sehr einsam ist. Sie hat sich nie mehr richtig erholt und auch trotz vielen Versuchen nie einen Partner gefunden, der mehr als Sex von ihr wollte.
        Somit ist die Kritik an Witzen mit Sperma im Gesicht absolut gerechtfertigt.

  • second step sagt:

    6 Jahre lang vermeintlich die Faust im Sack machen aber wenn dann das Kind die Primarschule beendet hat die Lehrerin in einem öffentlichen Medium fertig machen ist ziemlich schräg. Zudem werden hier alle Klischees bezüglich Verweiblichung der Primarschule bedient welche es gibt. Geben sie doch der Lehrerin im nächsten Blog die Gelegenheit, sämtliche Peinlichkeiten auszubreiten die ihr in den letzten 6 Jahren mit Eltern und Schülern widerfahren sind. Das wär mal gerecht.

    • Hans Minder sagt:

      Danke, Second Step. Ich freue mich auf die Rechtfertigung seitens der Lehrerin….hoffentlich wird der Tagi Ihrem Vorschlag folgen.

  • Hans Minder sagt:

    Zum Thema Respekt: Frau Binswanger, Ihnen ist bewusst, dass die besagte Lehrerin in Kürze ihre Anonymität verlieren und ein Mitschüler Ihres Sohns Ihren Artikel zur Schule bringen wird. Eine Person auf einer öffentlichen Plattform derart hart anzuprangern ist heikel, wenn nicht sogar respektlos. Das Selbe gilt gegenüber der Fortpflanzung: Sie behandeln diese eher respektlos, als wäre Sperma lediglich eine Substanz, wie jede andere. Nach wie vor gibt es jedoch keine Erklärung zur Entstehung des Lebens. Vielleicht beabsichtigte die Lehrerin, diesen Unterschied zu beleuchten. Dies hätte nichts mit Verweiblichung zu tun, sondern lediglich mit respektvollem Verhalten gegenüber dem Unfassbaren. Vielleicht sollten Sie anstelle einer späten Abrechnung ein Gespräch mit der Lehrerin suchen.

    • Stefan Baumann sagt:

      Ja, genau, wie wenn der Sohn der ganzen Schule gerne darüber berichtet, dass seine Mutter über Sperma im Tagi schreibt..

      Und ganz sicher nicht, soll seine Lehrerin Sperma als irgendeine magische Substanz („unfassbar“) erklären.

      • Hans Minder sagt:

        Frau Binswangers Artikel sind öffentlich publiziert und somit wird es in der Schule ihres Sohns kaum ein Geheimniss bleiben, dass Sie im Tagi über Sperma schreibt.

        In Bezug auf das Unfassbare: Hier möchte ich die Pascalsche Wette des Philosophen Blaise Pascal anfügen. So lange es keine wissenschaftliche Erklärung für Ereignisse wie die „Entstehung des Lebens“ gibt, ist es vernüftig, den Komponenten, die zur Zeugung des Lebens gehöhren, mit grösstem Respekt entgegen zu treten.

  • Steven Frederic sagt:

    Nach dem Durchlesen vieler Beiträge bin ehrlicherweise etwas Erschüttert über die Aggressivität und Kompromisslosigkeit vieler, vor allem weiblicher Kommentare. Sperma ist ein Wort und als solches nicht anstössig. Warum haben viele Frauen dermassen ein Problem mit diesem Wort. Ein Bub hat es flüsternd zu einem andern gesagt und schon ist die Hölle los. Kann mir eine der Frauen ihr Problem mit dem Wort Sperma erklären?

    • Ka sagt:

      ein kleiner Übersetzungsversuch einer Frau die weiter unten als Gendermann bezeichneten wurde: Männer sagen ein Wort, und meine genau dieses Wort, Frauen hören eine ganze Geschichte daraus. Sie hat also nicht ein Problem mit dem Wort Sperma, aber mit der Geschichte die sie dahinter meint zu hören.

      • Steven Frederic sagt:

        Die Geschichte dahinter? Es gibt Spott, Herabsetzung und so weiter, nichts ist an dieser Geschichte dran. Der Junge hat bloss ein Wort gesagt, dieses Wort scheint aber ein neuer feministischer Kampfbegriff zu sein. Der Entschluss ist gefasst, ich werde mit meinen Söhnen reden. Eine Frau die den Körper meiner Söhne mit allem drum herum nicht achtet, ist es nicht wert dass sie mit mit meinen Söhnen zusammen sind.

      • Steven Frederic sagt:

        Sorry für die Schreibfehler, es muss heissen: ….ist es nicht wert dass sie mit einem meiner Söhne zusammen ist.

    • Benjamin Kraus sagt:

      „Sperma ist ein Wort und als solches nicht anstössig.“ – Da musste ich lachen! Sagen sie das mal allen Erziehungsberechtigten! Verallgemeinert heisst das nämlich übersetzt: „X ist ein Wort und als solches nicht anstössig.“ Setze nun für X irgend ein Wort ein! 😉

      PS: Es gibt noch sowas, wie Kontext, Intention, Implikation und solcherlei Dinge.

    • tststs sagt:

      Also ich (selbsternannter Gendermann) habe in keinem Post gelesen, dass jemand Mühe hat alleine mit dem Wort „Sperma“. Aber ich gebe zu, es ist schwierig noch den Überblick zu haben bei >500 Kommentaren.

      Es gibt aber zwei Lager: Diejenigen, die einen Spermawitz im Rahmen von Schule ok finden. Und diejenigen, die finden, es geht zu weit. Wobei auch es auch hier wieder Sublager gibt: diejenigen, die der Sanktion zustimmen und diejenige, die sie zu hart finden
      Und ich sehe ehrlich gesagt in allen Lagern Männlein und Weiblein vertreten.

      Aber eben, grundsätzlich finde ich, dass uns Fr. B ins wanger hier viel zu wenig Infos gibt, um die Situation adäquat zu diskutieren.

      • Uli Berg sagt:

        Heisst, dann schliesst man eben wie im literarischen Quartett: „Und so sehen wir betroffen; den Vorhang zu und alle Fragen offen“. MRR war Frivolitäten nicht abgeneigt.

  • Widerspenstige sagt:

    Diese hitzige Debatte hat Interessantes durchleuchtet, dreht jedoch im Kreis. Neu ist die objektivere Sichtweise ua der üblichen Verdächtigen, was schon ein riesiger Fortschritt ist.

    Was mich noch wunder nähme ist die Meinung zum Referat von Thomas Ryf an der PHSG, welches @Peter schon gester eingestellt hat. Es beinhaltet mE wichtige Ansätze zum besseren Verständnis, dass früh in der Entwicklung des Kleinkindes im Elternhaus die Sensibilisierung geweckt wird, wenn Väter sich mehr einbringen ab Geburt. Deshalb sieht er hier Handlungsbedarf in mehr Elternzeit. Eigentlich eine Bestätigung für mein jahrelanges Votum in diese Richtung …

    Hier der Link:
    http://www.phsg.ch/Portaldata/1/Resources/forschung_und_entwicklung/lehr_lernforschung/Ref_Testosteron_Mangel_rhyner_100319.pdf

    • Benjamin Kraus sagt:

      Danke @Widerspenstige für die Nachreiche des Referats – dieses ist mir bisher leider entgangen…

      Ja und Ja hinsichtlich Analyse und Forderung. Nebst gemeinsamen Sorgerecht (2014) und Elternzeit (immerhin die Vaterschaftsurlaubs-Intitiative läuft) müsste u.a. hinzu kommen:
      – Von den Vätern: Grössere Bereitschaft für Teilzeit und Care-Arbeit (jedoch: https://www.watson.ch/Schweiz/Z%C3%BCrich/348804039-V%C3%A4ter-m%C3%B6chten-Teilzeit-arbeiten-%E2%80%93-wirklich–Die-Statistik-erz%C3%A4hlt-eine-andere-Geschichte)
      – Von der Wirtschaft: Mehr Möglichkeiten Teilzeit zu arbeiten, ohne diskriminierende Opportunitätskosten befürchten zu müssen. (jedoch: http://www.tagesanzeiger.ch/sonntagszeitung/Teilzeitmitarbeiter-werden-bei-Befoerderung-uebergangen/story/13580631 )

      • Sportpapi sagt:

        Kraus, Sie haben den dritten, wichtigsten Aspekt vergessen. Es bräuchte Frauen, die „die wichtigste Zeit, solange die Kinder noch klein sind“ mit ihren Männern teilen möchten, die bereit sind, trotz Kleinkindern substantiell sich an der Familienversorgung zu beteiligen.
        Das interessante an der Diskussion ist ja, dass immer von Männern, der Gesellschaft, der Wirtschaft ein anderes Verhalten verlangt wird. Während die Prioritäten der Frauen – z.B. Teilzeit – als gegeben angeschaut wird.

      • Benjamin Kraus sagt:

        @SP: „Knapp die Hälfte der Männer mit Kinderwunsch in der Schweiz (47 %) geben an, der Familie den Vorrang gegenüber der Karriere einzuräumen und mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen zu wollen. Für nur 6 % steht die Karriere im Vordergrund. Augenfällig ist aber, dass gerade die Väter mehr arbeiten als ihre kinderlosen Altersgenossen: 9 von 10 Väter im Alter von 35 bis 54 Jahren investieren in ihren Beruf, erhöhen ihr Arbeitspensum und sind voll erwerbstätig. Bei den gleichaltrigen Nichtvätern sind gerade einmal 8 von 10 voll erwerbstätig. Entsprechend erachtet nicht einmal jeder fünfte Vater (18 %) in dieser Altersgruppe die Möglichkeit von Teilzeitarbeit oder flexibler Arbeitszeit als wichtig.“

      • Benjamin Kraus sagt:

        „Die Väter wollen beides – mehr Familienzeit, aber ohne Einschränkung der beruflichen Perspektiven. Letztere haben jedoch in der Regel Vorrang.“ (Sotomo: https://sotomo.ch/wp/kpt_umfrage/)

        – Soviel zur Bereitschaft der Väter tatsächlich Teilzeit zu arbeiten (und das gar nicht wertend, rein deskriptiv)

      • Benjamin Kraus sagt:

        Aus der gleichen Studie:

        Zum Kinderwunsch: „Die Zahlen der Umfrage zeigen, dass ein Kinderwunsch nicht nur
        bei Frauen und Männern gleichermassen [73%] verbreitet ist, sondern auch unabhängig von Stadt und Land, von Bildungsstufen und von der politischen Orientierung besteht.“

        Zur Priorisierung: „62 Prozent der Frauen, die sich
        Kinder wünschen, stellen die geplante Familie über die berufliche Karriere. Bemerkenswert ist, dass
        dies auch knapp die Hälfte der Männer vor der Familiengründung tun“

        Zum Wunsch nach mehr Familienzeit: „Auffällig ist aber vor allem der Geschlechterunterschied bei Personen mit Kindern. Während sich die Hälfte der Väter mehr Zeit für die Familie wünscht, sind es nur 30 Prozent der Mütter.“

      • Benjamin Kraus sagt:

        Zur Praxis vs. Wunsch: „Ein grosser Teil der Väter äussert den Wunsch nach mehr Familienzeit. In der Praxis sehen die
        Verhältnisse jedoch anders aus. Anders als sie selber vorgeben, arbeiten Väter mehr und nicht
        weniger als ihre kinderlosen Altersgenossen. Konkret: Fast neun von zehn Väter im Alter von 35
        bis 54 Jahren sind vollerwerbstätig. Bei den gleichaltrigen Männern ohne Kinder sind es acht von zehn. Bei den Frauen sehen die Verhältnisse ganz anders aus: Nur zwei von zehn Mütter im Alter
        von 35- bis 54-Jahren sind vollerwerbstätig. Bei jenen ohne Kinder sind es sechs von zehn.“

      • Benjamin Kraus sagt:

        Zur Bereitschaft nach Teilzeitarbeit:
        „Während sich die Ideale von Frauen und Männern gleichen und Zeit mit der Familie für Väter als wichtig erachtet wird, führt die Familiengründung in der Praxis zu einer stärkeren Rollenteilung. Auch hier äussern die Väter zwar den Wunsch nach mehr Zeit mit der Familie, sie interessieren sich jedoch nur wenig für Arbeitsbedingungen, die genau dies zulassen würden. Nur 18 Prozent der Väter im Alter zwischen 35 und 54 Jahren erachten die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit und flexible Arbeitszeiten als wichtig in ihrem Beruf. […] Gross ist er mit 51 Prozent aber vor allem bei Frauen mit Kindern. Während der Geschlechtergraben bei den Kinderlosen relativ klein ist, ist er bei den Personen mit Kindern markant.“

      • Sportpapi sagt:

        „Fast neun von zehn Väter im Alter von 35
        bis 54 Jahren sind vollerwerbstätig. Bei den gleichaltrigen Männern ohne Kinder sind es acht von zehn. Bei den Frauen sehen die Verhältnisse ganz anders aus: Nur zwei von zehn Mütter im Alter von 35- bis 54-Jahren sind vollerwerbstätig. Bei jenen ohne Kinder sind es sechs von zehn.“
        Sage ich doch. Also warum diskutieren wie über das Verhalten der Väter, und nicht mindestens im gleichen Ausmass über das der Mütter? Offenbar sind die Rollenerwartungen nach wie vor klar, und „richtige Männer“ versorgen ihre Familien. Und stehen zurück, wenn die Mütter unbedingt mehr Zeit mit den Kindern verbringen wollen und deshalb ihr Einkommen praktisch aufgeben.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Je nach Studie erwarten immer noch bis zu 2/3 aller Frauen, dass der Mann imstande sein sollte, eine Familie (alleine) zu ernähren! Das lässt sich querbeet durch die gesamte Familienforschung bis hin zum wirklich ausserordentlich umfangreichen Standardwerk von Rüdiger Peuckert (Familienformen im sozialen Wandel, Springer VS, 8. Auflage) nachlesen. Insofern hat sportpapi eindeutig recht: Nicht nur neue Männer braucht das Land, sondern auch neue Frauen!

      • Marcel Zufferey sagt:

        Als Nächstes noch ein Artikel von mir zu diesem Thema, den ich vor geraumer Zeit geschrieben habe.

      • tststs sagt:

        @B.K.: Habs kürzlich schon erwähnt, irgendwie schon komisch, dass mein Partner und ich (kinderlos) beide seit Jahren bei versch. Arbeitgebern teilzeit arbeiten…
        Muss aber auch erwähnen, dass man die Studie dahingehend lesen könnte, dass Männer, die keinen anständigen Job finden, auch keine Familie abkriegen… 😉
        @Z.M.: Eine Vorteil hat die Studie von B.K.: Sie vergleicht Wünsche und die Realität.
        Und wenn ich Ihre Studien der Wünsche „2/3 ERWARTEN.. (alleine) zu ernähren….“ mit der Realität vergleiche (4/5 der Mütter erwerbstätig, wovon 4/5 teilzeit, interessant auch dass diejenigen Mütter, die nicht arbeiten, nach ihrem Wiedereinstieg – nach durchschn. 5 Jahren – weniger arbeiten, als diejenigen ohne Pause) von den Nichterwerbstätigen bfs 2015)… ähm ja…

      • Marcel Zufferey sagt:

        Mehr Zahlen- und Studienmaterial folgt, tststs. Nur so viel: Wünschen können wir uns alle etwas, jederzeit, daran hindert uns niemand. Sie sollten nicht vergessen, dass sich Teilzeitarbeit und die Erwartungshaltung von immer noch sehr vielen Frauen nicht gegenseitig ausschliessen, ganz im Gegenteil: Ich muss ja nur Teilzeit arbeiten, weil er (der Vater) ja ohnehin das grosse Geld nachhause bringt… Diese Haltung variiert natürlich je nach Bildungsabschluss der Frauen: Je tiefer, desto häufiger ist die Vorstellung vom ’starken‘ Mann zu vorzufinden. Dasselbe Verhalten lässt sich natürlich auch nach einer Trennung / Scheidung beobachten. Mehr dazu später.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Teil 1 von 4: Die Hausfrauenhaltung oder die Vorstellung vom „starken Mann“ findet sich vor allem im klassischen Angestellten- und Arbeitermilieu wieder: „Männer haben- in den Augen junger Frauen geringer Bildung- ein klareres Urteilsvermögen, mehr Durchset¬zungskraft, sind weniger emotional und sind robuster (…) Das Männerbild ist klar umrissen: Er ist der Hauptversorger. Er hat die Pflicht und Bürde, eine berufliche Situation und Position zu erlangen, die die Familie finanziell und dauerhaft absichert.“

      • Zufferey Marcel sagt:

        Quelle zu 1 von 4: 20-jährige Frauen und Männer heute, Lebensentwürfe, Rollenbilder, Einstellungen zur Gleichstellung, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Februar 2007, Seite 30

      • Zufferey Marcel sagt:

        2 von 4: Ein vor Jahren einmal in der deutschen taz erschienener Artikel hat in diesem Zusammenhang noch etwas ganz anderes zutage gefördert: „(…) Diese Frauen (s. Teil 1) sind keineswegs an der Aufnahme einer Erwerbsarbeit interessiert, selbstbestimmte Hausarbeit wird vielmehr als Chance gesehen, monotoner und unqualifizierter Arbeit zu entkommen.“

      • Zufferey Marcel sagt:

        Quelle zu 2 von 4: Angst vorm neuen Mann, taz, 21.02.2003

      • Zufferey Marcel sagt:

        3 von 4: 60 Prozent aller Frauen in Deutschland erwarten von einem Mann, für den Unterhalt einer Familie zu sorgen- und zwar über sämtliche Bildungs- und Sozialschichten hinweg betrachtet! Auch bei Frauen findet sich also so etwas wie eine „verbale Aufgeschlossenheit bei bestehender Verhaltensstarre“, wie es die ehemalige deutsche Familienministerin Christine Bergmann (SPD) einmal ausgedrückt hat.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Quelle zu 3 von 4: Der Mann 2013: Arbeits- und Lebenswelten- Wunsch und Wirklichkeit, Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag für BILD der Frau / Axel Springer AG, 2013, Seite 17

      • tststs sagt:

        Hey, Z.M., ich bestreite diese 2/3 keineswegs. Es ist nur augenscheinlich, dass diese Frauen ihren Wunsch nach Kinderzeit zugunsten der Realität zurückstellen (auch einen kleinen finaniellen Teil beisteuern).

      • Zufferey Marcel sagt:

        Teil 4 von 4 (Skandal!): Jede zweite, junge Frau in Österreich wäre wieder bereit, Hausfrau zu sein, wenn der Mann genug verdient! Aber so etwas darf natürlich nicht sein, ich weiss. Schliesslich war die Familienpolitik bislang ein eher linkes Projekt: Marx und Engels sahen „in der Familie eine Abart der Herrschaft des Privateigentums des Mannes, das ausnahmsweise nicht aus Gütern, sondern aus Frau und Kindern besteht (…) Der Sozialismus hat- anders als der Nationalsozialismus und (…) der Kapitalismus, kein Bedürfnis, seine Familienfeindlichkeit zu verheimlichen.“, wie Dieter Thomä von der Uni St. Gallen in seinem Buch (s. Quellen nachfolgend) schreibt.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Quellen zu 4 von 4:

        Der neue Jugendmonitor 2011, 4. Welle, Meinungen und Einstellungen der Jugend zur Familie, Bundesministerium für Familie, Jugend und Arbeit (A), Presseinformation vom 23. Mai 2011

        Väter, Dieter Thomä, Carl Hanser Verlag, München, 2008, Seite 209

      • Zufferey Marcel sagt:

        Bonusmaterial: „Erziehungsurlaub zu gleichen Teilen zwischen den Geschlechtern gibt es nur dann, wenn auch die Erwerbstätigkeit gleich verteilt ist, und zwar sowohl im Umfang (gerechnet in Arbeitsstunden) als auch im erwirtschafteten Einkommen!“, fordert Heike Diefenbach von Science Files in diesem Zusammenhang.

        Sie hat recht!!!

      • Zufferey Marcel sagt:

        Quelle zu Bonusmaterial: Kommentar von Dr. habil. Heike Diefenbach zu „Die Möchtegern-Volkserzieher“, Kritische Wissenschaft / Critical Science, sciencefiles.org / http://sciencefiles.org/2015/05/06/die-mochtegern-volkserzieher/

      • Zufferey Marcel sagt:

        Wie wäre es, wenn wir uns zur Abwechslung einmal nicht mehr weiter auf dieser, sorry, einfach nur noch langweiligen, postmodernen Schiene über das Geschlechterthema und dort vor allem über Familienthemen etc. unterhalten würden? Ich meine, ganz geerdet, pragmatisch und ohne ideologische Scheuklappen: Ist das wirklich so schwer?

      • Benjamin Kraus sagt:

        @SP: Spätestens seit Hume und G.E. Moore wissen wir: Aus dem Sein folgt logisch notwendig weder ein Sollen noch ein Wollen. Sonst könnte man ja auch sagen, die so und so viel Prozent Arbeitslosen, die WOLLEN arbeitslos sein, oder die Sklaven die haben ein sklavisches Wesen und WOLLEN beherrscht sein, was natürlich Unsinn ist. Den Fehler hat bereits Aristoteles gemacht sowie die Biologisten und Sozial-Darwinisten im 20. Jahrhundert. Und selbst wenn – die Präferenzen (Einstellungen, Erwartungen, Wünsche etc.) sind ja auch sozio-kulturell ko-determiniert. Oder wollen sie sagen, die Einstellungen sind mono-kausal in der Biologie verwurzelt?

      • Marcel Zufferey sagt:

        Herr Krause, Sie verlassen die Metaebene um was genau zu tun? Den Gegenstand zu erhellen- oder zu entstellen? Viel Blabla, wenn ich ehrlich sein will. Die postmoderne Sause ist- ausser in Kunst und Literatur- weitgehend vorbei. Der Humus, auf dem sie gedeihen konnte, nämlich rot-grün, fährt in ganz Europa gerede historische Niederlagen ein. Mit gutem Grund. Die bereits vorliegenden Umfragen für die Bundestagswahlen sagen für beide Parteien ein desaströses Ergebnis voraus…

      • Zufferey Marcel sagt:

        „Im Gejammer über Gender-Gaps und mathematisch berechnete Verwirklichungschancen gehen ein paar banale Wahrheiten unter:

        1. Es wird in Deutschland kein junger Mensch gezwungen, die Weichen auf einen schlecht bezahlten Beruf zu stellen.

        2. Es gibt keinen Zwang zu heiraten.

        3. Es gibt keinen Zwang, Kinder zu bekommen.

        4. Es gibt keinen Zwang, sich die Arbeit mit dem Partner nach der Geburt so aufzuteilen, dass ausschließlich die Frau ihre Erwerbsarbeit reduziert.“, schreibt die FAZ gerade aktuell. Wenn wir schon bei den Wünschen und Realitäten sind.

        http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kommentar-gender-gejammer-15070494.html

      • Benjamin Kraus sagt:

        @Zufferey: Sie Ironiker sie – zuerst von „Blabla“ und dann selbst von „Sause“ und „Humus“ zu sprechen 😉

        Aber solange sie nicht konkretisieren können, was sie unter „postmoderner Schiene“ verstehen, und inwiefern ich oder andere auf einer solchen fahren, bleibt das nur leeres Gerede und ein müder Vorwurf, worauf ich leider nur mit einem leisen Gähnen reagieren kann.

        Man kann keine Diskussion mit einem solch inhaltsleeren Vorwurf wegwischen. Ich werfe ihnen ja auch nicht einfach „reaktionären prämodernistischen Maskulinismus“ an den Kopf, oder?

      • Sportpapi sagt:

        @Benjamin Kraus: Ist es wirklich so schwierig, auch mal zuzugeben, dass jemand anderer recht haben könnte? Auch wenn es der eigenen Ideologie widerspricht?¨
        „Moderne“ Länder bezüglich Gleichstellung und Emanzipation weisen offenbar z.B. bezüglich Berufswahl und Rollenmuster sehr traditionelle Zahlen aus. Nicht weil sie modern sind, wie ich vermute. Sondern weil das Einkommen zulässt, so zu leben, wie man eigentlich gerne möchte.
        Aber man kann natürlich immer annehmen, dass eine grosse Gruppe von Menschen Entscheidungen eigentlich widerwillig fällt, auch wenn sie es gar nicht merkt, nur weil man über diese Entscheide nicht glücklich ist.

      • Benjamin Kraus sagt:

        @Zufferey: Hätten sie gerade eine passende Stelle aus „Familienformen im sozialen Wandel“ zum zitieren? Ich fand auf die Schnelle lediglich dies:

        „Trotz unbestreitbarer Individualisierungstendenzen war im Jahr 1998 in Westdeutsch- land noch jede fünfte Frau zwischen 18 und 38 Hausfrau, in den höheren Altersgruppen sogar jede dritte (Weick 1999). 2002 fanden 41 Prozent der Westdeutschen, dass Hausfrau zu sein genauso erfüllend ist wie gegen Bezahlung zu arbeiten (Wernhart/Neuwirth 2007). Die meisten Hausfrauen (61 Prozent[von 20% bzw. 33%]) sind Hausfrau „aus Neigung“. Das „Hausfrauenmodell“ findet sich am häufigsten unter Frauen ohne beruflichen Abschluss.“ (Peuckert 2008, S. 232)

      • Benjamin Kraus sagt:

        „Wichtige Gründe für die Hausfrauentätigkeit sind fehlende Möglichkeiten der Kinderbetreuung, eine fehlende Berufsausbildung, Schwierigkeiten, eine geeignete Arbeitsstelle zu finden und die Überzeugung, dass „eine Mutter nicht arbeiten sollte“.“ (ebd.)

      • Benjamin Kraus sagt:

        Und ihre Angaben aus deutschen und österreichischen Quellen sind ja schön und gut, aber es gäbe ja dazu auf Zahlen aus der Schweiz. Warum nicht sich auf diese beziehen?
        (vgl.: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/arbeit-erwerb.assetdetail.1061095.html)

        – Die Erwerbsquote der Mütter ist im letzten Vierteljahrhundert um fast 20 Prozentpunkte angestiegen (1991: 59,6%; 2015: 78,8%)
        – 2015 arbeiteten 80,6% der erwerbstätigen Mütter Teilzeit. Bei den Frauen ohne Kinder ist dies nur bei 37,7% der Fall.

      • Benjamin Kraus sagt:

        – 18,0% der Mütter, die Teilzeit arbeiten, sind unterbeschäftigt (d.h. sie wären bereit, innerhalb von drei Monaten eine Arbeit mit höherem Pensum anzunehmen). Der Anteil der unterbeschäftigten Frauen liegt bei den Teilzeit arbeitenden Müttern ohne nachobligatorische Ausbildung bei 33,5%, bei den Müttern mit einem Abschluss auf Sekundarstufe II bei 17,4% und bei denjenigen mit einer Ausbildung auf Tertiärstufe bei 15,2%.
        – 75,7% der Frauen nehmen nach der Geburt ihres ersten Kindes und nach dem Mutterschaftsurlaub wieder aktiv am Arbeitsmarkt teil, während 24,3% beruflich inaktiv sind.
        – Ein Vergleich der Erwerbsquote vor der Mutterschaft (88,6%) mit derjenigen danach ergibt, dass fast ein Siebtel der Mütter aufhört zu arbeiten.

      • Benjamin Kraus sagt:

        – Im Jahr 2015 waren 152’000 Mütter beruflich inaktiv. Dies entspricht einem Fünftel der Mütter (21,2%).
        – Nahezu alle beruflich inaktiven Mütter (93,6%) suchen keine Arbeit. Als Grund dafür werden von drei Vierteln dieser Mütter die Kinderbetreuung oder andere familiäre Verpflichtungen genannt.
        – Über die Hälfte der Mütter (54,8%) wäre jedoch bereit, zu arbeiten, falls sich eine interessante Gelegenheit bieten würde.

      • Benjamin Kraus sagt:

        @MZ: Es gibt ja neben interaktionellem Zwang auch strukturelle (Fehl-)Anreize:
        „Obwohl über 90 Prozent der Frauen eine Aufgabenteilung im Haushalt fordern und nur noch jeder siebte Mann Hausarbeit grundsätzlich als Frauensache betrachtet, wird das neue Leitbild nur von wenigen Männern in die eigene alltägliche Lebensgestaltung umgesetzt (Hampel u. a. 1989). Da die tägliche Routine der Haushaltsführung im Zuständigkeits- und Verantwortungsbereich der Frau bleibt, sprechen Oberndorfer und Rost (2002) von einer „verbalen Aufgeschlossenheit bei weitgehender Verhaltensstarre“. Dabei tragen auch die derzeitigen gesellschaftlichen Strukturen dazu bei, dass der Mann nur in den seltensten Fällen bei der Geburt eines Kindes seine Erwerbsarbeit aufgibt oder reduziert.“

      • Benjamin Kraus sagt:

        „Denn unter Kosten-Nutzen-Überlegungen ist es rational, dass derjenige, der den schlechter bezahlten Arbeitsplatz mit der ungünstigeren beruflichen Perspektive hat (meist ist dies die Frau), seine Arbeitszeit reduziert bzw. sich (vorübergehend) ganz auf die Haus- und Familienarbeit konzentriert und der andere Partner (meist ist dies der Mann) sich primär beruflich engagiert.“ (Pörksen 2008, S. 261)

      • Benjamin Kraus sagt:

        Als Zugabe ein weiterer lesenswerter Beobachter-Artikel: https://www.beobachter.ch/kinder/kind-und-karriere-das-marchen-von-der-vereinbarkeit

      • Zufferey Marcel sagt:

        @Krause: Den Peuckert könnte ich Ihnen rezitieren, bis zum. Ich habe zuhause ca. 300 Studien / Fachliteratur geladen. Aber um den gesamten Themenkomplex Familie, Volkswirtschaft, etc. vertieft zu diskutieren, bräuchten wir vor allem mehr als 600 Zeichen je Kommentar und vor allen Dingen auch entsprechend Zeit. Ich habe z. Z. ein straffes Programm, deshalb muss ich immer wahnsinnig pressieren, etwas quellengerecht hier hin zu posten. Ich mag sie übrigens ganz gut, Sie verfügen über ein profundes Wissen und denken vor allem in Zusammenhängen.

        Den ganzen Themenkomplex alleine aus der Wohnzimmer- bzw. Kinderzimmerperspektive zu beleuchten, ist m. E. der falsche Ansatz. Vielmehr müsste man ‚von aussen‘ in selbige Zimmer hinein schauen. Kennen Sie Fukuyama?

      • Zufferey Marcel sagt:

        @B. Krause: Dass ich auf Deutsches und Österreichisches Material zurück greifen muss, hat übrigens einen ganz konkreten Grund: Das BfS hat kürzlich seinen Webauftritt verändert und neu strukturiert. Deshalb funktionieren meine Links nicht mehr. Und dem BfS 100 URL zuzuschicken, verbunden mit der Frage, ob das Material in der Form überhaupt noch existiert (und falls ja, wo in welcher Form?), dafür fehlt mir einfach die Zeit.

      • Benjamin Kraus sagt:

        @SP: Im Gegenteil, ich bin immer für eine sachliche Diskussion zu haben und schaue mir wissenschaftliche Forschungsergebnisse oder Plaubilitätsgründe von Meinungen immer gerne an. Ich bin aber ein starker Befürworter von Differenzierung und systemischer, d.h. ganzheitlicher Betrachtungen und von daher inadäquaten Komplexitätsreduktionen abgeneigt.

        Meine persönlichen „ideologischen“ Werte sind eigentlich klassisch republikanisch liberal (sprich Freiheit, Gleichheit und Solidarität), und sehe nach aufklärerischer Tradition freiheitseinschränkende oder chauvinistische Vorurteile usw., v.a. wenn sie von Autoritäten oder Mehrheiten sanktioniert werden, halt eben kritisch. Und Geschlechter-Stereotypen gehören nunmal auch zu dieser Kategorie.

      • Benjamin Kraus sagt:

        @MZ: Fukuyama? Ist ne Weile her, als ich seine „End of History“ zusammen mit Huntingtons „Clash of Civlisation“ gelesen habe. Welches Buch haben sie im Sinn?

        Ich mag sie ebenfalls Herr Zufferey, auch wenn wir zuweilen das Heu nicht auf derselben Bühne haben. Für ihren Sarkasmus wie auch ihre interessanten Verweise und die Mühe, die sie auf sich nehmen vieles zu belegen, was sie von sich geben. 😉

        Und prinzipiell noch: Ob Männlein oder Weiblein – mir geht es schlicht um den individuellen Menschen. Und wenn es nun aufgrund arbiträrer oder kontingenten Eigenschaften (Geschlecht, Kultur, Klasse etc.) in seiner Freiheit eingeschränkt wird, dann muss man das kritisch hinterfragen. Demokratie ist immer noch die Beste aller schlechten Verfassungen.

      • Zufferey Marcel sagt:

        @B. Krause: ‚Der grosse Aufbruch‘ von Fukuyama. Die Deutsche Erstausgabe erschien 2001. Das Schöne ist, dass sich die von ihm damals formulierten Thesen deshalb problemlos überprüfen lassen! Und er hatte in Vielem verdammt recht!

        https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/wirtschaft-und-politik/der-grosse-aufbruch/1673

      • Zufferey Marcel sagt:

        @B. Krause: Und mir geht es vor allem darum, den sozialromantisch verklärten Blick auf die männliche Existenz in eine realistischere Richtung zu lenken. Die ‚patriarchale Dividende‘ heimsen nämlich nur sehr, sehr wenige Männer ein. Und privilegiert im Sinne eines ungehinderten Zugangs zum Arbeitsmarkt, so, wie der Feminismus das postuliert- nach Joseph A. Schumpeter übrigens eine klassisch kapitalistische Bewegung- sind ebenfalls nur die aller wenigsten Männer. Die Welt besteht schliesslich nicht nur aus Ärzten, Journalistinnen, Juristinnen und Chief Executive Officers beiderlei Geschlechts, sondern auch und vor allem aus einfachen Angestellten wie z. B. Schreinern, Eisenlegern und Verkäuferinnen.

      • Benjamin Kraus sagt:

        @MZ: Patriarchal-kapitalistische Strukturen und Akteure diskriminieren Frauen wie auch den „kleinen“ Mann? Darin würden doch manch Widerstände und Interessen konvergieren. Und deshalb verstehe ich einfach nicht (und ermüdet es mich zuweilen), weshalb gewisse Männer die Unterdrückung des „kleinen“ Mannes den „bösen“ Frauen (aka Feministinnen) in die Schuhe schieben. Cui bono des divide et impera und scapegoating?

        Anti-Sexismus und Anti-Kapitalismus gehören für mich schlichtweg zusammen! Deshalb: Immer bei Präferenzen und strukturellen Missständen auf die ökonomischen Gründe schauen. „It’s the economy stupid!“

        In diesem Sinne: Kooperation statt gegenseitige Obstruktion! 😉

      • Zufferey Marcel sagt:

        Frauen und Feministinnen sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Der Feminismus ist eine Frauenbewegung, weshalb ich von ihr als Mann auch gar nichts Besonderes erwarte. Nur basiert der derzeitige feministische Monolog darauf, kritische Stimmen von Männern, die sich nicht ganz, gang genau an den vorgegebenen diskursiven Rahmen halten, auszublenden, lächerlich zu machen oder mit allen, leider häufig staatlichen Mitteln, zu bekämpfen: Man sollte nicht vergessen, dass die Gleichstellungsindustrie nicht einfach eine polemische Worthülse ist, sondern Tatsache. Dazu habe ich sogar ein Dokument aus dem Deutschen Bundestag, das belegt, welche Unsummen mittlerweile einzig und alleine in die Frauenförderung fliessen. Diese Einseitigkeit ist völlig inaktzeptabel und eigentlich ein Skandal!

      • Zufferey Marcel sagt:

        Und was den männerfeindlichen Bias in den (feministischen) Gender-Studien anbelangt: Neulich machte eine Fake-Studie (oder vielmehr eine wissenschaftliche Satire) die Runde im Netz:

        http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/satirischer-fachartikel-schafft-es-in-fachzeitschrift-15034229.html

      • Zufferey Marcel sagt:

        Natürlich war ‚man‘ sofort versucht, diesen umstrittenen Wissenschaftszweig (oder zumindest seinen politischer Arm) aus jeder Kritik heraus zu halten und statt dessen auf die lausige Qualität versch. Wissenschaftsverlage zu verweisen. Aber das wird der Sache nicht gerecht. Es geht auch und vor allem um Männerfeindlichkeit als wesentliches Kriterium für eine wissenschaftliche Publikation, wie dieser Beitrag hier zeigt:

        https://man-tau.com/2017/05/22/penis-hoax-gender-studies/

      • Benjamin Kraus sagt:

        @MZ:
        – Nochmals die entscheidende Frage: „Cui bono?“ des „divide et impera!“.
        – Nochmals: „Böse“ Frauen aka Feministinnen
        – Und wenn nun ihre „Gleichstellungsindustrie“ aufgrund des Verfassungsauftrags das Ziel verfolgt, die errungenen Rechte auf gleiche Freiheiten für alle nicht nur formell zu postulieren sondern auch materiell zu ermöglichen, und dann „kritische Stimmen von Männer“ diesen Rechtsstatus wieder unterminieren und so u.a. Frauen wieder auf die hinteren Plätze verweisen wollen, dann kann ich die Reaktion z.T. sogar nachvollziehen.
        – „Legitimationen“ für den „anderen“ Status klingen dann wie jene von Aristoteles & Co. Ersterer erklärte weshalb Sklaven, weil sie keine Vernunft haben, wie Werkzeuge sind, die die Leitung der vernünftigen Herren benötigen.

      • Benjamin Kraus sagt:

        – So wie er auch die inferiore Stellung der Frau zu legitimieren versuchte, in dem er erklärte, dass Frauen (im Gegensatz zu natürlichen Sklaven) zwar Vernunft haben, aber an Klugheit, Entschlossenheit und Initiative mangeln, weshalb sie der Führung des Patri-archen (der Befehlende der Familie) bedürfen. Aufgrund dessen und der Tatsache, dass sie die Gebärmutter (hystera, die zu wandern schien, deshalb Hysterie als Folge eines wandernden Uterus) trägt und leidenschaftlicher und damit instabiler ist, gehört sie ins Haus, wo sie unter der Leitung des Mannes das Haus verwaltet (oikonomia), dabei so wenig wie möglich in die Öffentlichkeit geht (und wenn nur verhüllt) und erst recht nichts mit der Politik – welche den „freien Bürgern“ vorbehalten ist – zu tun hat.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Gut, Herr Krause: Nun versuchen Sie mir auch noch anzudichten, ich und andere kritische Männer würden uns die Frauen (NICHT! AKA! FEMINISTINNEN!) wieder an den Herd zurück wünschen und ziehen damit die unterste Schublade, die der (radikale) Feminismus unter der rot-grünen Meinungsführerschaft kennt.

        Für mich ist nun Wochenende. Ich wünsche Ihnen trotzdem ein schönes Wochenende und etwas mehr Phantasie im Umgang mit Männern, die es wagen, an den heiligen Pforten der Geschlechterdebatte zu rütteln. Ich freue mich auf den Ausgang der Bundestagswahlen- und eine hoffentlich erfolgreiche Wende im Bereich der Geschlechterdebatte: Offenbar will die Deutsche FDP Männerthemen voran bringen. Dazu findet am 5. August die Gründungsversammlung der liberalen Männer in der FDP statt.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Hier noch der versprochene Link zur erw. Fördergeldern:

        http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/16/117/1611754.pdf

        Hier handelt es sich um ein offizielles Dokument aus dem Deutschen Bundestag und nicht etwa um Interna. Wohl gemerkt: Hier fällt nur ein schmaler Lichtstrahl in die politische Dunkelkammer der Frauenförderung. Für Männer gibt es absolut nichts Vergleichbares.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Ich weiss ja nicht wo sie wohnen, aber hier in der CH und v.a. in der Deutschschweiz sieht die politische Landschaft doch etwa anders aus (aber keine Angst auch hier findet man rot-grüne Sündenböcke wie die Supermächte SRF, ein paar Zeitungen und die Bösen der Kulturszene und des Gleichstellungsbüros).
        Zudem, ist nicht alles, was ich schreibe auf sie persönlich gemünzt. Sie müssten im Vorfeld schon konkretisieren, was das für „kritische Stimmen“ sind, die von Feministinnen und der „Gleich-stellungs-Industrie“ „bekämpft“ wird. Ich hatte da eher maskulinistische Votanten vor Augen, die tatsächlich die Frau aufgrund biologistischer Annahmen dem Manne als inferior betrachten.
        Wohl bekomms!

      • Zufferey Marcel sagt:

        Nachschlag: „KiKri, KiTa, KiGa und GaTaSchu – Kapitalisten, Feministinnen und Marxisten ausnahmsweise mal einig Hand in Hand, einer der nützliche Idiot des anderen: Die Kapitalisten wollen frisches Arbeiterinnenmaterial requirieren, die Feministinnen wollen die Frauen von den lästigen Kindern befreien, und die Marxisten wollen die verhasste bürgerliche Familie zerschlagen. So kommen alle drei auf ihre Kosten.“, wie ein Kommentator einst in diesem Zusammenhang hier vortrefflich bemerkt hat.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Ich gehöre definitiv nicht zu diesen maskulistischen Votanten, die sich wünschen, das Rad der Zeit zurück drehen zu können, ganz im Gegenteil. Aber vielleicht können Sie mir ja einen namentlich von Bedeutung nennen.

    • Sportpapi sagt:

      Zum Referat: Allzu viel Substanz sehe ich da nicht, aber viel Meinung. Angesprochen wird ein Schulproblem. Hier wird aber die Verantwortung abgeschoben – die Schule nicht, das Elternhaus soll schauen. Ob das hilft?
      „Als falsch erachte ich, wenn Schulbehörden Quotenmänner anstellen, damit diese als Lehrer unterrichten und nebenbei Ersatzvater spielen. Das kann bei Studenten zur zweifelhaften Einstellung führen, man hätte eine Stelle sowieso schon im Sack, weil man männlich ist.“
      Das finde ich genauso falsch wie die Idee, man müsste in Politik und Wirtschaft Frauen fördern, nur weil sie Frauen sind…

      • Benjamin Kraus sagt:

        1. Jede Quoten-Forderung ist eine Förderung, aber nicht jede Förderung ist eine Quoten-Forderung.
        2. Aber etwas merkwürdig ist es schon, dass Väter zwar zum allergrössten Teil Vollzeit arbeiten wollen, aber dann in KiTa, Kiga & Grundschule den Mangel an männlichen Vorbildern beanstanden. Da fragt sich, wer hier die Verantwortung abschiebt. Ich glaube, um auf einen grünen Zweig zu kommen, bräuchte es alle, also Familie-Schule-Wirtschaft-Gesellschaft.
        3. Und hey! Wenn viele Väter eigentlich mehr Zeit mit der Familie haben wollten, & vor der Familiengründung eigentlich auch mehr Teilzeit arbeiten, so wäre dazu der Lehrerberuf doch perfekt. Und bam! dann hätte es auch mehr männliche Vorbilder für Schülerinnen & Schüler. Sie müssten mehr Werbung machen für ihren Berufsstand SP! 😉

      • Sportpapi sagt:

        @Benjamin Kraus: Ich weiss nicht, ob vor allem Väter den Mangel an männlichen Vorbildern in der Schule beanstanden. Ausserdem arbeiten die männlichen Lehrer sehr viel häufiger Vollzeit. Etwas, was in den unteren Schulstufen teilweise gar nicht mehr möglich ist.
        Ausserdem ist es nicht so, dass die Männer in den Schulen ganz fehlen. Je höher die Stufe, desto mehr Männer gibt es. An Gymnasien sind sie vermutlich bezüglich unterrichteter Stunden wieder in der Überzahl.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Der Vorwurf der „Feminisierung“ erklingt – z.B. in dieser Kommentarspalte – schon vor allem von Seiten der sog. Herren der Schöpfung, oder? Zudem habe ich mich explizit auf „KiTa, Kiga & Grundschule“ bezogen, da die Zahle in der Oberstufe wieder anders aussehen. Und was denken sie, was sind die möglichen Gründe dafür? Meine Vorschläge wären:
        – Höherer „Status“
        – Bessere Besoldung
        – Bessere bzw. überhaupt Karriereperspektiven
        – Mehr Fachwissen, weniger Erziehung

    • Benjamin Kraus sagt:

      @Zufferey: So à la: „Geht nicht nach links, sondern nach rechts, wo ICH hin will (ich führe euch zum Licht)!“ So viel zum Thema Paternalismus 😉
      Wobei:
      – Was bedeutet „postmoderne Schiene“?
      – Und was „Pragmatismus“ in ihrem Fall?
      Das sind solch Allgemeinbegriffe, dass sie schon nichts-sagend sind, wenn man sie nicht spezifiziert und sagt, was man damit konkret meint.

      • Zufferey Marcel sagt:

        @Zufferey: So à la: „Geht nicht nach links, sondern nach rechts, wo ICH hin will (ich führe euch zum Licht)!“ So viel zum Thema Paternalismus

        Erkennen Sie sich wieder? Ich weise lediglich auf die weissen Flecken in der ganzen Geschlechterdebatte hin. Dass ich dabei- genau so, wie Sie übrigens auch vom anderen Ende her- bisweilen missionarische Züge annehmen kann, ist mir bewusst, auch wenn ich es zu verhindern versuche. Item.

        Postmoderne? Wo wollen wir anfangen: Im Bereich der Architektur? Beim Design? Kunst? Oder bei ihren Ablegern im geistes- und sozialwissenschaftlichen Bereich?

        Pragmatismus = Eingehen auf die soziale Wirklichkeit- und zwar so, wie sie sich z. Z. darstellt und nicht so, wie man sie sich gerne vorstellt, konkret: Bei der Lebenswirklichkeit aller Menschen!

      • Benjamin Kraus sagt:

        @Zufferey (copypaste von oben): Sie Ironiker sie – zuerst von „Blabla“ und dann selbst von „Sause“ und „Humus“ zu sprechen
        Aber solange sie nicht konkretisieren können, was sie unter „postmoderner Schiene“ verstehen, und inwiefern ich oder andere auf einer solchen fahren, bleibt das nur leeres Gerede und ein müder Vorwurf, worauf ich leider nur mit einem leisen Gähnen reagieren kann.
        Man kann keine Diskussion mit einem solch inhaltsleeren Vorwurf wegwischen. Ich werfe ihnen ja auch nicht einfach „reaktionären prämodernistischen Maskulinismus“ an den Kopf, oder?

      • Zufferey Marcel sagt:

        @B. Krause: Stichwort Biologismus. Den Terminus verwenden Sie gerne. Bekannt aus einer ganz bestimmten Ecke der Sozial- und Geisteswissenschaften. Dann der ganze Themenkomplex rund um biologische und kulturelle Faktoren im Zusammenhang mit den Geschlechtern und ihren Rollen. Ebenfalls bestens bekannt. Judith Butler anyone..?

        Warum sollten Sie in mir nicht einen ‚reaktionären prämodernistischen Maskulinismus‘ erkennen? Das ist doch die Standartreaktion bis hoch zum BMFSFJ unter Frau Schwesig und der SPD („Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden“), wenn es um Männeranliegen geht!

      • Zufferey Marcel sagt:

        Standardreaktion natürlich: Sonst dichten Sie mir noch Standarte und damit verbunden Militarismus an 😉

      • Benjamin Kraus sagt:

        @MZ: Sollte ich ihn denn erkennen? 😉 Tu ich eben nicht, weil genauso unnütz für eine sachdienliche Diskussion. Aber wenn wir uns in Ecken schieben wollen, um von dort aus wie Boxer aufeinander zuzubewegen, bitte. Ist aber nicht meine Auffassung von Diskursführung. Obwohl natürlich Ironie, Sarkasmus und satirische Spitzen (erwachsener Humor halt) dazugehören dürfen. 🙂

        PS: Mit Biologismus beschäftigte ich mich v.a. bei Aristoteles. Und Butlers radikalen Konstruktivismus lässt sich nachvollziehen, wenn man die These akzeptiert, dass wir nur über Begriffe, sprich sprachliche Ausdrücke, über Natürliches & Körperliches kommunizieren können und daher nie „nackt“, „brute“ und „zeichenlos“ sowie oft „konnotationslos“ erscheinen. Auf ähnliches kommt man btw auch mit Quines Holismus.

  • Krizia1977 sagt:

    Nur auf die Situation bezogen:
    Als Sek1-Lehrperson hätte ich die Aussage ebenfalls als ekelhaft empfunden und die Elterninfo herausgegeben.

    Als Mutter hätte ich meinem Kind die Leviten gelesen (denn auch von meiner Tochter als weibliches Geschöpf fände ich es abstossend).

    Allgemein: Wenn Ihr Sohn unter die Räder kam, dann meistens wohl berechtigt. Seine Aussage zeigt auf, welches Benehmen er an den Tag legt plus die mangelnden Strategien, um sich bei seinen „lustigen“ Sprüchen nicht von der Lehrperson/Erwachsenen/Frau erwischen zu lassen.

    Ich hatte Ihre Artikel bisher ausnahmslos gut gefunden, dass Sie sich als Mutter aber so undifferenziert öffentlich äussern (im Wissen, dass Leute in Ihrem Umfeld die Dame identifiziere) ist ein Armutszeugnis.

    • Bea sagt:

      Das Armutszeugnis hat eine grössere Bandbreite.

      Wenn „Sperma im Gesicht“ derzeit häufig auf Toleranz stösst, dann sagt das viel über die erfolgreiche Sexualisierung, vor allem aber auch über die Frühsexualisierung, aus.
      Das Fehlen jeglichen Respektes, das Ignorieren der Würde des Anderen, macht mehr als nachdenklich.
      Hier fehlt es an wahrer Bildung, an vernünftiger Moral und an moralischer Vernunft.

      • Tommi sagt:

        „Sperma im Gesicht“ ist für Sie respektlos, entwürdigend, ungebildet, amoralisch und unvernünftig? Finde ich jetzt ein bisschen viel auf ein Mal.

        Sie implizieren reflexartig, dass das „Sperma im Gesicht“ gegen den Willen des Gesichts dahin kam? Wenn das so ist, sagt das viel über Ihre eigene Einstellung gegenüber sexuellem allgemein und eventuell Pornografie im konkreten.

        Anstatt die Moralkeule zu schwingen täte wohl etwas Entrampfung gut. Nichts für ungut.

      • Ka sagt:

        Ich glaube, ihrer beider Fantasie und Assoziation ist schmutziger als die des Jungen! passt ja zu ihrem geliebten Wort „Moral“

      • Bea sagt:

        Erwartungsgemäss nichts verstanden – geistiges Brachland soweit das Auge reicht – jede modern verpackte Giftmischung begierig aufnehmend.
        Die Saat geht auf, unbemerkt von Vielen, das Narrenschiff hat volle Fahrt aufgenommen.

      • Sportpapi sagt:

        Würde mich ja wunder nehmen, was unter „vernünftiger“ Moral zu verstehen ist. Diese Kombination…

      • tststs sagt:

        Naja, unter vernünftiger Moral kann ich mir noch was vorstellen, aber unter moralischer Vernunft…?

        Fahren Sie auch 1. Klasse auf dem Narrenschiff?
        😉

      • Uli Berg sagt:

        Narrenschiff kenne ich von Reinhard May her. Die Moral von Karl May.

      • Uli Berg sagt:

        Die Vernunft à la Kant (geschwollen kategorischer Imperativ) tont sehr vernünftig. Ist in der Praxis aber um so schwerer. „Schüler“ Schopenhauer griff nachher etwas korrigierend ein. Wollen und Können – sind nicht dasselbe. Trotzdem, Sapere aude!

    • second step sagt:

      @ Krizia1977: gut auf den Punkt gebracht, bester Beitrag hier im Kommentarbereich.

  • Sportpapi sagt:

    Um da noch einmal einen Anfang zu finden. Beim Thema Feminisierung des Unterrichts schwingen ja verschiedene Apekte mit. Und es geht auch, aber nicht nur um die Schulleistungen.
    Wenn im Volksschulunterricht nur noch Frauen unterrichten (und zunehmend mehr Kinder auch zu Hause nur noch von Frauen aufgezogen werden), dann ist das offensichtlich für die Entwicklung von Jungen und Mädchen nicht optimal – dass es sich aber vor allem bei Jungs äussert, ist mehrfach beschrieben. Wenn dann die Lehrerin auch noch wenig Verständnis für Jungs hat (was nicht automatisch so sein muss), dann kann sich das auch den Schulerfolg auswirken, muss aber nicht. Sicherlich aber auf das Wohlbefinden der jüngen Männer in der Schule.

    • Sportpapi sagt:

      Auf der nächsten Seite schwingt mit Feminisierung mit, dass „weibliche“ Kompetenzen zunehmend höher gewichtet werden. Kooperativer Unterricht statt Wettbewerb. Gruppenarbeiten statt Lehrerzentrierter (Frontal-) Unterricht, Abschaffung von klaren Leistungsnoten, dafür Aufwerten von „überfachlichen Kompetenzen“, usw.
      Es ist allerdings nichts Neues, und auch nichts grundsätzlich Falsches, wenn man Fleiss hoch gewichtet und benotet. Aber: es gäbe auch noch andere Aspekte, die ebenso wichtig sind.
      http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/bildung/In-Schweizer-Gymnasien-sind-Kinder-die-dort-nicht-hingehoeren/story/16462778

    • Sportpapi sagt:

      Dann der Schulerfolg. Was bedeutet es, wenn für die Aufnahmeprüfung zum Gymnasium zwei Sprachen (Deutsch, Französisch) und Mathe zählen, wobei bei der Mathe viel Geometrie und Sprachaufgaben geprüft werden.
      Kann man wirklich nur schulisch erfolgreich sein, wenn man sprachbegabt ist?
      Und: was bedeutet es, wenn im entscheidenden Moment die Jungen in der Entwicklung um bis zu drei Jahre zurück sind (Largo)?
      Auf der anderen Seite. Ja, die Jungs sind nicht so fleissig, nicht so schulbegabt, es ist vielleicht auch nicht falsch, wenn sie in der Schule etwas weniger erfolgreicher sind? Nur: warum sind sie es im späteren Leben dann doch? Bewertet die Schule allenfalls das Falsche?

      • tststs sagt:

        Nö, aber evtl. sind Jungs/Männer doch sprachbegabt und fleissig 😉

        Ooooder: Fleiss und Sprachbegabung (oder Noten? oder gar Ausbildung?) sind in der freien Wirtschaft dann doch nicht die entscheidenden Kriterien…

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Selbstverständlich sind Männer fleissig. Wenn sie motiviert und begeistert sind.
        Aber die zweite Erklärung trifft es vermutlich eher.

      • Uli Berg sagt:

        @tststs: Ich bezeichne mich nicht als besonders sprachbegabt. Aber aus lauter ‚Trotz?‘ belegte ich das freiwillige Latein. (+5 Std./Woche). Oder einfach pragmatisch: Schaden kann es sicher nicht. Im Gegenteil. Ich empfand es als rel. logisch, und der Unterricht in dieser Kleinklasse angenehm. (1 Mädchen (super!) – und 4 Knaben). Man lernte auch viel aus der Geschichte, und konnte sich bei gew. unangenehmen Fächern ausklinken 😉 – Ich weigerte mich immer – vorzusingen, mag Musik aber sehr. Aber eben meine…

      • Sportpapi sagt:

        @Uli Berg: Ich war in Latein auch erfolgreich. Eben, weil es mit Logik und Geschichte zu tun hatte, und wenig mit Kommunikation, Hören und Sprechen.

      • tststs sagt:

        Habe ich hier drin ja auch schon bemängelt.
        Deutschunterricht in der CH ist eine Katastrophe, da wird nach Gefühl unterricht (mit dem Effekt, dass die Lernenden erst bei mir das erste Mal so richtig draus kommen).
        Nein, Sprachen sind genau so logisch und kohärent aufgebaut wie Mathe. Das merkt man am Fremdsprachenunterricht (und im Latein noch eine Stufe besser, weil man sich da ausschliesslich auf das schriftliche konzentriert).
        Wäre Deutschunterricht wie Fremdsprachenunterricht aufgebaut, könnte man auch die Jungs (und sprachuninteressierten Mädchen) besser abholen!
        (Und auch im Franzunterricht stelle ich mittlerweilen solche Gefühlstendenzen fest!)

      • Benjamin Kraus sagt:

        1. Die Abiturienten-Quote relativiert sich gerade in der Schweiz mit ihrem dualen und durchlässigen Bildungssystem. Hatte selbst an der Elterninfo mit einem Vater und KMUler ein Gespräch, dass sein Kind ja nicht unbedingt ins Gymi gehen muss, damit es zuerst was „Rechtes“ lehrt, um dann ev. später (BWL) zu studieren. – Seine Tochter ging dann doch ins Gymi.

      • Benjamin Kraus sagt:

        2. „Unsere Ergebnisse haben ebenso aufgezeigt, dass Mädchen dahingehend sozialisiert werden, dass sie die Schwierigkeiten vorhersehen, die eine Vereinbarung von Berufs- und Familienleben mit sich zieht. Diejenigen Mädchen, die eine Familie gründen und Teilzeit arbeiten möchten, streben ‚weibliche‘ Berufe an, welche de facto eine Teilzeitarbeit begünstigen. Die Ergebnisse der Befragung der Jungen scheinen auf den ersten Blick vielversprechend bezüglich des sozialen Wandels: Hier gibt tatsächlich ein Drittel an, später Teilzeit arbeiten zu wollen, um sich um die eigene Familie kümmern zu können. Die Ergebnisse bezüglich der Kohärenz zwischen diesen Vorhaben und der Berufswahl schwächen jedoch diese Interpretation ab.“ (vgl. http://www.socialchangeswitzerland.ch/?p=651)

      • Benjamin Kraus sagt:

        3. „Die Väter wollen beides – mehr Familienzeit, aber ohne Einschränkung der beruflichen Perspektiven. Letztere haben jedoch in der Regel Vorrang.“ (vgl. https://sotomo.ch/wp/kpt_umfrage/)

        Also:
        – Relativ schlechter in der Grundschule ist noch nicht-= schlechte Aussichten, gerade für werdende Männer.
        – So gut wie möglich in der Schule & Ausbildung zu sein, ist aber gerade für werdende Frauen, die sich auch im Beruf verwirklichen & oben ankommen wollen, = bessere Aussichten, v.a. weil man dann in direkter Konkurrenz zu Männern steht.

        -> Wo also zu Beginn aufgrund der Durchlässigkeit Umwege gerade für Jungs keine Hindernisse darstellen, stellen sie im späteren Verlauf, wo fast nur der gerade Weg nach oben zählt, besonders für Mädchen eine beinah undurchlässige (gläserne) Decke dar.

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Mädchen suchen also Berufe, die Teilzeitarbeit ermöglichen. Und meist auch wenig Lohn versprechen, aber halt irgendwie sinnvoll oder cool sind. Offenbar haben sie vielfach nie im Sinn, mit ihrem Lohn (wenigstens zur Hälfte) eine Familie zu ernähren. Männer wissen, dass später mit grosser Wahrscheinlichkeit eine Familie von ihrem Lohn lebt, und suchen entsprechende Jobs. Sie können sich zwar vorstellen, im Falle einer Famiilengründung dann zu reduzieren. Sofern die Partnerin, wie es modern ist, das wünscht. Aber sie wünscht das nicht, sondern möchte selber reduzieren, zumindest die erste Zeit. Ausserdem ist ihr Einkommen tiefer, weil sie ja nie so wert darauf gelegt hat…
        Wie sie aus all dem zur gläsernen Decke kommen, müssen Sie schon noch erläutern.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Sie sehen nicht, wie die aus diesen systemischen Rückkopplungs-Effekten resultierenden gesellschaftlichen Erwartungshaltungen sich die Karrierechancen auch der Frauen, die trotz allem eine solche verfolgen möchten, vermindert werden?

        Haben sie schon mal mit einer Kollegin v.a. zwischen 30 & 40 geredet und womöglich verheiratet, die auf Stellensuche war oder auf eine Beförderung zuarbeitete? Schon nur die Erwartung, dass sie demnächst ein Kind bekommen könnte, d.h. selbst wenn dies nie der Fall sein sollte, erschwert so manches.

        Diese Macht der Erwartungen und die daraus resultierenden „Normalitäten“ oder gar „Normen“ nennt man, wenn man diesen nicht entspricht noch will, „strukturelle Diskriminierung“.

  • Eleonore Grossmann sagt:

    Ich würde dem Sohnemann in so einer Situation lakonisch sagen: „Du weisst was der Preis ist, wenn du den Preis nicht bezahlen willst, dann mach es nicht. Aber machen und dann lamentieren ist für Weicheier (Heulsusen, Warmduscher).“
    Letztlich wollen wir ja, dass unsere Kinder lernen Konsequenzen abzuschätzen und zu tragen…
    Mitlamentieren würde ich als Mutter keinesfalls, und über die Diskrimination gegen Buben lamentieren schon gar nicht…

    • Brunhild Steiner sagt:

      „und über die Diskrimination gegen Buben lamentieren schon gar nicht…“

      das haben wir glaub nun alle schon ziemlich gut verstanden, mit dem Einbringen von „Heulsusen und Warmduscher“ bringen Sie es ja exakt auf den Punkt.

      Den schlechtsmöglichsten zwar, aber ist ja egal, sind ja bloss Jungs nicht wahr?

      • Urs M. sagt:

        „über die Diskrimination gegen Buben lamentieren schon gar nicht“

        Eleonore, Diskriminierung gegenüber Männer und Knaben soll ja gemäss führenden Feministinnen in Politik und Akademia gar nicht existieren können. Oder eben: Diskriminierte Knaben als Heulsusen zu bezeichnen: Wunderbar, wie ihr Feministinnen euer männerverachtendes Weltbild immer wieder auf den Punkt bringt. Momol…

  • Christoph Oetiker sagt:

    Gratuliere!
    Wenn ich mir die vielen z.T. „wissenschaftlichen“ Kommentare ansehe, wurde hier ein wunder Punkt der Gesellschaft getroffen.
    Ich für meinen Teil, bin heilfroh hat unser Nachwuchs (Jg. 91 und 92) so manche überforderte Lehrperson gut überstanden.
    Habe in der Schulzeit meiner Kinder leider wenige Lehrer mit „Berufung“ kennen gelernt.

    • Widerspenstige sagt:

      Ja, es wurde DER Wunde Punkt getroffen, welcher seit Einführung des Frauenstimmrechts ab 1971 in der Schweiz rumort. Zuerst auf Frauenrechtsseite bis zur Einführung diverser Anpassungen ua im Schulwesen und seit ein paar Jahren nun dasselbe aus der männlichen Wahrnehmung und Erfahrungswerten dieser Anpassungen. Vielleicht sieht man bald ein, dass es weder noch ist, sondern eine lausige Familienpolitik in CH seine ‚Früchtchen‘ ausbreitet …

  • Paolo Martinoni sagt:

    Es ist eine unvorstellbare Anmassung seitens der „Lehrperson“, eine Grenzüberschreitung, ein Eingriff in die Privatsphäre, darüber richten zu wollen, was ein Schüler sagen bzw. nicht sagen darf. Es sei denn, er beschimpft, beleidigt, verleumdet und so weiter. Was der Sohn der Autorin nicht im Geringsten getan hat. Ich für mein Teil hätte bei der Schulleitung vorgesprochen und eine ausdrückliche Entschuldigung in Anwesenheit meines Sohnes gefordert. Als Sohn von Frau Binswanger wäre ich zutiefst enttäuscht, dass sie nur schriftlich Farbe gezeigt hat.

  • Franz Süss sagt:

    Frau Binswanger ich möchte Sie gerne richtig ausgiebig loben! Für diesen – und auch gleich vielen anderen Beitrag, die mir von ihnen gefallen. Sie haben einfach eine gesunde Einstellung, so wie man es leider nicht mehr so häufig findet.
    PS: Die humorlose Lehrerin pardon Lehrperson kann mir nur leid tun.

  • Samuel Lienert sagt:

    Bei uns kam einmal ein Anruf von der IF-Lehrerin, unser Sohn hätte, zusammen mit einem anderen Gschpändli, einem Klassenkameraden den Schulthek mit Schneebällen gefüllt, wir sollen dies doch bitte mit ihm thematisieren (von „Schimpfen“, oh Gott bewahre!) war nicht die Rede. Fast hätte ich laut losgelacht, so lächerlich kam mir das vor. Die genannte IF-Lehrerin wurde später urplötzlich kurzfristig für ein paar Wochen beurlaubt.

    • Sportpapi sagt:

      Was ist daran lustig?

    • Pumuckl sagt:

      Bin gespannt wie Sie reagieren, wenn die sogenannten Gspändli Ihres Jungen, diesem mal den Schulthek mit Schnee füllen. Bin mir sicher, dass Sie dann schnellstmöglich bei der Schulleitung aufschlagen um dafür zu sorgen, dass dieser gewissenlose Mobber Ihres Sohnes schnellstmöglich standesrechtlich erschossen wird. Weiter würde die frage im Raum stehen, wer denn jetzt wohl für die Kosten und Umtriebe wg. zerstörter Bücher und Schulhefte aufkommen würde. Wetten?

  • Leon Topodium sagt:

    Eine Woche vor den Sommerferien, das Zeugnis wahrscheinlich schon geschrieben, der Schulwechsel schon klar, folgt die mediale Abrechnung mit der Lehrperson durchs s’Mami hier im Blog – ohne das die betroffene Person die Möglichkeit hat ihren Standpunkt zu erläutern. Das ist dann journalistisch doch etwas billig. Das wirklich interessante ist ja, wie eine scheinbar intellektuelle, sich für Frauenbelange einsetzende Journalistin einfache frauenfeindliche Klischees bedient wenn es um das eigene Söhnchen geht. Ein Phänomen dass ich häufig sehe: die Mütter mögen noch so aufgeklärt, weltoffen, feministisch etc sein, wenn es um ihre Söhne geht gilt das alles nicht mehr. Eigentlich wie vor 80 Jahren noch in der Generation meiner Grosseltern. Da hat sich ja nicht viel geändert.

    • Biene sagt:

      „Wenn es um das eigene Söhnchen geht…“

      Sowie das Buberl auch nur fragend angeschaut wird, reagiert so manche Mutter geradezu hysterisch.
      Ob sie sich auch so vehement vor den Ehemann (sofern vorhanden) stellen würde?

    • Lukas Bendel sagt:

      @Leon: Da gehen die Emotionen gar heftig mit Ihnen auf Berg- & Talfahrt! Auch eine verblendete Feministin darf aufgrund der persönlichen Erlebnisse dazulernen. Und bisher beschränkt sich ihre Läuterung ja auf die Erkenntnis, dass IHREM SOHN von einer Männerhasserin Unrecht widerfuhr. Die anderen Männer sind laut Ihren Artikel (mehrheitlich) immer noch die Bösen und ergo seien die Frauen kategorisch zur Selbsthilfe unfähige Opfer, weshalb der Staat sie beschützen und verteidigen müsse. Wenn schon wäre ja dann eigentlich letzteres als frauenfeindlich anzuprangern.

    • Edhin Krokowski sagt:

      Keine Frage: Nur eine Mutter, die aufgeklärt, weltoffen, feministisch etc. ist, kann diesen Artikel geschrieben haben!

  • Claudi sagt:

    Entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, dass eine Feminlstin erst jahrelang gegen die Interessen der Männer arbeitet, und dann plötzlich feststellt, dass ihr eigener Sohn nun auch davon betroffen ist?
    Nun ist das eingetroffen, was Alice Schwarzer und Feministlnnen gefordert haben: Damit es den Frauen besser geht, muss es den Söhnen und Männern schlechter gehen. Gratulation. Mein Beileid dem Sohn.

  • Hans Hintermeier sagt:

    Der Jugendpsychologe Allan Guggenbühl sieht denn auch einen anderen Grund für den Erfolg der Mädchen: „Die 68er Pädagogik hat irgendwann in den Neunzigern überhandgenommen.“ Mit «68er Pädagogik» meint Guggenbühl eine ideologisierte Pädagogik, in der Anliegen der 68er pervertiert worden sind: Aus dem sinnvollen Postulat der schulischen Chancengleichheit der Geschlechter ist de facto ein «Mädchen und Buben sind gleich» geworden. Eine falsche Vorgabe, die bis heute Unheil in Lehrplänen, Unterrichtsmaterialien und Konzepten anrichtet. Was dagegen die Unterrichtsgestaltung angeht, bleiben die Kinder geschlechtslos. Ausnahmen sind Turnen und sexuelle Aufklärung. Und dies obwohl Studien belegen, dass geschlechtsspezifisches Verhalten nicht einfach das Ergebnis kultureller Sozialisation ist.

    • Hans Hintermeier sagt:

      In Wahrheit ist es ein kompliziertes Wechselspiel von sozialen und genetischen Faktoren, das Männer und Frauen zu dem macht, was sie sind. Die unterschiedlichen Wesensarten hängen massgeblich vom Hormonhaushalt ab.
      Ideo logisch fixierte Bubenarbeit (Gendermädchen aus Buben machen,wie es tstst beschreibt) ist gemäss Gug genbühl ein Betrug an den Buben.» Statt die Systemfehler zu korrigieren, verschärfe sie das Problem. Wurde früher fälschlicherweise die Frau als Abweichung vom Standardmass Mann begriffen, werden heute Buben am schulischen Erfolgsmodell Mädchen gemessen: Buben sind z.B. nicht weniger kommunikativ, wie gerne behauptet wird – sie kommunizieren anders. Während Mädchen im täglichen Austausch eher Übereinstimmung suchen und betonen,

    • Hans Hintermeier sagt:

      ertasten Jungs ihr Gegenüber mittels Provokation. Anhand der Leitfrage «Wie weit kann ich wo gehen?» erstellen sie ein Persönlichkeitsprofil des Interaktionspartners.
      In der wissenschaftlichen Diskussion wird das Phänomen unter dem Schlagwort «Feminisierung der Pädagogik» zusammengefasst: Auf allen Stufen vermitteln immer mehr Lehrerinnen Stoff, der inhaltlich wie methodisch auf Mädchen ausgerichtet ist.

      (vgl. Interview im Beo bachter „„Buben sind die Dummen“ mit Tabellen bzgl. Verschiedenheit Mädchen und Jungen: Kategorien „Körper und Gesundheit, Wahrnehmung und kognitive Fähigkeiten, Sozialverhalten und Kommunikation“

      1. Teil hängt anscheinend in der Warteschleife

      • tststs sagt:

        Das mit dem „methodisch“ verstehe ich, aber was meinen Sie mit „inhaltlich“ auf Mädchen ausgerichtet?

    • Hans Hintermeier sagt:

      Abgesehen von den Hormonen sind in der Neuroanatomie über 50 Unterschiede zwischen dem männlichen und weiblichen Gehirn bekannt. Unterschiede heisst nicht besser oder schlechter, sondern anders (unterschiedliche Stärken). Damit man erklären kann, dass all diese Unterschiede nicht verhaltenswirksam sind und nur die Sozialisation verhaltenswirksam bildend ist, muss man schon ein strakes ideologisches Genderweltbild haben und komplett an der konkreten Realität vorbeileben.

      • tststs sagt:

        Natürlich beeinflusst uns unsere biologie; aber eben auf einer individuellen Ebene, nicht auf einer „der Durchschnitt ist so“ Ebene.
        Ich bringe noch einmal das Beispiel mit dem Testosteron. Männer haben durchschnittlich einen höheren Testosteronspiegel als Frauen. Deshalb ist ein Mann aber noch nicht aggressiver. Entscheidend ist, ob der Spiegel ZU hoch ist.
        Oder: Männer sind durchschnittlich grösser als Frauen. Das garantiert aber überhaupt noch nicht, dass Sie, werter Hr. Hintermeier, grösser sind als ich!
        Verstehen Sie was ich meine?

      • tststs sagt:

        Und falls es Sie interessiert, weshalb ich in diesem Biologie-Erziehung-Prägung-Mischimaschi der Erziehung den längsten Hebel gebe, folgendes Beispiel:
        Waren Sie schon einmal so richtig wütend (auf Ihren Chef, Frau, irgend ein Tubel auf der Strasse)?
        Ich meine so richtigrichtig wütend? So Pfuschtidfrässi-wütend?
        Haben Sie in diesem Moment zugeschlagen (Person oder Gegenstand)?
        Nein?
        Und sagen Sie mir jetzt, wer ist da Herr im Haus?

      • tststs sagt:

        Und noch zum Stichwort Hormone:
        Ist es nicht so, dass diese ihre Wirkung erst ab der Pubertät zeigen?
        (Gilt ja auch für das Hirnbeispiel, die Unterschiede nehmen mit dem Alter zu)

      • Hans Hintermeier sagt:

        @tststs: es ist eben gerade umgekehrt! Es gibt individuelle Abweichungen vom Durchschnitt. Es gibt aber einen Durchschnitt, der sich eben gerade deshalb herauskristallisiert, weil es eben normale physiologische Prozesse gibt.
        Das Gehirn von Mädchen und Jungen ist bereits ab der Geburt verschieden, was eben auf die unterschiedliche Testosteronkonzentration im Mutterleib zurückzuführen ist. Natürlich gibt es nun eben auch Jungs, die weniger Testosteron ausgesetzt waren (als Abweichung von normalen biologischen Prozessen). Das ändert aber nichts daran, dass die grosse Mehrzahl einer normalen Testosteronkonzentration exponiert war. Prof. Simon Baron Cohen (Cambridge) hat viele Studien zu diesem Thema (Unterschiede auch im Verhalten ab Geburt) veröffentlicht.

      • Sportpapi sagt:

        „Männer sind durchschnittlich grösser als Frauen. Das garantiert aber überhaupt noch nicht, dass Sie, werter Hr. Hintermeier, grösser sind als ich!“
        Völlig richtig. Also lassen wir doch den Quatsch der Geschlechterfrage gleich ganz bei Seite, diskutieren auf beiden Seiten nicht mehr über angebliche Diskriminierung, schaffen im Sport die Geschlechtereinteilung ab (=Gleicher Erfolg für gleiche Leistung).
        Denn auch wenn sich Männer und Frauen massiv unterschieden. Wenn es nur im geringsten eine Überschneidung gibt, ist das alles irrelevant.

      • tststs sagt:

        Was ist umgekehrt?
        Trotzdem der Versuch einer Replik:
        Sie schreiben es ja selber, ausschlaggebend für die Höhe des Testosteronspiegels ist nicht primär das Geschlecht, sondern die Konzentration im Mutterleib.
        Ein Extrembeispiel zur Veranschaulichung:
        Mutter A mit extrem hohen Spiegel bekommt ein Mädchen. Mutter B mit extrem tiefen Spiegel einen Jungen. Folge: Mädchen hat ZU hohen Spiegel, Aggressionsausbrüche, prügelt mit 17 einen alten Mann ins Koma. Bube hat einen eher tiefen Spiegel, kleines Bäuchlein, gründet Familie mit einer Frau, die seine Sanftheit liebt.
        Verstehen Sie, worauf ich hinaus will?
        Das Entscheidende ist nicht der Unterschied ZWISCHEN den Geschlechtern, sondern die Normabweichungen innerhalb des Systems.

      • tststs sagt:

        @SP: Und auch an diesem Punkt waren wir schon (und wir zwei werden uns wohl nie einig).
        Es ist halt alles eine Frage der Perspektive:
        Was Sie als massiv bezeichnen, finde ich kaum der Rede wert.
        (Selbstverständlich kann auch ich eine Position einnehmen, so dass die Unterschiede riesig erscheinen; aber dies ist halt nicht meine Erfahrung und mein Menschenbild.)

      • Ka sagt:

        @tststs: Selbstverständlich kann auch ich eine Position einnehmen, so dass die Unterschiede riesig erscheinen; aber dies ist halt nicht meine Erfahrung und mein Menschenbild.)
        Dann behaupte ich, dass Sie sich einfach noch nie in einem reinen, männerdominierten Milieu waren. Gehen Sie mal an einen Fussballtraining von 16-jährigen Jungs und dann an eines von 16-jährigen Mädels. Gleiche Sportart, gleiches Alter gleiche Umgebung etc, das ist ein riesiger Unterschied!

      • Benjamin Kraus sagt:

        @Hintermeier: Es gab doch mal eine Werbeserie der CSS „Es gibt nicht DEN Bauch. Es gibt nicht DEN Kunden.“ 😉 Ihnen muss bewusst sein, dass die Gleichstellung von „Durchschnitt“ mit „Norm“, „Normalität“ oder „Ideal“ unzulässig ist, da es sich dabei um eine abstrakte statistische Grösse handelt. DEN Mann gibt es ebensowenig wie DIE Frau. Es gibt zwischen beiden aufgrund der jeweiligen Varianz einfach zu viele Überschneidungen, dass jedwede Stereotypisierung zu viele Individuen einschränkt bzw. ausgrenzt. Vgl. dazu:
        https://www.nzz.ch/feuilleton/was-heisst-durchschnitt-normal-ist-keiner-von-uns-ld.1287419
        http://wissensdialoge.de/die-durchschnittliche-person-ist-nicht-durchschnittlich-oder-warum-man-die-komplexitaet-eines-individuums-nicht-auf-einen-mittelwert-reduzieren-sollte/

      • tststs sagt:

        @Ka: Noch einmal, die Frage ist nicht, ob man einen Unterschied wahrnimmt, sondern als wie gross man diesen Unterschied erachtet.
        Etwas überspitzt formuliert:
        Meine Ansicht: Sie essen gleich, sie atmen die gleiche Luft, es fliessen die selben Bestandteile durchs Blut, sie k acken zum gleichen Loch raus, sie kennen dieselben Gefühle; aber ja, beim Wettkampf verhalten sie sich unterschiedlich, aber im grossen und ganzen sind sie gleich.
        Ihre/SPs Ansicht: Sie verhalten sich im Wettkampf unterschiedlich. Wir haben es hier mit sehr unterschiedlichen Geschlechtern zu tun.
        (Beides absolut korrekte Positionen)

      • tststs sagt:

        Und noch überspitzter: Wir haben 98% gemeinsame Gene mit einer Fliege (oder welches Tier wird hier immer als Beispiel aufgeführt?), und jetzt wollen Sie mir sagen, dass das bisschen weniger Wettbewerbsgeist bei Frauen ins Gewicht fällt? 😉

      • Ka sagt:

        @tststs: nein natürlich haben wir viel mehr gemeinsam, als das wenige das uns unterscheidet, deshalb leben wir im grossen und ganzen ja auch ganz gut zusammen. Aber um zum Ursprung der Diskussion zurück zukommen, das Wenige das die Jungs anders haben, wird in der Schule nicht berücksichtigt, oder schlimmer, als negativ bewertet. Und weil das halt doch ein wesentlicher Teil ihrer Persönlichkeit ist, erfahren sie überspitzt gesagt, 6 Jahre lang Ablehnung durch die Lehrerin (um auf M. Binswanger Beitrag einzugehen)

      • Ka sagt:

        @ Redaktion: weshalb hängt meine Antwort in der Warteschlaufe???

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: „Wir haben 98% gemeinsame Gene mit einer Fliege (oder welches Tier wird hier immer als Beispiel aufgeführt?), und jetzt wollen Sie mir sagen, dass das bisschen weniger Wettbewerbsgeist bei Frauen ins Gewicht fällt?“
        Da Sie wohl kaum behaupten wollen, dass Menschen und Fliegen sich ähnlich sind, versteckt sich wohl so einiges in diesen 2 Prozent.
        Und das, was Sie als unwesentlich abtun – Fleiss, Ehrgeiz, Leistungsbereitschaft, usw – erklärt nun mal zu einem grossen Teil die beklagten Ungleichheiten/Ungerechtigkeiten. Schlechterer Schulerfolg der Jungs auf der einen, weniger Karriere der Frauen auf der anderen Seite. Scheint mir halt doch wichtig, wenn ich nicht alles nur auf theoretischer, nebulöser Ebene abhandeln will.

      • tststs sagt:

        Dammi Siech, Hr. Kraus, da versuche ich einen Nachmittag lang, meine Gedanken verständlich zu Papier zu bringen, und da kommen Sie ums Eck‘ und zack mit einem Satz fassen Sie es perfekt zusammen!
        „Es gibt zwischen beiden aufgrund der jeweiligen Varianz einfach zu viele Überschneidungen, dass jedwede Stereotypisierung zu viele Individuen einschränkt bzw. ausgrenzt.“ (Wobei ich nicht auf das Einschränken/Ausgrenzen fokusieren würde, sondern auf die damit einhergehende Nutzlosigkeit von Stereotypsierung/“Durchschnittisierung“.)
        🙂

      • tststs sagt:

        @SP: unwesentlich als ein Anteil des Unterschiedes, sicherlich nicht per se!
        Ganz im Gegenteil, 100% Zustimmung zu „…Fleiss, Ehrgeiz, Leistungsbereitschaft, usw – erklärt nun mal zu einem grossen Teil die beklagten Ungleichheiten/Ungerechtigkeiten.“
        Und eben, ich würde dem mit Erziehung/Prägung entgegenwirken. Also überlegen, was machen wir bei Mädchen anders, dass ihnen diese Dinge idR leichter fallen.
        Mich nimmt sehr wunder, was Ihre Vorschläge sind, vor allem unter Einbezug der Biologie! (Also natürlich meine ich jetzt nicht ADHS o.ä., sondern eben um den normalen biologischen Unterschieden gerecht zu werden.)

      • tststs sagt:

        „das Wenige das die Jungs anders haben, wird in der Schule nicht berücksichtigt“
        Können Sie dies konkretisieren?

        (Wünsche mir allgemein in dieser angeregten Diskussion – wie ja auch eigentlich von der Autorin – mehr konkrete Beispiele; würde mir echt helfen, mein eigenes Verhalten zu hinterfragen)

      • tststs sagt:

        „das Wenige das die Jungs anders haben, wird in der Schule nicht berücksichtigt“
        Können Sie dies konkretisieren?

        (Wünsche mir allgemein in dieser angeregten Diskussion – wie ja auch eigentlich von der Auto rin – mehr konkrete Beispiele; würde mir echt helfen, mein eigenes Verhalten zu hinterfragen)

      • Benjamin Kraus sagt:

        @tststs: „Es gibt zwischen beiden aufgrund der jeweiligen Varianz einfach zu viele Überschneidungen, so dass jedwede Stereotypisierung gegenstands-los (oder ideologisch) ist.“ Besser? 😉

      • tststs sagt:

        Perrrrfekt!
        🙂

      • Sportpapi sagt:

        „Es gibt zwischen beiden aufgrund der jeweiligen Varianz einfach zu viele Überschneidungen, so dass jedwede Stereotypisierung gegenstands-los (oder ideologisch) ist.“
        Was man vermutlich mit Signifikanz und Effektstärken belegen müsste. Oder einfach mit einem Expertenrating. Ich bin eigentlich sicher, man würde zahlreiche Schulrelevante Faktoren finden, in denen das Geschlecht durchaus eine entscheidende Rolle spielt.
        Sonst würde man ja auch nicht ständig über das Geschlecht diskutieren.
        Um mit tststs zu sprechen: Wenn halt 90% der „Gender“ Männer auch biologische Männer sind, dann hat das biologische Geschlecht halt doch eine Bedeutung, auch wenn es mal eine Ausnahme gibt, die die Regel bestätigt.

      • tststs sagt:

        Wie kommen Sie darauf, dass Gendermänner (oder überwiegend Gendermann Seiende) zu 90% biol. männlich sind? Also nach meiner Auffassung von Gendermann sind da einiges mehr Frauen eingeschlossen. (Und sind deshalb als Mädchen in der Schule erfolgreiche, Mischung aus MG&BG).

        Wenn wir zurück zum Kern kommen (was hilft Buben in der Schule) wäre die umgekehrte Betrachtungsweise doch mindestens so wichtig: Wie viele Buben fühlen sich als Genderbuben wohl und versuchts mit der adäquaten Methode und wie viele Buben bevorzugen den „Gendermädchenunterrichtsstil“?

        Und nochmals die Frage nach Ihren (biol.) Vorschlägen…

      • Hans Hintermeier sagt:

        „Sie schreiben es ja selber, ausschlaggebend für die Höhe des Testosteronspiegels ist nicht primär das Geschlecht, sondern die Konzentration im Mutterleib.“
        Das schreibe ich eben gerade nicht!
        Nochmals: bei Knaben gibt es einen physiologischen Normalvorgang, weshalb der Durchschnitt dort beim Normalvorgang liegt. Bei Mädchen ist der physiologische Normalvorgang in einem ganz anderen Bereich, weshalb sich dort der Durchschnitt/Mehrheit anders herauskristallisiert. Es gibt also 2 Ballungszentren mit, die weit auseinanderliegen. Da es auch Abweichungen vom physiologischen Normalvorgang gibt, gibt es jedoch vergleichsweise wenige Ausreisser.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Zum „Herr im Haus“ Bsp. von Ihnen:
        Es gibt eben nicht nur Schwarz oder Weiss.Wir schweben nicht irgendwie über dem Körper und sind von ihm total unabhängig.Auch sind wir ihm nicht nur deterministisch ausgesetzt.
        Largo und andere Wissenschaftler beschreiben ja, dass das Spektrum der physiologischen Unterschiede gross sind und Verhaltensrelevanz haben. Sie können nicht ständig/ die ganze Zeit gegen ein ganzes Spektrum von körperlichen Impulsen ankämpfen, zumal viele ja viel subtiler und nicht so antisozial sind, wie ihr ext remes archaisches Gewaltbeispiel. Dies ist vom Gehirn her gar nicht möglich, weil dies viel zu viel Energie benötigen würde. Zusammengefasst: Selbstverständlich kann und muss man ag gressive Impulse beherrschen können,nicht aber sein ganzes biologisches Wesen verleug

      • Hans Hintermeier sagt:

        @tststs: Was Sie mMn nicht verstehen wollen, ist, dass wenn man alle Unterschiede ausblendet oder weniger gewichtet, man eben auch wieder neu Ungerechtigkeiten schafft, da man dann dem Menschen als Ganzes (da das biol. Geschlecht auch dazugehört) auch wieder nicht gerecht werden kann. Das ist es was Largo auch sagen möchte und wo ich ihm Recht gebe. Es ist nicht überall notwendig die Unterschiede zu betonen (wo sie zu Diskriminierung führen, müssen sie sogar in Frage gestellt werden), aber gerade in der Pädagogik dünkt mich das essentiell wichtig. Und dass die Unterschiede eben doch nicht eine vernachlässigbare Grösse ist, das sehen wir ja praktisch täglich: Sport, psychosexuelle Anziehung zwischen den Geschlechtern, Schule, Bildung des Freundeskreises… (Ausnahmen bestätigen die Regel)

      • Hans Hintermeier sagt:

        Meinte natürlich nicht Lar go sondern Gugg enbühl.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Ich kann Ihnen auf Ihrem Gender-Tripp je länger, je weniger folgen. Es gibt also Mischungen? Natürlich, individuelle Profile. Aber in den meisten Faktoren kann man auf dem Kontinuum eher auf der einen Seite oder der anderen stehen, aber nicht auf beiden.
        „Wenn wir zurück zum Kern kommen (was hilft Buben in der Schule) wäre die umgekehrte Betrachtungsweise doch mindestens so wichtig: Wie viele Buben fühlen sich als Genderbuben wohl und versuchts mit der adäquaten Methode und wie viele Buben bevorzugen den „Gendermädchenunterrichtsstil“?“
        Warum ist das wichtig? Fakt ist, dass Buben in der Schule weniger erfolgreich sind, obwohl sie nicht düm mmer sind. Dafür gibt es Gründe, und die sind kaum bei Gender-Fragen oder beim Wohlbefinden zu finden.

      • Sportpapi sagt:

        „Und nochmals die Frage nach Ihren (biol.) Vorschlägen…“
        1) Wir nehmen die Probleme zur Kenntnis und belassen es dabei, weil die meisten Lösungsansätze gleichzeitig Diskriminierung bedeuten.
        2) Ein strafferer Führungsstil mit enger Begleitung (traditioneller Unterricht „verbessert“) hilft vermutlich.
        3) Mehr Wettbewerb. Mehr Logik, mehr Zusammenhänge: Bei der Bewertung wird die Qualität, und nicht die „mündliche Teilnahme“ priorisiert.
        4) Quoten, spezifische Förderungen, verzögerter Schuleintritt etc. würde helfen, wäre aber wie in 1) gesagt nicht zulässig.

      • tststs sagt:

        Und auch bei diesem „physiologischen Normalvorgang“ sehe ich mich durch Ihr Argument bestätigt.
        Nehmen wir wieder das Testosteronbeispiel.
        Normwert Mann: 8.8-27 pg/ml
        Normwert Frau: 0.55-2.12 pg/ml
        (auf die Schnelle gefunden im Internet, bitte gerne korrigieren)
        Und jetzt nehmen wir einen konkreten Mann mit einem Wert von 15 pg/ml und eine konkrete Frau mit 3 pg/ml. Obwohl der Mann einen 5xhöheren Testosteronwert hat, ist es die Frau die durch aggressives Verhalten auffällt (auffallen könnte)!!!

        Natürlich ist der Normalvorgang nicht auf der selben „Zahlenebene“, absolute Zahlen nützen hier nichts (vgl. auch Gewicht, Grösse etc.), aber wenn es eben zu einer Abweichung des Normalvorgangs kommt, reagieren beide Geschlechter gleich. Zu hoher Wert=Aggression

      • tststs sagt:

        Und natürlich gibt es nicht nur schwarz und weiss. Ich stehe ja hier und sage, wo ich die Biologie am längeren Hebel sehe (z.B. Sexualität) und wo ich die Erziehung/Prägung als Oberhand sehe (z.B. Lieblingsfächer).
        Ich bin sogar bereit, auch Prägung/Erziehung als Teil der Biologie zu sehen (die Vorgänge finden ja im Hirn statt, was schlussendlich auch wieder nur Biologie ist.)

      • tststs sagt:

        Und in einem Punkt haben Sie mich wirklich überhaupt nicht verstanden.
        Ich blende Unterschiede nicht aus; ganz im Gegenteil.
        Ich behaupte nur, in meinem Alltag als Lehrerin spielt die Unterscheidung in die Geschlechter keine (grosse) Rolle; es bringt schlicht nichts.
        Wie an anderer STelle schon geschrieben, ist eine Unterteilung in z.B. verschiedene Lerntypen viel zielführender.

      • tststs sagt:

        @SP: Merci für die Aufzählung.
        Muss jetzt aber halt schon ein wenig picky sein und sagen: Was an diesen Tipps ist jetzt jungenspezifisch? Vor allem Punkt 2+3 finde ich besonders wichtig; denke aber, dass Mädchen davon genauso profitieren werden.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Das ist toll, wenn Sie es als Lehrerin schaffen, umgehend und ohne Einbezug von Erwartungen bei allen Schülerinnen und Schülern gleich herauszufinden, zu welchen Lerntypen sie gehören und wie man sie am besten individuell abholt.
        Mir reicht es, wenn Lehrerinnen und Lehrer im Hinterkopf haben, dass Jungs es teilweise schwer haben (jaja, es gibt auch Mädchen, die wie Jungs ticken, die es schwer haben, und Jungs, die wie Mädchen ticken, die keine Probleme haben…), und dass man sie vielleicht mal mit einer anderen Methode ansprechen könnte.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: „Muss jetzt aber halt schon ein wenig picky sein und sagen: Was an diesen Tipps ist jetzt jungenspezifisch? Vor allem Punkt 2+3 finde ich besonders wichtig; denke aber, dass Mädchen davon genauso profitieren werden.“
        Wenn es so wäre, warum macht man es dann nicht (mehr) so? Warum geht der Trend gerade in eine andere Richtung?

      • Hans Hintermeier sagt:

        @tstst: beim Testosteron geht es ja wie erwähnt nicht nur um Aggressivität, sondern um ein ganzes Bündel von Auswirkungen, z.B. bereits im Mutterleib auf die Gehirnentwicklung und das dann auch Auswirkungen hat auf kindliches Verhalten.
        Dass Sie praktisch keine Unterschiede im Unterricht machen, erschreckt mich nun gerade sehr. Auch ignorieren Sie Forschungsergebnisse an Neugeborenen bzgl. Verhalten komplett (Prof. Cohen). Aber Sie wollen all das gar nicht sehen. Es hat deshalb wirklich keinen Sinn, dass wir weiter schreiben.Für Wie Sie oben schreiben, es ist Ihr Weltbild/ Re li gion. Welches Sie miss ionieren. Credo quia absurdum est.

      • Hans Hintermeier sagt:

        @tststs. Sie unterscheiden praktisch nicht nach Geschlecht, ist es doch einfacher alle Knaben zu Gendermädchen umzuerziehen. Mir tun die Knaben in Ihrer Klasse wirklich leid. Soweit sind wir schon gekommen.

      • tststs sagt:

        @SP: Ja, weshalb geht es – leider – genau in die umgekehrte Richtung?
        Ist Häppchenunterricht, Bespassungsmethoden und vermehrt Prjoktearbeit, gepaart mit schnell zu erreichenden Erfolgen/Resultaten (also eben die umgekehrte Richtung) wirklich für die Mädchen eingeführt worden? Ich glaube nicht…

        @H.H. Habe ja ganz am Anfang geschrieben, dass Testosteron nicht das ideale Beispiel ist.
        Aber ja, da es nur noch darum geht, dass Sie mir an den Karren fahren können, ist es wohl besser, wir beenden diese „Diskussion“.

      • tststs sagt:

        Und gerne würde ich schreiben, „uns gegenseitig an den Karren zu fahren“… aber irgendwas in mir sträubt sich dagegen, Ihre Kinder/Söhne in diesen Schlagabtausch miteinzubeziehen…

      • Benjamin Kraus sagt:

        @SP: Zu ihrem auf biologistischen Annahmen beruhenden Unterricht:
        Sieht ja beinahe aus wie die Beschreibung eines trad.-hierarch. Unternehmens innerhalb eines neoliberalen Wirtschaftsumfeldes: „Straffer Führungsstil“, „Mehr Wettbewerb“, „keine Quoten“!
        Das klingt ja gut und recht, aber was bedeuten:
        – „strafferer Führungsstil“ bzw. „traditioneller Unterricht ‚verbessert‘“
        – „Mehr Wettbewerb“ – wie und wo?
        – Gilt irgendwo die „mündliche Teilnahme“ mehr als die Prüfungsnoten?
        —> Wollen sie damit weg von der ko-edukativen Schule und zurück zu geschlechter-getrennten Klassen?

      • tststs sagt:

        Sie haben natürlich recht, Hr. Kraus, die Frage ist, was man darunter versteht.
        Aber nichtsdestotrotz kann ich z.B. den „straffen Führungsstil“ nur abnicken (zwar nicht als Bubenförderung, sondern als allgemeine Methode).
        „Straff“ heisst für mich: Dies ist mein Klassenzimmer und meine Regeln; ich erlaube kritisches hinterfragen, aber nicht ein Brechen bestehender Regeln.
        Kleines Beispiel im Umgang mit einem Störefried
        XY würde evtl sagen: „Duesch jetzt bitte auf ufpasse, du störsch die andere… bitteee jeeeetzt. Also wenn jetzt nöd ufhörsch, denn muessis dine Eltere mälde.“
        Ich sage: „hör uf oder chasch min Unterricht verlah.“ Punkt. Und ganz wichtig: konsequent sein!
        Ich glaube, in diese Richtung zielt auch SP.

      • Hans Hintermeier sagt:

        @tsts: machen Sie sich keine Sorgen um meine Jungs. Ich hole sie dort ab, wo sie stehen und erziehe sie von da aus zu ganzen Menschen. D.h. ich überfordere sie nicht, weil ich auch ihren physischen Körper nicht ignoriere, sondern nütze ihn als Ressource sie abzuholen. Es gab schon immer auch ein ganzheitliches Mannsein (keine Abspaltung von Gefühlen usw.), ohne dass man aus den Knaben Gendermädchen machen muss.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Ich habe mich nochmsls auf Testosteron bezogen, weil es im Mutterleib für die Ausbildung von typischen Männergehirnen verantwortlich ist und zwar schon ab Geburt.
        Ich finde es einfach wichtig, dass man den Körper/ das Gehirn nicht aus ideologischen Gründen ignoriert, sondern die Mädchen und Knaben dort abholy, wo sie stehen. So sieht gendersensible Mädchen und Bubenarbeit aus.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Ich finde es einfach etwas iritierend, dass ständig gefordert wird, dass man sich weiblichen Bedürfnissen usw. anpassen muss, z.B. in den MINT Fächern. Fordert man das Gleiche jedoch für Jungs, dann ist das plötzlich etwas ganz anderes. Dann gibt es plötzlich keine Unterschiede mehr.
        Ich weiss nicht, ob ich heute noch dazu komme, Ihnen zu antworten. Evtl. wieder morgen früh.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: „Ist Häppchenunterricht, Bespassungsmethoden und vermehrt Prjoktearbeit, gepaart mit schnell zu erreichenden Erfolgen/Resultaten (also eben die umgekehrte Richtung) wirklich für die Mädchen eingeführt worden? Ich glaube nicht…“
        Nein. Aber man kreidet es den unterrichtenden Frauen an (Feminisierung). Und die Mädchen kommen damit offenbar besser zurecht.

      • Sportpapi sagt:

        @Benjamin Kraus: Ich erinnere mich gut an die vielen Diskusssionen um kodeukativen Unterricht, als man dachte, dieser schade den Mädchen. Weil sie weniger Aufmerksamkeit bekommen und sich in diesem Kreis ungern äussern.
        Ich war damals für koedukativen Unterricht, und bin es noch heute, weil es die Realität abbildet. Aber die Klasse mal trennen schadet auch nicht.
        Und: Würde ich im koedukativen Sportunterricht vorwiegend Fussball spielen, wäre das genauso unpassend, wie wenn ich sehr häufig tanzen würde. Tatsächlich kann es sein, dass ich beiden Geschlechtern nicht gerecht werden kann, weil die Lernwege und die Zugänge zu unterschiedlich sind – und zwar nicht wegen körperlicher Unterschiede.

      • tststs sagt:

        Hr. Hintermeier, ich weiss echt nicht, was Sie von mir (den Lehrern) wollen. Soll ich jetzt alle gleich behandeln und nicht feminisieren? Soll ich jetzt die Buben zu Buben und Mädchen zu Mädchen erziehen/unterrichten, oder doch jeden dort abholen, „wo sie stehen und …sie zu ganzen Menschen“ erziehen/unterrichten?

        Ich glaube, Sie haben einfach keine Ahnung, wie es ist vor einer Klasse mit 20 Lerndenden zu stehen.
        Ah pardon… Siiie würden ja vor 12 Schülern und 8 Schülerinnen stehen!

      • tststs sagt:

        „Tatsächlich kann es sein, dass ich beiden Geschlechtern nicht gerecht werden kann, weil die Lernwege und die Zugänge zu unterschiedlich sind – und zwar nicht wegen körperlicher Unterschiede.“
        100% Zustimmung!
        Und ich kann Ihnen sagen, nach diesen zwei Tagen, werde ich in nächster Zeit bei meiner Selbstreflexion das Geschlecht ganz sicher mal stärker beachten; mal schauen ob sich Signifikanzen herauskristallisieren…

      • tststs sagt:

        Und ehrlich, SP, zack, kommt wieder einer ums Eck‘ und schreibt so mirnichtsdirnichts hin, was ich offensichtlich nicht auszudrucken vermag…
        (ersetzen Sie Ihr „Zugang & Lernwege“ durch mein „Erziehung/Prägung“ und Ihr „köperliche Unterschiede“ durch mein „Geschlecht/Biologie“ et voilà… schon sind wir ganz nah beieinander…)

      • tststs sagt:

        Was sagen Sie zu diesem Satz, SP:
        Im Schulzimmer werden diejenigen vernachlässigt, deren Zugang nicht kompatibel mit den Unterrichtsmethoden der Lehrperson ist, unabhängig von ihrem Geschlecht.

        Und jetzt ein wohl eher strittiger Zusatz:
        Der Zugang zu Wissen und Lernen wird massgeblich durch Erziehung geprägt. In selteren Fällen spielen biologische Faktoren eine zentrale Rolle (z.B. ADHS, Seeschwäche, Grob-Feinmotorik).

      • tststs sagt:

        Oder (da ich „Erziehung“ in einem ganz weiten Sinne meine) besser wäre evtl. „…massgeblich durch Sozialisation geprägt…“

      • tststs sagt:

        @SP: „Und die Mädchen kommen damit offenbar besser zurecht.“
        Ich behaupte mal kühn, egal welche Unterrichtsmethode (von militärischem Drill bis Gespürschmifühlschmi), Mädchen werden durchschnittlich immer besser sein, weil sie sich einfach besser anpassen können, d.h. selbst wenn sie qua ihren Bedürfnissen eine andere Methode bevorzugen würden, können sie sich doch damit arrangieren.
        (Und diese Fähigkeiten verdanken sie – naaatürlich – IMHO der Erziehung und nicht der Biologie)

      • Hans Hintermeier sagt:

        @tstst: Warum ist es Ihnen so wichtig, partout nicht anerkennen zu wollen, dass die erwiesenermassen verschiedenen Gehirne von Mädchen und Jungen auch Auswirkungen haben auf das Verhalten von Knaben und Jungen? Es ist ja nicht so, dass die Gehirne derart verschieden sind, dass wir keine gemeinsame Sprache sprechen können, aber es gibt sie eben doch die, die Unterschiede.
        Ich behaupte ja auch nicht, dass alles durch das Geschlecht determiniert ist und die Sozialisation überhaupt keinen Einfluss hat, was die andere Einseitigkeit ist. Gu ggen bühl beschreibt ja gerade, dass „ideologisierte Pädagogik, in der Anliegen der 68er pervertiert worden sind: Aus dem sinnvollen Postulat der schulischen Chancengleichheit der Geschlechter ist de facto ein «Mädchen und Buben sind gleich» geworden.“

      • Hans Hintermeier sagt:

        Gugg en bühl zeigt dann auch weiter auf,dass diese „Gleichheit“ sich an den Mädchen orientiert und die Buben nicht dort abholt,wo sie stehen. Er und andere Neuropsychologen bringe viele Bsp. , wo sich das Verhalten von Mädchen und Jungen aufgrund von neuroanatomischen Unterschieden unterscheiden.Warum nicht diese Forschungsergebnisse ernst nehmen und sie mittels moderner Pädagogik nutzbar machen? Würden die Mädchen darunter leiden,hätte man das bereits lange geändert,ist es aber zum Schaden der Jungs,dann drängt sich einfach der Verdacht auf,dass dies gewissen Kreisen sehr gelegen kommt.
        Ich finde es aber gut,dass Sie sich selber im Unterricht diesbezüglich vermehrt reflektieren, würde Ihnen aber auch NeurFachliteratur in diese Richtung empfehlen (nicht nur Genderstudies). Schönes Woe

      • tststs sagt:

        Warum ist es Ihnen so wichtig, partout nicht anerkennen zu wollen,…“
        Und wieso wollen Sie mir partout unterstellen, dass ich biol. Unterschiede nicht anerkenne?

        Unsere Positionen unterscheiden sich lediglich dahingehend, wie wir diesen Einfluss verstehen und welchen Stellenwert wir ihm zuschreiben.

        Da keine Replik auf mein Beispiel von 10:22 folgt, versuche ich es mit einem anderen Beispiel/Frage:
        Ist es für sie so unvorstellbar, dass die beiden unterschiedlichsten Charaktere in einer Klasse das gleiche Geschlecht haben können?
        Oder anders gesagt: Oft sind die Unterschiede zwischen zwei Mädchen grösser, als zwischen einem dieser Mädchen und einem Knaben.
        Was hat dementsprechend mehr Einfluss auf das Verhalten?

      • Hans Hintermeier sagt:

        @tstst: Ich spreche bei den unterschiedlichen Gehirnen von Mädchen und Jungen und ihre Auswirkung auch mehr z.B. von kognitven Verarbeitunsmustern, der Raumwahrnehmung, Ansprechbarkeit auf Art der Imputs usw. (siehe Studien von Cohen, die ich zitiert habe oder auch den Beobachterartikel). Auf ihr Aggressionsbsp. bin ich deshalb nicht weiter eingegangen. Auch weil das Testosteron bereits im Mutterleib für die Ausbildung der unterschiedlichen Gehirne verantwortlich ist und in der Latenz die Hormone mehr oder weniger schweigen. Selbstverständlich gibt es Mädchen, die z.T. ähnlich aggressiv sind wie Knaben, das habe ich sicherlich nie bestritten.

    • Benjamin Kraus sagt:

      @HH: Interessanter Beo-Artikel! Aber kaum jemand leugnet heute in der nature/nurture-Debatte den Einfluss biologischer Unterschiede. Die Frage ist, ob diese ein „Selektionskriterium“ darstellen sollen oder nicht. Wenn man also fordert:
      „Dass Mädchen schulverträglicher sind als Jungen, darf kein Selektionskriterium sein.“ (Remo Largo)
      muss man analog zugleich fordern:
      „Dass Männer wirtschaftsverträglicher sind als Frauen darf kein Selektionskriterium sein.“

      Es geht um die Erschaffung von Gerechtigkeit als Chancengleichheit und nicht eines biologischen Neutrums (das gehört in den Bereich der Science Fiction).

      • Sportpapi sagt:

        „Wenn man also fordert: „Dass Mädchen schulverträglicher sind als Jungen, darf kein Selektionskriterium sein.“ (Remo Largo)
        muss man analog zugleich fordern:
        „Dass Männer wirtschaftsverträglicher sind als Frauen darf kein Selektionskriterium sein.““
        Eher nein. Die Schule bereitet auf das Leben vor und ist kein Selbstzweck. Ziel sollte es sein, dass jede/r bezüglich Schulerfolg möglichst viel seines Potentials abrufen kann. Es sollen als Leistungen gemessen werden, nicht das Verhalten, das zur Leistung führt. Auch wenn es teilweise zusammenhängt.
        Auf der anderen Seite ist mit wirtschaftsverträglich vermutlich nicht arbeitsmarkttauglich, sondern Karriere gemeint. Und hier geht es im Wesentlichen um Wettbewerb. Auch wenn manche gerne diese Spielregeln ändern würden.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Ach so, in der Schule sollte einzig die Leistung zählen und nicht das Verhalten und in der Wirtschaft das (Konkurrenz-)Verhalten und nicht die Leistung? Eine schöne neue Meritokratie haben sie da!

      • Sportpapi sagt:

        @Kraus: Was ist Konkurrenzverhalten anderes als Leistung?

      • tststs sagt:

        Schlicht: Konkurrenzverhalten ist eine Art von Leistung (im Sinne von leisten=etwas tun).
        Wobei ich sagen würde, dass B.K. mit „Leistung“ auf eine andere Bedeutung des Wortes abzielt: Output oder messbarer Erfolg.

      • Benjamin Kraus sagt:

        @SP: Dann wollen sie auch dasselbe im Schulischen sagen („Was ist Verhalten in der Schule anderes als schulische Leistung?“)? Sie machten den – meiner Meinung nach richtigen und wesentlichen – Unterschied zwischen Verhalten (das Wie, den Prozess) und der Leistung (das Was, das Ergebnis). Ausser sie wollen sich selbst widersprechen – was natürlich ihnen überlassen ist! 😉

      • Sportpapi sagt:

        Ich verstehe kein Wort.
        Natürlich sollte die Schulnote insbesondere das widerspiegeln, was im Rahmen von Leistungskontrollen möglichst objektiv gemessen wird.
        Und natürlich sollte auch bezüglich beruflicher Karriere der die besten Chancen in den Händen haben, der bezüglich seines Outputs am besten abschneidet.
        Einen Widerspruch sehe ich da nicht.

    • Benjamin Kraus sagt:

      Derselbe Artikel gibt neben der Ideologie noch andere systemische Faktoren an:
      „Was einst den Fortpflanzungserfolg sicherte, ist im Bildungssystem des 21. Jahrhunderts nicht gern gesehen. Schliesslich bereitet die Schule auf eine Dienstleistungsgesellschaft vor, die keine Helden und Draufgänger mehr braucht.“
      Und was die Ideologie betrifft:
      „Das mit dem pazifistischen 68er Groove ist eine Erfindung von ‹Experten›, die mediale Aufmerksamkeit erhaschen wollen.“ (Anton Strittmatter)

    • Martin Frey sagt:

      Schliesse mich an, Herr Hintermeier, Sie haben das m. E. treffend erläutert.
      Hoffe nur, tststs liest auch mit… 🙂

      • tststs sagt:

        tststs liest mit und bedauert, dass H.H. die Buben so benachteiligen will.
        Denn dass Mädchen heute (und schon einige Jahre länger) eben auch zu Genderbuben erzogen werden und sie deshalb das bessere Rucksäckli mitbringen (ein Mischimaschi aus GM&GB) ist IMHO unbestritten.

        Oder anders gesagt: Mädchen werden heute umfassend erzogen (sanft&bestimmt, stark&hilfesuchend,Familie&Job etc.), wieso also nicht auch den Jungs eine so umfassende Erziehung zukommen lassen.

      • Zufferey Marcel sagt:

        @tststs: „Feminist sons? How about simply loving, caring, and high achieving sons?“, wie in einem Artikel von Psychology Today zu lesen ist:

        https://www.psychologytoday.com/blog/real-men-dont-write-blogs/201706/must-my-son-be-feminist

        Ich denke, damit ist eigentlich bereits alles gesagt, was bei Kindern und vor allem bei Söhnen derzeit wichtig ist. Belege dafür, dass Mädchen ‚heute umfassend erzogen‘ werden (im Gegensatz zu den Jungen?) liefern Sie sicher noch nach. Was ich feststelle und auch belegen kann: Jungen fallen pädagogisch unter den Tisch- und das scheint politisch wenn nicht gerade so gewollt, dann zumindest billigend in Kauf genommen zu werden.

      • Benjamin Kraus sagt:

        @Zufferey: Das meint doch tststs doch gerade mit „umfassend“. Man muss das „böse“ F-Wort ja nicht beifügen. Der „Beleg“ den sie fordern, führt ihr zitierter Autor zudem selber an (direkt über ihrem Zitat):

        „‚I’m glad we’ve begun raising our daughters the way we used to raise our sons, but it will never work until we raise our sons the way we used to raise our daughters.‘ [Gloria Steinem] Girls today are being encouraged to shoot for the stars to go as far as they can in every field, and so many of them are doing just that, beating out boys at every level of education, helping each other get ahead, whether in business or in elections […], entering prestigious fields once almost exclusively the domain of men.“

      • Benjamin Kraus sagt:

        „Boys? ‚Let him cry,‘ says Miller. ‚Let him be himself.‘ (Although for many feminists this ends with boys being traditionally boyish.) ‚Teach him to care for others.‘
        Actually, I pretty much agree with all of this, and they are behaviors I encouraged in my sons. But what about strongly encouraging boys and young men to study hard the way girls and young women are, and also to shoot for the stars? This article, and so many others, talk a lot about how important it is for boys to be in touch with their emotions. But they don’t nearly as often talk about how they should be also in touch with their school books.“

      • Benjamin Kraus sagt:

        Letzter Satz führt zur Frage – für die ich einige Hinweise zu geben versucht habe – weshalb Jungs schulisch tendentiell schlechter abschneiden und was zu tun wäre. Hier einige kurze Andeutungen:
        – Ganzheitliche Erziehung
        – Reflexion der Geschlechter-Rollen und -Erwartung (etwa zur Korrektur, dass Mann-sein noch lange keinen höheren Status garantiert)
        – Frühe Förderung der Sozial-, Sprach- und Lesekompetenz (jungenspezifische Förderungsprogramme gibt es in der Tat schon, ist aber sicherlich ausbaubar)
        – Flexibler und individueller Unterricht
        – So basal es für Eltern eigentlich sein sollte: Dass ohne Ambition verbunden mit Fleiss es keinen Preis gibt: „shoot for the stars AND keep in touch with your school books!“

      • tststs sagt:

        Danke, Hr. Kraus, genau das meinte ich!

        Es sollten IMHO alle Kinder gleich erzogen werden, und wenn ich eine Spezialschiene fahre, dann weil es ein bestimmter Typus von Kind ist (und nicht weil es ein Bub/Mädchen ist).

      • tststs sagt:

        Ausnahmsweise muss ich etwas Kontra geben, werter Hr. Kraus.
        Ganzheitliche Erziehung? Ja!
        Reflexion der Geschlechterrolle? Nein!
        Dieses „Auch du als Bub musst das lernen, dass…“, dieses ständige Betonen des biologischen Geschlechts bringt IMHO gar nichts; befürchte sogar es ist eher kontraproduktiv. (Ausser natürlich es geht um Aufklärung 😉 )

      • Zufferey Marcel sagt:

        @B. Krause: Danke, ich kann bereits schon selber lesen. Etwas weniger Paternalismus, bitte.

        Man sollte Jungen vor allem ihre Vollwertigkeit und nicht ihre Minderwertigkeit vermitteln. Sie zu neuen Rollenbildern hinzuführen macht m. E. erst dann Sinn, wenn wir dabei auch die Stärken der Jungen entsprechend gewichten und nicht nur negativ bewerten, wie es derzeit v. a. im Bereich der Gender Studies geschieht. Keine politisch motivierte Umerziehung von Jungen in der Schule, sondern ganz pragmatisch und Ergebnis offen auf die Vielfalt des Lebens hinweisen, lautet die Direktive.

        600 Zeichen sind einfach zu wenig, um ausführlich auf ein Thema eingehen zu können, wie Sie es tun können.

      • Sportpapi sagt:

        „„Auch du als Bub musst das lernen, dass…“, dieses ständige Betonen des biologischen Geschlechts bringt IMHO gar nichts;“
        Das völlige Ausblenden des biologischen Geschlechts macht die Sache aber auch keineswegs besser. Mädchen und Jungen weitgehend gleich zu erziehen ist glaube ich ein sehr verbreiteter Gedanke, der auch verbreitet umgesetzt wird. Und dennoch sind die Unterschiede bereits im frühen Kindesalter da, und man muss damit klarkommen.
        Selbst im Spitzensport, selbst da, wo man meinen könnte, dass quasi nur noch „Gender-Männer“ dabei sind, gibt es erhebliche Unterschiede in Verhalten, EInstellungen, Haltungen, usw. zwischen Frauen und Männern.
        Und welchen Mehrwert sollte es bringen, wenn Frauen in Politik und Wirtschaft an die Spitze kommen, die sich wie Männer verhalten?

      • Sportpapi sagt:

        Noch zu einem Unterthema: „– Frühe Förderung der Sozial-, Sprach- und Lesekompetenz jungenspezifische Förderungsprogramme gibt es in der Tat schon, ist aber sicherlich ausbaubar)“
        Es ist ja nicht so, dass die Jungen nur gamen, während die Mädchen lesen. Vielmehr sind sie auch z.B. mit Lego beschäftigt, sehr viel häufiger und in grösserem Umkreis im Freien, spielen Fussball, erkunden die Umwelt, usw.
        Alles Faktoren, die für den Schul- und Berufserfolg ebenso relevant sein könnten. z.b. wenn es um räumliches Vorstellungsvermögen und höhere Mathematik geht (also nicht einfach Formeln lernen und anwenden).

      • Zufferey Marcel sagt:

        @Kraus & tststs: Absolut gleicher Unterricht für beide Geschlechter? Hier noch ein Klassiker der Feminismus- und Gender Studies-Kritik, aus Norwegen, nota bene:

        http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/harald-eia-gegen-den-gender-mainstream-das-wurde-haesslicher-als-ich-gedacht-habe-11899907.html

        Die Doku ist auf YouTube mit Deutscher Übersetzung abrufbar: Absolut sehenswert!

        Nein, auch die Unterschiede der Geschlechter müssen betont werden, postmoderner Luftikus hin oder her. Man könnte z. B. mit Hochrisiko-Sportarten beginnen, da holt man Jung ganz bestimmt genau dort ab, wo sie sich wohl fühlen! Der Anteil von Männern / Jungen in diesem Spezialbereich des Sports liegt weltweit bei über 90 Prozent..!

      • tststs sagt:

        „…wenn wir dabei auch die Stärken der Jungen entsprechend gewichten und nicht nur negativ bewerten…“
        Auch hier wieder eine Frage der Perspektive. Man könnte es nämlich auch so sehen, dass gewisse Stärken der Jungs durchaus gewertschätzt werden. Im Mindesten diejenigen, die wir auch den Mädchen beibringen: Selbstständigkeit, sich behaupten, den eigenen Weg gehen etc.

      • tststs sagt:

        „Das völlige Ausblenden des biologischen Geschlechts macht die Sache aber auch keineswegs besser.“ Wer will den sowas?
        Aber bitte dort, wo es Sinn macht. Wenn ich einem Kind Sexualität/Körperlichkeit erklären, dann geht es nicht ohne. Wenn ich aber von meinem Kind verlange, dass es z.B. gewisse Worte nicht sagt oder still sitzen muss, da verstehe ich wirklich nicht, weshalb ich erwähnen muss, dass es ein Mädchen/Bub ist.

      • Benjamin Kraus sagt:

        @tststs: Mit „Reflexion“ war natürlich jene der Lernenden als auch die der Erziehenden und Lehrenden gemeint. Klar, das ständige Betonen, ob im guten („auch als X kannst du das“) oder schlechten Sinn („als X macht man das nicht“) kann un- oder kontraproduktiv sein.
        Aber als mal meine Tochter mal zu mir kam und sagte „ach, weisst du, Mädchen sind ja sowieso nicht gut in Mathe“ musste ich schon noch etwas dazu sagen. 😉
        Meines Wissens gibt es auch Schul-Workshops oder Projekte, um solcherlei Dinge zumindest mal sensibilisierend zu thematisieren. Und den Jungs mal zu vermitteln, dass Fleiss nicht „uncool“ ist oder Lesen nichts nur „für Mädchen“ ist, wär doch auch mal was. Etwas mehr Bewegung oder Raufen in der Schule reicht da einfach nicht. Das muss auch von zu Hause kommen.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: „Wenn ich aber von meinem Kind verlange, dass es z.B. gewisse Worte nicht sagt oder still sitzen muss, da verstehe ich wirklich nicht, weshalb ich erwähnen muss, dass es ein Mädchen/Bub ist.“
        Erwähnen muss man gar nichts. Aber wissen, dass es dem einen Geschlecht vielleicht etwas schwerer fällt. Und dass man mit geeigneten Lernarrangements sie allenfalls besser abholen kann.
        Dass sich Mädchen- und Jungensportunterricht unterscheidet, trotz gleichem Lehrplan, hat übrigens auch nichts mit der unterschiedlichen Muskelmasse zu tun…

      • tststs sagt:

        „Aber wissen, dass es dem einen Geschlecht vielleicht etwas schwerer fällt.“ Und genau hier machen Sie den Denkfehler (bitte entschuldigen Sie die Arroganz). Der ultrakorrekte Satz hier lautet: Kinder, denen xy schwerfällt, sind häufiger Jungen als Mädchen. (und nicht der Fehlschluss: Jungen fällt xy schwerer).

        Das Geschlecht KANN ein Grund dafür sein, es können aber auch ganz viele andere Gründe vorliegen. Solange dies nicht eindeutig geklärt ist, hat es dann halt für mich den Charakter einer (billigen) Entschuldigung. So à la: Ich bin ein Junge und habe eh Mühe mit aufpassen, also ist meine Mündlichnote eh schlechter.

        Bei einem Problemfall soll auf jeden Fall abgeklärt werden, ob ein „biologisches Problem“ vorliegt. Aber doch bitte auf jeden Fall auch bei beiden Geschlechtern!

      • tststs sagt:

        @Zuffrey: Also, wenn ich den Unterricht in verschiedene Schülersegmente aufteilen dürfte, dann hätte die Aufteilung Jungen/Mädchen keine Prio.
        Ich würde z.B. nach Niveau gehen; oder eben die lebendigeren in eine Gruppe und die eher stilleren in die andere Gruppe….

      • Benjamin Kraus sagt:

        @Zufferey: Die Wiedergabe des Kontextes ihres herausgegriffenen Zitates diente bloss dazu, ANDEREN ein differenzierteres Bild zu liefern. Zudem wirkt es etwas merkwürdig damit Belege von anderen zu fordern, welche im Artikel geliefert werden bzw. dort ebenso fehlen, aber nicht beanstandet werden. Item.

        Ich sage: „flexibler und individueller Unterricht“, sie sagen: „Absolut gleicher Unterricht für beide Geschlechter?“, „Ergebnis offen auf die Vielfalt des Lebens hinweisen, lautet die Direktive.“

        Naja, lesen sie selber, aber bitte ebenso offen 😉

      • Benjamin Kraus sagt:

        @SP: Von Lesern, Gamern und Legospielern
        Glauben sie nicht, dass in einer Dienstleistungs-, Wissens- und Netzwerkgesellschaft Sozial-, Sprach-
        und Lesekompetenz für ALLE schlicht und einfach matchentscheidend ist (auch für werdende Ingenieure, Bauzeichner, Informatiker etc.)?

        Zudem bin ich mir nicht sicher, ob ALLE Jungens zu Mathematiker, Ingenieure oder Informatiker ausgebildet werden wollen (da Rede ich aus Erfahrung – Ich selbst musste mich selbst aus diesem vorgetrampelten und vertieften Pfad befreien 😉 ).
        Und da in Hintermeiers Beo-Artikel bei den Geschlechter-Unterschieden die Leseschwäche ausgeprägter ist, bräuchte es da INMHO spezifische Förderprogramme (weshalb sie nun dagegen sein können, entzieht sich mir).

      • Sportpapi sagt:

        „Glauben sie nicht, dass in einer Dienstleistungs-, Wissens- und Netzwerkgesellschaft Sozial-, Sprach-
        und Lesekompetenz für ALLE schlicht und einfach matchentscheidend ist (auch für werdende Ingenieure, Bauzeichner, Informatiker etc.)?“
        Nein, glaube ich eigentlich nicht. Lesekompetenz im Sinne von Textverständnis noch am ehesten.

      • Marcel Zufferey sagt:

        @Krause: „Zudem bin ich mir nicht sicher, ob ALLE Jungens zu Mathematiker, Ingenieure oder Informatiker ausgebildet werden wollen“

        Wer hat das je behauptet? Wie erklären Sie sich die seit Jahrzehnten völlig wirkungslosen Versuche in Deutschland, Mädchen mehr mit dem MINT-Bereich vertraut zu machen? Quellen liefere ich lieber nicht, da dieser Kommentar sonst bis morgen hängen bleibt. Ist der ‚kulturelle‘ Faktor so stark, dass selbst Millionen schwere Förderprogramme Mädchen nicht dazu bringen können, sich mehr für den MINT-Bereich zu interessieren? Oder zielen diese Programme gar am Ende völlig an der Lebenswirklichkeit vorbei?

      • tststs sagt:

        @Z.M. „Absolut gleicher Unterricht für beide Geschlechter?“
        Auch meine Formulierung „Jungen und Mädchen gleich erziehen“ ist mehr als unglücklich.
        Das Ziel sollte das gleiche sein: ein selbstbewusster, selbstverantwortlicher, empathischer Mensch.
        Selbstverständlich meine ich nicht alle Kinder mit der gleichen Methode zu erziehen/unterrichten.
        Ganz im Gegenteil, eine möglichst indvidualisierte Mehtode ist gefragt.
        Und selbstverständlich lassen sich auch diese Methoden in Kategorien einteilen. Doch auch da muss ich wieder sagen, das Geschlecht spielt bei mir eher eine untergeordnete Rolle. Es gibt Methoden für die Fleissigen, für die Konzentrationsschwachen, für die Störer, für die Leisen etc.; aber innerhalb dieser Kategorie unterscheide ich -glaubs- nicht nach Geschlecht.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Gut, der Kommentar bleibt eh‘ hängen, also hier mehr:

        „(…) Doch am Ende wird auch dieser Girls‘ Day wohl wenig bringen, die Zahlen legen nahe: Nur 14,6 Prozent aller Berufstätigen im Mint-Bereich sind weiblich. Deutschland gehört zu den Ländern mit dem größten Geschlechtergefälle, wenn es um die Einstellung von Mädchen und Jungen zur Mathematik geht, bemerkt ein aktueller OECD-Bericht. Nur zwei Prozent der Mädchen können sich überhaupt vorstellen, einen technischen Beruf zu erlernen (…)

        Quelle (schnell hingegoogelt, da ich keine Zeit habe, das Thema aber hinlänglich dokumentiert ist):

        http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/girls-day-in-der-kritik-erfolge-sind-nicht-in-sicht-a-1030271.html

      • Marcel Zufferey sagt:

        Die Hälfte meiner Komments bleibt hängen: Gute nacht allerseits 😉

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: „Das Geschlecht KANN ein Grund dafür sein, es können aber auch ganz viele andere Gründe vorliegen. Solange dies nicht eindeutig geklärt ist, hat es dann halt für mich den Charakter einer (billigen) Entschuldigung. So à la: Ich bin ein Junge und habe eh Mühe mit aufpassen, also ist meine Mündlichnote eh schlechter.“
        Vor kurzem hatten wir eine intensive Diskussion über die Fussballnote von Mädchen. Verlangt wurde, noch mehr zu berücksichtigen, dass Mädchen halt nicht fussball spielen, und deshalb schon einfachste (qualitative) Anforderungen nicht erfüllen können. Mit Biologie hat das nichts zu tun…
        Auf der anderen Seite ist immer klar, dass beim Tanzen oder Geräteturnen bei den Jungs gleiche Massstäbe angewandt werden – sollen sich halt anstrengen…

      • Benjamin Kraus sagt:

        @SP: Bei Fussball und Tanzen gibt es tatsächlich stereotype Präferenzen, aber was das wieder mit biologischer Determination zu tun haben soll, weiss ich nicht.
        Meine beiden Schwägerinnen spielten in der 3. und 2. Liga – deren Mutter war dann auch Co-Trainerin. Und Freunde von mir haben von Haus aus die Begeisterung fürs Tanzen mitbekommen („im Blut“ wie man so sagt). Ja, alles totale Aberrationen würden Biologisten nun sagen. Man muss nur genau hinschauen, würde ein Empiriker erwidern.

        – Nur beim Geräteturnen würde ich sagen, war das
        – bei uns zumindest – für beide Geschlechter gleichermassen stets der Horror! 😉

      • tststs sagt:

        @SP: Diese Fussballnotendiskussion habe ich leider nicht mitbekommen. Gebe trotzdem mein Senf dazu:
        Soll die Note aussagen, wie gut man etwas beherrscht, dann gelten für alle Geschlechter die gleichen Kriterien. (Der Umkehrschluss wäre ja, dass Mädchen an einer Matherprüfung mehr Fehler für eine 6 machen dürften).
        Soll die Note einen Fortschritt dokumentieren, dann ist klar, dass die Ausgangsbasis verschieden ist (jedoch sicher nicht nach Geschlecht, sondern nach Erfahrung)

        Nei ehrli… wer macht so ein Seich? Das schadet ja nur…?

      • Benjamin Kraus sagt:

        Es gab doch in unsren heimischen Landen mal eine Zeit, da geziemte es sich nicht, dass Mädchen oder Frauen Fussball spielten und sei es nur, um den Ball den Jungs zurück zuschiessen. Und es gibt sie auch noch heute, die Länder, wo diesen (u.v.a.) das Fussballspiel oder das Autofahren ebenfalls verboten wird. Das ist zwar nicht Gleichheit, aber nennt sich dennoch Geschlechter-gerecht i.S. von (deren „Natur“ oder „Wesen“ oder „Normalverlauf“) adäquat.

        Sry, wollte wirklich niemanden ins Abseits schiessen, aber diesen Ball musste ich aufgrund der offensichtlich parallelen Taktik aufnehmen 😉

    • Benjamin Kraus sagt:

      Wie sah denn die Pädagogik vor den 68er aus? Und vor den 90ern bevor die Jungs von den Mädchen überholt worden sind? Zurück (zu „Zucht und Ordnung“) wollen wir wohl nicht, oder? Aber vorwärts!
      – Und da bin ich ganz bei ihnen, wenn es um flexible und individualisierte Unterrichtsstile und Inhaltsvermittlung geht (wie es etwa Largo vorzuschweben scheint).
      – Und auch einen „Fight Club“ à la Guggenbühl. Warum nicht? (Gäbe es dazu nicht Vereine für geregeltes Raufen?). Wenn man sich im Vorfeld jeweils mit den Eltern juristisch abgesichert hat. Aber Gewaltfreiheit und -prävention finde an und für sich schon eine gute Sache – sie nicht?

    • Benjamin Kraus sagt:

      Zitate zum Thema „Rangeleien“ unter Buben zulassen:
      „Natürlich müssen wüste Schlägereien unterbunden werden. Aber das Null-Toleranz-Prinzip verhindert oft auch harmlose Rangeleien. ‚Damit wird den Buben ein soziales Instrument weggenommen, bei dem sie ihre Stärke und Geschicklichkeit ausspielen und erproben können‘, sagt Guggenbühl. Rangeleien seien für Jungs sogar eine Möglichkeit, Sachfragen auszudiskutieren – zum Beispiel, ob Astronaut oder Kampfpilot der coolere Beruf ist. Der Astronaut verliert, die Sache ist erledigt, und die beiden gehen zusammen Fussballspielen.“
      – äh, ok…not ok, wenn das ganz sozial-darwinistisch darauf hinausläuft: der Bully ist der King.

      • tststs sagt:

        Auch hier: umfassende Erziehung heisst eben nicht automatisch, den Jungs das Rangeln zu verbieten. Es könnte auch heissen: den Mädchen das Rangeln ebenfalls zugestehen!
        Denn wer glaubt, dass Mädchen ihre Konflikte von Natur aus lieber nicht körperlich lösen, der soll doch bitte noch einmal einen Nachmittag am Sandkasten verbringen. Und bitte nicht schockiert sein, wenn das kleine herzige Marieli dem Seppli das Kesseli über den Kopf zieht. 😉

        (Und wer noch ein wenig Lust hat, den Faktor Erziehung/Prägung zu beobachten, der kann die verschiedenen Reaktionen der Eltern studieren.)

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Heute muss man zuschauen, weil man auch immer auf Platz ist.
        Zu meiner Zeit gab es noch keine „Pausenaufsicht“ durch die Lehrer. Und keine Einteilung, wann welche Klasse in der Pause auf den roten Platz darf. Und kein Schneeballverbot, …
        Ist das gewaltfrei? Oder verhindert man einfach, dass die Kinder selber ihre Regeln finden?

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Heute muss man zuschauen, weil man auch immer auf Platz ist.
        Zu meiner Zeit gab es noch keine „Pausenaufsicht“ durch die Lehrer. Und keine Einteilung, wann welche Klasse in der Pause auf den roten Platz darf. Und kein Schneeballverbot, …
        Ist das gewaltfrei? Oder verhindert man einfach, dass die Kinder selber ihre Regeln finden? Ist es gut, wenn die älteren Kinder nicht mehr Chefs auf dem Platz sind, sich dafür nun von den Jüngeren auf der Nase herumtanzen lassen müssen?

    • Benjamin Kraus sagt:

      „Doch Toleranz gegenüber Raufereien ist heute schwierig. Strittmatter: ‚Die Grenzen haben sich bei Kindern und Jugendlichen verschoben. Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass einer, der am Boden liegt, nicht weiter geschlagen wird. Hier ist ein Tabu gebrochen worden. Übernehmen Sie mal die Verantwortung, Raufereien wohlwollend zuzuschauen, wenn Sie wissen, dass immer mehr Jugendliche solche Fairnessgrenzen nicht mehr einhalten. Die Verletzungsgefahr ist klar grösser geworden.‘
      Den Lehrern droht eine weitere Gefahr: Immer mehr Eltern schalten im Konfliktfall die Justiz ein. ‚Wenn früher der Sohn mit einem blauen Auge nach Hause kam, gab ihm der Vater eine Ohrfeige. Heute geht er zum Rechtsanwalt'“

    • fabian sagt:

      Den Beobachterartikel darf man guten Gewissens verlinken:
      https://www.beobachter.ch/schule/schule-buben-sind-die-dummen

      • Benjamin Kraus sagt:

        Danke @fabian, dachte @HH würde das im hängigen Teil nachreichen! 😉

      • Ka sagt:

        Danke für den link, ein sehr lesenswerter Artikel, der die ganze Problematik erfasst. Dieses Scheitern von uns Frauen an der Andersartigkeit der Jungs setzt sich dann ja oft auch weiter in der Beziehung zum Mann, wenn wir meinen, ihn nach unseren weiblichen Vorstellungen umerziehen zu müssen. Ich ertappe mich dabei leider immer wieder.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Ein ausgesprochen bemerkenswerter Kommentar, Ka: Das Umgekehrte lässt sich auch für die Zeit vor der Emanzipation auf Seiten der Männer sagen! Ihr Kommentar eröffnet einem geradezu neue Perspektiven!

      • tststs sagt:

        Zuffrey, evtl. habe ich Sie falsch verstanden, aber ich behaupte trotzdem mal: Au contraire!
        Die Männer früher wollten die Frauen zu Frauen erziehen.
        Die Frauen heute wollen die Männer zu Frauen erziehen.
        Oder?
        😉

        @Ka: Erleben Sie diese Andersartigkeit nicht auch manchmal gegenüber Frauen? Wenn Sie daneben stehen und das Gefühl haben, sich mit einem Lebensentwurf (als Frau) so gar nicht identifizieren zu können?

        Aber ja, MiniMes produzieren können Frauen ganz gut 😉

      • Ka sagt:

        @tststs: nein, es ist nicht diese Art von Andersartigkeit. Natürlich sind mir auch viele Lebensentwürfe von Frauen ganz fremd, es geht aber gar nicht um die Lebensentwürfe, es ist eine andere Wertigkeit die ich bei Männer feststelle. Glauben Sie mir, ich arbeite in einem Männerberuf, war während des Studiums 4 Jahre lang die einzige Frau in der Klasse und arbeite nun seit mehreren Jahren in einem reinem Frauenbüro. Das ist ein ganz anderer Umgang miteinander, nicht schlechter oder besser, aber anders!

      • Ka sagt:

        und ich bin auch eher ihrer Meinung, dass die Männer früher die Frauen nach ihren Vorstellungen einer perfekten Frau erziehen wollten, heute besteht aber die Tendenz bei Frauen, aus den Männern den perfekten kompatiblen weiblichen Mann zu machen.

      • Sportpapi sagt:

        Männer wollen doch ihre Frauen nicht erziehen. Die sind froh, wenn sie einigermassen die gleiche bleibt, in die man sich damals verliebt hat.

      • tststs sagt:

        Ich glaube, ich mein schon das richtige, habe mich aber unglücklich ausgedrückt.
        Sie meine doch so im Sinne von: Du bist anders als ich; es wäre besser, wenn du es auf meine – weibliche – Art machen würdest.
        (Beispiel: Jetzt rede endlich mal mit deinem Freund über seine Scheidung anstatt nur immer still vor dem Bier zu sitzen und gemeinsam Fussball zu schauen).
        Ich hoffe, Sie verstehen es als Kompliment, wenn ich Sie als Gendermann bezeichne. Und gerade als so ein Gendermann, würden sie nicht am liebsten manchmal all die Klischeegenderfrauen gerne umerziehen? 😉 Das meinte ich…

      • tststs sagt:

        Und falls ich Zweifel aufkommen liess: Auch ich unterschreibe sofort, dass Männer und Frauen (durchschnittlich) manchmal auf verschiedenen Planeten wohnen.
        Die Reibungspunkte liegen dahingehend,
        dass a) die Erklärung des Wiesos auseinandergehen und b) ich je länger je mehr die Erfahrung mache, dass der Unterschied nicht zwischen biol. Männern und Frauen grösser ist, sondern zwischen den Gendern.

      • tststs sagt:

        @SP: Eben, Erziehung zur Jugend. Also äusserlich.
        😉

      • Ka sagt:

        @tststs: ah ja, jetzt verstehe ich Sie 😉 also ich nehme es als Kompliment. Aber nein, ich versuche nicht diese Klischeegenderfrauen umzuerziehen, Wunsch wäre, wenn jeder seinem Wesen nach akzeptiert werden könnte. Also ich versuche zu verstehen, dass er seinem Freund am meisten beisteht, wenn er mit ihm ein Bier trinkt, und die Klischeegenderfrau muss sich halt drei Tage bei der Freundin ausheulen und alles tausend mal besprechen :). Wenn das das Ideal ist, spielt der generelle Unterschied zwischen den Geschlechtern auch nicht mehr ein solche Rolle.

      • tststs sagt:

        Jeises, Ka, keinesfalls möchte ich Ihnen unterstellen, dass Sie umerziehung veruschen; aber manchmal, nur manchmal im stillen Kämmerlein wünschte man sich, man könnte manche Menschen umerziehen… oder einfach nur schütteln… auch wenn wir 2 Sekunden später uns wieder besinnen und auch diesen Lebenswurf akzeptieren… aber eso chli schüttle… nur e bitzeli 😉

      • Ka sagt:

        hihi, und natürlich hat man im Kopf all die Wörter, die man in der Schule gelernt hat nicht zu sagen……..

      • tststs sagt:

        Hahaaaa…. das nächste Mal kommt mir sicher das Wort „Schpermachünni“ in Sinn…

  • Luca sagt:

    Mein Sohn hat leider auch so eine Lehrerin die ihn nicht leiden kann. Er hat ADHS, uns wurde sogar mitgeteilt, entweder er nimmt Ritalin oder er fliegt von der Schule… Ich hätte mir eine Lehrerin mit mehr Erfahrung und Geduld für ihn gewünscht.

  • Hans Hegetschweiler sagt:

    Ob der Sohn von Frau Binswanger in der Schule, weil er ein Bub ist, diskriminiert wird, kann ich nicht beurteilen. Die Klage, dass die Lehrerin parteiisch sei, wird von den Kindern immer erhoben, manchmal stimmt sie, manchmal lenken die Kinder damit nur vom eigenen Bias gegen den Lehrer ab. Aber, dass eine Lehrerin keine Spermawitze in Schulveranstaltungen duldet, ist ok. Ein Kind muss lernen, wo es was sagen kann. Wer nicht weiss, welches Register wo verwendet wird und wo man seine pubertären Sprüche bringen kann und wo nicht, wird im Berufsleben grosse Mühe haben. Das hat nun wirklich nichts mit puritanischer Verklemmtheit zu tun. Eine Mutter, die gerne Penise für die Lehrerin zeichnet, ist halt vielleicht auch nicht das richtige Role-model.

    • Roland K. Moser sagt:

      Der Sohnemann hat den Witz aber nicht an die Klasse gemacht, sondern zu einem Kollegen, und das im Flüsterton. Und die sozialistische Überwachungs-Tante (Lehrerin) hat es zufällig gehört.
      Die nächste Sozi-Regulierung „Alle haben gleich zu sein“ wird dann das Schlafzimmer der Erwachsenen betreffen. Natürlich nach Wochentag und Tageszeit geregelt, denn es kann und darf nicht sein, dass die einen am Morgen die Sexualpraktik A und die anderen am Abend durchführen. Geht nicht! Alle sind gleich also tun es auch alle gleich am selben Tag zur selben Zeit.
      Viel Spass bei der Einhaltung des sozialistische GV-Plans.

      • tststs sagt:

        Sorry, nope! Wenn der Schüler wollte, dass die Lehrerin es nicht hört, dann sagt er es genug leise.
        Deshalb auch ein kleines Aber an Sie, Hr. Hegetschweiler: Es ist utopisch, von Pubertierenden zu verlangen, sie sollen auf eine gewisse Sprache/Humorlevel/Provokationen verzichten. Aber die Konsequenzen für solches sollen sie tragen!

    • fabian sagt:

      Im Flüsterton beim Glaceessen. Das klingt jetzt nicht nach Frontalunterricht im Klassenzimmer.

      „wird im Berufsleben grosse Mühe haben“
      Der Bub ist 13. Manche Menschen können nicht früh genug die Kinder in die Wirtschaft integriert sehen…

  • Vreni Beerli sagt:

    Kein Wunder hats der Bub schwer mit einer solchen Mama.

    • fabian sagt:

      Mir tut er auch ein bisschen leid. Ich würde zu Chancengleichheit und Gleichstellung erzogen von einer ganz normalen Mutter, nicht mal Akademikerin. Man darf gespannt sein, wie der Bub da die feministische Erziehung verdauen wird, in seinem kommenden Leben.

  • sereina sagt:

    Das Problem ist doch nicht, dass Muttis Liebling Sperma gesagt, sondern damit den andern Jungen lächerlich und vor der Klasse blossgestellt hat. Die Lehrerin wird DAGEGEN agiert haben. Nun wird hier daraus eine Grundsatzdebatte zur angeblichen Verweiblichung der Schule und Lehrerinnenbashing unterster Schublade. Dorthin gehört übrigens auch Binswangers eigene peinliche pubertäre Fantasie, mit der sie reagieren wollte. Kein Wunder, schmeissen Lehrerinnen den Bettel hin, wenn sie nicht einmal von genderbewussten und scheinbar kritischen (nur nicht dem eigenen Sohn gegenüber) Geschlechtsgenossinnen unterstützt werden. Übrigens: Man sagt „Lehrpersonen“, um das umständliche „Lehrer und Lehrerinnen“ zu vermeiden. Sollte B. eigentlich wissen. Der Sohnemann hat sehr wohl eine Lehrerin.

    • Ka sagt:

      sehen sie, genau dieser weibliche Blick auf die Situation ist das Problem. Bei Mädchen wäre das eine Blossstellung gewesen, bei Jungs war es ein gelungener Witz, der andere Junge hat auch gekichert. Dieses Verständnis, was bei Jungs so abläuft, genau das fehlt leider oft bei Lehrerinnen, zum Glück aber nicht bei allen!

      • sereina sagt:

        DIE andern Jungs haben natürlich gekichert, das war ja auch der Sinn der Sache! Der betroffene Junge wohl eher nicht…

      • Ka sagt:

        tja sehen Sie, ihnen fehlt das Verständnis, deshalb mein Tipp: besser nicht einmischen, die Jungs regeln das schon untereinander. Aber versuchen wir Frauen doch nicht immer, sie zurecht zu biegen (gilt übrigens auch gegenüber unseren Männer)

      • tststs sagt:

        Nicht das es hier der Fall wäre, aber der Fehlschluss geht auch anders rum.
        Denn sich in einen Jungen hineinversetzen heisst auch, zu wissen/erkennen, dass ein Junge auch lachen wird, wenn es ihm eigentlich gar nicht danach ist. Er wird sich hüten, auch nur eine Träne zu vergiessen. (Eher wird er in ein paar Jahre Suizid begehen.)

      • sereina sagt:

        @tststs: Sie haben es erfasst. Spinnen wir den Faden noch weiter, könnte es sein, dass sich die Mutter eines derart Gemobbten und unfreiwillig Mitlachenden vielleicht darüber beklagen wird, dass sich keine Lehrerin für IHREN Sohn eingesetzt hat. DIESE Lehrerin aber hat sich unbeliebt bis lächerlich gemacht und sich vielleicht tatsächlich für einen Gemobbten eingesetzt. Sie ist mir jedenfalls um einiges lieber als eine Mutter, die sich mit ihrem Sohn mittels pubertärer Zeichnungen solidarisiert und übrigens, Ironie der Geschichte, sich sehr reaktionär verhält, nicht die Lehrerin.

      • DontJustStandThereAndNodTamely sagt:

        Das persönliche/subjektive Wertesystem der Lehrerin durcheinander gebracht? Der „Glace“-Junge bloßgestellt, evtl. schon mit Vorgeschichte, Mobbing, Sexismus? Ist das Ganze nun eskaliert u. wurde vorher nur bilateral Schüler-Schüler, Schüler-Lehrerin ausgetragen? Ist der Sohnemann doch kein Unschuldslamm? Ich habe bei meinen Kids immer das Gespräch mit den Lehrern (w/m) gesucht und sie waren froh drum, weil meist schriftlich und zuweilen (je nach Gemeinde) auch nur via Anwalt kommuniziert wird. Als ex. Rotzbengel mit 6er Zeugnis hatten es weder Schüler noch Lehrer leicht mit mir, aber man hat sich immer gefunden, weil Regeln im Vorfeld definiert u. verabschiedet wurden. Stand mir ja frei danach zu handeln od. nicht. Inkl. blutende Nase oder Ströfzgi. Dazu stehen und daran wachsen, Mami!

    • Lichtblau sagt:

      Warum immer dieses grausame „Sohnemann“? Wenn Sie in gleicher Anzahl „Tochterfrau“ benutzen, glaube ich Ihnen vielleicht, dass Sie mit ersterem Ausdruck nicht beabsichtigen, männliche Wesen generell als irgendwie nicht ganz ernstzunehmen hinzustellen.
      Vielleicht war’s ja einfach so: Weil der Sohn von Frau B. wohl eher nicht dumm ist, weiss er nach Jahren in der Klasse von Frau X., wie diese tickt. Auf die spontane „Pointe“ wollte er trotzdem nicht verzichten, Sanktionen hin oder her. Ein bisschen übermütig halt und wohl dem Alter geschuldet. Warum ein Drama daraus machen? Der Sohn wird’s überleben, Frau X. auch.

  • Dan sagt:

    Michèle rocks! In der Schule scheint der totale orwellsche Neusprech ausgebrochen zu sein; früher waren Lehrer und Lehrerinnen doch grossteils pragmatische, intelligente Personen mit gesundem Menschenverstand. Heute hat die PC groteske Züge angenommen, „das Elter“ eine dritte WC Kategorie in D sind die „geschlechtterneutrale Toiletten“ und Diskriminierung und Rassismus kann überall gefunden werden wenn man nur die geeignete Brille trägt. Was für Idioten.

  • Yolanda Hecht sagt:

    Sperma ist kein Schimpfwort. Die Lehrerin hat sich gedacht, dass der Junge sich gedacht hat, dass… Eigentlich ist die Reaktion der Lehrerin peinlich. Als Bubenmami kenne ich die Schwierigkeiten, die sie bekommen für vieles was „bubentyisch“ ist. Das hat aber m. E. wenig mit Verweiblichung der Schule zu tun, sondern ist systemimmanent. Die männlichen Vorbilder, die es früher gab, – wie meine Primar- und Progymlehrer – haben Ohrfeigen verteilt. Und wer hat die Schläge kassiert? Die Jungs, ausnahmslos. Es war früher nicht besser. Wenn Knaben laut und unaufmerksam sind, sollten sich Lehrpersonen immer überlegen, ob der Unterricht ihnen gerecht wird, nicht spannend genug ist. Und bei Witzen ist professionelle Distanz ein Must. Lehrpersonen dürfen sich dabei keine peinliche Blösse geben.

  • SueTheClue sagt:

    Wir haben 9 Jahre unter der verweiblichten Volksschule gelitten und könnten ein Liedlein, oder auch zwei, davon singen.
    Am Schluss wurde unser Sohn ins Timeout geschickt, nicht diejenigen, die ihn jahrelang gehänselt, ausgegrenzt, ausgelacht… hatten. Notabene Jungs mit Migrationshintergrund.
    Ein Wunder, dass es unser Sohn überlebt hat, trotzdem ins Gymi geschafft hat, wir immer noch keine Rassisten sind und auch faire Lehrerinnen kennen.
    Die Lehrperson ist im Klassenzimmer Alleinherrscherin und die Kinder sind ihrer Wilkür, ihren Launen und Vorlieben ungeschützt ausgesetzt. Das sollte sich ändern. Auch Lehrpersonen sollten regelmässig überprüft und Eltern ernst genommen werden.

    • Röschu sagt:

      Herrlich, was hier manchmal gewollt, manchmal ungewollt, an Komik entsteht:
      „Notabene Jungs mit Migrationshintergrund.“ und dann der nächste Satz „Ein Wunder, dass (…) wir immer noch keine Rassisten sind (…)“.

      • Lichtblau sagt:

        Sue erzählt hier von einer Erfahrung, die ich keinen Eltern wünsche und zieht ein Fazit daraus – sogar ein versöhnliches. Würde mein Kind über 9 Jahre (!) von einer Gruppe Innerschweizer Albinos oder den Söhnen des örtlichen Sängerchors gemobbt, wäre ich auf genau diese Leute nicht gut zu sprechen. An Komik stelle ich einen anderen Anspruch als Sie, Röschu.

  • Katharina (Mama hat jetzt keine Zeit) sagt:

    LOL!
    Ich kann mich erinnern, dass es auch zu unseren Zeiten schon „Bubenlehrer“ und „Mädchenlehrer“ gab, also Lehrerinnen oder Lehrer, die entweder die Buben oder die Mädchen vorzogen. Ja, das ist gemein. Und ja, das ist halt das Leben, auch Lehrpersonen sind keine Roboter, sondern Individuen.
    Grundsätzlich ist eine gewisse Diversität bei der Lehrerschaft auf jeden Fall vorzuziehen. Trotzdem finde ich es überflüssig, aus einer unsympathischen Lehrerin gleich ein Politikum zu machen und deren Verhalten auf die gesamtschweizerische Lehrerschaft zu extrapolieren.

    • Uli Berg sagt:

      Soweit bin ich auch ihrer Meinung. Vielfalt ist immer besser – als Einfalt. Ich kenne sogar den IT-Begriff „LOL“, und bin deshalb fast vom Stuhl (nicht Katheder) – gefallen. Einen Katheter brauche ich allerdings nicht.

  • Benjamin Kraus sagt:

    Warum schneiden Schüler notenmässig tendenziell schlechter ab als Schülerinnen?
    – Weniger Hausaufgaben (im Schnitt 1h/Woche weniger als Mädchen)
    – Mehr Zeit mit Gamen als Mädchen
    – Weniger Zeit mit Lesen von komplexeren Texten als Mädchen
    – Entfremdung/Einstellung zur Schule: 8% wahrscheinlicher die Schule als Zeitverschwendung zu empfinden
    – Geschlechterrollen: „Jungen, die der Meinung waren, dass Männer den Frauen überlegen sind und daher eine führende Rolle haben sollten, neigten eher dazu, den Unterricht zu stören. Gleichzeitig schnitten sie auch in den Noten schlechter ab: Sie erzielten ein um rund acht Prozent schlechteres Jahresergebnis als der durchschnittliche männliche Schüler im gleichen Jahrgang“
    – Peer-group verstärkt die negativen Effekte noch: „Fleiss ist uncool!“

    • Benjamin Kraus sagt:

      Was tun?
      – Geschlechter-Rollen reflektieren: Nach Ansicht der OECD-Forscher wäre ein erster wichtiger Schritt, dass Eltern und Lehrer sich ihrer eigenen Klischees und Vorurteile bewusst werden. Denn Erwartungen wie „Jungs sind halt wilder als Mädchen“ oder „Mädchen sind eben schlechter in Mathe“ beeinflussen unwillkürlich ihr Verhalten gegenüber den Kindern und prägen damit auch deren Einstellung.“
      – Flexibler Unterrichtsstil: „Jungs mit schlechten schulischen Leistungen [reagierten] am besten auf einen konsequenten, eher autoritären Unterrichtsstil. Das hat nichts mit überstrengen, autoritären Methoden zu tun, sondern eher mit einem respektvollen Umgang im Klassenraum. ‚Lehrer müssen flexibel beim Umgang mit unterschiedlichen Persönlichkeiten sein.

      • Sportpapi sagt:

        „Denn Erwartungen wie „Jungs sind halt wilder als Mädchen“ oder „Mädchen sind eben schlechter in Mathe“ beeinflussen unwillkürlich ihr Verhalten gegenüber den Kindern und prägen damit auch deren Einstellung.““ Das stimmt. Aber die Erwartungen sind ja nicht aus der Luft gegriffen.
        Und: „„Jungs mit schlechten schulischen Leistungen [reagierten] am besten auf einen konsequenten, eher autoritären Unterrichtsstil.“ Also dem Stil, der vor wenigen Jahren noch üblich war, bevor die Lehrer zu Coaches und Lernbegleitern wurden. Ich weiss nicht, ob ein flexibler Unterrichtsstil hier mehr bringt als stetige Ungewissheit, was nun kommt.

      • Benjamin Kraus sagt:

        „Aber die Erwartungen sind ja nicht aus der Luft gegriffen.“ Klar, aber diese beziehen sich auf einen Durchschnitt als Tendenz einer Verteilung. Wenn aber nun ein Individuum von diesem abweicht, wäre es doch schade, wenn sein Potential durch derartige Stereotypen verfestigenden Erwartungshaltungen, die wie negative Rückkopplungen wirken, in seiner Entwicklung gehemmt wird. – Oder?

      • Benjamin Kraus sagt:

        „Ich weiss nicht, ob ein flexibler Unterrichtsstil hier mehr bringt als stetige Ungewissheit, was nun kommt.“ – Aber zu was würden sie denn – als Mann der Praxis – raten? Zurück zu disziplinierender „Zucht und Ordnung“ mit eindeutigen männlichen und weiblichen „Tugenden“? Wohl nicht.
        Flexibler und individueller Unterricht bezieht sich doch v.a. auf die direkten Ansprachen (frontal kann man neutral-professoral sein), und das sollte doch analog funktionieren, wie wir als Eltern unsere unterschiedlichen Kinder oder als Freunde unsere verschiedenen Freunde jeweils anders ansprechen. Aber klar, das bedingt viel Engagement und Zeit. (Warum nimmt man sie sich nicht bzw. wird sie einem nicht gegeben?)

      • Sportpapi sagt:

        Als Mann der Praxis erkenne ich, dass individueller Unterricht zwar als Schlagwort gut tönt, in der Praxis aber nicht durchführbar ist. Und dass wir zwar Methodenvielfalt pflegen sollten, aber dennoch nicht jeden immer einzel ansprechen können.
        Und natürlich bin ich auch nicht für künstliche Heterogenität im Unterricht, sondern sehe, was eine homogene, leistungsbereite Gruppe leisten kann.
        Und natürlich kann man alle Erkenntnisse aus Forschung und Statistik ausblenden und sich ausschliesslich an 25 Einzelfällen orientieren, die alle ein eigenes Profil, aber auf keinen Fall irgendwelche Gruppenmerkmale wie Geschlecht, Nationalität, Alter oder ähnlich aufweisen sollten.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Wie sähe denn in der Praxis ihre Klasse und ihr Unterricht aus?
        – Weshalb ist individualisierter Unterricht nicht durchführbar? Ist denn individualisierte Erziehung auch nicht durchführbar?
        – Sind sie also gegen Methodenvielfalt? Und damit für gleicher Unterrichtsstil für alle?
        – Woraus besteht dann also eine „homogene leistungsbereite Gruppe“? Was wäre dann eine „heterogene (nicht) leistungsbereite Gruppe“?
        – Gerade durch Forschung und Statistik wurde mit der „Entdeckung“ der Varianz und Individualität die Stereotypisierung gegen den Strich gebürstet (vgl. Largo) – was nicht heisst, dass sie keine prima facie Orientierungshilfe mehr sind.

    • Benjamin Kraus sagt:

      – Jungengerechte Vermittlung von Sprachlern-Inhalten: Forscher regen an, bei Jungen Lerninhalte anders zu prüfen. Sie sollten gehörte Lerninhalte, etwa aus Vorträgen, am besten mündlich wiedergeben. Aus gelesenen Texten gewonnene Informationen sollten Jungen hingegen schriftlich wiedergeben. Bei Mädchen wäre diese Unterscheidung unnötig.
      – Für diese viel zitierte „Jungenkrise“ seien mehr Männer an Grundschulen aber allein keine Lösung, glaubt der Forscher. Viel wichtiger wäre eine „jungengerechte Pädagogik“.

    • Benjamin Kraus sagt:

      So, ich hoffe diese – zugegeben längere –
      Zusammenfassung verschiedener Studien und Artikel konnte etwas zur Versachlichung der Diskussion beitragen (gesetzt, das wäre überhaupt erwünscht 😉 )

  • Steven Frederic sagt:

    Lassen Sie es mich gleich am Anfang sagen, Frau Binswanger, die einzigen die etwas gegen die Benachteiligung der Buben erreichen können, sind deren Mütter. Sie sind also eminent wichtig für Ihren Sohn. Als Vater zweier Söhne in der Oberstufe glaube ich eine Ursache der Diskriminierung der Buben gefunden zu haben. Es ist das weibliche Harmoniebedürfnis, welches Buben benachteiligt. Die Lehrerinnen meiner Söhne sind überdurchschnittlich qualifiziert und sehr engagiert. An ihrer Schule gibt es aber nur eine Maxime, das ist die Harmonie. Dieser Harmonie wird alles untergeordnet. Es gibt kein Wille zur Leistung und zum spielerischen Wettkampf, nur die Harmonie ist wichtig. Buben sind aber von Natur aus auf spielerischen Wettkampf ausgelegt, die wird unterdrückt bis zum Schulverleider.

  • Benjamin Kraus sagt:

    Warum schneiden Schüler notenmässig tendenziell schlechter ab als Schülerinnen?

    Zuerst zur „Feminisierungs-These“:
    – Als „weitgehend widerlegt“ bewertet Helbig die These, wonach eine Feminisierung der Schulen durch die wachsende Anzahl von weiblichen Lehrkräften den Jungen schadete. 2010 etwa veröffentlichte Helbig gemeinsam mit Kollegen eine Studie, die anhand von IGLU-Daten zeigte, dass „weder Jungen noch Mädchen bei Kompetenzentwicklung oder Noten in Mathematik, Deutsch oder Sachkunde von einem Lehrer gleichen Geschlechts profitierten“. Gegen diese Annahme spreche außerdem, dass Jungen bereits seit mehr als hundert Jahren schlechtere Noten als Mädchen bekommen, also auch zu Zeiten, in denen die Pädagogik noch von Männern dominiert war.

    • Benjamin Kraus sagt:

      – „Selbstüberschätzung der Jungen“: Sie glauben, sie müssten sich nicht anstrengen, um Erfolge zu haben. Schließlich sehen sie, dass die meisten Spitzenpositionen in der Gesellschaft auch so von Männern besetzt sind, was zur Fehlannahme führe, dass Männer von Geburt an das kompetentere Geschlecht seien. Hinzu komme der schädliche Einfluss der männlichen Peer-Group: Fleiß gilt als uncool, Mädchen hingegen hätten keine sozialen Nachteile, wenn sie fleißig sind.
      – „Viele Studien zeigen, dass Jungen eine geringere Leistungsbereitschaft aufweisen als Mädchen.“ Die eigentlich interessanten Forschungsfragen seien, wieso das so ist und was man dagegen tun könne.

      • tststs sagt:

        Das Wieso beantworten Sie doch gerade im Abschnitt oberhalb sehr treffend, oder? Also zumindest ein Aspekt des Wiesos…
        Was man dagegen tun könnte?
        Proaktiv und systematisch IMHO eigentlich gar nichts. Wie unten geschrieben denke ich aber, dass wir auf andere Zeiten zusteuern und sich das Problem von alleine lösen wird.
        Also natürlich nicht, dass es faule Schüler gibt, aber dass sie bei einem Geschlecht gehäuft auftreten.
        Oder eben: Man erzieht die Jungs zu Gendermädchen 😉

      • Benjamin Kraus sagt:

        @tststs: Ja, zum Teil in Ansätzen beantwortet. Aber es wäre schon noch Forschungsbedarf vorhanden. Und daran anschliessend: Wie können wir die Leistungsbereitschaft bei den Jungen fördern (v.a. ohne dass sie erst recht die Antennen abstellen).
        In dieser Hinsicht glaube ich nicht, dass ein blosser Tausch des Geschlechts da irgendetwas beitragen würde. Ausser: Ist Bemutterung ein Thema? Geht es unseren Jungs vor Überbehütung zu gut?

        Es kann schon den Anschein haben, dass sich die Jungs etwas auf den Lorbeeren ausruhen, während den Mädchen ständig eingetrichtert wird, dass sie MEHR sein müssen um GLEICH zu sein (ähnlich wie bei vielen Migranten-Kindern allgemein, wobei da die Perspektiven nochmals anders ausschauen).

      • Sportpapi sagt:

        „Wie können wir die Leistungsbereitschaft bei den Jungen fördern?“
        Es ist doch nicht so, dass die Jungen nicht leistungsbereit sind. Wenn mir z.B. meine Jungs berichten, wie die Mathematik jedes Mal zu einem Wettbewerb wird, wer am schnellsten möglichst viele „Stöckli“ gerechnet hat.
        Dumm nur, dass es ihnen an der Prüfung dann nichts nutzt, wenn sie in der halben Zeit fertig sind, aber 1-2 Flüchtigkeitsfehler drin haben. Eine Frage der Bewertung…
        Was sie aber vielleicht wirklich wenig Lust haben ist, die immer gleichen Aufgaben bis zur Perfektion zu üben. Da fehlt dann vielleicht auch die „Angst vor Misserfolg“ bzw. man ist mit einer guten Note auch mal zufrieden.

      • Benjamin Kraus sagt:

        „Es ist doch nicht so, dass die Jungen nicht leistungsbereit sind.“ – Das sagt ja auch niemand. Es heisst nur, dass die Leistungsbereitschaft statistisch geringer ausfällt als bei Mädchen. Dazu, warum das so sein und wie man dem abhelfen könnte (vorausgesetzt man will das), versuchte ich einige Hinweise zu geben (siehe „Warum schneiden Schüler notenmässig tendenziell schlechter ab als Schülerinnen?“).

        Vgl. auch: http://www.sueddeutsche.de/bildung/unterschiede-beim-lernen-wieso-jungen-schlechtere-noten-bekommen-1.1566498

        PS: In Asien plakatiert man öffentlich alle Noten. Würde das ihren wettbewerbsorientierten Jungs entgegenkommen? Und btw: Mathe ist ja schon eher auf Exaktheit als auf Schnelligkeit bedacht, oder nicht?

      • Sportpapi sagt:

        @Kraus: Also bei allgemeinen, aber altersgerechten Tests gibt es keine Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern, wohl aber bei den Noten. Die Frage wäre dann, ob die Noten korrekt gesetzt werden, bzw. ob die Differenzen aus objektiven Prüfungen stammen und nicht durch den Lehrer verzerrt werden.
        Es heisst aber auf jeden Fall, dass die Mädchen fleissig für die Prüfungen lernen, davon aber mittel-/langfristig nicht profitieren…
        Zurück zur Mathe: Ich erinnere mich an unsere Schulmathe im Gymnasium. Das neue Thema wurde an der Tafel eingeführt. Meist begriffen die Jungs das viel schneller als die Mädchen. Es folgten zahlreiche Übungen, bis es die letzten begriffen bzw. die Formeln am richtigen Ort einsetzen konnten.

      • Sportpapi sagt:

        Dann haben die einen auf die Prüfung nicht mehr gelernt, weil sie ja das Prinzip begriffen hatten. Die anderen lernten die Übungsaufgaben praktisch auswendig. Und freuten sich dann, wenn der Lehrer an der Prüfung die gleichen Aufgaben mit anderen Zahlen wieder brachte, die sie automatisiert lösen konnten. Auch wenn sie die Mathe gar nicht verstanden hatten.
        Man könnte auch andere Prüfungen machen, und z..B mit neuartigen, komplexen Aufgaben die Kreativität bei der Lösungsfindung und die Anwendung des Gelernten auf neue Probleme überprüfen.
        Aber das andere ist halt einfacher.

    • Marcel Zufferey sagt:

      Nur kurz, werde auch kaum Zeit haben, mich mit Ihren Argumenten innert nützlicher Frist auseinander zu setzen, Herr Kraus: Die These, dass Mädchen schon vor 100 Jahren (immer) bessere Noten als Jungen geschrieben haben, erweist sich bei näherer Betrachtung der entsprechenden Meta-Analyse aus methodischer Sicht als fragwürdig:

      https://sciencefiles.org/2014/05/04/jungenkrise-nachste-runde-der-propagandaschlacht/

      Nun köpfen Sie mir bitte nicht den Überbringer der Botschaft (mehr s. weiter unten), sondern setzen Sie sich bitte mit der Botschaft selber inhaltlich auseinander. Sie ist insgesamt schlüssig und stringent formuliert, finde ich.

      Ich mag vor allem Links, die Sachverhalte beleuchten, die allgemein kaum oder gar keine Beachtung finden- aus welchen Gründen auch immer…

      • Benjamin Kraus sagt:

        1/4 Ich finde es immer gut, wenn Studien kritisch hinterfragt werden, v.a. wenn die Validität neutral und ergebnisoffen überprüft wird und nicht aufgrund einer (hidden) agenda mit festgelegtem Ergebnis, weil mit solchem bias sich immer ein Haar in der Suppe finden lässt.

      • Benjamin Kraus sagt:

        2/4 Als Fazit über eine (Meta-)Studie über den Vergleich von Leistungsbewertungen konstatiert der Autor:
        „die Krise der Jungen ist keine Krise der schulischen Leistung, hier zeigen PISA und andere Studien, dass Jungen zuweilen besser, zuweilen etwas schlechter abschneiden als Mädchen.
        Die Krise der Jungen zeigt sich darin, dass Jungen seltener ein Abitur erreichen als Mädchen, häufiger einen Hauptschulabschluss oder keinen Schulabschluss vorzuweisen haben als Mädchen, dass sie häufiger auf Sonderschulen landen als Mädchen…. All dies sind institutionelle Effekte, die sich aus einer ungleichen Behandlung von Jungen und Mädchen durch Vertreter von Bildungsinstitutionen ergeben.“

      • Benjamin Kraus sagt:

        3/4 Dies war leider das ausweichende enttäuschende Ende einer an und für sich interessanten kritischen Auseinandersetzung der Methodik einer Metastudie.
        Daher die Frage an sie M. Zufferey:
        1. Was verstehen sie genau unter „Feminisierung“?
        2. Was sind i.M.n. die Gründe für das Ungleichgewicht (das sich im Verlauf der Karriere ja wieder zu Gunsten der Männer schwankt)?

      • Benjamin Kraus sagt:

        4/4 PS: Beim gender pay gap oder der gläsernen Decken individualisiert man die „Schuld“ und Verantwortung gerne auf jeweilige nicht-durchsetzungsfähigen Frauen, bei der Jungenkrise hingegen sind es mit Gewissheit strukturelle bzw. institutionelle Effekte und eine Gruppe oder die Gesellschaft ist „Schuld“ und trägt die Verantwortung für die Behebung des Missstandes…Zwei Ellen mal wieder.
        Ich selbst finde die Betrachtung der Strukturen bzw. formellen und informellen institutionellen Regeln wesentlich das Verständnis der gesellschaftlichen Macht-Mechanismen, und bin dahingehend offen, wenn man dies tut – aber dann bitte konsistent und nicht selektiv.

        (Mit „man“ sind nicht sie, MZ, persönlich gemeint 😉 )

      • Martin Frey sagt:

        @Kraus
        Ich muss zu meiner Schande gestehen, wie oft fehlt mir irgendwann Kraft, Zeit und Energie, Ihren geistigen Höhenflügen inklusive Links zu folgen.
        Daher nur noch kurz eine Randbemerkung zum sog. gender pay gap zur Erinnerung. Die einzige für eine etwaige Diskriminierung relevante, aber ebenfalls nicht beweisende Messgrösse ist der nach strukturellen Unterschieden bereinigte gender pay gap. Und dieser bewegt sich in Deutschland wie auch bei uns im tiefen einstelligen Prozentbereich, ist daher kaum messbar und somit wohl auch statistisch nicht signifikant.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Es gibt ganz „gute“ rein ökonomische Gründe für den gender pay gap: Dieser stellt sozusagen die „Risikoprämie“ dar für die Investionen des Unternehmens in das Humankapital der Arbeitnehmerin.
        Dies nennt sich „Theorie der Statistischen Diskriminierung“ und betrachtet die Risiko- und Lohn-Kalkulationen der HR-Abteilungen.

        Und seien sie doch ehrlich: Wenn sie wüssten, sie verdienten 5% oder sagen wir 500.-/Monat oder 6000.-/Jahr weniger als ihre gleichqualifizierte und -leistende Kollegin, weil sie ein Mann sind – sagen sie dann „Ist ja ’nicht signifikant‘, kann ich leben mit“ oder würden sie sich nicht unfair behandelt fühlen?

      • Martin Frey sagt:

        @Kraus:
        Wenn ich sage, nicht signifikant, heisst das nur: ..ist das Resultat überhaupt valide, aussagekräftig? Das hat mit Statistik und Messmethoden zu tun.
        Und selbst wenn der bereinigte Gender Pay Gap nachweisbar wäre, ist es unzulässig, dies als Beweis für Diskriminierung anzuführen, da es für die Unterschiede eben auch andere Erklärungen gäbe. Ein Beweis ist etwas anderes.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Wo ich die strukturellen Probleme für Jungen verorte? Wir leben in einer Zeit, in der europaweit Millionen für Frauen- und Mädchenfördermassnahmen wie zum Beispiel Intensivpraktika an Hochschulen, Mentorinnenprogramme, Girl’s Days, Mädchenwerkstätten, Mädchenkulturwochen, Mädchenspielplätze, Mädchen-Techniktage, Mädchen IT-Offensiven, Frauenstiftungen, Frauenuniversitäten, Frauenstudiengänge, Frauencafés, Frauenbibliotheken, Studienstiftungen nur für Frauen, Mädiale (Kulturveranstaltungen nur für Mädchen) oder Frauen-MINT-Awards ausgegeben- und für Jungen und Männer so gut wie nichts! getan wird! Diese Einseitigkeit dürfte nicht folgenlos bleiben.

        Was die Feminisierung anbelangt: Mit dem Begriff kann ich wenig bis gar nichts anfangen. Es hat mehr Lehrerinnen an den Schulen, punkt.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Wenn sie also auf 6000.- oder 3000.- pro Jahr verzichten müssen und die Erklärung ihres Unternehmens ist: Sorry, wir haben KEINE ERKLÄRUNG, aber ist ja statistisch nicht signifikant. – Dann fühlen sie sich nicht diskriminiert?! Und wenn sie sehen, dass es ihren Kollegen genau so ergeht, dann glauben sie nicht, dass es mit ihrem Geschlecht zu tun hat?!

        KEINE ERKLÄRUNG, heisst zwar keine Diskriminierung DE JURE, aber sehr wohl DE FACTO! Keine Erklärung ist dann vielmehr eine Unverschämtheit!

        Just walk in their shoes from time to time, buddy!

      • Benjamin Kraus sagt:

        Und wie gesagt es gibt ja eine (eigentlich mehrere) rein ökonomische Erklärungen. Zur Verdeutlichung der„Theorie der Statistischen Diskriminierung“:
        – Unternehmens-Entscheide werden unter Bedingungen der unvollkommenen Information und Unsicherheit gefällt.
        – Produktivität umfasst neben der direkten Arbeitsleistung auch die für die Zukunft erwartete Regelmässigkeit, mit der die Arbeit geleistet wird.
        – Damit sind Fluktuations- und Absentismusraten auch Produkvititätsmerkmale.
        – Bei der Einstellung und Lohnverhandlungen zählen also nicht nur die aktuellen Qualifikationen im CV und Leistungen, sondern auch (künftige) unsichere (Risiko-)Faktoren.

      • Benjamin Kraus sagt:

        – In stat. Risiko-Kalkulationen werden „Gruppen“ anhand von Merkmalen gebildet & die erwartete „durchschnittl. Arbeitsproduktivität“ mittels eigener Erfahrungen, stat. Daten & gesellschaftl. akzeptierten Einstellungen geschätzt.
        – Wenn nun eine Gruppe, gebildet anhand des Prädikats „weiblich“, aufgrund geringerer Arbeitsplatz-Stabilität im Schnitt weniger produktiv erscheint, kann statistische Diskriminierung einzelner Frauen die Folge sein: Vor allem gegenüber jenen auf die die Prognose nicht zutraf, die also nie o. noch keine Kinder gebaren o. deswegen die Stelle nicht aufgaben.
        – Die Folge kann Lohn- o. Beschäftigungsdiskriminierung sein: Eine Lohndifferenz (gender pay gap) als „Risikoprämie“, erst gar keine Beschäftigung, oder weniger Ausbildungsinvestitionen.

      • Sportpapi sagt:

        „Beim gender pay gap oder der gläsernen Decken individualisiert man die „Schuld“ und Verantwortung gerne auf jeweilige nicht-durchsetzungsfähigen Frauen, bei der Jungenkrise hingegen sind es mit Gewissheit strukturelle bzw. institutionelle Effekte und eine Gruppe oder die Gesellschaft ist „Schuld“ und trägt die Verantwortung für die Behebung des Missstandes…Zwei Ellen mal wieder.“
        Eigentlich wollte ich heute morgen ja das Gleiche schreiben, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Wenn Frauen in Wirtschaft und Politik nicht an die Spitze vorstossen, was sie vielfach offensichtlich auch nicht wollen, dann ist das Diskriminierung, die Gesellschaft muss sich ändern, Spielregeln anpassen. Wenn Jungs in der Schule schlechter sind als ihrem Potential entsprechend: Dann sind sie faul!

      • Benjamin Kraus sagt:

        @SP: Für das, dass die Antwort so einfach wäre, hätte ich aber ziemlich viel geschrieben, nicht? Nein, natürlich gibt es strukturelle Gründe, wie immer. Manche liegen in der Selbst-Verantwortung, manche eben nicht oder nur in erschwertem Masse. Jedes Individuum bringt seine je eigene Mannigfaltigkeit, steht aber auch in einem systemischen Wechselverhältnis mit seiner Umwelt (Natur, Gesellschaftssysteme, Organisationen, Gruppen etc.), welche gewisse Variablen verstärken oder hemmen können. Faktoren sind u.v.a.:
        – Biologie (Gene, Hormon- & Neuronales System etc.)
        – Soziologie (Gesellschaftssystem, Wirtschaftsstruktur, Erziehung, Familie, Peer-groups, Exklusionen etc.)
        – Sozialpsychologie: Identität, Rollenbilder, Erwartungshaltungen, Zukunftsperspektiven
        – etc.

  • Benjamin Kraus sagt:

    Zu M. Zuffereys Frage (bzgl. der Quellen – lange Links – einfach fragen 😉 ):

    Warum wählen immer weniger Männer den Lehrerberuf v.a. für die Grundschule?
    – Traditionelle Rollenbilder: Männer sind eher auf Karriere gepolt, Frauen auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die gerade an Grundschulen als Teilzeitkraft realisierbar ist.
    – Karriereperspektiven: Kaum auf der Grundstufe. Anders in den Gymnasien und Berufsschulen
    – Status: Männer suchen im Beruf Status und Prestige. Für Frauen sollte er sinnvoll für die Gesellschaft sein und familienverträglich.
    – Geld: Von allen Lehrerberufen die niedrigste Besoldungsgruppe. Lohn stärkeres Kriterium als bei Männern

    • Benjamin Kraus sagt:

      – Klischees: Frauen arbeiten lieber mit Kindern als Männer. Image der «Chegelischule», in der man nur singt, malt und spielt. Das schrecke Männer ab.
      – Viele der Männer konnten sich früher nicht vorstellen, beruflich mit Klein­kindern zu tun zu haben. Man fand allgemein, das seien komische ­Männer, die das machten.
      – Unterschwelliger Generalverdacht, dass Männer zu Übergriffen zu neigen.
      – In der Grundschule ginge es v.a. um pädagogische Fähigkeiten, reines Fachwissen ist nicht die Hauptsache, weshalb es mehr Männer reizt Oberstufenlehrer zu werden, da sie glauben, erst dort seien die Schüler gross genug, dass man sie unterrichten und ihnen Stoff vermitteln kann.

    • Benjamin Kraus sagt:

      – Andere Berufe produzieren etwas Vorzeigbares, Objekte, die das eigene Ego pflegen. In der Erziehung und Bildung aber haben es die dort Tätigen mit Subjekten, nicht mit Objekten zu tun. Das Ergebnis der Arbeit ist zudem nur schwerlich präsentierbar. Ob eine Erzieherin ihren Job gut gemacht hat, weiß sie – wenn überhaupt – erst nach Jahrzehnten.
      – Unsicherheit auf männlicher Seite wie die Weitergabe von Wissen, Erfahrung, Orientierung von den Älteren an die Jüngeren vonstatten gehen soll. Denn dafür gibt es auf Seiten der Männer keine guten Vorbilder mehr.

    • Benjamin Kraus sagt:

      Was tun?
      – Die Freude an der Zusammenarbeit mit Kindern ist für fast die Hälfte der neu eingetretenen Studierenden im Studiengang Kindergarten und Primarschule der Hauptbeweggrund, die Ausbildung an einer Pädagogischen Hochschule zu absolvieren.
      – Je höher die Schulstufe (und damit gilt auch: je höher der Lohn), umso kleiner ist der Frauenanteil bei den Lehrkräften.
      – Obwohl Lehrer per se nichts besser machen als Lehrerinnen, seien männliche Vorbilder einfach wichtig für Mädchen und Jungen. ­Buben im Speziellen bräuchten dies, um ein realistisches Männerbild zu entwickeln. Gerade bei der ­Berufswahl ist die Vorbildfunktion enorm. Buben, die die Schule als weiblich erleben, kommen kaum auf die Idee, Lehrer zu werden.

    • Benjamin Kraus sagt:

      – Die Benachteiligung von Jungen in den Schulen kann nur beendet werden, wenn wir ihnen helfen, dass sie auch in weiblichen Personen Vorbilder für sich selbst sehen können. Wenn sie lernen, dass auch die Frauen, die aus ihrer Sicht „anderen“ also, für das allgemein Menschliche stehen, und es sich deshalb lohnt, ihnen zuzuhören und sich für das, was sie tun zu interessieren.
      – Bessere Informations-Kampagnen zum Berufsbild: Man erlebe viele tolle Momente, die unter die Haut gingen. „Und wenn Kinder, die andere längst aufgegeben haben, trotzdem die Kurve kriegen, berührt mich das.“
      – Nicht zuletzt wegen der guten Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Pluspunkt für die Laufbahn als Grundschullehrer.
      – Mehr (Geschwister 😉 ), Vereine, Pfadi, etc. in der Jugend?

      • Uli Berg sagt:

        Ganz einfache Frage. Gehört Soziologie zu den exakten Wissenschaften? – Die Soziologen aller Länder streiten sich wohl genau so gerne, wie die Philosophen aus allen Ländern. Meist sind Philosophen aber im Bereich Logik – besser informiert/ ausgebildet. Sog. Studien werden bereits inflationär erstellt 😉

      • Benjamin Kraus sagt:

        Dahingehend halte ich es eher mit Aristoteles phronesis als mit Platons episteme. Denn mit dem Grad der Exaktheit, wie sie in der Logik oder Mathematik gefordert ist, kommen sie in der empirischen gesellschaftlichen Realität (inkl. Ethik, Politik, Ökonomie, Pädagogik etc.) angesichts der anomal monistischen Komplexität, Kontingenz und Variabilität nicht sehr weit. Eher Probabilismus und Heuristik als eine exakte aber inadäquate unbounded rationality. Wollen sie policies aufgrund ihrer ach so unfalliblen logischen Intuition masterplan-mässig top-down dekretieren? Ein kleiner Philosophen-König was 😉 ?

        Mich nähmen aber schon ihre Gegen-Vorschläge wunder – keep learning!

      • tststs sagt:

        „Was tun?“
        Ich bin optimistisch und sage: Abwarten und Tee trinken.
        Sie beschreiben sehr treffend, weshalb Männer diesen Beruf heute nicht mehr ergreifen. Ich würde es unter dem Stichwort „Selbstbild des Mannes“ zusammenfassen (im Sinne von: ein richtiger Mann wählt nicht den Lehrerberuf).
        Da sehe ich aber andere Zeiten auf uns zukommen; dieses Selbstbild verändert sich meiner Meinung nach massiv (selbstverständlich mal schneller, mal weniger) und dementsprechend glaube ich, dass sich das von alleine ausgleichen wird. Ich spreche hier natürlich von Jahren/Jahrzehnten.

      • Uli Berg sagt:

        @tststs: Ich bin im Gegensatz von zwei eh. Schulkollegen (Semi) nicht Lehrer geworden. War aber später in der Fa. auch in der sog. Juniorenausbildung tätig. Das machte ich sehr gerne. Auch gutes Feedback erhalten.
        @Benjamin Kraus: „Ein kleiner Philosophen-König was?“. Was soll diese Polemik? Bereits Sokrates meinte: „Ich weiss, dass ich nicht(s) weiss“. Hoffe aber, vom Schierlingsbecher verschont zu bleiben.

      • aufmerksamer Leser sagt:

        Also wie jetzt – zum einen schreiben Sie – Zitat: – Obwohl Lehrer per se nichts besser machen als Lehrerinnen, seien männliche Vorbilder einfach wichtig für Mädchen und Jungen. ­Buben im Speziellen bräuchten dies, um ein realistisches Männerbild zu entwickeln.
        Und dann kommt im nächsten Beitrag – Zitat: – Die Benachteiligung von Jungen in den Schulen kann nur beendet werden, wenn wir ihnen helfen, dass sie auch in weiblichen Personen Vorbilder für sich selbst sehen können.
        Etwas wirr Hrr Kraus oder ?

      • Uli Berg sagt:

        @tststs: Herzlichen Dank für Ihre Antworten. Ich halte mich gerne an Leute mit viel Praxiserfahrung. Die habe ich zwar auch, aber in einem anderen Bereich (IT). Bin von Natur aus – Pragmatiker.

      • Benjamin Kraus sagt:

        @tststs: Ich teil zwar deinen Optimismus, aber das „von alleine ausgleichen“ eines Systems ist trotz allem noch von Akteuren mit ihren Motivationen und Intentionen abhängig. Also ab und zu nach dem Tee zum Rechten schauen 😉
        @U. Berg: War nicht böse gemeint. Rate aber von Ausflügen nach Syrakus ab! 😉
        Danke @aufmerksamer Leser
        Ist natürlich eine Zusammenfassung verschiedener Positionen, die sich m.M. aber nicht ausschliessen müssen.
        – „nichts besser“: hinsichtlich Kompetenzen und schulischer Leistung
        – „männliche Vorbilder“: etwa für Motivation den Beruf des Grundschullehrers zu ergreifen
        – „weibliche Vorbilder für Junge“: schon nur für ein ganzheitliches Menschenbild und v.a. für den wahrscheinlichen Fall dass es so bald keine Welle von Grundschullehrern geben wird.

  • Nada sagt:

    X-fach erlebt: Feministische Bekannte bekommt zuerst ein Mädchen und später einen Jungen. Solange nur das Mädchen zur Schule geht, findet sie die mädchenfördernde Schule gaaaanz toll, kommt der Junge in die Schule sieht frau das plötzlich kritisch. Dass man aber wie Frau Binswanger vom Feminismus ins andere Extrem kippt und plötzlich zu maskulinistischen Kampfbegriffen „Verweiblichung der Schule durch Lehrerinnen“ Zuflucht nimmt, finde ich erstaunlich. Schulen brauchen weder das eine noch das andere Extrem und Lehrer/innen, die irgendwelche Ideologien (Feminismus/Maskulinismus) im Beruf ausleben wollen, stören genauso wie religiös missionarische.

    Übrigens darf man Lehrpersonen jeweils direkt ansprechen, wenn etwas stört hat und nicht erst indirekt nach Jahren seinen Unmut äussern.

  • tststs sagt:

    Da dies heute oft zur Sprache kam, möchte ich kurz zum Punkt „lebendige Jungs stören und werden von Lehrer(innen?) benachteiligt“ Stellung nehmen.
    Viele Lehrer – inkl. mir – haben mit lebendigen Kindern/Jugendlichen gar keine Probleme. Ganz im Gegenteil. Natürlich kommen dann öfters, nennen wir es mal, „flotte Sprüche“, aber es sind genau diese Lernenden, die sich aktiv am Unterricht beteiligen. Glauben Sie mir, (zu) ruhige Lernende fordern mich einiges mehr. Und es ist durchaus möglich, muss sogar so sein, dass einige dieser Schüler sich in diesem meinem Klassenklima nicht so wohl fühlen, resp. ich sie sogar benachteilige.

    Was aber gar nicht geht, sind Schüler, die nur „flotte Sprüche“ leisten und sich am Unterricht nicht beteiligen.

    • tststs sagt:

      In diesem Sinne erlaube ich mir einen Tipp:
      Versuchen Sie einem betroffenen Kind irgendwie schmackhaft zu machen, dass es seine Energie auf die Lehrperson konzentrieren soll. Und das kann so was Simples sein wie: Jedes Mal, wenn der Lehrer „ähm“ sagt, machst du einen Strich. (Netter Nebeneffekt: Lehrer hat auf jeden Fall das Gefühl, das Kind höre zu 😉 )
      Oder: Mach einen Strich jedes Mal, wenn du streckst und einen Kreis, wenn du antworten darfst (Netter Nebeneffekt: Messbar, ob der Lehrer das Kind ignoriert/benachteiligt)

      Aber ja, da werfe ich wieder aus meinem Glashaus mit Ratschlag-Steinen… 😉

      • Uli Berg sagt:

        Was halten Sie von Schülern, die in Betragen /Ordnung eine 6 hatten. Im Fleiss aber nur eine 4-5. Meine dazumals in der Primarschule. Könnte auch an einem Fensterplatz gelegen sein. Oder wegen Zurückhaltung beim sog. „Schnellrechnen“. Ist doch peinlich, immer diese Pralinen vorne abholen zu müssen. Na ja, später hatte ich (wir) selbst 2 Söhne. Ziemlich verschieden in ihrer Art und Weise. (Gleiche Eltern, gleiches Milieu). Genet. Zufall? Wie bei Mani Matter?

      • tststs sagt:

        Was ich davon „halte“? Puhhh…. schwierige Frage….
        Als Lehrperson lese daraus ab, wo die Stärken dieses Schüler liegen und wo es noch Verbesserungspotential gibt.
        Als Elternteil würde ich sagen: Gut gemacht! (Und wenn’s sein muss, aber bitte mit Augenzwinkern: Du weisch, würdsch i de Schuel so rassig vorwärtsschaffe wie a dim Legoturm hetsch det locker au en 6er)
        Meinten Sie das?

      • Uli Berg sagt:

        @tststs: Ja. Mein Vater hatte mit diesem Augenzwinkern reagiert. Leistungsnoten waren ja gut. Jedenfalls reichte es für die Bez. Dort war ich wohl fleissiger …

      • Sisifee sagt:

        @ tststs: Danke für die Aufmerksamkeitstipps! Das ist echt super. Ich habe einen „Träumer“ und das kann tatsächlich helfen!

  • Susi sagt:

    Spermawitze bei Pubertierenden liegen an der Tagesordnung. (Einer meiner Schüler hat heute versehentlich Tipp-Ex aufs Pult geleert und voilà, die anderen schenkelklopfend: „Haha, höhö, das isch Schperma!!“
    Vielleicht sollten die Kinder/Jugendlichen einfach irgendwann lernen, wann/wo man welche Witze macht; nach sechs Jahren bei der gleichen Lehrerin müsste man eigentlich einschätzen können, wie sowas bei genau dieser Person ankommt, nicht?

  • Lisa Schmid sagt:

    Und wenn jetzt ein Lehrer dem Töchterchen den Mund verboten hätte wegen einer unangebrachten Bemerkung? Wäre dann auch die „Verweiblichung der Schule“ schuld? Ich sehe die logische Verbindung zwischen einer übertriebenen Reaktion einer Einzelperson (da bin ich durchaus einverstanden) und dem hohen Frauenanteil am Lehrpersonal der Primarschulen nicht. Nicht mal im Sommerloch, das aus Mücken Elefanten zu machen pflegt.

  • Miller sagt:

    Ich war vor 45 Jahren Primarlehrer und damals kamen die Jungs auch in der sechsten Klasse noch nicht auf die Idee, assoziativ solche Witze zu reissen. Heute sind solche Sprüche für einen 13 Jährigen das Normalste auf der Welt. Wer sich da als Lehrer betupft fühlt, hat echt ein verklemmtes sexuelles Selbstverständnis.
    Dass aber pseudoemanzipierte Frauen als Lehrerinnen ihren Hass auf Männer an den Jungen abreagieren, das ist schlicht eine Sauerei. Als Lehrer ist es meiner Meinung nach ein absolutes Tabu, seine Probleme an den Kindern abzureagieren, die Eltern machen es ja schon zu Genüge. Nicht der Junge hat sich schlecht benommen, sondern die Lehrerin hat sich einen Übergriff geleistet und ich nehme an, seit der ersten Klasse macht sie das, so jemand ist als Lehrer am falschen Platz.

  • SrdjanM sagt:

    Ich verstehe nicht ganz; hat die Lehrerin mit dem Wort Sperma ein Problem, oder mit der Art und Weise wie die Jungs über einen «Kollegen» Witze gerissen haben?
    Das sind nämlich zwei ganz unterschiedliche Themen…

  • Biene sagt:

    Könnte es sein, dass der Knabe die Grenzen des guten Geschmacks überschritten hat? Hat sich diese Frage die Mutter schon gestellt?

    • Eleonore Grossmann sagt:

      Gute Frage. Dem kann ich nur beipflichten.

      • René Schnell sagt:

        Sehr geehrte Biene, Sehr geehrte Frau Grossmann,

        das sind pubertierende Jungs. Ich kann ihnen beiden versichern, dass das Wort „Sperma“ wohl noch zu den harmloseren Ausdrücken gehört, die sie untereinander verwenden. Ich war nämlich mal auch ein pubertierender Junge. Nur ist das schon ein Weilchen her und wir hatten zum Glück keine verklemmten LehrerInnen.
        MfG

      • Andreas sagt:

        Herr Schnell,
        treffende Antwort…

    • Andreas sagt:

      Ja, das könnte nicht nur sein, das ist sogar sicher so – aber könnte es nicht auch sein, dass die Lehrperson (ob nun Lehrerin oder Lehrer ist letztlich völlig egal) der Situation nicht gewachsen war und völlig überreagiert hat?
      Wissen Sie , derbe und obszöne Witze zwischen Schülerinnen und/oder Schülern hat es auf dem Pausenplatz schon immer gegeben (und das ist heute mit den modernen „sozialen“ Medien keineswegs besser geworden) vor und besonders während der Pubertät – und da brauchts eine angemessene Reaktion der Lehrkraft und der Eltern – Strafen und Überreaktion sind aber hier sicher der falsche Weg…

      • Eleonore Grossmann sagt:

        Die sollen ruhig ihre Audrücke verwenden. Aber es ist durchaus OK, sie von Zeit zu Zeit für so geschmacklose Aussprüche zu massregeln, damit sie lernen, dass es sich nicht gehört. Nicht humorlos, nicht verklemmt… einfach mal die Grenzen zeigen, denn das ist es ja letztlich auch, was die Jugendlichen suchen.
        Sie wollen die Grenzen gezeigt bekommen, also zeigt man ihnen die Grenzen.
        Natürlich, wenn dann so eine Mami im Hintergrund steht, die ihren Sohn mit Gott verwechselt, und findet, dass er immer recht hat, ist es etwas schwieriger…

      • Markus sagt:

        @Grossmann: Die Jungs haben einen biologisch absolut korrekten Begriff benutzt, welcher mit der Geschlechtsreife zu tun hat (die in diesem Alter nun mal aktuell wird). Da sie diesen Begriff in Form eines Witzes benutzt haben, sollen sie nun gemassregelt werden.

        Gleichzeitig wird hier gerne diskutiert, wie schwierig ein unverkrampfter Umgang mit dem Thema ist (zB kürzlich Nils Pickert), oder eine Mutter nimmt sich an der Nase, weil ihr Sohn einen ganz ähnlichen Witz aus „There’s something about Mary“ nicht versteht (schon eine Weile her).

        Ich kann nur den Kopf schütteln…

      • Hanspeter Fischer sagt:

        Ist doch alles Spermafrost…..

    • Dreifachpapi sagt:

      Genau das ist das Problem der „Verweiblichung“: Gewisse Frauen neigen dazu, hinter jedem Sprüchlein eines pubertierende Buben gleich eine Grenzüberschreitung zu orten, welche natürlich sanktioniert werden muss, bis alle Buben wieder brav in den Bänken sitzen und schweigen. Lächeln und darüber hinwegsehen wäre hier angebracht gewesen.

      • Ka sagt:

        Ich bin da ganz bei Ihnen Dreifachpapi. Als Frau staune ich immer wieder, wie viele meiner Geschlechtsgenossinnen absolut kein Verständnis für die oft etwas „blöden“ Sprüche der Jungs haben. Wenn ein Lächeln schon nicht drin liegt, so doch wenigstens einfach weghören 🙂

      • tststs sagt:

        Sie haben natürlich recht, aber es geht hier nicht um irgendein Jungsgespräch, das eine leicht zu düpierende Frau per Zufall im Tram mithört.
        Es geht hier aber um das Setting Schule (resp. Lehrer-Schüler). Ist einfach was anderes…
        Also ich gehe jetzt mal davon aus, dass weder im Hause Ka, noch bei Bin s wangers oder bei Dreifachpapi zuhause die Kinder den Milchschnauz der Eltern flüsternd kommentieren mit: Lueg, sMami het em Papi sis Sperma am Chünni…

        Ausser natürlich es geht um die schlichte Provokation

      • Ka sagt:

        @tstst: ersten hat der Junge das zu seinem Kollegen gesagt, Männergespräche unter sich sozusagen, zweitens ist das zu Hause zu Papi und Mami wahrscheinlich nicht so lustig, obwohl mein Mann dann sofort seinen „Spermaschnauz“ an ihm abputzen würde, was eine wilde Verfolgungsjagd auslösen würde, was mich wiederum nerven würde, weil die nie ruhig sitzen können 🙂

    • k. miller sagt:

      Als Frau 50+ schüttle ich nur den Kopf über den Bohei, den manche machen, nur weil ein paar Jungs blöde Witze reissen. Meine Güte… „er hat Sperma gesagt“. Na und? Die Jungs (und Mädchen!) probieren sich in der Pubertät aus. Wir waren damals auch nicht besser, hatten sogar zotigere Wörter (die korrekten Begriffe wie Sperma, Penis usw. trauten wir uns nicht zu verwenden, das war ein gesellschaftliches Tabu). Und siehe da… wir wurden trotzdem „anständige“ Erwachsene mit „gutem Geschmack“. Und mit etwas Glück auch mit etwas Nachsicht gegenüber unseren Mitmenschen gesegnet, und wenn wir noch mehr Glück hatten, auch mit Humor bestückt. 😉

  • Franziska sagt:

    Jesses, so ein Gschiss um ein Bubenwitzli. Ich hab auch schon Pubertierende unterrichtet – das angemessene Verhalten ist allenfalls ein direkter, kurzer mündlicher Verweis an den Buben ä la „es langet!“ – die wissen jeweils genau, was „langet“. Alles andere gibt dem pubertären Verhalten zu viel Gewicht, Unterschriften von zu Hause für so etwas sind schlechterdings lächerlich. Ich würde das als Mutter nicht unterscheiben! Dass man aus diesem Vorfall gleich eine riesige „arme Buben“-Frage machen muss, ist auch übertrieben. Mir scheint, dass einem Teil des heutigen „Lehrkörpers“ Reife fehlt. Das ist nämlich das A und O einer natürlichen Autorität. Hat man aber selten – ob Mann oder Frau – gleich nach der Ausbildung.

    • Martin Frey sagt:

      100% einverstanden, Franziska.

    • Ka sagt:

      Da gebe ich Ihnen recht. Ich orte das Problem aber auch darin, dass Frauen zu oft nur unter sich sind, zuerst in der Schule in der Mädchengruppe, dann während der Ausbildung zu wenige männliche Kollegen und dann im Lehrkörper wieder fast alles Frauen. Dadurch fehlt halt oft der Zugang zu den Jungs. Diesen Unterschied sehe ich ja schon bei Freundinne, die nur Schwestern hatten, wer einen Bruder hat, bekommt wenigsten ein bisschen mit, wie Jungs so ticken.

  • Serge Entrefemme sagt:

    Wenn der Junge zu dem anderen Jungen sagte dass es Sperma ist, so wollte er wohl andeuten dass er Schwul ist. Warum hat das die Lehrerin nicht aufgegriffen um mit 13 jährigen über solche Themen zu reden? Das wäre ein pädagogischer Pluspunkt geworden. Denn Tenager bringen in solchem Alter halt die Themen, die ihnen zuvorderst im Bewusstsein sind. Da sind sie voll konzentriert und motiviert. Aber das geht natürlich nur, wenn die Lehrperson solche Themen in sich aufgelöst hat und nicht als unerlöste Seele über Themen moralisiert die sie nicht kennt. Man kann da sogar in die Ballistik und Matematik gehen und steht erst noch cool da. Sperma ist der Stoff aus dem wir entstanden sind – das kann nicht so schlecht sein, dass man darüber nicht reden darf. Die Kunst ins Sachliche zu wechseln …

    • Nala sagt:

      Also aus der Satz zu schliessen, dass einer schwul ist fände ich jetzt etwas weit hergeholt. Aber das Thema auf Ballistik und Mathematik zu wechseln wär sicher eine bessere Alternative gewesen. Ist es ballistisch überhaupt möglich, sich ans Kind zu spritze usw usf. Wobei die Lehrperson dann überhaupt hätte wissen müssen wie man Ballistik berechnet 😉
      Ich hätte mir von der Lehrperson auch eine andere Reaktion gewünscht und vermutlich hätte ich sogar tatsächlich etwas dazu ins Elternheft geschrieben. Denn wofür genau musste sich der Sohn entschuldigen? Für das Wort Sperma? Für einen gemachten (derben [naja]) Witz?

      • Serge Entrefemme sagt:

        Sehen Sie Nala, da geht es schon los. Wie kommt Sperma an das Kinn eines Jungen? Entweder ist es sein eigenes oder das eines anderen Jungen. Wenn man als Lehrperson solche ‚Witze‘ oder ‚Sprüche‘ ernst nimmt und dirkret kurz darauf eingeht, ohne dass der Klopfer sein Gesicht verliert und nicht mehr als die Beteiligten einbezogen werden, verliert sich das Thema schnell und taucht nicht mehr auf. Das ganze Moralisieren und ganze Tamtam drumherum löst sich nullkommanichts auf. Wenn die Menschn soviel denken würden wie sie reden, wärs plötzlich sehr still.

  • Corno Carlo sagt:

    die verweiblichung der Schule, eine explosive Mischung unter Berücksichtigung der Mentalität islamischer männlicher Migranten“kindern“ in eben diesen Schulen.

    • Zufferey Marcel sagt:

      Die Verweiblichung der Schule? Das tönt ja geradezu so, als ob es einen geheimen Masterplan gäbe, das Schulwesen nur noch mit Frauen zu besetzen, um es ideologisch ganz zu unterwandern! Fakt ist, dass Männer in den letzten Jahrzehnten offenbar praktisch jegliches Interesse am Lehrerberuf verloren zu haben scheinen. Warum das so ist, darüber würde ich gerne einmal etwas lesen!

      • tststs sagt:

        Man könnte auch einmal darüber diskutieren, weshalb eine „Verweiblichung“ (was jetzt auch immer genau damit gemeint ist) gleichgesetzt wird mit „Verschlechterung“… 😉

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Muss man das ernsthaft diskutieren? Oder welchen Vorteil würden Sie denn sehen? Die Benachteiligung der Jungs wurde ja genannt und ist eigentlich unbestritten…

      • tststs sagt:

        Jup. Aber zuerst müsste man mal darüber diskutieren, was man unter „Verweiblichung“ versteht.
        Hier der Versuch meiner Antwort:
        Der Fächerkanon kann nicht gemeint sein; natürlich gab es immer mehr Fächer, aber die grundsätzliche Aufteilung in „weibliche Fächer“ (Lesen, Schreiben, Sprachen) und „männliche Fächer“ (Mathe, MINT) ist ungefähr gleich geblieben.
        Dann kann nur die Lehrmethode (die verweiblicht wird) gemeint sein. Verweiblichung heisst dann: mehr Kommunikation, mehr verstehen (weniger ausweniglernen), Zugang zu Wissen über Gefühle (z.B. Neugier).
        Und mit meinen Klammerbemerkungen merken Sie schon, worauf ich hinaus will: Von dieser Veränderung profitieren doch Buben gleichermassen wie Mädchen.

      • tststs sagt:

        Sie sehen meinen Trick77? Ich habe einfach mal kurz den Fortschritt der Pädagogik der letzten 50 Jahre mit Verweiblichung gleichgesetzt und voilà, schon ist’s ein positiv besetzter Begriff 😉

      • tststs sagt:

        Oder anders gefragt:
        Wieso setzen Sie Verweiblichung gleich mit Benachteiligung der Jungs?

      • Marcel Zufferey sagt:

        @tststs: Die Frage ist halt eben, ob wir es mit Korrellationen oder Kausalitäten zu tun haben. Aber ich würde es mal so ausdrücken: Wird eine Gruppe jahrzehntelang mit allen zur Verfügung stehenden bildungspolitischen und sonstigen Mitteln gefördert, dann gereicht das der anderen Gruppe nur schon deshalb zum Nachteil, weil sie eben nicht (im gleichen Masse) gefördert wird. Das liegt eigentlich auf der Hand. Mädchen wurden in der Vergangenheit (= seit der Bildungsexpansion) weit stärker gefördert, als Jungen, das ist belegt. Ich denke, wir sollten uns weniger auf den offenbar verweiblichten Lehrkörper im ideologischen Sinne- als vielmehr um die (strukturell bedingten) Jungenprobleme kümmern.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Der Fächerkanon kann nicht gemeint sein? Weil es frühenglisch, frühfranzösisch schon immer gab? Weil die Sprachen immer schon so ein (Über-) Gewicht im Fächerkanon bildeten?
        Aber ja, im Wesentlichen geht es auch um Lehrmethode.

      • Ka sagt:

        @tststs: (Wieso setzen Sie Verweiblichung gleich mit Benachteiligung der Jungs?) Das liegt doch auf der Hand, weil es tendenziell eher den Bedürfnisse der Mädchen entspricht, und wo ich bei meine Bedürfnissen und Interessen abgeholt werde, da bin ich auch besser. Wahrscheinlich ist der Unterschied in der Lernmethodik gar nicht so gross. Mindestens bei der Lehrerin meines Buben sehe ich aber, dass es oft am Verständnis für das laute und zappelige Verhalten fehlt. Dies weckt dann das Gefühl des „Abgelehntwerdens“, (die Jungs sind nämlich oft auch sehr sensibel). Ein bisschen mehr Verständnis für die Bedürfnisse Buben und damit einhergehend ein breiteres Angebot kann schon viel entspannen.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Herr Zufferey, sie stellen – nachdem vom etwas unglücklich gewählten Einzelfall abstrahiert worden ist – die eigentlich interessanten Fragen:
        – Warum wählen immer weniger Männer den Lehrerberuf v.a. für die Grundschule?
        – Warum schneiden Schüler notenmässig tendenziell schlechter ab als Schülerinnen?
        – Was hat das Ganze mit Geschlechtergerechtigkeit zu tun?
        – Was müsste getan werden?

        Da ich ihre Vorliebe für Links langsam kenne – für den Anfang:
        http://oecdinsights.org/2015/03/05/a-closer-look-at-gender-gaps-in-education-and-beyond/

        http://www.sueddeutsche.de/bildung/unterschiede-beim-lernen-wieso-jungen-schlechtere-noten-bekommen-1.1566498

        http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/maenner-an-grundschulen-herr-lehrerin-12727820.html

      • tststs sagt:

        @MZ: Sie glauben also, es hat sich in der Pädagogik so einiges getan nur um die Mädchen zu fördern? Das neue Fächer aufgenommen wurden, weil es nur den Mädchen liegt?
        Mädchenförderung bestand doch hauptsächlich darin, die Mädchen überhaupt in die (weiterführende) Bildung zu integrieren. Nicht „dass sie bessere Schüler werden“, sondern „dass sie überhaupt Schüler werden“.
        @SP: mit „ungefähr gleich geblieben“ meine ich die relative Verteilung, nicht die konkrete Anzahl Stunden.
        @Ka: Sie schreiben es selbst, es mangelt an Verständnis für zappeliges VERHALTEN, nicht an Verständnis für Jungs. (Und ich glaube, das ist schon nachvollziehbar, oder?)

      • tststs sagt:

        Selbstverständlich sehe auch ich, dass in absoluten Zahlen mehr Jungs zu störendem Verhalten neigen als Mädchen.
        Hier würde ich nur allzu gern ansetzen.
        Wenn man nur mit Biologie argumentiert (Jungs sind halt so), dann ist unser System wirklich das falsche.
        Ist man aber bereit auch die Erziehung/Prägung mit in die Diskussion einzubeziehen, dann ergeben sich viele Möglichkeiten.
        Und um noch einen draufzusetzen: die Verweiblichung könnte da durchaus auch Gutes leisten…

      • Zufferey Marcel sagt:

        @tststs: „Sie glauben also, es hat sich in der Pädagogik so einiges getan nur um die Mädchen zu fördern?“

        Ja, das denke ich: Wir leben in einer Zeit, in der europaweit Millionen für Frauen- und Mädchenfördermassnahmen wie zum Beispiel Intensivpraktika an Hochschulen, Mentorinnenprogramme, Girl’s Days, Mädchenwerkstätten, Mädchenkulturwochen, Mädchenspielplätze, Mädchen-Techniktage, Mädchen IT-Offensiven, Frauenstiftungen, Frauenuniversitäten, Frauenstudiengänge, Frauencafés, Frauenbibliotheken, Studienstiftungen nur für Frauen, Mädiale (Kulturveranstaltungen nur für Mädchen) oder Frauen-MINT-Awards ausgegeben- und für Jungen und Männer so gut wie nichts! getan wird! Glauben Sie ernsthaft, diese Einseitigkeit bleibe nicht folgenlos?

      • Zufferey Marcel sagt:

        @tststs: Zwei Antworten von mir harren der Freischaltung…

      • Hans Hintermeier sagt:

        Ich hoffe auch, dass meine Replik zu tststs Aussagen noch freigeschalten werden. Ist jetzt schon 2 h her.

      • tststs sagt:

        Ich glaube, meine Herren, da hängt wirklich immer noch was. Aber zu Ihrer Antwort um 22:31.
        Aber das ist doch genau das, was ich meine. Die von Ihnen genannten Massnahmen dienen eben dazu, DASS sich Mädchen überhaupt für solches interssieren, NICHT dass sie darin BESSER sind.
        Es ist doch offensichtlich, dass Jungs hier nicht mehr gefördert werden müssen, das Interesse ist schon da.
        Wenn Sie hingegen bemängeln, dass im Gegenzug nicht gleich intensiv vorgegangen wird (also Männer für „Frauenberufe“ begeistern), dann stimme ich Ihnen zu.

  • Quincy sagt:

    Ob dumme Sprüche in Gegenwart des Lehrers erlaubt sind hat gar nichts mit Verweiblichung zu tun, sondern damit ob der Lehrer diese toleriert oder nicht. Solange der Lehrer dies konsequent tut sehe ich im Verhalten des Lehrers kein Problem. Das Verhalten der Eltern jedoch, die hier öffentlich über den Lehrer lästern und aus dem Nichts das aufgeblasene Problem mit der Genderfrage verknüpfen, das ist Sexismus und ziemlich peinlich.

    • Dreifachpapi sagt:

      Doch, genau das ist das Problem: Massive Überreaktion der Lehrerin gegenüber einem harmlosen Bubenspruch. Es ist richtig und wichtig, dass Frau Binswanger dieses Thema anspricht. Nicht wegen eines einzelnen Vorfalls sondern wegen der negativen Grundhaltung der Lehrerin gegenüber Buben.

  • Rene Wetzel sagt:

    Da geht also die Allgemeinheit davon aus, dass bei einem NORMALENTWICKELTEN 13-Jährigen beim Anblick einer rahmähnlichen Flüssigkeiten KEINERLEI ASSOZIATION zum Begriff „Sperma“ entsteht… Aha, Willkommen in den 50er-Jahren… und – werfen Sie bei Gelegenheit doch ‚mal unverbindlich und diskret einen Blick auf die Inhalte der Smartphones Ihrer Sprösslinge (männlich wie weiblich)… da erröten sie hold… oder erregen sich halt eben über „o tempores o mores“

    Merci für den Beitrag

  • Nathalie Sassine sagt:

    Seien wir ehrlich: Ein Spermawitz ist vor der Lehrerin weder angebracht noch besonders schlau. Aber ich will als Mutter ab dem 3. Mal informiert werden, wenn dieser „Humor“ zur Gewohnheit wird und offensichtlich der Respekt der Lehrerin gegenüber abhanden gekommen ist. Vorher denke ich, sollte die Lehrerin das selber in den Griff kriegen, von mir aus kann sie ihn bestrafen. aber wenn sie gleich damit zu den Eltern rennt, untergräbt sie ihre eigene Autorität massiv. Und m.E. fehlt diese den heutigen Lehrpersonen am meisten: Autorität.

  • gabi sagt:

    Wie gut, dass wir heute in anständigen Zeiten leben.

    Der armen Lehrerin hätten die 60er wohl schier den Magen umgekehrt…

    http://www.youtube.com/watch?v=q-iysdFu_TQ&index=1&list=RDq-iysdFu_TQ

    🙂

    • Gaudens sagt:

      Die arme France Gall hat sich in Grund und Boden geschämt, als man Ihr den Text erklärt hat, welchen Sie so nett vor der Kamera gesungen hat.

      https://en.wikipedia.org/wiki/Les_sucettes

      • Uli Berg sagt:

        Serge Gainsbourg hatte auch noch andere Texte geschrieben – und damit schöne Chansons komponiert … – Jane Birkin hatte damit keine Probleme. Sie ist eben schon von Natur her – warmherzig. Für die liebe France Gall – fand dann der Computer No3 – den richtigen Boy.

  • Silvan sagt:

    Der Artikel ist noch witzig geschrieben. Ich finde es daneben, wenn eine gute Lehrperson vom Geschlecht abhängig gemacht wird….. Kommunikation Elternhaus Schule ist ehh am verarmen deshalb immerhin hat sich Lehrperson dafür Zeit genommen

  • urs brand sagt:

    Als frühgeborener Babyboomer wundere ich mich über solche und ähnliche Vorkommnisse mehr als nur etwas. Ich frage mich ob der Lehrkörper in der heutigen Zeit nicht mit anderen Problemen konfrontiert ist, denen Einhalt zu gebieten wäre. Da erhält man also Strafaufgaben und wird bei den Eltern zwangsdenunziert, weil man einem Schulkollegen gegenüber das Wort Sperma ausgesprochen hat.
    Würden Kinder heute „Dökterli“ spielen wir wir anno dazumal, wäre die KESB wohl sofort mit Therapie oder gar Internierungsmassnahmen zur Stelle. Frühteenager würden wegen sexueller Belästigung belangt und entsprechend stigmatisiert. ABER solange Jugenliche durch Medien Tag für Tag mit sexuellem und gewaltätigem Material überhäuft werden, sollte an anderen Fronten zuerst gehandelt werden.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Anstatt über Gender zu philosophieren, hapert es doch meistens an der Kommunikation. Hier sehr deutlich zu sehen.
    Bei einem Streit fragt man nach. Und wenn das Verhältnis 6 Jahre nicht gut ist, hätte man schon viel früher nachfragen sollen.

    Aber so läuft es halt: Eltern glauben ihren Kindern alles aufs Wort. Machen die Faust im Sack, bilden sich ihre Urteile. Die Lehrer bekommen kein Feedback, können nicht ihre Sicht darlegen bzw. reflektieren. Die Kinder spüren, dass die Eltern die Autorität des Lehrer nicht respektieren und so entsteht ein Klima, dass für alle Beteiligten suboptimal ist.
    Für ein erfolgreiches Miteinander ist Kommunikation Grundvoraussetzung. Viele Eltern haben aber keine Lust dazu obwohl sie gebildet genug dafür sein müssten.

    • Benjamin Kraus sagt:

      Ich pflichte ihnen bei. Ein Paradebeispiel misslungener Kommunikation. Vor allem zwischen Lehrperson und Eltern. Was ist geschehen?
      – Pubertärer Schüler äussert eine Obszönität
      – Lehrerin, ob aus Mangel an Autorität – wie hier und da suggeriert wird – oder aufgrund einer rigiden moralischen Einstellung, ahndet dies.
      – Und da „Anstand“ eine Frage der Erziehung und damit der Berechtigten ist, gibts einen Eintrag für die Eltern qua Erziehungsauftrag
      – Der Mutter wird zu verstehen gegeben, dass ihre Erziehung mangelhaft ist und fühlt sich bevormundet.
      – Mutter holt den Ober-Hammer der sexistischen Lehrerin und „Verweiblichung“ des Schulsystems hervor.
      – Alle anderen hauen mit drauf (oder dagegen).
      – Ergebnis: 300+ Kommentare – Tagi sagt YAY!
      – PS: Könnte man definitv besser machen!

      • Uli Berg sagt:

        Könnte man besser machen: Natürlich mit entspr. Autorität (etatistisch gemeint): „Nicht das Bild einer nackten Frau, die ihre Schamhaare entblösst, ist obszön, sondern das eines Generals in vollem Wichs.“ – Zur Klärung. Bin weder etatistisch, noch politisch links. Erlaube mir aber, frei zu denken. Beanspruchen Sie die Definitionshohheit über den Begriff „obszön“? (Sartre – les mots). Zur Klärung: Camus steht mir näher – als Sartre. (betr. Existenzialismus).

      • Uli Berg sagt:

        Pardon, das erste Zitat stammt von Herbert Marcuse (selig) … (mit dem ich vielfach – nicht übereinstimmte).

      • Benjamin Kraus sagt:

        @U.Berg: Pff, nein, natürlich nicht, und als Kunstfreund sowie interessierter Leser von Bataille und Konsorten (das Marcuse Werk hab ich auch noch irgendwo rumliegen 😉 ) erst recht nicht in moralistischer Manier.
        Es ist wohl aus dem Kontext heraus offentsichtlich, dass es mir um die empfundene Obszönität der Lehrerin ging.
        Deshalb stellte ich in meinem ersten Post ja auch die Frage, welche und wieviel Obszönität wollen wir partikulär und generell jeweils zulassen? Was eine Frage hinsichtlich der Normen ist. C’est tout.

  • Lucas Cannolari sagt:

    Ich glaube es geht hier weder um Sexismus noch um eine Genderfrage, sondern um überforderte Lehrpersonen. In einem kleinen Klosterdorf aufgewachsen, wurde ich vom Kindergarten bis Ende Primar in der örtlichen Schule durch Nonnen unterrichtet. Und mein Gott, in der präpupertären Phase, grob von 10 bis 15, gib es für Jungs nun einfach wirklich nichts spannenderes, als über Genitalien und alles, was damit zu tun hat, zu reden. Das war bei uns nicht anders, und trotzdem haben wir die Kurve gekriegt. Die alten Nonnen hatten uns bestens im Griff. Leider sieht man immer mehr überforderte Lehrpersonen, die mit nicht ganz normgerechten Kids überfordert sind. Der Beruf ist frei gewählt. Wem die nötige Lockerheit und Autorität fehlt, ist im Lehrerberuf am falschen Ort. Die Kinder haben keine Wahl!

  • Stolzer sagt:

    Der Witz ist kein Witz. Ich sehe darin eine gezielte Beleidigung. Die Lehrerin hat gehandelt und nicht weggeschaut. Gut gemacht! Das hat doch nichts mit „Verweiblichung“ zu tun.

    • Sophie sagt:

      Häh? Eine Beleidigung für wen?

    • mila sagt:

      Eine gezielte Beleidigung – ist das nicht ebenso überzogen wie die Reaktion der Lehrerin? Eine dumme Geschmackslosigkeit ist es allerdings allemal, ich würde sie in meinen vier Wänden auch nicht unkommentiert lassen. Denn leider entwachsen manche (keineswegs: alle) Buben diesem mE ziemlich einfallslosen (unlustigen) Humorniveau á la American Pie nie. Das ist das eigentlich Bedauerliche am Ganzen, und nicht, dass Buben manchmal halt Buben sind (aber irgendwann sind sie es eben nicht mehr, und sollten sich kontextuell/situativ zu benehmnen wissen).

      • Martin Frey sagt:

        Das ist doch genau der Punkt, mila. Ueber Geschmack lässt sich immer streiten. Und bei meinem Nachwuchs würde ich solch einen Gag auf Kosten dritter auch nicht unkommentiert durchgehen lassen. Aber was die Lehrerin daraus macht ist doch fast noch peinlicher, und letztendlich Ausdruck einer Haltung, worin ich der Autorin eben doch recht gebe.

      • mila sagt:

        Ich schrieb ja: die Reaktion war (reichlich) überzogen. Aber ich würde von einem einzelnen Blogbeitrag nicht auf eine spezifische Haltung schliessen – und normalerweise würden auch Sie das nicht tun.

      • tststs sagt:

        Muss es jetzt halt doch nochmals schreiben:
        Was erwarten Sie denn von einem Elternhaus, das Schnäbis ins Hausaufgabenbüechli zeichnet (will).
        Dass der Humor über American-Pie-Level hinaus geht…?!?
        Gestohlen haben es die Kids offensichtlich nicht.

        (Und nei, ich gehe natürlich NICHT davon aus, dass wirklich solch ein Niveau im Hause Binswanger herrscht)

      • Martin Frey sagt:

        @mila
        Was mich etwas stört an der Geschichte, dass es die Autorin so hinstellt, wie wenn es 51/2 Jahre kaum Elterngespräche oder Schulbesuche gegeben hätte, wo das zum Thema hätte werden können. Sie macht zwar ein paar Andeutungen zum ‚angespannten‘ Verhältnis, mehr aber auch nicht. Dass sie nun aufgrund dieser Geschichte ihr eigenes Weltbild ein Stück weit zu hinterfragen scheint, kann man positiv sehen, es stellt der Autorin aber auch ein etwas zwiespältiges Zeugnis aus.
        Aufgrund dieser überzogenen Reaktion auf die Schule an sich pauschal zu schliessen wäre sicher verfehlt. Aber bei dieser Lehrerin lässt es schon ein paar Rückschlüsse zu, meine ich. Ohne diese einzelne Episode überbewerten zu wollen. Persönlich würde ich auf jeden Fall mal das Gespräch suchen.

    • gabi sagt:

      … Sondern damit, dass die Lehrerin bestimmt, was ein Witz ist und was nicht?

      Eine kurze Blödelfantasie, die noch nicht mal an die Lehrerin gerichtet ist!

      Wo hier genau welche „Beleidigung“ zu entdecken ist, verschliesst sich mir.

    • urs brand sagt:

      Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass ein Jüngling ab einem gewissen Alter, bei weissen Glaceflecken an Sperma erinnert wird.
      Geht beim weiblichen Geschlecht bezüglich Blut und Menstruation wohl ähnlich.
      Bin mir aber sehr sicher, dass die Lehrerin beim Wort Menstruation oder Periode keine Strafe ausgesprochen hätte.

    • Evelyn Sicker sagt:

      In der Klasse meines Sohnes läuft das leider ähnlich ab. Die Jungs werden sanktioniert, die Mädchen für das selbe „Vergehen“ wenn überhaupt nur ermahnt.
      Die Schule hat für Jungs und deren Bedürfnisse zu wenig Verständnis. Und zuwenig männliche Lehrpersonen.

      • Lichtblau sagt:

        Meine Tochter hatte in der Oberstufe eine männliche Lehrperson, darüber freuten wir uns nach sechs langen Schuljahren ausschliesslich mit Frauen. Einen grossen Unterschied konnte ich aber in seinem Umgang mit den „SuS“ 😉 nicht feststellen. Zudem war das „Eintragsbüchli“ meiner Tochter kaum schlechter gefüllt als das der Buben (mit der Zeit empfand ich das Ding geradezu als toxisch, selbst wenn Positives drinstand). Wie sollte ich „M. hat einen Hang nach unten. Aufpassen!“ verstehen? Auch mich faszinierten damals die rebellischen Kameraden mehr als die Streber. Mit ein paar Jahren Abstand sehe ich das alles etwas gelassener. Der Mann hat sich immerhin engagiert.

    • Sportpapi sagt:

      Ich hätte das auch umgehend abgestellt. Egal, ob es nun eine Beleidung ist oder ein dummer Spruch. Die Frage ist, ob es eine Strafe braucht, was wiederum vom Kontext (Wiederholungsfall) abhängig ist.

      • gabi sagt:

        In der Badi? Beim Glace essen?

        Wird damit nicht erst recht aufgewertet, über was man als Erwachsener vielleicht bloss mal kurz die Augen verdreht?

        So lange sich die Zwei nicht wie Beavis and Buthead aufführen, wäre mir persönlich das etwas sehr früh interveniert.

      • Sportpapi sagt:

        Einmal Augen verdrehen ist ok. Beim dritten Mal muss ich es als bewusste Provokation auffassen. Und da wäre der Schüler ja enttäuscht, wenn nichts folgt…

      • Lichtblau sagt:

        @Sportpapi: Einen „Running Gag“ kann man maximal dreimal bringen, das gilt zumindest für Drehbücher. Alles darüber hinaus nervt. Warum nicht damit argumentieren?

  • Sportpapi sagt:

    Wenn es um die „Verweiblichung“ der Schule geht, ist meiner Meinung nach das Geschlecht der Lehrpersonen nicht unbedingt zentral, oder zumindest nur eine Ebene.
    Viel mehr geht es doch um die Art des Unterrichts, um die verwendeten Methoden, um die angestrebten Ziele, um Inhalte. Letztlich um die Faktoren, die bewertet werden, die Erfolgsfaktoren in der Schule sind. Wenn also vermehrt Kooperation und Sozialkompetenz zählt, Fleiss wichtiger ist als Intelligenz, Verhalten in die Note einfliesst, Sprachfächer und Kommunikation überhand nehmen gegenüber Mathe, Logik, Naturwissenschaften, usw., dann haben wir letztlich ein Schulsystem, das allenfalls Jungen benachteiligt.
    Da geht es doch nicht in erster Linie darum, ob der Lehrer nun ein Mann oder eine Frau ist!

    • Reincarnation of XY sagt:

      heute 100% auf einer Linie mit ihnen

      Ich wundere mich auch, dass so eine Bagatelle von der wir nichts wissen, als die Aussage des Sohnes zu einem gesellschaftspolitischen Fall aufgeblasen wird.
      Weniger wundere ich mich, wie viele dankbar auf diesen Zug aufspringen, obwohl die gezogenen Parallelen weder Hand noch Fuss haben.

      Wie kann man aus dem (Fehl)Verhalten einer Einzelperson gleich auf das Verhalten eines ganzen Geschlechts oder der gesamten Schule-Schweizweit schliessen?
      Vielleicht sollte man sich etwas weniger mit „Gender“-Themen beschäftigen…. mir scheint, das vernebelt ein bisschen den Blick auf den Menschen, als Mensch.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Man könnte den Artikel auch schlicht als Clickbait lesen, der nicht hält, was er verspricht, aber locker vom Hocker eine Kontroverse triggert – und von dem her ist er auch ein Fanservice. 😉

    • Martin Frey sagt:

      Grundsätzlich einverstanden, Sportpapi.
      ‚Wenn also vermehrt Kooperation und Sozialkompetenz zählt, Fleiss wichtiger ist als Intelligenz, Verhalten in die Note einfliesst, Sprachfächer und Kommunikation überhand nehmen gegenüber Mathe, Logik, Naturwissenschaften, usw., …‘
      Ist dann nicht genau dieses System für eben das verantwortlich, was die Leute als Verweiblichung empfinden? Und welches dementsprechend auch das entsprechende Klientel (in dem Fall Lehrerinnen) anzieht?

      • Sportpapi sagt:

        „Ist dann nicht genau dieses System für eben das verantwortlich, was die Leute als Verweiblichung empfinden? Und welches dementsprechend auch das entsprechende Klientel (in dem Fall Lehrerinnen) anzieht?“
        Keine Ahnung. Ich würde aber vermuten, dass andere Faktoren eine wichtigere Rolle spielen. Die Möglichkeit, teilzeit zu arbeiten und immer mehr im Team zu unterrichten auf der einen Seite. Die (relativ) schlechte Bezahlung auf der anderen Seite…

      • Martin Frey sagt:

        „Die Möglichkeit, teilzeit zu arbeiten und immer mehr im Team zu unterrichten auf der einen Seite.“
        Aber da schliesst sich doch der Kreis, SP. Wo früher eine Klassenlehrperson mehr oder weniger alles abgedeckt hat, tummeln sich nun rund ein halbes Dutzend Pädagoginnen irgendwelcher Art mit unterschiedlichen Teilzeitpensen und mit geteilten Verantwortlichkeiten. So zumindest mein Eindruck. Daher nochmals meine Frage nach dem Huhn und dem Ei. Ist es nicht das System, welches per se ‚weiblich‘ ausgelegt ist? Und somit implizit auch ‚weibliche Tugenden‘ fördert?

      • Reincarnation of XY sagt:

        HH – ich fände das genauso schlimm wie Sie. Aber es ist doch völlig verkehrt, das einfach pauschal sämtlichen Lehrerinnen zu unterstellen?
        Mir geht es wie SP – die meisten, die ich kenne, sind überhaupt nicht so. Im Gegenteil, ich stelle fest, dass man sich besondere Mühe gibt, wohl gerade auch weil ihre Stimmen längst gehört wurden und man eben die Buben nicht benachteiligen will. Als Vater fühlt man sich bei Schulveranstaltungen jedenfalls auch immer hochwillkommen. Man spürt das Anliegen an männlicher/väterlicher Beteiligung.
        Das ist meine reale Erfahrung.

        PS Meine Jungs hatten einmal eine männliche Aushilfskraft. Nie fühlten Sie sich unverstandener. Und ihr Notenschnitt sank quasi über Nacht um 0,5. – Geschlecht ist zweitrangig.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Ich gehe eigentlich davon aus, dass die Politik bzw. die Verwaltung hier die Vorgaben macht und die Richtung bestimmt.
        Dass bezüglich Lohn und Prestige die Primarstufe schlechter dasteht als Sek 1 und viel schlechter als Sek 2 ist nun mal auch so. Und müsste nicht so sein.

      • Benjamin Kraus sagt:

        @MF: Uff, „weibliche Tugenden“ – was sollen diese sein? Nehmen wir etwa Sportpapis Liste: Sozial- und Sprachkompetenz, Fleiss, Anständiges Verhalten, sowie die Fähigkeit sich zusammenzureissen und sich zu konzetrieren. Sind das nicht allgemein-menschliche Tugenden in einer meritokratischen Leistungs- und Kommunikationsgesellschaft? Damit sage ich nicht, dass im Bildungssystem alles rund läuft, aber mit einem „weiblichen System“ hat das nicht sehr viel zu tun, sondern m.M.n. mit einer veränderten gesellschaftlichen Situation: Wir bilden einfach (relativ) weniger Fabrikarbeiter und Soldaten als früher aus.

      • Hans Hintermeier sagt:

        @roxy. Wollte dies auf keinen Fall allen Lehrerinnen unterstellen. Finde es auch schön, was Sie schreiben, dass die Kritik z.T. bereits gehört wurde.
        Ich weiss einfach, dass Gendertheorie (basiert auf Feminismus) an den Hochschulen unterrichtet wird . Ich gehe aber schon davon aus, dass nicht alle angehenden Lehrerinnen dieses Welt- und Männerbild internalisieren.

      • Martin Frey sagt:

        Ich habe schon vermutet, dass Sie Herr Kraus, auf die „weiblichen Tugenden“ anspringen würden. Nicht zuletzt, weil ich vermute, dass so etwas in Ihrem Universum nicht mehr vorkommt. Wohl genau so wenig wie das Prädikat männlich… Gibt es das für Sie, die Begriffe „weiblich“, „feminin“, wie auch „männlich“? Und wie steht es dann mit Patriarchat, resp. patriarchalisch? Sind das auch Kunstbegriffe, ohne Bezug zur Realität?
        Vielleicht ist Ihnen meine Schreibweise der ‚weiblichen Tugenden‘ auch einfach entgangen. Aber entgegen ihrer Meinung bin ich doch wie die meisten Menschen der Ansicht, dass sowas durchaus existiert. 🙂

      • Sportpapi sagt:

        @Benjamin Kraus: Lustigerweise wird dann später, wenn sich die Frauen im Berufsalltag nicht durchsetzen, wenn sie keine Karrieren machen, in der Politik untervertreten sind, von einer patriarchalischen Struktur gesprochen, von einer Leistungsgesellschaft, von Wettbewerb, usw., was dringend zu ändern wäre, damit auch Frauen endlich an die Macht kommen können.

      • Benjamin Kraus sagt:

        @MF: Ich habe nichts dagegen über ein so oder so geprägtes und defizitäres (Teil-)System zu sprechen. Aber „weibliche/männliche Tugenden“ – was eine solche Begrifflichkeit in den letzten Jahrhunderten für eine Geschichte hatte, wissen sie womöglich. Und gerade bei Tugenden muss ihnen zudem bewusst sein, dass dieser wesentlich mit Begriffen wie Habitus, Erziehung und Sozialisierung verknüpft ist.
        Wie dem auch sei, die Fragen bleiben offen:
        – Bilden die oben genannten Kompetenzen ihre „weiblichen Tugenden“?
        – Wenn nicht, was sind dann „weibliche Tugenden“?
        – Was ist ein „verweiblichtes System“? Wie sähe ein „männliches Schulsystem“ aus?
        – Oder ein geschlechtergerechtes? Die eigentlich interessante Frage, finde ich.

    • Hans Hintermeier sagt:

      Sicher, einverstanden!
      Natürlich ist es dann jedoch aber noch mehr zum Nachteil der Knaben, wenn die Lehrerin* zusätzlich noch feministisch eingestellt ist und überhaupt keinen Bezug/Verständnis mehr hat für männliche Lebensrealitäten. Männlichkeit sogar per se ideologisch verabscheut oder pathologisiert.

      • Sportpapi sagt:

        Das stimmt. Aber obwohl ich viele Primarlehrerinnen kenne, kenne ich solche Fälle eigentlich nicht. Im Gegenteil, ich wundere mich immer wieder, mit wie viel Verständnis die Jungs manchmal bedacht werden.

      • Hans Hintermeier sagt:

        SP: habe wohl von einigen Mitbloggerinnen auf alle Lehreinnen geschlossen…

        Wissen Sie inwiefern Gendertheorie im Studium der Primarlehrerinnen vorkommen?

      • tststs sagt:

        Ja aber, werter Hr. Hintermeier, das ist doch die Gefahr (wenn nicht sogar DIE Gefahr) des Lebens: Dass man auf Arschlöcher trifft…

        Auch Mädchen können auf einen misogynen Lehrer treffen… oder schlicht Kinder auf einen vom Leben verbitterte/n Misanthropen/in…

      • tststs sagt:

        Oder als Kind eines SVPlers auf einen SPler…

        Oder als Kind einer religösen Familie auf einen missionierenden Atheisten…

        Oder als Metzgerskind auf eine hysterische Veganerin…

        😉

      • Reincarnation of XY sagt:

        tststs – genau so !

    • tststs sagt:

      Bin ebenfalls 100% mit der Grundaussage einverstanden.

      Warum teilen Sie aber die Fächer dann doch wieder in „Mädchen-/Bubenfächer“ ein?
      Würden Sie nicht auch sagen, dass man eben jedes Fach eher von der logischen oder von der Gefühlsseite angehen kann.
      Turnunterricht ist doch da das Paradebeispiel: man kann reinen „Mädchenturnunterricht“ machen (ich denke da so klischeemässig an Yoga, Gymnastik, Joggen im Wald) oder „Jungenunterricht“ (klischeemässig: Ballsport, Wettkampf)…

      • Sportpapi sagt:

        „Warum teilen Sie aber die Fächer dann doch wieder in „Mädchen-/Bubenfächer“ ein?“ Weil ich die Fähigkeiten und Präferenzen so erlebe. Und ich will ja nicht die Augen vor der Realität verschliessen…
        „Würden Sie nicht auch sagen, dass man eben jedes Fach eher von der logischen oder von der Gefühlsseite angehen kann.“ Nein.
        „man kann reinen „Mädchenturnunterricht“ machen (ich denke da so klischeemässig an Yoga, Gymnastik, Joggen im Wald) oder „Jungenunterricht.“ Mädchen und Jungen haben auch und gerade im Sport sehr unterschiedliche Zugänge und Präferenzen, spätestens ab Pubertät. Was die Sportarten anbelangt, und was das Kernthema Wetteifern (und leisten) im Besonderen angeht.
        Und: Logisches Textverständnis ist nicht das Gleiche wie Konversation.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Mir ist oben das Gleiche aufgefallen wie tststs. Das Problem ist halt immer da, wo man solche „Realitäten“, die aber eher „Tendenzen“ sind, als „Regeln“ annimmt. Dann spricht man eben auch von einer „Verweiblichung“ des Unterrichts, obwohl es wohl jedem klar ist, dass es ein angepasster Junge in der Klasse wohl leichter hat, als ein eher wildes Mädchen. Das System, dass Sie oben ansprechen (und ich teile Ihre Kritik sowie die Ansicht, dass es nicht vom Geschlecht der LP abhängt, zu 100%), wird möglicherweise tendenziell mehr Jungs benachteiligen, aber eben nicht nur, sondern in erster Linie Kinder, denen das nicht entspricht. Ich war damals bei weitem nicht das einzige Mädchen in der Klasse, das unter der Fremdsprachenlastigkeit gegenüber der Naturwissenschaften gelitten hat.

      • tststs sagt:

        „Mädchen und Jungen haben auch und gerade im Sport sehr unterschiedliche Zugänge und Präferenzen“ Gut, in diesem Punkt werden wir uns wohl nie einig (angeboren vs. anerzogen).

        Selbstverständlich verstehe ich (oder glaube es zumindest), wenn man gewisse Unterrichtsstile in „männlich“ und „weiblich“ einteilen; aber dies sind Gendereinteilungen und haben mit dem Geburtsgeschlecht eigentlich wenig zu tun.
        Deshalb würde ein „männlicher Unterrichtsstil“ und schwerere Gewichtung von „männlichen Fächern“ nicht zwangsläufig zu besserer Leistung von männlichen Schülern (als Knaben) führen, sondern nur bei den Schülern, die auf einen solchen Stil ansprechen (also Gender-Knaben, und das können sowohl Mädchen wie auch Jungs sein)

      • tststs sagt:

        Oder anders gefragt: Wieso spielt bei der LP das Geschlecht keine Rolle (sondern eine Frage des Typus) und beim Kind/Schüler dann doch? Wieso ist es dort keine Typenfrage?

      • tststs sagt:

        „Ich war damals bei weitem nicht das einzige Mädchen in der Klasse, das unter der Fremdsprachenlastigkeit gegenüber der Naturwissenschaften gelitten hat.“
        Ganz genau, 13! Bei mir war es ähnlich, Latein und Deutsch habe ich geliebt (weil tolle Lehrer?!???), aber Franz und Englisch hätte ich gerne für mehr Chemie und Bio gerne aufgegeben…

        (Ist übrigens dasselbe Argument, dass ich beim Patriarchat bringe; nicht nur Frauen haben darunter gelitten, auch eine Mehrheit der Männer…
        Womit ich natürlich nicht unterstellen will, dass mit einem „männlichen Unterrichsstil“ (oder weiblichen) die Mehrheit leidet 😉 )

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Ich war damals bei weitem nicht das einzige Mädchen in der Klasse, das unter der Fremdsprachenlastigkeit gegenüber der Naturwissenschaften gelitten hat.“
        Ändert nichts daran, dass Mädchen und Jungen sich statistisch bezüglich Fähigkeiten, Lernverhalten und Interressen deutlich unterscheiden.
        Kommt dazu, dass Mädchen dann, wenn es um die erste schulische Weichenstellung geht, auch in der Regel bereits etwas reifer sind.
        Natürlich können wir erklären, dass die Benachteilung nicht Jungen betrifft, sondern Kinder, die sich so verhalten, wie man es Jungen zuschreibt. Tatsache bleibt aber, dass die Mädchen die Jungs schulisch eher abhängen.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Ich bin überzeugt, dass auch das Geschlecht der Lehrperson eine Rolle spielen kann. Meine Aussage war aber, dass es sich beim „Problem“ um ein Problem auf Sytstemebene handelt, und nicht um einzelne Lehrpersonen.
        „Deshalb würde ein „männlicher Unterrichtsstil“ und schwerere Gewichtung von „männlichen Fächern“ nicht zwangsläufig zu besserer Leistung von männlichen Schülern (als Knaben) führen, sondern nur bei den Schülern, die auf einen solchen Stil ansprechen (also Gender-Knaben, und das können sowohl Mädchen wie auch Jungs sein)“
        Ausser natürlich, die Jungen sind sehr viel häufiger Gender-Knaben, und die Mädchen weit überproportional Gender-Mädchen, was anzunehmen ist und meiner Erfahrung entspricht.
        Man sollte nicht immer einfache Dinge kompliziert machen.

      • Sportpapi sagt:

        Und zum Sport: Es gibt so viele Kampagnen, um Geschlechterpräferenzen aufzuweichen. Fakt ist, es gibt bei der Auswahl der Sportarten, beim Verhalten im Training und im Wettkampf, usw. erhebliche Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen, zwischen Frauen und Männern.
        Dass dies alles anerzogen sein soll, ist reine Theorie und kaum zu bestätigen. Dass gewisse Einstellungen sozial – durch das Umfeld – noch verstärkt werden ist hingegen offensichtlich.

      • 13 sagt:

        @ SP
        „Ändert nichts daran, dass Mädchen und Jungen sich statistisch bezüglich Fähigkeiten, Lernverhalten und Interessen deutlich unterscheiden.“
        Welche Statistik? In welchen Prozentanteilen? Und wo ist der Unterschied zwischen der „statistischen“ Unterscheidung und der von mir zugegebenen Tendenzen?
        „Kommt dazu, dass Mädchen dann, wenn es um die erste schulische Weichenstellung geht, auch in der Regel bereits etwas reifer sind.“
        Das stimmt. Was wäre denn da der Vorschlag? Eine spätere Einschulung von Jungs (also Tendenzen zur Regel machen)? Oder vielleicht doch die individuelle Einschulungsmöglichkeiten, die ich befürworten würde?

      • 13 sagt:

        „Tatsache bleibt aber, dass die Mädchen die Jungs schulisch eher abhängen“ Mit Betonung auf „eben“ (Tendenz). Wie war das mit des 5 Min. Hausaufgaben Ihrer Jungs vs. 90 Min. meiner Tochter? In ihrer Klasse gibt es auch zwei Jungs, die mit grossem Abstand Klassenbeste sind, dies in allen Fächer. Hingegen sind es 3 Mädchen und ein Junge, die integrativ beschult werden, also 1./2.Klasse in drei Jahren. Zufall? Ausnahme? Mag sein, aber ich halte die Zahl solcher „Ausnahmen“ (eher Minderheiten) für zu gross, um sie einfach zu ignorieren und bei der Mehrheit von „Realität“ zu sprechen.

      • tststs sagt:

        „Ausser natürlich, die Jungen sind sehr viel häufiger Gender-Knaben, und die Mädchen weit überproportional Gender-Mädchen, was anzunehmen ist und meiner Erfahrung entspricht.“
        Natürlich, das ist ja der ganze verdammte Fluch an der Sache!
        „Dass dies alles anerzogen sein soll, ist reine Theorie und kaum zu bestätigen.“ Natürlich; dasselbe gilt aber auch für „biologische Theorien“; bis dato konnte noch kein Zusammenhang zwischen XY oder DoppelX-Chromosom (oder den daraus resultierenden hormonellen Vorgänge) und irgendeiner menschlichen Eigenschaft hergestellt werden.
        Und eben, meine Erfahrung sagt mir, Erziehung ist viiiel entscheidender; resp. der Kompromiss zwischen den Positionen: Die Erziehung machts aus, ob und wie sich eine Veranlagung zeigt.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Seit vielen Jahren gibt es Eltern, die ganz bewusst geschlechtsneutral erziehen wollen (oder gar in die andere Richtung). Mit bescheidenem Erfolg, was ich so mitbekommen habe.
        Insofern macht die ganze Gender-Theorie vielleicht für gewisse differenzierte Betrachtungsweisen Sinn. Wenn es aber darum geht, Problemfelder zu benennen und Benachteiligungen bis Diskriminierungen zu benennen, dann dient sie eher der Vernebelung.

      • Martin Frey sagt:

        @tststs
        „bis dato konnte noch kein Zusammenhang zwischen XY oder DoppelX-Chromosom (oder den daraus resultierenden hormonellen Vorgänge) und irgendeiner menschlichen Eigenschaft hergestellt werden.“
        Da lehnen Sie sich heute aber erneut gaaanz weit zum Fenster hinaus, liebe tststs.
        Ausser ich hab ob der Hitze grad ein paar Smileys übersehen? 😉

      • tststs sagt:

        @M.F.
        Bitte korrigieren Sie mich, falls ich den Durchbruch in dieser Frage verpasst hätte…
        Ansonsten im vollen Ernst und ohne Smileys behaupte ich weiter: Es gibt keine menschliche Eigenschaft, die sich auf das XY oder XX Chromosom bezieht (was im Umkehrschluss so viel heissen würde wie: Es gibt Eigenschaften, auf die haben Männer oder Frauen das Monopol. Und wer lehnt sich denn bitte soooo weit aus dem Fenster…?)

      • Ka sagt:

        @ sportpapi zum Thema Turnuntericht für Mädchen: vorgestern am Mittagstisch das grosse Lamento des Sohns, dass die Mädchen sich bei der Lehrerin „einschleimen“ indem sie beim Wechsel vom Schulzimmer zur Turnhalle jeweils mit der Lehrerin mitlaufen und unschuldig fragen, was den geplant ist. Das endet natürlich damit, dass sie einen Vorschlag machen welcher meist auch umgesetzt wird, was den Jungs meistens nicht passt. Fazit der älteren Tochter: „dann schleimt euch doch auch ein, ihr seid ja selber blöd“ Aber es entspricht halt nicht dem Verhalten der Jungs,( kein small tal mit der Lehrerin), weshalb ich auch zum Schluss gekommen bin, das die Schule eher dem Verhalten der Mädchen entgegen kommt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Lehrerin das gar nicht wahrnimmt.

      • Martin Frey sagt:

        @tststs
        Hahaha, der Umkehrschluss gilt natürlich so nicht.
        „Es gibt Eigenschaften, auf die haben Männer oder Frauen das Monopol.“
        Daaaas wiederum sagt niemand. Aber es gibt natürlich zuhauf menschliche Eigenschaften, die hormongetrieben sind. Die Hormone bestimmen fast alles in unserem Leben, dies hier auszuführen sprengt den Rahmen, dies zu negieren, ebenfalls. 😉 Dito für die Geschlechtschromosomen. Um dies zu vertiefen, sollten Sie vielleicht mal ein Handbuch der medizinischen Genetik konsultieren, mit Fokus auf die Anomalien und deren Auswirkungen. Denn das funktioniert bei uns teils komplett anders als bei anderen Tieren. Auf den Geschlechtschromosomen stehen zudem zig Informationen die nicht nur mit der Entwicklung der primären und sek. Geschlechtsmerkmale zu tun haben.

      • tststs sagt:

        Hihi, Mädchen und Turnunterricht… wird nur noch überboten von Mädels und Schwimmunterricht (ehrlich, was einige Mädels da zusammenperoidisieren…3x im Monat…haha)

        @M.F.: Beim Thema Hormone und Ihre Auswirkungen bin ich ganz bei Ihnen. Und bitte korrigieren sich mich erneut: gibt es irgendein Hormon o.ä., das nur bei Männer oder Frauen vorkommt?
        Denn auch hier sehe ich mich bestätigt. Beispiel (welches aber auch nach wie vor zur Disposition steht): Es ist nicht das Testosteron an sich, das aggressiv macht, sondern ein zu hoher Level. Und dies wiederrum kann bei Männlein und Weiblein vorkommen.
        Die Erziehung/Prägung lässt einen solchen Aggressionsausbrauch bei betroffenen Jungs aber eher durchgehen. Betroffene Mädchen lernen sich zu kontrollieren.

      • Martin Frey sagt:

        @tststs
        Natürlich kommen im Prinzip alle Hormone bei Männern und Frauen vor, sogar Oxytocin 😉 Aber die Ausprägungen sind natürlich in hohem Masse unterschiedlich. Und dementsprechend eben auch deren Einfluss auf unsere Psyche, unsere Eigenschaften, unser ganzes Wesen. Sprich das, womit sich letztendlich auch die Psychoneuroendokrinologie auseinandersetzt. Was Sie aber offenbar negieren, wenn ich Sie richtig verstanden habe. Denn für Sie scheint alles Umwelt (sprich Gender) zu sein. Was ich wiederum einen absurden Ansatz finde, der mehr aus der Ideologie geboren zu sein scheint als aus der Wissenschaft.
        Wenn ich raten müsste, würde ich sagen, es ist immer ein Mix aus Umfeld/Sozialisierung usw und Genetik, wie auch bei anderen Themen. Aber unterschätzen Sie nie die Genetik.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Um @tststs zu sekundieren: Bei der nature-nurture-Debatte spricht eigentlich niemand mehr von einem entweder/oder, sondern man betrachtet das Verhältnis als systemisches Wechselverhältnis mit positiven und negativen Feedback-Prozessen. So wie bei @tststs‘ Beispiel, das, nebenbei bemerkt, @MF übersehen hat:
        – Nature: Männlein mögen im Schnitt einen höheren Spiegel haben als Mädchen, was sich natürlich im Verhalten, na, widerspiegelt.
        – Nurture: Weiblein wurden/werden eher und verstärkter dazu erzogen sich zu kontrollieren, sich zu beherrschen, während Männlein sich eher – ob „wild“ oder kontrolliert – ausagieren durften und konnten.
        – Frage @MF: Gehörte Selbstbeherrschung und Mässigung nicht auch mal zu den virilen Tugenden?

    • tststs sagt:

      Oder anders gesagt: Matheunterricht mit vielen Textaufgaben (oder Problemen aus dem Alltag) kann weit kommunikativer ablaufen, resp. die Kommunikation fördern, als so mancher Fremdsprachenunterricht. (Ehrli, ich habe im Franz viel gelernt, aber eine anständige Konversation, die über ein „Salut, ca va?“ hinausgeht, konnte ich auch nach 6 Jahren Gymi nicht wirklich führen…)

    • Benjamin Kraus sagt:

      „Weiblich“=Fleissige (aber nicht intelligente?) sozialveranlagte & sprachbegabte Menschen, die sich konformistisch in einer Lernumgebung zusammenreissen können, die tratschen aber keinen Plan von Computer haben?
      „Männlich“=Asoziale sprachbehinderte & teststerongetriebene geschickte Menschen, die mit Lego spielen & Roboter bauen können?
      Ist NATÜRLICH eine Überzeichnung, aber:
      – „ohne Fleiss kein Preis“, gilt auch und v.a. für später
      – Sozial- und Sprachkompetenz ist in einer Dienstleistungs-, Wissens- und Netzwerkgesellschaft schlicht & einfach wichtig.
      – Also am Gymnasium gab es genügend Mathe & NW, aber da gäbe es didaktisch sicherlich aufholbedarf, um die Faszination „abzuholen“.
      – Digitalisierung und MINT-Initiativen könnten hier ev. wieder für eine Balance sorgen.

      • Sportpapi sagt:

        „ohne Fleiss kein Preis“, gilt auch und v.a. für später“: Klar. Ist aber nicht der einzige Faktor.
        „Sozial- und Sprachkompetenz ist in einer Dienstleistungs-, Wissens- und Netzwerkgesellschaft schlicht & einfach wichtig.“ Dann wären die Frauen ja ideal auf Karriere vorbereitet…
        „Also am Gymnasium gab es genügend Mathe & NW, aber da gäbe es didaktisch sicherlich aufholbedarf, um die Faszination „abzuholen“.“ Aber um ins Gymnasium zu kommen, muss man erst mal gut in Sprachen sein…

  • david mercier sagt:

    @m.binswanger, schade haben sie es nicht getan….. : 🙂 !!
    aber wie sie ja geschrieben und befürchtet haben, sie hätten dann sicher sofort die kesb, die polizei, die staatsanwaltschaft, 3 pädagoginen und je nach wohnort vielleicht noch einen geistlichen in der wohnung/haus gehabt.

  • Svenja sagt:

    Da würde ich dem Sohnemann schlicht den Tipp geben, solche Witze so kundzutun, ohne dass es die Lehrerin hört. Wie sollte denn die Lehrerin darauf reagieren? Mitlachen? Ignorieren? Eine Reaktion ihrerseits musste kommen. Weil nur so lernen die Jugendlichen, dass Erwachsene dies nicht lustig finden – im Kontext dass ein anderer Schüler Ziel des Witzes war. Dies zu erfahren gehört ja auch zur Entwicklung.
    Aber einen Eintrag im Elternbüchleib ist definitv übertrieben! Da sollte die Lehrerin schon drüber stehen.

  • Benjamin Kraus sagt:

    Der Artikel hat ja geradezu herrliche Troll-Qualitäten! Man nehme eine klar nach Geschlechter geordnete Konstellation (Verdacht: Sexismus, Sexualisierung!), dazu noch mit einer schönen Portion Machtasymmetrie (Machtmissbrauch! Indoktrination!) und dann verrühre man verallgemeinernd den Einzelfall – et voilà! Da haben wir den Geschlechterkampf à la „Verweiblichung“. Was folgt ist die übliche Polemik.

    Aber: Wir wissen nicht, ob ein Mädchen dieselbe Strafzgi erhalten hätte, oder ein Lehrer beiden eine gegeben hätte. Zudem. Wurde man früher nicht v.a. von Lehrern dafür (u.a. körperlich!) diszipliniert?

    Die eigentliche allgemeine & interessantere Frage ist doch: Welche & wieviele Vulgarismen & Obszönitäten wollen wir in sittlicher Hinsicht (allgemein & insbesondere in der Schule)?

    • Dreifachpapi sagt:

      Buben benachtteiligt? Was nicht sein darf, kann nicht sein. Mir scheint, nach diesem Motto wird hier munter drauf los spekuliert, vom Thema abgelenkt, der Autorin früheres Eingreifen empfohlen, etc. Hauptsache das Weltbild „nur Mädchen sind benachteiligt“ kann aufrecht erhalten werden. Feminismus kann blind machen.

      Fakt ist: Die Mehrzahl der Schulabbrecher sind Buben. Und Ritalin wird mehrheitlich Buben verabreicht.

    • Rolf Rothacher sagt:

      Sie stilisieren einen banalen Vorfall zu einer Gewissensfrage. Genauso gut könnte man absolute Redefreiheit für Schüler fordern.
      Eine Lehrperson (was für ein dummes Wort, ein Neutrum für einen echten Menschen aus Fleisch und Blut zu verwenden, als wäre er ein Roboter, den man einschalten/ausschalten kann), muss die moralische Instanz in ihren Klassen sein. Sie muss die Grenzen festlegen, in denen sie sich zu bewegen und zu bewähren vermag. Von oben herab (Regierung/Schulleitung) lässt sich hier nichts diktieren.
      Wir bemängeln bei der Erziehung oft, dass Erzieher nicht das leben, was sie sagen/bestimmen. Haben wir keine Angst vor Lehrern, die ihre Moral und ihre Ethik als Vorbilder leben. Manche Schüler werden sie übernehmen, andere sich an ihnen aufreiben. Eine Lebens-Schule eben.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Wenn ich von Sitte spreche, fordere ich keine Räson von oben, durchgesetzt von einer Sittenpolizei. Aber ja, alle Eltern stehen irgendwann vor der „Gewissensfrage“, welche & wieviele Obszönitäten sie gewähren lassen wollen. Und wenn wir ehrlich mit uns selbst sind & über die eigene Jugend (v.a. den Beginn der Pubertät) reflektieren, müsste dies eigentlich eine liberalere permissivere Haltung ergeben. Aber da gibt es natürlich das Phänomen, dass man vom Saulus zum Paulus konvertiert und dahingehend rigider wird.
        Dass man dann aber das Private (inkl. Pausenplatz finde ich) und das Öffentliche/Institutionelle trennen kann, ist natürlich auch ein Lehrplatz für die Kinder („Zuhause und unter Freunden ok – im Restaurant, in der Schule etc. nicht ok“ oder sowas in der Art).

      • Benjamin Kraus sagt:

        /2: Ich wollte eigentlich nur darauf aufmerksam machen, dass diese Frage unabhängig von der Geschlechterfrage gestellt werden kann & sollte.

      • Dreifachpapi sagt:

        Ich bin mit Frau Binswanger meistens nicht einig. Aber in diese Artikel macht sie auf eine generelle Buben feindliche Einstellung der Lehrerein Ihres Sohnes aufmerksam. Dieser Vorfall ist nur eine, aber fassbare Spitze einer grundsätzlichen Haltung, bübischer Verhalten tendenziell zu stigmatisieren und zu dramatisieren.

      • tststs sagt:

        @Dreifachpapi: Können Sie so gar nicht verstehen, dass einige von uns (inkl. mir) dieses Beispiel einfach nicht das passende für die Beschreibung einer Buben benachteiligenden Lehrerin ist?

        Ich gehe auch davon aus, wenn Frau Binswanger in die Tasten haut, dass da noch mehr voraus ging; und genau dies würde mich mehr interessieren. Wie gab die Lehrerin dem Kind dieses Gefühl?
        (Nicht zuletzt um selber Lehrer daraus zu ziehen…)

    • Sportpapi sagt:

      „Wir wissen nicht, ob ein Mädchen dieselbe Strafzgi erhalten hätte.“ Was wäre denn Ihre Hypothese? Und: wie wahrscheinlich ist es, dass ein Mädchen einen solchen Witz macht? Und: hätte denn eine männliche Lehrperson (früher: Lehrer) zwingend anders gehandelt? „Wurde man früher nicht v.a. von Lehrern dafür (u.a. körperlich!) diszipliniert?“ Von Lehrerinnen nicht??
      „Die eigentliche allgemeine & interessantere Frage ist doch: Welche & wieviele Vulgarismen & Obszönitäten wollen wir in sittlicher Hinsicht (allgemein & insbesondere in der Schule)?“
      Eher nicht, das ist man sich wohl einig. Vielmehr geht es um Toleranz bzw. Strafmass. Und die Frage der Disziplin.

      • Benjamin Kraus sagt:

        @SP:
        – Eben, das wissen wir nicht. Wenn es um eine empfundene Obszönität, also Unanständigkeit, ging, wahrscheinlich.
        – Sie haben wirklich NIE – in ihrer eigenen Jugend oder als Lehrer – die wunderbare Erfahrung von Obszönitäten von sich gebenden Mädchen gemacht? Sind sie in eine Klosterschule gegangen? 😉
        – Darum ging es mir ja. Ein Lehrer mit derselben Auffassung von Anstand hätte gleich gehandelt.
        – „Früher“: Als es überwiegend Lehrer waren, die gemassregelten.
        – Toleranz etc. ist in der Frage impliziert.
        – Sie DÜRFEN natürlich daraus einen Geschlechterkampf stilisieren. Aber weiter oben schreiben sie:
        „Da geht es doch nicht in erster Linie darum, ob der Lehrer nun ein Mann oder eine Frau ist!“

      • Benjamin Kraus sagt:

        Korrigenda:
        – „Früher“: Als es überwiegend, wenn nicht ausschliesslich, nur Lehrer an den Schulen gab (Ausnahme: Spezialfächer für Mädchen). Ich glaube manche hier könnten sich noch daran erinnern.

      • Antha G. sagt:

        Warum seid ihr alle so ernst? Ich bin Feministin und setze mich sehr für Gleichberechtigung ein. Doch ich musste schmunzeln. Jungs sind anders als Mädchen und den individuellen Bedürfnissen sollte Rechnung getragen werden. Doch in der Unterstufe sind sie mehr um weibliche Bezugspersonen herum. Und sind wir doch ehrlich. Finden wir Frauen die Jungs manchmal nicht einfach zu laut und zu grob und weisen sie zurecht. Beide brauchen Vorbilder und Bezugspersonen an denen sie sich orientieren können und Lehrpersonen die sich manchmal fragen, ob sie nicht manchmal überreagieren. Falls die Geschichte sich so zugetragen hat, wäre es doch toll gewesen, die Lehrperson hätte schlagfertig reagiert. An die Lesenden, wer weiss, eine passende, schlagfertige Antwort?

      • Sportpapi sagt:

        @Benjamin Kraus: Wenn Mädchen den Jungs (und Frauen den Männern) bezüglich Obzönitäten nicht nachstehen würden, würde das ganze Thema heute ja ins Leere laufen. Nein, die „wunderbare“ Erfahrung habe ich sehr selten gemacht.
        Ob Lehrerinnen und Lehrer bei gleicher Auffassung von Anstand auch zur gleichen Strafe greifen, weiss ich nicht. „Einträge“ sind für mich jedenfalls nicht ein Zeichen von Autorität.
        Und: Alle Lehrerinnen und Lehrer haben früher auch körperlich diszipliniert. Von Geschlechtsunterschieden ist mir nichts bekannt (Ihnen?).
        Und: Nein, bei mir finden Sie keinen Geschlechterkampf bei diesem Thema. Bei Ihnen?

      • Benjamin Kraus sagt:

        @SP:
        – Die Diskussion, solange es um „Frecher Bube – Böse Lehrerin“ dreht, läuft ja gerade ins Leere bzw. im Kreis.
        – Eben, Lehrer wie Lehrerinnen disziplinierten (Früher gab es wirklich überwiegend nur Lehrer und böse Nonnen 😉 )
        – Auch Lehrer würden das „abstellen“, O-Ton sie: „Ich hätte das auch umgehend abgestellt. Egal, ob es nun eine Beleidung ist oder ein dummer Spruch.“
        – Weshalb ist es bei Lehrerinnen gegenüber Schülern ein Riesending („Verweiblichung“ als klassischer Geschlechterkampf-Topos), aber wenn ein Lehrer gegenüber Schüler wie Schülerin solches Gebahren „abstellen“ würde, ob mit Strafe oder nicht, ist das dann ein Beweis der „natürlichen“ Autorität?

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Verweiblichung also quasi als Gegenstück zum anderen Kampfbegriff, dem „Patriarchat“?
        Ich sagte ja schon, dass ich den Aufhänger heute etwas speziell finde, um über die Verweiblichung der Schule zu sprechen, die es in meinen Augen aber zweifellos gibt.
        Abstellen ist das eine, dazu braucht es im Normalfall aber weder Elterninformation noch Strafaufgaben. Ausser man ist unsicher in seiner Autorität, was wiederum schon eher ein Frauenproblem ist… Aber lassen wir das.

    • Martin Frey sagt:

      Wo genau verorten Sie, werter Herr Kraus, beim Begriff Sperma (ich zitiere) ‚Vulgarismen & Obszönitäten‘?

      • Benjamin Kraus sagt:

        @Frey: Ich glaube nicht, dass die Lehrerin die Proposition als eine empirische Tatsachen-Aussage oder als Hypothese interpretiert hat (wäre aber eine Verteidigungslinie 😉 ) – sie etwa?

      • Martin Frey sagt:

        Sie antworten erwartungsgemäss mit einer Gegenfrage, Herr Kraus… 😉
        Letztendlich waren wir alle nicht dabei. Wenn es sich aber so zugetragen hat, und kein Vorspiel vorausging von dem wir nichts wissen, dann bleibt nur eines: dem Jungen das zu attestieren, was der Lehrerin fehlt: Humor.
        Zu verteidigen gibt es nur dort etwas, wo ein Vergehen stattfand.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Sie überlesen gefliessentlich meine explizite Antwort in meiner Replik? Da muss ich Ihnen aber gleich böse Absichten unterstellen, sie Troll sie 😉 ! Aber was soll diese Humorlosigkeit anderes sein als ein Vulgarismus oder eine Obszönität (wo notwendig schlage man bei einschlägigen Orten nach)? Ansonsten verstehe ich ihren Punkt nicht.

      • Martin Frey sagt:

        Danke für die Blumen… Aber wenn Ihr einziges Argument angebliche Humorlosigkeit (über Geschmack lässt sich ja streiten) ist, dann schwingen Sie sich da schon etwas zur moralintriefenden Autorität auf.
        Die restliche Klasse auf jeden Fall fands anscheinend amüsant….
        Darf ich fragen, Herr Kraus, was machen Sie beruflich? Sind Sie auch im Schuldienst tätig?

      • Benjamin Kraus sagt:

        @MF: „…dann bleibt nur eines: dem Jungen das zu attestieren, was der Lehrerin fehlt: Humor.“
        – Das mit der Humorlosigkeit haben sie geschrieben, sie moralinsaurer sie! 😉
        – Obszönitäten sind halt altersbedingt einfach mal da („Er hat das S-Wort gesagt!“, „Sie hat das A-Wort gesagt!“ *kicherkicher“). Und wenn sie nicht wiederholt und den Lernverlauf in der Klasse stören o. jemanden beleidigend verletzen, dann kann man das auch mal durchgehen lassen.
        – Wie bereits gesagt, in anbetracht der je eigenen Pubertät/Jugend müssten eigentlich die meisten etwas permissiver sein. Aber nein, als Eltern ist man ja selbst plötzlich ein Engel (ausser im Auto) & die eigenen Kinder müssen es demnach auch sein! 😉

      • Martin Frey sagt:

        @Benjamin Kraus
        Bei 15:44 bin ich für einmal bei Ihnen. Und ja, natürlich sollte irgendwann ein Adoleszenter wissen, wann sich wo welche Tonalität geziemt. Ein Teil der Leute lernt das ja nie…

    • Thomas Schmid sagt:

      Dieser geschilderte Einzelfall ist natürlich noch kein Beweis für die „Verweiblichung“ der Schule. Es ist aber unbestritten, dass die immer schlechter werdenden Schulleistungen der Jungen mit dem ständig grösser werdenden Anteil von weiblichen Lehrpersonen korreliert. Das hier auch ein kausaler Zusammenhang besteht, ist zumindest naheliegend. Ein ausgeglicheneres Geschlechterverhältnis ist deshalb gerade im Lehrberuf wünschenswert. Die heute weit verbreiteten Schuldzuweisungen à la „der Feminismus ist Schuld“ oder „die Jungs müssen halt weiblicher werden“ (Stichwort „toxische Männlichkeit“) sind dabei nicht zielführend.

    • Lichtblau sagt:

      In „sittlicher“ Hinsicht? Der Junge hat (okay, ein bisschen derben) Humor bewiesen und einen biologisch korrekten Ausdruck benutzt. Da würde ich sowohl als Mutter als auch als Lehrerin sagen: Schwamm drüber.
      Und weitere Mamablogbeiträge von Frau Binswanger würde ich jederzeit begrüssen.

  • 13 sagt:

    Ich bin sonst sehr empfänglich für solche Themen aber der Zusammenhang zwischen dem Vorfall (Sperma-Bemerkung) und dem daraus gezogenen Schluss (Jungen werden in der Schule diskriminiert) erschliesst sich mir auch beim dritten Lesen nicht.

    Tatsache ist, und darüber sollten wir vielleicht sprechen, dass Erfolg in der Schule denjenigen Kindern vorbehalten ist, die ins Schema X passen. Die bewegungsfreudigen, wobei es oftmals Jungs sind, aber Mädchen genauso und dort ist die Reaktion oftmals schlimmer, weil der „Mädchen tun so etwas nicht“-Gedanke dazukommt, passen da nicht rein. Die ruhigen, verträumten auch nicht wirklich. Würde da angepasst werden, kämen auch wieder mehr Jungs zum Zug resp. würden ihre Charaktereigenschaften vermehrt positiv auffallen.

    • Ka sagt:

      Ich bin mit ihnen ausnahmsweise mal gar nicht einverstanden. Ich habe uns im Artikel von M. Binswanger zu 100% wiedererkannt. Als Mutter eines sehr bewegungsfreudigen Mädchens, dass oft eher als Bub durchging, kann ich den Unterschied zum ihrem jüngeren Bruder sehr genau ausmachen. Das Mädchen kam auch mit ihrem Bewegungsdrang bei der Lehrerin gut an, beim Bruder spüre ich aber seit drei Jahren, das er nervt. Ich finde die Lehrerin macht es gut und sag dem Buben auch, dass er sich halt etwas zurück nehmen soll, aber ich verstehe auch, dass er es als ungerecht empfindet, immer gemassregelt zu werden.
      Betreff Zusammenhang Sperma Bemerkung und Diskriminierung: es ist genau diese Unverständnis, was Jung in diesem Alter umtreibt, was das Gefühl der Diskriminierung auslöst.

  • Marc Fessler sagt:

    Meine Mutter Jahrgang 1925 selig, hatte noch das Wort „Person“ als Schimpfwort benutzt. „Sie, sie Person Sie!“ Im Hinblick auf das bin ich nicht so sicher ob unsere heutige politisch korrekte Form wirklich so korrekt ist. Aber wer bin ich um das zu beurteilen. Aber für das gibt es heutzutage jede Menge Fachpersonen.

  • Jane Bissig sagt:

    Finde die Reaktion auf das (korrekte und ganz schöne) Wort auch absolut unangemessen und das Witzli unter Jungs, je nach Kontext und Beziehung der beiden, sogar ganz o.k..

    Wenn das „Opfer“ ein Mädchen gewesen wäre, fände ich es ehrlicherweise aber schlimmer. Weil ich da Assoziationen hätte zur Pornokultur, die mir nicht gefallen.

    Ist natürlich inkonsequent. Konnte den (alten!) Witz übrigens selber auch schon gut wegstecken (Joghurt an den Hosen, Arbeitskollege sagte es in Männerrunde an einem der ersten Arbeitstage…). Aber wenns meine Tochter wäre, würde ich vielleicht doch ein wenig ausflippen.

    (Nicht wegen dem Wort, sondern wegen dem Witzinhalt von „Sperma im Gesicht“. An den Hosen, wie bei mir, find ich auch schon weniger schlimm…)

    • Sportpapi sagt:

      @Jane Bissig: Wobei es ja schon interessant ist, wie man die eigene Befindlichkeit durchschaut, aber dann doch geradezu mit Freude bereit ist, „auszuflippen“.
      Wozu?

      • Jane Bissig sagt:

        Nicht mit Freude. Und ich bin auch nicht sicher, dass es irgendeinen Zweck erfüllen würde.

  • Nicole Hasler sagt:

    Ich halte weniger das Geschlecht der Lehrperson als das mangelnde Fachwissen über die Pubertät und die Zeit der Adoleszenz für das eigentliche Problem. An der Schule meines Sohnes erlebte ich in den letzten zwei Jahren bei Männern und Frauen oft völlige Hilf- und Sprachlosigkeit, wenn es darum ging, den pädagogisch-erzieherischen Aspekt von Unterricht wahrzunehmen und nicht nur Lerninhalte einzutrichtern. Mehr Fachkompetenz in pädagogischem Handeln und mehr Wissen über die Hirnentwicklung bei Jugendlichen würden bei den Lehrpersonen vielleicht auch zu mehr Verständnis und angemessenerem Umgang führen.

    • Sportpapi sagt:

      Da ist es gut, wissen wenigstens die Eltern so gut Bescheid, und haben ihre pubertierenden Kinder immer bestens im Griff. Wobei…

  • jana sagt:

    Das Kind hat keinen Witz über Sperma gemacht, sondern über einen Mitschüler. Und nicht unbedingt einen lustigen.
    Ich denke es gibt wie in jedem Konflikt mindestens zwei Seiten, und als Elternteil (höhö, fast wie Lehrperson) ist es nicht immer ganz einfach, sowas „objektiv“ zu beurteilen. Gut möglich, dass diese Lehrperson und das Kind nicht gut miteinander zurecht kommen. Gut möglich, dass das auch was mit dem Geschlecht zu tun hat, mit dem Schulsystem, mit der Pubertät, mit dem Allgemeinzustand des Universums etc. Aber vielleicht auch etwas mit dem Kind. Vielleicht war es ja nicht der erste Witz auf Kosten dieses Mitschülers?

    • Rolf Hasler sagt:

      Sperma? Nach dem Frühling kommt der Sommer. Herr, lass es Herbst werden. Dann kommen wieder besinnlichere Zeiten. Wie Erntedankfeste usw.

    • Rolf Hasler sagt:

      Beide Schüler hatten gelacht. Alles klar?

    • Dani sagt:

      Meine Güte, der Junge ist 13! In diesem Alter macht man eben unter Jungs solche Witze. Das ist jetzt also wirklich nichts Dramatisches – im Gegenteil: das ist Bestandteil einer gesunden Entwicklung. Gestört wird der Junge höchstens wegen der hysterischen Reaktion der Lehrerin auf diesen völlig altersgerechten Scherz.

    • Bosshard Matthias sagt:

      Dann bleibt zu hoffen das die Lehrerin gescheiter die ganzen Fakten ins Büchlein schreibt und das Mobbing auch erkennt!
      Mobbing gegen mich in meiner Jugend machte der Lehrer mit den Schülern sogar mit, das ist wirklich schlimm, aber nicht sowas und war es einmalig Sorry nicht erwähnenswert.
      Da reicht es sofort den Jungen zurecht zu weisen und evtl zu verwarnen. Für mich hat Sie eindeutig überreagiert da finde ich den KESB Witz absolut angebracht, Danke.

      • Peter sagt:

        Meine Frau ist Hauswirtschaftslehrerin und könnte Lieder davon singen, wie pubertierende Jungs und Mädchen sich beim Gemüse rüsten – vor allem bei länglichem Gemüse – oder beim Poulet zubereiten verhalten. Wenn das jedes Mal einen Eintrag gäbe, käme sie aus dem Schreiben nicht mehr heraus.

      • tststs sagt:

        Jeder Lehrer, der mit pubertierenden zusammen arbeitet, kann ein Liedchen davon singen…
        Da braucht es nicht einmal pha llusartiges Gemüse, um irgendwelche Assoziationen auszulösen…
        🙂

  • gabi sagt:

    „Ich dachte jedoch weniger über die Bedeutung des Wortes Sperma im Schulkontext nach als über die Diskussionen der letzten Jahre, die ich nie wirklich ernst genommen hatte“

    Wäre ja auch schlecht möglich gewesen, Frau Binswanger.

    Denn schliesslich geht es beim Ignorieren dessen, was die Kritiker dieser „Verweiblichung“ schon vor Jahren ansprachen, um weit mehr als diese eine Story um Ihren Sohn. Da hängt ein sehr umfassendes Weltbild mit drin, welches Sie nur allzu gut kennen.

    Ich würde zu gerne wissen, ob diese Erkenntnis Sie denn nun dazu bringt, sich weitere Gedanken über allfällige Gewissheiten zu machen, die vielleicht etwas zu vorschnell festgezurrt worden sind.

    … Man muss ja nicht immer warten, bis man sich erst selber davon betroffen fühlt.

  • Bob Fahrer sagt:

    Bin ich der einzige der die Kommentare vielsagender findet als Frau Binswangers Beitrag? Also bei manchen frage ich mich schon wie man so gehässig und frustriert durchs Leben wandeln kann…

    • Dottore Simone sagt:

      Finde ich ich. Schlussendlich verdanken wir unser Leben auch diesem Sperma. Und sogar dem Gewinner dieses Samenrennens. Manche sind wohl etwas hochgeistig-vergeistert.

  • Sisifee sagt:

    Der angepasstere meiner beiden Söhne ist bei einem Lehrerinnen-Duo gelandet, das mit der Klasse schlicht überfordert war. Es hatte einige schwierige Kinder, eine der LPs war zeitweise krank, und und und – irgendwann hat sich eine Jungs-Clique „radikalisiert“ und nur noch gemacht, was sie wollte. Da war null Vertrauen zu den Lehrerinnen – an den Besuchsmorgen sind mir die Haare zu Berge gestanden, auch wegen meines eigenen Sohnes. Zu guter Letzt waren Jungs und Mädchen so verfeindet, dass auch die Eltern untereinander Streit bekamen. Ruhe eingekehrt ist, als ein neuer Schulsozialarbeiter den Draht zu den Jungs gefunden hat.

    • Sisifee sagt:

      2) Die selben Jungs sind nach dem Wechseln in die Mittelstufe bei einer ebenfalls weiblichen LP keine Engel, aber absolut aushaltbar. Die neue Lehrerein sei „einfach fair und gerecht und bevorzugt die Mädchen nicht“, so mein Sohn.
      Für unsere Kinder sind nicht Lehrerinnen per se parteiisch, da unterscheiden sie sehr wohl. Zentral ist, dass die (gefühlte oder reale) Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern auch offen angesprochen werden darf. Als das Thema in der Kasse meines anderen Sohnes aufgekommen ist, wurde es vom Lehrer sofort ernst genommen und im Klassenkreis thematisiert – mit dem Effekt, dass es auch rasch wieder vom Tisch war.

      • Vierauge sagt:

        das hört sich aber sehr gut an – so sollte es sein.

        Unser grosser Sohn hatte in der 2. Klasse eine Lehrerin, die eigentlich nur mit „normalen“ Kindern gut konnte, aber nicht mit Kids, die aus dem Rahmen fielen, wie unserem Sohn. Unser anderer Sohn hatte in der 6. Klasse einen Lehrer, der alle Kids unangemessen behandelte (zur Tochter eine Freundin: „KV? dafür bist du sowieso zu blöd“). Es hängt häufig nicht vom Geschlecht der Lehrperson (!), sondern von ihren zwischenmenschlichen Fähigkeiten.

      • Sisifee sagt:

        @ Vierauge: Bei der oben beschriebenen Situation hat sich nach 2 Jahren die Hälfte der Jungs nicht mehr „normal“ betragen. Wie gesagt, das war mein Ältester, ein eher ruhiges Kind.
        Mein zweiter Sohn ist ein Rabauz, der alle Grenzen austestet. Er hat seit Kindergarten das Glück, Lehrkräfte zu haben, die einfach gut mit ihm und den anderen Kindern umgehen und auch seine körperliche Energie schätzen. Insgeheim warte ich immer darauf, dass es mal „chlöpft“, aber das Gegenteil ist der Fall, Probleme gibt’s kaum. Knock on Wood.

      • tststs sagt:

        Sisifee, ich verstehe natürlich Ihre Geschichte und kann Ihre Argumente abnicken.
        Aaaber irgendwie kommt mir dabei auch der folgende Gedanke: Wie in Gottesnamen konnten es die Eltern so weit kommen lassen, dass sich die Kinder „radikalisieren“????
        Könnte es iiiirgendwie damit zusammenhängen, wie zuhause über die Lehrperson gesprochen wird?
        Oder ganz fies: Wieso gerade dem binswangerschen Sohn das Wort „Sperma“ entwischt ist, ist angesichts der mütterlichen Phallus-Mal-Fantasien nicht weiter verwunderlich 🙂
        🙂
        🙂

        (So, genug Smiley, dass dieser Beitrag nicht ganz ernst genommen wird??? Nicht für Sie Sisifee und Vierauge, für andere…. 😉 )

      • Sisifee sagt:

        Liebe tststs, ich antworte trotzdem ernsthaft und kann Ihnen versichern, dass ich wirklich nie abschätzig über die Lehrerinnen gesprochen habe, sondern für deren Verständnis geworben habe, solange es ging. Auch anderen Eltern gegenüber. Man tut ja seinem Kind keinen Dienst, wenn man die Autorität der LP untergräbt.
        Ich konnte zuschauen, wie mein Sohn das Vertrauen verlor. Das waren anfangs kleine Dinge, wie zum Beispiel die Drohung, die Eltern eines Trios anzurufen, dann aber nur uns. Nur mit den Jungs zu schimpfen, wenn die Mädchen provozieren usw. Man kann aber durchaus fragen, wie wir in der Familie mit Autoritäten umgehen. Mein Mann und ich pflegen einen freundschaftlichen, familiären Umgang mit unseren Chefs und Teams, entsprechend unsere Kinder. Das möchten wir nicht ändern ,-).

      • tststs sagt:

        @Sisifee: Das glaube ich Ihnen sofort… habe auch eher auf die Eltern der anderen abgezielt…
        Manchmal entsteht eben so eine unheimliche Gruppendynamik, die Stimmung heizt sich auf und die Fronten verhärten sich (und traurigerweise oft wegen eigentlich nichts)

        Dies ist natürlich nicht als Replik auf Ihr Beispiel zu verstehen; auch hier glaube ich sofort, dass diese Lehrerteam versagt hat.

    • Michael sagt:

      „als ein neuer Schulsozialarbeiter den Draht zu den Jungs gefunden hat“

      Ah, das kenn‘ ich. Die provokativen Schüler bekommen die ganze Aufmerksamkeit und Rektor etc. suchen für sie eine Lösung, die ruhigeren Schüler hingegen gehen vergessen.

      • Vierauge sagt:

        nein, sie gehen nicht vergessen, für sie gibt es ja schon eine Lösung, und der Lehrer schaut ja auch weiterhin zu ihnen.

        Ausserdem: „Ruhe eingekehrt ist, als ein neuer Schulsozialarbeiter den Draht zu den Jungs gefunden hat“ – die Ruhe war für alle gut, auch für die ruhigeren Schüler.

      • Sisifee sagt:

        Michael: Das waren nicht mehr nur „die provokante Schüler“ sondern einfach ein ungelöstes Problem für einen grossen Teil der Klasse. Es gab Ruhe ab dem Moment, als der betreffende Sozialpädagoge den Jungs auf ihre Klage, die Mädchen würden bevorzugt, geantwortet hat, dass das durchaus möglich sei und er würde dem nachgehen.
        Zuvor hiess es immer, „bei uns gibt’s das nicht“.
        Sobald die Gruppe realisiert hat, dass man sie ernst nimmt, war der Konflikt entschärft. Ich hätte mir einfach gewünscht, dass die LPs so hätten kommunizieren können (und hatte sie, bevor er eskalierte, auch darum gebeten).

  • Jeanclaude sagt:

    Ein Hinweis im Elternbüchlein auf diesen Artikel ist die beste Replik an die LehrPERSON.

  • tststs sagt:

    Das ist doch kein Anzeichen für Verweiblichung der Schule (ohne dieses Phänomen in Frage stellen zu wollen).
    Dies ist IMHO eher ein Anzeichen der im Moment grassierenden Christianisierung, gepaart mit einer Prise Bünzlitum.

    • Jane Bissig sagt:

      Ging mir auch durch den Kopf. Die ganzen FreikirchlerInnen an den PHs landen dann ja in irgendwelchen Schulklassen.

    • Dani sagt:

      Allerdings. Ich finde die zunehmende Fischchenfraktion an den pädagogischen Hochschulen besorgniserregend. Die Frage, ob diese Lehrpersonen ihr evangelikales Weltbild nicht auf die Kinder übertragen muss einmal dringend gestellt werden!

      • Lichtblau sagt:

        Jetzt, wo Sie es sagen: „Fischchenfraktion?“. Das würde einiges erklären. Obwohl unserer Tochter in der Heilsarmeekrippe (an schönster und für uns Eltern fürs Hinbringen und Abholen perfekter Zürcher Lage) die „Jesus-Geschichten“ sicher nicht geschadet haben. Aber Freikirchen-LPs für ältere Kinder: einfach nur daneben.

    • Hans Peter sagt:

      Nein, es ist ein Anzeichen für die grassierende „Gendergerechtheits“-Ideologie – denn „Gendergerechtheit“ ist das, worauf es heute bei Unterrichten ankommt. Fingerspitzengefühl, Einfühlungsvermögen, Realitätssinn und kindgerechtes Verhalten hingegen sind nicht gefragt. Es lebe die Hexenjagd des 21. Jahrhunderts!

      • Vierauge sagt:

        ich habe den Eindruck, dass Sie alle da gewaltig übertreiben. Was hat unangemessene Reaktion auf dumme Sprüche mit Gendergerechtigkeit zu tun? Sperma gehört zu „sex“, nicht „gender“.

        Und das „evangelikale Weltbild“, wie Sie es nennen, sagt zunächst mal, dass Gott jeden Menschen nach seinem eigenen Vorbild geschaffen hat, und dass das gut war. Demnach ist die genannten Lehrerin keine Christin, wenn sie den Jungen so ungerecht behandelt.

      • tststs sagt:

        Danke, Vierauge, dieser Unterschied ist den meisten hier nicht klar…
        (Übrigens auch bei Post Gender vs. Gender… aber ich fand den MAD-Witz so herrlich, da wollte ich nicht den Spielverderber geben 😉 )

      • tststs sagt:

        „Fingerspitzengefühl, Einfühlungsvermögen, Realitätssinn und kindgerechtes Verhalten“
        Werter Herr Peter, sind dies nicht gerade die Eigenschaften, vor allem die beiden ersten und das letztgenannte, die man bisher – natürlich fälschlicherweise – den Frauen zuschrieb?

      • Hans Peter sagt:

        @Vierauge: Direkt hat die Reaktion natürlich nichts mit dem Genderthema zu tun, aber a) habe ich mich der Ansicht von Frau Binswanger bez. aktuelles „Klima“ in der Schule angeschlossen und b) ist das Verhalten der Lehrperson genannten Lehrerin m.E. eben ein Symptom für die „Gender-Ideologie“ (u.a. gehört dazu die – unbewusste – Devise „Buben müssen gebessert werden, damit sie so gute Menschen werden wie die Mädchen“) – und nicht für eine religiös-spiessige Einstellung. Und diese Ideologie ist leider zzt. in den Schulen tatsächlich dominant, das weiss ich aus zahlreichen u. zuverlässigen Quellen.

      • Uli Berg sagt:

        @tststs: Kein Problem. Ich mache auch Sex; oder eben „faire l’amour“ – nicht Gender. Heisst quasi, ich tat’s um des ‚Reimes‘ willen, wie ein Mondkalb im Stillen … (nicht beim Stillen).

      • tststs sagt:

        Oh je, Herr Peter, was hat das jetzt mit Gender zu tun?
        Also Sie wissen schon, dass ein Gender-Bub durchaus auch weiblichen Geschlechts sein kann…?
        Dementsprechend müsste Ihre Anschuldigung lauten (und die kann durchaus Hand und Fuss haben), dass es Lehrer/Eltern/Leute gibt, die alle Kinder zu Gender-Mädchen erziehen wollen…
        (Und ehrlich, kann man ihnen deswegen einen Vorwurf machen? Solange Eigenschaften wie: fleissig, konzentriert, kommunikativ, konsensorientiert als GM-Eigenschaften, und störend, unruhig, rein logikorientiert als GB-Eigenschaften gelten, wer will sein Kind schon zu GB erziehen)

        @U.Berg

    • Selina sagt:

      Also ehrlich, was soll jetzt dieses Christen-Bashing hier? Voll am Thema vorbei und einfach nur daneben. Die Autorin erwähnt die Glaubensausrichtung der Lehrerin mit keinem Wort.

      • tststs sagt:

        Jeises, ich wollte überhaupt nicht auf die Freikirchler etc. hinaus. Ich dachte da viel mehr an diese „christliche Werte“, auf denen gewisse Politiker im Moment so gerne herumreiten… (aber dann natürlich schon auf die Klischee-Kette „Christentum->Katholiken->Tabus->verklemmt->Sperma-geht-gar-nicht“ hinaus)

      • Vierauge sagt:

        ok, tststs, Replik angenommen. Ich meinte auch eher die Kommentare von Jane und Dani, und den von Hans Peter 🙁

      • Michael sagt:

        Das Christen-Bashing ist nicht am Thema vorbei. Die Autorin hat die ganze Geschichte vielleicht falsch aufgefasst und es geht nicht um Verweiblichung, sonndern eben um christliche Werte.

    • Buchi sagt:

      Sie meinen wohl Entchristianisierung.

      • tststs sagt:

        Äh nö…. 20 Jahre lang hatte ich das Gefühl, vom Christentum in Ruhe gelassen zu werden… aber seit 2,3 Jahren muss ich mich tatsächlich damit auseinandersetzten, dass Leute unwidersprochen herumposaunen, dass unsere Demokratie/unsere Gesellschaft auf christlichen Werten beruht!!!!

  • Dottore Simone sagt:

    Später im Lateinunterricht hatten wir gelernt, uns gewählter auszudrücken: Wie „membrare“ nach oben und von unten konjugiert. Oder festgestellt: „Inter ossa feminarum est gaudium virorum“. Salve! Tempus navigandi …

  • Benedict De Rochard sagt:

    Wie Christina Hoff Sommers sagt: »Mädchen sind im heutigen Schulsystem der Goldstandard, und Jungs kaputte Mädchen.« Seit bald zwei Jahrzehnten hinken Jungs im Unterricht den Mädchen hinterher und die Mehrzahl der Studierenden ist weiblich. Aber man möge dennoch damit fortfahren, auf die Förderung von Mädchen zu pochen, weil sie ja angeblich derart benachteiligt sind …

    • tststs sagt:

      Das heisst doch im Umkehrschluss nichts anderes, als dass mehr Jungs eine Lehre machen.
      Jemand solle jetzt bitte sofort das Mädchen-machen-eine-Lehre-Unterstützungsprogramm starten.
      In der Schule werden KINDER gefördert, die einen sind mit dem System einfach kompatibler.
      Bin gerne bereit zuzugeben, dass die nach weiblichen Mustern erzogenen Kinder (aka die Mädchen) eher in dieses System passen… das übrigens vor über hundert Jahren vor allem für die Jungs entwickelt wurde 😉

      • Benedict De Rochard sagt:

        Für wen es wie und wo vor hundert Jahren konzipiert wurde, fällt kaum ins Gewicht. Was zählt, ist die gegenwärtige Situation und ihr Ausblick. Man muss übrigens für die Gegenargumentation nicht immer alles ins pure Gegenteil verkehren. Ausserdem beginnt die potentielle Lehrzeit erst nach den Schuljahren. Was wiederum Ihren Einwand widerlegt. Jungs werden durch unser Schulsystem stark benachteiligt und dies ist einer der Hauptgründe, warum sie von der Schule abgehen, anstatt ein Studium zu wählen.

      • tststs sagt:

        „Ausserdem beginnt die potentielle Lehrzeit erst nach den Schuljahren.“
        Also Sie meinen dann, wenn die Jungs/Männer wieder bevorzugt werden?

        Auch 13 schreibt es wunderbar, dass das Schulsystem gewisse Typen von Kindern bevorzugt; nicht gewisse Geschlechter. Aber eben, ich gebe gerne zu, dass eher Mädchen zu diesem Typen erzogen werden.
        Was aber wiederrum heisst, dass man halt Jungs einfach wie Mädchen erziehen muss, wenn man sie aufs Gymi bringen will…

      • tststs sagt:

        Und seien wir mal ehrlich, was ist denn an einer Lehre so schlimm?
        Es sind genau so Aussagen wie die Ihrige (die – so lese ich Sie zumindest – das Gymi höher werten als eine Lehre), die den Jungs zu verstehen geben, sie seien minderwertig!

      • Sportpapi sagt:

        „Was aber wiederrum heisst, dass man halt Jungs einfach wie Mädchen erziehen muss, wenn man sie aufs Gymi bringen will…“
        Wenn es doch nur Erziehung wäre.
        Wenn man aber möchte, dass sie dann im Berufsleben erfolgreich sind, Karriere machen, dann sollte man sie doch besser doch wieder zu richtigen Männern erziehen?

      • tststs sagt:

        Jaaa, SP, da liegt doch der Hund begraben… 🙂

      • Sportpapi sagt:

        Für die Schule lernen wir, nicht fürs Leben?

      • Uli Berg sagt:

        @tststs: Ich hatte auch eine Lehre gemacht. Sogar 4 lange Jahre durchgehalten (Summa cum laudatio patrone). Aber zu meinem Gender (sog. soziales Geschlecht). Ca. 90% maskulin. Die 10% beziehen sich auf den Weingenuss. Mag die ‚femininen‘ Burgunder mehr, als die ‚maskulinen‘ Bordeaux. Im Allgemeinen. Auch die Flaschenform finde ich schöner, runder. ‚Feminalise‘ in Beaune testet immer gut. Leider ohne mich.

      • tststs sagt:

        @Uli Berg: Alleine die Tatsache, dass Sie hier so kommunikativ über soziale Themen diskutieren macht Sie gemäss gängiger Gendereinteilung zu mindestens 50% zu einer Genderfrau 😉

    • Florian Senn sagt:

      Mag sein, stimmen ihre Angaben.
      Leider sind gewisse Studiengänge noch immer lange nicht gleichmässig besucht. Frauen haben es als Professorinnen in gewissen Fächern besonders schwer und mit Vorurteilen zu kämpfen und ja, da gibt es auch die Benachteiligung (MINT Fächer sind da u.a. zu nennen, die Anzahl Departmentsvorsteherinnen, Prof. ordinarius etc steht in vielen Unis in keiner Relation zur Anzahl männlicher Pendants).
      Somit bitte genauer hinsehen und nicht generalisieren.

      • Benedict De Rochard sagt:

        Herr Senn, ich bitte Sie. Zu sagen, „Frauen hätten es als Professorinnen in gewissen Fächern besonders schwer“ ist eine Generalisierung par excellence. Das ist sogar ohne genaues Hinsehen erkennbar. Und bitte vermischen Sie nicht das Studium mit dem, was danach folgt. Das ist eine ganz andere Geschichte.

    • Muttis Liebling sagt:

      Das ist halt ausgleichende Gerechtigkeit. Für den heiligen Augustinus waren Frauen die Menschen, welche es nicht zum Mann geschafft haben. Im Medizinhistorischen Museum der Charité gibt es Buch von 1870 ‚Anatomie der Haustiere‘. Kapitel 1, Die Frau.

      Diesem Genderismus in beiden Richtungen liegen zeitgeistbestimmte Fehlbewertungen zu Grunde. In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts war Anthropozentrismus noch negativ belegt. Jetzt spricht man plötzlich von einer Bank, die ‚Besitzerin‘ von irgendetwas ist, als wenn eine Bank eine Frau, ein Mensch also, wäre. Das ist schon unter der Intelligenz- Normalen.

  • Daniel Slamanig sagt:

    Ha, ha, besten Dank für die Pointe des Tages!

  • Dottore Simone sagt:

    Herzlichen Dank fur den Bericht. Demnächst vielleicht: „Die Normierung unserer Kinder“; oder „Die ungeschlechtliche Vermehrung, früher und heute“. Bitte mit Querverweis auf „Schöne neue Welt“ (Aldous Huxley). Soma darf man aber immer und problemlos sagen. Das wäre dort die Lösung.

  • tina sagt:

    auch ich habe mir meine gedanken gemacht und komme von hier gaaaaaaanz weit draussen zum schluss, dass doch mit 95% wahrscheinlichkeit eher der junge mit dem glace im gesicht als schwuler gedemütigt wurde und sich alle krumm lachten, nur der junge mit dem glace im gesicht nicht.

    • tina sagt:

      angenommen es ist mobbing im spiel, dann ist es nunmal bedeutend einfacher, einen mobber wegen einer äusserung zu bestrafen als ihn wegen mobbing zu „überführen“.
      ich kanns mir einfach nur so erklären.
      und falls das falsch ist: alle anderen mutmassungen im text und in den kommentaren sind genauso ins blaue hinaus gemacht worden

      • Dottore Simone sagt:

        These plus Antithese = Nullsummenspiel. Hauptsache die Ideologie wurde stimmig gemacht.

      • zysi sagt:

        danke für ein weiteres anschauungsbeispiel unserer gesunden sicht der täglichen realität

      • Reto Stadelman sagt:

        Zitat: „Die Buben kicherten…“
        Ihre These ist wegen diesem Zitat falsch, da sie offensichtlich auf falschen Annahmen beruht.

      • tina sagt:

        reto stadelmann: dass die buben kicherten weiss die aut0rin von ihrem sohn. offensichtlich 🙂
        hey, ich bin mutter von 2 jungs, ich glaube ihnen auch immer alles 😉

      • tina sagt:

        ich kann einfach nicht wirklich glauben, dass ein lehrer (=berufsbezeichnung) ein gschiss nur wegen dem geflüsterten wort sperma ansich macht. darum meine zugegeben sehr weit hergeholten gedanken, von ganz weit draussen.

    • k. miller sagt:

      Ginge es um Mobbing, dann wäre die Reaktion der Lehrerin (= weiblicher Lehrer) genauso unangebracht wie wenn es nur ein alberner Scherz war. Bei Mobbing müsste das Thema in der Klasse ganz anders thematisiert werden, da reicht so ein Eintrag im Büchlein nicht.

      • tina sagt:

        ich gehe mal nicht davon aus, dass das dann die einzige massnahme wäre, wenn es um mobbing ginge. aber mobbing ist schwer fassbar, vielleicht vergleichbar mit stalking. stalking ist kein strafbestand, aber „missbrauch einer fernmeldenanlage“ (hahaha ernsthaft. die arme anlage aber auch…) bei telefonterror. so kann man wenigstens einzelne teile des gesamtvergehens konkret angehen anstatt gar nichts zu machen, weil mobbing als ganzes wie stalking als ganzes schwierig nachzuweisen ist.

        ich möchte weder stalking mit mobbing vergleichen noch das jemandem unterstellen oder überdramatisieren sondern eben: vielleicht wars nicht ganz so wie der sohn erzählte….

  • loulou55 sagt:

    „PS: Das habe ich natürlich nicht getan, auch wenn ich zu gern ihr Gesicht gesehen hätte.“
    Wie feige von ihnen, Frau Binswanger!
    Und hätten sie das Büchlein persönlich der Lehrerin übergeben, hätten sie ihr Gesicht sehen und sogar heimlich mit dem Smartphone filmen können.

  • Urs Hess sagt:

    Ich dachte zuerst, die Lehrerin hätte Eis am Kinn gehabt. DANN könnte ich verstehen, dass sie das als respektlos hätte empfinden können. (Wobei man auch da über eine angemessene Reaktion diskutieren könnte).
    Aber so?

    Was ist der Tatbestand? „Unanständige Rede“ ist reichlich indifferenziert für eine „Lehrperson“, finde ich. Da dürfte man etwas mehr erwarten.
    Vielleicht gibt es eine vollständige Liste aller unanständiger Worte? Die könnte der Sohn dann auswendig lernen zwecks Nicht-Verwendung in Anwesenheit einer Lehrperson zur Unterrichtszeit!
    🙂

  • Markus Müller sagt:

    „Zum ersten Mal habe ich verstanden …“.
    Schade, dass Sie das nicht schon früher nachvollziehen konnten. Heisst ja dann auch, dass nur Leute das Problem verstehen werden, die persönlich betroffen sind. Ich dachte immer, man könne solche Probleme so vermitteln, dass auch nicht direkt Betroffene sie verstehen.
    Wenn ich einer Schulklasse eine Weile zuschaue, finde ich das meistens sehr interessant und habe meist auch hohen Respekt vor der Kompetenz der Lehrpersonen. Es springt mir aber auch sofort das umfassende weibliche Setting in die Augen. Fast alles was Jungs gerne tun und gut können ist verpönt. Schade.

  • Tom S. sagt:

    Sperr ma die Tür auf? 6 Jahre die selbe Lehrperson geht ja gar nicht
    Guter Artikel, ich hol jetzt grad mal meinen selbstgetöpferten Aschenbecher raus und kontrolliere ich auf Bakterien 🙂

    • Lichtblau sagt:

      6 Jahre die selbe Lehrperson? Wer mit der nicht das Heu auf derselben Bühne hat, hat wirklich die A- Karte gezogen.

  • Vivienne Tran sagt:

    Ich war in den 90er Jahren in der 3. Klassen. Hatten jemand auch nur etwas geschwatzt, wurde von der Lehrperson auf das Kind ein Tennisball geworfen, die harten gelben..
    Die Lehrerperson war ein Mann.
    Ich verstehe in ihrem Artikel nicht, weshalb das Geschlecht jener Lehrerin eine Rolle spielt, sie bringen diesen Vorwurf nicht auf den Punkt, öffnen hingegen misogynen Kommentaren die Tür.
    Der Spermakommentar wäre von meinen Lehrern niemals goutiert worden. Ich verstehe ihre Aufregung nicht.

    • Joe Schweizer sagt:

      Das früher nicht alles besser war, weiss ich aus eigener Erfahrung. Doch ich weiss ebenfalls aus eigener Erfahrung (wurde ebenfalls Anfangs 90er eingeschult), dass wir die Lehrer/innen die etwas gelassener Reagiert haben ernster genommen haben als diejenigen welche wegen jeder Kleinigkeit ausgeflippt waren.
      Dass Frau Binswanger nun von einer Lehrperson gleich auf die Gesamtsituation schliesst, mag im ersten Moment etwas übertrieben erscheinen. Trotzdem kann ich dem Gedankengang von Frau Binswanger folgen. Denn was ich aus dem Bekanntenkreis teilweise so mitkriege, stimmt in dieses Bild. Zum Glück hat mein Sohn im Moment eine strenge aber sehr vernünftige Kindergärtnerin.

  • Thomas Schneider sagt:

    Wenn 14-16 jährige Schüler politisch korrekt austarierte Sätze formulieren wie 30 jährige Akademiker, so macht mir das Angst. Die Kids haben wohl gelernt, dass sie damit gut ankommen (durchkommen). Für Verhandlungen mag das auch nützlich sein. In der Berufswelt aber sind wohl eher einfache und vor allem ehrliche Statements gefragt. Kids mit dem Vokabular von Hochschulabgänger – das hört sich sehr seltsam an. Zwischen Gender und Pausenplatz muss doch noch etwas Luft sein.

  • Stefan sagt:

    Das Schlimme ist, solche Frauen / Frauinnen / sind in Politik und Asylwesen zugange und richten dort echten Schaden an.
    Siehe erzwungen Zuwanderung von Nichtintegrierbaren.

  • Aka Keller sagt:

    Wir waren gottenfroh als unser älterer Sohn vor 17 Jahren in der 5. Klasse endlich einen Lehrer hatte. Die Lehrerinnen waren alle super, aber der männliche Input fehlte. Die heutigen Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen scheinen, gemäss Kommentare von Kollegen, so etwas von „gender brain washed “ und „political correctness“ zu sein.

    • k. miller sagt:

      Ja, manchmal wäre mir etwas weniger „gender“ und etwas mehr vom guten alten gesunden Menschenverstand lieber…

  • Uli Berg sagt:

    Ist das jetzt Gender gegen Gender? Wie im MAD-Magazin Agent gegen Agent?

  • Ralf Kannenberg sagt:

    Tatsächlich hätten Sie das Bild malen sollen; dem Rektor hätten Sie das sicherlich auch erklären können. Falls er sich begriffsstutzig gezeigt hätte, hätten Sie ihm ja beiläufig und biologisch korrekt erklären können, dass bei einem solchen Akt beispielsweise Ihr Sohn entstanden sei. – Zu meiner Zeit hat man übrigens die Wortwahl „Wichse“ – genauer: „Wixe“ in diesem Zusammenhang gebraucht, auch wenn ich selber mich an dieser Art Witzen nicht beteiligt habe, weil sie mir nicht interessant genug waren.

    • Lichtblau sagt:

      Dass Frau B.s Sohn eben den korrekten Ausdruck verwendet hat und nicht den vulgären, führt die Reaktion der Lehrerin ad absurdum. Also kein grobschlächtiges Witzchen, sondern eine korrekt ausgedrückte Vermutung. Solange es beim einmaligen Verwenden bleibt, okay. Ständig würde ich mir das als LP den Pubertoquatsch nicht anhören wollen.

  • Hampe sagt:

    Zum Thema Lehrpersonen: Wann endlich nennt man im Zug der Gleichberechtigung die Kinder Lernpersonen?
    Übrigens wäre eine angemessene Reaktion der sogenannten Lehrperson gewesen, mit dem Knaben zu sprechen und ihm zu erklären, dass das nicht lustig war.

    • Christoph Bögli sagt:

      Wieso eigentlich nicht? Natürlich pubertärer Unsinnishumor, aber ist das so tragisch? Insbesondere wenn es zwischen Pubertierenden in einer lustigen Situation geschieht?

      • Jacques sagt:

        Die französische, weibliche Variante von ‚Maître‘ wäre die ‚Maîtresse‘. Die nehmen sowas wohl etwas lockerer. Fast jeder Politiker hat eine oder gar mehrere.

  • Peter Hartmann sagt:

    Dazu kann ich nur sagen, dass das grosse Erwachen all der ach so „liberalen“ (sprich rotgrünen Betonköpfe) wahrscheinlich erst kommt wenn sie dann die neuen Schützlinge aus kulturell völlig anders geprägten Haushalten erziehen wollen oder gar nie.

  • Stefan Baumann sagt:

    „Sperma“ ist doch der fachlich korrekte Ausdruck, die Lehrerin hat offenbar einen Dachschaden.

    Wenn ich zurück an meine Primarschulzeit denke, hätten sich einige jeden Tag eine Unterschrift der Eltern holen müssen…

    • Vierauge sagt:

      der Gedanke kam mir auch!

    • Jane Bissig sagt:

      Und dazu einer der wenigen fachlich korrekten Ausdrücke, die (meinem feinen sprachlichen, ästhetischen und sittlichen Empfinden nach 😉 ) auch im Alltag funktionieren. Ein wunderschönes Wort für etwas, das jetzt nicht per se so ästhetisch ist, dass es einen guten Namen nicht brauchen könnte. Wer erinnert sich an Allschwil Posse „Summer, di schlichendi Süüch“?

  • Hotel Papa sagt:

    Erinnert mich irgendwie an einen Witz mit Pinguin und Automech:

    „Looks like you blew a seal!“
    „No! That’s just ice cream!“

    Gut, muss niemand mehr meine Betragensnotizen unterschreiben. Das darf ich ganz alleine ausbaden.

  • Stefan W. sagt:

    In diesem Kontext ist das schon arg schräg. Andererseits gehört zum Prozess des Erwachsenwerdens ja auch die Erkenntnis, dass manche Menschen auf bestimmte Begriffe mit Ablehnung reagieren (Nicht nur „Sperma“ gehört zu den Wörtern, die man nicht immer überall laut sagen sollte, und es sind auch nicht mal nur Begriffe aus dem sexuellen Bereich, die für einige Menschen mehr, für andere weniger tabubelastet sind).
    Also, wenn die Lehrerin das nicht hören will, ist das im Prinzip zu akzeptieren. Nur hätte sie es natürlich bei einem einfachen „lass das“ belassen sollen, anstatt ein derart grosses Fass mit Strafarebit und elterlicher Unterschrift aufzumachen.

    • Uli Berg sagt:

      Wer die Definitionshohheit über die sog. Tabus beansprucht, kann damit auch Macht ausüben. Und das kann zu Machtmissbrauch führen.

      • Hans Peter sagt:

        Genau deswegen beanspruchen die Vertreterinnen und Vertreter sämtlicher Ideologien die Definitionshohheit über die Sprache, das Verhalten und alles, was irgendwie mit ihrem „Thema“ zu tun hat.

    • Joe Schweizer sagt:

      Das sehe ich genau so.
      In meiner Zeit als Berufsschullehrer habe ich sehr gute Erfahrungen damit gemacht, dass man manche Dinge am besten mit etwas Humor und Pragmatismus angegangen ist. Letztendlich erreicht man so dass Ziel besser, einfacher und schneller. In der Regel wissen die Jungs (und Mädels) schon sehr genau wann sie wirklich Mist gebaut haben. Und dann brauchts oft auch nicht viel um „beim Delinquent“ echte Betroffenheit auszulösen.

  • Schorsch sagt:

    Die beschriebene Reaktion könnte aus 50ern stammen und man kan eigentlich die Lehrperson nur bedauern…

  • Louis Mueller sagt:

    Ich musste leider diesen Artikel als nicht Relevant/uninteressant einstufen weil mir die wirkliche Reaktion der Schreiberin fehlt.
    Hat Sie Ihrem Sohn die Stange gehalten und ist gegen das ungerechte Vorgehen der Lehrperson aktiv geworden od. hat Sie einfach nickend, wissend, dass es eh bald vorbei ist, das Elternbüchlein unterschrieben?
    Kann man ein Fehlverhalten einer Lehrperson einfach wegwicschen, weil man ja bald selber nicht mehr davon betroffen sein wird od. gehört es zur Zivilcourage in diesem Fall auf den Tisch zu klopfen damit es zukünftigen Schülern nicht gleich ergeht als dem eigenen Sohn???

    • Regina Bischof sagt:

      Guter Kommentar !

    • Sisifee sagt:

      @ Louis Mueller: Ich finde Ihre Frage interessant (den Artikel aber alles andere als nicht relevant). Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass der Umgang mit Lehrpersonen wie der beschriebenen schlicht ein Eiertanz ist. Es ist überhaupt nicht im Interesse der Kinder, wenn man als Eltern über die LPs herzieht, zum anderen muss man selbst authentisch bleiben – und manchmal, ja, muss man einfach dem Kind die Stange halten. Das mit dem „Auf den Tisch klopfen“ bei kleineren Ungerechtigkeiten ist auch nicht ganz so einfach, weil man nicht weiss, ob die Reaktion der LP sich dem KInd gegenüber entlädt.
      Zu guter Letzt weiss man selten, was klassendynamisch vor der beschriebenen Situation abgegangen ist. Vielleicht war es der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

      • Louis Mueller sagt:

        Offenbar ist Ihr Sohn ja im Herbst anderwo, das heisst in 3-4 Wochen ist er die Lehrerin los.
        „Auf den Tisch klopfen“ heisst ja nicht unbedingt die LP direkt angreifen, dafür ist auch sowohl eine Schulleitung als auch ein Elternrat da.
        Nichts tun, weil der eigene Junge in absehbarer Zeit eh nichts mehr mit der LP zu tun hat ist jedoch schwach und bezeugt von wenigem Interesse am Lernsystem im Allgemeinen.
        Muss man weil man selber nicht mehr lange darunter zu leiden hat zulassen, dass weitere Generationen von Jungs, diesem „Drachen“ einer LP weiterhin augesetzt werden??? Diese Frage ist moralischer Natur und muss sich die Autorin selbst stellen. Nimmt man nur egoistisch für sich Stellung od. trägt man auch zum Wohle der Gesellschaft bei?

  • tommaso sagt:

    „Schwestern, wenn ihr wollt, dass es euren Töchtern besser geht, müsst ihr dafür sorgen, dass es euren Söhnen schlechter geht.“ Alice Schwarzer
    Voilà, ganze Arbeit geleistet, Schwestern…

    • Jacques sagt:

      Zum Glück war da die Esther Vilar anderer Meinung als die Alice Schwarzer. Zudem noch breiter und besser gebildet …

    • Lichtblau sagt:

      In meinem Umfeld sind tatsächlich Mütter mit Söhnen, die solche radikalen Thesen (schweren Herzens?) unterstützt haben. Heute ist das einigen ein bisschen peinlich. Wollen wir auch hoffen.

  • Eleonore Grossmann sagt:

    Studien haben ergeben, dass im Durchschnitt sowohl Buben als auch Mädchen bei Lehrerinnen etwas bessere Resultate erzielen als bei Lehrern.
    Die wichtigsten Faktoren des Erfolgs bei Schülern ist, dass sie verstehen, dass sie arbeiten müssen und dass sie nicht a priori Anspruch auf gute Noten haben.
    Leider denken mehr Buben als Mädchen dass sie von vornherein Anspruch auf gute Noten haben und nichts dafür leisten müssen.
    Leider wird dieses Denken verstärkt, wenn die Kinder im Elternhaus so unkritisch betrachtet werden wie Sie Ihren Sohn betrachten.

    • tommaso sagt:

      Leider strotz Ihre Antwort vor Ressentiments gegenüber Knaben und kann darum nicht ernst genommen werden.
      Soll ich in die gleiche Kerbe hauen? Mädchen glauben, mit Überanpassung am besten durchs Leben zu kommen. Das führt dazu, dass sie meist auf weniger kreative Lösungen für ungewöhnliche Probleme kommen, weil ihnen niemand vorbetet, was zu tun wäre. Dumm, diese Aussage, gäll…? Eben!

    • Markes sagt:

      etwas heiss heute? Sorry, aber ihre Sichtweise ist sowas von festgefahren. Was Sie alles zu Wissen glauben oder sind Sie etwa die Lehrerin des Sohnes von MB?

    • Vierauge sagt:

      leider scheinen Sie den Artikel nicht gelesen zu haben, Frau Grossmann. Wo steht, dass Frau Binswanger ihren Sohn unkritisch betrachtet?

      Nebenbei: hat der Sohn die Strofzgi eigentlich nun machen müssen? Ich als Vater hätte der Lehrerin erklärt, dass er sie nicht abliefern wird.

    • Stefan sagt:

      Was wollen Frauen heute noch, wenn man sich am Fernsehen weiterbildet (Bild=Bildung)? Sie wollen Germanys Next Topmodel werden, oder dann halt Bachelorette. Oder Unterwäschemodel, damit sie sich einen Fussballer krallen können und ein Leben abwechslungsweise in der Gucci-Boutique oder in teuren Hotels auf seine Kosten führen können.
      Wenn es nix wird, dann vielleicht „Influencerin“, oder „Schmuckdesignerin“. Sowas nennt Ihr dann Plan B.
      Dafür bräuchtet Ihr, wenn Ihr ehrlich wärt, noch nicht mal zur Schule gehen.

  • Lilly Müller sagt:

    Guter Artikel. Leider ist es so, dass heute Buben in der Primarschule diskriminiert werden. Ich habe zwei Buben und ein Mädchen, teilweise hatten sie die glechen Lehrerinnen und wurden unterschiedlich behandelt. Ein klarer „unconscious bias“.

    • Lorenz Trachsel sagt:

      Warum „unconscious“?

      • Vierauge sagt:

        denken Sie, diese Lehrerinnen behandeln dieses Mädchen und die Jungs absichtlich unterschiedlich?

    • Nina Bretscher sagt:

      Vielleicht wird das unterschiedliche Verhalten von den unterschiedlichen Kindern hervorgerufen? Ich habe zwei ältere Brüder und durfte meine gesamte Schulkarriere hinter ihnen „aufräumen“, auch bei den gleichen Lehrerinnen und Lehrern.

  • Eleonore Grossmann sagt:

    Als Feministin muss ich Ihnen, Frau Binswanger, entschieden widersprechen. Jahrhundertlang wurden Mädchen und Frauen in der Bildung benachteiligt, hatten die Buben und Männer das Recht, exklusiv unter sich zu sein. Da hiess es dann die ganze Zeit im Zirkelschluss, dass Frauen nicht lernen, nicht denken, nichts erfinden können, und dass es daher überflüssig sei, ihnen eine Ausbildung zukommen zu lassen.
    Jetzt müssen die Buben sich der Konkurrenz der Mädchen stellen, und es stellt sich heraus, dass die Mädchen sie oft überflügeln.
    Und jetzt sollen die Spielregeln geändert werden?

    • Patrick sagt:

      „Jahrhundertlang wurden Mädchen und Frauen in der Bildung benachteiligt“
      Uh… wie naiv von mir zu glauben, dass jahrhundertelang alle Armen in der Bildung benachteiligt wurden. Ob Mann ob Weib, im Dritten Stand gab’s Bildung sowieso nicht.

    • Röschu sagt:

      Ist schon klar, dass Sie es völlig in Ordnung finden, wenn eine Lehrerin (weiblich!) einen Buben (männlich!) wegen einer Lappalie massregelt. Würden Sie es auch gutheissen wenn ein Lehrer dies mit einem Mädchen gemacht hätte? Wohl kaum meiner Erfahrung mit (selbsternannten) Feministen nach.

    • Hotel Papa sagt:

      Gegen Ihre Sorte Feministin gibts nur eine Strategie: Abwarten.
      Irgendwann stirbt diese alte Leier aus.

    • Uli Berg sagt:

      Fundamentalisten sterben irgend einmal aus. Schon wegen der normativen Kraft des Faktischen.

    • René sagt:

      Sie sollten sich zum Thema „Unterschiede von Jungen und Mädchen“ schlau machen. Dann würden Sie erkennen, dass ein Junge nie ein Mädchen sein wird, und ein Mädchen nie ein Junge. Es gibt da sehr gute Studien der Gehirnforschung, die die Unterschiede verdeutlichen. Dann würden Sie auch merken, dass die Schule heute vorallem auf Mädchen angepasst ist, und Jungen in der Regel zu kurz kommen. Zu diesem Zweck kann ich Ihnen nur die YT Präsentation von einer leider verstorbenen FRAU (Vera F. Birkenbihl) empfehlen.

      Ich bin entschieden gegen jegliche Unterdrückung. Wir sollten dringend erkennen, dass jeder seine Stärken hat, und nicht alle gleich sind!

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Eleonore Grossmann

      ja, leider ist diese Sichtweise offenbar immer noch aktiv, jedoch:

      ERLITTENES UNRECHT RECHTFERTIGT KEINESWEGS NEUES UNRECHT,
      das Eine ist Vergangenheit nicht totzuschweigen,
      das Andere:
      ES IM HEUTE BESSER ZU MACHEN,
      NICHT EINFACH DIE VORZEICHEN UMKEHREN…

    • Stefan sagt:

      Kommt drauf an, in welchen Disziplinen. Sprachen, „Sozialkompetenz“, vermutlich ja.
      Technisches, Mathematik, vermutlich eher nein.
      Aber es ist Zeitgeist, „Sozialkompetenz“ zu überhöhen und technische Fähigkeiten kleinzureden.
      Zumindest in Zeiten, wo es ein „Megatrend ist, ganz Frau zu sein“.

      • Joe Schweizer sagt:

        Also ich bin gaaaanz Glücklich damit, dass ich eine Frau habe die voll und ganz eine Frau ist. Und die trotzdem respektiert dass ich voll und ganz ein Mann bin. Und dass wir uns gegenseitig ergänzen, jeder mit seinen stärken.
        Also Bitte liebe Leute. Dieser ganze Geschlechterkampf geht mir sowas auf den S***. Und deshalb hasse ich den Kampf-Feminismus genauso wie ich die Geringschätzung der Frauen die wie sie früher und an gewissen Orten heute noch vorherrscht verabscheue.
        Ein Mindestmas von Empathie sollte man doch noch verlangen können oder?

    • Lichtblau sagt:

      Nichts erfinden können? Und trotzdem wurden (fast) alle unserer berühmten Kinderbuch-Klassiker von weiblichen Autoren geschrieben.

  • beatrice sagt:

    frau binswanger,
    ich gehe mit ihnen einig was den inhalt ihres beitrags angeht (mein sohn wird 15).

    was aber ist so falsch am überbegriff LEHRPERSON?

    • Röschu sagt:

      Ich vermute mal es geht nicht um den Begriff ‚Lehrpeson‘ an sich, sondern darum, dass man weibliche Lehrpersonen nicht mehr als Lehrerinnen bezeichnen soll/darf.

    • Regina Bischof sagt:

      Lehrperson ist ein Synonym für den linken Gender-Wahnsinn. – Wenn Sie selber aus der Chupfer-Wullä-Bascht-Fraktion sind, finden Sie den Ausdruck natürlich toll.

    • Urs Hess sagt:

      Lehrperson ist doch ein Unwort. Analog müsste es Chauffierperson, Kochperson, Putzperson, Mechanikperson und Lokomotivführperson heissen.

      • gabi sagt:

        Am Intessantesten bei diesem Lieblingsenergieverschwendethema des Feminismus ist, dass noch niemand drauf bestanden hat, dass bei Verbrechensmeldungen korrekt von „Mörderinnen und Mördern“ oder von „Kinderschänderinnen und Kinderschändern“ gesprochen wird.

      • Röschu sagt:

        @gabi
        Das müsste dann wohl korrekterweise ‚Mordende‘ und ‚Kinderschändende‘ heissen, oder?

      • Urs sagt:

        Ich wäre dann schon eher für „Mordsperson“.

        Und bei aller Geschlechtergleichbehandlung: Kinderschänderinnen sind dann doch eher selten. Sexueller Missbrauch, ja. Aber Schänden klingt für mein Empfinden nach Penetration.

      • Hotel Papa sagt:

        Urs: Nein. Schändung ist Missbrauch, wenn das Opfer in einem Zustand ist, in dem es sich nicht wehren kann.

  • Eleonore Grossmann sagt:

    Das Problem der Schule heute ist mehr, dass Kinder von zu Hause keine Verständnis für Verhaltensregeln mitbringen. Es ist nicht selbstverständlich dass sie pünktlich zu Stundenbeginn in die Klasse kommen. Es ist nicht selbstverständlich, dass sie zuhören und selber nicht reden wenn der Lehrer spricht. Es ist nicht selbstverständlich, dass man in der Klasse nicht isst oder trinkt. Es ist nicht selbstverständlich, dass man eine Strafe kriegt, wenn man provoziert.
    Ihr Sohn wollte provozieren, es ist im gelungen, er hat eine Strafaufgabe bekommen. Damit ist die Welt doch in Ordnung.
    Das Problem beginnt dort, wo Eltern, die finden dass gerade ihre Kinder der Nabel der Welt sind, keinen Sinn für angemessenes Verhalten haben, was sich eben auch in den oben genannten Problemen ausdrückt.

    • Patrick sagt:

      Das Problem an meiner Schule war, dass die Lehrperson kaum je pünktlich zum Unterricht erschien, wenn überhaupt.
      Der Sohn wollte nicht provozieren. Er wollte seinem Kollegen einen Witz erzählen.
      Keinen Sinn für angemessenes Verhalten… ja, ganz offenbar fehlt ihnen dieser gegenüber 13-jährigen pubertierenden Buben zumindest.

    • marusca sagt:

      @EG: Nicht nur ihre Kinder halten sie für den Nabel der Welt, sondern vor allem SICH selber. Ansonsten ist Ihr Kommentar endlich einmal ein Beweis dafür, dass es doch noch den gesunden Menschenverstand gibt, den ich bei einem (zu) grossen Teil unserer Gesellschaft längst verloren glaubte und dass das Hirn eigentlich dafür da ist, um zu denken und nicht nur um die Birne auszufüllen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @marusca
        @EG

        Sie sind bisschen voreilig mit „gesundem Menschenverstand“, das war in der Badi, vermutlich nach dem Schwimmen, in entsprechend aufgeräumter Stimmung, soviel Flexibilität sollte ja schon sein…

        Was soll diese seltsame Aufzählung, EG?
        Es geht überhaupt nicht darum disziplinarisches Fehlverhalten zu entschuldigen.

    • Markus Widmer sagt:

      Vor allem, hätte der Sohn es dem Kollegen geflüstert, hätte es die Lehrerin wohl nicht gehört…

      • Mara sagt:

        @EG
        Sie sprechen mir aus dem Herzen! Ich bin selbst Lehrerin und Mutter von Jungs und einem Mädchen. Finde beide Geschlechter auch in der Schule toll. Eine solche Geschichte hat oft noch einen Vorgeschichte … Die kriegt man aber als Eltern nie mit. Sie haben keine Ahnung, was in diesen vielen Stunden alles passiert. Ich kenne das auch von meinen eigenen Kindern!
        Das Problem sind auch fast nie die Kinder, sondern die Eltern, die zu allem ihren Kommentar abgeben müssen. Gewisse Menschen verlieren jeglichen guten Anstand, wenn es um ihr Kind geht.

    • Joe Schweizer sagt:

      @Grossmann:
      Die ganzen Verhaltensregeln bzgl. Pünktlichkeit, Respekt gegnüber Lehrperson, Ausfmerksamkeit im Unterricht, Essen und Trinken usw. müssen sowohl früher wie auch heute in gleichem Masse durchgesetzt werden. Sowohl von der Schule wie auch Zuhause.
      Wenn ich denke was meine Grosseltern, Eltern und auch ich selbst in der Schule so alles „geleistet“ haben, so wird die Generation von heute wohl nicht wirklich viel schlechter dastehen. Sicher sind die Streiche nun andere. Aber im Grunde ist es immer dasselbe Spiel.
      Aber als Lehrperson muss man heutzutage auch mal die Grösse haben, eine Zwischenbemerkung zu überhören und nicht aus jeder Lappalie ein riesen „Tamtam“ zu machen. Den so untergräbt man seine eigene Glaubwürdigkeit.

      • marusca sagt:

        JS: Richtig, denn andernfalls würde man sich als Lehrperson ja genauso unsäglich verhalten, wie es Eltern (sehr oft und immer öfter) gegenüber den Lehrerpersonen zu tun pflegen.

  • Eleonore Grossmann sagt:

    Ich finde das richtig, dass Ihr Sohn eine Strafe bekommen hat.
    Was mich erstaunt: Warum finden Sie es nicht richtig?
    Und warum ist er mit 13 noch in der Primarschule?

    • Patrick sagt:

      Warum er mit 13 noch in der Primarschule ist, Frau Grossmann, liegt am Schulsystem vermutlich. Wissen Sie, heute geht man nicht mehr in der 5. in die Sek.

    • Claudia sagt:

      meine söhne sind auch 13 in der 6. klasse wurden aber gemäss reglement eingeschult… da sie sich so vehement wehren gegen alle kommentare gehe ich davon aus, dass sie selbst lehrerin sind…
      tztztztzt….

    • Martin Frey sagt:

      Konkrete Frage, Frau Grossmann, worin bestand denn das Vergehen des Sohnes von Frau Binswanger? Jede Strafe muss doch irgendwie gerechtfertig sein, meine ich zumindest. Ausser Sie sehen das anders. Können Sie uns das näher erläutern?

      • Papperlapapi sagt:

        Dem Kollegen zu sagen, er habe Sperma im Gesicht ist nicht so nett, oder Herr Frey? Stellen Sie sich vor Ihr Arbeitskollege sagt Ihnen das am Pausentisch, wenn sie noch etwas Rahm an der Oberlippe haben? Lustig?
        Unter pubertären Kollegen vielleicht schon.
        Finde die Strafe aber nun auch nicht völlig unangebracht.

      • Martin Frey sagt:

        @Papperlapapi
        Das war zweifelsohne ein nicht ganz politisch korrekter, dafür anzüglicher Gag auf Kosten eines anderen. Wie er bereits ab der 1. Klasse hundertfach jeden Tag irgendwo vorkommt. Mehr nicht. Mehr wissen wir auch nicht.
        Aber daraus eine Staatsaffäre zu machen spottet jeder Beschreibung. Einer Lehrerin, die das nötig hat, fehlt in meinen Augen nicht nur Fingerspitzengefühl und Humor, sondern auch Souveränität. Und falls der Begriff ‚Sperma‘ in ihren Augen anstössig sein soll, dann hoffe ich inbrünstig, dass die Aufgabe der Sexualaufklärung (auch ein MB-Thema hier letzthin) an ihr vorbei weitergereicht wird…

      • Papperlapapi sagt:

        Er musste eine strafaufgabe machen und mami unterschreiben lassen. Staatsaffäre?

  • Gloria Hess sagt:

    Die Autorin macht das Gleiche, was sie der Lehrerin vorwirft. Sie übertreibt, ist hysterisch und kann nicht nachfragen, um das Ganze zu relativieren, ich unterrichte selbst im Schulsetting. Manchmal provoziert ein Kind den ganzen Tag, wenn dann eine Aussage notiert wird, wirkt es übertrieben. Die Kinder erzählen zuhause nie alles und geben sich gerne als die Opfer aus. Ein Gespräch zwischen Erwachsenen würde helfen. Warum ist es ein Frauenthema, nur weil eine Aussage notiert wird? Auch dieses Denken diskriminiert. Die Autorin sollte sich an der eigenen Nase nehmen, so ist sie keine Unterstützung für ihr Kind. Armer Junge! Den Männern ist der Lohn an der Primarschule zu tief, weiss ich von Gesprächen.. Die Arbeit muss aufgewertet werden, auch für Frauen. Es ist eine wichtige Arbeit.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Guter Kommentar – allerdings könnte man dann ja „ständiges stören“ reinschreiben. Wenn man „hat Sperma gesagt“ reinschreibt, dann hat es die Lehrerin schon nicht so ganz im Griff.

      Aber deshalb finde ich es halt wichtig, dass man mit den Lehrkräften ein gutes Einvernehmen hat. Dann kann man eine solche Situation kurz besprechen und gut ist.

    • Jürg. sagt:

      Ist Sperma ist ein Wort das eine Strafe rechtfertigen würde?
      Der Lohn ist sicher nicht der Grund warum Jungs nicht Lehrer werden.
      Spannend wie geschlechtsblind wir sind.

      • Joe Schweizer sagt:

        Ob ein Wort kränkend oder sehr unangebracht ist, mag wohl sehr stark vom Kontext der Aussage abhängen. So wie’s Frau Binswanger schildert, ist die Konsequenz auch aus meiner Sicht völlig übertrieben.
        Ich weiss aber aus meinem Bekanntenkreis, dass der Lohn eines Primarlehrers tatsächlich nicht so wahnsinnig hoch ist. Da viele Männer später dann mal als Hauptverdiener eine Familie durchbringen müssen/dürfen, ist der Lohn tatsächlich ein wichtiges Argument.
        So verdiene ich in der Privatwirtschaft tatsächlich mehr als mein Kollege als Primarlehrer, obwohl er nach Papier die höhere Ausbildung hat als ich.

  • Papi von Dreien sagt:

    Vielen Dank Frau Binswanger, sie haben mir an diesem heissen Tag ein herzhaftes Lachen geschenkt!

  • Widerspenstige sagt:

    Welcome back im Mamablog, werte Michèle Binswanger! 😀

    Das Thema ist heiss, passend zum Wetter und wird die Wogen in üblicher Manier wieder hoch gehen lassen – diesmal bei den männlichen Verdächtigen hier im MB. Die Zeiten ändern sich …

    Dieser weibliche Lehrertyp kommt mir bekannt vor und ich frage mich auch, was um Himmels Willen diese so bewegt, sich so lehrerhaft aufzuführen. Daran müssen Lehrerinnen noch arbeiten. Da kommt wohl der mütterliche Instinkt etwas gar heftig hervor gekrochen und will den Zeigefinger mahnend erheben. Solcher Pipifax wie ein etwas frivoler Witz als Teenie ist doch normal und gehört zur gesunden Entwicklung wie auch der Bewegungsdrang der Jungs. Der Sohn wird an der Mittelschule aufblühen und gelassenere Lehrerinnen erleben.

    • Jacques sagt:

      „Da kommt wohl der mütterliche Instinkt etwas gar heftig hervor gekrochen und will den Zeigefinger mahnend erheben.“ – Das mag sein. Mein Vater liess mir auch mehr durchgehen, als die Mutter. Mit Vater hatte ich dafür ab einem gewissen Alter, andere Reibereien. Ähnliche, wie später mit den Söhnen. Die sich dann wiederum an Mama hielten …

  • Jacques sagt:

    Wie schrieb bereits Erich Kästner: „Die Schule, wo ich viel vergessen habe,
    bestritt seitdem den grössten Teil der Zeit. – Ich war ein patentierter Musterknabe. – Wie kam das bloss? Es tut mir jetzt noch leid“.

  • Patrick Müller sagt:

    Buben werden in der Schule zu Waschlappen gemacht. Beispiel? Knabe wehrt sich = Prügler, Mädchen wehrt sich = Selbstverteidigung. Es gäbe noch mehr. Dieser ganze Genderquatsch, dieses dauernde Kreisen von „Geiereltern“, die permanent das Gefühl haben, Ihren Sprösslingen könnte Übles passieren, die bei jedem Mucks auf der Matte stehen, es ist widerlich. Ich habe mir manchmal wieder getrennte Klassen für Jungs und Mädels gewünscht. Und wenn dann einer einen Sperma-Witz macht, so what! Jungs machen ihren Zwist auch mal mit Fäusten aus, aber dann ist die Sache gegessen. Mädels tun das auch, aber nicht mit Fäusten, subtiler…. besser? So, liebe Mom’s, Dad’s und Berufsempörte: Eine wunderbare Gelegenheit für verbale Konter. Freundliche Grüsse eines Vaters von zwei tollen Jungs.

    • Eleonore Grossmann sagt:

      Natürlich hat man in der Schule nicht zu prügeln. Wo leben Sie eigentlich? Übrigens waren Jungen, die nicht prügeln wollten, früher die ersten Opfer Ihrer Weltsicht.

      • Patrick sagt:

        Wo leben Sie eigentlich?
        In der Realität.

      • Joe Schweizer sagt:

        Frau Grossmann. Bitte!
        Klar intervenieren wir als Eltern wenn wir mitkriegen wie unsere Jungs sich Prügeln (So klein wie sie noch sind). Aber ebenso müssen wir intervenieren, wenn unsere Tochter die Jungs ständig provoziert und wegen jedem Mist zu uns petzen kommt.
        Aber letztendlich müssen die kleinen Menschen lernen, wie man Konflikte vermeidet oder löst. Und da hat jeder Charakterzug eine andere Art. Dass man physische Gewalt per se als „schlimmer“ einstuft als psychische, finde ich ehrlich gesagt schon sehr falsch. Die Suizidrate in der Schweiz spricht da aus meiner Sicht Bände.

      • Divi D. sagt:

        Also in der Klasse unserer Tochter (6. Klasse) liegt eine Matte am Boden, auf der die Kinder (mehrheitlich die Jungs, aber nicht nur!)in den Pausen ihre Ringkämpfe austragen dürfen. Es gibt gewisse Regeln, aber die Energie darf raus und die Kräfte dürfen gemessen werden. Die Unterstufenlehrerin hat hingegen Softbälle und Springseile, die für die Pausen da waren, weggesperrt, weil es damit zu laut ist. Die Kinder durften aber in der Pause am Pult sitzen und in einem eigenen Buch lesen. Nun dürfen Sie dreimal raten, wer im Unterricht nun eher Kinder hat, die auch stillsitzen und sich konzentrieren können. Die Frau ist es jedenfalls nicht…..

    • René sagt:

      Wieso hat man in der Schule nicht zu prügeln?
      Es ist doch kein Grund: „weil man es nicht macht“.
      Solange nichts passiert, und ein Konflikt dann erledigt ist, besteht kein Problem.
      Jungen wollen das Problem ausmachen und damit erledigen.
      Mädchen wollen es besprechen und damit abhaken.
      Heute ist aber nur noch die zweite Variant erlaubt.

    • Patrick Müller sagt:

      Werte Frau Grossmann. Hier und jetzt lebe ich. Und ich bin besorgt. Besorgt über die Unkultur der political correctness der Weichspültheoretiker, der moralingeschwängerten sogenannten Community.
      Meine Jungs machen Karate. Das hat viel mit Disziplin zu tun. Man geht bei einer Aggression drei Schritte zurück, man sagt Stop, lass es, man weicht aus. Das macht man auch ein zweites Mal. Und wenn der Depp das dann immer noch nicht kapiert hat, dänn bollets halt. Mein Sohn war dann der Aggressor. Also was wollen Sie mir mit Ihrem Post sagen? Man darf nicht prügeln? Kapiert! Und jetzt? Ihre Aussage reicht mir nicht, sie ist halbpatzig, da der konstruktive Teil, was „man“ zu tun hat, gänzlich fehlt. Das ist alternativloses Empörungsgeplapper. Führt nirgendwo zu einem Lösungsansatz.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Ich kenne mich im Bildungswesen überhaut nicht aus und habe auch nur selten entsprechende Studien konsultiert. Aber offenbar werden Jungen an den (Deutschen) Schulen (ganz gezielt?) benachteiligt, wie Dr. habil. Heike Diefenbach meint:

    https://sciencefiles.org/2011/05/23/jungen-werden-im-deutschen-schulsystem-benachteiligt/

    Frau Diefenbach und Michael Klein sind u. a. im Bereich Bildung wissenschaftlich kritisch tätig. Über die politische Ausrichtung ihres Blogs kann man sicherlich streiten- aber bzgl. Bildung sind die Beiden zweifellos Koryphäen.

    • Sportpapi sagt:

      Zweifellos? In erster Linie sind sie wegen ihrer politischen Stellungnahmen Partei und höchst umstritten: http://www.freiewelt.net/blog/keine-weitere-oeffentliche-finanzierung-von-genderismus-an-hochschulen-und-schulen-10030882/

      • Zufferey Marcel sagt:

        Darum habe ich ja geschrieben, dass man a) über die politische Ausrichtung ihres Blogs streiten kann und b) dass die Beiden im Bereich Bildung Koryphäen sind. Umstrittene Meinungen sind in einer offenen Gesellschaft immer noch erlaubt. Zu Zeiten Solschenizyns war das sicherlich noch anders, zugegeben- aber im 21. Jahrhundert müssen wir lernen, auch mit unbequemen Stimmen fertig zu werden. Im Bereich Bildung / Genderwissenschaften stimme ich mit Klein/Diefenbach weitgehend überein. Sonst nicht. Ach ja: Meinungen, die der Mainstream nicht zulässt, finden ihren Weg halt anderswo…

      • Zufferey Marcel sagt:

        Im Übrigen finde ich den von Ihnen geposteten Link inhaltlich ausgesprochen aufschlussreich. sportpapi. Die Freie Welt ist sonst gar nicht mein Ding, aber ein besser mit Daten und Informationen unterfüttertes Dokument aus dem Bereich Gender / Bildung ist sonst schwer zu finden!

        Aber ich nehme an, Ihnen geht es jetzt ohnehin mehr darum, einen wie mich politisch endlich, endlich! dingfest gemacht zu haben, nicht?

        Aber ich muss Sie leider weiterhin enttäuschen 😉

      • Sportpapi sagt:

        @Zufferey: Genauso wie ich Sie jeweils lobe, wenn Sie mit Daten und Zahlen ein Argument untermauern, genauso bin ich kritisch, wenn Ihre Quelle zumindest zweifelhaft ist.
        Ihre politische Haltung ist mir ehrlich gesag egal. Ich mag nur jeweils die Häme nicht, mit der Sie Leute/Politiker überziehen, die politisch aktiv sind, vielleicht Fehler machen, aber doch häufig sich in guter Absicht für die Gesellschaft einsetzen.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Diese Welt ist eine Freakshow, sportpapi. Es fällt mir zunehmend schwer, überhaupt noch etwas ernst zu nehmen, mich selbst eingeschlossen.

  • Anton Adler sagt:

    Jetzt kritisiert die Bloggerin doch nicht so von oben herab über das „wann“ sie diese Geschichte im Lebenslauf Ihres Sohnes wahrgenommen hat.
    Es ist aus meiner Erfahrung im Schnitt schwieriger bei Jungs das Gemecker über eine Lehrerin richtig einzuordnen. Vielleicht weil Jungs sich eher an Männern orientieren wollen und Mütter, Mädchen und generell Frauen eh oft doof finden. Aber umgekehrt ists auch so, dass (etliche) Mädchen in diesem Alter sich an einem Lehrer reiben und mit ihrer beginnenden Weiblichkeit provozieren, was die Sache auch nicht einfacher macht.
    Klingt nach der alten „getrennten“ Schule, nicht?

  • Brunhild Steiner sagt:

    Liebe Frau B, das krieg ich nun nicht so ganz auf die Reihe angesichts all der kämpferischen&unerschrockenen Worte welche ich über die Jahre von Ihnen zu lesen bekam. Einerseits schön dass Sie nicht zu einer „nervigen Kampfmutter“ mutiert sind, aber waren Sie möglicherweise eine Spur zu konziliant? Wirklich über all die Jahre nie ein Gespräch gesucht?

    Und was mich wirklich sehr wundernähme, bei umgekehrten Vorzeichen, also Ihre Tochter und eigentlich alle Mädchen der Klasse, hätten unter einem Lehrer gelitten- hätten Sie diesselbe Strategie verfolgt?

  • Fabrice Pellaton sagt:

    Hmm. Wie die Lehrerin wohl reagiert hätte, wenn der Spruch von einem Mädchen geäussert worden wäre? Hätte die dann auch einen Eintrag ins Elternbüchlein unterschreiben lassen müssen? Ja? Wo liegt denn hier also der Grund für diesen gender-relevanten Aufschrei? Ob man ganz grundsätzlich einen solchen Spruch tolerieren muss ist dann wieder eine völlig andere Diskussion. Die Autorin erwartet von der Lehrperon offenbar mehr Verständnis und Akzeptanz. Dies in einer übersexualisierten Zeit, wo der Lehrperson das Tolerieren solcher Äusserungen auch schnell zum Nachteil ausgelegt werden kann. Zudem bewegt sich der Junge zwar in der Badi, aber offensichtlich doch in einem schulischen Kontext, und nicht privat zu Hause oder mit seinen Homies. Darf ich da als Lehrperson wirklich nicht reagieren?

    • Vierauge sagt:

      na, so übersexualisiert ist das nun auch wieder nicht – wir kannten in den Siebzigern das Wort „Sperma“ auch schon, und es gab sogar Pornoheftchen unter der Schulbank.
      Ich finde die Reaktion der Lehrerin völlig überzogen und albern – wenn sie jeden blöden, halblaut gesagten Spruch auf die Art sanktionieren will, hat sie viel zu tun, das mit Unterricht nichts zu tun hat.
      Und wenn ich der Vater dieses 13jährigen wäre, hätte ich der Lehrerin geschrieben, dass der Junge die Strafarbeit nicht machen wird.

      Allerdings würde mich in der Tat auch interessieren, wie die Lehrerin auf eine gleichartige Situation eines Mädchens reagiert hätte.

      • Joe Schweizer sagt:

        Meine Rede, Vierauge. Danke.

      • Sportpapi sagt:

        Wenn ich der Vater gewesen wäre, hätte ich mich bei der Lehrerin erkundigt, was denn sonst noch so vorgefallen ist.

  • anna lou sagt:

    Ich beobachte ähnliches. Mir fällt bei vielen Lehrpersonen auf, dass sie sehr stark angepasste Kinder bevorteilen und Mühe haben, wenn Kinder aus der Reihe tanzen oder mal provozieren und das beinahe als persönlichen Affront empfinden. Selbstverständlich erwarte ich, dass sie die Grenzen setzen, aber sie sollten das nicht dramatisieren….. Und das ist manchmal ein weiblicher Zug, dass man nicht einfach mal intervenieren und zur Tagesordnung übergehen kann, sondern dass man das dann auch noch 6 Monate später erwähnen muss und mit einer pseude Psychoanalyse und Ernährungstipps aufwartet. Hier überbeisst ein Teil der Frauen manchmal, was ich bei Männern tendenziell weniger beobachte. Darunter leiden aber nicht nur die Jungs, sondern auch die Mädchen….

    • Brunhild Steiner sagt:

      und warum sind wir dann alle so still und sprechen das nicht an? Nehmen einfach hin dass ein Teil halt „Tendenzen zum überbeissen“ hat?

      • anna lou sagt:

        Ich bin nicht still. Aber wenn eine Seite den Hang zum Dramatisieren hat ist es einfach wenig hilfreich, das Gleiche zu tun. Ich suche gerne das konstruktive Gespräch und erlaube mir auch, eine andere Meinung zu haben. Aber ich denke, dass viele Eltern Angst davor haben, diese Meinung zu äussern, weil sie befürchten, dass ihr Kind deshalb Nachteile erfahren wird.

    • Claudia sagt:

      Das sehe ich ganz ähnlich. Während einer meiner Söhne einen ganz tollen Lehrer hat, fühlte sich meinem anderen Sohn seine Lehrerin von seinen 12 cm langen Scheitelhaaren angegriffen. Er schwinge sie immer so aus seinem Gesicht, das sei provozierend. Nachdem sie ihm sagte, er solle seine Haare schneiden und wir etwa vier Monate nicht darauf reagierten (ich dachte nur, das gibt es doch nicht???) schnitt der Coiffeur die Haare etwas zu kurz vorne. Ab da war die Lehrerin begeistert von meinem Sohn. Ich dachte nur, sie fühlt sich angegriffen von der Frisur eines Elfjährigen?

      • Roland K. Moser sagt:

        In den 80ern wollte man mich aus der Kantonsschule Büelrain werfen, weil ich lange Haare hatte 🙂
        Ein andermal, weil ich gesagt habe, dass ich das Ergebnis einer Vergewaltigung und somit ein uneheliches Kind bin.
        Gemäss den damaligen Aussagen der Lehrer war die Kantonsschule Büelrain dannzumals eine FDP-Elite-Schule.

      • Sportpapi sagt:

        Nicht von der Frisur, vom Verhalten mit der Frisur.

    • Eleonore Grossmann sagt:

      Aber das ist doch normal, dass man als Lehrer, der 25 Kinder unterrichten muss, keine Nerven für die 2-3 Clowns hat, die ständig der Zeit und Nerven nur für sich fordern, statt 1/25 der Zeit und Nerven.
      Ich finde nicht, dass man da die armen Clowns bedauern muss…

      • Eisenring sagt:

        Vollkommen richtig. Unsere Gesellschaft braucht angepasste und genormte Konsumenten und Clowns bringen ohnehin die Leute nur zum Lachen.

      • Vierauge sagt:

        ganz ernsthaft, Frau Grossmann: das genau ist die Aufgabenbeschreibung einer Lehrperson, mit ALLEN Kindern in der Klasse zu arbeiten, auch und gerade mit denen, die nicht „normal“ sind.

        Die meisten kriegen das auch gut hin. Und wenn jemand dafür keine Nerven hat, sollte sie/er besser keine Lehrperson werden!

    • Mara sagt:

      Ich habe etliche Gespräche mit den Eltern der anderen, nicht oder wenig provozierenden Kinder. Diese Eltern finden es total ungerecht, dass die unangepassten Kinder nicht mehr bestraft (am besten versetzt) werden, weil ihre Kinder so nicht lernen können. Als Lehrperson können sie es nie allen 25 Kindern und 50 Elternteile recht machen.
      Auch wenn ich auf diese geschilderte Provokation gar nicht eingegangen wäre, kennt man die Vorgeschichte nicht. Evtl. sagt der Junge das andauernd, Eltern von Mädchen fühlen sich provoziert, erwarten Reaktion von der Lehrerin …. wir kennen die Geschichte nicht.

  • Markus sagt:

    „Sie, ich kann am Freitag nicht in die Badi, ich habe dann die Mens.“

    Auch schlimm? Wurde bei uns in der Schule immer wieder gebracht, und jeder wusste, das es in den meisten Fällen einfach eine praktische Ausrede war. Müssen die Mädchen jetzt von „Unterleibsbeschwerden“ oder ähnlichem Reden, wenn sie das sagen wollen?

    • peter deubenbeiss sagt:

      müssen sie nicht, das heisst korrekt: frauentage. auch schön, oder? das verleitet manche böse jungs spöttisch von männertagen zu reden wenn sie nicht schwimmen wollen…

      • Sportpapi sagt:

        Gibt es Jungs, die nicht schwimmen wollen? Weil sie die Beine nicht rasiert haben?

  • Daniel Cohn sagt:

    Ich finde Ihren Artikel mutig, aber auch heikel, weil eine persönliche Streitfrage so in die Öffentlichkeit gezogen wird. Ihre Fragen sind wiederum für die Öffentlichkeit wichtig. Wie weit die Feminsierung des Schulbetriebes die Buben systematisch benachteiligt, durch welche Bagatellen sich Lehrpersonen mit mangelndem Selbstwertgefühl und Humorlosigkeit provoziern lassen und zu autoritären Strafaktionen greifen. Die Indoktrinierung unserer Kinder an unseren Schulen mit „politisch korrektem Müll“ ist leider viel wichtiger als die Erziehung zu unabhängigem und kritischem Denken und hat bereits ein unerträgliches Mass angenommen. Wie unsere Kinder zur Rettung der Welt u Menschheit erzogen wird ist nur noch krank und reflektiert das schlechte Gewissen der Elterngeneration.

  • Markus sagt:

    Willkommen im Club Frau Binswanger; wir hatte zwei Söhne, die sich mit solchen Lehrerinnen rumschlagen durften (wie auch wir).

  • s.frei sagt:

    weiterhin zeit zum „diskutieren“ , vorallem bei lehrerpersonal. denn wie in allen gesellschaft hat sich das politisch korrekte dort eingenistet und ist eine art prüfstein für gesellschaftsfitness oder moralische prüfstelle für neue „bürger“ geworden. hingegen sind umwelt&terrosimsudiskussionen tabu oder zumindest verpönt , denn da müsste die lehrkraft sich positionieren und würde glatteis betreten. da haben wir’s doch auf’s moralisiern verlegt…..geht einfacher….!

  • Sportpapi sagt:

    Ich finde ja auch, man müsse ernsthaft diskutieren, was das Fehlen von Männern in der Primarschule auslöst.
    Aber auch wenn vorwiegend Männer unterrichten würden, könnte es sein, dass gerade das eine Kind bei einer Frau eingeteilt wäre – 6 Jahre lang im Beispiel. Und damit sehr gut fährt, oder halt Pech hat.
    Wobei ich schon etwas Mühe habe, das Beispiel mit „Verweiblichung der Schule“ in Zusammenhang zu bringen. Da ist im Wesentlichen eine Person, die überbordet. Wobei man ja auch frühzeitig mal nachfragen könnte, wie das so läuft in der Schule. Und was der Grund ist, aus einem dummen Spruch gleich eine grosse Geschichte zu machen (Kontext?). Mag sein, dass so etwas nur bei einer Frau vorkommt. Aber es ist nicht typisch Frau, oder?

    • Reincarnation of XY sagt:

      stimme hier überein
      mein Kind ist bei dem einen Lehrer, der entweder fähig ist oder nicht
      wenn 90% gute Lehrer sind und mein Kind ist halt bei den anderen 10% habe ich Pech

      ich halte es auch für gewagt obige Geschichte, als ein Beispiel für eine bubenfeindliche Verweichlichung zu nehmen

      Zu unserer Zeit hätte es vielleicht für diesen Witz vom männlichen Lehrer eine Ohrfeige gegeben, wenn er auch zur Sorte der übersteigerten und humorlosen gehört hätte. (Wir hatten seit der 4. Klasse nur männliche Lehrer und die konnten uns allesamt NICHT abholen.)

      Ich beurteile einen Lehrer nicht nach seinem Geschlecht, sondern nach seiner Person und seiner Fähigkeit.

    • Bea sagt:

      SP, das Fehlen von Männern in Primarschulen erklärt sich für mich so: welcher wirkliche Mann möchte kleinen Kindern das „kleine Einmaleins“ beibringen….
      oder gar im Kindergarten den „Onkel“ spielen?

      Das männliche Vorbild sollte „Kind“ durch den Vater erleben, einen männlichen, soweit möglich.

      • Zufferey Marcel sagt:

        „welcher wirkliche Mann möchte kleinen Kindern das „kleine Einmaleins“ beibringen….
        oder gar im Kindergarten den „Onkel“ spielen?“

        Warum konnten denn Männer das bis in die späten Siebzigerjahre? Bis dahin war der Lehrkörper überwiegend männlich.

      • Sportpapi sagt:

        @Bea: Ich habe an der Unterstufe Sport unterrichtet. Und ich fühle mich durchaus als richtiger Mann. Und wenn ich etwas als Vater gerne mache, warum dann nicht auch als Pädagoge?
        Aber natürlich spielt es dann schon eine Rolle, wenn ich auf höherer Schulstufe für deutlich weniger Lektionen sehr viel mehr Geld verdiene…
        Ausserdem glaube ich, dass Männer sich mehr als Lehrer sehen, den Unterricht im Zentrum haben, und nicht einfach „etwas mit Kindern“ tun möchten. Unterschiede gibt es sicherlich.

  • Andreas K. Heyne sagt:

    Schade, Frau Binswanger, haben Sie den Phallus nicht wirklich ins Elternbuch gezeichnet. Aber ok, vermutlich hätte die Lehrerin nicht gewusst, was das ist.

    • Martin Frey sagt:

      „Schade, Frau Binswanger, haben Sie den Phallus nicht wirklich ins Elternbuch gezeichnet.“
      Das dachte ich auch. Schade, auf dem halben Weg wieder umgekehrt, somit blieb es nur beim Gedanken. Dabei wäre das DIE perfekte Reaktion gewesen.

    • Sportpapi sagt:

      Kindergarten!
      Als Elternteil, der sich wundert, wäre es einfach normal, kurz nachzufragen, was denn wirklich passiert ist. Aber gut, zum Ende des sechsten Schuljahres kann man das dann auch bleiben lassen.

      • Sisifee sagt:

        Ist das Schüler-Lehrerinnenverhältnis irgendwann so richtig verfahren, ist man möglicherweise zu müde, um noch nachzufragen.

      • Sportpapi sagt:

        Scheint aber eher so zu sein, als ob man das Nachfragen fast sechs Jahre verpasst hat. Und auch dann: Ich bilde mir doch kein Urteil, ohne die andere Seite auch gehört zu haben.

  • Peter Meier sagt:

    @Hans Hintermeier: Kann man so sehen, und obdem ein wenig beleidigt sein, dem ganzen Feminismus. Immerhin ist es nach wie vor so, dass (zumindest in der Schweiz) im Beruf die Männer den Ton angeben. Frau Binswanger: Den Phallus hätt ich hineingemalt, eine gute Protestidee! Als Vater hätte es wohl noch mehr Ärger gegeben. Und als Vater hat man heutzutage mehr denn je die Pflicht, den Söhnen ein gute Gefühl zum Mannsein mitzugeben. Nicht ganz einfach, ob der ganzen (auch z. T. wohl auch eigenen) Verwirrung..

    • Reincarnation of XY sagt:

      es ist tatsächlich nur dann „nicht ganz einfach“ – wenn man „eigene Verwirrung“ verspürt

  • fabian sagt:

    Tja, immer erst gegen Männer schimpfen und wettern. Eine Kultur des Sexismus und der Benachteiligung gegen Männer und Buben fordern und fördern, an Schulen und sonstwo. Und dann trifft die feministische Ideologie halt irgendwann auch den eigenen Sohn. Weshalb ist man nicht überrascht?

    • Malin sagt:

      So ein Blödsinn! Kein Mann wird daran gehindert, Primarlehrer zu werden und schon gar nicht von Feministinnen. Könnten Sie ein Beispiel geben, wo die Unterdrückung von Buben und Männern gefordert wird??

  • Julien Sorel sagt:

    Möglicherweise hat der Junge mit dem Glacé am Kinn als Einziger nicht gelacht? Vielleicht gehört Ihr Sohn zu denen, die in der Pause ständig Kopulationsbewegungen auf dem Pausenplatz machen, von A***ficken reden, schlicht alles als «schwul» bezeichnen, in der Garderobe auf den Boden pissen oder den andern die Unterhosen runterziehen? Ich musste meinem Sohn bereits in der 2. Klasse erklären, dass mit F*** keine besondere Form der Demütigung gemeint sei, sondern etwas Schönes und in der Regel nicht im Hintern stattfinde. Ich hatte mir vorgenommen, ihm jedes Schimpfwort freimütig zu erklären, das er nach Hause bringt – ich bin echt überrascht, was 10-jährige Jungs zu hören bekommen. Die Schule mag verweiblicht sein, dafür gehört der Pausenplatz immer noch den frühreifen (???) Machos.

    • Anna Weber sagt:

      Danke, hab mich auch gefragt, obs vielleicht nicht ums Sperma ging, sondern darum, dass hier ein Klassenkamerad ausgelacht werden sollte. Oder irgendwie gedemütigt, weil er „schwul“ ist?
      Und Verallgemeinerungen sind sowieso zwecklos. Nur weil DIESE Lehrerin schlecht ist, sind ALLE Lehrerinnen für eine „schlechtere“ Schule verantwortlich? Vielleicht liegts auch an den Eltern, die Frauen als LEHRPERSONEN nicht gleich ernst nehmen wie Männer und deshalb das Gefühl haben, ihre Kinder nicht richtig erziehen zu müssen…
      Aber eben, auch das nur Spekulation, wie der ganze Artikel offenbar auf ausschliesslich anekdotischem Wissen basiert. Sorry Frau Binswanger, gehe sonst oft mit Ihnen einig, aber hier waren Sie (beim Schreiben) irgendwie betroffenheitsblind.

      • Lala sagt:

        Uhm…

        Ihrem Kind ist sicher extrem gedient, wenn Sie ihm die Bedeutung der Wörter nach Duden von 1950 vermitteln.

        Schwul/Fick u.s.w. waren schon in den 90ern ganz normale „Fluchworte“ die man sich in der Pubertät gegenseitig ständig um die Ohren gehauen hat. Mit der Sache an sich hatten die schon damals rein gar nichts mehr zu tun. Genau wie „Geil“ und eine Myriade anderer Worte die irgendwann/irgendwie in die Jugendsprache Einzug hielten und oft auch wieder verschwanden.

        Meine Güte… Wie Weltfremd kann man denn bitte sein? „Fick dich“ ist heute eine normale Beleidigung analog zu „Verpiss dich“ oder „Leck mich“. Als Schwul haben wir damals auch soooo viele Sachen betitelt, mit echter Schwulenverachtung hatte das aber nie etwas zu tun.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Lala – bloss weil wir und unsere Väter primitiv waren, müssen es ja unsere Kinder nicht auch sein.
        Bei uns war auch alles verächtlich „schwul“. Und ich bin froh, dass ich nicht schwul war. Denn in einem Umfeld das „schwul“ als Schimpfwort benutzt sich bewusst werden, dass man selbst schwul ist, ist sehr schlimm. Kenne einige, die hatten Alpträume und Selbstmordgedanken… auf auf so was kommt natürlich die 0815 Dumpfbacke nie, die nicht selbst Ziel der „harmlosen“ Witze ist.

  • Roxy sagt:

    Mein herzliches Beileid. Spezielle schule . 6 Jahre die gleiche Lehrerin? Noch nie gehört. Und dann noch so eine humorlose K..? Grauenhaft.
    Bei uns kriegen die Jungs von ihren Lehrerinnen Titeuf zu lesen (zu ihrer grossen Freude). Scheint also auch Lehrerinnen zu geben, welche den Jungs nicht schaden.
    Ich denke: weniger ein Problem des Geschlechts, sondern von Humorlosigkeit. Manche haben einfach ihren Beruf verfehlt.
    Würde mir das allerdings nicht gefallen lassen und der Umbridge die Meinung sagen.

    • tststs sagt:

      Und wir haben unserer Primarlehrerin unterstellt, dass sie die Jungs bevorzuge…
      Gibt alles auf gottes weiter Welt 😉

      • Reincarnation of XY sagt:

        Und wir unserem Primarlehrer, dass er die Mädchen bevorzuge…. jä nei ou

        Als Schnuderbueb hatte man es jedenfalls noch nie leicht …. ich kann mir nicht vorstellen, dass die heute in der Schule auf weniger Verständnis stossen, als wir damals.
        Prügler, waren schon damals nicht gut angesehen (und meistens auch nicht sonderlich gute Schüler) und vorlaute Bengel bekamen a) Strafstunden (wenigstens zu 95% von Jungs gebucht), b) eine Betragensnote oder c) eine aufs Maul und wurden wahrscheinlich auch in der Notengebung schlechter gestellt. Das alles, als die Schule noch fest in Männerhand war…
        ich frag mich stets, woher die Leute auf die Idee kommen, dass es früher so viel besser war…

  • Maier Tom sagt:

    Sie haben da ein schlechtes Beispiel für Ihren Artikel gewählt Frau Binswanger. Bei meinem Jungen und seinen verschiedenen Lehrern/Lehrerinnen gibt es sehr unterschiedliche Umgehensweisen mit den Jugendlichen. Von Althergebracht (wie Ihr Beispiel) bis zu so sehr modern dass ich auch wieder staunen musste. Und alles dazwischen. Ich denke Ihr Junge hatte einfach Pech mit seiner Lehrperson – es gibt auch sehr viele Gute welche hervorragend auf die Burschen und Mädels eingehen können.

  • Roland K. Moser sagt:

    Danke Frau Binswanger!
    Und die politische Ausrichtung der durchgeknallten Lehrerin kennen Sie?

  • Hans Hintermeier sagt:

    „die Diskussionen der letzten Jahre,die ich nie wirklich ernst genommen hatte… Zum ersten Mal verstand ich,was gemeint war.“
    Immerhin haben Sie es noch gemerkt und konnten letzten Endes Ihre Ideo logie doch noch mit dem Herzen durchbrechen und haben Ihren Sohn endlich ernst genommen. Muss für Ihren Sohn wohl doppelt schlimm gewesen sein, wenn Sie ihn sechs Jahre nicht verstanden haben (wollen). Viele Knaben hängen dann schulisch total ab, denn sie spüren, dass sie gesellschaftlich nicht wirklich erwünscht sind. Wenn die Knaben Durchsetzungskraft haben, werden sie als egoistisch und patriarchal von den feministischen Lehrerinnen* gemassregelt, ein Mädchen wird für das gleiche Verhalten als emanzipiert gefördert. Erfolg ist nur gut/ politisch korrekt, wenn er von Mädchen oder Frauen komm.

    • Malena sagt:

      Ist mir auch aufgefallen. Ausgerechnet von einer Journalistin (suggeriert Offenheit und Interesse an einer unvoreingenommenen Auseinandersetzung mit Fakten) und Gründerin der Rubriken Mamablog und Gender Police (suggeriert Interesse an Kinder- und Geschlechterthemen – idealerweise auch wenn es Knaben betrifft) hätt ich eigentlich erwartet, dass sie die Diskussion „ernst nimmt“, unabhängig davon ob sie selbst einen Sohn und der eine Lehrerin hat.

    • Hans Hintermeier sagt:

      Ich möchte mich jedoch auch bei Ihnen bedanken, dass Sie einen kritischen Beitrag zur Situation der Buben in der Schule schreiben. Solche Beiträge sind sehr selten in diesem Blog und heben sich sehr wohltuend von den anderen ab.
      Leider bemerken viele Frauen erst, wie es für Knaben ist, in dieser Gesellschaft aufzuwachsen, wenn sie eigene Buben haben. Solche Erfahrungsberichte sind deshalb sehr wichtig.

    • Widerspenstige sagt:

      Die Geschichte wiederholt sich, nur sind es jetzt die Jungs statt bisher die Girls, welche unter zuviel weiblicher Erziehungsmacht aufwachsen. Genau so fühlten sich weibliche Schulkinder unter ständiger männlicher Lehrervorherrschaft. Das ist ein gesellschaftlicher Wandel und wird sich schon ausbalancieren.

      Männer, werdet Kindergärtner und Primarlehrer!

      • Sportpapi sagt:

        Ich weiss noch, wie man vor 20 Jahren heftig diskutiert hat, wie die Mädchen in der Schule benachteiligt werden. Und man wurde einsichtig und hat die Missstände beseitigt.
        Gleiches würde man sich heute auch wieder wünschen…
        Und noch zum Thema „werdet Kindergärtner und Primarlehrer!“ Offensichtlich wollen die Männer genauso wenig wie die Frauen wirklich Karriere machen wollen. Also umerziehen oder akzeptieren?

  • Martin Frey sagt:

    Köstliche Geschichte. Und ja, ganz von der Hand zu weisen ist das Problem der Verweiblichung wohl schon nicht. Am meisten überrascht hat mich aber Ihre Mühe mit dem Genderunwort ‚Lehrperson‘. In meinen Augen hilft ob solcher Kreationen nur konsequente, genüssliche Verweigerung. 🙂

    • Peter sagt:

      Ich finde das übertrieben, mit der „Verweiblichung“. An unserer Schule haben wir das Verhältnis von 8:4 (Frauen – Männer) an der Primarschule. Ich habe keine Mädchenbevorzugung festgestellt, eher im Gegenteil. Die Lehrerin meines Sohnes ist eine engagierte und humorvolle Person, welche alle gleich behandelt und doch den Buben, im Rahmen des Unterrichtes, die Möglichkeit gewährt, ihr „Anderssein“ auszuleben. Sie macht Wettbewerbe im Unterricht, trägt dem Bewegungsdrang Rechnung in dem sie Inline-Skatekurse organisiert etc.
      Ich wollte, ich hätte damals so eine Lehrerin gehabt (und auf den Seklehrer gerne verzichtet, der mir das Lebe zur Hölle gemacht hatte)

      • Dreifachpapi sagt:

        @Peter. Ich habeauch wunderbare Primarlehrerinnen und Primarlehrer für meine drei Kinder gehabt. Die persönliche Erfahrung sollte aber nicht den Blick auf die Tendenz zur verweiblichung des Schulsystems verstellen. Tatsächlich sind es heute mehrheitlich Buben, welche mit Ritalin ruhig gestellt werden, oder im Schulsystem versagen, weil z.B. ihr Bewegungsdrang weiblichen Wertekatalogen nicht entsprechen.

      • Peter sagt:

        @3fachpapi
        (Sie erlauben die vertrauliche Anrede?)

        Gut möglich…ich kann es jetzt aus subjektiver Sicht nicht beurteilen.
        Ob an dieser eher kleinen Schule zur chem. Keule gegriffen wird…? Puh, gute Frage. Aber das würde man nicht erfahren.
        Wie schon gesagt, kann ich es nicht feststellen. Ob es jetzt bei Übertritt in die Mittelstufe sich ändert, muss man abwarten.

    • Martin Frey sagt:

      Wir können uns persönlich mit den Lehrerinnen auch nicht beklagen, im Gegenteil. Das heisst aber noch lange nicht, dass es das Problem der Verweiblichung der Volksschulen nicht gibt. Einzelerfahrungen sind nie ein Beweis für irgendwelche Thesen.

      • Peter sagt:

        Und wie soll der Beweis für die Richtigkeit der These der „Verweiblichung“ aussehen?

      • Martin Frey sagt:

        @Peter
        Seltsame Frage.
        Indem man das ganze möglichst vorurteilsfrei untersucht, wie es bei anderen Themen auch üblich ist? Zb. mit Studien, wie oben von Hr. Zufferey erwähnt?
        Ist ja nicht so, dass es dazu gar keine Erkenntnisse gibt.

      • Peter sagt:

        Schon…
        Thomas Ryf von der Päd. Hochschule SG ist der Meinung, dass es keinen Nachweis darüber gibt, dass mehr Lehrerinnen automatisch zu einer Benachteiligung der Buben führt.
        Sein Referat ist sehr interessant.
        http://www.phsg.ch/Portaldata/1/Resources/forschung_und_entwicklung/lehr_lernforschung/Ref_Testosteron_Mangel_rhyner_100319.pdf

      • Martin Frey sagt:

        Ich habe Ihren Link kurz überflogen, Peter. Primär ist das eine persönliche Meinung. Der Autor bestreitet auch nicht die aus der Entwicklungspädiatrie bekannten Unterschiede aufgrund des biologischen Geschlechts.
        Worum es hier jedoch geht, dass nicht die Lehrer sondern vielmehr die Schule mit ihrer Neuausrichtung in den letzten Jahren als System tendentiell verweiblicht, dass dann entsprechend typische Skills mehr gefragt sind als andere. Wo wiederum Jungs dann eher im Nachteil sind.
        Siehe dazu auch den Beitrag von Sportpapi von 13:06

    • Sisifee sagt:

      These hin oder her: Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass eine gute Durchmischung eines Lehrerkollegiums allen nur nützt und hilft. Seit sich an unserer Schule das Ungleichgewicht zwischen Lehrerinnen und Lehrern, zwischen erfahrenen und ganz jungen Lehrkräften ausgeglichen hat, hat sich das Klima deutlich verbessert. Hinzu kam, dass der Schulsozialarbeiterin ein männliches Pendant mit Migrationshintergrund zur Seite gestellt wurde. Die beiden arbeiten grundverschieden, und das ist sehr zum Wohl der Kinder.

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