Kindermagazine im Test

Viele Seiten machen ein Heft nicht automatisch besser: Die fünf getesteten Titel der Jury aus Mutter, Sohn (9) und Tochter (7). Fotos: Nadia Meier

Trotz Bibliothek und Schulbibliothek passiert es regelmässig, dass den Kindern der Lesestoff ausgeht. Für die Tochter ist das kein Problem, sie schaut sich Bücher gerne mehrmals an und mag sowieso fast lieber Hörspiele. Der Sohn dagegen wird rasch ungehalten, wenn er keinen lesbaren Nachschub mehr hat. Meine Idee: Wir abonnieren ein Kindermagazin! So flattert regelmässig etwas Interessantes ins Haus, und wir müssen nicht jede Woche notfallmässig in die Bibliothek. Aber was abonnieren? Wir haben fünf Zeitschriften für Kinder durchgeblättert.

«Spick»

Alter: 9 bis 15 Jahre

Der Klassiker! Schon in den 80er-Jahren gab es Ordner mit «Spick»-Sammelblättern in Schweizer Kinderzimmern. Das schlaue Schülermagazin hat sich seither ein wenig verändert, der grüne Frosch Flitz ist aber immer noch dabei. Wir haben die Extra-Ausgabe zum 35. Geburtstag getestet.

Tochter (7): «Das Thema Zirkus ist super. Und es hat ganz schöne Tierbilder. Die Tiere kommen fast aus dem Heft heraus. Der Mutigkeitstest hat mir auch gefallen. Bei einer Frage musste man bei Nachbarn nach WC-Papier fragen. Das habe ich mich natürlich getraut!»
Sohn (9): «Ich fand den Zaubertrick, die Rätsel und das Zucker-Experiment sehr gut. Aber schade, dass kein Poster drin war.»
Meine Meinung: Ich kenne «Spick» von früher und finde es immer noch gut. Mir gefällt auch, dass es in den normalen Heften keine Inserate hat.

«Geo Mini»

Alter: 5 bis 7 Jahre

Das einzige Magazin im Test, das jüngere Kinder anspricht. Die Texte sind kurz, die Schrift ist extragross. Es geht um Tiere, noch mehr Tiere, andere Kinder, Wissen und Unterhaltung.

Sohn: «Dieses Heft ist eigentlich für Kindergärtler. Aber der Text über die Oberflächenspannung auf dem Wasser war interessant.»
Tochter: «Mir hat alles gefallen! Ich habe gelesen, wie ein Mädchen in Frankreich fischen geht. Und die Seite zum Selber-Fertigzeichnen war super.»
Meine Meinung: Schön gemachtes Magazin mit tollen Bildern und liebevollen Illustrationen. Auf die Vorlesegeschichte könnte ich aber verzichten.

«Geolino»

Alter: 9 bis 14 Jahre

Das «Geo»-Magazin für Kinder, die schon zu alt sind für «Geo Mini». Es enthält Berichte über Tiere und Menschen aus aller Welt, aber auch Wissensthemen, zum Beispiel über die Atmung.

Tochter: «Das ist für grössere Kinder. Aber die lustigen Tierbilder haben mir gefallen.»
Sohn: «Ein sehr gutes Heft. Wenn man regelmässig darin liest, weiss man sicher alles für NMM in der Schule. Mich hat die Fischstäbchenfabrik interessiert. Aber auch die Berichte über das Leben von anderen Kindern. Man merkt auch, dass wir sehr verwöhnt sind in der Schweiz.»
Meine Meinung: Ein interessantes Heft. Kann man auch als Erwachsene lesen, ohne dass einem langweilig wird. Das Layout ist sehr bunt und unruhig, aber ich bin ja nicht die Zielgruppe.

«Zeit Leo»

Alter: ab 8 Jahren

Das Magazin für den Lesernachwuchs von «Die Zeit» ist aufgeteilt in die Rubriken «Erleben», «Verstehen» und «Was tun». Ein Begleitheft für die Eltern liegt bei, diesmal ging es ums Titelthema Sport.

Tochter: «Das Heft heisst ‹Leo›, und vorne ist ein Junge drauf. Da dachte ich zuerst, das ist ein Bubenheft. Die Comicseiten sind sehr cool und mit grossen Buchstaben. Die Anleitung für Samenbälle gefällt mir auch.»
Sohn: «Ich bin nicht so der Typ für dieses Heft. Der Sporttest ist doof. Ich mache lieber selber Sport, als einen Test zu machen, um herauszufinden, welcher Sport zu mir passt. Das Thema Pubertät interessiert mich auch nicht. Und Hanni und Nanni schon gar nicht!»
Meine Meinung: Viel Text, und die Aufmachung ist eher langweilig. Witzig fand ich die Antwort auf die Kinderfrage, warum sich Erwachsene immer so lange unterhalten.

«Dein Spiegel»

Alter: 8 bis 14 Jahre

Das Nachrichtenmagazin für Kinder bietet anspruchsvolle Inhalte aus den Bereichen Politik, Menschen, Wirtschaft, Natur und Technik, Kultur sowie Sport auf über 60 Seiten.

Sohn: «Das Heft hat zwar sehr viele Seiten, aber deswegen ist es nicht automatisch gut. Wölfe in der Schweiz würden mich mehr interessieren als Wölfe in Deutschland. Aber den Bericht über einen elfjährigen Boxer aus Thailand fand ich krass.»
Tochter: «Puh. Ist gut, wenn ich noch einmal das ‹Geo Mini› anschaue?»
Meine Meinung: Eher etwas für ältere Kinder. Erinnert mich sehr ans Original für Erwachsene. Der wilde Themenmix und die vielen Informationshäppchen machen mich nervös.

Welche Magazine lesen Ihre Kinder gerne? Welches Abo können Sie empfehlen?

28 Kommentare zu «Kindermagazine im Test»

  • Cha sagt:

    Meine Tochter 5 freut sich immer wenn LiluPanda von WWF bei uns eintrifft – ist eben gestern wieder gekommen. Zielgruppe sind Kids bis 7J. Ich lese auch immer gerne mit.

  • Coco Nogal sagt:

    KILUDO ist ein tolles Bastelmagazin, das vor allem mit alltäglichen Materialen kreativ umgeht und die Fantasie anregt. Kann ich sogar als handwerklich eher unbegabte Mutter sehr empfehlen, vor allem auch für coole Geschenke! Gibts im Abo zum Download, für Kinder ab 3 – 12 J.

  • Anna sagt:

    Mädchen: bis 12 Jahre Wendy, danach Bravo.

  • Andrea sagt:

    Kennt jemand Gecko (für 3 bis 6jährige)? Die Aufmachung ist sehr ansprechend, aber ich weiss nicht, obs der Inhalt auch ist. Danke für euere Hilfe.

  • Caroline sagt:

    Unsere Jungs holen sich viele Ideen aus dem Kiludo, dem Kreativmagazin für Kinder

  • 13 sagt:

    Von mir auch ein Danke schön, gute Übersicht.

  • Mariann sagt:

    Meine Kinder sind schon etwas älter, 11 und 12 Jahre alt und interessieren sich für gesellschaftliche, politische und Umwelt-Themen. Beide lesen seit einigen Jahren sowohl Zeit Leo, Dein Spiegel und Geolino sehr gerne. Alle drei Hefte gibt es bei uns in der Bibliothek. Immer wieder regen Artikel zu Diskussionen bei uns in der Familie an z.B. über Kinderrechte, Taschengeld, Umgang mit Schulnoten usw.
    Noch ein Fernsehtipp, auch eher für etwas ältere Kinder: Logo, die Kindernachrichten auf Kika. Dort werden tagesaktuelle Themen, die Kinder über anderen Medien aufschnappen wie die Wahlen in Frankreich, die Abstimmung in der Türkei usw. kindgerecht erklärt.

    • Martin Frey sagt:

      Das kann ich nur unterstreichen, Mariann. Kika ist mit Abstand das beste Fernsehgefäss für Kinder, mit angemessenen Beiträgen für alle Alterstufen. Und Logo vermag auf kindsgerechte, wohltuend sachliche und unaufgeregte Art das Welt- und Lokalgeschehen runterzubrechen. Was in meinen Augen eine Kunst ist.

      • Papperlapapi sagt:

        Ich finde Logo auch super, ebenso der 8jährige Sohn. Die 11jährige findet das gleichzeitig auf dem disney-kanal laufende soy luna (furchtbare soap) viiiel besser…..und so ist Streit programmiert.

  • Martin sagt:

    Danke für die Tipps.

  • Susi sagt:

    Danke, Nadja Meier, für diese Tipps!

  • Chris Fogg sagt:

    Für unsere drei Töchter haben wir den Spick und Geolino abonniert. Sind beides sehr gute Zeitschriften. Wie erwähnt der Spick etwas ruhiger und gut recherchiert. Geolino mehr unruhig und fast zu viele unterschiedliche Informationen pro Seite.
    Aber auch der Spick ist nicht mehr so wie in meiner Jugend.
    Hauptsache die Jugend liest.

    • Susi sagt:

      „Aber auch der Spick ist nicht mehr so wie in meiner Jugend.“
      Ich hatte den Spick damals auch, nimmt mich wunder, wie der heute daherkommt. Wahrscheinlich werde ich dann mal ein Probeabo für unsere Tochter bestellen.

      „Hauptsache die Jugend liest.“
      Genau. Meine damals beste Freundin durfte immer meinen „Spick“ ausleihen, ich dafür ihr „Bravo“. Sowas verbindet. (Wir sind noch immer beste Freundinnen. 🙂 )

    • 13 sagt:

      Es gibt auch keinen Grund dafür, dass alles gleich bleibt, wie vor 20 Jahren. Das sind Sentimentalitäten der Erwachsenen nicht die Wünsche der Kinder. Ich mag den Spick gerne und auch meinen Neffen frage ich Jahr für Jahr, was er sich zum Geburtstag wünscht und er sagt nur: „Kannst Du mein Abo noch ein Jahr verlängern?“ Beide glücklich, Thema erledigt.

  • Seeländer sagt:

    Kläx und Teensmag haben Sie vergessen.

  • Karl von Bruck sagt:

    Das dritte hochinteressante Thema in drei Tagen. Wobei jedes eine laengere Diskussionszeit verdient haette. Artikel, die in einen Wohnblog gehoerten, werden jedoch fast eine Woche ersatzlos und gar mit amputierter Kommentarspalte zugemutet.

    Wie die Kinder in der Schule und mit Freizeitmedien hirngewaschen werden, ist fuer ihren Lebensweg zum eigenen Wohl oder als nuetzliche Idioten des Geldadels entscheidend. Mir hat neben Jeremias Baumwolle und Fliegergeschichten, am besten „Papa Moll“ gefallen. Die Werbung im Letzteren hat mich weder interessiert noch gestoert. Wer billige oder gar gratis Unterhaltung will, muss Werbung in Kauf nehmen. Unverschaemt wird es erst, wenn mit Zwangswerbung der Sofortzugang zum interessierenden Inhalt sabotiert wird….

    • Susi sagt:

      KvB: „Wie die Kinder in der Schule und mit Freizeitmedien hirngewaschen werden, ist fuer ihren Lebensweg zum eigenen Wohl oder als nuetzliche Idioten des Geldadels entscheidend.“

      Schreibt’s und erwähnt dann wohlwollend „Papa Moll“. Warum wundert mich das nicht?

      Viele von uns sind mit Müll wie „Papa Moll“ aufgewachsen und haben sich hoffentlich mittlerweile davon distanziert – glücklicherweise werden sich die meisten Kinder heutzutage nicht mehr mit solchen Geschichten identifizieren, auch wenn sie damit konfrontiert werden; die Rollenmodelle waren ja damals schon veraltet und wirken heute – wenn nicht befremdlich – bestenfalls amüsant.

      • Karl von Bruck sagt:

        Ueber Moll habe ich mich amuesiert. Aber das scheint man heute Knaben oder gar Maennern nicht mehr zu goennen. In der Schule hoerte der Geschichtsunterricht an der Beresina auf. Und das war gut so. Parteipolitik war den Lehrern verboten, und das war gut so. In der Gewerbeschule hatten wir einen tollen Lehrer, der uns Staatskunde noch so beibrachte, dass wir nicht wussten, ob er einer Parteiideoluegie verfallen war, geschweige denn welcher….

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Susi
        😉
        und Werbung hatte es in in Letzerem doch gar nicht? Oder dann hab ich es nicht aufmerksam genug gelesen, diese Figur habe ich als Kind eher befremdlich/unattraktiv (nicht vom Aussehen her) empfunden und mich gewundert weshalb mir das gefallen sollte.

      • mila sagt:

        Haha Susi, mit Papa Moll wurden wir noch in der Schule ‚konfrontiert‘ (beim Aufsatzschreiben)…

      • Martin Frey sagt:

        Aber Entschuldigung, jetzt muss ich da eine kleine Lanze brechen. Was stört die Damen denn genau an Papa Moll so sehr, dass man ihn pauschal als Müll bezeichnen muss? Schliesslich ist Moll ein Kinderbuchklassiker und verkörpert einen charmanten, tollpatschigen, liebenswürdigen Vater und Ehemann wie es ihn landauf landab zuhauf gibt. Er würde als Charakter nachgerade als Papablogger qualifizieren. 😉 Zumindest würde er seine Gattin heutzutage gegenüber Dritten wohl auch als Chefin bezeichnen. 🙂

      • Susi sagt:

        @Brunhild: Für mich war das eine ähnliche Kategorie wie Globi, ich mochte beides nicht… 😉

        @mila: Aufsatz zu Papa Moll? Umgotswilä nomal…

      • Susi sagt:

        @KvB: „Ueber Moll habe ich mich amuesiert. Aber das scheint man heute Knaben oder gar Maennern nicht mehr zu goennen.“

        Zeigt mir nur, dass Sie offenbar vom Moll-Müll geprägt wurden. (Und wahrscheinlich meinen Beitrag nicht verstehen.)

      • mila sagt:

        Der Aufsatz war erst noch sauschlecht, weil ich den ‚Witz‘ der Geschichte irgendwie nicht verstanden habe…

      • Susi sagt:

        @M.F.: Papa Molls Schiene bezüglich Geschlechterrollen ist wohl etwa vergleichbar mit Globis Groove bezüglich fremder Kulturen; man kann Globi in Afrika ja auch amüsant finden.

        Zum anderen, gestern habe ich genau bei dem Satz, als NP seine Frau als „Chefin“ bezeichnet, „ohjemine“ gedacht und aufgehört zu lesen. Ich bin ja sicher nicht diejenige, die alles problematisiert und intellektualisiert, aber irgendwo habe sogar ich meine Grenzen.

      • Susi sagt:

        @mila: Das ist es. Wir haben es einfach nicht verstanden.

        😀

    • Karl von Bruck sagt:

      @Steiner – Ehrlich gesagt weiss ich nicht einmal mehr, obs Werbung hatte. Ich hatte es vermutet, weil ich fuer Moll nie bezahlt haette. Wenn ich mich recht erinnere, war Moll in einer Gratisbroschuere des Gewerbes. Und da waere es ein Unikum, wenn darin nicht – offen oder verdeckt – wirtschaftliche oder politische Propaganda betrieben wuerde…..

    • Katharina sagt:

      ‚wenn mit Zwangswerbung der Sofortzugang zum interessierenden Inhalt sabotiert wird‘

      Das betrifft eigentlich das Anti-Adblocker Script der Webseiten.

      Nur: Die Werbeanbieter haben das mit der eingebetteten Malware nicht im Griff. Also nie ohne Adblocker surfen.

      Spiegel und Zeit sollten eigentlich zu kritischem Denken anregen, also nicht Gehirnwäsche.

      Ob Eure Schulen inzwischen auf Waschen im Schongang getrimmt sind, weiss ich nicht. Denke eher nein. Sonst würde ja nicht kritisiert, dass in der Schule die Kids gefordet werden.

Kommentar

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