Mutterschaft bereuen? Bitte nicht!

Liebe statt Angst: Der Amerikaner Jordan Romero – hier als 13-Jähriger mit seinen Eltern in Nepal – ist der jüngste Bergsteiger, der auf den sieben höchsten Bergen der sieben Kontinente war. Foto: Narendra Shrestha (EPA, Keystone)

Kürzlich kam mein zweiundzwanzigjähriger Sohn zu mir. Er war sehr betroffen über einen Text einer «regretting mother» – einer Mutter, die ihre Mutterschaft bereut –, den er auf Facebook gelesen hatte. Er sagte: «Mami, was geschieht mit den Kindern, wenn sie das lesen? Es tönt so herzlos!»

Ich habe ihm erklärt, dass diese Mütter endlich über ihre Probleme oder ihre Überforderung sprechen oder schreiben können und so realisieren, dass sie nicht alleine sind mit ihrem Stress oder ihrer Depression. «Aber die Kinder, Mami? Es ist schrecklich, wenn die eigene Mutter so etwas schreibt!» Ich kann ihm keine Antwort geben. Ich erinnere mich aber noch, wie wir uns gestritten hatten, weil ich über unsere Ablösungsprobleme und seinen Auszug von zu Hause geschrieben habe. Er hat es vergessen.

Das Feuer der Liebe ist stärker

Im angesprochenen Fall empfinde ich dasselbe. Jenseits meines Mitgefühls für die Mütter, meines Verständnisses und meines Verstands überkommt es mich bei solchen Artikeln jedes Mal kalt und mir tuts im Herzen weh. Ich möchte den Müttern raten: Geniesst die Zeit mit euren Kinder! Sie ist allzu schnell vorbei. Hegt das Feuer der Liebe in euch! Es wird auch euch wärmen.

Aber natürlich ist auch mir das nicht immer gelungen. Wie gesagt, ich kann die Mütter auch verstehen – bis zu einem gewissen Grad zumindest. Ich bin selbst Mutter von drei Kindern, einem Zwillingspaar, wovon das Mädchen mit einem Downsyndrom geboren ist, und einem drei Jahre älteren Jungen, der nach der Geburt seiner Geschwister einigen Eifersuchtsstress machte. Man kann mir also nicht vorwerfen, ich hätte keine Ahnung vom Muttersein.

Ich habe ein Familienunternehmen gebuckelt mit allem, was dazugehört – auch diversen Haustieren –, und einem Kindesvater, der alles besser wusste, aber nichts besser machte. All dies war so nicht geplant. Das Leben wollte mir wohl diese Aufgaben stellen. Karma?

Wir sind nicht perfekt

Ich habe mich oft alleine gefühlt, auch verzweifelt, am Ende meiner Kräfte. Aber noch viel öfter war ich einfach voller Liebe für diese Kinder und ich hätte mich jederzeit und immer wieder für sie entschieden. Sie haben mein Leben so viel reicher gemacht, wenn auch manchmal ebenso schwierig. Ich war unglaublich bemüht, dass sie es gut haben, besser! Ich wollte sie nicht nur abfertigen, sondern wir sollten die gemeinsame Zeit zusammen auch mal geniessen können. Sie sollten spüren, dass sie geliebt werden, dass sie gut sind, so wie sie sind, und gewollt.

Mein Gott, ja, ich habe auch oft die Nerven verloren, bin aus der Haut gefahren und habe herumgebrüllt, war ungerecht und manchmal wirklich verletzend. Ich habe mich nachträglich mit Schuldgefühlen herumgequält, mit der Sorge, dass ich Schäden verursacht habe, die nicht mehr zu beheben sind. Jeder von uns weiss ja: Wir sind nicht perfekt. Wir machen Fehler, selbst im grössten Bemühen, diese zu vermeiden.

Dann habe ich das Kind in den Arm genommen, mich entschuldigt und habe ihm einfach gesagt, wie sehr ich es liebe. Die Liebe war in jedem Moment grösser.

55 Kommentare zu «Mutterschaft bereuen? Bitte nicht!»

  • Stephan sagt:

    Kopfschüttel,
    Frauen, die bereuen, dass sie Mutter geworden sind, lieben ihre Kinder nicht unbedingt weniger, als die überzeugtesten Mütter.
    Nein, sie haben meist einfach ein riesiges Problem mit ihrer Rolle und damit, wie sich ihr leben verändert hat.
    Als Gegenstück gibt es die, denen eigentlich ihre Kinder scheiss egal sind, die aber den Status als Mutter geniessen und deswegen ihre Kinder auch nicht frei lassen, sondern sich immer an sie klammern oder solche, die einfach sonst nichts auf die Reihe bekommen und das Muttersein für ihr Selbstvertrauen brauchen.
    Alles natürlich auch bei Vätern möglich.
    Hört auf euch gegenseitig auf die Schultern zu klopfen und auf andere zu zeigen, guckt in den Spiegel.

  • Lia sagt:

    diese Frau schimpft sich Psychologin und trötet hier, nur weil sie ein bisschen Mühe mit ihren Kids hatte und sie trotzdem geliebt hat, müssten das alle Mütter schaffen? Das ist, wie wenn sie einer Depressiven sagen würde, sie sei auch schon ein paar Mal traurig gewesen, das sei doch kein Sache..

  • Marcel Senn sagt:

    Meine hat mir mal gesagt, ich müsse ihr dankbar sein, dass sie mich nicht abgetrieben hätten! (sie waren einfach zu dämlich zum poppen – frisch kennengelernt, schwanger geworden, kath. Umfeld, Zwangsheirat, ein paar Monate später Scheidung)
    .
    Dafür habe ich ihr den doppelten Stinkefinger gezeigt!

    • sam davis sagt:

      @ marcel senn: Im Stil „Mutti Du hast an allem Schuld“haben Sie ihr den Stinkefinger gezeigt? Wenn Sie etwas älter sind und immer noch so fühlen würde ich das nicht gerade als „savoir vivre“ bezeichnen. Toleranz und Grosszügigkeit auch gegenüber andern, nicht nur sich selber gegenüber.

  • sam davis sagt:

    Meine Mutter hat mir in einem sachlichen Gespräch, als ich im Teenageralter war , gesagt, dass sie sich nicht mehr fürs Mutersein entscheiden würde. Diesen Satz habe ich an ihr sehr geschätzt. Dermassen ehrlich und damals – offenbar auch noch heute – unzeitgemäss. So verstand ich sie und auch ihre menschliche Fehlerhaftigkeit als Mutter viel besser. Eine tolle Mutter, mutig und unangepasst.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Überforderung? Ja! Erschöpfung bis zum Burnout? Ja! Aber bereuen Kinder in die Welt gesetzt zu haben? Nein!

    Gefühlskalt und abartig. Sorry, anderst kann ich es nicht ausdrücken.

  • tina sagt:

    was bedeutet eigentlich der letzte satz? mir ist schon der 2. letzte unbegreiflich (dessen aussage begreife ich aber), aber den letzten verstehe ich einfach wirklich nicht

    • tina sagt:

      ich habe mit dem ganzen text mühe. oben klingts abwechselnd hart und kitschig-blumig, fast biblisch (hegt das Feuer der Liebe! es wird euch wärmen).
      und dann ganz unten dieses flapsige: ihr habt eure kinder wirklich verletzt? einfach umarmen, entschuldigen und lieben. sache erledigt.
      schreien (weil man überfordert ist) und wirklich verletzend sein sind verschiedene schubladen. so einfach sollte man es sich wirklcih nicht machen

      • tina sagt:

        aber eben, dieses „Die Liebe war in jedem Moment grösser“. ich begreife einfach nicht, was der satz aussagt. klingt wie 3mal durch den google translator gewurstet

      • tina sagt:

        ich finds auch wirklich nicht richtig den kindern gegenüber, wenn man über deren vater in einem bekannten, öffentlichen blog unter echtem namen runterzieht. auch wenns nur eine bemerkung ist. wie geht das unter einen hut mit herzenblühen….

      • Susi sagt:

        Ich schliesse mich Tina an, habe mich auch sehr gewundert über die abschätzige Bemerkung über den Vater der Kinder; wie man sich – dazu in aller Öffentlichkeit, für die Kinder einsehbar- über den Ex äussert, sagt doch ziemlich viel aus. Wie ist sowas vereinbar mit dem Angebot „Beratung“ (insbesondere „Paarberatung“) auf der Herzenblühen-Homepage?

      • Roxy sagt:

        100% Übereinstimmung Tina und Susi.

    • Martin sagt:

      das mit dem Kindesvater würde mich auch mal näher interessieren. Auch als Vater ist es erlaubt mal Fehler zu machen. Aber er wird sich sicherlich in den letzten zwanzig Jahren weiterentwickelt haben.

  • Claudia sagt:

    Ja ich kann mich dem text auch anschliessen. Unsere Zwillinge werden zwölf. Ich habe sie immer aus vollstem Herzen geliebt, aber gerade am Anfang war es unglaublich anstrengend. Manchmal ist es das heute noch, trotzdem war die Entscheidung eine Familie zu haben richtig, wir haben so viele schöne Momente erlebt. Aber sie fordern einem viel ab und ich verstehe jeden, der nicht so viel geben möchte und lieber alleine bleibt. Für mich persönlich waren jedoch meine Kinder die schönste Entscheidung in meinem Leben. Plus meine Reisen überall hin auf der Welt.

  • Kate sagt:

    Schöner Text, lieben Dank für Ihre ehrlichen Worte. Es tut mir gut, Ihre Worte zu lesen.

  • tststs sagt:

    Bin ich die Einzige, die hier differenziert?
    Regretting motherhood heisst nicht, dass man s/ein Kind nicht liebt, es heisst, dass man keine Mutter sein will!
    Es geht darum, dass die Frauen mit IHREM EIGENEN LEBEN ALS MUTTER unzufrieden sind; dies kann viele Gründe haben: Über-/Unterforderung, Einsamkeit/fehlender Partner, falsche Vorstellunge….

    • tststs sagt:

      Ein guter Freund von mir meinte letzthin, dass er seine beiden Kinder über alles liebt, aber mit dem heutigen Wissenstand würde er wohl darauf verzichten!

      • Reincarnation of XY sagt:

        heisst ihr Freund dä Hans im Schnäggeloch?

        Ehrlich ich finde Menschen total unreif, die meinen sie wüssten, dass sie glücklicher wären, wenn es anders gelaufen wäre.
        Woher können Sie denn das wissen. Wenn sie nicht mal jetzt glücklich sind, warum sollten sie es sein, wenn…
        Das sind kindische Vorstellungen. Niemand weiss, was dieses wenn… alles für Folgekonsequenzen hätte.
        Entweder wir packen die Herausforderung des Lebens oder wir packen sie nicht.

        Und ja, in der Öffentlichkeit die Elternschaft bereuen, ist ja die beste Methode um den Kindern ein negatives Lebensgefühl zu vermitteln.

      • Muttis Liebling sagt:

        ‚Ehrlich ich finde Menschen total unreif, die meinen sie wüssten, dass sie glücklicher wären, wenn es anders gelaufen wäre.‘

        RoXY, von glücklich war nicht die Rede, sondern von Wissen. Mit meinem Wissen von heute würde ich im 21. Jahrhundert auch keine Kinder zeugen. Nur kommt das Wissen meist später, als die Empfängnis.

      • tststs sagt:

        @RoXY: ML sagt’s schon, von „glücklich/er“ war keine Rede.
        Die Realität war schlicht eine andere, als sie an- und ausgedacht wurde – was ja gemeinhin alle Eltern vereint; aber bei ihnen wurde die Differenz so gross, dass nun die Scheidung folgt. D.h. mein Freund hat zwar Kinder gewonnen, aber seine Partnerin verloren. Und hätte er heute mit dem heutigen Wissen die Wahl, würde er sich für die Partnerin und gegen die Kinder entscheiden.

        Und nur damit ich’s geschrieben habe: Naaaatürlich könnte auch ohne Kinder irgendwann ein Grund für eine Scheidung eintreffen….

      • Roxy sagt:

        Hätte, würde … dä Hans im Schnäggeloch …
        Eben genau das, tststs.
        Das Leben ist eben nie hätte würde, es ist immer genau so wie es ist. Und es ist nicht ohne Grund genauso wie es ist. Wer ins hätte-würde-Reich flüchtet, verpasst es, sich mit den wichtigsten Fragen zu konfrontieren.

    • Susi sagt:

      @ts: „Bin ich die Einzige, die hier differenziert?“

      Den anderen ist es wahrscheinlich zu blöd, zu reagieren…
      😉

      • Muttis Liebling sagt:

        Das Thema ist selbst im MB überrepräsentiert, ohne je vertieft worden zu sein. 1000 qm Flachwasser. Der Balaton der Mami- Themen.

      • tststs sagt:

        @ML: Wäre es denn nicht an uns, das hingeworfene Thema aufzugreifen und zu vertiefen…?

        @Susi: Da ist wieder mal der Lehrerton mit mir durchgegangen… ich meinte es natürlich im Sinne von „verstehe ich das Thema als einzige so/verstehe ich da was falsch“

    • Benjamin Kraus sagt:

      Du hast damit natürlich grundsätzlich recht. Obwohl ich denke, dass das eine das andere nicht ausschliesst. Und dass aus der Perspektive des Kindes es auf den ersten Blick so wirken kann, da es ev. die Schuld bei sich sieht.
      Die Frage ist also letztlich, was machen Mütter oder Väter mit dieser Information und Evaluation, selbst wenn es keinen Einfluss auf die Emotion und Relation zum Kind hat?
      Frau Liedtke plädiert für Durchhalten und Vertrauen auf „das Feuer der Liebe“, was dann wohl irgendwie positiv auf das Selbst-Bild zurückwirken soll. Ich selbst denke, dass dies menschlich-legitime Befindlichkeiten sind, und deshalb zum Wohle aller eine Kommunikationskultur kultiviert werden sollte.
      Mich nähme wunder, was sie dazu meinen. LG BK

      • tststs sagt:

        „aus der Perspektive des Kindes“
        Ich denke, es gibt mehrere Arten der Reue (resp. wie sie sich zeigt/wie man damit umgeht). Und wahrscheinlich hängen diese auch mit dem Charakter einer Person zusammen.
        Man kann etwas bereuen und es doch als sein Schicksal akzeptieren und lieben. Auf einer eher irrelvanten Ebene ist das vllt ein Tattoo, das man lieber nicht gemacht hätte, aber es auch nicht entfernen lässt. Auf der wichtigen Ebene Elternschaft heisst das (Bsp. oben), dass man seine Kinder liebt und ein guter Elternteil ist, aber man würde anders entscheiden. Es sind ja meist eben auch gerade nicht die Kinder, die einen leiden lassen, sondern die Lebensumstände, die Kinder mit sich bringen.

      • tststs sagt:

        Übrigens schaffen es auch viele Eltern, dies den Kindern genau so zu kommunizieren (ich denke da z.B. auch an den Fall einer Scheidung: viele Eltern schaffen es, den Kindern das Gefühl zu vermitteln: das hat nichts mit euch zu tun, Mama&Papa haben Probleme und so geht es uns allen besser…). Aber eine kindsgerechte Kommunikationskultur ist sicherlich schwierig.

        Hier gibt es sicherlich auch einige Parallelen zu „Durchhalten und Vertrauen auf…“ zu finden.

      • tststs sagt:

        Andererseits gibt es Menschen/Fälle, in denen die Reue das Handeln bestimmt. Ist dies bei Elternschaft der Fall, also wenn gar das Kind verantwortlich gemacht wird, dann finde ich das Wort „Kindsmisshandlung“ nicht so unangebracht.
        Denn in einem Punkt bin ich mit allen einig: abgesehen für Hitlers Mama ist es auch IMHO unmenschlich, ein KIND (also einen Menschen, Leben in die Welt gebracht zu haben) zu bereuen.

    • 13 sagt:

      „Bin ich die Einzige, die hier differenziert?“

      Nein. Das Thema ist nur irgendwie durch. Es wurde soviel geschrieben und interpretiert und wer heute noch immer nicht den Unterschied zwischen seinem Kind bereuen und die Mutterschaft bereuen verstanden hat, der wird es wohl auch nicht. Und auch ist es fast etwas bemühend, dauernd zu lesen „Ich hatte es auch sehr schwer und trotzdem bereue ich nichts, würde nichts anders machen und darum hat auch eine andere nicht zu sagen , sie bereue es“. Damit hat es doch schlicht nichts zu tun. Aus einem Job oder einer Beziehung kann man raus, aus der Mutterschaft nicht und wenn man erst, wenn das Kind schon da ist, einsieht, dass einem die Rolle nicht liegt, dann ist es tatsächlich zu spät. Ich kann daher das bereuen nachvollziehen.

      • 13 sagt:

        Auch wenn ich es selber nicht empfinde. Unbegreiflich bleibt nachwievor, warum es öffentlich gemacht werden muss, v.a. weil man fast ein bisschen damit rechnen muss, dass viele Leute (schlimmstenfalls auch die eigenen Kinder) den Unterschied nicht sehen und sich das dann aufs Kind auswirkt.

      • tststs sagt:

        Wenn die zwischenmenschliche/Eltern-Kind- Beziehung weniger ausschlaggebend für das Kind ist als ein Zeitungsartikel (der falsch verstanden werden könnte), dann liegt wohl noch so einiges im Argen!

      • 13 sagt:

        @ tststs
        Unter vernünftige Erwachsenen bin ich mit einverstanden. Kinder können da etwas anders ticken.

    • mira sagt:

      Ich frage mich grad, was das für eine Art Liebe ist, wenn man in der Welt herumposaunt, dass man besser keine Kinder bekommen hätte. Hätte meine Mutter das getan, wäre ich unendlich enttäuscht von ihr und auch zornig, dass sie mich in der Öffentlichkeit so bloss stellt.

      • tststs sagt:

        Wie gesagt, ich unterscheide zwischen
        „ich bereue dich“
        und
        „ich bereue das“
        Ersteres ist einfach nur traurig und manchmal wünschte ich mir einen Zauberstab und ich könnte alle A****eltern in gute verwandeln (seriously!)
        Zweiteres ist nur menschlichallzumenschlich und ein offenes Gespräch zwischen Eltern und Kind (und ich spreche da von einem einigermassen gefestigten Menschen/Kind, also frühestens in der späten Pubertät) kann dazu beitragen, dass Kinder aus den Fehlern ihrer Eltern lernen.

      • tststs sagt:

        Resp. auch die Öffentlichkeit an persönlichen Schicksalen teilnehmen lassen, so dass andere es „besser“ machen können.

      • tststs sagt:

        Uuuuund: natürlich ist Anonymität/Pseudonyme, wo möglich, angebracht!

      • mira sagt:

        tststs, der Unterschied zwischen „ich bereue dich“
        und „ich bereue das“ ist mir auf der theoretischen Ebene schon klar. Emotional für ein Kind aber kaum zu erfassen… Es bleibt immer der Gedanke „wäre ich anders, dann hätte sie ES vielleicht doch nicht bereut…“

  • Dani sagt:

    Und dennoch muss man den Müttern ihre Entscheidung lassen, wenn sie merken, dass das Muttersein für sie eben nicht der Kick ist, den sie fürs Leben benötigen und ihr Kind bereuen, auch wenn es hart ist. Jede Entscheidung geschieht aus Egoismus, egal was wir uns dazu einreden wollen, aber in erster Linie dreht sich alles um uns selber. (natürlich gibt es positiven oder negativen Egoismus)

    Den Fingerzeig finde ich hier im Beitrag dennoch falsch. Jeder hat sein eigenes Leben. So ist es nun mal und so soll es bleiben und es hat hier niemand das Recht, die Entscheidung der anderen Person bewerten zu wollen, geschweige denn darüber zu richten.

  • Chris Tonn sagt:

    Zu „regretting Motherhood“: Einerseits ist es wichtig, die eigenen Emotionen, auch die negativen, formulieren zu können und sich so ihnen zu stellen. Aber das ist nur der erste Schritt. Die entscheidende Frage ist: Was macht man dann damit? Es kann nämlich auch so sein, dass sich diese Gefühle erst richtig zemtieren und immer mehr zur Realität werden, je länger man „darauf rumreitet“. Wenn man dagegen anfängt, sich auf die positiven Seiten zu fokussieren, kann vieles auch schon wieder ganz anders aussehen. Emotionen sind keine sichere Instanz und bilden nicht die Realität ab. Kommt immer auch auf die Perspektive an.

  • Benjamin Kraus sagt:

    „‚Aber die Kinder, Mami? Es ist schrecklich, wenn die eigene Mutter so etwas schreibt!‘ Ich kann ihm keine Antwort geben.“

    Ja, wir wollen alle perfekt sein, besonders für unsere Kinder, da wir glauben, nur so könnten wir ihnen die ideale Geborgenheit geben. Wir möchten sie vor allerlei Ungemach schützen, auch vor jenem, der von uns selbst ausgeht. Doch sind wir alle, Erwachsene wie Kinder, auch nur Menschen.
    Um der oben ausgedrückten Sprachlosigkeit und Erschrockenheit entgegentreten zu können, müssten wir eine Kommunikations- & Emotionsskultur ermöglichen, in der die je eigenen Schwierigkeiten verständnisvoll besprochen werden – um des intergenerationellen Verständnisses willen & für das gemeinsame Wohl des Kindes als auch der Eltern. Schwierig, sicherlich, aber nicht unmöglich.

    • Muttis Liebling sagt:

      Nein, wir wollen nicht perfekt sein. Wir, zu denen Sie nicht gehören, wollen auch keine Kommunikations- & Emotionsskultur.

      Verstand reicht völlig aus. Das, was Sie nicht haben.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Ich würde ja gerne in ihrem Stile erwidern: „Das war sogar für ihre Verhältnisse ziemlich schwach!“, aber stattdessen möchte ich sie fragen, weshalb sie derartige Animositäten gegenüber mich verspüren, dass sie es nicht einmal schaffen ein Argument zu formulieren, und zudem, wer das „Wir“ vs. „Sie“ sein soll?
        P.S.: Verstand zeigt sich i.Ü. durch Verständnis (!) und argumentatives Sprechen.

  • Gertrud Frey sagt:

    Nein bereuen kann man aus meiner Sicht nicht es ist ein Wunder so ein kleines Wesen nach der Geburt in seinen Armen zu halten. Zur Mutter wird man nicht geboren sondern man wird es wenn man ein Kind aufwachsen sieht und erziehen muss. Manchmal dachte ich das Kind erzieht mich was man da alles so erlebt.Wichtig ist aber aus meiner Sicht dem Kind immer wieder zu sagen, das man es liebt auch wenn es mal drunter und drüber geht in der Beziehung. Vor allem wenn sie schon selbständig sind ist nicht einfach. Ist ja auch ein Abschied und auch das muss eine Mutter verkraften es kommen Freundinnen und die Liebe muss man mit diesen teilen, ob sie einem passen oder nicht. Aber so ist das Leben.

  • tststs sagt:

    Also, Frauen…. äh pardon, Mütter (!), Ihr habt’s gehört: Es gibt nix zu bereuen… Wer Reue empfindet, macht einfach irgendwas falsch…

    • Muttis Liebling sagt:

      Da beschreiten wir die Pforte zur hohen Philosophie oder zur Chanson- Kunst. Nein, es gibt niemals etwas zu bereuen. Wer bereut, war schon vorher verpeilt.

  • Karl von Bruck sagt:

    Die einzig wahre und selbstlose und in intakten Systemen tragende Liebe ist die Mutterliebe, weil sie ein Naturtrieb ist. Oder kuerzer ausgedrueckt: „Eine Mutter kann zehn Kinder ernaehren, aber zehn Kinder nicht ein Mutter!“ Abgesehen von wenigen perversen Ausnahmen bereut auch kaum eine Mutter, dass sie ein Kind hat. Aber wenn sie dadurch zu einer dreifachbelasteten „Working Poor“ wird, die auf mickrigsten eigenen Arbeitseinkommen und denen des Alimentendukatenesels auch noch horrende Steuern bezahlen muss, derweil kinderlose Schwestern mit Maennereinkommen sich Ausbildungen und lange Ferien von Apreschi in St. Moritz bis an Playboytropenstraende leisten koennen, kann die natuerliche Muttermotivation nicht nur leiden, sondern immer mehr ganz gekeult werden….

    • tststs sagt:

      Leider kein Bingo!
      Was Sie meinen ist der Trieb zur Arterhaltung oder von mir aus Schutzinstinkt.
      Aber selbst wenn wir es Liebe nennen, was hat das mit Reue zu tun?
      Ich finde es erstaundlich, wie hier automatisch davon ausgegangen wird, dass Reue über die eigenen Kinder gleichgesetzt wird mit „die Kinder nicht lieben“…

      • Karl von Bruck sagt:

        Der Trieb zur Arterhaltung beinhaltet beim weiblichen Seugetier und noch nicht denaturierten Menschenmuettern nicht nur den Schutzinstinkt, sondern bis das Kind auch essen und (weg)laufen kann, eine umfassende Betreuung und Erziehung zur Selbst- und Arterhaltung. In den Wohlbefinden statt der Gewinnmaximierung von Wirtschaftsponzen priorisierenden Zivilisationen werden diese natuerlichen Faehigkeiten der Frauen zum Nutzen nicht nur der eigenen Kinder, sondern aller Betreuungsbeduerftigen aller Altersstufen veredelt. Zur wertschoepfenden Zwangsarbeit werden Frauen in auch fuer eigene Buerger menschengerechten Zivilisationen nur in Verteidigungskriegen (oder zu Verteidigungskriegen mutierten Angriffskriegen) genoetigt….

    • Henriette sagt:

      Lieber KvB, ich war gespannt, wie lange es in ihrem Beitrag geht, bis irgendwas oder irgendwer gekeult wird…. Sie scheinen auf dieses Verb richtig abzufahren, scheint mir schon leicht strange.

  • mira sagt:

    Danke für diesen schönen Beitrag.

    Ich frage mich bei diesen Regretting-Motherhood-Beiträgen auch, wie man sowas seinen eigenen Kindern antun kann. Für mich wirkt das sehr kaltherzig und egoistisch.

    Ich würde so einen Beitrag (würde ich denn bereuen…) nur anonym veröffentlichen. Zum Schutz meiner Kinder. Damit ist der Frust ebenso von der Seele geschrieben und die gesellschaftliche Diskussion angefacht.

    • tststs sagt:

      Glauben Sie nicht, dass im einen oder anderen Fall so ein Artikel gar nicht nötig ist und die Kinder das vorher schon wussten/spürten?

    • mira sagt:

      tststs. Wohl schon. Muss man es dann aber gleich noch die ganze Welt wissen lassen?

      • tststs sagt:

        A****tum und gesteigertes Sendungsbewusstsein korrelieren – leider – oftmals…

  • Sil sagt:

    Danke für diesen ehrlichen Text. Die Unperfektheit als Mutter auszuhalten, ist manchmal unerträglich….

Kommentar

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