Wir Eltern sind also das Problem?

Oft sind es Missverständnisse: Kommunikation mit den Eltern sollte für Lehrer zum Grundrepertoire gehören. Foto: iStock

Oft sind es Missverständnisse: Kommunikation mit den Eltern sollte für Lehrer zum Grundrepertoire gehören. Foto: iStock

«Sie schimpfen.» «Sie mischen sich ein und wissen alles besser. Und sie sind frech!» Mit einem Ohr nehme ich auf, was neben mir in einer Dreiergruppe am Spielfeldrand diskutiert wird. Wir verfolgen ein Fussballspiel der C-Junioren – die einen aufmerksam, die anderen etwas weniger. Die Mannschaft, in der mein Sohn spielt, liegt hinten, doch die Jugendlichen kämpfen, das Spiel ist spannend.

«Sie werden immer schlimmer»

«Vor allem in den letzten Jahren ist es schlimm geworden», sagt die eine Frau weiter. «Sie lassen gegenüber Lehrern wirklich jeglichen Respekt vermissen.» Der Mann in der Runde bestätigt: An den öffentlichen Schulen sei ihr Verhalten bereits heftig – aber an den privaten noch viel heftiger. «Sie grillen die Lehrer geradezu.» Und sagt: An Elterngesprächen würden Mütter und Väter ja bereits ihre Laptops aufklappen und das Gespräch protokollieren und dokumentieren, jedes Wort müsse man auf die Goldwaage legen. «Sie werden echt immer schlimmer, die Eltern.»

Die Eltern? Ich schaue mich um, irritiert – und wende mich der Gruppe zu. Es entsteht ein kurzes Gespräch, indem die Pädagogen – selbst Eltern von Teenagern – bestätigen, was man oft hört und liest: wie sich Lehrer heute für Hausaufgaben, einzelne Noten und Unterrichtsstil rechtfertigen müssten. Wie Eltern aufschreien, wenn ihr Kind nicht fürs Gymnasium empfohlen wird. Wie Konflikte an Schulen mit Eltern in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen haben – und Streitereien oft so heftig seien, dass sich Anwälte darum kümmerten.

Eltern, die Aufsätze schreiben und Aufgaben lösen

Das alles klingt fürwahr schlimm. Und man beginnt sich augenblicklich zu fragen, ob die Eltern – oder vielmehr wir Eltern – tatsächlich das Augenmass verloren haben. Ob wir, was unsere Schulkinder angeht, übertreiben. Dabei erinnere ich mich an den einen Elternabend der zweiten Primarschule, an welchem eine Mutter fragte, wie die Lehrerin die Kinder fit für das Gymnasium machen werde. Ich erinnere mich an die vielen Gespräche unter Müttern, in denen sie (vor ihren Kindern) Lehrerinnen und Lehrer als top oder flop kategorisierten. Daran, wie gewisse Eltern versuchten, im Verborgenen einen Komplott gegen eine junge Lehrerin zu schmieden, statt den offiziellen Weg zu gehen. Ich kenne Eltern, die Aufsätze für ihre Kinder schreiben, Zeichnungen malen und Matheaufgaben lösen, damit ihre Kinder gute Noten erhalten.

Solche Eltern gibt es also durchaus. Sie gelten als mühsam, kritisch und renitent, und sie sind für Lehrer und Schulleiter sicherlich anstrengend.

Doch Tatsache ist auch: Längst nicht alle Eltern verhalten sich so. Die meisten Mütter und Väter, die mir bekannt sind, sind froh, wenn sie nicht allzu viel mit der Schule und der Lehrperson zu schaffen haben; denn das heisst in der Regel: Es läuft gut. Weshalb also die vielen negativen Stimmen gegenüber Eltern? Dieses Elternbashing, nonstop?

So soll es besser werden

Als Grund für das vermehrte Einmischen von Eltern nennt Jürg Brühlmann, Bildungsexperte des Lehrerverbands, die Wirtschaftskrise 2008 und die digitale Entwicklung. «Viele Eltern fürchten um die Zukunft ihrer Kinder», sagte er Ende April in einem Artikel der «Schweiz am Wochenende». Zudem seien die Eltern anspruchsvoller geworden, und sie hätten weniger Hemmungen, ihrem Unmut freien Lauf zu lassen.

Deshalb hat der Schweizer Lehrerverband nun ein neues Positionspapier für die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Eltern erarbeitet. Zu den wichtigsten Punkten gehört die Gründung einer unabhängigen Ombudsstelle, damit Konflikte nicht eskalieren und vor Gericht enden. Eine weitere Forderung betrifft die Ausbildung der angehenden Lehrer: Elterngespräche sollen zum Pflichtfach werden – die Pädagogischen Hochschulen müssten künftig die Kommunikation mit Eltern als zentrales Element in die Ausbildung aufnehmen.

Wer macht hier seine Hausaufgaben nicht?

Diese Vorgehensweise mag richtig erscheinen und löblich sein, allerdings erstaunt sie auch: Das heisst also, dass Elterngespräche bislang während der Lehrerausbildung vernachlässigt wurden – die Lehrer ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Das verblüfft, weil Lehrer bei ihrer Arbeit täglich mit Minderjährigen zu tun haben und deren Mütter und Väter für sie die offiziellen Ansprechpersonen sind. Selbstverständlich sollte dabei die Kommunikation mit Eltern wichtig sein, alles andere ist nicht zeitgemäss.

Weiss sich ein Lehrer oder eine Lehrerin gegenüber Müttern und Vätern klar auszudrücken und zu positionieren, können auch Missstände benannt und Missverständnisse ausgeräumt werden. Und genau darum geht es doch bei Streitigkeiten zwischen Eltern und Lehrern meist.

Was finden Sie: Setzen Eltern Lehrer zu sehr unter Druck?

298 Kommentare zu «Wir Eltern sind also das Problem?»

  • Monika Diethelm sagt:

    Als Eltern erlebt man immer wieder (auch wenn es in der Schule gut läuft), wie viel Macht die einzelne Lehrperson weit über den Unterricht hinaus hat. Da werden Bananen als Znüni verboten, es wird Druck auf Eltern von ADHS-Kindern gemacht, dem Kind Ritalin zu geben oder ja nicht etc. Manche Lehrer verlangen eine kurzfristige Absage eines lange geplanten Arzttermins, andere teilen einem am Montag mit, dass am Dienstagnachmittag keine Schule ist. Ein Lehrer straft ein hyperaktives Kind damit, dass es nicht turnen darf, wenn es die Husi vergisst. Natürlich ist das nicht die Regel, aber einzelne Lehrpersonen missbrauchen ihre Stellung und lassen Eltern spüren, das sie unfähig sind und nichts zu sagen haben. Das fördert das Verständnis von Eltern für die Lehrer auch nicht gerade.

    • Sportpapi sagt:

      @Monika Diethelm: Ihr Einwurf lässt mich etwas verwundert zurück. Bzw. es bleiben Fragen zurück. Dass die Schule die Hausregeln bestimmt und damit auch den Znüni, halte ich nicht für falsch. Die gleichen Eltern, die sich über ein Bananenverbot ärgern, sind ja vermutlich einverstanden, dass z.B. Schokolade und Süssgetränke nicht erlaubt sind.
      Dass Lehrer Druck aufsetzen, dem Kind Ritalin zu geben, wäre eine Kompetenzüberschreitung. Wenn, dann wird in der Regel eine ärztliche Abklärung empfohlen, oder? Und das vermutlich nicht ohne Grund.
      Die kurzfristige Absage eines längst geplanten Arzttermins kann ich mir nur dann vorstellen, wenn die Lehrer erst kurzfristig informiert werden, und es dann aus guten Gründen wirklich nicht passt.

    • Sportpapi sagt:

      Einfach kurzfristig die Schule absagen ohne Grund geht gar nicht. Aber vermutlich gab es einen Grund. Bei uns muss dann durch die Schule die Betreuung sichergestellt werden, selbst wenn schlicht und einfach der Lehrer krank ist und fehlt.
      Den Zusammenhang zwischen hyperaktiv und Aufgaben vergessen sehe ich gerade nicht – was machen denn die Eltern dabei? Mit Turnverbot zu strafen finde ich natürlich völlig daneben, aber leider wirkt es halt häufig. Was wäre denn die Alternative?
      Den Zusammenhang der Problempunkte mit den letzten zwei Sätzen sehe ich nicht. Es gibt ein Kompetenzfeld der Lehrer/Schule, und eines der Eltern. Und dazwischen sollte ein Austausch stattfinden.

  • Berner sagt:

    Setzen Eltern Lehrer zu sehr unter Druck?
    Der gesetzliche Auftrag an die Volksschule lautet sinngemäss: optimale individuelle Förderung jedes Lernenden. Kann die öffentliche Schule diesen Auftrag sinngemäss und qualitativ befriedigend umsetzen? Nein, das kann sie mehrheitlich nicht, weil sie einen Doppelauftrag hat: fördern und selektionieren. Beides gleichzeitig geht nicht. Ein unlösbares Dilemma,das zu überzogenen Erwartungen bei den Eltern gegenüber den Lehrern führt, zu anhaltenden Überforderungen der Lehrpersonen mit entsprechenden Abwehrhaltungen der Lehrpersonen.
    Mit dem Ergebnis, dass die Ausfallquote (burnout-Erkrankungen) der Lehrpersonen seit Jahrzehnten hoch, zu hoch ist. Es gibt noch einige Indikatoren, die aufzeigen, dass die bestehende Schule massiv überfordert ist.

  • Andreas sagt:

    Etwas mehr Selbstreflexion und weniger die Schuld bei anderen suchen, täte vielen Kommentatoren auch in diesem Zusammenhang gut…
    Für die Suche nach optimalen Lösungen für das Kind ist, wie übrigens auch in anderen Lebensbereichen, eine echte Dialogbereitschaft aller Beteiligten notwendig, wenn diese auf der einen oder anderen Seite aus welchen Gründen auch immer (z.B. Ichbezogenheit, keine Fehler eingestehen können, mangelnde Selbstreflexion etc.) fehlt, wird jeglicher Lösungsansatz sehr schwierig.

    • zysi sagt:

      Ach was, Andreas – es braucht, gemäss den „Experten“ aus dem Lehrerverband, lediglich ein Positionspapier (Anmerk. Schule – Eltern; nicht Lehrperson – Eltern) und die Einführung des Pflichtfachs Elterngespräche an der PH.

      Daher auch die knappen und kurzen Beitragsmeldungen hier im Blog, weil das Thema ja mit Papier und Gesprächsübungen erledigt werden kann. Die betroffenen Eltern, werden also enorm viel der Wirkung dieser kostenlosen (?) Übung erfahren können beim nächsten Elterngespräch.

      😉

  • jane marple sagt:

    hab ich da was verpasst? oder ist die schulzeit meiner tochter schon zu lange her? ich erinnere mich an elternabende, wo nebst vielleicht zwei, drei engagierten vätern ich die einzige war, die erschienen ist. ich erinnere mich an lehrer, die froh gewesen wären, die eltern hätten sich nur ein bisschen für die themen der schule interessiert und ich erinnere mich daran, dass ich – obwohl beruflich selbständig und alleinerziehend – die einzige mutter weit und breit war, die auf anfrage der lehrer als begleitperson bei klassenreisen assistierte… das alles ist erst 12 jahre her. so gesehen ist grundlegend zu begrüssen, dass eltern sich mehr einmischen, fragt sich nur was die motive sind? und die scheinen mit jedoch eher etwas fragwürdig und zu wirtschafts- bzw. leistungsorientiert.

  • Marius Meier sagt:

    Eltern büffeln besser mal, oder noch besser sie wecken Freude am Denken mit den Kindern, als Streit mit den Lehrern zu suchen. Das bewusste Lernen steht in der Schule im Vordergrund. Die Noten sind nur Zeugnis ob Erlerntes bewusst ist. Leider hat man immer noch kein gescheites System für Prüfungen, dass dem kognitiven und kreativen Potenzial unserer Kinder gerecht wird. Das ist für mich der grösste Mangel an der Schule. Darüber aber mit den Lehrern zu streiten ist müssig. Mich dünkt wirklich, dass die Prüfungen ungeeignet sind (mit Ausnahme der Mündlichnoten, die tatsächlich sehr Lehrersubjektiv sein können). 10 Minuten 5 Punkte / 12 Minuten 4 Punkte / 20 Minuten 17 Punkte / 15 Minuten 3 Punkte / 30 Minuten 24 Punkte / 4 Minuten 1 Punkt. Das raubt doch jedem Menschen die Freude.

  • Dodimi sagt:

    Ich kenn‘ mich heute mit dem Schulsystem nicht so aus…ausser ich MUSS heute schon beim Kindergartenkind an einer Schulleitungssitzung teilnehmen. Schulleitungssitzung? Wenn ich zurück schaue, weit, weit…gingen mir eigentlich nur meine Erziehungsberechtigten masslos auf den Wecker. Ja, streng waren sie die Lehrer, und es konnte geschehen, dass einer eine „Watschen“ erhielt. Vielleicht hatte ich Glück, ich hatte stets gute Lehrer, obwohl ich nicht wirklich gern zur Schule ging. Doch das war evtl. fachbedingt, ich hasste alle mathematischen Fächer. Und die, die ich gern hatte galten eigentlich nicht so viel. Aber, die Lehrer, die verstanden mich. Nix Schulleitungssitzung?Mir scheint, schon im Kindergarten müssen Kinder marktwirtschaftl. getrimmt werden. Andere Zeiten wohl,schade!

  • Enrico sagt:

    Meine Erfahrung als Vater und Mensch, der viele ( Teilzeit ) Lehrerinnen kennt.
    Am meisten regen die Lehrerinnen sich über die Mütter auf. Ewige Diskussionen, Mitten in den Unterricht hereinplatzen, das Gefühl haben die Lehrerin sei 24 h verfügbar. Und und und. Hauptsache keine Elternabende !

    Bei diesen Schilderungen muss ich dann immer schmunzeln.

  • Koller sagt:

    Fact ist werden die Lehrer kritisiert geben sie den Kindern bessere Noten, ist man lieb und nett wie die Schweizer dann machen die Lehrer was sie wollen. Mir als Vater sind meine Kinder nicht egal, und ich will nur eine faire Beurteilung natürlich muss die Leistung der Kinder auch stimmen, sowie jene der Lehrer. So wie die Lehrer die Leistung von Handwerkern beurteilen so beurteilen wir Eltern als Auftraggeber die Leistung der Lehrer.

    • Susi sagt:

      Hopfen und Malz verloren.

      • Sam Fuller sagt:

        @Susi

        zum Statement von Koller: Ja, so sind eben 🙂

      • Sam Fuller sagt:

        oops, da ging was verloren. Wollte zum Statement von Koller sagen:
        Ja so sind sie eben die Bierideen von denen man den Koller kriegt… 🙂

      • Susi sagt:

        @Sam: Haha, I love puns!

    • Koller sagt:

      @ Sam und Susi ihre Statements zeigen doch klar das sie nicht in der Lage sind mit Kritik umzugehen oder etwas daraus zu lernen. Die Zeit, als der Lehrer wie der leibhaftige Führer vor der Klasse stand ist Gottseidank vorbei. Ausser blöden Bemerkungen haben sie nichts zu bieten. Daher sind sie aus meiner sich nicht geeignet meine Kinder zu unterrichten.

  • Koller sagt:

    Nicht wir Eltern sind das Problem, sondern das Problem liegt bei den Lehrern. Ich kam mit der Note 3.86 knapp in die Real, die Tochter der Schulleiterin kam mit 4,0 in die Real und das 3. Mädchen hatte eine Note 4.5, in der Real hatte ich plötzlich 5.0, die Tochter der Schulleiterin ging in die Oberschule. Es ist doch absolut korrekt das wir bei der Benotung unserer Kinder genau hinschauen. Auch werde ich genau Protkoll führen von den Lehrer-Elterngesprächen, es kann nicht sein das es die ersten 3 Jahre keine Noten gibt und alle Bewertungen sind gut und plötzlich fällt es durch. Ach zurückfallen ist nicht schlimm ist nur ein Jahr und ca. 1-200’000Fr. ! Mir wäre es lieber gewesen meine Eltern hätten genauer hingeschaut und die Lehrer kritisiert, stattdessen war es ihnen egal.

    • Martina Müller sagt:

      So ein Blödsinn, Sobald das Kind schlechte Noten hat, sind die Lehrer schuld? Dann muss ich mich als Eltern darum kümmern, dass mein Kind besser lernen kann, aber es ist ja immer einfach andere Menschen für sein Unwohlsein vorzuschieben.

      • Koller sagt:

        So ein Blödsinn ich hatte keine Chance auf bessere Noten unabhängig von meiner Leistung. Es zählte 1990 nur aus welcher Familie du kommst. Daher hatte die Tochter der Schulpflegerin so gute Noten. Am Ende der Unterstufe wurden wir in eine neue Gemeinde geschickt und dort war Frau H. nicht mehr Schulpflegerin und so war Sandra sehr schnell in der Oberschule. Darum wem seine Kinder etwas Wert sind der schaut genau hin und nicht einfach weg.

      • Sportpapi sagt:

        Koller, da gibt es eigentlich nur eine Lösung: Sie müssen in die Schulpflege!

    • Roy Lembo sagt:

      Oh mein Gott! Im Artikel ist von Ihnen die Rede!

      • Koller sagt:

        Ja richtig, es ist von mir die Rede, weshalb ich genau bei meinen Kindern hinschaue. Gute Leistungen bringen nämlich nichts wenn sie nicht beachtet werden. Noch blöder wenn jene mit den schlechteren Leistungen die besseren Noten kriegen nur weil das Mami in der Schulpflege ist.

  • Karl von Bruck sagt:

    Es war nicht die Finanzkrise, sondern die Ueberschwemmung des Arbeitsmarktes mit EU-Freizuegern, welche den normalen Arbeitsmarkt keulten. Da muss schon in der Schule auf maximale Zeugnisse geachtet werden, was zwangsleufig den ueberfluessigen Zoff mit den Notengebern ausloest. Auch um makellose Arbeitszeugnisse wird immer erbitterter bis vor Gericht gestritten. Als man auch mit schlechten Zeugnissen spaetestens am naechsten Montag oder Ersten eine Stelle mit besseren Arbeitsbedingungen und mehr statt viel weniger Lohn hatte, waren diese noch nicht existenzbedrohend und deshalb weit weniger umstritten. Die meisten Lehrer sind OK. Allerdings koennen sich notorische Sadisten heute weniger lange halten, seit sich die Eltern der Schueler nicht mehr jede Schickane dieser gefallen lassen..

    • René Glücki sagt:

      Mit Verlaub; ich nehme an, dass aus Ihren Zeilen ein Trauma spricht, das Sie als Schüler erlebt und noch immer nicht verarbeitet haben. Offenbar ging es dann in Ihrem Leben gleich weiter so. Anders kann ich mir nicht erklären, wieso Sie tatsächlich von „notorischen Sadisten“ schwafeln und wegen der Arbeitsmarktunfähigkeit von vielen bequemen Arbeitnehmern (und der Ihrigen?) gleich mal wieder das SVP-EU-Zuwanderungs-Gejammere anstimmen!

      • Karl von Bruck sagt:

        Ich sehe von persoenlichen Retourkutschen ab, zumal Angriffe auf die Persone von der Zensur nur selektiv toleriert werden. Zur Sache: Noch bis in die Achtzigerjahren gab es wegen ihrer Machtgeilheit und Schickanen allgemein beruechtigte Lehrerinnen. Die sich nur deshalb viel zu lange halten konnten, weil die Eltern noch viel zu wenig nachdruecklich eingriffen, um die Grunrechte und Grundbeduerfnisse ihrer Kinder gegen MissbraucherInnen ihrer beruflichen Macht zur Befriedigung ihrer kranken persoenlichen Beduerfnisse wirksam zu verteidigen. Seit der PFZ sind fuer manche Stellen mehr als 99 Prozent der Bewerber arbeitsmarkt“un“faehig. In den Zeiten mit einem Auslaenderanteil von weniger als 10 Prozent war weniger als ein Prozent der Schweizer arbeitsmarktunfaehig…..

    • Martina Müller sagt:

      Was sind das denn für Kommentare? Ich selbst muss schon sehr frustriert sein andere Menschen für mein eigenes Disaster verantwortlich zu machen Selbstkritik wäre da einmal angebracht.

  • Paulo sagt:

    Heute habe ich die Statistik analysiert – die der TA in dieser Ausgabe veröffentlicht hat. Es ist kaum an den Lehrern, dass Tochter oder Sohn vom Gymnasium fliegt. In der Regel sind das die abenteuerlichen Vorstellungen der Eltern – an ihre Junioren. Ein weitere Punkt ist das sehr viele Eltern – gegeben durch die beidseitige berufliche Tätigkeit – (zu) wenig Zeit aufwenden – einerseits für die Erziehung und anderseits für das schulische der Kinder. Konkret ist eine Formative Überforderung auszumachen. Heute soll der Lehrerberuf generalunternehmerische Fähigkeiten ausweisen, sodass sich die Eltern auf die eigenen Kernbereiche konzentrieren können. So gesehen ist die Familie völlig in schieflage geraten. Die Eltern müssen ihre Aufgabe – als Eltern wieder übernehmen.

    • Baldinger sagt:

      Eltern sein ist für viele keine „Berufung“ und wird zur mühevollen @“Drohnen“ Aufgabe mit Kindern erlebt. Als Eltern waren wir uns dessen bewusst.
      Der Beruf des Lehrers/In wird durch Schüler derselben als Berufung erlebt wenn Mitgefühl und eine Wertefreie Haltung gegenüber dem Kind/Jugendlichen erfahrbar wird.
      Wenn Eltern Probleme mit der Lehrperson haben, spiegeln sie deren eigenen Ängste die da sind. Sprich; es gäbe Lernmöglichkeiten für beide Parteien.
      Eine Berufung ist immer echt und ohne Konventionen, solche Lehrer gibt es und sie leisten grossartige Arbeit mit Heranwachsenden, sogar mit LP 21!
      Erziehungsberechtigte sollten reflektieren, das dient und lässt Entwicklung zu.
      Wissen kann so mühelos vermittelt werden und wird ebenso aufgenommen.

  • Andreas sagt:

    Ich denke, weder Eltern noch Lehrpersonen sind DAS Problem, sondern immer einzelne (überehrgeizige) Eltern oder einzelne (im Lauf der Lehrtätigkeit demotivierte oder überforderte) Lehrkräfte – leider leidet in beiden Fällen letztlich immer die Kinder unter solchen schwierigen Umständen…

    • Benjamin Kraus sagt:

      Ich stimme ihnen zu. Durch die anekdotische Erzählung EINES persönlichen Einzelfalls wird pauschal ALLE Lehrpersonen o. ALLE Eltern gefolgert. Durch diese Art der Problembeschreibung wird nicht zuletzt eine unnötige Frontlinie etabliert: DIE Lehrpersonen vs. DIE Eltern. Und schon sind wir – wie hier schön veranschaulicht wird – inmitten eines Grabenkampfes.

      Einerseits wird also zu sehr verallgemeinert, aber andererseits gibt es auch die Gefahr zu sehr zu individualisieren. Denn wenn Häufungen o. Tendenzen festzustellen sind, müsste nach den institutionellen o. strukturellen Ursachen dieses Musters gefragt werden:
      – Weshalb gibt es (immer mehr) überambitionierte Eltern?
      – Weshalb gibt es (immer mehr) demotivierte o. überforderte Lehrpersonen?
      – Weshalb dasselbe bei SchülerInnen?

      • Andreas sagt:

        Das könnte beispielsweise mit „strukturellen“ Problemen unseres heutigen Schulsystems und dem eher revolutionären statt evolutionären Wandel desselben zu tun haben, welche sowohl Lehrkräfte, Eltern und Schüler überfordert.

  • Sam Fuller sagt:

    Fazit dieser 10 Jahre:
    1. Eltern dürfen schwierig sein. Es liegt an uns, der Schule mit diesem in Schwierigkeiten in einer guten Art umzugehen. Das ist Teil unserer Arbeit.
    2. Es geht immer auch darum dass Eltern die Eltern die Würde bleibt und sie fair behandelt werden.
    3. Eltern sind gute Experten was ihr eigenes Kind betrifft.
    4. Sogenannt „schwierige“ Eltern gibt es sehr wenige. Und das sage ich, obwohl ich in einem Schulkreis gearbeitet habe, wo viele Kinder aus massiv belastenden Familien vorkamen.

    Das Genöle von sogennannt schwierigen Eltern seitens der Lehrpersonen stört mich. Was ok ist, ist wenn man sich mal Luft verschafft. Aber das geschieht intern und dient der Psychohygiene.

  • Annette Bollier sagt:

    Ich war Lehrerin, habe danach nochmals studiert und in die Privatwirtschaft gewechselt. Kommunikation/Werbung in Sydney, Hamburg, Zürich bei namhaften Agenturen als AD. Später als Projektleiterin bei einer Klimaschutzorganisation.
    Wenn mich jemand fragt, welcher der Jobs der anspruchsvollere und schwierigere ist, muss ich leider Lehrer sagen.
    So gut es den Lehrern täte, auch mal in der Privatwirtschaft zu arbeiten, so gut täte es allen Privatwirtschaftlern aber auch, mal als Lehrer zu arbeiten. Hinter jeden Beruf steht immer mehr, als dass man von aussen sieht.
    Ich würde nie wieder im 100% Pensum als Lehrerin arbeiten. In den anderen Jobs aber durchaus.

    • Annette Bollier sagt:

      Ich muss dazu sagen, dass ich bis zu 70h -Wochen hatte als Lehrerin (auch in den Agenturen natürlich) und immer ein gutes Verhältnis zu den Eltern pflegen konnte.

  • Sam Fuller sagt:

    Ich habe 10 Jahre in Schulen gearbeitet, in verschiedenen Funktionen und ich habe hunderte von Elterngespräche geführt oder miterlebt. Faktisch sind es deren zwei die ich vorzeitig beenden musste, weil Eltern zu ausfällig wurden. Alle anderen gelangen sogar die bei denen man schwierigste Sachen an den Mann/Frau bringen musste (Gefährdungsmeldung an die KESB, Schulverweise des Kindes, Bussen für die Eltern …)

  • Rhea Schneider sagt:

    Es haben sich viele Faktoren verändert. Viele Eltern sind heute wesentlich besser gebildet als der durchschnittliche Primarlehrer. Die Eltern müssen sich täglich im Beruf beweisen und konkurrenzfähig sein. Lehrer werden oft Leute, die sich in der Privatwirtschaft nicht behaupten könnten oder konnten und den „gemütlicheren“ Weg des Lehrers gewählt haben. Wenn nun leistungsbewusste Eltern oft zu Recht das Tiefstapeln der Lehrer anprangern, wird das gleich zum Affront. Das liegt aber an der mangelnden Resilienz der Pädagogikstudenten. Lehramt ist KEIN Kuschelfach und keine Wohlfühlzone!

    Viele Eltern haben eine höhere Sozialkompetenz, Fachkompetenz und Medienkompetenz als die Lehrer. Leider gilt das aber auch schon für viele Schüler, die man dann mit einem halbgaren Lehrer abfertigt.

    • Rhea Schneider sagt:

      Ich kenne mehrere Primarlehrer. Alle haben sich nie in einem richtigen Job behaupten können und lieber gekifft als gelernt. Also haben sie Lehrer gewählt, weil viel Ferien und gemütlich (das meinten sie…). Manche sind mehrmalige Schulwiederholer. Die pädagogischen Hochschulen selektionieren nicht. Wenn man nachdem man überall durchgerasselt ist noch Lehramt macht, ist es kein Wunder, dass diese Leute dann mit allem was annäherend nach Leistung riecht überfordert sind. Ich kenne Englischlehrer, die kein Bier im Pub bestellen können. Sie haben aber die PH und das Englischdiplom geschafft (über Ghostwriter).

      Lehrer sollten wieder in der Uni ausgebildet werden. Zumindest die Pädagogische Hochschule Basel bildet nicht wirklich brauchbare Leute aus.

      • Vierauge sagt:

        nachdem wir 2 Jungs durch die Volksschule „gebracht“ haben, kann ich Ihre Erfahrungen kaum nachvollziehen. Wir trafen einzelne inkompetente Lehrer sowie einen, den man schon vor langer Zeit hätte kündigen sollen – aber diese Quote an ungeeigneten Berufsleuten hat es in jedem Beruf, auch bei den Eltern. Die meisten Lehrer, mit denen wir zu tun hatten, waren kompetent, freundlich, kommunikativ und motiviert. Und alle Englisch- und Französischlehrer konnten ihre Sprache fliessend.

      • Martina Müller sagt:

        Das können Sie aber nicht verallgemeinern. Wir haben sehr gute kompetente Lehrer an der Schule und es gibt in allen Berufszweigen gute und schlechte Mitarbeiter. Das auf die Lehrer abzuwälzen finde ich ein bisschen naiv.

      • Sam Fuller sagt:

        @Rhea Schneider
        Ihre Aussage: „Ich kenne Englischlehrer, die kein Bier im Pub bestellen können. Sie haben aber die PH und das Englischdiplom geschafft (über Ghostwriter).“, zeigt dass sie die Polemik denn einen interessanten Austausch suchen.

        Ersten suggerieren sie dass sie mehrere solche Lehrer kennen, was kaum zu glauben ist und zweitens stimmt diese Aussage nicht. In einem Pub ein Bier (auf englisch) bestellen kann doch wohl jeder Erwachsenen.

        Also worum geht’s Ihnen?

      • Susi sagt:

        @R.S.: „Sie haben aber die PH und das Englischdiplom geschafft (über Ghostwriter).“

        Ja, das geht voll easy, an die Prüfungen für das entsprechende Cambridge Diplom hab ich auch einen Ghostwriter hingeschickt, der sich als mich verkleidet hat. Einfach Perücke angezogen und einen BH gefüllt mit Mandarinli, nein, Orangen, äxgüsi, Melonen…

      • Martina Müller sagt:

        Was ist denn das für eine Überheblichkeit? Können Sie denn da beruflich mithalten?

      • Roy Lembo sagt:

        @Susi: Thanx, you made my day. Wollte gerade dem tapferen Schneiderlein dasselbe klar machen. Aber ihre Antwort toppt alles. Danke, danke, danke:-))))

      • Susi sagt:

        @Roy: 🙂

        @M.M.: Wer, ich?

    • Sportpapi sagt:

      „Viele Eltern sind heute wesentlich besser gebildet als der durchschnittliche Primarlehrer.“ Eher nicht. Die meisten Lehrer haben eine Matur, die meisten Eltern nicht…
      „Viele Eltern haben eine höhere Sozialkompetenz, Fachkompetenz und Medienkompetenz als die Lehrer. “ Ach ja.
      Ich kenne auch viele Lehrer. Aber offenbar ganz andere als Sie. Ich für meinen Teil gehe davon aus, dass Lehrer wohl weniger Mühe haben, sich in der Privatwirtschaft zu behaupten als umgekehrt „erfolgreiche“ Berufsmenschen in der Lage wären, einfach so eine Schulklasse zu führen.

      • Annette Bollier sagt:

        Ich war Lehrerin, habe danach nochmals studiert und habe in die Privatwirtschaft gewechselt. Kommunikation/Werbung in Sydney, Hamburg, Zürich bei namhaften Agenturen.
        Wenn mich jemand fragt, welcher Job der anspruchsvollere und schwierigere ist, muss ich Lehrer sagen. So geht es den meisten meiner Freunde, die gewechselt haben.

      • Sam Fuller sagt:

        Viele Lehrpersonen sind didaktisch hervorragend, sie können spannende und lehrreiche Unterrichte machen. Nur neigen sie dazu von einem lernbereiten, wissbegierigen und disziplinierten Kind auszugehen. Stellen sie dann fest, dass ihr Unterricht nicht ankommt neigen sie zum Trugschluss und sehen das Kind als Problem. Doch es geht vor allem um eins: ein sog. guter Unterricht der nicht ankommt ist eben kein guter Unterricht. Nicht die Zielgruppe (Kunde/Klient) kann falsch sein. Das Angebot muss sich dem anpassen.

        Das ist oft gerade nach der Ausbildung ein schmerzhafter Prozess für JunglehrerInnen.

      • Sportpapi sagt:

        @Sam Fuller: Da ist viel Wahres dran. Auf der anderen Seite ist es frustrierend, wenn Lehrer mit allem beschäftigt sind, ausser mit Unterricht. Es ist ja schon so, dass sie gewisse Erwartungen an die Schülerinnen und Schüler bezüglich Verhalten, Wissen, Kompetenzen altersgerecht haben dürfen.
        Ich habe mich beispielsweise immer geweigert, Erstklässlern im Sportunterricht die Turnschuhe zu binden… (dafür durften sie bei mir dann barfuss turnen)

    • 13 sagt:

      Für die beiden von Sportpapi aufgenommenen Sätze hätte ich also wirklich sehr gerne einen Beleg. V.a. die Fachkompetenz wäre spannend…

      • Sam Fuller sagt:

        Wer wissen will, was „gutes Lernen“ ausmacht, kann sich bei den Hattie-Studies“ schlaumachen (unter visible-leraning).
        Klassenführung und damit auch den Klassenzusammenhalt sind wichtige Grössen, eben nicht (nur) Didaktik. Auch die Klassengrösse ist nicht so entscheidend wie die meisten denken, dafür aber die gelingende Beziehung zwischen Schüler/Schülerin und Lehrperson. Das ist ein zentraler Wert.
        Und das dafür nötige Wissen und Können (das so zu machen) ist die grosse Herausforderung des Lehrberufes und eben weniger die didaktischen Fähigkeiten (bzw. sind diese einfacher erlernbar).

      • 13 sagt:

        @ Sam Fuller
        Und dort finde ich, dass die meisten Eltern besser gebildet sind als Lehrer und dass sie über grössere Sozial- und Fachkompetenz verfügen?

    • Sam Fuller sagt:

      .

      • Sam Fuller sagt:

        @Rhea Schneider
        was sie schreiben halte ich für falsch und despektierlich: Lehrpersonen sind weder Versager noch Kiffer, noch Freizeittäter. Sollte sie solche kennen oder meinen zu kennen, nun ja. Falsch ist auch dass die PH nicht selektioniert. Natürlich tut sie das. Und das an der Uni zu lehren ist wäre nicht gut. Lehren ist eine Handlungswissenschaft keine reine Lehre der Theorie, wie sie an der Uni gelehrt wird. An der heutigen PH ist übrigens sowohl der Praxis-Teil wie auch der theoretische Teil enorm gewachsen!

    • M.D. Garcia sagt:

      Interessant, was Sie schreiben. Ich persönlich kenne Lehrer, die sehr gut und engagiert sind, aber unter der ständigen Schulreformen, die, welche nichts taugen, ihnen aber aufgezwungen werden, der Kontrolle der Schulbehörden, ihrer Kerntätigkeit und die z.T. berechtigte Unzufriedenheit der Eltern, beinah zerrieben werden.
      Für alle, die die Lehrer nicht mögen: Mit dem Lehrplan 21 werden sie ohnehin abgeschafft.
      Vorerst werden sie Coaches. Die Kinder erarbeiten den Stoff selbständig, wenn sie können, wenn nicht, dann haben sie pech gehabt.
      Die Eltern werden – manche müssen es bereits – neben dem Job, noch unterrichten.
      Eltern, informiert Euch gründlich, was die neuesten Schulreformen beinhalten. Vielleicht wächst bei einigen das Verständnis für die Lehrerschaft.

      • Zeder sagt:

        Sie haben den LP21 wohl nicht ganz verstanden, bzw. die Rolle einer Lehrperson. Das Wort Reform hier zu benutzen spricht Bände.

      • mcpinkpoet sagt:

        Lieber M.D. Garcia…das gefällt mir…LP 21…wird definitiv schocken. Kann aus beobachtender Erfahrung nur bestätigen, was sie schreiben – was heute aufreibt…ein Schulleiter könnte Filter & Trichter sein zwischen der Admin und der Front…aber nein, höre von Schulleitern, die das Controlling noch potenzieren! – Und dann haut die Schulpräsidentschaft (und -pflege) noch einen obendrauf in ihrer absoluten Pädagogikferne!

    • Reincarnation of XY sagt:

      Ihre Sozialkompetenz höre ich in ihren Worten… so unglaublich gewinnend und motivierend, ja sich machen gerade den Eindruck, dass mit jemandem wie Ihnen gut Kirschen essen ist.

      (Aufgrund ihrer Kompetenzen gehe ich nun davon aus, dass Sie die Ironie in den Worten hören können.)

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Rhea

        Jaaaaa, und weil der Lehrberuf so Schoggi ist, haben wir Lehrermangel.

        Selten so einen inkompetenten Kommentar gelesen.

    • Koller sagt:

      Genau sie bringen es auf den Punkt und wenn dann Lehrer mit ihrem Halbwissen die Kinder unterrichten dann muss ich lachen. Wie Solarkraftwerke in der Sahara 2005, sie stachelten die Schüler noch an und jeder hatte noch grössere Märchen und Ideen. Dumm nur das es im Feindesland liegt. Oder aus der Sicht des Korans sind wir Kriegsland. Hauptsache man kann sich vor unwissenden Kindern aufspielen und seine Dummheit verstecken. Blöd nur das diese Wissenden Erwachsenen immer stören.

  • Gabriella sagt:

    Ich versuche immer ein enges und freundschaftliches Verhältnis zu den Lehrer/innen meines Sohnes zu haben.
    Denn für mich sind sie ganz klar Miterziehungspersonen und es jst für Alle am besten wenn man sich austauscht und gut versteht. Was mir noch mehr Sorgen macht als die schulischen Leistungen der Kinder ist die mangelnde Sozialkompetenz vieler Kinder. Fehlende Empathie,Danke-Grüezi-Bitte-Adiö kennen sie zum Teil gar nicht. Da sorry!!Sind die Eltern schuld! Da kann man nicht die Lehrer dafür verantwortlich machen. Was bringt mir schlussendlich ein Kind welches ins Gymi kommt aber die Sozialkompetenz eines Neandertalers mitbringt,das wird es trotz Akademikerlaufbahn nicht so einfach haben. Lehrer&Eltern müssen zusammenarbeiten,sonst gibts nur Zoff.

    • Martina Müller sagt:

      Da bin ich auch Ihrer Meinung , nur ein gutes Zusammenspiel zwischen Eltern und Lehrern ist förderlich . Ein Gegeneinanderarbeiten bringt weder den Eltern noch dem Kind etwas.

    • Sam Fuller sagt:

      Danke, so sehe ich das auch.
      Lehrpersonen und Eltern verstehen sich zusammen als Experten die eine gemeinsames Ziel haben: Selbstbewusste, zufriedene, sozialkompetente und gut gebildete Kinder. Und ganz wichtig: dass die Freude an Lernen bewahrt wird. Und wichtig: so früh wie möglich den Einbezug der Kinder- auch sie sind Experten!

      Die Kunst herauszufinden wer was beitragen kann um dieses Ziel zu erreichen. Das ist Sinn der Gespräche mit der Schule. Sei es am schulischen Standortgespräch oder im bilateralen Austausch zwischen Tür und Angel 🙂

  • Reincarnation of XY sagt:

    Nun fragen Sie sich einfach, wie oft der MB schon positiv über die Schule geredet hat. Eigentlich … ich glaube nie.
    Und nun erwarten Sie, dass die Lehrer gefälligst etwas positiver über die Eltern reden sollen. Wobei es ja noch zwei Paar Schuhe sind um man privat untereinander etwas Dampf ablässt, oder ob man öffentlich und schriftlich im Netz stänkert.

    Warum können wir nicht alle etwas mehr nach der goldenen Regel leben: erwarte nichts vom anderen, was du selbst nicht tust
    oder positiv
    was du willst, das die anderen tun sollen – tu du selbst
    Geben Sie Vorschusslorbeeren, Vorschussvertrauen, machen Sie Beiträge was alles wirklich toll ist an der öffentlichen Schule und dann schauen Sie mal, was das für einen Einfluss auf die Lehrer hat, in ihrer Einstellung gegenüber den Eltern.

  • Benjamin Kraus sagt:

    1/8 : Von allen Seiten wird geschossen: Elternbashing, Lehrpersonenbashing, ja sogar Schülerbashing. Und inmitten des Kreuzfeuers kauert die Ohren zuhaltend das Kind. Und auch wenn sie keine Unschuldslämmer sind – ja auch wenn sie „Prinzlinge“ & „Prinzessinen“ sind von „Helikopter- Eltern“ (oder heutzutage eher „Drohnen-Eltern“) – letztlich lastet aller Druck auf ihnen.

    • Benjamin Kraus sagt:

      2/8 Stress ist, dass man glaubt nicht dort zu sein, wo man sein sollte. Es geht also um eigene Erwartungshaltungen, denen oft, wenn auch nur unterschwellig, äussere Anforderungen, existenzielle & Status-Ängste zugrunde liegen. Werden diese enttäuscht, so sucht man den Fehler zuerst bei allen anderen. Sündenböcke sind dann seitens der Eltern die Lehrpersonen, die Schulleitung, die Schulpolitik oder gar „schwächere“ Kinder. Die Lehrpersonen schiessen dann zurück: in Form von „Elternbashing“ unter vier Augen oder in einer trotzigen Haltung an Elternabenden. Wiederum gerät das Kindeswohl aus den Augen.

      Was sind die möglichen Gründe für diese überzogenen Erwartungen, diese Ängste?

    • Benjamin Kraus sagt:

      3/8 Beschleunigungs- und Risikogesellschaft: Wir leben in Zeiten der beschleunigten Moderne, die im Zuge der Globalisierung sich in Form von Rankings mit der ganzen Welt vergleicht. Die ganze Welt stellt potentiell meine Konkurrenz dar. Das heisst: Ich gegen alle. Alle gegen alle. In einer immer intensiveren Leistungsgesellschaft in der immer mehr in immer weniger Zeit geleistet werden soll, um immer höher, weiter, besser zu sein, ist nur der/die/das Beste gut genug.

    • Benjamin Kraus sagt:

      4/8 Mit Klimatischem & digitalem Wandel, 9/11, Fukushima, Kriegen in Nahost & der Weltwirtschaftskrise sind wir endgültig in der Weltrisikogesellschaft angelangt. Im Alltag schlägt diese Gemengelage v.a. als soziale und wirtschaftliche Unsicherheit nieder. Wir haben Angst abgehängt zu werden und Verlangen nach immer stärkerer Sicherheit und Kontrolle, was auch auf den Umgang mit unseren Kindern niederschlägt.

    • Benjamin Kraus sagt:

      5/8 Modernisierung & Ökonomisierung pädagogischer Felder: Durch den Abbau von Hierarchien oder vielmehr der Akzeptanz und dem Verständnis für solche, werden Lehrpersonen – v.a. junge – weniger als respektierte Autoritäten angesehen sondern vielmehr als reine Dienstleister, welche in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Produkte, d.h. „für den Markt fitte Arbeitnehmer“ als Output generieren sollen und einem entsprechenden Dauerassessment und Changemanagement unterworfen sind.

    • Benjamin Kraus sagt:

      6/8 In unserer Externalisierungsgesellschaft müssen nicht nur die Kinder sondern auch die Lehrpersonen immer mehr Kompetenzen übernehmen und in sich vereinigen: Nicht nur Bildung (war da mal was?), auch fürsorgliche Erziehung, (vor-)berufliche Ausbildung, kulturelle Integration, soziale Inklusion, multilaterale Moderierung und (markt-)konforme Optimierung. So legitim diese Anforderungen auch sind – die Angriffsfläche der Lehrpersonen für Kritik an allen Fronten ist dadurch viel breiter geworden. Entsprechend hoch sind die psychosozialen und personellen Verluste.

    • Benjamin Kraus sagt:

      7/8 Kolonialisierung der Familiensphäre durch ökonomische Prinzipien: Haben wir weniger Kinder, wächst die Gefahr aus dem Kind unser „Projekt: Kind“ zu machen. Mangelt es uns wenn auch nur gefühlt an anderweitiger Anerkennung, so können wir dem eigenen Narzissmus erliegen und wollen an den Erfolgen des Kindes unsere eigene Potenz und Kompetenz erleben. Dies umso mehr, wenn wir uns durch omnipräsente Experten, Ratgeber und besser scheinende Eltern verunsichern lassen.
      Die Folge ist ein Mikromanagement mit überbehüteten & verwöhnten, aber auch überbelasteten & verplanten Kindern. Die möglichen Folgen sind nicht nur Kinder mit Bedienungsmentalität, sondern auch Verlängerung des Ablösungskonfliktes sowie mangelnde emotionale Stabilität und Resilienz (Stichwort „Burnout-Kids“).

    • Benjamin Kraus sagt:

      8/8 Asche fällt also auf all unsere Häupter. Jede und jeder muss ihre bzw. seine Hausaufgaben machen. Zu wünschen wäre eine solidarischere Kooperation, dank verständnisvollerer Kommunikation, um ein ganzheitliches Kindeswohl zu ermöglichen, in dem es nebst Wissen und Kompetenz um Charakter- und Herzensbildung, Autonomie im Denken, emotionale Stabilität und Resilienz ginge.
      Dies bedürfte einer selbst-distanzierenden Reflexion – auch über den Zweck der Bildung in der Familie und Schule, einen Zweck der m.M. nach weniger mit ökonomischen sondern mit humanistischen Interessen zu tun hat und weniger mit Ängsten sondern viel mehr mit gegenseitigem Vertrauen verfolgt werden sollte.

      • Sam Fuller sagt:

        @Benjamin Kraus Sehr guter Beitrag. Es braucht diese Metatheorien um die Alltagsprobleme einordnen und verstehen zu können. Nur so entstehen gute Handlungsansätze.

        Aber klar die Transferleistung (in den Alltag herunterbrechen) ist nicht einfach zu machen. Aber ganz im Sinne von Kurz Levin: „Nichts ist praktischer als eine gute Theorie“.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Herzlichen Dank Herr Fuller für ihre anerkennenden Worte. Anscheinend stellt für manche bereits der Versuch sachlich & dennoch engagiert einige Aspekte der Gesamtsituation zu beleuchten – um so ein Gegengewicht gegen Betroffenheits-Voten & Polemik bereitzustellen – ein Affront dar.
        Eine mögliche Transferleistung könnte ja sein, dass man (Politik, Schule, Eltern, Zivilgesellschaft) ev. innehält & darüber reflektiert, ob ich als Elternteil meine durch die Arbeitswelt deformierte Orientierung an reiner Leistung & wirtschaftl. Erfolg meinem Kind oktroyieren soll. Oder ob dem Kind nicht eine andere Art des Umgangs förderlicher wäre (so dass es im aristotelischen Sinne ein guter Mensch & tüchtige_r Bürger_in werden kann).
        Das radikale Hinterfragen ist bereits der wichtigste Schritt.

      • Sportpapi sagt:

        „innehält & darüber reflektiert, ob ich als Elternteil meine durch die Arbeitswelt deformierte Orientierung an reiner Leistung & wirtschaftl. Erfolg meinem Kind oktroyieren soll.“
        Die meisten Eltern erwarten, dass die Schule auf die Arbeitswelt vorbereitet. Sie erhoffen sich, dass Ihre Kinder mal Chancen haben auf dem Arbeitsmarkt, dass Ihnen möglichst viele Türen offen stehen.
        Das erscheint mir eine völlig natürliche Einstellung, und keine deformierte Orientierung. Und schon gar nicht eine nach „reiner Leistung und wirtschaftlichem Erfolg“. Die meisten Eltern sind doch glücklich, wenn ihre Kinder ohne zu viel Stress (sozial integriert) und mit einigermassen anständigen Noten durch die Schulzeit kommen.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Es ist ihnen schon klar, dass es mir v.a. um überambitionierte Eltern ging, die ihre Kinder mit ihren eigenen Ängsten belasten? Aber Hauptsache sie können mir trotzig widersprechen. Tun sie, was sie nicht lassen können!

        Je nachdem wie sie weiter unten zu ökonomischer Leistungsorientierung vs. politischer Chancengleichheit IN Schulen stehen: Wie schätzen sie die Wirkung der „völlig natürlichen Einstellung“, dass „Eltern erwarten, dass die Schule auf die Arbeitswelt vorbereitet“ auf das Ideal der Bildung ein?
        Aber wie hiess es doch mal (vor langer, langer Zeit)? Non scholae, sed vitae discimus! Die grundlegende Frage, um die es mir schlichtweg ging, ist also: Was ist ein gutes Leben? Mit dieser Frage sollte sich jeder Mensch und jede Gesellschaft mal ernsthaft auseinandersetzen!

      • Sportpapi sagt:

        „Es ist ihnen schon klar, dass es mir v.a. um überambitionierte Eltern ging, die ihre Kinder mit ihren eigenen Ängsten belasten?“ Nein.
        „Die grundlegende Frage, um die es mir schlichtweg ging, ist also: Was ist ein gutes Leben? Mit dieser Frage sollte sich jeder Mensch und jede Gesellschaft mal ernsthaft auseinandersetzen!“
        Wird er vermutlich dann tun, wenn er Arbeit und Einkommen hat, also eine gesicherte Existenz.
        Und auch in dieser Frage bleibt in der Praxis: Gute Schulleistungen halten alle Optionen offen. Mit schlechten Noten sind viele Wege bereits verstellt. Deswegen sind die meisten Eltern auch um die schulischen Leistungen ihrer Kinder besorgt.
        Und sicherlich einige auch überbesorgt bzw. überambitioniert. Aber mehr als früher?

      • Benjamin Kraus sagt:

        Naja, wenn sie den Artikel gelesen haben (v.a. die Schlussfrage), ging es um Eltern, die Lehrende zu sehr unter Druck setzen und meine Ausführungen wollten einen solchen Habitus erklären.

        Arbeit und gesicherte Existenz haben in der Schweiz wohl die meisten Eltern, die ihre Kinder zu erwachsenen Menschen erziehen & Politiker_innen, die um das Wohl der Gesellschaft besorgt sind. Also könnte man darüber leicht einen öffentlichen Diskurs führen. Arbeit & Geld sind kein Selbstzweck, aber es macht manchmal den Anschein als wäre individueller monetärer Erfolg sowie das BIP das einzige Kriterium.

        Aufgrund der Demokratisierung der Bildungschancen im 20. Jh. absolut betrachtet ja. Ist der gesellschaftliche & elterliche Druck bspw. aufs Gymnasium zu kommen höher oder niedriger geworden?

      • Sportpapi sagt:

        „Aufgrund der Demokratisierung der Bildungschancen im 20. Jh. absolut betrachtet ja. Ist der gesellschaftliche & elterliche Druck bspw. aufs Gymnasium zu kommen höher oder niedriger geworden?“
        Das heisst also, wegen der verbesserten sozialen Durchlässigkeit und weil es auch für Kinder „einfacher Leute“ mehr Möglichkeiten gibt, ein Gymnasium zu besuchen, gibt es prozentual mehr Menschen, die für ihre Kinder auch entsprechende Träume hegen und sie in diese Richtung drängen (mit Unterstützung und Druck).
        Ich halte das nun nicht per se für falsch.
        Kommt noch dazu, dass man zunehmend mehr auch bei Mädchen ambitionierter ist…
        Auf der anderen Seite wundert man sich, wie viele Eltern offenbar keinerlei Ehrgeiz für ihre Kinder haben. Auch ein Trend?

      • Benjamin Kraus sagt:

        Nimmt man die vermehrten Klagen über überambitionierte Eltern seitens der Lehrenden zum Massstab und v.a. die Art in dem dieses geschieht, so dürfte man schon zur Einschätzung kommen, dass nicht nur EXTENSIVER sondern auch INTENSIVER interveniert wird. Was eben u.a. mit dem Verlust des gesellschaftlichen Status der Lehrenden zu tun hat. Und man dann wie bei jeder Dienstleistung, dann an der Theke „sein Recht“ reklamiert und etwa sofort einen „Austausch“ des Lehrenden bzw. dessen Rauswurf verlangt – so als wären wir bei einem Grossverteiler. *kopfschüttel“

      • Benjamin Kraus sagt:

        „Kommt noch dazu, dass man zunehmend mehr auch bei Mädchen ambitionierter ist…
        Auf der anderen Seite wundert man sich, wie viele Eltern offenbar keinerlei Ehrgeiz für ihre Kinder haben. Auch ein Trend?“

        Ich mache nun ihnen auch nicht den Vorwurf unbelegte Allgemeinplätze zu verlautbaren, sondern gemäss dem Prinzip der wohwollenden Interpretation nehme ich ihre Hypothesen bona fide mal an.
        Aber bei der Aufstellung darf es nicht verbleiben, sondern man müsste weiterfragen und weitere Hypothesen stellen:
        – Wie zeitigt sich das Phänomen?
        – Was sind die möglichen Gründe für diese Phänomene?
        – Gibt es strukturelle Gründe, die solches Verhalten begünstigen?
        – Oder sind es bloss individuelle psychische Idiosynkrasien, die sich zufällig häufen?
        – und, und, und…

      • Sportpapi sagt:

        @Benjamin Kraus: Unbelegt? Die Entwicklung der Maturitätsquote von Mädchen lässt sich aufzeigen, mittlerweile liegt sie ja höher als bei den Jungen. Und dass Lehrer mit Kindern zu tun haben, die selber genauso wenig schulischen Ehrgeiz entwickeln wie ihre Eltern, ist eine Erfahrung. Würde ich da, wie Sie jeweils, eine Entwicklung im Sinne von „zunehmend“ behaupten, käme ich tatsächlich in Belegungs- und Erklärungsnot.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Erst wenn man das Phänomen beschrieben und plausible heuristische (Leit-)Hypothesen über die Gründe angestellt hat, kann man darangehen diese quantativ oder qualitativ zu erheben und Hypothesen zu falsifizieren. Ansonsten hat man nur vereinzelte anekdotische Evidenzen oder einen Haufen uninterpretierter Daten die ev. korrelieren. Hier können wir natürlich – wenn wir uns nicht auf bestehende Studien beziehen – nur hypothetisch sprechen.
        Also:
        1) Wie zeitigen sich elterliche Ambitionen für Mädchen und was sind die mögliche Gründe dafür?
        2) Wie zeitigen sich ambitionslose Eltern und was sind mögliche Gründe dafür?

      • Sportpapi sagt:

        „Nimmt man die vermehrten Klagen über überambitionierte Eltern seitens der Lehrenden zum Massstab und v.a. die Art in dem dieses geschieht, so dürfte man schon zur Einschätzung kommen, dass nicht nur EXTENSIVER sondern auch INTENSIVER interveniert wird. Was eben u.a. mit dem Verlust des gesellschaftlichen Status der Lehrenden zu tun hat.“
        Die vermehrten Klagen gibt es vermutlich, aber auch hier wieder: Ob sie berechtigt sind, weiss ich nicht. Die Lehrer, die ich kenne, klagen jedenfalls weniger über überambitionierte Eltern, als vielmehr über solche, die nicht erreichbar sind. Sprache nicht verstehen. Nicht mit Frauen sprechen. Nicht einsichtig sind. Vor allem aber, vielfach einfach nicht in der Lage sind, ihren Kindern wirklich zu helfen. Wie seit eh und je…

      • Sportpapi sagt:

        „Was eben u.a. mit dem Verlust des gesellschaftlichen Status der Lehrenden zu tun hat.“
        Vermutlich, seit diese den Rohrstock nicht mehr gebrauchen dürfen…
        Klar ist, dass die Autoritäten wie Pfarrer, Lehrer, Arzt heute in einer anderen Rolle sind als früher. Bei den Lehrern kommt noch dazu, dass es den traditionellen Klassenlehrer kaum mehr gibt. Vielmehr betreuen verschiedene Lehrer (und vor allem -innen) die Kinder, vielfach in einem Teilpensum mit ebenfalls geteilter Verantwortung.
        Nur: Mit Ökonomisierung hat das wenig zu tun. Sondern mit gesellschaftlichen Veränderungen. Zudem werden die Eltern heute ja zur (institutionalisierten) Mitwirkung eingeladen. Eine Partnerschaft, die meist doch sehr positiv verläuft.

      • Benjamin Kraus sagt:

        „Würde ich da, wie Sie jeweils, eine Entwicklung im Sinne von ‚zunehmend‘ behaupten, käme ich tatsächlich in Belegungs- und Erklärungsnot.“
        Sie lesen wohl ihre eigenen Worte nicht:
        – „zunehmend mehr auch bei Mädchen“
        – „viele Eltern offenbar“
        Ja, jetzt erst haben sie zuvor unterschlagene oder einfach dem Common Sense oder ihrer Autorität zugeschlagene mögliche Indikatoren geliefert. Aber item, ich habe ja gesagt, dass ich sie wohlwollend nicht daran aufhängen will, sondern hypothetisch über mögliche Gründe reden.
        – Also die Maturitätsquote von Mädchen hat i.M.n. einzig mit (über)ambitionierten Eltern zu tun?
        – „Klassenlehrer kaum mehr gibt“ – Tatsächlich? Ist das belegt? In der Primar?
        – Ich habe nie monokausal „Ökonomisierung“ als einzigen Faktor proklamiert.

      • Benjamin Kraus sagt:

        – Ökonomistisch ist eben allenthalben die Wahrnehmung von „überambitionierten Eltern“ gegenüber Lehrende, die von ihnen eher als Dienstleister angesehen und behandelt werden. Generell beobachte aber auch ich, dass die Kooperation (mehr oder weniger) funktioniert.
        – Ich weiss, dass Lehrende Erfahrungen haben mit wenig ehrgeizigen Eltern, aber ich möchte von ihnen, als Mann der Praxis, wissen, ob sie mögliche strukturelle oder individuelle Gründe dafür angeben können. Sind es strukturelle, die solch individuelles Verhalten befördern, dann wäre es von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung, dann wäre es jenseits des anekdotischen erst interessant.

      • Sportpapi sagt:

        @Benjamin Kraus: Sie beginnen wieder, den Diskussionsverlauf mit absichtlichem Missverstehen ins Absurde zu ziehen? Das hatten wir doch schon einmal.
        Ich habe explizit zunehmend mehr auch bei Mädchen gesagt, da belegbar, im anderen Fall aber nicht. Und nein, wenn ich aufzeige, dass man auch bei Mädchen zunehmend ambitionierter ist, also gleich wie bei den Jungs, dann hat das mit überambitioniert nichts zu tun. Ein Begriff, den Sie sowieso erst mal definieren müssten, da darüber wohl kaum Einigkeit herrscht.
        Natürlich gibt es noch Klassenlehrer, bzw. eine Lehrperson hat die Funktion. Aber sie steht bei weitem nicht mehr allein im Schulzimmer.

      • Sportpapi sagt:

        „Ich habe nie monokausal „Ökonomisierung“ als einzigen Faktor proklamiert.“ Aber ich habe aus Ihrer Fülle von Erklärungsansätzen diesen ausgewählt. Ich hätte auch einen beliebigen anderen nehmen können um mein Thema der „Flughöhe“ zu belegen.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Absurd ist, dass wenn sie etwas behaupten, sie es als selbstverständlich belegbar oder allgemeine Gewissheit annehmen, aber wenn andere, sie diese gleich des spekulativen Theoretisierens mit unplausiblen Hypothesen bezichtigen. Wenn sie mit ihren eigenen hehren Ansprüchen Mühe haben, nun gut, aber bitte etwas mehr Konsistenz. Das Prinzip der wohlwollenden Interpretation beinhaltet auch, dass man nicht mit zwei Ellen misst, während man Wasser predigt, aber selbst Wein trinkt.
        Aber item, dies ist letztlich eine müssige Diskussion. Denn offenbar wollen sie stur an ihrem Bild von mir als praxisfernem Intellektuellen festhalten, obwohl sie rein gar nichts von mir wissen, und entsprechend sind ihre Beiträge wenig um Konsens bemüht.

      • Sportpapi sagt:

        „Denn offenbar wollen sie stur an ihrem Bild von mir als praxisfernem Intellektuellen festhalten.“
        Zu Ihnen als Person habe ich mich nicht geäussert.
        Wohlwollend empfinde ich Ihre Diskussionsführung nicht, viel mehr manipulativ.
        Ich bin zudem sicher, dass Sie auf Ihrem Gebiet richtig gut sind. Aber wenn Sie bezüglich Schule mit Zeitungsschlagzeilen argumentieren („Kündigungswellen“, etc.) zeugt das weder von Insiderwissen, noch von ergebnisoffener Recherche.

    • Sportpapi sagt:

      @Benjamin Kraus: Sie beschreiben da viele Ursachen für Probleme, deren Existenz gar nicht so klar erwiesen ist. Nein, in der Regel wird nicht von allen Seiten geschossen, sondern es funktioniert recht gut, zumindest in der Primarschule.
      Auch sonst ist die Flughöhe Ihrer Erklärungsansätze vermutlich weit über dem, was in der Realität in den Schulen tatsächlich passiert.

      • Zufferey Marcel sagt:

        „Auch sonst ist die Flughöhe Ihrer Erklärungsansätze vermutlich weit über dem, was in der Realität in den Schulen tatsächlich passiert.“

        Sportpapi, herrlich formuliert, wirklich!

      • Benjamin Kraus sagt:

        @SP: Ich bin ja grundsätzlich auch ihrer Meinung, dass es grosso modo gut funktioniert und dass die Verhältnisse zu einem guten Teil dem Ideal einer verständnisvollen Kooperation zum ganzheitlichen Wohle des Kindes und der Jugendlichen relativ nahe kommen.

        Aber welche Ursachen für Missstände sollen inexistent sein oder keine Rolle spielen? Und in welchem Sinne sind die genannten Gründe zu abstrakt? Es sind halt m.M. eben nicht nur individuelle psychische Faktoren im Spiel, sondern auch systemische soziale.
        Ich bezog mich dabei auf einschlägige Literatur zum Gesellschafts- und Schulsystem, sowie auf die bekannten psychosozialen Motive und Gründe von „Helikopter-Eltern“.

        Aber ich bin natürlich für eingehendere Diskussionen offen.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Ich könnte natürlich auch persönliche Anekdoten zum Besten geben und von diesen aus pauschalisierende Urteile abgeben, wie das hier z.T. gemacht wird. Ich könnte auch über die jeweiligen individuellen Motive anderer spekulieren oder schlicht über andere herziehen.

        Aber ein zivilisierter gesellschaftlicher Diskurs über ein Thema von öffentlichem Interesse geht m.M. darüber hinaus.

        Zur kurzen Lektüre siehe jüngst:
        (Der Link vom Artikel) https://www.schweizamwochenende.ch/schweiz/zoff-mit-eltern-lehrer-wollen-ombudsstelle-fuer-schulen-131276244

        http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Generation-Leistung—nur-die-Noten-zaehlen-24982768

      • Sportpapi sagt:

        @Benjamin Kraus: Mag sein, dass das alles auch in klugen Büchern beschrieben wird. Es ist dennoch nicht viel mehr als eine Anführung von Klischees, verpackt in schöne Worte.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Ach @Sportpapi, warum diese unbegründete Häme? Inwiefern sind psychologische und soziologische Befunde „Klischees“? Was haben sie entgegenzuhalten?
        Die Autorin fragte, ob Eltern Lehrer zu sehr unter Druck setzen und ich schlug systemische Gründe dafür vor. Oder würden sie die gestiegenen Leistungsanfoderungen an Schüler_innen, Lehrer_innen und Eltern leugnen? Und falls nicht, würden sie sagen diese kämen aus dem Nichts?

        Würden sie auch sagen: Hohoh, vorsicht hohe Flughöhe der Astrophysik? Denn wenn die Realität an ihrer Nasenspitze aufhört, dann würde die Sonne immer noch um die Erde kreisen.

      • Benjamin Kraus sagt:

        @Sportpapi: „Oder daran, dass die Anforderungen immer weiter steigen, auch bezüglich Arbeitsaufwand?
        An der psychischen Belastung, weil man den Job auch immer nach Hause nimmt?“ (9. Mai 2017 um 10:31)

        – Sind das also auch blosse Anführungen von Klischees?

        Tja dann – diskutieren wir halt alle „Über die Frage der Turnschlappen/Turnschuhe“ (9. Mai 2017 um 13:36) und deren gesamtgesellschaftlicher Relevanz.

        Aber im Ernst, ich kann nicht verstehen, weshalb hier offenbar so wenige an einer sachlichen argumentativen Diskussion interessiert sind. Nein, man trollt sich ja lieber gegenseitig an und hat einen Heidenspass dabei. Wirklich? Soll das der Sinn der ganzen Übung sein?

      • Sportpapi sagt:

        @Benjamin Kraus: Ich bin sehr an einer sachlichen Auseinandersetzung interessiert. Ich bin nicht mal überzeugt, dass man meine Kritik wirklich als Häme bezeichnen sollte.
        Aber ich bleibe dabei: Was Sie als „Befunde“ bezeichnen, Sam Fuller als Metatheorien, ist weit entfernt von dem, was in der Schule konkret abgeht, und die „Befunde“ sind tatsächlich im Wesentlichen Theorien, und weniger Empirie. Beginnt damit, dass man Aussagen wie „immer mehr, immer stärker“ usw. nicht mit einer Querschnittserhebung belegen kann.
        Tatsächlich könnte man jede Ihrer Hypothesen diskutieren. Aber auf der sehr allgemeinen Ebene, auf der Sie formulieren ist das schwierig. Insofern würde es mir reichen, wenn Sie das als Meinung, und nicht als gesicherte Erkenntnis präsentieren würden.

      • Sportpapi sagt:

        Und ja, die Schuhe beim Turnen können einen Primarlehrer interessieren. Weil die Kinder drei Mal in der Woche Sport haben und sich die Frage stellt, ob es Vorschriften geben soll, und wie die aussehen (tatsächlich gibt es überall Vorschriften, aber nicht überall die gleichen). Dazu kann man nun Hinweise geben, die Hand und Fuss haben und gut begründet werden können (bzw. könnten, wenn noch mehr Belege notwendig wären).
        Aber Thesen wie „Kolonialisierung der Familiensphäre durch ökonomische Prinzipien“? Was macht der Lehrer damit? Was die Eltern?

      • Benjamin Kraus sagt:

        „We are losing the ability to talk about things at the level of the collective.“ Evgeny Morozov
        Seit wann kann/darf man nur über seine eigenen Idiosynkrasien sprechen? Welch Geistesarmut würde auf Erden herrschen!

        Der Gegensatz zur Theorie ist i.Üb. nicht Empirie sondern Praxis – ihr Gegensatz ist also ein falscher. Soziologische Theorien beschreiben deskriptiv & erklären kausal Realitätsausschnitte. Sie sind in der Regel via methodischer Induktion, Deduktion & Abduktion in der Empirie verankert & deren Aussagen qua Hypothesen oder Prognosen durch Empirie falsifizierbar. In den emp. Wissenschaften gibt es also nie Gewissheiten qua Dogmen, sondern nur wahrscheinliche Hypothesen, in diesem Sinne sind meine Erklärungsvorschläge zu verstehen – etwas anderes hatte ich nie behauptet.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Was machen Menschen mit (kritischen) Theorien? Allerhand, wussten sie das nicht? In diesem Fall könnte z.B. geschehen: Innehalten, sich von den Selbstverständlichkeiten des Alltags distanzieren, die eigenen Gründe, Motive & Werte hinterfragen, sich von Fremdbestimmungen emanzipieren & versuchen selbstbestimmter zu handeln.
        Was wäre wenn Helikopter-Eltern ihre (projizierten) Versagensängste und Leistungsorientierung gone cracy hinterfragen würden? Mehr Gelassenheit vielleicht? Oder mehr Intuition & Vertrauen?
        Was wäre wenn Lehrerinnen & Lehrer Schülerinnen & Schüler weniger als zu optimierendes Sozialkapital behandeln & potentielle Arbeitnehmer ausbilden? Bildung? Kritik an Schulleiter die Schulen immer mehr als Unternehmen leiten? Kündigen (wie jüngst immer mehr berichtet wird)?

      • Sportpapi sagt:

        @Kraus: Damit es zu den erhofften Verhaltensänderungen kommt, wären ein paar Voraussetzungen nötig: Die Theorien werden verstanden, sind also entsprechend zielgruppengerecht-einfach formuliert. Sie erscheinen logisch und bestenfalls gut belegt. Sie haben mit der gefühlten Alltagsrealität etwas zu tun und die einzelne Person empfindet sich als betroffen/bezeichnet, ist einsichtig und sieht die Chance, etwas zu verändern.
        Da fehlt es mir etwas bei Ihren Theorien.

      • Sportpapi sagt:

        „Was wäre wenn Lehrerinnen & Lehrer Schülerinnen & Schüler weniger als zu optimierendes Sozialkapital behandeln & potentielle Arbeitnehmer ausbilden? Bildung? Kritik an Schulleiter die Schulen immer mehr als Unternehmen leiten? Kündigen (wie jüngst immer mehr berichtet wird)?“
        Erneut: Ein durch nichts belegter Vorwurf an die Lehrpersonen, mit dem „weniger“ einfach mal als Behauptung in den Raum gestellt.
        Das gleiche mit der Kritik an die Schulleitung mit dem „immer mehr“. Ah ja? Bisher wurden die Schulleitungen vor allem deswegen kritisiert, weil sie sich zu wenig vom Lehrerteam abgrenzen, zu wenig führen, zu wenig Manager sind.
        Kündigungen: Gibt es die so häufig? In Zeiten von Lehrermangel, wo keiner auf seiner Stelle sitzen bleiben müsste?

      • Benjamin Kraus sagt:

        Aufgrund der gebotenen Kürze habe ich bloss einige Schlaglichter auf Problembereiche von der Makro- bis zur Meso-Ebene geworfen, die den soz. Kontext für Probleme auf der Mikro-Ebene (Lehrer-Schülerinnen-Eltern) darstellen. Dies sollte einer sachlichen Diskussion zudienen.
        Ich sehe die Kommentarspalte nunmal, böse gesagt, nicht bloss als individuelles Ventil oder Gruppentherapie, sondern auch als Möglichkeit einer öffentlichen, d.h. explizit argumentativen Diskussion über sozialpolitische Themen. Wenn sie den Zusammenhang nicht sehen, sagen sie mir konkret wo, dann kann ich ihnen auch die Verbindungen aufzuzeigen versuchen.
        Oder schlagen sie selbst Gegenthesen vor! Denn nebenbei bemerkt, inwiefern sind ihre (oben zitierten) „Klischees“ geeignet konkrete Policies zu entwerfen?

      • Benjamin Kraus sagt:

        Im Allgemeinen ist aber schon eine zunehmende Tendenz der Ökonomisierung, nicht zuletzt im Schulbereich, festzustellen. Wenn sie das in Abrede stellen wollen, nun gut. Doch gerade jüngste Zeitungsberichte und Abstimmungsvorlagen bezeugen dies.
        Man kann nicht ausgerechnet im Sozialen & in der Bildung sparen, aber gleichzeitig immer mehr Anforderungen an die Lehrerschaft in Form von Pensen, Lohn & Aufträge stellen und dabei hoffen, dass alles schon gut kommt. Solche Übungen sind zum Scheitern verurteilt. Zulasten auch der Schüler_innen notabene.
        Politik & Zivilgesellschaft sollten m.M. die aristotelische Einsicht, dass Bildung DIE wichtigste Aufgabe der Polis ist, zumal aus Schüler_innen Bürger_innen werden – und nicht blosse Arbeitsnehmer_innen! – wieder mehr zu Herzen nehmen.

      • Sportpapi sagt:

        @Bejamin Kraus: „Im Allgemeinen ist aber schon eine zunehmende Tendenz der Ökonomisierung, nicht zuletzt im Schulbereich, festzustellen.“ Und wieder können Sie diese Tendenz nicht belegen. Ausser damit, dass von aussen aufgedrängt und mit Verzögerung der Spardruck auch bei der Bildung ankommt. Und man sich dort sichtlich schwer tut, Kosten-/Nutzenüberlegungen anzustellen und zu priorisieren. Was ja eigentlich bereits Ihre These stark in Frage stellt. Jedenfalls ist es nichts, was wesentlich IN der Schule, IN der Bildung passiert.

      • Sportpapi sagt:

        Was würde denn die Ökonomisierung der Schule beispielsweise bedeuten?
        Es würde Ausbildung statt Bildung heissen, also eine Schule, die sich streng auf die Bedürfnisse der Abnehmer ausrichtet. Und Fächer abschafft, die wenig zur Arbeitsmarktfähigkeit beitragen. Es würde beispielsweise mehr MINT-Fächer bedeuten, statt musischer Fächer, mehr englisch statt französisch, und natürlich mehr Unterricht, Tagesschulen, Internate, mehr und vor allem frühere Selektion.
        Mehr Prüfungen, mehr Noten, mehr Drill.
        Wettbewerb der Schulen, intensive Vergleichs- Leistungsmessungen, Ranglisten. Mehr Aufsicht, mehr kantonale oder nationale Vorgaben, mehr zentrale Steuerung.
        Studiengänge mit beschränkten Plätzen, und nur in „rentablen“ Fächern. Zum Wohle der Volkswirtschaft!

      • Sportpapi sagt:

        Wenn Sie das nun mit der Realität vergleichen merken Sie, es findet zwar ein Ringen verschiedener Anspruchsgruppen statt. Eine Tendenz zur Ökonomisierung kann ich aber beim besten Willen nicht erkennen. Was wir eher haben ist der politische Wille, Chancengleichheit herzustellen, was unten zu vielen Therapien und Nachhilfen führt und oben zu einem Bremsen der „Eliten“.
        Wir haben Integration und eher reduzierte Selektion. Wir haben eher Abschaffung von Noten als Einführungen. Wir haben autonome Schulen und damit eine Dezentralisation der Verantwortung. Wir haben zwar Pisa, nehmen das aber nicht wirklich ernst, und schon gar nicht auf Schulebene. Nach wie vor sind Leistungsmessungen verpönt und Wettbewerb der Schulen sowieso.

      • Sportpapi sagt:

        Wir möchten im Zweifel eher französisch unterrichten als englisch, obwohl das ökonomisch kaum Sinn macht. Wir haben das Dreistundensportobligatorium verankert und in Zürich die Handarbeit per Volksentscheid wieder eingeführt. Es werden die musischen Fächer gefördert und viel Geld in die Musikschulen gesteckt. In Zürich diskutiert man die Abschaffung der Langzeitgymnasien und hat die Dreigliederung der Sek teilweise reduziert. Sitzenbleiben gibt es nur noch in Ausnahmefällen, jeder wird mitgenommen.
        Wir leisten und nach wie vor die klassische Bildung an den Gymnasien mit den alten Sprachen sowie den freien Zugang zu den Universitäten, obwohl doch viele Studierende dann die Studiengänge besuchen, die nicht wirklich karrierefördernd sind.

      • Benjamin Kraus sagt:

        @SP: Ach, sie wollen von mir Studien, Zahlen und harte Fakten? Nennen sie mir eine Person in dieser Kommentarspalte, der seine z.T. polemischen Pauschalurteile auch nur irgendwie belegt oder zu erklären versucht – sie inklusive (Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein, nicht?).
        Aber bitte, immer gerne: Führen sie sich bspw. schon nur diesen Artikel zu Gemüte und schlagen sie die entsprechenden Quellen und Links nach: http://www.infosperber.ch/data/attachements/%C3%96konomisierung%20der%20Bildung,%20Jan%2017.pdf

        Oder wenn sie nicht lange lesen mögen, schauen sie als Anregung den Film „Alphabet“ von Erwin Wagenhofer an.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Aber auch wenn sie nur ihre eigene Liste anschauen: Lesen sie als engagierter Bürger, Vater und Turnlehrer keine Zeitungen, Fachartikel und -bücher? Haben sie noch nie von (PISA), Bologna, HarmoS, Lehrplan 21 und New Public Management gehört? Ehrlich – sie sehen überall noch Kantsche Autonomie nud Humboldtsche Bildung am Werk? Sie glauben also wirklich, dass die Ökonomie, also die Wirtschaft und ihre Interessen, sowie die entsprechenden gesellschaftlichen Erwartungshaltungen, KEINE Auswirkungen IN der Schule, IN der Bildung zeitigt?

      • Benjamin Kraus sagt:

        Ich frage mich langsam, wer hier bei eitlem Himmel Sonnenschein auf der Terrasse des Elfenbeinturms sitzt. Natürlich findet ein Ringen statt. Zum Glück gibt es noch um ganzheitliche Bildung bemühte Bürger_innen, Politiker_innen und Lehrer_innen.
        Und so sehr ich bestimmten Reformen ambivalent, d.h. weder eindeutig pro noch contra, gegenüberstehe: Stellen sie tatsächlich keine Erosion des Bildungsideals fest? Finden sie der politische Wille um Chancengleichheit hat heute und in naher Zukunft die Oberhand? Ich selbst hoffe es, aber es wäre naiv zu glauben, externe Interessen hätten keinerlei Einfluss auf den Schulalltag.

        Möchten sie selbst eigentlich mehr oder weniger Leistungsprinzip zum „Wohle der Volkswirtschaft“?

      • Sportpapi sagt:

        @Benjamin Kraus: „Lesen sie als engagierter Bürger, Vater und Turnlehrer keine Zeitungen, Fachartikel und -bücher? Haben sie noch nie von (PISA), Bologna, HarmoS, Lehrplan 21 und New Public Management gehört? Ehrlich – sie sehen überall noch Kantsche Autonomie nud Humboldtsche Bildung am Werk? Sie glauben also wirklich, dass die Ökonomie, also die Wirtschaft und ihre Interessen, sowie die entsprechenden gesellschaftlichen Erwartungshaltungen, KEINE Auswirkungen IN der Schule, IN der Bildung zeitigt?“
        Sie flüchten wieder ins Allgemeine. Es geht nicht darum, dass verschiedene Anspruchsgruppen mehr oder weniger erfolgreich ihre Ansprüche anmelden. Sondern was tatsächlich passiert. Ihre „Tendenzen“. Ich habe dazu viele konkrete Punkte aufgeführt, die dem widersprechen.

      • Sportpapi sagt:

        „Zum Glück gibt es noch um ganzheitliche Bildung bemühte Bürger_innen, Politiker_innen und Lehrer_innen.“ Ja. Nur hat das eigentlich wenig mit dem Leistungsprinzip zu tun. Ich befürworte sowohl ganzheitliche Bildung (wobei man da schon genauer hinschauen muss, was gemeint ist), als auch eine leistungsorientierte Schule, inklusive die entsprechenden Leistungsmessungen.
        Ich unterstütze auch die mit dem LP 21 eigentlich angedachte Outputsteuerung, die vermutlich gar nie umgesetzt wird.
        Im Moment stehen bei Bildungsreformen Integration und Chancengleichheit klar im Zentrum, man zielt viel mehr auf die Schwächsten Schülerinnen und Schüler ab als auf die Stärksten. Und man setzt auf individuellen Unterricht, ohne das fertigzudenken.

      • Sportpapi sagt:

        So, und nun bin ich auch noch Ihrem Link gefolgt. Interessante 10 Punkte. Aber was davon belegt nun wirklich Ihre These von einem Trend zur Ökonomisierung der Bildung? Das meiste betrifft ja sowieso nur die universitäre Hochschullandschaft, als per Definition eine Elite. Und da mag einiges zu recht kritisiert werden, anderes könnte man auch anders sehen.
        Aber sonst? Welche Rolle spielen bei uns Privatschulen? Wo gibt es eine Tendenz zu Privatisierungen? Wo gibt es einen Wettbewerb der Schulen? Gibt es jetzt mehr Leistungsmessungen als früher? Oder doch weniger? Was ist das Problem der „Kompetenzen“ – da konnte ich nun wirklich nicht mehr folgen. Entsprechen nicht gerade Kompetenzen, insbesondere überfachliche bzw. Fachübergreifende, dem Ideal der ganzheitlichen Bildung?

      • Benjamin Kraus sagt:

        Also alles Friede, Freude, Eierkuchen für sie? In der Schweiz sind wir tatsächlich (noch) privilegiert (und hoffentlich noch weiterhin). Aber von ihrer eigenen Liste, sehen sie wirklich nichts zutage?
        – Es wird mehr MINT-Fächer und gibt es z.T. v.a. an Gymnasien in Form von M & N bereits.
        – Musikunterricht wird trotz Volksabst. via Sparübungen zu beschneiden versucht.
        – Anhand der sog. Notenrelevanz o. Abstufung dieser, etwa am Gymnasium, werden v.a. musische, handwerkl. & sportl. Fächer nachrangig behandelt & entsprechende Leistungsanreize geschaffen.
        – Wenn Lat. & Griech. an Unis kein Obligatorium mehr darstellt, dann fallen auch die Anreize dafür an Gymnasien weg.
        – Dass es überhaupt schon Englisch gibt & es eine Diskussion über die Priorität gibt, ist bereits bezeichnend.

      • Benjamin Kraus sagt:

        – Es gibt mehr Tagesstrukturen & eine frühere Selektion via früherer Einschulung & längerer Basisstufe.
        – Es gibt mehr Privatschulen & eine Segregation in sog. „gute“ und ev. wohlhabendere Schulen.
        – Es gibt ein gesteigertes Qualitätsmanagement in Form von Evaluationsbögen & Qualifizierungen von immer mehr Bereichen sprich „Kompetenzen“.
        – Es gibt mit HarmoS eine zentralisierende Kompetenzübertragung ans EDK, die sich an internationalen Evaluationsstandards orientiert.
        – Es gibt dadurch auch mehr Vergleiche, Rankings & entsprechendes Changemanagement sprich „Reformen“.

      • Benjamin Kraus sagt:

        – Es gibt mehr Aufsicht & Vorgaben, mit der Folge von meist erfolglosem Widerstand seitens des Lehrendenkollegs (Stichwort „Kündigungswellen“) und Elternschaft.
        – Es werden Studienfächer via Fusionen „rationalisiert“ und anhand Rentabilitäts-Kriterien oder aufgrund monetarisierbarem Output entsprechend finanziell priorisiert.

        Wie dem auch sei, auch ich sehe nicht alle Veränderungen nur negativ. Aber sie können nicht behaupten, dass all dies aufgrund des humboldtschen Bildungsideals und von Lehrenden aus freien Stücken geschieht, und NICHTS mit (Volks-)Wirtschaftsinteressen zu tun hat. Das würde ich – hochfliegend – geradezu als Blindflug oder Betriebsblindheit bezeichnen.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Bzgl. Privatschulen & deren Einfluss auf die „Konkurrenzfähigkeit“ der Volksschule lesen sie bspw. diesen Tagi-Artikel: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Boomende-Privatschulen-bedraengen-Volksschule/story/12682212

        Was Leistungsmessungen betrifft: Also bei den Elterngesprächen kam ich mir angesichts der (Selbst-)Evaluationsbögen schon etwas vor wie bei einem tripartiten Mitarbeitergespräch zur Frage einer Beförderung. Statt ganzheitlicher & intuitiver Beurteilung des Lehrenden in „gut“ oder „tüchtig“ mit diesem & jenem Verbesserungspotential, gibts nun diese aus Management & Labor stammenden Quantifizierungen in 1-10 eines ellenlangen Leistungskatalogs.
        Wieviel’s wohl den Lernenden o. Lehrenden nützt? Aber intensiver & extensiver wird wohl allemal gemessen.

      • Sportpapi sagt:

        @Benjamin Kraus: Bevor ich weg muss, fange ich mal ganz hinten an: Glauben Sie nicht auch, viele Primarlehrer/innnen würden lieber ein paar Noten setzen wie früher, statt die doch auch von Ihnen gewünschte „ganzheitliche“ Sichtweise, kriteriengestützt, in Elterngesprächen, die es früher so nicht gab, kommunizieren zu müssen? Persönlich fand ich den Abgleich von Eltern und Lehrerbeobachtung aber jeweils sehr spannend.
        Zu Ihrem Link drei Anmerkungen: Die Quote der Privatschüler ist und bleibt tief auf tiefen einstelligen Prozentzahlen. Es werden reiche Menschen mit tiefen Steuern gelockt, mit tiefen Steuern lassen sich gute Schulen aber nicht bezahlen. Und vor allem: Interessant waren die Schulen, die sich nicht an den kant. Lehrplan halten mussten! Heute eingeschränkt…

      • Benjamin Kraus sagt:

        Was Primarlehrer betrifft kann ich nur spekulieren. Einige sicher, andere v.a. jüngere, die damit „aufwuchsen“ ev. weniger. Aus eigener Erfahrung waren v.a. die älteren professors and students vom Qualitätsmanagement im Zuge von Bologna wenig begeistert gewesen. Z.B. Peter Bieri alias Pascal Mercier hat in einem Interview die Ökonomisierung der Universitäten (vgl. Richard Münch) als expliziten Kündigungsgrund aufgeführt (aber der kann es sich ja leisten).

      • Benjamin Kraus sagt:

        Ich selbst stehe dem ambivalent gegenüber. Es gibt positive als auch negative Aspekte – so wie bei Modernisierungsprozessen allgemein. Rationalisierung (Quantifizierung & technische Kontrolle) und damit auch Ökonomisierung (Effizienzsteigerung & Nutzenmaximierung) sind zweischneidige Schwerter, die in ihrer Expansion manch Lebensbereiche in Prokrustes Bett eher zurückschneiden als weiterentwickeln. So hat man den Eindruck institutionell als auch für gewisse Exponenten ginge es bei solchen Reformen vor allen Dingen nur um den Standort- und Wettbewerbsvorteil.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Was mir dabei aber oft zu fehlen scheint, ist die Leidenschaft & Freude des Lernens und des Lehrens, das Vertrauen in die Intuition, die nicht quantifizierbaren Dimensionen wie Charakter & Weisheit – der Stolz einen ganzen Menschen entwickeln zu sehen.
        Demgegenüber erscheinen mir die minutiösen Skalen zu Kompetenzen, globale Indizes & Vergleiche als zwar transparente aber auch unterkühlt herzlose Analysetools und kontrollsüchtige Outputsteuerung. Es ist als würde ein Kind einem Productmanagement unterzogen.

      • Benjamin Kraus sagt:

        Aber klar, manch Lehrperson verbindet im Idealfall beides integral miteinander (und zum Glück hatten wir solche). Und die extensive Evaluation kann als tripartite partnerschaftliche Diskussionsgrundlage dienen. Und dennoch…
        Vielleicht bin ich schlicht ein gesellschaftskritischer Unzeitgemässer der noch einer Kultur der Paideia (Werner Jaeger) und dem romantisch-aufklärerischem Ideal der humanistischen Bildung (W. v. Humboldt/Kant) nachhängt. Zu hoffen ist, dass ein künftiges Bildungswesen die goldene Mitte zwischen Intuition und Kalkulation treffen wird.

        In diesem Sinne – trotz Animositäten – danke für die Debatte und ein schönes Wochenende!

  • Alexander Escher sagt:

    Habe meine Schulzeit vor über 25 Jahren ausschliesslich in Privatschulen verbracht. Dort war es schon damals so, dass die reichen Erzeuger der Privatschüler die Chefs waren und nicht die Lehrer, was ich auch richtig finde, da sie schliesslich Schulgeld bezahl(t)en. In Volksschulen sollten die Eltern aber kein Mitbestimmungsrecht haben, da diese Schulen die Steuerzahler finanzieren und nicht (nur) sie selber!

    • Sandro sagt:

      Eine höchst seltsame Ansicht, welche Sie da vertreten. Auch wenn Eltern für die Privatschule bezahlen, so ist es immer noch die Aufgabe der Fachkraft (Lehrer) das Wissen den Schülern zu vermitteln. Ich sag dem Koch im Restaurant auch nicht, wie er mein Essen kochen muss, nur weil ich es bezahle.

    • Christoph Bögli sagt:

      Wenn die „reichen Erzeuger“ die „Chefs“ in der Schule sein wollen, dann sollen diese Schulen aber bitte keine öffentlich anerkannten Abschlüsse mehr ausstellen dürfen. Ansonsten kann man die Matur oder Uni-Abschlüsse gleich direkt verkaufen..

  • Maja sagt:

    Ich habe 24 Kinder. An den Besuchstagen kommen natürlich auch noch die Grosseltern und z.T. Tanten etc. Ist ok für mich. Von diesen 24 Kinder habe ich 20 tolle Elternpaare, mit denen der Kontakt gut/sehr gut ist. Weitere 2 nörgeln z.T. herum (wie: „Warum brauchen sie 3 Tage, um eine Kurzprüfung zu korrigieren), aber tun dies nicht ständig. Aber 2 Eltern kümmern sich um ALLES und regen sich über ALLES auf – fast täglich. Schreiben spät abends SMS, wollen umgehend eine Antwort (Mein Kind kann nicht schlafen, was war heute los in der Schule?), sind extrem frech. An einem Streit ist ihr Kind nie schuld, muss sich nie entschuldigen, hat immer Recht. Ich bin kommunikativ sehr gut ausgebildet, aber die Sprache/die Haltung, die diese Eltern uns gegenüber benutzen/haben, ist eine Schande!

    • Mariu sagt:

      Das passt doch alles zusammen, nicht wahr? Es ist doch heute (zu) oft so, dass (zu) viele Eltern glauben, sie selber und ihre Sprösslinge seien das grosse Geschenk Gottes an die Welt und man habe gefälligst jeden noch so stupiden Furz von ihnen als etwas ganz Besonderes zu werten. Zu diesem irrwitzigen Bild von sich selber und seinen Abkömmlingen gehört selbstverständlich die entsprechende Portion Arroganz und Unverschämtheit, aber auch masslose Dummheit und Ignoranz. Mir tun die Lehrpersonen jedenfalls herzlich leid, die sich mit solchem Pack herumschlagen müssen, auch wenn von zehn Eltern sich „nur“ zwei so verhalten, und es wundert mich wenig, dass bald niemand mehr Lust hat, diesen Beruf zu ergreifen.

      • tina sagt:

        mariu, maja schreibt 2 elternteile von 24 kindern. das sind doch nicht „viele eltern“! das sind sehr wenig.
        maja, kann man da nicht die grenzen aufzeigen, wenn nötig durch vorgesetzte? wie ich meinen kindern jeweils sage: einen gewissen anteil arschlöcher gibt es in jeder gruppe 😉

  • Meinrad Wiederkehr sagt:

    Kolleginnen, welche als Lehrerin tätig sind, berichten mir, dass sich die Eltern immer mehr bedingungslos hinter ihre Kinder stellen. Ihr Kind ist immer das beste und liebste und frisst nie was aus.

    Wenn wir früher mal eine Stunde dem Abwart helfen mussten, gab es zuhause gleich nochmals Ärger. Nie wurde in Frage gestellt, dass die Strafe gerechtfertigt war. Oder Anruf des Lehrers, weil man frech war, Antwort vom Vater: „Danke für die Information. Ziehen Sie Ihre Konsequenzen, ich ziehe meine.“

    Heute ist es wohl eher „mein Sohn ist immer brav, der Fehler liegt bei Ihrem Unterricht“.

    Krassestes Beispiel: Schüler verschmiert Toilettenspiegel mit wasserfestem Filzstift. Eltern wehren sich mit Anwalt, dass der Sohn nicht putzen muss.

    • Martina Müller sagt:

      Ja, genauso spielt es sich häufig in der Schule ab. Da kommen Eltern mit Anliegen, weil ihr Kind ein Ämtli ausführt was wir in der Schule integriert haben. Das ist doch lächerlich, wie sollen denn diese Kinder später ihr eigenes Leben bestreiten, wenn sie nicht einmal einen Tisch putzen, was nur zwei Minuten dauert. Alles was in den Schulen gemacht wird, wird so von manchen Eltern in Frage gestellt.

  • Montessori_WasNun sagt:

    so langsam kommt der Eintritt in den KiGa näher. Was haltet ihr vom Szstem Montessori? Keine Noten, individuelle Betreuung, wenn man sich das leisten will.

    • Sportpapi sagt:

      Warum haben Sie Angst vor Noten? Warum braucht Ihr Kind individuelle Betreuung? Hat es Therapiebedarf?

      • Valentina sagt:

        @Montessori: Meine Erfahrungen mit Montessori-Schulen sind sehr positiv. Ich war bis zum 12. Lebensjahr an einer und lernte früh gute Lern- und Arbeitsmethoden, aber auch Lösungen zu suchen, Sozialkompetenzen, Respekt vor anderen etc. In meinem Beruf nützen mir die damals erlernten Dinge auch heute noch viel, z. B. bei Aufbau und Durchführung von Projekten, Verhandlungen oder Mitarbeitergesprächen. Meine Töchter, die bis vor kurzem auch eine Montessori-Schule besucht haben, haben sehr viel von ihrer Zeit da profitiert. Aber wie Mira schon gesagt hat, man sollte auf jeden Fall die Schulen prüfen und auch etwas über Montessori wissen, da die Pädagogik nicht unbedingt allen Eltern und Kindern passt.

    • mira sagt:

      Meine Kinder gehen in den/die Montessori Kiga /Grundschule in Deutschland. Wir sind nach wie vor sehr zufrieden mit dem System, die Kinder entwickeln sich toll. Allerdings gibt es auch unter den Montessori-Einrichtungen schwarze Schafe. Also vorher mal abklären, wie der Ruf ist.
      Des weiteren sollte man sich im Klaren sein, ob man als Eltern mit dem System leben kann. Nicht alle Eltern sind Montessori-kompatibel. Es erfordert von den Eltern viel Vertrauen in die eigenen Kinder.

      • Sportpapi sagt:

        Auf der anderen Seite zeugt es nicht gerade von Vertrauen in die eigenen Kinder, wenn man schon vor Schuleintritt überlegt, sie nicht in die Volksschule zu schicken…

      • mira sagt:

        @Sportpapi
        In der Montessori – Schule lernen die Kinder viel eigenständiger als in der Volksschule. Dadurch hat man als Elter nur wenig Kontrolle über den Lernfortschritt der Kinder. Und da die Lernwege individuell sind, braucht es viel mehr Vertrauen ins Kind, dass es tatsächlich am gewünschten Ende ankommt, als wenn einfach Standard-Weg XY – vorgegeben durch den Lehrer – gewählt wird. Die Selbständigkeit ist eine Leistung, die das Kind zusätzlich erlernen und erbringen muss. Nicht alle Eltern trauen ihren Kindern das zu.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Wieso gehen Sie davon aus, dass Eltern ihre Kinder nur darum nicht in die Volksschule schicken, weil sie der Ansicht sind, sie würden da nicht bestehen? Wie kommen Sie gleich auf fehlendes Vertrauen und Therapiebedarf oder Angst vor Noten? Sie sagen jeweils, die klassischen Lernformen der Volksschule wären wichtig, damit das Kind das Wissen erhält. Wenn ein Elternteil es dem Kind zutraut, dieses Wissen auch ohne die Volksschule erarbeiten zu können, ist das durchaus ein Vertrauensbeweis.

        @ Montessori
        Mir persönlich gefällt die Montessori-Schule sehr gut, hätten wir eine in der Nähe, wäre es eine Überlegung. RS eher weniger. Allerdings weiss ich nicht, ob ich es wirklich mit meiner Überzeugung vereinbaren könnte, mein Kind ohne Not in eine Privatschule zu schicken.

      • Sportpapi sagt:

        @mira: Ich würde das meinen Kindern zutrauen. Aber ich traue ihnen auch zu, in der regulären Schule zu bestehen. Im Setting, das (fast) alle anderen auch durchlaufen. Ich sehe keinen Grund, sie aus der Schule zu nehmen und für viel Geld eine Alternative zu organisieren. Das würde ich nur im Notfall tun, wie 13 schreibt.
        @13: Solches sage ich jeweils? Da wäre ich sehr überrascht, weil ich eigentlich sehr für Methodenfreiheit bin, aber für Kontrolle der Ergebnisse, auch im Verhältnis zum Aufwand. Heisst hier: Warum sollten meine Kinder ohne Not aus dem sozialen Umfeld weg in einer Privatschule, die erst noch viel kostet? Ich habe das Vertrauen, dass sie auch in der Volksschule ihr Potential ausschöpfen können.

  • Ernst Tinner sagt:

    Man stelle sich vor, dass es mittlerweile Usanz ist für eine KV-Lehre zwei Jahre vor Beginn der Lehre mit der Selektion anzufangen. Die gleiche Person, die das beruflich injiziert oder injizieren muss hat ein lernschwaches Kind zuhause….diese Person bekommt doch irgendwann eine nasse Stirn. Nicht alle können mit diesem Druck umgehen und geben diesen dann einfach weiter. Ich denke, die ganze Geschichte hat mit Veragensangst zu tun.

  • Peter Roediger sagt:

    Mir wird übel, was hier alles vom Stapel gelassen wird.
    1. Kinder werden (sollten) grundsätzlich zu Hause erzogen und es ist verdammt nicht einfach.
    2. Der Lehrer-In ist nicht dazu da Kinder zu erziehen.
    3. Den Kindern Hausaufgaben zu lösen / zu schreiben ist konterproduktiv. Hier ist mit gezieltem fragenstellen; auch auf Umwegen; zum Ziel zu kommen. So hat das Kind schlussendlich die Aufgabe selbst gelöst und das ist wichtig.
    4. Egal welche Art von Häuslichen- Privaten Problemen sollten unter keinen Umständen vor den Kinder diskutiert werden. Seien sie versichert die hören sehr gut. Kommen dennoch Fragen auf, seien Sie gegenüber ihrem Kind ehrlich, sie verlangen das ja auch von ihm. Erklären sie das Problem und fragen sie wie es das lösen würde?

    • Cybot sagt:

      1. ist schon richtig, 2. ist aber Blödsinn. Warum heisst Pädagogik auf Deutsch wohl Erziehungswissenschaft? Der Lehrer ist schon per Definition auch Erzieher. Aber er kann die Kinder natürlich nicht erziehen, wenn sie zu Hause tun und lassen können, was sie wollen. Er darf sich aber auch nicht einfach aus der Erziehung raushalten, sonst herrscht im Klassenzimmer Chaos. Letztlich funktioniert Erziehung nur, wenn sie sowohl zu Hause als auch in der Schule stattfindet.

      • Peter Roediger sagt:

        Nun was Sie da definieren ist richtig. Sie sollten jedoch mal Schulbesuche machen! Was halten Sie denn davon, dass in einer 3. Klasse Schüler über die Pulte laufen. Antworten wie: Was will der den schon wieder und andere nicht so schöne Dinge.
        Als ich dem Treiben eine Weile zugesehen habe, bin ich eingeschritten. Innert 30 Sekunden war Ruhe im Zimmer. Nach einer kurzen Ansprache war auch im Nachhinein später in dieser Klasse Ruhe.
        Nur so viel zum Punkt 2.

  • Anh Toàn sagt:

    Automechaniker sagten mir vor langer Zeit, schlimm seien die Kunden, welche ein bisschen etwas von Autotechnik verstehen, die meinen dann alles besser zu wissen.

    Im Zeitalter der Verfügbarkeit fast jeder Information kann fast jeder ein bisschen was von fast allem verstehen. Und zu viele glauben, es dann besser zu wissen als die Fachleute: Ob es dabei um Vermittlung von Schulstoff, Impfungen oder Geldanlage geht, die Profis auf dem Gebiet werden als subalterne Erfüllungsgehilfen betrachtet. Selbst Bundesräte sind in deren Augen subalterne Erfüllungsgehilfen des weisen mit gesundem Menschenverstand und selektiven Halbwissen gesegneten Volkes.

  • Georg sagt:

    Da regt sich also jemand darüber auf, dass an einem Elternabend ein „Mami“ reklamiert, das Meiteli habe Nüdeli statt Reis erhalten. Und nun? Die, die sich darüber aufregt, dass ein Mami den anderen Teilnehmern des Elternabens die Zeit stiehlt, ist ähnlich übel wie das Reis-oder-Nüdeli-Mami. Man kann nicht, man soll sich erheben und so einer Person die Kappe waschen, wenn sie an einem Elternabend solchen Unsinn von sich gibt. Wer zu Missständen schweigt, fördert die Missstände!

    • Susi sagt:

      @Georg: Das war EIN Beispiel von vielen. Hätte ich (anwesend als Mutter, nicht als Lehrkraft) allen nörgelnden Eltern „die Kappe waschen“ sollen? Wenn Sie sich das vorstellen, haben Sie schlicht keine Ahnung, wie so ein Abend abläuft. (Der Ausdruck „Kappe waschen“ zeigt übrigens, was Sie unter konstruktiver Kommunikation verstehen…)

      Was ich ins Plenum sagte: „Zu all der Kritik hier möchte ich auch dem Team danken für die beeindruckende Arbeit, das es beim Aufgleisen dieses Tagesschulprojektes leistet!“ Es war das einzige positive Statement vonseiten der Eltern.

      P.S. Wenn Sie auf einen konkreten Kommentar hier antworten möchten, einfach auf den Link „Antworten“ gleich unterhalb klicken…

      • Georg sagt:

        Ach Gottchen, Susi, Ihnen würde ich die Kappe auch gleich waschen. Weil Sie blabbern, ohne vorher genau zu lesen, und weil Sie irgendwas behaupten, ohne etwas zu wissen. Wissen Sie, weshalb ich Sie so harsch anfahre? Damit Sie merken, wie verfehlt Ihre Aussage und Ihr Ton sind. 1. Habe ich nicht „auf einen konkreten Kommentar antworten“ wollen, sondern, angeregt durch einen Kommentar, eine allgemeine Aussage gemacht. 2. Weiss ich sehr wohl, wie „solche Abende ablaufen“. Auch andere. 3. Geht es nicht um „konstruktive Kommunikation“, wenn man einen Dummschwätzer ruhigstellt. 4. Habe ich präzise geschrieben, wer zu Missständen schweige, fördere die Missstände, also solle er sich erheben und gegen sie antreten – auch als Zuhörer und auch alleine gegen viele.

      • Susi sagt:

        @Georg, Sie sind ein ganz Lustiger. Ich vergreife mich also im Ton. Ist gut, ich nehme das zur Kenntnis.
        🙂

        Und Sie würden mir die Kappe auch gleich waschen? Nun, denn, viel Glück dabei!
        😀
        (Warum nur sind die Emojis hier so beschränkt…?)

    • lingua lunga sagt:

      Ein „Mami“. Wenn ich das Wort nur schon von Weitem höre, biegen sich mir die Fussnägel nach hinten.

      • Lichtblau sagt:

        @lingua lunga: Geht mir genauso, einfach grausam. Mittlerweile verwenden bereits jüngere Erwachsene in Gesprächen mit praktisch Fremden diesen unsäglichen Ausdruck. „Mein Mami“ höre ich weitaus öfter als „meine Mutter“.

    • second step sagt:

      Leute die bei sich bietender Gelegenheit belieben anderen die „Kappe zu waschen“ oder „ruhig zustellen“ sind meiner Erfahrung nach meist etwas frontal veranlagt. Ihnen fehlt irgendwie die sonst normalen Sicherungen. Stolz darauf, dass sie andere ungefragt gerne “ in den Senkel stellen“ merken sie gar nicht, wie einsam es um sie herum ist oder dass sie als Tyrannen sie ihr Umfeld klein halten (weil sie auch ihren Lieben gerne die Kappe waschen wenn sie es aus ihrer Sicht angebracht ist). Andererseits, ist es whs lustig (im Sinne einer Realsatire) zu beobachten, wie Georg als tobendes Rumpelstilzchen an einem Elternabend jeden versucht niederzumachen welcher vom ihm nicht genehmigte Meinungen vertritt. Wenn er da bloss nicht mal infarziert…

      • Severino sagt:

        Ich würde ihm beistehen. Sofort. Ich sähe es als meine Bürgerpflicht… Die eine Unterbeschäftige motzt über Reis oder Nüdeli fürs arme, benachteiligte, verschupfte Chindli (Ausnahme: Allergien), die andere ärgert sich über das Motzen hat aber nicht den Mumm, sich dagegen zu äussern, sondern geht auf den los, der sich das Reis-Nüdeli-Gemotze verbittet. Ein ganz trauriger Haufen. Und ja, meine Damen, ich „gestehe“: Ich habe an solchen Veranstaltungen auch schon Leute gesenkelt und „ruhiggestellt“, die mir die Zeit klauen, und ich war alles andere als freundlich. Es sind übrigens immer Frauen gewesen, die sich über Mumpitz aufgehalten haben. Eben: lästige Unterbeschäftigte. Vielleicht Zufall, vielleicht hormonell bedingt – mir egal. Schön, habe ich dieses Elternabendzeugs hinter mir.

      • Severino sagt:

        Was mir grad auffällt, Herr oder Frau Zweitschritt: Sie schreiben „ungefragt in den Senkel stellen“. Das ist ein Hinweis darauf, erlauben Sie mir die Bemerkung, dass Sie nicht sehr logisch denken: In den Senkel stellt man immer ungefragt; darum wird nicht gebeten. Und sehen Sie, genau das ist es, was mich an einigen Elternabenden genervt hat: Es äussern sich Leute, die nicht sauber denken, obwohl ihnen das mit etwas Mühe möglich wäre. Und dann laufen diese an und für sich sinnvollen Veranstaltungen aus dem Ruder, die Dämme brechen, und jeder, der ein paar Worte rausbringt, erzählt irgendwas, und der Anlass dauert und dauert. Verständlich, dass da mal jemandem der Kragen platzt.

      • second step sagt:

        @Severino: Leute, die andere – ihnen mehr oder weniger Unbekannte – zum Beispiel an einem Elternabend wegen Nichtigkeiten runterputzen, brueskieren und die ihre Emotionen offenbar nicht im Griff haben sind einfach „mental“ und etwas spooky. Es ist zudem keine grosse Leistung, die durchschnittliche schweizer „Hausfrau“ die vielleicht noch etwas unsicher ist und sich vielleicht nicht so eloquent ausdrueckt „ruhig zu stellen“. Ich finde eher Leute cool, die auch mal eine etwas schraege Meinung stehen lassen koennen. Zudem, Leute die von „Zeit klauen“ reden haben meistens mehr als genug davon. Die paar wirklich wichtigen Leute die ich kenne schreiben schnell mal ein paar emails auf ihren Smartphones waehrend Herr/Frau XY ihren Stress mit den Schulessen vorbringt. Alles easy.

      • second step sagt:

        @ Severino: zudem wuerde ich es mir als Mann niemals erlauben, eine Frau „niederzumachen“ oder zu beleidigen. Schon gar nicht im Plenum und schon gar nicht weil sie irgendwelche Nichtigkeiten an einem Elternabend vorbringen die mir persoenlich vielleicht nicht in den Kram passen. Irgendwie moechte ich dann doch mit etwas Stil und Klasse durchs Leben gehen.

      • Susi sagt:

        Ach, ja. Ich finde, man muss nicht mit Kanonen auf Spatzen schiessen…

        Ich kann den Herren aber gern nochmal erklären, worum es mir denn ging, es hatte nämlich nichts mit mir zu tun: Es ging mir um die Geringschätzung gegenüber dem Schulpersonal, das tat mir leid. Aber man wartet dann einfach ab, bis diese Kommentare vorbei sind, anstatt sich kindisch auf das gleiche Niveau runter zu lassen. (Eben: „Kappe waschen“.) Denn der einzige Grund, sowas zu tun, wäre für mich, wenn etwas geklärt werden könnte oder jemand zur Einsicht käme. Das wird aber nicht passieren, wenn man jemandem „die Kappe wäscht“, sondern es ist einzig eine unpassende Ego-Nummer. Hab ich nicht nötig, ich beschränke meine Ego-Nummern auf anderes…
        🙂

      • Susi sagt:

        @second step: Besser als Sie kann man es wahrscheinlich gar nicht sagen. (Genau: „mental“ und spooky!) Schliesse mich voll an.

  • Leo Klaus sagt:

    Die meisten Eltern sind vernuenftig. Allerdings habe ich es auch anders erlebt (bin kein Lehrer). Besserwisser findet man sehr oft. Es gibt auch viele die einen Groll gegen die Lehrer haben, weil irgendein Lehrer aus ihrer Schulzeit eben nicht „gut“ war, weil Lehrer halt so „wenig“ arbeiten muessen, so viele Ferien haben und man selber in der „realen“ Wirtschaft hart krampfen muss.

    Neid, Missgunst, Besserwisserei und Arroganz sind leider weitverbreitet. Dagegen ist kein Kraut gewachsen. Die wenigen Faelle wo es wirklich um Kommunikationsprobleme geht kann man vielleicht mit Kommunikationstraining loesen. Aber man sollte sich nicht allzu grosse Hoffnungen machen.

  • Jan sagt:

    Ich denke, kaum eine Lehrperson, welche den Beruf noch am Lehrerseminar gelernt hat, hat hier Probleme. Aber die PH Abgänger, die zwar ein FH- Abschluss in der Tasche haben, aber kaum realistische Praktika absolvieren müssen, sind absolut überfordert, wenn sie dann in der Realität des Schulalltages ankommen. Ist täglich zu beobachten.

    • Sportpapi sagt:

      Aha. Warum sollten Abgänger von Lehrersemis, ausser wegen der Tatsache, dass sie mittlerweile etwas mehr Erfahrung haben, bezüglich Elternkontakt erfahrener sein?
      Das waren doch die Lehrerinnen (mit einer bin ich verheiratet, die macht das natürlich toll 🙂 ), die bereits mit 20 Jahren fertig ausgebildet waren, oder?

    • Antoni sagt:

      Sie haben keine Ahnung was für Praktikas die PH Studenten absolvieren müssen. Die sind sehr anspruchsvoll und man wird sehr streng geprüft.

      • alam sagt:

        „Praktikas“? In der Einzahl heisst es Praktikum, in der Mehrzahl Praktika. Sind Sie etwa Lehrer?

    • Raw Olu sagt:

      Jan, Ihr Kommentar zeigt, dass Sie keine Ahnung von der Materie haben. PH-AbgängerInnen haben ungefähr dreimal so viel Zeit in Praktika verbracht wie ehemalige SeminaristInnen. An der PHLU beispielsweise:
      1. Jahr: Jeden Mittwoch plus ein dreiwöchiges Praktikum im Zwischensemester
      2. Jahr: Fünfwöchiges Unterrichtspraktikum
      3. Jahr: Fünfwöchiges Berufspraktikum
      Dazwischen gibt es noch diverse andere Prakti, wie „Schulkultur“ und Ähnliches. Vor den Praktika gibt es jeweils noch Hospitationstage an der Klasse.
      Zum Thema „kaum mehr realistische Praktika absolvieren müssen“: Ab dem zweiten Praktikum wird teilweise, ab dem Berufspraktikum hauptsächlich alleine (ohne Praktikumslehrperson) unterrichtet.
      Ich weiss nicht, was Sie täglich beobachten…

  • aj1575 sagt:

    Die Alternative zur Schulung der Leher(innen) in Sachen Elterngesprächskompetenz, ware die Schulung der Eltern. Die Eltern müssten dann, bevor die Kinder zur Schule gehen, einen Kurs besuchen, wo sie über ihre Rechte und Pflichten in Schulsachen aufgeklärt werden, und auch wie man sich an einem Elterngespräch zu verhalten hat.
    Da dies kaum so passieren wird, müssen Lehrer(innen) auf die neuen Herausforderungen besser vorbereitet werden.

    Und ja, die moisten Eltern sind freundlich und kooperativ, aber ja, es gibt auch andere.

    • 13 sagt:

      Um zur „realen Wirtschaft“ zurückzukommen: Schulen Sie da die Angestellten im Kundenkontakt oder verpflichten Sie die Kunden zu einem Lehrgang? Wohl eher das Zweite. Wir haben ein Schulrecht, jedes Kind hat das Recht auf Schule und die Eltern kann man sich nicht aussuchen. Man kann aber lernen mit ihnen umzugehen. Das gilt sowohl für eine gemeinsame Problemlösung, wie auch ihnen bei Bedarf die Grenze aufzuzeigen. Lehrpersonen müssen sich bestimmt nicht alles gefallen lassen, aber sie müssen lernen, auch schwierige Situationen mit Eltern durchzustehen, ohne danach ein Burn out zu haben.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Richtig. Zu Bedenken ist ja auch, dass Lehrer, die jeden Tag mit kleinen Kindern zu tun haben, und den Job auch deshalb machen, weil sie das gut können, nicht unbedingt auch gut im Umgang mit Erwachsenen sein müssen.
        Zum Beispiel habe ich mich bei einer Kindergärtnerin mal über die Präsentation und die Sprache gewundert. Aber dann wurde mir klar, dass sie im Alltag weder PPT-Vorträge halten muss, noch hochdeutsch sprechen.
        Das pädagogische Konzept, das sie vorstellte, war aber klar und durchdacht…

      • 13 sagt:

        @ SP
        Jein. Man muss nicht perfekt sein und sicher darf man andere Aspekte des Jobs vorziehen oder auch begabter sein, aber es gehört nun mal auch zum Job.
        Mein Sohn hat eine ganz junge Kindergärtnerin, frisch ab PH. Am ersten Tag waren ja die Eltern dabei und ich finde, sie hat es mit den Kindern ganz gut gemacht und auch heute 9 Monate später habe ich nichts an ihr auszusetzen. Aber sie liess sich damals am ersten bereits derart von manchen Eltern überfahren, dass mein erster Gedanke war, dass sie das dringend in den Griff bekommen muss, weil es ansonsten früher oder später ausarten kann. Ein gutes Konzept ist wichtig. Es muss aber auch entsprechend verkauft werden.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das stimmt. Deshalb brauchen Anfänger auch noch etwas Coaching, bzw. ist bei uns jeweils Schulleitung und/oder Schulpflege mit dabei.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Das war am Elternabend auch geplant, am ersten Tag hat wohl niemand erwartet, dass die Frage, ob die Kinder Turnschuhe oder Turnschlappen tragen sollen, zu einer 30minütigen und doch sehr heftigen Diskussion führt. Es war aber noch die Sozialpädagogin anwesend, die bereits mehrere Jahrzehnte an der Schule ist, die dann etwas eingriff.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Über die Frage der Turnschlappen/Turnschuhe habe ich mich schon mit einigen „Verantwortlichen“ angelegt. Wäre durchaus eine Diskussion wert…
        Aber Sie haben recht, nicht unbedingt am Elternabend – da wäre es dann eben an der Lehrperson, oder an ihrer Unterstützung, diese Diskussion abzuklemmen bzw. auf den bilateralen Weg zu verschieben.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Echt jetzt? Ich sehe schon, ich bin eine Rabenmutter, die einfach das kauft, das auf der ausgeteilten Liste steht und es nicht weiter hinterfragt…

      • Sportpapi sagt:

        @13: SIE hinterfragen nicht? Erstaunlich…
        Aber wenn es Sie interessiert, kann ich natürlich schon ausholen dazu…

      • 13 sagt:

        Hihi, nur die für mich wirklich wichtigen Dinge….Sie wissen schon, die begrenzten Ressourcen….
        Aber ich habe mich abgesichert: Beide turnen nun in Turnschuhen, wie von der Schule gewünscht, damit riskieren Sie nicht, dass ihre Füsse von den anderen Turnschuh-Rowdies zermalmt werden und sollte mal eine Strafanzeige wegen Körperverletzung ins Haus schneien, weil sie einem Turnschlappenträger auf die Füsse gestanden sind, so boxe ich sie da schon wieder raus…die zu Beginn erhaltene Materialliste habe ich zu Beweiszwecken selbstverständlich aufgehoben.
        Aber im Ernst: Was empfehlen Sie denn?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Kinder bewegen sich barfuss am besten (und gemäss eigenen Studien auch deutlich schneller als in Turnschuhen). Das Problem sind die Schuhe, die in diesen Grössen (also klein) meist klobig, steif, schlecht passend und schlecht gebunden sind – wird ja auch niemand teure Turnschuhe kaufen für die paar Monate.
        Also barfuss, was in der Regel nicht toleriert wird. Dann halt Schläppchen, Geräteschuhe, die für 5Fr. gekauft werden können und deshalb hoffentlich passen. Die Gefahr für die Füsse entsteht ja erst durch die Turnschuhe der anderen…
        Mit zunehmendem Alter – wenn die Schuhe besser passen und recht gebunden werden können – und wenn Fussball gespielt wird, kommen dann die Turnschuhe.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Danke, ich sehe das ähnlich. Zu Hause laufen alle barfuss/Socken, auch im Garten. Das Barfussverbot in der Schule wird ja mit Hygiene begründet, diese könnte man jedoch auch durch Füsse waschen vor und nach dem Turnen hinkriegen. Wenn aber die Schule Turnschuhe wünscht und am Schluss bis auf 1-2 Kinder alle solche tragen, schicke ich mein Kind nicht in Schlappen, wo es dann Schmerzen hat, wenn ihm jemand auf den Fuss steht. Ein wichtiger Faktor ist ja, dass die Bewegung ohne Angst geschieht. Sie haben darum auch Klettverschlüsse und wurden zumindest angewiesen, diese gut anzuziehen. Ob es klappt, kann ich nicht kontrollieren.

  • Martina Müller sagt:

    Es kann definitiv nicht sein, dass manche Eltern sich ständig in den Arbeitsbereich der Pädagogen einmischen und mit irgendwelchen abstrusen Massnahmen drohen. Das geht entschieden zu weit und gehört nicht in ihre Aufgabenkompetenzen. Ich selbst arbeite in der Schule als Pädagogin und habe zwischenzeitlich auch mit Eltern aus anderen Ländern zu tun, die das Gefühl haben jede pädagogische Massnahme zu hinterfragen. Es kann nicht sein, dass wir uns in unserer Arbeit ständig für jede Handlung rechtfertigen müssen. Es gibt für mich klare Grenzen und ich frage mich wer steht hinter dem pädagogischen Personal.?Alles was in der Erziehung mancher Eltern, wenn überhaupt vorhanden nicht greift wird auf die Pädagogen projeziert und es wird sich jeglichen Verantwortlichkeiten entzogen.

    • Sportpapi sagt:

      „Es kann nicht sein, dass wir uns in unserer Arbeit ständig für jede Handlung rechtfertigen müssen.“
      Doch, eigentlich müsste es sogar so sein. Aber ein freundliches Nachfragen, weil man etwas nicht versteht, und dann eine kompetente Antwort, sollte doch eigentlich vertrauensbildend sein.

    • Ka sagt:

      Nicht nur beim Lehrerberuf wissen alle dreinzureden, der Patient kommt auch schon mit der fertigen Diagnose zum Arzt, dem Handwerker wird erklärt, wie er die Schraube rein zudrehen hat, beim Architekten wissen auch alle, wie Häuser auszusehen haben. Ihr Jammern ist also überflüssig, es gehört nun mal zum Job, sich und seine Arbeit zu erklären. Wenn Ihnen das beim ersten Elternabend gelingt, sie als kompetent und gesprächsbereit erscheinen, haben Sie später auch nicht viele Probleme mit den Eltern.

  • Susi sagt:

    Immer wieder höre ich Genörgele über Lehrer_innen, teilweise hatte ich schon das Gefühl, dass einige Mütter eine richtige Phalanx bilden. An einem Elternabend kürzlich wurde nur negativ kritisiert, mehrheitlich echt belangloses Zeugs und in unerträglichem Ton. („Am Dienstag bekam meine Tochter beim gebundenen Mittagessen als Nachschlag Reis, weil es keine Nüdeli mehr hatte!!“ Kein Witz jetzt.) Da wundere ich mich dann echt nicht über den Lehrermangel auf Primarstufe.
    Elternbashing? Ich erlebe sehr häufig Lehrerbashing. Die hätten ständig Ferien und sowieso einen easy Job, den sie nicht mal richtig machen usw.

    • Susi sagt:

      Ich selber hatte bis jetzt übrigens nur zwei (!) wirklich unangenehme Elterngespräche (bin seit 17 Jahren im Lehrerberuf). Die Eltern ziehen fast immer am gleichen Strick wie ich oder lassen mindestens sehr gut mit sich reden.
      Liegt wahrscheinlich auch an der Stufe/Altersgruppe.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Und an der Lehrerin liegt’s wahrscheinlich auch, denke ich. Meine Tochter hatte immer entweder gute oder sogar Super-Klassenlehrer- mit einer einzigen Ausnahme. Doch mit der Ausnahme kam ich jeweils auch klar. Da war mal einer, den haben sowohl die Kinder als auch deren Eltern förmlich vergöttert: Ein Talent auf jeder Ebene, fachlich und persönlich. Heute arbeitet er beim Fernsehen DRS. Es wurde ihm zuviel.

      • tina sagt:

        man kann natürlich ncht erwarten, dass alle lehrer überdurchschnittlich gut sind, sowohl fachlich als auch zwischenmenschlich. das ist schon statistisch nicht möglich.
        aber man soll auch nicht erwarten, dass eltern nicht emotional reagieren wenn es um ihre kinder geht. da ist einfach schlicht nicht möglich, beides nicht.
        also sind da konflikte vorprogrammiert, und nur eine der beiden gruppen wird dafür bezahlt und lernt den beruf 🙂

      • tina sagt:

        aber susi, dass du nur 2 wirklich unangenehme elterngespräche hattest in so vielen berufsjahren, das ist doch auch ein zeichen, dass die eltern nun auch wieder nicht so schlimm sind, wie man manchmal den eindruck bekommen könnte, wenn über sie runtergezogen wird.
        elternabende sind ja nicht dazu da, dass man lobt. bei uns wurde vorallem geschwiegen, und die menschen, die am schluss von infoveranstaltungen noch tonnenweise mühsame sachen bringen, die nur sie interessieren, die gibts an jeder schulung gegen brandbekämpfung und zum neuen finanzsystem usw :).

      • Susi sagt:

        @tina: Wie gesagt, ich unterreichte ja nicht auf Primarstufe. Auf Gymnasialstufe ist das Thema „Elternkontakte“ überhaupt nicht mehr im Zentrum, das System läuft völlig anders.

        Und nein, Elternabende sind nicht ausschliesslich dazu da, dass man lobt, auch wenn ein Lob nach einem sehr gelungenen Umzug der ganzen Schule und einem ziemlich reibungslos laufenden neuen System ja vielleicht mal angebracht wäre. Es ist kaum vorstellbar, was die in den vorangehende Monaten alles geleistet hatten.
        Und wenn es dann so ausschaut, als ob die Lehr- und Betreuungskräfte auf der Anklagebank stehen, läuft definitiv etwas schief in der Dynamik.
        Fünf Lehrkräfte haben übrigens jetzt diese Schule verlassen.

      • tina sagt:

        wenn 5 lehrer gehen läuft wirklich etwas krumm. gibts keinen der da vermittelt? kann das wirklich nur an belanglosigkeiten liegen, die eltern aufbauschen? glaube ich kaum

      • Susi sagt:

        @tina: Ich habe das erst vor ein paar Tagen erfahren, dass 5 gehen. Ich weiss einfach, dass da sehr viel Staub aufgewirbelt wird von den Eltern, das erlebe ich einerseits mit, andererseits höre ich es von Freunden, die ihre Kinder ebenfalls an der Schule haben.
        Wenn ich so einen Elternabend oder eine Schulhausführung miterlebe, denke ich auf jeden Fall jedes Mal: „Gott sei Dank mache ich nicht diesen Job.“ Und eben, es reichen auch nur einige wenige mühsame Eltern, um den Lehrkräften die Energie zu nehmen. Wenn man das Beispiel von Maja oben liest, kann man das gut nachvollziehen.

      • Susi sagt:

        @tina/2 (eine Antwort wartet noch): Vielleicht liegt es auch an der Tagesschulstruktur, die mehr Eltern auf die Barrikade gehen lässt, weil diese Struktur es in sich hat, dass die Eltern noch mehr Kontrolle abgeben müssen als beim Standardsystem. Anders gesagt: Das Mittagessen und die Angebote in der Mittagspause hegen noch mehr Konfliktpotential, rein quantitativ.

      • tina sagt:

        ach so, ja das scheint mir logisch. und ich glaube mittagstisch ist überhaupt wahnsinnig kompliziert geworden seit verschiedene ernährungsformen so krass vertreten sind (all die unverträglichkeiten und haltungen)

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Vielleicht gehen die 5 ja auch nur, weil die Tagesschule eingeführt wird…

      • Susi sagt:

        Die Tagesschule wurde bereits eingeführt!

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Geht es um das neue Schulhaus, 2016 erst eröffnet, und Pilotprojekt bezüglich Tagesschule? Dann wären Anlaufprobleme und Schwierigkeiten in der Teambildung doch zu erwarten, oder?

      • Susi sagt:

        @S.P.: Das Team und die Klassen bestanden schon vorher in den Provisorien, das kann echt nicht das Hauptproblem sein, die sind einfach umgezogen.

      • Susi sagt:

        Aber eben, möglicherweise gibt es mehr Kritik vonseiten der Eltern am Tagesschulsystem, obwohl es eigentlich sehr gut läuft.

      • Sportpapi sagt:

        Oder die Lehrer haben doch keine Lust, da mitzumachen, nachdem sie erste Erfahrungen gesammelt haben. Ausserdem sind 5 auf vermutlich etwa 30-40 nun auch nicht wahnsinnig aussergewöhnlich.
        Zumal die Lehrer ja mittlerweile wirklich eher aussuchen können, wo sie arbeiten wollen.

      • Susi sagt:

        @SP: Ja, das kann sein.
        5 finde ich prozentual doch noch viel, das sind über 10%…

    • Martin Frey sagt:

      „An einem Elternabend kürzlich wurde nur negativ kritisiert, mehrheitlich echt belangloses Zeugs und in unerträglichem Ton.“
      Das ist einfach die Forsetzung des Sandkasten/Spielplatz-Gossips, Susi, mit vergleichbarem Inhalt und Niveau. Da wie dort ist es teils kaum auszuhalten.

      • Susi sagt:

        @Martin: Stimmt, das trifft es voll! Ist mir nicht aufgefallen, aber jetzt, wo Sie’s sagen…

      • tina sagt:

        aber wenn das so ist, dann kann man ja auch mal aufstehen und etwas sagen. war auch schon nah dran. so im sinne davon „ist das nun wirklcih für alle anwesenden wichtig?“. nach dem 3. belanglosen einwurf. und wieso nicht die leute ansprechen und versuchen zu vermitteln. wie ich kürzlich schon anmerkte, halte ich integratives verhalten immer für vorteilhaft ;-). wenn alle nur denken, die andere gruppe seien die totaldeppen, wird 100% alles schlechter

      • Martin Frey sagt:

        „aber wenn das so ist, dann kann man ja auch mal aufstehen und etwas sagen.“
        Das ist sehr heikel, und führt nach meiner Erfahrung oft dazu, sich in Rekordzeit Feinde zu machen. Nachtragende Feinde, wohlgemerkt.

      • Susi sagt:

        @tina: Da waren sehr viele Leute anwesend, weil es ein teilweise klassenübergreifender Elternabend war. Da ist dann die Frage, ob man als Mutter die Struktur in die Hand nehmen will. Ich überlasse sowas generell den Organisierenden.
        Ich hatte insgesamt das Gefühl, dass nur etwa 20% des Diskutierten überhaupt relevant war… Da hätte man ja ständig eingreifen müssen!

      • tina sagt:

        ah so riesenanlässe hatten wir gar nie. erst im 10. schuljahr und da wurde sehr darauf geachtet, dass fragen, die nicht viele eltern interessieren, erst nach dem anlass diskutiert wurden.
        da hätte ich mich auch nicht gemeldet als mutter, das dann schon eher unter den 15 leuten, die ich eh schon über die jahre kenne. nicht im sinne von einmischen in die organisation sondern im interesse der teilnehmer und vorallem mir selber ;-). und eben im sinne davon, dass gewisse fragen 1:1 und nicht in einer versammlung diskutiert werden sollen sinnvollerweise

      • tina sagt:

        martin: wie feinde. unter den anderen eltern? also ich habe auch schon erlebt, wie einer, der etwas kritisierte, schlagartig allen eltern auf den geist ging und unten durch war, und das war genau so einer, der alle für deppen hielt ;-). ich könnte heute noch zitieren was er sagte und das ist 10 jahre her ;-). aber eben, ist doch eine frage davon wie mans bringt. ich meinte im sinne davon „entschuldigung, ich glaube diese frage betrifft nicht viele, könnte man das vielleicht besser nach der veranstaltung 1:1 besprechen?“

      • Martin Frey sagt:

        @tina:
        Das meinte ich.
        „ich meinte im sinne davon „entschuldigung, ich glaube diese frage betrifft nicht viele, könnte man das vielleicht besser nach der veranstaltung 1:1 besprechen?““
        Es gibt Leute, die nehmen einem selbst das übel. Weil Sie ihnen in ihren Augen damit in die Parade fahren, sie ein Stück weit desavouieren.
        Ich denke schon, dass es primär an der Lehrperson liegt, sich in solchen Fällen durchzusetzen. Aber das kann schwierig sein.

      • tina sagt:

        ja natürlich liegts eigentlich an der lehrperson, aber die ist ja sowieso schon exponiert ;-). ists denn schlimm wenn ein elternteil eins mitschülers eines meiner mich total blöd findet? feind? also ich meine, wie soll mich ein elternteil eines mitschülers eines meiner kinder irgendwie „befeinden“, da gibt es gar keine „gefahrenfelder“ meiner meinung nach.

    • Sportpapi sagt:

      Am letzten Elternabend wegen eines Spezialprojektes wurde spontan applaudiert. Gibt es auch…

      • Susi sagt:

        Genau, und wegen des ständigen Applauses und der grossen Wertschätzung, die den Lehrern entgegengebracht wird, werden die seltenen freien Stellen auch von Bewerbungen überschwemmt.

      • tina sagt:

        ich habe ja im elternrat mitgemacht, und nahm an sämtlichen veranstaltungen teil. da wurde immer hoch gelobt. in welchem anderen job hat man das sonst? die kinder schrieben briefchen und bedankten sich, die eltern bringen blumen und bedanken sich, mehrmals jährlich, für anlässe und überhaupt so und bei jedem kontakt für die zeit, die man sich nimmt. zu recht!

      • Susi sagt:

        @tina: Ja, vielleicht liegt das am Quartier. Bei uns läuft das leider nicht so. Eben, ich schreibe es oben, die Lehrer ziehen teilweise bereits nach einem Jahr wieder ab. Das kann ich gut nachvollziehen.

        Ich rede hier übrigens wie gesagt nicht von mir selber, ich bekommen sehr viel Wertschätzung, sowohl vonseiten der Schüler als auch der Eltern.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Das liegt vielleicht daran, dass zwischen zwei Elternabenden auch 200 intensive Arbeitstage liegen?
        Oder daran, dass die Anforderungen immer weiter steigen, auch bezüglich Arbeitsaufwand?
        An der psychischen Belastung, weil man den Job auch immer nach Hause nimmt?
        An relativ tiefem Lohn und fehlenden Aufstiegsmöglichkeiten?
        Oder…

      • Susi sagt:

        @SP: Ja, sicherlich ist es generell kein Schoggi-Job. Aber wenn Volksschullehrer klagen, hat es (meiner Wahrnehmung nach, zumindest) schon sehr häufig mit mühsamen Elternkontakten zu tun. Denn es sind ja nicht nur die Elternabende, sondern auch noch die zahlreichen Elterngespräche, die mit ALLEN Eltern gehalten werden.
        (Und genau hier unterscheidet sich eben die Volksschule auch von der Gymnasialstufe. Wir führen individuelle Elterngespräche dann, wenn sie von den Eltern gewünscht oder von uns für nötig befunden werden.)

      • tina sagt:

        ich weiss, elternrat wird auch belächelt und zwar von lehrer- wie auch von elternseite. uns wurde erst nach jahren klar, dass das alle nur blöd finden ;-). aber alle wollten wir genau eben den stress für die lehrer abfedern, sahen uns als bindeglied, vermittlungsstelle und wollten den lehrern die elternmitwirkung abnehmen. die idee war, wenn alle mitziehen, fühlen sich alle zugehörig und weicht die fronten auf, wenn es welche geben sollte.
        aber das heisst natürlich nicht, dass es nicht auch kritik gab. selbstverständlich gab es die, eben, das bringt der beruf doch mit sich.
        dass das auf gymistufe nicht mehr so ist, liegt doch eben daran, dass man sich in dem alter nicht mehr für die kinder einsetzen muss. in der sek sind die eltern ja auch nicht mehr so einbezogen, erfahren auch weniger

      • Susi sagt:

        @tina: Jein. Die Eltern werden auf Sek-Stufe schon sehr viel stärker miteinbezogen als auf Gymnasialstufe. Ich denke, es geht einerseits um die Jahre der obligatorischen Schulpflicht, andererseits darum, dass wir als Fachlehrkräfte halt sehr viel weniger engen Kontakt haben – ich sehe meine Klassen ja nur 3-4 Stunden wöchentlich, da ist ein so enger Kontakt gar nicht möglich.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Der Unterschied zwischen Primarschule und Gymnasium liegt nicht nur in den Elternkontakten. Sondern auch darin, dass die Primarschule alle Kinder irgendwie mitnehmen soll, während im Gymnasium Kinder, die nicht spuren, einfach wieder gehen (müssen).
        Weshalb hat denn die Primarschule diese negativ empfundenen Elternarbeit? Weil man mit Eltern zu tun hat, die sich nicht interessieren, obwohl ihre Kinder für viel Ärger sorgen. Oder die Erwartungen haben, die nicht erfüllt werden können. Oder weil Streit geschlichtet werden soll, wobei meist entschiedenes Eingreifen gefordert wird bei anderen Kindern, und äusserst viel Verständnis bei den eigenen…
        Kurz: Die Probleme gibt es so doch gar nicht im Gymnasium.

      • Susi sagt:

        @SP: Doch, solche Probleme gibt es auch, und bis zum 9. Schuljahr sieht die Situation anders aus, man kann Schüler nicht einfach wegweisen.
        Aber ich sage ja mehrmals: Andere Stufe, andere Altersgruppe. Ich erörtere aber sicher nicht abschliessend die Unterschiede.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Heute habe ich ja gerade gelesen, was an Hilfen angeboten werden soll, um die Probezeit zu bestehen. Offenbar hast du recht, heutzutage…

      • Susi sagt:

        @SP: Wo steht da etwas, im Tagi?

      • Sportpapi sagt:

        Ja, Titelseite. Zum Thema Bestehen der Probezeiten im Kt. Zürich.
        Lustigerweise hat vor kurzem Fr. Steiner den Schulen noch vorgeworfen, absichtlich mehr Kinder aufzunehmen, um dann finanziell zu profitieren…

    • Lichtblau sagt:

      Als Elternabend-Teilnehmende hätte ich die Mutter höflich, aber bestimmt unterbrochen, etwa so: „Bitte erörtern Sie Ihr Speiseplan-Problem mit dem Küchenpersonal. Wir haben unsere Zeit ja icht gestohlen.“ Na ja, nicht wirklich. Ich bin auch oft auf Kohlen gesessen, während sich der Anlass quälend hinzog. Allerdings war es vor ein paar Jahren meist nur eine Nervensäge, die ihr oftmals banales Anliegen erschöpfend diskutiert haben wollte. Es scheinen aber immer mehr zu werden?

      • Lichtblau sagt:

        Sorry, am falschen Ort 😉

      • Susi sagt:

        @Lichtblau: Es waren halt sehr viele Leute anwesend, ev. steigt da einfach der Nervensägen-Prozentsatz?
        Wegen der Küche: Der Leiter der Betreuung war schon anwesend und theoretisch für solche „Probleme“ zuständig. Ich habe mich vor allem gefragt, wie schlimm denn Reis im Vergleich zu Pasta ist. Und wie man verlangen kann, dass es von sämtlichen Beilagen bis zum Ende genug für alle gibt. Damit hat man dann auch automatisch mehr Abfälle. (Als wäre man im all inclusive 5-Stern-Hotel!)

      • Susi sagt:

        Dabei ist Reis doch viel feiner!!
        😀

  • Zufferey Marcel sagt:

    Ich habe vollstes Vertrauen in unseren Lehrkörper: Die tun einen wichtigen und harten Job! So habe ich es auch immer gehalten mit meiner Tochter, als sie noch in der Schule war. Schliesslich sind LehrerInnen entsprechend ausgebildet und ich nicht. Auch die Wirtschaftsverbände nicht. Oder die Schulvorstände. Und viele Exponenten aus der Politik ebenfalls nicht. Lasst die Lehrer doch einfach ihren Job tun, dann kommt’s gut- in den allermeisten Fällen zumindest! Man sollte den Lehrern vielleicht auch einmal danken, anstatt ständig rumzumaulen!

    • Susi sagt:

      DANKE!!

    • Martin Frey sagt:

      Ich kann mich dem nur anschliessen, Herr Zufferey.
      Persönlich verstehe ich nicht, wie Eltern glauben, sich zu Experten in Gebieten emporschwingen zu können, nur weil sie vor gefühlt 100 Jahren selber mal die Schulbank drückten („ich weiss wie es läuft“).
      Natürlich gibt es auch unter den Lehrern solche und solche. Aber gute und engagierte Lehrer machen eine gute, wichtige und oft schwierige, zumeist undankbare Arbeit.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Ich bin schlicht nicht kompetent genug, um das Schaffen von LehrerInnen objektiv beurteilen zu können. Also überlasse ich die Unterrichtung meiner Kinder entsprechenden Fachpersonen. Dass meine Tochter natürlich die Beste von allen ist, vor allem darum, weil sie meine Tochter ist, ist nicht von Belang.

        Das Wirtschaft, Politik, Elternverbände, Schulvorstände, usw. dem Schweizer Lehrkörper ständig drein reden, finde ich nur sehr bedingt sinnvoll.

      • tina sagt:

        ist es nicht so, dass man als lehrer auch ganz ganz ganz viel lob bekommt? viel viel mehr als in anderen berufen. aber man hat halt im gegensatz zu anderen berufen täglich publikum. und die problematik, dass für das publikum leute verantwortlich sind, die nicht anwesend sind. das ist einfach eine schwierige konstellation. wenn ich leute höre, die sagen, sie arbeiten gern mit kindern, aber nicht mit eltern, dann halte ich das halt für eine schlechte voraussetzung für einen beruf. ein maler malt auch lieber als er schleift und abdeckt, aber das gehört halt schon zum beruf. man muss das wollen. auch schwierige schüler: das gehört doch zu den herausforderungen. ein IT spezialist sollte sich auch fragen, ob er den rechten beruf hat, wenn es ihn aus der bahn wirft, wenn das system nicht läuft.

      • tina sagt:

        man darf doch davon ausgehen, dass die arbeit von lehrern grundsätzlich hoch geschätzt wird. gopf, eltern sind doch nicht zu 90% idioten! aber in kaum einem anderen bereich (es gibt wohl gar keinen anderen) überlässt man nahestehende schutzbedürftige dermassen fest einer einzelnen person. und wie überall passieren fehler. und es liegt auch in der natur der sache, dass man es nicht 40 elternteilen gleich recht machen kann. wenn man davon ausgeht denke ich, relativieren sich die negativen einwürfe und man dürfte sich wundern, dass es nicht mehr sind :). nicht?

      • Sportpapi sagt:

        @Tina: Ich halte die Beispiele für nicht so gelungen. Die Frage wäre eher, ob jeder gute Maler auch Verhandlungen mit Kunden führen, Offerten erstellen, Administration führen können muss. Oder ob jeder IT-Mensch direkt Kundenkontakt haben soll.

      • Martin Frey sagt:

        @tina:
        „ist es nicht so, dass man als lehrer auch ganz ganz ganz viel lob bekommt? viel viel mehr als in anderen berufen. aber man hat halt im gegensatz zu anderen berufen täglich publikum.“

        Das weiss ich wirklich nicht, das können nur die Lehrer im Plenum abschliessend beurteilen. Fakt ist aber sicher, dass Berufe, die selten oder nie positive Feedbacks bekommen, tendentiell darunter leiden. Positive Feedbacks sind m. E. genauso wichtig wie negative. Und ich könnte mir schon vorstellen, dass es auch im Lehrerberuf nach dem altbekannten CH-Motto „wänn i nüd säge isch es ok“ zu und her geht. Gepaart dazu, dass man sich mühsamem Klientel nicht einfach entziehen kann, ist das u. U. schon zermürbend.

      • tina sagt:

        sportpapi, das waren keine beispiele mit kundenkontakt, sondern beispiele dafür, dass es viele berufe gibt, die suggerieren etwas sei der hauptanteil, dabei ist ganz viel vorbereitungsarbeit nötig oder der beruf lebt überhaupt davon, dass es schwierigkeiten gibt. ja genau, 1st level supporter, die sich beschweren, dass die user probleme haben, sollten die ursache für ihren stress nicht beim user suchen. also schon, aber das ist nunmal der job.

        martin frey: lob und dank an lehrer das kriegt man aber an elternanlässen mit, wenn man hin geht. und dem kind hilft das briefli und gschänkli zu basteln. und zu koordinieren mit anderen eltern. und vorallem auch selber jedesmal lobt und dankt bei kontakt

      • tina sagt:

        ich meine wertschätzt. lob und dank klingt so oben runter, meinte ich nicht so.

      • tina sagt:

        uah, ja genau…. „wänni nüt säge isch es guet“ … darauf bin ich allergisch

      • Susi sagt:

        @M.Z.: „Dass meine Tochter natürlich die Beste von allen ist, vor allem darum, weil sie meine Tochter ist, ist nicht von Belang.“
        😀

        Unsere überhaupt nicht. Wir sind trotzdem Fan ihrer Lehrerin!

    • Sportpapi sagt:

      Andererseits ist es die Politik, die den Auftrag formuliert. Diese Art der Gewaltenteilung finde ich schon sehr sinnvoll.
      Zumal es dann immer noch mit der Überprüfung happert.

      • 13 sagt:

        Die Politik tut es ja u.a. halt auch über die Kosten. Wie oft habe ich erlebt, dass einer Lehrperson etwas vorgeworfen wurde, was wenn man die Zusammenhänge sieht, schlicht eine Folge der Sparpolitik ist, für die diese Lehrperson nichts kann? Die Sparpolitik derjeniger Politiker, die dann durch die gleichen Eltern gewählt werden, weil sie Steuersenkungen versprechen.
        Neustes Beispiel: Gemeinderatswahlen, die Bürgerlichen haben die Mehrheit. Der Gemeinderat beschliesst eine Kostenkürzung des Bildungsbudgets um 10%. Die Schule geht ihr Budget durch und sucht nach Einsparungsmöglichkeiten. Gleichzeitig bildet sich eine breit abgestützte Elterninitiative, die kleinere Klassen und mehr Lehrer fordert. Mind. 90% dieser Eltern sind Stimmbürger der Gemeinde und machen rund 20% aus.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Ja, die Bildungspolitik. Das macht auch Sinn. Aber wenn z. B. avenir suisse mit rein ökonomischen Vorgaben Bildungspolitik zu machen versucht, wird’s schwierig: Da stehen dann die Interessen der Wirtschaft alleine im Vordergrund- und nicht der Bildungsauftrag.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich habe es in der Gemeinde noch nie erlebt, dass bei der Schule Kosten/Budgets gekürzt werden. Nicht, wenn das über Gemeindeversammlungen organisiert wird. Und auch sonst ist der allgemeine Konsens klar, bei der Schule soll nicht gespart werden.
        Deshalb geht das ja meist über lineare Einsparungen, weil auch die Sparpolitiker sich in der Regel nicht getrauen, konkrete Massnahmen in der Schule vorzuschlagen.
        In der Regel ist der grösste Teil des Schulbudgets sog. „gebundene Ausgaben“. Wenn man also radikal spart, dann führt das zu einem Kahlschlag bei den „freiwilligen“, aber nicht weniger wichtigen Leistungen.
        Und ja, widersprüchliche Forderungen sind wohl Teil unseres demokratischen Systems…

      • Sportpapi sagt:

        @Zufferey: Avenir Swiss ist nicht die Politik. Die müssen für ihre Vorschläge noch weniger Verantwortung übernehmen wie Parteien. Was andererseits auch dazu führt, dass sie gewisse Ideen auch einmal durchdenken können, was ich nicht falsch finde.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Wir haben auch Gemeindeversammlungen, wobei da die Eltern nicht genügend vertreten sind, die müssen ja dann ihre Kinder ins Bett bringen, und kürzen nun das dritte Mal in drei Jahren (selbstverständlich wurde jedes Mal versprochen, es sei das Letzte). Und zum Ärgernis der Schule hat sie auch noch sehr wenig Mitspracherechte, wo genau gekürzt wird, sondern alles ist in Tausend Positionen aufgeteilt und die FiKo findet, jede Position muss auf die Vorgabe von 5-10% kommen. Auf gebundene Ausgaben nach kantonalen Vorgaben haben sie keinen Einfluss, das ist richtig, aber wer macht wohl die Mehrheit de Grossen Rats auf Kantonsebene aus? Daher werden auch diese gestutzt.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Nach meiner Erfahrung haben unsere Gemeindeversammlungen 150 Stammgäste, wobei auch da viele sehr wohlwollend Anliegen von Kindern/Schule unterstützen. Geht es aber um Schulfragen oder vor allem um Betreuung, sind plötzlich 300 und mehr anwesend. Die Eltern können sich durchaus organisieren (zumal jedes Kind zwei Elternteile hat).
        Aber wenn sie es nicht tun, ihre Mitsprache nicht nutzen, sind sie letztlich selber schuld.

      • Zufferey marcel sagt:

        @sportpapi: Interessensverbände, Think Tanks, Lobbyisten, etc. mischen in der Politik sehr wohl mit, einfach im Hintergrund. Da genügt ein Blick in die Wandelhalle im Bundeshaus. Natürlich sollen in der (Bildungs)politik möglichst viele Interessen mit berücksichtigt werden. Und dabei können Interessensverbände sicherlich z. T. auch wichtige Inputs liefern: Der Staat ist schliesslich von Natur aus eher träge. Aber die Unabhängigkeit der entsprechenden Bildungsgremien sollte trotz aller externen Einflüsse bewahrt bleiben.

      • 13 sagt:

        @ Sportpapi
        Bei direkten Schulfragen ist das auch öfters der Fall. Wobei, wenn nur einer von zwei Elternteilen gehen kann, eben die Hälfte der Stimmbürger mit Familienpflichten keine Möglichkeit haben. Die Genehmigung des Jahresbudgets, es wird ins gesamte Budget verpackt mit schönen Schlagwörtern wie „Sanierung des Gemeindehaushaltes“ und nicht etwa als „Kürzung des Bildungsbudgets“ traktandiert, sieht kaum jemand als Schulfrage an, zumal auch meistens kaum jemand der jeweils halbstündigen und sehr zahlenlastigen Ausführungen folgen kann. Ich bleibe dabei, dass Gemeindeversammlungen in der heutigen Zeit abzuschaffen wären.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das ist für mich wieder einmal völlig daneben. Eltern sollten sich auch für die Dorfpolitik interessieren, wenn mal nicht mit grossen Titel „Schule“ auf der Überschrift steht, sondern vielleicht nur Budget. Und immerhin können interessierte Bürger an einer Gemeindeversammlung etwas bewegen. Was meinen Sie, wie viel häufiger bei Urnenabstimmung einfach nein gestimmt wird, weil man zu faul ist, sich mit dem Thema zu befassen? Zumindest wenn es um Geld, steigende Kosten und Steuern geht.

      • Sportpapi sagt:

        „zumal auch meistens kaum jemand der jeweils halbstündigen und sehr zahlenlastigen Ausführungen folgen kann.“
        Hm. Die Ausführungen dienen ja dazu, die relativ komplizierte Rechnung so darzustellen, dass man sie versteht. Die Weisung dazu liegt ja in der Regel schriftlich vor. Dazu kommen Kommentare von RPK, von den Parteien, usw.
        Was meinen Sie denn, wie sollen die Leute denn in der Lage sein, über ein Budget abzustimmen, wenn sie nicht in der Lage sind, die Zahlen zu verstehen?
        Und wie meinen Sie, können Stimmberechtigte über einzelne Posten mitentscheiden, also Änderungen in jedem Budgetposten beantragen? An der Gemeindeversammlung geht das, an der Urne nicht.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Eltern haben nun mal oftmals begrenzte Ressourcen, die durch die Schule etc. nochmals reduziert werden. Wenn ich zwischen einem Elternabend oder einer Gemeindeversammlung wählen kann, gehe ich doch eher dahin, das mich (gefühlsmässig) direkter betrifft. Das Budget verständlich erklären, ist doch ein schöner Traum. Es ist bereits für Leute, die mit komplizierteren Budgets arbeiten, was auf einen kleinen Teil der Bevölkerung zutrifft, nicht einfach, wenn man am Prozess nicht dabei war. Und erst recht nicht für die Masse. Wenn man das über die direkte Demokratie lösen will, dann eher in Worten als in Zahlen. „Wir müssen sparen. Wo wollen wir sparen?“ So als Beispiel. Das Ganze mit Positionen nach Hause, wo man es mal lesen kann, wenn man will und Zeit hat.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wer stimmt, bestimmt. Ja, Eltern haben beschränkte Ressourcen. Das ist aber kein Grund, sich nicht politisch zu interessieren. Regelmässig Zeitung lesen, an Abstimmungen teilnehmen, Gemeindeversammlungen besuchen.
        Zu denen übrigens bei uns schon Wochen davor ein dickes Heft in jeden Haushalt kommt, mit dem man sich vorbereiten könnte, gerade wenn es um Budgets und Rechnungen geht.
        Und natürlich ist es möglich, diese Rechnungen zu verstehen, die ja jedes Jahr wieder gleich erläutert werden. Und sonst hat man vielleicht noch einen Bekannten, der etwas von der Sache versteht. Einsparungen im Schulbereich sind jedenfalls meist offensichtlich. Und die Posten sind es ebenso, werden ja entsprechend präsentiert und aufgelistet.

  • Michael Weiss sagt:

    Warum haben jetzt die Lehrer ihre Hausaufgaben nicht gemacht, wenn die Elterngespräche nicht Teil ihrer Ausbildung waren? Wenn, dann müsste der Vorwurf ja an die Pädagogischen Hochschulen gehen. Und dann sollte man sich halt auch einmal überlegen, was in das dreijährige Bachelorstudium einer Primarlehrerin alles sonst noch hineingepackt wird: Pädagogik, Psychologie, Soziologie, Heil- und Sonderpädagogik, Fachdidaktik und Fachwissenschaft in sieben Schulfächern (mit der Erwartung, später noch 1-2 zusätzliche Fächer dazuzulernen), Praktika, Mentorate und Reflexionsseminare usw.
    Die Ausbildung müsste längst (wie in allen anderen europäischen Ländern auch) zu einem Masterstudium ausgedehnt werden, aber das hätte Einfluss auf die Löhne und hat darum politisch keine Chance.
    So sieht’s aus.

    • Sportpapi sagt:

      Auf der anderen Seite wirft man Fachlehrer vor die Tür, statt die Chance zu nutzen, wenigstens ein paar der aufwändigen Fächer bei Bedarf an Spezialisten zu übergeben.

  • Anita sagt:

    Ich höre sehr oft im Arbeitskreis wie Arbeitskollegen über alles Mögliche in der Schule wettern: Stundenplan (Turnstunde liegt ungünstig, Stundenpläne der beiden Kinder sind nicht kompatibel, etc.), Elternabende (zu viele), Schulausflüge (zu viele). Dabei wird vergessen, dass eine Schule nicht zig Turnhallen und Schwimmbäder hat, dass die Erstellung eines Stundenplans eine Höchstleistung an Koordination ist und dass Elternabende nun mal Pflicht sind. Nicht selten hat eine Lehrperson mehr als 20 Elternabende zu koordinieren. Es allen recht zu machen ist unmöglich. Die Nörglerei bezieht sich dabei implizit auf den Mehraufwand, der dabei für die Eltern entsteht. Kinder bedeuten aber nun mal Arbeit.

  • 13 sagt:

    Ich erlebe beides. Es gibt sie, und nicht wenige, die Eltern, die jegliches Mass überschreiten. Die Elternabend fordern und dort die Lehrer nicht zu Wort kommen lassen, die sich zu Gruppen schliessen und gegen die Schule vorgehen, bis dahin, dass sie forderten, ein Kind sei aus der Klasse zu werfen, ansonsten würden sie ihre Kinder nicht schicken.
    Und die andere Seite, nämlich Lehrer, bei denen der Eindruck besteht, sie hätten noch nie mit einem Erwachsenen gesprochen und zittern, wenn ein Elternteil eine Frage stellt. Die (Primar-)Schule ist eine eigene oftmals geschützte Welt, wo man sehr bedacht ist, pädagogisch korrekt miteinander umzugehen. Ich erlebe auch Schulleiter, die sich kaum trauen Kritik anzubringen, obwohl sie Vorgesetzte wären. Logisch sind da Elterngespräche schwer.

    • Martin Frey sagt:

      „Die Elternabend fordern und dort die Lehrer nicht zu Wort kommen lassen, die sich zu Gruppen schliessen und gegen die Schule vorgehen, bis dahin, dass sie forderten, ein Kind sei aus der Klasse zu werfen, ansonsten würden sie ihre Kinder nicht schicken.“
      Wie ich kürzlich in anderem Kontext konstatierte: auch alle Bullies werden irgendwann erwachsen. Und weshalb sollten Bullies als Erwachsene etwas an ihrem Verhalten ändern, wenn man ihnen als Kinder schon keinen Riegel schieben wollte/konnte?
      Allgemein lässt man sich zuviel gefallen. Was meist auch damit zu tun hat, dass man sich keiner Rückendeckung der Vorgesetzten gewiss sein kann.
      Sich dann zu verhärten und alle Eltern pauschal als quasi „feindliche Kombattanten“ einzustufen ist dann natürlich auch nicht zielführend.

      • Sportpapi sagt:

        „Allgemein lässt man sich zuviel gefallen. Was meist auch damit zu tun hat, dass man sich keiner Rückendeckung der Vorgesetzten gewiss sein kann.“
        Das sehe ich nicht so.

      • 13 sagt:

        Da haben Sie durchaus recht, wobei ich schon ein starke, teilweise fast zu starke Rückdeckung erlebe, zumindest bei uns. Dies führt einerseits zur Verhärtung, aber auch zu einer gewissen Angst, die genauso nicht zielführend ist. Ich habe bereits einige Male eine gewisse Verunsicherung bei den Lehrern aufgrund meines Berufes und der Kommissionsarbeit gespürt oder sogar mitgeteilt bekam, obwohl ich in den 4 Jahren mit schulpflichtigen Kindern noch kein einziges Mal ein Problem mit einer Lehrperson hatte oder mich irgendwie beschwert hätte. Das kann es doch nicht sein. Wenn jedes Gespräch mit den Worten: „Ich hoffe, es ist Ihnen recht…“ beginnt, ist es schwer, sich danach durchzusetzen. Vielleicht wäre ein Kurs in Verhandlungsführung sinnvoll…

      • Martin Frey sagt:

        @13: Sie haben auch einen angstmachenden Beruf, 13… 😉 Was vielleicht auch mit dem Auftreten von einzelnen Vertretern Ihres Berufsstandes zusammenhängen mag.
        Aber dieses vorauseilende, möchte fast sagen devote Verhalten ist sicher nicht zielführend. Pädiater, als eine weitere Berufsgruppe die von Eltern ab und an „sturmreif geschossen“ wird, legen das manchmal auch an den Tag.
        Viele dieser von Berufs und Ausbildung her empathischen, auf Ausgleich bedachten Berufsgruppen sind Hemdsärmligkeit, Aggressivität usw. einfach nicht so gewohnt. Und dann ein Stück weit wohl auch überfordert damit. Wenn man sich dann doch wehrt, kriegt man oft wenig Rückendeckung von oben, zumindest nach meiner Erfahrung. Wohl weil die Leute in den Vorgesetzenpositionen oft gleich ticken.

      • Sportpapi sagt:

        @MF: Wenn ich das richtig verstanden habe, war 13 in einer Schulpflege oder Schulkommission, und damit wohl Teil der Schulaufsicht. Und einer der Personen, die für Rückendeckung zuständig waren…

      • 13 sagt:

        @ MF
        Beim letzten Elterngespräch musste ich tatsächlich abwägen, ob ich mich noch zu Hause umziehen gehen und riskiere zu spät zu kommen oder im Hosenanzug und mit Aktenmappe auftauche. Habe mich dann fürs zweite entschieden und mich gleich von Anfang klargestellt, dass ich von Arbeiten komme und nur darum so auftrete.
        Ich denke eben mit etwas sicherem Auftretens und der direkten Meinungsäusserung wäre einiges gewonnen. Ich musste nach über sechs Monaten erfahren, dass mein Kind mehrheitlich zu spät kommt. Auf die Frage, warum bisher nie jemand etwas gesagt hat, hiess es, sie wissen ja nicht, wie es bei uns morgens ist und ob es überhaupt ginge, etwas zu unternehmen. Wäre es nicht sinnvoller nach einem Monat zu sagen: „Frau 13, wir haben ein Problem und brauchen eine Lösung!“?

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Ja, ich bin in der Kommission und keine Sorge, die Rückendeckung kommt, soweit die Kompetenz ragt. Wir müssen und sollen ja in erster Linie über die Schulleitung gehen. Vielleicht müsste man auch etwas zwischen dem Innenverhältnis und dem Aussenverhältnis unterscheiden. Die direkten Vorgesetzten sind die Schulleiter. Dass diese gegen aussen hinter ihren Leuten stehen, finde ich wichtig. Im Innenverhältnis soll aber geführt werden. Auch da spüre ich manchmal die Angst, was ist, wenn die LPs abspringen. Das hilft beiden Seiten nicht viel. Aber vielleicht liegt das tatsächlich an der Art der „typische Pädagogen“.

      • Martin Frey sagt:

        Das mit der internen und externen Führung haben Sie m. E. sehr treffend formuliert, 13. Der Person des Schulleiters kommt eine zentrale Bedeutung zu, vor anderen Aufsichtsgremien. Auch oder gerade wenn es mit Lehrern, respektive Kindern, Probleme gibt. Leider gibt es da wie überall auch Licht und Schatten.
        Ich finde schon, dass wir Eltern ein Anrecht darauf haben, zu erfahren, wenn es nicht gut läuft. Und zwar rechtzeitig. Ich denke, die meisten Eltern wären über eine solche direkte und transparente Kommunikation dankbar.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Warum meinten Sie, Sie müssten sich umziehen? Verändert das die Gesprächsebene?

      • 13 sagt:

        @ Sportpapi
        Ja, selbstverständlich. Kleider machen Leute. Das kann man drehen und wenden, wie man will, es bleibt eine Tatsache. Und wenn ich eh weiss, dass oftmals eine Einschüchterung aufgrund meines Berufes besteht, dann wirkt es doch anders, wenn ich in Jeans, Turnschuhen und einem Pulli auftauche als im Hosenanzug und Pumps.

      • Martin Frey sagt:

        @13:
        „Ja, selbstverständlich. Kleider machen Leute.“
        Natürlich stimmt das. Man könnte aber auch umgekehrt argumentieren. Sprich dass Sie mit einem edleren Outfit sich der Bedeutung des Anlasses würdig kleiden. Wie bei anderen Anlässen auch. Und schämen müssen Sie sich für Ihren Beruf ja nicht, im Ggt.
        Ich für meinen Teil würde eher Shorts u.ä. für ein solches Gespräch als unangemessen empfinden. Aber ich bin zugegebenermassen etwas altmodisch.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Und wenn ich eh weiss, dass oftmals eine Einschüchterung aufgrund meines Berufes besteht, dann wirkt es doch anders, wenn ich in Jeans, Turnschuhen und einem Pulli auftauche als im Hosenanzug und Pumps.“
        Da haben Sie recht. Wobei mir gerade nicht klar ist, warum ich als Lehrperson eingeschüchtert sein sollte. Da würde mir wahrscheinlich der tätowierte Typ mehr Angst machen 🙂

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Des Anlasses würdig? Ich bin kaum jemand, der underdressed daher kommt (und ich sprach von Jeans und sich nicht von Shorts), aber das Ballkleid habe ich für ein Elterngespäch noch nie hervorgenommen. Werde es mir das nächste Mal überlegen 😉

      • Sportpapi sagt:

        @13: Sie verwechseln mich.
        Aber ja, auch ich ziehe zum Elterngespräch meist die langen Hosen an…

    • second step sagt:

      13, was machen Sie denn beruflich? Würde mich ehrlich interessieren warum Sie glauben Lehrpersonen seinen wegen ihrem Beruf eingeschüchtert. Kann mir da eigentlich nichts vorstellen.

      • 13 sagt:

        @ Second step
        Ich bin Anwältin und kann es daher nicht vermeiden „mit Anwalt zu kommen“, was manchmal gefürchtet wird 😉
        (obwohl ich privat ein eher friedfertiger Mensch bin und die Lehrerin mich daher nur dann fürchten müsste, wenn ihr Mann mich engagiert 😉 )

      • second step sagt:

        @13: der mit dem Mann ist gut…. :-). Was mich noch interessiert, im Spital herrscht oftmals eher folgende Einstellung bei einem Anwalt als Patient: den behandeln wir erst recht (so gut) wie alle anderen, er soll „keine Vorzugsbehandlung“ erhalten, bloss weil er Anwalt ist. Machen Sie nicht auch diese Erfahrung im Alltag? Interessant, dass es an ihrer Schule offenbar anders ist (Aber ein wenig kann man die Lehrpersonen verstehen, insbesondere wenn sie keinen Support von den Vorgesetzten haben) Die drei Lehrer die ich kenne lassen sich jedoch von so was nicht beeinflussen. Und es zeichnet Sie ja aus, dass sie mit ihrem Beruf in der Schule keine Vorteile zu Gunsten Ihrer Kinder erlangen wollen, sehr sympathisch.

  • Maier Tom sagt:

    wir haben nun schon einige Lehrer miterlebt und können sagen dass es in erster Linie auf den Charakter ankommt. Ein unsicherer Lehrer wird tatsächlich von den Kids gegrillt – da mischen sich auch die Eltern mehr ein. Bei Lehrern welche die Kunst beherrschen gleichzeitig streng und lustig zu sein ist das alles kein Thema – die Kids verehren ihn und die Eltern sind ruhig.

    • Martina Müller sagt:

      Das mag schon sein, dass das Auftreten verschiedener Lehrer unterschiedlich ist, aber das berechtigt Eltern noch lange nicht sich ständig in die Arbeit Anderer einzumischen, oder mit respektlosem Auftreten anderen Mitmenschen gegenüber zu treten. Ich lasse mir so etwas definitiv nicht gefallen. Ich verfüge über gute Kommunikationsfähigkeiten und klar haben wir auch it schwierigen Eltern zu tun.

    • Susi sagt:

      „Ein unsicherer Lehrer wird tatsächlich von den Kids gegrillt“

      Da braucht es schon sehr viel Unsicherheit, bis es zum „Grillen“ kommt, daran kann man ganz sicher nicht das Genörgele der Elteen festmachen. Meistens geht es eher darum, die eigenen „Kids“ vor bösen Lehrkräften zu „schützen“.

      Ein Beispiel: Die Lehrerin hat unserer Tochter für ein Semester wegen Schaukelns die Stuhllehne demontiert. Einige Eltern gehen wegen sowas tatsächlich auf die Barrikade, anstatt darauf zu vertrauen, dass die Lehrerin schon weiss, was sie tut…

    • 13 sagt:

      Dass ein Lehrer gut bei den Kindern ankommt, heisst nicht automatisch, dass er auch gut bei den Eltern ankommt. Ich kenne einige (v.a. auf der Unterstufe) Lehrer, die sehr gut mit Kindern umgehen können. Wenn sie jedoch mit den Eltern gleich sprechen wie mit einem Kindergartenkind, kommt das nicht ganz so gut raus.

      • Susi sagt:

        „Wenn sie jedoch mit den Eltern gleich sprechen wie mit einem Kindergartenkind, kommt das nicht ganz so gut raus.“

        Dieses Phänomen ist mir auch schon aufgefallen! 😀

  • xy sagt:

    Ich habe kürzlich die Ausbildung zur Lehrperson abgeschlossen und hatte diverse Module und Kurse über Kommunikation, auch mit Eltern. Der Punkt ist doch vor allem, wie den Lehrpersonen gewisse Eltern gegenübertreten. Wenn von Beginn weg ein derartiges Misstrauen und eine solche Aggressivität vorhanden sind (selber schon erlebt), kann man mit guter Kommunikation vielleicht Schadensbegrenzung machen und zur Deeskalation der Situation beitragen, viel mehr aber leider nicht.

    • Susi sagt:

      „, kann man mit guter Kommunikation vielleicht Schadensbegrenzung machen und zur Deeskalation der Situation beitragen, viel mehr aber leider nicht“

      Doch, ich denke, man kann sehr viel erreichen. Ich hatte mal ein solches Gespräch mit einem Vater, der Schaum vor dem Mund hatte und mir in seine Auftreten fast Angst machte (konnte ich offenbar gut verbergen). Am Ende, nach etwa 20 Minuten Gespräch, war er tatsächlich besänftigt, ich war selber etwas überrascht ab der „Wende“. Und sie war sogar nachhaltig.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Die Kommunikationsfähigkeit wurde (wird) in anderen Berufen ebenfalls lange marginalisiert, als für unnötig erachtet. Nicht gerade förderlich in Konfliktsituationen.
    Vielleicht wäre es am Einfachsten uns alle zu obligatorischen Kursen bezüglich Themen wie wertschätzende Grundhaltung, Respekt/Anstand, Umgang mit Frust/Enttäuschung/Ängsten, Selbstwahrnehmung und wie ich eine gesunde hinbekomme, uä zu verpflichten 😉

    wobei das für mich eigentlich zu den Grundfertigkeiten, welche ich unseren Kindern vorlebe/beibringe, gehört- von dem her hoffe ich doch dass sie dereinst nicht zu denjenigen gehören welche bei „falschen“ Entscheiden das Klassenzimmer oder Spielfeld stürmen…

    • Martina Müller sagt:

      Ja nur leider halten sich Eltern an solche einfachen Grundregeln oftmals nicht. Mit anmassenden Tönen haben sie das Gefühl zu allem etwas sagen und kritisieren zu müssen im schlimmsten Fall drohen sie mit dem Anwalt und da liegt für mich klar eine Grenzüberschreitung vor. Wir mischen uns auch nicht in andere Berufsfelder ein, wo wir nicht über nötiges Wissen und entsprechende Kompetenzen verfügen.

      • Sam Fuller sagt:

        Sie betonen ihre gute Kommunikation als Lehrerin. Was ich aber hier von ihnen lese ist alles andere als gelungene Kommunikation. Ich lese aber von Ihnen Schulzuweisungen, Abwertungen des Gegenübers, starke Abgrenzung mit Kampfansage etc.
        bzw. ein solcher Gesprächsstil führen zu den genannten Problemen.

  • Stefan W. sagt:

    Naja, man muss ja dauernd zu irgendwelchen Elternanlässen antanzen. Bei drei Kindern kann das ein ganz schöner Aufwand werden. Und wenn ein Junge in der Klasse sich ausnahmsweise mal wie ein Junge benimmt, dann ist das für die Schule schon ein riesiges Problem, das in zusätzlichen länglichen Sitzungen ausdiskutiert und mit externer psychologischer Hilfe angegangen werden muss. Und bei all diesen ach so wichtigen Sitzungen geht die Kernaufgabe der Schule verloren: Das Lehren. Kaum noch ein Lehrer prüft, ob das Kind die Hausaufgaben korrekt gelöst hat, keinen interessiert es, ob es sie überhaupt ohne Elternhilfe lösen konnte.
    Eine Schule, die die Eltern dermassen zwangseinbezieht, kann sich doch nicht wundern, wenn die Eltern sich irgendwann auch mit Rat und Tat einbringen?

    • Katharina B. sagt:

      Tja, wer drei Kinder in die Welt setzt darf sich nicht wundern, wenn er dann halt auch zu drei Elternabenden muss. Verstehe Ihr Problem nicht. Ein Kind – ein Elternabend, drei Kinder – drei Elternabende, kein Kind – kein Elternabend. So ist das Leben, manches muss man sich eben vorher überlegen.

      • lingua lunga sagt:

        KB: Ha, ha, wie wahr!

      • Independent sagt:

        @ KB sehr gut – bester Kommentar hier

      • Stefan W. sagt:

        Jetzt aber mal ganz im Ernst, liebe Katharina B: War es Ihnen wirklich so bewusst, bevor Sie Kinder hatten, wie oft Sie da zum Basteln oder Anhören langweiliger Tätigkeitsberichte von unterbeschäftigten Lehrpersonen antanzen müssen? Ich nicht. Aber hätte ich es gewusst, wäre das mit Sicherheit auch kein Killerkriterium für oder gegen Kinder gewesen. Ich habe von meinen drei Kindern wesentlich mehr und Wichtigeres, als nur das, was die Schule tut. Und ich wünsche Ihnen wirklich, dass das auch bei Ihnen so ist.
        Ach ja: Wir haben an sich ein durchaus gutes Verhältnis zum Lehrkörper. Trotzdem muss ich ja nicht jede Hundsverlochete gut finden, nicht wahr?

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Stefan W.

      Elternabende, Material manchmal äusserst kurzfristig organisieren müssen, ein paar Vorgaben bezüglich Ausstattung für Wanderungen/Ausflüge plus Anlässe wo ein Erscheinen erwartet wird- das ist doch noch keine „Zwangseinbeziehung“ sondern das meiste einfach selbstverständlich.

      • Stefan W. sagt:

        Liebe Frau Steiner: In meiner Schulzeit gab es insgesamt einen Elternabend pro Schulstufe, damit die Eltern die Lehrpersonen kennenlernen konnten. Bei Bedarf konnten sie sich dann direkt mit diesen Leuten unterhalten.
        Bei meinen Kindern gab es in der Primarstufe je einen Elternabend pro Semester. Jaja, ich weiss, das ist natürlich erwas gaaanz anderes, weil heute ja alles viiel komplizierter ist. Nur: Muss es das sein? Gibt es irgendeine Evidenz dafür, dass das heutige Schulsystem besser ist, als das unsrige damals? Ich habe keinerlei Interesse daran, mich in die Tätigkeit der Lehrer einzumischen. Wieso wollen sie dann dauernd diese elternabendliche Bestätigung, dass sie alles ganz toll machen? Sie sollen es doch einfach machen…

    • Susi sagt:

      @Stefan W.: Was die Schule in unserem Quartier betrifft, stimmt nichts, aber auch wirklich gar nichts von dem, was Sie hier schreiben. Völlig absurd, solche Behauptungen.
      Eltern wie Sie sind schuld am Lehrermangel, der überall herrscht.

    • Sportpapi sagt:

      Meine drei Jungs benehmen sich auch wie Jungs. Deswegen musste ich noch nie bei einem Lehrer antraben.
      Und: müssen Lehrer wirklich prüfen, ob die Eltern bei den Hausaufgaben mithelfen? Bzw. ist das nicht allenfalls ein Thema im Elterngespräch?
      Einbringen mit Rat und Tat ist übrigens erwünscht. Das war aber nicht das Thema.

      • Stefan W. sagt:

        Lieber Sportpapi, da haben Sie Glück. Ich bin durchaus nicht der Einzige, der feststellt, dass Jungen-Benehmen immer weniger toleriert wird. Die stetig steigenden Ritalinverschreibungen sind ja ebenfalls ein Symptom dafür. (Shitstorm ahoi).

        Und ja: Ich bin der Meinung, dass es durchaus zum Job der Lehrer gehört, festzustellen, ob die Schüler den Stoff verstanden haben. Bin halt altmodisch und halte das Lehren für Teil des Jobprofils von Lehrern.

      • Sportpapi sagt:

        @Stefan W: Sie sind nicht altmodisch, sondern polemisch.
        Um zu überprüfen, ob der Stoff verstanden wurde, verwendet unsereins die guten alten Prüfungen, heute auch Lernkontrollen genannt…
        Und: Die Schule verschreibt kein Ritalin. Aber ja, es ist auffällig, wie viel schwerer es den Kindern heute manchmal fällt, sich auf eine Sache zu konzentrieren. Ich wüsste dazu auch ein paar mögliche Gründe, die aber nicht in der Schule liegen…

      • Stefan W. sagt:

        @Sportpapi: Die Zahl der Kinder, denen ohne Druck der Schule Ritalin verschrieben wird, ist recht klein. Und nein, in meinem altmodischen Konzept geschieht Lernkontrolle nicht ausschliesslich durch Prüfungen. Das dürfen Sie gerne als Polemik bezeichnen.

      • Sportpapi sagt:

        @Stefan: Mit unsereins waren Lehrer wie ich gemeint. Die Leistungskontrollen über Prüfungen durchführen, und über Beobachtung, aber nicht über die Hausaufgaben, bei denen die Mithilfe der Eltern immer angenommen werden muss.

  • Malena sagt:

    „Dieses Elternbashing, nonstop“. Ist das nicht etwas gar selbstmitleidig? In meiner Erfahrung (als Mutter – bin nicht Lehrperson – im eher gebildeten, mittelständischen, städtischen Umfeld) können Eltern wirklich sehr mühsam sein. Die Konstellation Eltern-Lehrer eignet sich perfekt um einige menschlichen Schwächen auszuleben: Besserwisserei, hintenrum lästern, Schuld und Verantwortung abschieben, Empörung kultivieren, Bullying. Für nicht wenige Eltern ist diese Versuchung unwiderstehlich.

  • Roxy sagt:

    Gerade gestern erlebt: Arbeitskollege tobt über Lehrpersonal obwohl seine Kinder gerade mal im KIGA sind. Hält sie generell für eine bösartige Kaste von LGBT Befürwortern. – Manchmal kann Kommunikation sehr schwierig werden…

    • Koller sagt:

      LGBT ist ja normal und wenn man die Lehrer fragt ob sie das normale auch praktizieren, dann werden sie rot. Wasser predigen und Wein saufen, so verlogene Moralapostel wie die Pfaffen im Mittelalter.

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