Ein Garten mit Geschichte

Ihr Bijou ist 200 Jahre alt und liegt im Berner Gürbetal: In der losen Serie «Zweiraumwohnung» bloggen die Heimwerker Simone Moser und Thomas Jäggi über Frust und Freude ihres Umbaus.

  • Je nach Wetter heisst es: Raus in den Garten!

  • Auch wenn die Sonne noch schwach ist: Erste Pflänzchen kämpfen sich ans Licht.

  • Pepperoni-Setzlinge, schon seit Januar gezogen.

  • Länger da als wir: Der Rhabarber entfaltet sich jedes Jahr von neuem.

  • Neue Lieblinge: Die Kefen wachsen bereits.

  • Umnutzung der alten Fenster: Sie decken nun das Hochbeet.

  • Zufriedenes Paar: Knoblauch und Erdbeeren im gleichen Beet.

  • Wunderbar: Der Apfelbaum blüht.

  • Macht gute Laune: Der Flieder mit Haus.

Neben dem Haus vermag uns der dazugehörige Garten ebenfalls gehörig zu entzücken. Uns ist zu Ohren gekommen, Gartenarbeit sei billiger als Therapie, und man bekomme erst noch Tomaten. Das wollen wir mal nicht infrage stellen. Denn wir mögen es, in der Erde zu wühlen, Sämchen auszusuchen und zu ziehen, und vor allem, Ergebnisse zu ernten. Das tut gut! Natürlich, wir werden noch mehr Übung brauchen. So sind unter anderem Anregungen zu den Themen Fruchtfolge oder Freund- und Feindschaften im gleichen Beet noch immer sehr willkommen. Und Riesenernten blieben bisher aus. Im nassen und kühlen Juni letztes Jahr gingen beispielsweise viele unserer selbst gezogenen Pflänzchen kaputt – entsprechend waren wir dankbar für Setzlingsgeschenke. Wir wagen dieses Jahr die eigene Aufzucht erneut und drücken uns, und auch den Pflänzchen, schon die Daumen.

Welche Tätigkeit bekommt den Vorzug – umbauen oder jäten? Wir sehen meist nach dem Wetter, setzen die Prioritäten irgendwie und baden es dann aus. Vielleicht blüht das Unkraut schon und samt gleich noch ab, wenn wir endlich am Jäten sind. Und so rupfen wir halt bald dasselbe Unkraut noch ein zweites Mal aus …

Unförmige Radieschen

Mit dem eigenen Garten entwickelten sich bei uns neue Lieblingsgemüse – unkomplizierteres Grünzeug wird geschätzt. Dieses gelingt auch, wenn der Garten grad zu kurz kommt oder es häufig regnet. Recht anspruchslos haben wir zum Beispiel Radieschen erlebt: diese werden zwar gross und scharf, wenn der optimale Erntezeitpunkt überschritten ist – trotzdem bleiben sie essbar, machen kleingeschnitten Freude im Salat und täuschen so über ihre aktuelle Unförmigkeit hinweg. Oder Kefen! Solid, unkompliziert in Anbau und Ernte, vertragen sie Kälte und Wärme – und so viel entfädeln beim Rüsten muss man gar nicht. Das Gleiche gilt für Bohnen, welche munter vor sich hin wachsen und keine grossen Ansprüche an uns oder das Wetter stellen. Kartoffeln geben, einmal im Boden, nur noch wenig zu tun. Die Freundschaft von Knoblauch und Erdbeeren bewährt sich, und die beiden teilen umgänglich und genügsam ein Beet.

Blumenpracht

Ähnlich wie das Haus hat auch unser Garten eine lange Geschichte und vermutlich schon viel erlebt. Dank der jahrelangen Pflege beglücken uns Jahreszeit für Jahreszeit auch die Erträge der mehrjährigen Pflänzchen, die wir, so wie sie sind, übernehmen konnten. Da wachsen beispielsweise Bärlauch, Weissdorn, Beeren und Äpfel. Und wir haben viele, viele Blumen geerbt, Rosen, Hortensien, Pfingstrosen und wie sie alle heissen …  Sooo schön.

Lesen Sie die bisher erschienenen Beiträge der Serie «Zweiraumwohnung»: Her mit den neuen Fenstern?Sie leben den Traum vom Bauernhaus und Es wird wieder mit Holz geheizt.

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