Taufe? Nein danke!

Bitte ohne Gott: Immer weniger Eltern lassen ihre Kinder taufen. (Bild: iStock)

Als mein Sohn einige Wochen alt war, fragte meine Mutter, ob sie ihrem Enkel ein Taufkleid kaufen dürfe. Ich verneinte. Ein Kind, das nicht getauft wird, braucht auch kein Minibrautkleid mit Schleppe. Meine Mutter reagierte erstaunt. Zumindest auf dem Papier war meine Herkunftsfamilie katholisch. Wurde ein Kind geboren, wurde es getauft. Das war nichts, was man gross hinterfragte. Taufe, weisses Kleidchen, Taufessen in einem gutbürgerlichen Restaurant. Das gehörte halt dazu.

Meine Kinder sind nicht getauft. Als der Sohn zur Welt kam, war ich gemäss Steuererklärung noch Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Da mein Mann konfessionslos ist und wir keine Verbindung zu einer Kirche haben, war es nur logisch: Der Bub wird nicht in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen. Mit der Taufe hätte ich mich als katholische Mutter dazu verpflichtet, das Kind nach meinen Möglichkeiten zum christlichen Glauben zu führen. Das konnte ich schlicht nicht bieten. Scheinfromm wäre es gewesen, wenn ich als Abtrünnige mein weiss gewandetes Kindchen von den Paten hätte zum Taufbecken tragen lassen. Wobei das sowieso ein Problem gewesen wäre: Gotti und Götti sind beide reformiert. Also keine Taufe.

Immer weniger Taufen

Mit dieser Entscheidung stehen wir nicht alleine da. In der «SonntagsZeitung» stand kürzlich, dass die Taufen bei den Reformierten in den letzten 25 Jahren um 50 Prozent zurückgingen, bei den Katholiken um 40 Prozent. Überraschend ist diese Entwicklung nicht: Die Landeskirchen verlieren seit Jahren Mitglieder. Ein Paar, das sich ein Kind wünscht, muss heute nicht mehr heiraten – schon gar nicht kirchlich. Und wenn das Kind dann da ist, wird es eben auch nicht getauft.

Die Säuglingstaufe finde ich sowieso seltsam: Ich würde mir nie anmassen, meine Kinder ungefragt in ein Glaubensbecken zu tauchen. Es steht ihnen frei, später einer Kirche beizutreten oder sich taufen zu lassen. Während wir Eltern uns zu den Agnostikern zählen, ist der Sohn ein überzeugter Atheist. Die Tochter dagegen glaubt sowohl an Feen als auch an Gott. Seit sie mit ihrem Freund, dem Sohn eines Theologen, ein Krippenspiel besuchen durfte, ist sie ein grosser Fan der Weihnachtsgeschichte – wobei in ihrer Version mitunter der Josef fehlt, dafür zwei Marien Mütter von Baby Jesus werden. Auch besichtigt sie gern Kirchen und blättert in der Kinderbibel. Was ich damit sagen will: Obwohl das Mädchen in einem ziemlich gottlosen Haushalt aufwächst, findet sie ihren eigenen Zugang zur christlichen Kultur und zum Glauben.

Verpasstes Willkommensfest

Die Kinder gehen also vorläufig ungetauft durchs Leben. Dennoch finde ich, dass so ganz ohne Taufe durchaus etwas fehlt. Rückblickend hätte ich mir ein Ritual gewünscht, um die Kinder auf der Welt, in unserer Familie und im Freundeskreis zu begrüssen. Um ihre Ankunft zu feiern und ihnen gute Wünsche mit auf den Lebensweg zu geben. Denn wenn ich auch keinen Glauben und keine Kirche brauche in meinem Leben: Die Geburt meiner Kinder war für mich eine überwältigende, fast spirituelle Erfahrung. Ein Ereignis, grösser als ich. Ein lebensverändernder Moment, den man doch irgendwie zelebrieren sollte. Dabei geht es mir um Dankbarkeit – wem oder was auch immer gegenüber, Ehrfurcht vor dem Leben und dem Wunder Mensch. Irgendwie habe ich es leider verpasst, das mal in einem grösseren Rahmen zu feiern. Schade, eigentlich.

168 Kommentare zu «Taufe? Nein danke!»

  • Lia sagt:

    mit der Geburt an sich wird die Ankunft des Kindes doch gefeiert – und jedes Jahr am Geburi wieder. Was braucht es da nochmals ein Fest?

  • Reincarnation of XY sagt:

    Ich denke die Fragestellung wurde von den Kommentatoren nicht wirklich aufgenommen.
    Es geht doch darum, dass wir unseren Kindern unsere Überzeugungen mit auf den Weg geben. Das ist fast unvermeidlich und ist auch richtig so.
    Wenn ich religiös überzeugt bin und von der Kirche überzeugt bin, werde ich sie auch in diese Gemeinschaft einführen. Wenn nicht, dann nicht. Punkt.
    Das Problem ist, dass viele ihren Kindern Traditionen weitergeben, von denen sie selbst nicht überzeugt sind. Machen sie zu Mitgliedern einer Organisation von der sie selbst nicht überzeugt sind.
    Warum? Weil sie keine echten eigenen Überzeugungen haben und deshalb sind sie daran bereit, anderen das Feld zu überlassen: Pfarrer, Katechetinnen etc.

    • Sportpapi sagt:

      Hm. Ich habe die Überzeugung, dass die lokale Kirche und die damit verbundenen Rituale ein wichtiger Bestandteil unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens sind. Deshalb bin ich reformiert (und habe den entsprechenden Unterricht besucht), habe in der Kirche geheiratet und die Kinder taufen lassen. Und ich bin dankbar für all das, was die Kirche im Dorf leistet, insbesondere für Menschen, denen es nicht so gut geht.
      Muss ich deswegen gläubig sein? Muss ich mich täglich mit Religion beschäftigen?
      Viel mehr ärgern mich die Menschen, die austreten, um Geld zu sparen, aber dann doch auf „Rituale“ pochen und vor allem bei Bedarf die Leistungen der Kirche in Anspruch nehmen wollen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Nein SP das ist völlig ok. Das ist eine Überzeugung, die sie so auch ihren Kindern vermitteln. Sie sehen Sinn und Nutzen in der Institution.
        Wer nun halt Sinn in solchen Ritualen sieht, dem soll es frei sein, sie nach eigenem Gusto zu gestalten. Wer hingegen eine Kirche zum Heiraten und Sterben braucht, der soll auch zahlen, richtig.

        Ich finde es einfach schlecht, dass viele kirchenferne, keine eigenen positiven Überzeugung. Dass sie auf die Fragen, die Katechetinnen (scheinbar) klären, selbst keine Antworten gesucht und gefunden haben. Eine Gilde die kaum noch jemanden wirklich überzeugt, unterrichtet die neuen Generationen.
        Anstatt, dass wir uns endlich auf die Werte besinnen würden, die uns wirklich prägen (sollten).

      • Muttis Liebling sagt:

        Der Zusammenhang zwischen Glaube, Religion und Kirche ist ein eher tradierter und inzwischen konstruierter.

        Man kann durchaus religiös und ungläubig sein, so wie z.B. ich. Gott ist eben, daran muss ich nicht glauben. Kirche kann etwas bringen, muss aber nicht. Der aktuelle Papst ist nicht meiner, dennoch bleibe ich Katholik.

        Wen mir mal jemand eines bessere Weltanschauung als die katholische präsentiert, denke ich darüber nach. Aber bis dato sehe ich keine.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Reincarnation of XY

        „Eine Gilde die kaum noch jemanden wirklich überzeugt, unterrichtet die neuen Generationen.“

        An welche Gilde denken Sie da jetzt? Den kirchengebundenen Unterricht welcher zu den ref/kath Abschlussfeiern besucht werden muss, oder das Fach „Religion&Kultur“?

        Füge glleich hier meine andere Frage an, was genau meinen Sie mit „Was heute unter christlichen Werten verstanden wird, sind in Wahrheit humanistische Werte.“
        An welche Gebiete denken Sie, wo vor dem Aufstehen engagierter Humanisten quasi kein Angebot „der Christen“ offeriert worden ist?

      • Reincarnation of XY sagt:

        Brunhild ich meine beide. In der Schule wird ja das Fach Religion und Kultur oft von denselben Personen unterrichtet, wie der konfessionsgebundene Unterricht.

        Zur ihrer zweiten Frage: ich denke an Gebiete wie Glaubens- und Gewissensfreiheit, Gleichberechtigung oder die Vernunft (anstelle des Dogmas) als Basis, um über ethische Fragen zu entscheiden. All das, was zu unserem Selbstverständnis gehört, sind eben säkulare und nicht christliche Werte.

        @ML – als Sie sich letztes Mal als konservativer Katholik geoutet hatten, redeten Sie von sich als literarische Figur. Darin sind sie natürlich stimmig. Kommunismus und Katholizismus liegt in gewisser Weise nahe beieinander.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Reincarnation of XY
        danke für die Antwort, ich gehe mit Ihnen einig dass die von Ihnen aufgeführten Werte, nicht von allen- besonders auch nicht von den mit politischer Macht verknüpften- Ki rchen gewährt wurden.
        Vom neut estamentlichen Kontext her sehe ich jedoch eine Glaubens-und Gewissensfreiheit als Grundüberzeugung. Die Gleichberechtigungsfrage ist schon bisschen schwieriger, doch auch hier wurde das längst nicht in allen K-Organisationsformen gleich gehandhabt was Stimmrecht, Ämter etc betrifft.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        was die Überzeugung betrifft, da ist mir noch eingefallen dass LehrerInnen, die sich diesbezüglich zu stark engagieren und ihre Überzeugung (besonders was den „frommen Bereich“ angeht) auch dementsprechend überzeugend vorbringend, ganz schnell in einer ziemlichen Klemme stecken können und sich mit Klagen von Eltern konfrontiert sehen- nicht unbedingt auf juristischer Ebene, aber dass das indoktriniert wird.

        Das erklärt vielleicht weshalb Sie die alle als „lasch“ empfinden, ist vielleicht bloss Selbstschutz und sich nicht in die Nesseln setzen wollen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Nun, Brunhild in unserer Schule, nimmt sich die Katechetin sehr grosse missionarische Freiheiten heraus. Zum Glück sind wir in dem Thema sattelfest und können so mit einiger Gelassenheit über diese Missionierungsversuche reden.
        Die Laschheit beziehe ich auf die Eltern. Sie können und wollen sich kein eigenes Urteil bilden und überlassen diese Fragen einfach irgendwem.
        Was nun ihre Kirchen betrifft: Achten sie mal, welche Kirchen sich VOR der Aufklärung zu säkularen Werten bekannten.
        Ausgenommen der Punkt: Glaubensfreiheit. Jeder verfolgten Minderheit wird das wichtig sein. Spannend wäre zu sehen, ob sie das noch geglaubt hätten, wenn sie – wie die Reformatoren oder Puritaner – an die Macht gekommen wären.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Reincarnation of XY

        diese „elterliche Laschheit“ zieht sich, wenn sie vorhanden ist, ja meist auch sonst durch. Werte/Überzeugungen/wie man sich das Leben vorstellt und wie man das erreicht, das umfasst ja den gesamten Alltag/Umgang, egal ob Reli ein Thema ist oder nicht.

        Zu den Werten, für mich gehört da die Diakonie mit dazu, den Umgang mit Ausgegrenzten, Schwachen, die Witwen/Waisenversorgung usw.
        Klar, auch da wurde Mis sbrauch betrieben und teilweise grauenhaftes verübt, aber viele Institutionen auf diesem Gebiet sind aufgrund der Auseinandersetzung mit dem Gebot zur Nächstenliebe ins Leben gerufen worden. Ohne dass sie in Konkurrenz zu schon flächendeckend bestehenden Einrichtungen gekommen wären.

  • Rachael sagt:

    Ihre Tochter hat keinen Zugang zum christlich-biblischen Glauben. Sie hat sich ihre eigenen Glauben geschaffen.
    Ich urteile nicht darüber, finde aber, dass Sie sich nichts vormachen sollten.

  • Livia sagt:

    Ich habe meine Kinder getauft, obwohl ich und mein Mann überhaupt nicht religiös sind, einfach um das Fest zu feiern, um zu feiern, dass das Kind gesund ist, es Menschen umsich hat die es lieben und um Gotti und Götti zu begrüssen.
    Jetzt – 8 Jahre später geht mein Sohn in die Sonntagsschule einmal im Monat und er liebt die Orgel und findet die Kirche einen schönen Ort …

    • Martin sagt:

      @Livia: Man muss nicht religiös sein, um ein guter Christ zu sein. Viele meinen, wenn man ein Christ ist, würde man den ganzen Tag beten usw. Es liegt im Handeln. Zudem: In der heutigen Zeit, haben die meisten Leute viel um die Ohren. Zumindest ist das bei den Reformierten so. (Keine Freikirche!) Die Katholiken sind meiner Meinung nach zu sehr zur Unterwerfung gezwungen, was mir nicht so passt.

      • limasha sagt:

        @Martin: Man muss auch kein Christ sein, um ein guter Mensch zu sein. Man kann sich sehr gut an den humanistischen Werten orientieren, so man denn Orientierungshilfe braucht, und kann als rücksichtsvoller, empathischer, friedlicher und hilfsbereiter Mensch durchs Leben gehen. Dazu braucht es weder Religion noch Gottheit, noch spirituellen Glauben.
        Wenn jemand gläubig ist und das dieser Person hilft, sich „gut“ zu verhalten, dann ist das natürlich ok. Notwendig wäre es aber nicht.

    • Matthias sagt:

      @Livia: Mein Göttikind ist ungetauft, trotzdem haben wir ein (religionsfreies) Willkommensfest gefeiert, freuen uns daran, dass das Kind gesund ist, es Menschen um sich hat die es lieben und Gotti und ich fühlten sich durchaus angemessen begrüsst. Taufen einfach des „Festes willen“ oder weil’s Tradition ist finde ich nicht ehrlich gegenüber dem Kind – wozu denn taufen, wenn man selbst nicht religiös ist? Wozu in einen Verein einschreiben, wovon man selbst nicht überzeugt ist? Wie sie sehen, kann man sich seine eigenen Rituale auch schaffen, wenn die bestehenden nicht passen – es ist nicht „Taufe oder gar nichts“.

  • k. miller sagt:

    Interessant, dass die Kinder der Autorin Gotti und Götti haben, und auch einige der atheistischen Kommentatoren erwähnen diese.
    Gotti und Götti kommt aus der christlichen Tradition und sie sollen das Kind auf dem christlichen Weg begleiten. Also als Atheist dürfte man dann seinen Kindern auch keine Gotti/Götti geben, und Weihnachten usw. ist auch tabu. Wenn man konsequent wäre. Sind die meisten aber nicht. Sofern es unter dem Motto „leben und leben lassen“ funktioniert, finde ich das auch ok so. Wir leben halt in einer historisch gesehen christlich geprägten Gesellschaft. Und Bräuche und Traditionen ändern sich sowieso über die Jahre hinweg. Wir denken nur meist, dass es „schon immer“ so war.

    • Gerhard Engler sagt:

      Als Atheist halte ich Kindertaufe und Weihnachten für einen alten Brauch, der wenig biblischen Hintergrund hat. Götti/Gotte und der Tannenbaum sind in der Bibel nirgendwo erwähnt. Ich sehe nicht ein, was das mit Konsequenz zu tun haben soll. Ich bin ja als Atheist nicht der Meinung, dass man alle christlichen Bräuche verbieten soll. Ich messe diese Bräuchen einfach weniger Bedeutung zu.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Gerhard Engler

        „nicht in der Bibel erwähnt“
        bedeutet doch nicht automatisch
        „nicht christlich“,
        Sie kommen schon wieder mit dem Tannenbaum, und da gibts nun mal verschiedenste Herleitungen, ua die Analogie zum Baum des Lebens im Garten Eden, das Holz vom Kreuz usw.
        Die Taufpaten kommen aus der kirchlichen Tauftradition.
        Ob die Dinge deswegen sehr bedeutsam sind ist noch mal eine andere Geschichte. Da kann man auch als Nicht-Atheist unterschiedlichster Auffassung sein.

      • Gerhard Engler sagt:

        @Steiner: Wie würden Sie denn „christlich“ definieren? Wenn Sie neben der Bibel auch alle anderen Traditionen als „christlich“ bezeichnen wollen, dann öffnen Sie ein sehr weites Feld (z.B. Mormonen, Zeugen Jehovas, 7.-Tag-Adventisten etc.). Unbestreitbar ist, dass die Kindertaufe der biblischen Lehre widerspricht. Und der Tannenbaum ist erst seit 200 Jahren christlich, dann könnte man genausogut das Weihnachts-Shopping und die LED-Adventsbeleuchtung als „christlich“ bezeichnen.

      • Karl von Bruck sagt:

        Ich bin vom Atheisten zum Agnostiker mutiert. Es gibt keinen Beweis, dass die religioesen Geschichten ganz oder teilweise wahr sind. Aber auch keinen Beweis, dass sie ganz frei erfunden sind. Am intelligentesten haben auf die Religion der Grosse Fritz in Preussen, Napoleon in Frankreich und Atatuerk in der Tuerkei reagiert. Es soll jeder nach seiner Fasson selig werden (oder nicht), aber niemand soll mit religioesen Vorwaenden, ob die nun in der Bibel oder Koran, oder nur anderen theokratischen „Vorschriften“ stehen, sich vor Buergerpflichten druecken, andere noetigen, erpressen oder anderweitig in ihrer Freiheit beschraenken, oder gar ohne medizinische Indikation Koerperteile amputieren duerfen….

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Gerhard Engler

        mir liegt einfach an der präziseren Unterscheidung, ein Fest zwecks besserer Einführung bewusst um Monate verschieben, ist nicht dasselbe wie Ostern- das um paar Wochen jeweils verändert im immer noch selben Zeitraum wie Pessach stattfindet, und somit nicht davon abgekoppelt worden ist.
        Eine Kindertaufe, welche zwecks Mitgliedschaftsbestanderhalt eingeführt worden ist, ist nicht im selben Topf wie Adventskranz/Weihnachtsbaum, welche im deutschen Raum innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft entstanden sind.
        Die „anderen Traditionen“ welche Sie ansprechen lassen sich in ihrem Umgang mit den Hinterfragenden/Austretenden, und ihrem Alleinseligmachend-Anspruch messen. Wovon letztere sich meines Wissens schon länger offiziell davon verabschiedet haben.

    • limasha sagt:

      Überspitzt würde ich das mal so formulieren: Da es keine lange oder zumindest keine einheitliche atheistische Tradition gibt picke ich als Atheist mir jene Elemente aus verschiedenen Kulturen und Religionen heraus, die mir passen, und forme daraus meine eigene Ritualkultur. Ich mache es also genau gleich, wie es das Christentum damals in den formativen Jahren gemacht hat 😉

      Konkret: Ich finde die Idee, von Bezugspersonen ausserhalb der Kernfamilie, die um das Kind über das sonstige Mass heraus besorgt sind, etwas sehr schönes und werde das auch so handhaben. (Vielleicht werde ich sogar versuchen, gläubige Personen dafür zu gewinnen, um dem Kind auch andere Perspektiven als meine eigene aufzuzeigen.) Ein schlechtes Gewissen ob dieses Plagiats am Christentum habe ich deshalb nicht 🙂

  • Hans Minder sagt:

    (Teil 1)
    Eltern entscheiden in der Regel fuer ihr Kind zumindest im Kindesalter ueber folgendes:

    Vor- und Nachnamen

    Bildung (Muttersprache, Krippe/Kindergarten, Schule, bevorzugte Ausbildung..)

    Gesundheit (Arztwahl, Notwendigkeit von Arztbesuch, tolerierte Medikamente oder Therapie..)

    Hygiene (Zaehneputzen, Bad, Wechseln der Kleidung..)

    Aussehen (Vorauswahl bei Kleidung, Frisur, Schmuck..)

    Nahrung (Vorauswahl von Nahrungsmitteln beim Einkauf, Art der Zubereitung..)

    Freizeit (unterstuetzte Sportart, Begrenzung von Fernseh/Videospielkonsum ..)

    Umgebung (Wohnort, Nachbarschaft, vielleicht sogar das exakte Zimmer im Haus)

    Umfeld (Baustil, Moeblierung, Farbwahl des Zimmers..)

    Kultur (Bettlektuere, tolerierte Hausmusik, tolerierte Musikinstrumente, Kunst..)

  • Hans Minder sagt:

    (Teil 2)
    Die Liste koennte unendlich lang fortgefuehrt werden.
    In Anbetracht der ueberwaeltigenden Fremdbestimmung seitens der Eltern ist es fraglich, wie stark ein Kind seiner eigenen “freien Entwicklung im physischen wie auch psychischen Sinne ueberlassen wird.” Das Argument, ein Eintritt in die Kirche beschneide die Freiheit eines Kindes verliert doch im normalen Beziehungsumfeld seine gesamte Plausibilitaet. Wuerden die Eltern den Kindern “nichts aufdraengen,“ dann laege die durchschnittliche Lebenserwartung ihrer (wahrscheinlich ungebildeten und fettleibigen) Kinder kaum hoeher als 20 Jahre. Wer dem Kind schon so viel aufdraengt, um die dessen Lebenserwartung zu erhoehen, weshalb dann nicht gerade die Aussicht auf das Ewige Leben anpeilen? Das waere doch konsequent, oder nicht?

    • Karl von Bruck sagt:

      Das Wissen und der Willen des Kindes muss entwickelt sich langsam. Vornehmste Pficht der Eltern und anderen Inhaber der Befehlsgewalt – und wenn diese Versagen des Umfeldes und des Staates – ist diese Enwicklung frei von Selbst- und Fremdgefaehrdung zu halten. Die Gefahr der Selbstgefaehrdung ist mit 18 Jahren ausreichend minimiert, nicht jedoch die Gefahr der Fremdgefaehrdung (finanzielle und sexuelle Ausbeutung durch „Profis“, Missbrauch durch Befehlshaber in der Leere oder beim Aerar). Eltern sollten – im Einverstaendnis mit dem muendigen Kind – bis zu 25 Jahren des „Kindes“ ein Vetorecht gegen Vertraege und ein Beschwerderecht gegen Missbrauch durch (neue) Befehlshaber bleiben. Religion sollte nur schadlos ohne, aber nie gegen den Willen des Kindes aufgezwungen und abgefeiert werd

  • Daniel Slamanig sagt:

    Schöner Text, habe mich sehr wiedererkannt darin.

  • Georg sagt:

    „… wenn ich mein Kindchen von den Paten hätte zum Taufbecken tragen lassen. Wobei das sowieso ein Problem gewesen wäre: Gotti und Götti sind beide reformiert. Also keine Taufe.“ – Mit einer einzigen Frage (an die Kirchgemeinde) findet man heraus, dass das kein Problem ist: Reformierte dürften Götti eines katholischen Täuflings sein. Bin auch so ein Götti.

    Abgesehen davon: Ich möchte mal sehen, wie sich die, die sich gegen die Taufe und andere christliche Symbole engagieren, gleich heftig einsetzen gegen muselmanische Symbole und Lebensweisen. Aber das ist natürlich etwas gaaaaanz anderes…

    • Karl von Bruck sagt:

      Meines Wissens muessen bei einer katolischen Taufe beide Paten chrislich, und davon einer auch katolisch sein….

      Auch Nichtbiblisten und gar Musels haetten gleichen Anspruch auf gleiche Toleranz ihrer religioesen Eskapaden wie Biblisten. Es geht nicht an, einerseits den Biblisten sogar Verletzungen des staatlichen Maenner-, Knaben-, Tier- und Zollschutzes gesetzlich oder gerichtlich zu tolerieren, und Nichtbiblisten die gar im Rahmen der staatlichen Rechtsordnung ausgeuebte Religionsfreiheit zu beschneiden oder gar zu verbieten….

    • Markus sagt:

      Selber auf die Taufe und den Besuch des Krippenspiels verzichten, aber andere es so machen lassen, wie sie es möchten.

      Ja, das ist etwas gaaaaanz anderes als:

      „sich gegen die Taufe und andere christliche Symbole engagieren“.

    • Martin sagt:

      „… wenn ich mein Kindchen von den Paten hätte zum Taufbecken tragen lassen. Wobei das sowieso ein Problem gewesen wäre: Gotti und Götti sind beide reformiert. Also keine Taufe.“ So, so, Reformierte werden also nicht getauft… Interessant! In meiner Familie sind alle reformiert und alle wurden als Kinder getauft. Das Problem ist, dass die katholische Kirche ein Problem mit den Reformierten hat. Aber heute gibt es sogar ökumenische Gottesdienste; also wenn bspw. ein reformierter Mann eine katholische Frau heiratet, hat es zwei Pfarrer. Einen katholischen und einen reformierten. Die Reformierten haben ziemlich ähnliche Bräuche, wie die Katholiken, einfach ohne Papst und die Pfarrer dürfen heiraten.

      • Gerhard Engler sagt:

        Die Katholiken wollen wollen aber ausdrücklich kein gemeinsames Abendmahl. Und die Katholiken akzeptieren auch eine reformierte Heirat und Taufe nur widerwillig. Die Reformierten haben damit kein Problem.

    • Susi sagt:

      Die Regeln bezüglich Taufpaten wurden massiv aufgelockert. Bei uns sind Gotte, Götti und Vater alle aus der Kirche ausgetreten. Unsere Tochter dürfte trotzdem getauft werden (katholisch).

      Die Kirche ist etwas lockerer geworden. Will ja nicht die Leute vertreiben.

      • ABCDEFG sagt:

        Die Taufen sind doch seit einiger Zeit wechselseitig anerkannt? Die Änderung geht doch auf Benedict XVI zurück?

  • Karl von Bruck sagt:

    Auch ein wirklich saekularer Rechtsstaat wird die Vorbild- und Erziehngsfunktion der Eltern auch im religioesen Bereich respektieren. Und damit Taufen (auch ohne aber nicht gegen den Willen des Kindes) tolerieren. Zumal damit objektiv die koerperliche, seelische und geistige Integritaet des Kindes nicht (irreversibel) verletzt wird….

  • Jane Bosco sagt:

    Ich möchte mit meiner Geschichte mal noch die Gegenseite beleuchten, will heissen, dass auch nicht getaufte Kinder sich später für Religion interessieren können.
    Ich wurde nicht getauft, da die Freikirche (ETG) der meine Familie angehört, nur die Erwachsenentaufe durchführt. Meine Mutter ist mit 16 als Einzige ausgetreten, wofür ich ihr heute noch dankbar bin! Trotzdem bin ich von klein auf jeden Sonntag dort in den Gottesdienst, weil meine Cousins und Cousinen dort waren und ich auch den Kindergottesdienst interessant fand. Bis mir eines Tages (ich war 7! Jahre) der Leiter gesagt hat, ich solle doch schauen, dass meine Mutter wieder in die ETG eintritt, sonst käme sie nämlich in die Hölle. Ab da bin ich nicht mehr gegangen.
    In der Sek bin ich dann auch freiwillig in den Ref.-Untericht,

    • Jane Bosco sagt:

      weil mich das Thema weiterhin beschäftigt hat und ich mir mein eigenes Urteil bilden wollte.
      Heute bin ich konfessionslos, aber keine Atheistin. Ich glaube das es etwas Grösseres gibt, dass auf uns aufpasst und uns lenkt. Auch finde ich, man kann seinen Kindern gute Werte vermitteln, ohne einer Glaubensgemeinschaft anzugehören. Es braucht aber mehr Eigenverantwortung. Die gängigen Antworten auf kindliche Fragen sind nicht so einfach zu beantworten, wie als Christ. Da es nicht in den Himmel kommt nach dem Sterben und Gott nicht alles richten wird, muss sich der Gefragte ein bisschen mehr dazu überlegen.

      „Wer nichts weis, muss alles glauben.“

      • Andrej Mauster sagt:

        „Bis mir eines Tages (ich war 7! Jahre) der Leiter gesagt hat, ich solle doch schauen, dass meine Mutter wieder in die ETG eintritt, sonst käme sie nämlich in die Hölle.“

        Tut mir leid. Entweder haben Sie es damals falsch verstanden oder der Pastor lehrt unbiblisches. Die Bibel sagt klar, dass wir durch den Glauben an Christus erretet werden und nicht durch eine Mitgliedschaft in einer Gemeinschaft.

      • Karl von Bruck sagt:

        Bingo!

        Insbesondere in (als Demokratien nur larvierten) Theokratien praegt die Religion die Gesellschaft und ihre Moeglichkeiten und Einschraenkungen. Mir waere zwar als Leerling ein genuegendes Taschengeld fuer wenigstens ein Kino- und Saloonbesuch pro Monat lieber gewesen. Aber einmal pro Woche in die Junge Kirche, wenn auch bei unbefriedigendem, spaetestens bei der Guertelline gesperrtem Fraeuleinkontakt, war besser als neben Leer- und Familienschlauch goar nix….

  • Martin Frey sagt:

    Grundsätzlich wäre der Gedanke richtig, bei Atheismus der eigenen Person auch auf Taufen zu verzichten. Wie auch auf Hochzeiten, kirchliche Bestattungen u.ä. Die meisten Leute sind jedoch nicht so konsequent. Zudem scheint auch der Autorin seltsamerweise etwas zu fehlen, was halt doch der Taufe gleichkommt.
    Was spricht dagegen, das Kind taufen zu lassen, und somit für das Kind einen Entscheid zu fällen wie wir Eltern sie auch sonst ab und an fällen müssen? Das Kind kann sich ja immer noch später umentscheiden, da glücklicherweise ja nicht alle grossen Weltreligionen die Apostasie mit dem Tode zu rächen versuchen. Aber Mitglied einer Religionsgemeinschaft zu sein gibt halt doch Halt, ein Stück weit Orientierung, und macht weniger empfänglich für sektiererische Versuchungen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Nüchtern betrachtet hat das Christentum nur Bräuche instrumentalisiert, welche es schon lange vorher gab. Es spricht nichts dagegen, in Abwesenheit theistischer Weltanschauungen dennoch kirchlich zu heiraten, Kinder taufen zu lassen. Das machen auch viele, zumindest kenne ich das aus meiner lutherisch geprägten Heimat so. Ich wurde evangelisch getauft, weil die Grosseltern ansonsten die finanzielle Unterstützung verweigert hätten.

      Das hinderte nicht, mich in der Jugend militanten Atheismus hinzugeben, bis ich im höheren Alter begriffen habe, was Religio eigentlich bedeutet. Nun bin ich erzkonservativer Katholik, viel zu konservativ für die RKK, eher in der Gegend Pius- Bruderschaft. Das konnte die Taufe in der protestantische Kirche zu Wittenberg nicht verhindern.

    • Gerhard Engler sagt:

      @Frey: Konsequent wäre es, als bibeltreuer Christ auf die Kindertaufe zu verzichten und keine kirchliche Hochzeit durchzuführen. Beides kommt nämlich in der Bibel schlicht nicht vor.

      • Andrej Mauster sagt:

        @ Gerhard Engler
        Die Kindstaufe kommt nicht vor, weil der Entscheid Christus nachzufolgen als mündiger geschehen muss und aus freiem Willen. Es ist ein Entscheid. Die Heirat hingegen wurde bereits im alten Testament durch den Hohepriester abgesegnet. Ist bei den Juden bis heute noch so. Also ist die Heirat sehr wohl biblisch. Aber kein Sakrament im katholischen Sinne.

      • Barbara Beeler sagt:

        Ja, das stimmt. Die Taufe aber auch nicht, sondern die Techuwa. Und das machen jüdische Mütter u.a. 40 oder 80 Tage nach der Geburt und ist schönes Ritual.

      • Andrej Mauster sagt:

        @Barbara Beeler
        Doch die Taufe ist biblisch. Geht hin und tauft sie im Namen des Vater, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Auch sie ist kein Sakrament im katholischen Sinne. Vielmehr ein Gebot Christi. Johannes der Täufer hat auch getauft. Aber wie gesagt nur mündige Menschen, die den Schritt auf freiem Willen taten.

  • Maria Russo sagt:

    Wohlstand macht ungläubig!

    • Karl von Bruck sagt:

      Armut macht gleubig. Insbesondere wenn Brot und Bildung vom „rechten“ Glauben abhaengig gemacht werden, und das irdische Jammertal ohne oder zu rationierter natuerlicher Befriedigung gar von Grundbeduerfnissen nur noch mit der Hoffnung auf ein besseres Paradies im Jenseits ertraeglich ist….

  • Maria Russo sagt:

    an Nadia Meier: Sie schreiben: Die Geburt meiner Kinder war für mich eine überwältigende, fast spirituelle Erfahrung. Wenn Sie es schon so ausdrücken, dann doch bitte mit etwas mehr Glauben. Ich bete für Ihre Kinder, für Ihre Familie und für alle Leute, die leider so wie Sie denken. Wer hat das gesagt?: Denn sie wissen nicht was sie machen.

    • Nadia Meier sagt:

      Angeblich Jesus (Lukas 23,34).

      Spiritualität kann mit einem Gott zu tun haben, muss aber nicht. André Comte-Sponville hat ein interessantes Buch darüber geschrieben.

  • 13 sagt:

    Ich persönlich halte dieses „dem Kind später die Wahl lassen“ für eine hübsche Idee, derjenigen, die eh hoffen, dass sich das Kind gegen eine Religion entscheidet. Wenn nämlich nicht, könnte man es taufen lassen und es dann dem Kind selber überlassen, ob es die Taufe durch die Konfirmation/Firmung bestätigt oder eben nicht. Das Eintreten ist nämlich nie so einfach wie das Austreten.
    Nicht verstehen tu ich aber dann, wozu eine „Ersatzritual“. Um das Füfi und Weggli zu haben? Man will nicht taufen, ok, dann lässt man es und verzichtet dann auch auf das Fest sein. Man feiert doch nicht etwas, das man gar nicht will. Im Übrigen fragt man da Kind ja auch nicht, ob es dieses Willkommensritual will oder nicht. Ich halte es für etwas scheinheilig.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @13
      das verstehe ich nun nicht ganz, argumentieren Sie hier mit katholischen Hintergrund?

      Es ist doch möglich dass man zwar keine, irgendwie „religiös konnotierte“ Lebensbeginnrituale zelebrieren will, und doch in den ersten Monaten diesen Lebensbeginn irgendwie festlich und besonders „feiern“. Was hat dieses Bedürfnis mit Füfer&Weggli zu tun?

      • 13 sagt:

        Nicht unbedingt mit katholischem Hintergrund, sondern man will eben beides, man will die Aufnahme des Kindes in die Gemeinschaft eigentlich nicht (unverbindlich bleiben), aber das Schöne davon, also das Ritual und das Fest, dann doch wieder (auf nichts verzichten). Ich (persönlich) verstehe es nicht schlicht nicht. Für mich gibt es hier das entweder oder. Entweder man tauft oder dann eben nicht, da braucht es auch kein Ersatzritual. Was soll denn der Sinn eines solchen sein?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @13

        das menschliche Bedürfnis nach Feiern, Zelebrieren von Lebensschnittpunkten etc ist doch nicht den Weltrel igionen vorbehalten, quasi deren Monopol.

        Und jeder der sich da abgrenzen, aber trotzdem irgendwie feiern möchte, ein Gemeinschaftserlebnis- ob nun im grösseren oder kleineren Rahmen- begehen, ein „Ersatzritualist“, ich finde Sie tun da den Betroffenen ein bisschen Unrecht.

      • Lichtblau sagt:

        @13: Vielleicht liegt der Sinn auch darin, nicht nur das Baby, sondern auch die Paten ein bisschen zu feiern? Die engagieren sich in den Folgejahren ja oft nicht wenig für das Kind und ein Fest, bei dem auch sie ein wenig im Mittelpunkt stehen, ist Anerkennung und Motivation …

    • Daniela sagt:

      Ich sehe das genauso. WIr haben unsere Kinder taufen lassen, damit sie später die Wahl haben. Umgekehrt fände ich es viel schwieriger. Möchten Sie später einem Glauben beitreten, wird die Hemmschwelle grösser sein. Nun sind sie reformiert getauft, erhalten von uns ein gewisses religiöses Grundwissen und dürfen später selber entscheiden, ob sie sich konfirmieren lassen oder nicht.

      Auch ein anderes Argument finde ich wichtig. Ich will, dass meine Kinder den christlichen Glauben soweit einordnen und verstehen können, wie es zum Allgemeinwissen gehören müsste. Was sie dann für sich aus diesem Wissen machen, bleibt ihnen allein überlassen.

    • limasha sagt:

      Was hat denn das mit „Fünfer und Weggli“ zu tun? Atheist sein bedeutet nicht, dass man Rituale und Feste nicht mag, oder deren Bedeutung für eine Gesellschaft verneint. Eine Geburt, eine Hochzeit, ein Todesfall sind wichtige und zum Teil einschneidende Ereignisse im Leben eines Menschen und die Tatsache, dass man nicht daran glaubt dass ein höheres Wesen seine Finger im Spiel hatte, heisst nicht, dass man diese Ereignisse nicht mit seiner Familie und seinem Umfeld teilen/feiern/betrauern möchte. Dieses Bedürfnis ist nicht von einem religiösen Glauben abhängig.
      Entsprechend finde ich nichtriligiöse Rituale, gerade auch zur Gebur eines Kindes, sehr schön. Sie werden z.B. auch von der Freidenker-Vereinigung der Schweiz vermittelt (www.frei-denken.ch > Rituale).

      • tststs sagt:

        Naja, aber wieso nimmt man dann (um 13s Gedanken weiterzuspinnen) bereits bestehende Rituale/Feste und gestaltet sie um? Anstatt eigene, neue zu „erfinden“?
        Ich kann dieses „Foifer und sWeggli“-Gedanken schon nachvollziehen…

      • Brunhild Steiner sagt:

        @tststs

        das einzig gemeinsame ist doch das Alter, der Zeitpunkt des Festes; oder vermuten Sie die „Abtrünnigen“ versuchen eine Art „Taufe, bloss ganz anders“ zu spielen?
        Was wäre denn das Gütesiegel für „das ist nun wirklich ein ganz neues Fest und war noch nie da!“?
        Also ich bin jetzt schon ein bisschen erstaunt dass gerade Sie und 13- angesichts unsrer Sprachauseinandersetzungen- hier den Menschen irgendwie wenig freiheitliches Seinkönnen zuzugestehen scheinen.

      • Gerhard Engler sagt:

        @tststs: Die meisten Hochzeitsrituale haben null und gar nichts mit Christentum zu tun. Weisses Brautkleid, Hochzeitstorte, Ringe tauschen, … das kommt alles in der hebräischen Bibel nicht vor. Es ist auf unserem eigenem mitteleuropäischen Mist gewachsen.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Aha, demzufolge sind Muslime hauptsächlich in Mitteleuropa angesiedelt.

      • Gerhard Engler sagt:

        @von 7thal: Ich verstehe Ihren Kommentar nicht. Sind Sie der Meinung, dass weisses Brautkleid, Hochzeitstorte und Ehering muslimischen Ursprungs sind?

      • tststs sagt:

        @B.S.: Ah, neinei, verbieten will ich deswegen gar nichts… 🙂 Nur den Grundgedanken von „Foifer&Weggli“ kann ich nachvollziehen…

      • Brunhild Steiner sagt:

        @tststs

        ehm, bloss dass die den Fünfer gar nicht wollen, bloss ein Weggli, so eine Art Urbedürfnis nach festlichem gestalten/zelebrieren von wichtigen Lebensmomenten ausleben.
        Oder auch bloss den Fünfer und ohne Weggli je nachdem was einem vom Bildwort her näher liegt.

      • limasha sagt:

        @tststs: Sie schreiben als wären solche Rituale eine Erfindung des Christentums. Feiern zur Geburt eines Kindes, zum Entscheid zweier Menschen, fortan zusammen durchs Leben zu gehen und zu einem Todesfall hat es schon tausende Jahre vor Entstehung des Christentums gegeben – in allen möglichen Religionen und Kulturen. Weshalb müsste ein entsprechendes sekuläres Fest also neu erfunden werden? Bei einem Willkommensfest wird ja dem Kind kein Wasser über den Kopf getröpfelt und es wird auch nicht gesegnet. Die zentralen Elemente, die das Christentum zum Ritual dazugetan hat fallen also wieder weg. Von daher alles ok und keine Patentverletzung, finden Sie nicht? 🙂

    • Ka sagt:

      Da ich in jungen Jahren aus der Kirche ausgetreten bin und mein Mann mit Religion gar nichts am Hut hat kam eine Taufe für uns nicht in Frage. Eher durch Zufall und äussere Umstände schickte ich dann unser Kind in der 1. Klasse in den Unterricht. Da erst merkte ich, was die Kinder von der Kirche geboten bekommen, was ich zu Hause gar nicht abdecken konnte. Alle drei gingen sehr gerne in den Unterricht und haben sich dann auch entschieden, sich vor der 1. Kommunion taufen zu lassen. Es war jeweils ein sehr schönes Ereignis. In Ritualen organisieren ist die Kirche top! Trotzdem führt nun in der Oberstufe keines der Kinder den Unterricht weiter. Aus meiner Sicht haben sie nun einen christlich religiösen Boden, auf den sie sich besinnen können. Der Eintritt war aber einfach und selbstbestimmt

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Muslimas tragen ebenfalls weisse Traukleider und es werden Ringe getauscht.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Ich ziehe meine Kinder bis zu ihrem 18. Geburtstag bewusst nur im Haus und Garten auf. Unterrichtet werden Sie von mir, Kontakt zu anderen Menschen ist unerwünscht und wenn sie krank sind, treibe ich ihnen diese mit swaretischen, uhubukikischen Ritualen aus.

    Klar, das ist etwas extrem, aber das Risiko dass sie mit Rechtsextremisten, Linkschaoten, Zeugen Jehovas, Islamisten, Terroristen oder Evangelikanern Kontakt haben könnten, ist mir einfach zu gross.

  • Markus Tschopp sagt:

    Ein Kind wird nicht in ein Nichts hinein geboren, sondern in eine konkrete Gemeinschaft. Insofern gibt diese dem Kinde auch einen Namen, ohne es vorher zu fragen … Diese Gemeinschaft spricht auch eine konkrete Sprache mit dem Kind.
    Dies ist die Basis, mit der es später Fremdsprachen lernen kann. Und zwar um so besser, als es eben seine Muttersprache gelernt hat … Letztlich können wir gar nicht anders, als unseren Kindern auch unsere Weltanschauung zu vermitteln, sofern wir denn noch eine haben …

  • Sabine sagt:

    Mir geht es ganz ähnlich. Ich wünschte mir auch, dass wir ein Willkommensfest oder ähnliches gefeiert hätten. Auch um Gotte und Götti mit einem Ritual auf ihre Rolle einzustimmen.
    So ein Fest plant man besser vor der Geburt, da man nachher viel zu müde dazu ist, nicht?

  • Birgit sagt:

    Taufe? Ja, aber sie ist der Beginn eines Weges mit Gott. Daher ist es gut, wenn Eltern sich überlegen, ob sie diesen Weg überhaupt einschlagen möchten. Wenn sie sich überlegen, was ihnen selbst der Glaube bedeutet. Denn wenn Eltern nur aus Tradition taufen lassen, kann die Taufe zu einem leeren Ritual verkommen. Nehmen Eltern und Kirchgemeinden die Taufe jedoch ernst, dass man dem eigenen Kind etwas mitgeben will, was einem selbst wichtig im Leben ist, dann ist ein schönes Fest und auch eine Chance auf einen Neustart in der Gemeinschaft der Christen.

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Ich weiss, dass man einem Journalisten auch eine gewisse künstlerische Freiheit beim Schreiben zugestehen muss, insbesondere bei den Blog-Artikeln, die ja nicht immer so bierernst gemeint sind. Der folgende Satz „wobei in ihrer Version mitunter der Josef fehlt, dafür zwei Marien Mütter von Baby Jesus werden.“ finde ich jetzt zwar etwas überzeichnet. Was will die Autorin zusätzlich zu „Ich taufe mein Kind nicht“, damit sagen? Vielleicht dass man nicht nur die Taufe weglässt, sondern eben ganz allgemein soo furchtbar modern und liberal ist, dass der Nachwuchs eben gleichgeschlechtliche Paarbeziehungen als Norm einstuft? Echt toll, so eine voll tolerante und liberale Familie, richtig zu beneiden.

    • Brian Schlegel sagt:

      Chapeau, danke!

    • 13 sagt:

      Und was wollen Sie damit sagen? Dass Toleranz nur in sooo modernen Familien vorkommen? Meine Kinder sind getauft und wachsen trotzdem damit auf, dass Liebe nicht an ein Geschlecht gebunden ist. Die Autorin hat doch nur ihr Kind beschrieben und auch ausdrücklich erwähnt, dass sie damit sagen will, dass auch ihr ungetauftes Kind einen Zugang zur Kirche gefunden hat.

  • Samichlous sagt:

    „..dass ohne Taufe etwas fehlt“. Wir „aufgeklärten Westler“ dürfen doch ruhig wieder dazu stehen, dass wir eben auch eine spirtituelle Seite haben…. Nach der rebellischen Atheisten-Phase in der Jugend kommt bei vielen irgendwann wieder die Phase, in welcher Sex, Drugs and RocknRoll einen nicht mehr reichen (oder Sex,Konsum und digitale Welt etc) , und man spirituelle Werte braucht.
    Und irgenwie tut es unserer Gesellschaft doch auch gut, wenn man nebst den weltlichen Werten (Geld, Aussehen, Statussymbole..) auch noch andere Werte, eben christliche Werte hat. Warum nicht taufen und dem Kind die Freiheit lassen später auszutreten?

    • Jänu sagt:

      Statt religiöser Werte kann man sich sehr gut an den humanistischen Werten der Aufklärung festhalten. Diese stehen auch nicht im Widerspruch zu christlichen Werten, da sie daraus hervor gingen.
      Eine Taufe kann man nicht mehr ablegen. Ein Austritt aus der Köperschaft Kirche bedeutet nicht das Aufgeben des Christseins. Warum also nicht umgekehrt: Dem Kind (und dann dem erwachsenen Kind) die Freiheit dieser Entscheidung überlassen?

      • Roxy sagt:

        Was heute unter christlichen Werten verstanden wird, sind in Wahrheit humanistische Werte. Leider sind wir nicht darüber aufgeklärt und die Kirchen schmücken sich mit fremden Federn.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Jänu

        auch hier nochmal die Frage, auf was gründen Sie Ihre Behauptung, die Kindertaufe mache einen Menschen „zum Christen“, und diesem Zustand könne man nie mehr entrinnen?
        Selbst das, ganz „fundamentalchristliche“ an „Jesus glauben“, ist jederzeit aufkündbar.

      • maia sagt:

        @Brundhild Steiner: https://www.kath.ch/skz/index.php?kz=312 – siehe unter 3.2 – bei der röm.-kath. Kirche ist das tatsächlich etwas schwierig.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @maia

        richtig, die kath Ki rche legt das so aus, aber ist es deswegen allgemeingültiges Joch? Wenigstens sollte dann korrekterweise gesagt werden „bez kK läuft das folgendermassen“.

      • Jänu sagt:

        Die Taufe ist eines der drei Sakramente. Einmal erhalten, bleibt es „kleben“. Man wird es nicht mehr los, da eine „übergeordnete Macht“ eingegriffen hat. Das lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Dabei ist es egal, welcher christlichen Kirche man angehört (hat).

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Jänu

        nun sind Sie aber sehr unpräzise und vermengen da einiges, so wirds ein bisschen schwierig.
        Erstens, die Lehre von den Sakramenten gehört in die Abteilung Katholizismus.

        Zweitens, von daher spielt es eine Rolle welcher Kirche der Betreffende angehört/angehört hat, da nicht alle diesem Ereignis diesselbe Aralditeigenschaft zuordnen.

        Und drittens wär nicht zu übersehen dass von den biblischen Texten her, das immer eine Sache zwischen dem einzelnen Menschen und Go tt ist, und nicht eine äussere Instanz mittels vollzogener Ritualen irgendwelche Zugehörigkeiten verfügen kann.
        Die Rituale dienen eher dem äusseren Sichtbarmachen einer getroffenen Entscheidung.

      • Jänu sagt:

        @Brunhild: Bitte lesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Taufe#Rechtliche_Bedeutung
        Sie haben mich missverstanden. Das persönliche Recht (des Austritts) geht weltlich über das Kirchenrecht. Durch die Taufe wird man in die christliche Gemeinschaft aufgenommen und kann darum in das Reich Gottes eintreten. Das kann man nicht mehr verlieren.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Jänu

        alles eine Frage des Standpunktes, weshalb sollten Sie sich durch eine kirchlich vollzogene Taufe zwangsaufgenommen fühlen, wenn in den ursprünglichen Texten über die Taufe was ganz anderes der Inhalt ist?

      • Brunhild Steiner sagt:

        test

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Jänu

        alles eine Frage des Standpunktes, weshalb sollten Sie sich durch eine kirc hlich vollzogene Taufe zwangs aufgenommen fühlen, wenn in den ursprünglichen Texten über die Taufe was ganz anderes der Inhalt ist?

        Nicht alles ki rchenrechtliche und ki rchendefinierte ist auch richtig-
        so wie nicht alles von der F IFA dem „ursprünglichen einfach fussballspielen können“ entspricht….

  • Kathy sagt:

    Wir (er nicht religiös, ich schon) haben unsere Tochter bewusst taufen lassen. Einerseits weil es mir wichtig war, sie Gott anzuvertrauen, andererseits weil wir sie nicht im Teeniealter vor die Entscheidung stellen wollten, sich vor der Konfirmation noch taufen zu lassen. Für mich wäre es in diesem Alter schlimm gewesen, alleine, oder noch schlimmer mit Babies, vor die Geinde zu stehen. Ob sie sich konfirmieren lassen will, kann sie selber entscheiden.

    • Ka sagt:

      unsere Kinder haben sich in der 2. Klasse taufen lassen, sie waren nicht allein, es waren mehrere und das Ritual haben alle genossen, es war zwar in jungen Jahren, aber trotzdem eine bewusste Entscheidung.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Dumme Ausreden aus Bequemlichkeit: wie soll ein Kind später eine Entscheidung treffen, wenn ihm nichts mitgegeben wird?

    Meine Kinder und ich sind katholisch getauft. Mein 17 Jähriger bezeichnet sich als Atheist. Schade, aber er kann selber entscheiden, nachdem er mit dem Glauben konfrontiert wurde.

    • Jo Mooth sagt:

      Wer sagt denn, dass ein ungetauftes Kind von Religion nichts mitbekommen soll? Oder muss man es bei der JSVP oder JSP einschreiben, damit es was von Politik mitbekommt?

      • maia sagt:

        und wer sagt, dass ein getrauftes Kind etwas von Religion mitbekommt?

      • Brunhild Steiner sagt:

        „getrauft“…
        naja, bei dem Thema kann man schon vom Regen in die Traufe kommen 🙂

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Vielleicht, weil man als Eltern seine Kinder dementsprechend begleitet und diese auch den Religionsunterricht besuchen.

        Einfach nichts tun hat nicht mit Unglauben zu tun, sondern mit Faulheit seinen Kindern etwas mitzugeben.

      • maia sagt:

        „Vielleicht, weil man als Eltern seine Kinder dementsprechend begleitet und diese auch den Religionsunterricht besuchen.“ – das hat aber nichts mit der Taufe als solches zu tun!

        @Brunhild Steiner: 😉

    • tststs sagt:

      Man könnte es auch anders formulieren:
      Wie soll sich ein Kind entwicklen können, an Grenzen reiben, sich abkapseln oder anschliessen, wenn es in einem Vakuum aufwächst?
      Irgendwann muss man sich für ein „System“ entscheiden. Und es ist eigentlich egal, was für ein System, früher oder später werden „gut erzogene“ Kinder es eh hinterfragen!

      Ja, ein bestimmtes System kann dem Kind schaden; ich persönlich bin aber der Meinung, dass gar kein System/Leitplanke – sprich: Vakuum – eher per se schädlich ist…

      • Roxy sagt:

        Das Problem ist, dass die meisten eben keine klaren Vorstellungen haben, was sie wirklich glauben und warum.
        Agnostizismus ist bei vielen eher ein Ausdruck von Ignoranz, als von einer tiefen Überzeugung die auch Werte und Spiritualität miteinschliesst.

      • Ka sagt:

        oh danke Roxy: gerade mit der Spiritualität habe ich als etwas kopflastiger Mensch Mühe und war deshalb den Katechetinnen sehr dankbar, dass sie diese Spiritualität meinen Kindern näher brachten. Als Agnostikerin möchte ich mich nicht bezeichnen, aber meine Mühen mit dem Glauben an Gott will ich eigentlich nicht meinen Kindern aufbürden, diese Suche sollen sie selber unternehmen. Deshalb finde ich es im nachhinein schön, dass sie den Bodensatz der Religion mitbekommen haben.

      • Reincarnation of XY sagt:

        @KA
        Nur um einem Missverständnis vorzubeugen: Unter Spiritualität verstehe ich schlicht: geistiges Leben. Eine positive und lebensbejahende Schau auf unser Dasein, die auch unsere Sterblichkeit mit einbezieht.
        Das kann ich den Kindern problemlos – ja sogar noch viel besser ! – auch ohne religiöse Schein-Erklärungen vermitteln.

        Die Erklärungen der Schul-Katechetinnen werden bei uns zu Hause jeweils reflektiert.

  • KR sagt:

    Vor einiger Zeit war da im Magazin des orangen Grossverteilers ein Artikel über einen deutschen Vater, der hatte zwei Söhne. Völlig normale Familienverhältnisse, gute Schulbildung, alles wunderbar. Beide Söhne sind in den Einflusskreis extremistischer Islamisten geraten, nach Syrien in den Dschihad gegangen und verschollen. Seither sucht der Vater nach ihnen. Und das ist der einzige Vorwurf, den sich der Vater macht: Er hat seinen Kindern in Sachen Politik und Religion nichts mitgegeben, weil er sich selbst dafür nicht interessierte. Sie hatten keine Möglichkeit, das, was ihnen als „Wahrheit“ verkauft wurde, zu vergleichen mit anderen Meinungen, weil sie schlicht nichts wussten über Religion. Auch deshalb möchte ich, dass meine Kinder den reformierten Religionsunterricht besuchen.

  • Joel sagt:

    In unserer Gemeinde ist es üblich dass wir die Kinder nicht Taufen sondern Einsegnen.
    Die Taufe sehen wir als Glaubensbekenntnis. Und das kann ein Säugling logischerweise noch gar nicht abgeben. Getauft wird man bei uns, wenn man sich als mündiger Mensch freiwillig dazu entscheidet und sich zu Jesus Christus bekennen will.
    Mit der Einsegnung wollen wir dem Kind das (aus unserer Sicht) Beste wünschen, das wir Eltern für unser Kind wünschen können. Nämlich Gottes Segen und Schutz. Und es ist auch ein Aufruf an die Gemeinde, für das Kind und die Eltern zu Beten und sie auch zu unterstützen.
    Die Entscheidung, ob man sein Leben als Gläubiger Christ leben will oder nicht, muss jeder Mensch in seinem Leben selbst fällen. Und wir als Eltern wollen die Entscheidung unserer Kinder akzeptieren.

  • Jo Mooth sagt:

    Spätestens ab dem Konfirmandenunterricht und den 12 mal obligatorischen Kirchenbesuchen pro Jahr habe ich meinen Eltern vorgeworfen, dass sie mich ungefragt getauft hatten. Als Erwachsener musste ich dann extra einen Brief schreiben, um aus dieser Zwangsmitgliedschaft entlassen zu werden, nicht ohne die warnende Antwort des Pfarrers, dass ich keinen Anspruch auf ein kirchliches Begräbnis mehr hätte. Das ist mir egal. Meine Frau hatte in Italien mehr Mühe, aus der katholischen Kirche auszutreten, weil es dort keine Landeskirchen gibt. Nach einem ein Jahr dauernden Kampf und der Hilfe einer atheistischen Organisation schaffte sie es schliesslich, wurde zuvor verbal aber mehrfach bedroht von Kirchenfunktionären. Drum: liebe Eltern, lasst euren Kindern das bisschen Freiheit.

  • Simon sagt:

    Die Entscheidung, dass Eltern, die nicht an Gott glauben, ihre Kinder nicht taufen lassen, ist konsequent. Aber bitte nicht mit dem Argument, es soll später selber entscheiden, was es glauben möchte. Das ist etwa gleich stupid, wie wenn ich sagen würde, mein Kind soll selber entscheiden, welche Kleider es anziehen will, also lasse ich es erst mal nackt. Oder es soll selber entscheiden, welche Sprache es sprechen will, also rede ich nicht mit ihm. Die Entscheidung gegen die Taufe ist eine Entscheidung, die man für das Kind trifft und die hat ihre Folgen, genau wie die Entscheidung für die christliche Erziehung. Natürlich ist ein Mensch frei, seinen Glauben zu wählen, das wird er immer sein, wie auch immer er sozialisiert wird. Die Erziehung hinterlässt aber Spuren, zum Glück!

  • Claudia sagt:

    Wir Eltern sind beide konfessionslos. Ein Jahr nach der Geburt unseres dritten Kindes nahmen wir Kontakt zum evangelischen Pfarrer unserer Gemeinde auf, weil wir der Ansicht waren, unsere Kinder sollen unsere Kultur und christlichen Werte kennen. Wir konnten unsere Kinder – dazumal 1, 3 und 6 Jahre alt – segnen lassen und haben alle zusammen mit den Gotten (unsere Kinder haben je zwei Gotten, keine Göttis) und den Grosseltern ein „Segnefest“ gefeiert. Sie besuchen seit Schulbeginn den evangelischen Unti. Mein Ältestes lässt sich nun mit 16 taufen u. konfirmieren. Mein Mittlereres ist sich bereits sicher, dass es sich nicht taufen lassen will. Bei dem Jüngsten ist noch alles offen. Meine Kinder haben sich selber bewusst dafür oder dagegen entschieden, nicht wir Eltern. Das gefällt mir.

    • Hansu sagt:

      Auch finanziell eine gute Lösunge: Eltern sparen sich die Kirchensteuer, Kinder profitieren trotzdem. Gefällt mir.

      • Angie sagt:

        Passt zum heutigen Zeitgeist.
        Trotzdem finde ich es für die Kinder gut.

      • Ka sagt:

        @ Hansu: das mit der Kirchensteuer wurde mir auch schon vorgeworfen, selber nichts zahlen, aber die Dienste der Kirche in Anspruch nehmen. Könnte ich einen Mitgliederbeitrag für die Kinder zahlen, würde ich das tun, aber selber wieder in die Kirche eintreten kann ich einfach nicht, dazu fehlt mir der Glaube. Aber nur weil mir der fehlt, muss ich das meine Kindern ja nicht vorenthalten.

  • Lora sagt:

    Aber Weihnachten und Ostern feiern bestimmt alle…

    • Jänu sagt:

      Das sind ja eigentlich auch heidnische Feste.

      • Lora sagt:

        Heidnische Feste? An Weihnachten feiert man als Christ meines Wissens die Geburt Jesu und an Ostern seine Auferstehung von den Toten.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Jänu
        @Lora

        präziser formuliert: Weihnachts-offizieller-Feiertag mit dem christlichen Inhalt wurde bewusst in Dezember/Wintersonnenwende terminiert um eine breitere Aktzeptanz der „noch ungläubigen Restbevölkerung“ zu erleichtern.

        Mit Ostern sieht es schon anders aus, das orientiert sich am jüdischen Pessach, welches in AT-Zeiten eingeführt worden ist, und klar, sich wie andere damaligen Feste/Bräuche am Mondkalender orientiert hat.

      • Gerhard Engler sagt:

        Das Datum für Ostern wurde aber von der katholischen Kirche absichtlich so verändert, dass Ostern nicht auf Pessach fällt. Das Datum für Weihnachten steht nicht in der Bibel und wurde vermutlich auf die Wintersonnenwende gelegt. Tannenbaum und Ostereier sind ebenfalls nichts christliches.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Gerhard Engler

        also Pessach 2017 fällt in diesselbe Woche-
        was Sie noch zu Recht anmerken könnten sind die orthodoxen Datums-Verschiebungen,
        was Tannenbaum, Ostereier (aufgrund der Fastenzeit haben sich die nicht-konsumierten Eier angehäuft) etc betrifft gibt es unterschiedliche Herkunftserklärungen.

      • Gerhard Engler sagt:

        @Steiner: 2017 ist eines der wenigen Jahre, wo Ostern der Ost- und der Westkirche und Pessach auf dasselbe Datum fallen. Für andere Jahre bei Wikipedia nachzulesen unter „Osterdatum“ und „Pessach“

    • Andrea sagt:

      Genau!

      • Dumdi sagt:

        Nein, da sind wir konsequent. Müssen uns aber ironischerweise vorallem gegenüber anderen Atheisten Familien rechtfertigen…

      • Sabine sagt:

        Das Weihnachtsfest ist das Sonnewendefest, da die Tage dann endlich mal wieder länger werden und Ostern ist das Fruchtbarkeitsfest. Oder was haben Hasen mit Jesus zu tun?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sabine

        Ostern, resp Pessach welches das Datum vorgibt, fällt in den selben Zeitraum das ist richtig- aber auch schon alles.
        Alle Feste in Vorzeit haben sich, in Ermangelung moderner Kalender, am Mondzyklus/Sonnenstand orientiert, also nicht weiter erstaunlich dass einiges zusammenfallen kann… .

    • Seeländer sagt:

      Stimmt, eigentlich sollte man den Leuten, die aus der Kirche austreten, auch konsequenterweise die Kirchlichen Feiertage aberkennen.
      Also sprich: wenn die Firma an Weihnachten schliesst, müssen die kirchlich ausgetretenen Personen die freien Tage kompensieren.
      Kirchlich austreten und sich von Jesus Christus abkehren aber dann doch an dessen hohen Feiertag frei haben wollen… Rosinenpickerei!

      • tststs sagt:

        Und an Weihnachten und Ostern steht vor der Kirchentür der Kirchenadministrator und macht Strichli, ob die Gläubigen den Feiertag gottesgefällig gestalten!
        Oder ob sie nicht doch auf der Skipiste sind…

      • Lora sagt:

        Stimmt, alles andere ist ja dann irgendwie scheinheilig, nicht?

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Gerhard Engler

      bei einer möglichen Abweichung von 4/5 Wochen, inklusive auch synchron fallen oder nur 1 Woche Unterschied von „absichtlich verändert“ zu sprechen finde ich ein bisschen übertrieben.

      Die Verbindung/Orientierung zu Pessach ist nicht gekappt worden.
      Auch nicht an ein heidnisches Fest, zwecks Aktzeptanzförderung, angedockt.

      Anders bei Weihnachten, wo das vermutlich in den Frühlingsmonaten stattgefundene Ereignis in Dezember verfrachtet worden ist.

  • Esther Müller sagt:

    Unsere Kinder sind getauft. Wir haben uns bewusst dazu entschieden sie innerhalb einer Religionsgemeinschaft wachsen zu lassen.
    Als der Sohn jedoch nicht mehr wollte, haben wir ihm die Freiheit gegeben dies auch so zu handhaben.
    Zu meiner Zeit habe ich einige erlebt, die nichtreligiös aufgewachsen sind, sich dann aber auf Sinnsuche begeben haben und so, ohne einen Vergleich zu haben, bei obskuren Sekten gelandet sind. Dies hat mich dazu gebracht den Kindern eine (meine) Basis zu vermitteln allerdings ohne einen “ alleinseligmachenden“ Anspruch.
    Viel wichtiger als Religion finde ich: Leben und Leben lassen!

    • Jänu sagt:

      Sie können die Freiheit nicht zurück geben. Einmal getauft, immer Christ, auch wenn man aus der Kirche austritt: Man tritt aus der Körperschaft Kirche aus, bleibt aber, da getauft, Christ.
      Das Argument: Kein mitgegebener Glaube = erhöhte Gefahr, einer Sekte nachzulaufen ist grundfalsch: Genau das Gegenteil ist der Fall: Wer schon einmal indoktriniert wurde, lässt das auch eher ein zweites oder drittes Mal zu: So ist der Anteil der Menschen, die Sekten angehören dort am grössten, wo der herkömmliche Glaube ebenfalls stark ausgegprägt ist.

      • KR sagt:

        Soso. Können Sie das mit irgendwelchen Studien belegen?

      • Lora sagt:

        Ich verstehe nicht ganz – wer getauft wurde, ist automatisch indoktriniert?
        Was verstehen Sie genau unter indoktrinieren?

      • Gerhard Engler sagt:

        @Jänu: Ich wurde getauft, bin jetzt Atheist (zahle aber immer noch Kirchensteuer). Von der Taufe ist bei mir nichts geblieben. Dass mir mal jemand Wasser auf den Kopf getropft hat schränkt mich in meiner Freiheit überhaupt nicht ein.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Jänu

      woher haben Sie das:
      „Einmal getauft, immer Christ“?

  • Andrea sagt:

    Ja, sein Kind nicht taufen zu lassen, entspricht einem Trend und widerspiegelt den heutigen generellen Hang zur Unverbindlichkeit, den ich überhaupt nicht gut heisse. Für mich gehört Religion und die Zugehörigkeit dazu zur Bildung. Das Argument der nicht taufenden Eltern, dass die Kinder ihre Religion selber wählen sollen, geht meines Erachtens nicht auf. Ich bin mir sicher, dass sich nur einzelne dieser Kinder später mit diesem Thema auseinander setzen und sich zu einer Religion bekennen, die allermeisten werden atheistisch bleiben. Und wenn die Paten nicht der gleichen Konfession angehören wie das Patenkind ist das im übrigen nicht das geringste Problem. Ich bin reformiert, meine beiden Göttibuben sind beide katholisch. Und das Gotti meines reformierten Sohnes ist ebenfalls katholisch.

    • Sandra sagt:

      Dann sind Atheisten, deiner Aussage nach, ungebildet? Ich bin Atheist, obwohl ich als Kind getauft wurde. Ich habe mich vonnAnfang an sehr unwohl gefühlt im kirchlichen Umfeld. Sei es im Religionsunterricht oder in der Kirche selbst. Weil sie mir immer ihre Wahrheit als die einzige richtige Wahrheit vermitteln wollten – daher bin ich für mich schon früh zur Erkenntnis gekommen, dass wenn Religion überhaupt etwas mit Bildung im Allgemeinen zu tun hat, sie diese zu verhindern versucht. Religion ist nicht für Jedermann und ganz bestimmt nicht für Jedermann essenziell um ein gebildetes, gutes und glückliches Leben zu führen.

      • Andrea sagt:

        Nein, natürlich nicht. Kenntnis der Religionen mit ihren Hintergründen und Gebräuchen ist selbstverständlich nicht die Gesamtheit der Bildung (hab ich auch nie behauptet) sondern lediglich ein Teil davon.

    • Gerhard Engler sagt:

      Die katholische Kirche verlangt aber, dass bei einer katholischen Taufe mindestens ein Götti/Gotte katholisch ist. Es gibt aber auch Priester, die sich nicht an diese Vorschrift halten. Meine Kinder habe ich als Atheist taufen lassen. Es gibt auch strenggläubige Christen, die gegen eine Kindertaufe sind, weil in der Bibel ausschliesslich die Erwachsenentaufe vorgesehen ist.

    • Lichtblau sagt:

      Meiner Meinung nach gehört Wissen über die Religionen – und damit Bibelkenntnis – durchaus zur Allgemeinbildung. Die hat unsere ungetaufte Tochter von agnostischen Eltern auch mitbekommen. Vor allem während ihrer Zeit in der Krippe der Heilsarmee. Zugegeben, die haben wir nicht wegen der „Jesusgschichtli“ ausgesucht, sondern mangels Alternative. Aber meine Tochter hat sich da nicht nur wohl gefühlt, sondern sie ist heute recht „bibelfest“, auch ohne konfirmiert (oder gläubig) zu sein.

  • Hans sagt:

    Wir sind beide nicht gläubig und eigentlich würden wir auch unsere Kinder am liebsten komplett atheistisch erziehen.

    Aber wir kennen leider Fälle, von Kindern die atheistisch erzogen wurden und die sich dann im späten Teenageralter und den frühen twens (also im entscheidensten Lebensabschnitt) dafür entschieden sich voll in den Dienst irgendwelcher Sekten zu stellen. Mit 30 stellten sie dann fest, dass das alles halt nur Schall, Rauch und Illusion war.

    Deshalb liessen wir unsere Kinder taufen, in der Absicht, dass die Konfrontation im schulischen Religionsunterricht mit den religiösen Vorstellungen schon im Kindesalter eine bessere Resistenz gegen Verblendung und Glauben bildet.

    Sozusagen: Die Taufe als Impfung gegen den Glauben.

    • Gerhard Engler sagt:

      Ich sehe das ähnlich. Als Atheisten liessen wir unsere Kinder taufen und sie wollten auch konfirmiert werden. Ich habe ihnen die biblischen Geschichten erzählt und wir sind alle Mitglieder der reformierten Kirche. Obwohl ich meinen Kindern die freie Wahl gelassen habe, sind sie alle zu Atheisten geworden und (bis jetzt) ziemlich immun gegen jeden esotherischen Aberglauben.

      • Seeländer sagt:

        Es ist verständlich, dass kein (atheistischer) Jugendlicher auf seine Konfirmation (sprich auf dessen reichhaltiger Gabentisch) verzichten will. Zu dieser Gattung gehören dann wohl auch die beschriebenen Kinder.

      • Gerhard Engler sagt:

        @Seeländer: Meine beiden Töchter (17 und 19) liessen sich konfirmieren, sie sind beide Atheistinnen, aber trotzdem mit grossem Interesse in den Konf-Unti gegangen (mehr als obligatorisch war). Meinen Sohn (14) kümmert das alles nicht, er will nicht in den Unti und er will auch keine Konfirmation.

    • tststs sagt:

      Wenn man in einer „guten“ Kirche aufwächst, so finde ich Religion etwas ziemlich Gutes.
      Ich bin heute überzeugte Atheistin, erlebe aber immer wieder so etwas wie Heimatgefühle, wenn ich in einer Kirche bin und an Gottesdiensten teilnehme.
      Hat aber sicher damit zu tun, dass der Religionsunterricht und das ganze kath. Prozedere bei uns sehr pragmatisch und „positiv-orientiert“* abgehalten wurde.
      Ausserdem können Kinder so das Konzept einer Verantwortung, die über das eigene Ich und die Gesellschaft hinausgeht, kennenlernen.

      Aber der Verzicht darauf erachte ich jetzt nicht als tragisch und kann genauso vor einem Sektenbeitritt schützen.

      * Liebe, Mitgefühl, Verzeihen (Fehler sind ok) stand immer im Vordergrund. Nie hatte ich das Gefühl, Gott nicht zu genügen oder so…

  • Franziska Gygax sagt:

    Hallo, als gläubige Katholikin, die längst nicht jeden Sonntag zur Kirche geht, habe ich meine drei Kinder taufen lassen. Sie wurden dabei übrigens nicht ins Wasserbecken getaucht, sondern der Priester liess Weihwasser über ihre Stirn tropfen. Das sollte sie wohl kaum traumarisiert haben 🙂 Wenn man sich entscheidet, die Kinder nicht zu taufen, ist das ebenso eine Entscheidung, die man getroffen haben, ohne Einbezug der Kinder (wie viele andere Entscheidungen auch, das liegt meines Erachtens in der Natur der Sache). Wie du geschrieben hast, können sie später ihre Wahl treffen und sich, wie in deinem Fall, dafür entscheiden, einer Kirche beizutreten und sich taufen zu lassen. Auch meine Kinder haben später das Recht, ihre eigene Wahl zu treffen, einfach in die entgegengesetzte Richtung.

  • Leo Schmidli sagt:

    Unsere Kinder sind beide ebenfalls nicht getauft. Dies hat in der Familie für viel Aufsehen gesorgt, da die meisten unseren Entscheid nicht nachvollziehen konnten.
    Ich denke, der Grossteil der Kinder wird heute getauft, „weil man das so macht“. Leider wird zu wenig hinterfragt. Ich konnte mich nicht damit identifizieren, meine Tochter in diesem traditionellen Männerverein anzumelden, in dem Frauen höchstens die Basisarbeit erledigen dürfen, aber keine wichtigen Positionen einnehmen dürfen.
    Bei Freunden, die uns die Nichttaufe vorwarfen, habe ich immer gefragt, wann sie denn zuletzt einen Gottesdienst besucht haben, Weihnachten und Ostern ausgenommen.

  • maia sagt:

    „Ich würde mir nie anmassen, meine Kinder ungefragt in ein Glaubensbecken zu tauchen“ – ich verstehe das schon sehr gut; möchte aber daran erinnern, dass Eltern sehr viele Entscheide ungefragt für die Kinder fällen. Irgendwie ja eigentlich logisch.

    • Gerhard Engler sagt:

      Ich sehe das ganz anders. Ich bin Atheist und habe meine drei Kinder trotzdem getauft. Eine Taufe ist für mich nichts mehr als ein paar Wassertropfen, eine nichtssagende Predigt und ein traditionelles Fest. Warum sollte so etwas meinem Kind schaden? Eine Taufe ist zu 100% Tradition, Kindertaufen sind in der Bibel sowieso nicht vorgesehen. Ich verstehe, dass ein gläubiger Buddhist etwas gegen eine Taufe hat. Aber ich als Atheist sehe keinen Grund, dagegen zu sein.

      • maia sagt:

        Ich wollte nur darauf hinweisen, dass wir sehr viele Entscheide für unsere Kinder fällen, ohne dass sie etwas dazu sagen können.

      • tststs sagt:

        Hr. Engler, ich weiss nicht, welche Art von Atheist Sie sind, aaaaber man möchte sich (oder den Kindern) ja durchaus ein Hintertürchen für den Fall eines Irrtums offen lassen… 😉

      • Gerhard Engler sagt:

        @tststs: Ich bin die Art von Atheist, welche sich sehr für die Bibel und den christlichen Glauben interessiert. Nach meinem Wissensstand ist die Kindertaufe in der Bibel nicht vorgesehen und sie bewahrt einen Menschen vor rein gar nichts. Das ist eher katholischer Aberglaube.

      • tststs sagt:

        Hihi, ich meinte mehr: Sind sie gläubiger Atheist (es gibt keinen Zweifel: Ich glaube, Gott existiert nicht) oder eher ein überzeugter Atheist (die Argumente sprechen gegen einen Gott, aber man weiss ja nie…die Wissenschaft irrt zuweilen)
        🙂
        Mir geht es übrigens gleich, bin an der Materie auch sehr interessiert. Dies führt dann manchmal zu komischen Gesprächen, die Sie sicher auch kennen: Der Atheist ist bibelfester als der Gläubige 😉

      • Gerhard Engler sagt:

        @tsts: ich glaube nicht an den Osterhasen, ich glaube nicht an Brahma, ich glaube nicht an Manitou, nicht an Zeus, nicht an den Teufel, nicht an Thor und Odin etc. Zu allem diesem Unglauben von mir mache ich mir keine grossen Gedanken, weil es sich schlicht nicht lohnt, sich dazu ernsthafte Überlegungen zu machen. Aber das mit den komischen Gesprächen habe ich auch schon erlebt.

  • Roland K. Moser sagt:

    Ich wurde seinerzeit auch getauft. Unfreiwillig natürlich.
    Und als ich mich dann im Erwachsenen-Alter aus dem Taufrodel löschen lassen wollte, hat mir die reformierte Kirchgemeinde mitgeteilt, dass das nicht gehe, weil man das nicht mache.
    Die Arroganz der 3 Religionen Abraham’s gehört endlich abgestellt!

  • Susi sagt:

    In meinem Familien- und Freundeskreis bin ich so ziemlich die einzige, die noch Mitglied der Kirche ist, darum war es auch mir überlassen, eine Taufe überhaupt in Betracht zu ziehen.
    Wir haben unsere Tochter im Alter von 6 Jahren taufen lassen; sie wollte das und freute sich darauf.
    Da es sich um eine Taufe von mehreren Kindern handelte und alle anderen im Baby-Alter waren, mutete es natürlich etwas speziell an, dass sie im Erstkommunionskleid antrat und wie eine kleine Braut aussah, als mein Mann sie auf den Armen über das Taufbecken hielt. Für sie war es ein sehr schönes Erlebnis, sie liebt den Religionsunterricht und spricht noch immer von ihrer Taufe.

    • mia sagt:

      Ihrem Familien- und Freundeskreis geht es – wie bei den meisten aus der Kirche ausgetretenen lediglich darum, die Kirchensteuer zu sparen und um nichts anderes.

  • Melanie Pollmeier sagt:

    Das stimmt nicht ganz. Die Taufe im Säuglings- oder Kleinkinderalter ist ein Ausdruck dessen, dass die Taufe ganz ohne das Zutun des Täuflings passiert. Sie ist in keiner Weise verdient oder hat mit dem Lebenswandel zu tun. Anders als in charismatischen Kreisen, in denen mit der Taufe eine Entscheidung des Täuflings verknüpft ist, eine Entscheidung für Gott oder für Jesus oder ähnliches.
    In landeskirchlicher Theologie ist die Taufe ein Handeln Gottes, ein Zeichen dafür, dass Gott dieses Menschlein liebt – ganz egal, wie sein Lebensweg verläuft.
    Eine Taufe im Alter des Bewusstseins ist deshalb immer deutlich schwieriger, weil der Täufling genötigt ist zu überlegen, ob er schon soweit ist etc. Das rein Empfangende des Segens rückt dadurch in den Hintergrund.

  • Daniel Eschbach sagt:

    Wie das in der katholischen Kirche ist, weiss ich nicht. Sicher bieten viele evangelische Kirchen und Freikirchen (so auch meine, die evangelisch-methodistische Kirche) als Alternative zur Kindertaufe auch eine Segnung der Kinder an.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Sehr einverstanden;
    die Kindertaufe ist aufgrund ki rchentaktischen Überlegungen eingeführt worden um den Mitgliedbestand sicherzustellen. Sie hat nichts mit dem persönlichen Entscheid des einzelnen Menschen zu tun, was sie aber in ihrem Ursprung dezidiert ist und wieder sein sollte.
    So viel ich weiss bietet inzwischen auch die Kath Ki rche Kindersegnungen an, vielleicht weiss da jemand genaueres?

    Grundsätzlich ist das Begeisternde an Elternschaft dass man für die eigene Familie all diese Traditionen/Rituale überdenken/neu-umgestalten, ob nun auf Gl aubens-oder sonstigen Gebieten.
    Ein Willkommensfest mit guten Wünschen ist eine wunderschöne Idee, wir haben das für alle drei mit der Segnung verbunden, die Gäste je ein „Wünsche für Dein Leben“-Blatt gestaltet, wichtige Erinnerungen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      2/ angesichts von 500 Jahre Reformation-Feier ist auch zu bedenken dass einige unsrer zivilrechtlichen Errungenschaften früher durch die kath Ki rche bereitgestellt worden sind, und die Teilnahme an diesen Fixpunkten Bedingungen für späteres heiraten bis beerdigt werden.
      Ein individuellerer/freierer Zugang ist heute nicht mehr so ein Problem, ausser man lebt in Gebieten mit einer enorm starken Traditionsüberzeugungen welche Ausgrenzungen zu Folgen hätte. Dort ist es nicht so einfach.

      • maia sagt:

        nicht nur durch die kath. Kirche – gerade in Anbetracht 500 Jahre Reformation: auch durch die ref. Kirche!

  • Malena sagt:

    Der Papst hat ja vor einigen Jahren den Limbo für nicht-existent erklärt (und damit zugegeben, dass die Kirche uns jahrhundertelang mit einem bösen Märchen Angst um den Seelenfrieden unserer Kinder eingejagen und uns so bei der Stange halten wollte). Natürlich hat er das erst gemacht, als eine grosse Mehrheit der Bevölkerung schon nicht mehr an den Limbo glaubte. Ein schönes Beispiel dafür, wie freies Denken religiöse Dogmen verändern kann. Die Welt braucht mehr davon, insbesondere auch in religiösen Gemeinschaften, in welchen das Töten von Ungläubigen, Homosexuellen oder Apostaten sowie das Verstümmeln von Kindern noch als gottgefällig gilt.

    • Gerhard Engler sagt:

      Was meinen Sie mit „Limbo“? Den Teufel? Meines Wissens hat der Vatikan noch nie gesagt, dass es den Teufel nicht gebe. Exorzisten werden immer noch vom Vatikan anerkannt und ausgebildet.

      • tststs sagt:

        Limbus=Ort, wo die ungetauften, toten Kinder hinkamen. Wurde vom Papst abgeschafft, ungetaufte Kinder kommen jetzt auch in den Himmel.

        Es gibt da übrigens so eine Funktion…googeln… 🙂

    • Peter Vogler sagt:

      Was spielt es denn für Atheisten für eine Rolle,ob es den Limbus,eine Art Vorhölle für Ungetaufte gibt oder nicht.Lustig finde ich allerdings die Leute die ihren Kindern erklären dass es Gott,Himmel,Hölle den Teufel nicht gibt,dann aber bei jeder scheinbar passenden Gelegenheit drohen:“Wenn du jetzt nicht brav bisch,denn chunnt denn de Bölimaa und nimmt di mit.Gott nein,Bölimann ja.

      • Susi sagt:

        Oder der Samichlaus.

      • the man sagt:

        und Globuli…

      • tina sagt:

        der samichlaus, weihnachten, ostern kann man auch einfach als grund nehmen, feste zu feiern. tradition, nicht glaube an einen gott, ist der grund.

        und homöophatie hilft mir mindestens aufgrund des placeboeffekts, der erwiesenermassen bei allen medikamenten 50% der wirkung ausmacht. ich bin froh, wenn mir milchzucker hilft. ist immer noch billiger als andere medis und hat keine nebenwirkungen

      • tina sagt:

        kann man auch kindern genau so erklären

Kommentar

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