Leben


Nicole Althaus am Donnerstag den 4. Februar 2010

Wann sind Kinder schulreif?

Wann ist die Zeit reif, für eine neue Definition von Schulreife?

Wann ist die Zeit reif, für eine neue Definition von Schulreife?

Erinnern Sie sich noch an die Plakate mit dem «weinenden Kind» am Strassenrand? 2008 protestierte damit die SVP in verschiedenen Kantonen gegen das Schulkonkordat HarmoS, welches den Eltern ihre Kinder bereits mit vier Jahren «wegnehmen» will. Die Partei erreichte mit den Tränen in einigen Kantonen ein Nein zur Schulharmonisierung an der Urne. Die Frage nach dem richtigen Einschulungsalter ist offenbar eines dieser  diffusen und emotionsgeladenen Themen, mit denen ganze  Abstimmungen instrumentalisiert und gewonnen werden können. Jedenfalls zeigte eine repräsentative Befragung von 1000 Schweizerinnen und Schweizer, dass eine Mehrheit zwar für eine Harmonisierung waren, aber gegen ein früheres Kindergarteneintrittsalter.

Wann sind Kinder schulreif?  Darüber streiten sich nicht nur die Schweizer. Vor kurzem  diskutierte ganz Grossbritannien  über das ideale Einschulungsalter. Und das nicht minder heftig:  Im Spätherbst ist der Schlussbericht des «Cambridge Primary Review» erschienen, der umfassendste Bildungsbericht für die britische Grundschule seit vierzig Jahren. Er wurde von 14 Autoren verfasst und wartet mit der Auswertung von mehr als 4000 Quellen auf. Interessant für die Diskussion hierzulande ist er deshalb, weil er entgegen der internationalen Tendenz zur früheren Einschulung eben diese in Frage stellt: «Dass England auf  den frühestmöglichen Beginn der formalen Beschulung besteht, ist erzieherisch kontraproduktiv», heisst es im Résumé der Pädagogen von der Universität Cambridge. Eine Verschulung der Kindheit führe eben gerade nicht zu positiven Lernerfolgen. Sie empfehlen, die Preschool bis Ende des  sechsten Lebensjahres  auszudehnen und die Einschulung nach hinten zu verschieben.

In der Schweiz passiert zurzeit gerade das Gegenteil. Im Kanton Luzern etwa ist der Stichtag vorverlegt worden, so dass die jüngsten Kinder nun knapp vor ihrem sechsten Geburtstag  die erste Klasse besuchen. In Zürich will man sich schrittweise der früheren Einschulung anderer Kantone annähern. Zwar sind Schweizer Erstklässler dann nicht jünger als die meisten anderen europäischen ABC-Schützen. Ausserdem sind nationale Grundschulsysteme nicht einfach eins zu eins zu vergleichen. Trotzdem scheint an der britischen Kritik etwas dran zu sein: Eine Untersuchung von zwei Darmstädter Wirtschaftswissenschaftlern bestätigt nämlich deren Befund. Patrick Puhani und Andrea Weber schauten sich unlängst die Leistungen hessischer Schülerinnen und Schüler bei einer Lesestudie sowie die Übertrittsquoten aufs Gymnasium an und stellten fest, dass Kinder, die erst kurz vor oder mit sieben eingeschult wurden, bei beidem besser abschnitten.

Warum, muss man sich da fragen, kann der Schuleintritt für viele Schweizer Eltern nicht genug früh kommen? In vielen Gemeinden finden zurzeit die Einschulungsgespräche statt. Und auch dieses Jahr werden wohl die Gesuche um frühere Einschulung von Sommer-Kindern wieder zunehmen. Ich kenne sogar ein Elternpaar, das sich wegen der Stichtage zur Einschulung  für eine Wohnung im Nachbarskanton entschieden hat. Ist das fehlgeleiteter elterlicher Ehrgeiz? Oder wird in Schweizer Kindergärten  zu viel gebastelt und zu wenig gefordert?

Klar ist, dass es kein wissenschaftlich begründbares ideales Einschulungsalter gibt. Körperliche Schulreife-Kriterien wie das Wackeln der Milchzähne oder der früher praktizierte «Philippi-Ohrläppchen-Test» (Fähigkeit des Kindes mit der rechten Hand, das linke Ohrläppchen zu erreichen, wenn es den Arm über den Kopf legt) sind zwar anschaulich, aber letztlich so wenig aussagekräftig wie das Alter. Schulreife ist nämlich wie so viele andere kindliche Entwicklungsschritte etwas Individuelles. Und nur eine Bildungsinstitution, die sich darauf einstellt und Durchlässigkeit praktiziert,  statt mit Stichdaten zu jonglieren, kann die in periodischen Abständen aufkommenden Streitereien um das richtige Schuleintrittsalter ein für allemal lösen (etwa Dänemark).

Im Kanton Zürich wurde der letzte Versuch, genau diese Durchlässigkeit mit  der Grundstufe einzurichten, 2002 vom Volk bachab geschickt. Aus Kostengründen, wie eine Nachbefragung der Stimmberechtigten ergab. Vorab Frauen haben sich übrigens gegen die Vorlage ausgesprochen. Und so bleibt die Frage ungelöst: Wie soll Schule die Schulreife definieren? Was ist wichtiger, die soziale oder die intellektuelle Schulreife? Und wenn schon Stichtage nötig sind, werden unsere Kinder zu früh oder zu spät eingeschult?

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102 Kommentare zu „Wann sind Kinder schulreif?“

  1. Stoffel sagt:

    Ich musste nach dem Ende des Kindergartens, der damals freiwillig war, einen Schulreifetest absolvieren, den ich nicht bestand. Da auch dieser Test freiwillig war und mein Vater fand, all das sei “tumms Züüg”, ging ich trotzdem mit knapp über sechs Jahren in die erste Klasse. Nun – ich schaffte die Primarschule einigermassen mit guten Leistungen in einigen Fächern, aber ich war in meiner Altersgruppe trotzdem fast überall und fast immer der Kleinste, Unreifste und öfter mal der Schwächste. An diesen Zustand hatte ich mich allerdings auch gewöhnt. Schwierig wurde es in der Pubertät, da ging es mir wie Bionic Hobbit (Posting 4. Februar, 21:41). Da war ich – v.a. in sozialer Hinsicht – bis zur Matura schwer im Hintertreffen; heute würde ich sagen: im Grossen und Ganzen wegen des Entwicklungsrückstands. Zwangsläufig kam ich dadurch irgendwann auch leistungsmässig ins Schleudern.
    Liebe Eltern, die ihre Kinder früh einschulen lassen wollen: Denkt daran, dass dies sich auch zehn, zwölf Jahre später noch negativ auswirken könnte.
    @ Max: Genau! Wer in Frankreich keinen Job hat, ist “vollkommen unfähig, sich selber zu organisieren, als eigene Persönlichkeit eigene Interessen aufzubauen”. Es leben die Vorurteile für immer und ewig, damit endlich auch dieses lästige Nachdenken aufhört und sich niemals etwas ändert…

  2. Eni sagt:

    Also was denn jetzt? Arbeitet man auswärts, ist man eine schlechte Mutter, ist man ‘Nur-Hausfrau’ ist man faul und erzieht die Kinder zu ‘ Mamihöcks. Wenn man Kinder teilweise fremd betreuen lässt ( auch bei 100% Pensum ist es nur teilweise) ist man eine Egoistin und wenn ich man nur teilzeit arbeitet und noch ergänzende Sozialleistungen beanspruchen muss, ist man ein Sozialschmarotzer. Am besten wäre wohl, man würde alle Mütter schmerzlos abtun. Um wieviel besser wäre doch dann diese Welt.
    Hört doch einfach mal damit auf andere als schlechte Mütter abzustempeln nur weil sie ein anderes Familienkonzept leben als man selber. In jeder Form und Finanzschicht gibt es gute und leider auch schlechte Eltern. Rabeneltern sind doch die, die ihre Kinder vernachlässigen, schlagen, hungern lassen, ständig anschreien, totschütteln oder verletzen oder erniedrigen und und und…………… Das hat ganz sicher nichts mit berufstätigkeit der Eltern zu tun sondern mit Gleichgültigkeit und Hass. Im übrigen sind ja oft jene Kinder verhaltensaufällig und oder gewalttätig wo während der Arbeitszeit ihrer Eltern sich selbst überlassen sind und nich jene die liebenvoll fremdbetreut werden.

  3. Eni sagt:

    @ an alle
    obiges Post gehört zum Artikel von Chris von Rohr. Bin verrutscht

  4. max sagt:

    @Stoffel: Ist eine Frage der Logik. Ich sagte nicht, wer in Frankreich keine Arbeit hat ist… Sondern meine Aussage lautet: In Frankreich hat es massenhaft junge Erwachsene, die unfähig sind, sich selber zu organisieren, eigene Interessen zu entwickeln und als Folge davon auch ohne Arbeit sind. Selbstverständlich gibt es auch andere Gründe für Arbeitslosigkeit. Aber in einem Land, wo hundertausende keine ausgereifte eigene Persönlichkeit haben, da wird auch das Arbeitslosenproblem nicht gelöst.

  5. max sagt:

    @Eni

    Hier in der Stadt kostet ein voller Tag Betreuung für ein kleines Kind 130 Franken. Es gibt kaum eine erwerbstätige Mutter, die pro Tag 130 Franken Steuern bezahlt. Dazu wäre ein Jahreseinkommen von netto nach allen Abzügen ca.. 100′000 nötig.

    Folglich ist der Aufwand für Kinderkrippen ein staatswirtschaftlicher Irrsinn.
    Für den Staat wäre es kostengünstiger, den alleinerziehenden Müttern ihren Lohn direkt auszuzahlen, sie anzuweisen, dass sie ihre Kinder betreuen stattdessen.

    Zuerst müsste man sich dafür einsetzten, dass wo immer möglich eben beide Eltern sich um die Kinder kümmern und nicht das Alleinerziehen aus links-ideologischen Gründen fördern. Dann müsste die private Betreuung der Kinder gefördert werden, dafür schauen, dass sich die Mütter, Väter, Grosseltern zusammentun und abwechseln. Kinderkrippen sind Notlösungen, wenn es nicht anders geht.

    Das Mammihöck-Argument halte ich für verworren. Es basiert auf der einfachen Beoabachtung, dass Kinder in Krippen ein halbes Jahr früher mit Reden anfangen und dort die kleineren den grösseren den Blödsinn nachmachen.

  6. Eni sagt:

    @ max
    Wie oben gesagt bin ich irgendwie verrutscht. Mein Post habe ich bezüglich zum Beitrag von Chris von Rohr geschrieben welcher eine Lobpreisung an die Mütter geschrieben hat. Den Reaktionen zufolge kann es eine Mutter gar nie recht machen.
    Das eine intakte 2-Elternfamilie das ideale für ein Kind ist ist klar aber leider nicht immer machbar. Habe dazu ja auch schon bei meinem Post beim Thema ‘Einwegkommunikation’ ein paar sätze darüber geschrieben. Das die Kleinen den Grossen alles nachnmachen wollen ist ja auch bei Kindern die nicht in der Krippe aufwachsen. Für eine alleinerziehende Mutter ist es trotzdem bessser wengstens Teilzeit zu arbeiten, oder glauben Sie, dass mich noch jamand anstellen würde wenn ich einem potentiellen Arbeitgeber sagen würde dass ich die letzten x Jahre nur auf Kosten der Steuerzahler gelebt habe?

  7. max sagt:

    @Eni

    Ja, ich habe schon gelesen, warum Sie sich geschieden haben. Die Gründe nehme ich ernst. Ich denke schon, dass es echte Gründe gibt für solche Situationen. In meinem Freundeskreis habe ich halt anderes gesehen, wie zum Beispiel eine Frau die den Vater ihres Kindes vor die Türe stellte, weil er kein Katzenfutter gekauft hatte.

    Was ich über das finanzielle schreibe heisst nur eben das: Kinderkrippen sind Notlösungen. Wen die SP-Helmlen daraus ein ideologisches Prestigeprojekt machen, dann sind sie auf dem falschen Dampfer und fügen uns allen Schaden zu, nicht nur den Kindern.

  8. Eni sagt:

    @max
    Danke für Ihr Verständniss. Habe aber das Glück, dass meine Mutter meine meine Kinder hütet wenn ich arbeite und bin deshalb nicht auf eine Krippe angewiesen.
    Das mit dem Katzenfutter ist schon sehr extrem, schliesslich verhungert so ein Tier nicht innerhalb ein paar stunden und in der Nachbarschaft gibt es ja auch noch Katzenhalter bei denen man etwas Futter ausleihen könnte. Ich denke dass die Frau entweder nach einem Grund gesucht hat um ihren Mann loszuwerden (neuer Freund oder so) oder dass sonst von seiten des Mannes schon anderes vorgefallen ist.

  9. Hansli sagt:

    @max Griechenland, Portugal, Spanien und Italien sind Staaten ohne Krippentradition und sie sind pleite. Irgendeinen Zusammenhang von Krippe und staatlichen Problem konstruieren ist absurd.

    Staatliche Kosten einer Hausfrau:
    - Ausbildung für nichts, da nach dem Kinder-Betreuen die Ausbildung (Lehre) nicht mehr brauchbar ist. Dafür gibt es dann Kurse für Wiedereinsteigerinnen. Kosten ja nichts.
    - Einverdienerbhaushalte bezahlen weniger Steuern
    - Eine Frau mit Uni/FH Abschluss die nicht arbeitet, kann ihren Beruf vergessen – von Karriere gar nicht zu reden. Also eine Frau zu zwingen eine teure Ausbildung für nichts zu machen kostet 100′000.- Niemand stellt in diesen Berufen Wiedereinsteigerinnen an! Und komischerweise muss immer die Frau zuhause bleiben. Von den Frauen zu verlangen alles aufzugeben, ist nur rückständiges Patriarchat.
    - Hätte die Frau Karriere gemacht, würde es der Staatskasse viel mehr bringen.

    Nebenbei: Die Wirtschaft sucht immer noch nach Fachkräften in vielen Gebieten. Hätten wir mehr Frauen, müssten wir weniger Ausländer holen. Und bei einem Medianeinkommen von knapp unter 6000.- sind Krippen keine Notlösungen, sonder die einzige Möglichkeit eine Familie durchzubringen. Aber weil Krippen fehlen, sind die Kinder allein zuhause bis die Eltern nach Hause kommen. Das ist nun einmal Realität! Ich habe von 6-Jährigen gehört die am Mittag selber kochen. Oder die grösseren Geschwister, vielleicht 10-Jährige, die kleineren beaufsichtigen. Oft weigern sich diese Leute zur Sozialhilfe zu gehen und so können sie sich Krippen nicht leisten. Das solche Zustände nicht gerade förderlich für die Schule sind ist ja klar.
    Wen wir wirklich die Mutter-/Vaterbetreuung fördern wollen können wir das skandinavische Modell übernehmen. D.h. 2 Jahre Elternurlaub! Die Grosseltern können oft nicht einspringen, da sie oft weit weg wohnen.

    Zurück zum Thema: Wir kürzen dauern in der Schule. Die Lehrer haben immer mehr Klassen und werden mit Administration zugemüllt. Eigentlich ist es egal warum die Kinder heute schwieriger sind. Sie sind es und wir müssten die Probleme lösen. D.h. kleinere Klassen. Aber politisch wird nur ideologisch Argumentiert. Aber sparen ist heilig, schliesslich müssen wir Steuern senken. Sparen könnten wir auch bei den Schulen indem nicht jede Gemeinde ihr eigens Schulhaus hat. Das würde grosse Infrastrukturkosten wegfallen. Natürlich könnte sich der Gemeinderat nicht mit einem neuen Schulhaus verewigen.

    Aber wann sind die Kinder Schulreif? Ich behaupte einmal ab drei. Kinder sind neugierig und wollen neues erleben, kennenlernen.

  10. max sagt:

    @Hansli
    Für mich ist ein Kind schulreif, sobald es den Weg dahin alleine findet und auch in Sicherheit zurücklegen kann.

  11. max sagt:

    @Hansli
    Was soll ich jetzt zu den sehr verschiedenen politischen Fragestellungen schreiben?

    Sicher, in unseren Schulen werden Lehrer zugemüllt mit Administration und sie können sich nicht ihrer eigentlichen Aufgabe widmen. Das gleiche gilt für Ärzte, Krankenschwestern, Bauern,… Das ist ein wesentlicher Grund, SVP zu wählen, weil sämtliche ihre politischen Vorschläge auf den Abbau der Administration zielen. Dann kann man nämlich mit gleichviel Personal die gleiche Aufgabe wesentlich besser lösen.

    In vielen Fällen sind die Schulklassen nicht so gross, weil das Geld fehlt,sondern weil die Lehrer fehlen und sich fähige Leute schon längst aus dem Beruf verabschiedet haben. Sie machen die ständigen Schulreformen und den administrativen Lehrlauf nicht mit.

    Wiedereinsteigerinnen. Das Argument habe ich so oft gehört, dass ich langsam aber sicher nicht mehr daran glaube. Ich vermute, dass eine grosse Vielfalt von sehr unterschiedlichen Problemstellungen abgetan werden mit diesem dümmlichen Hinweis auf “unmöglicher Wiedereinstieg”. Ich erzähle dazu eine Geschichte, die das Leben schrieb:

    Vor drei Tagen fragte ich eine 22-jährige aus. Sie hat eine abgeschlossene 4-jährige Lehre als Informatikerin und danach eine 3-jährige Lehre als kaufmännische Angestellte.
    Als Informatikerin fand sie nach der Lehre keine Stelle, mit der Begründung, es fehle ihr an “Berufserfahrung”. 3 Jahre später würde sie sich die Füsse wundlaufen bei der Suche nach einer Stelle als Informatikerin, weil sie den Anschluss verpasst hat, sich neu einarbeiten müsste als Wiedereinsteigerin.

    Was schliesse ich daraus: Nein, es fehlt nicht an Erfahrung oder Erfahrung. Es fehlt an Chefs, die wissen wie man Personal führt, wie man Arbeitsaufträge erteilt, Erfolge kontrolliert, Disziplin am Arbeitsplatz fordert. Es fehlt einerseits an richtigen Männern in Chefpositionen aber es fehlt auch an geeigneten Lehrgängen, Zusatzausbildungen in diesem Bereich “wie wird man ein guter Chef?”

    Und für wen machen sich unsere Linken stark? Wollen sie ein starkes Gewerbe? Sind sie dafür, dass 50 böse, böse, böse Chefs für je 30 Angestellte gut geführte, erfolgreiche Betriebe im Schuss halten? Nein, unsere linken schleppen lieber das ewige Gejammer vom Wiedereinstieg und vom fehlenden Anschluss der armen, ungeliebten, verschupften Familienmütter und den jungen Angestellten durch die Medien. So kann man grosse Budgets, viel staatliche Förderung und mehr Arbeit für Sozialbetreuung schaffen! Anstatt ein paar Chefs mit guten Angeboten besser auszubilden, lässt man lieber mit der Giesskanne das Geld regnen und versucht das ganze Volk in Watte zu packen und der staatlichen Obhut zu übereignen, von der Wiege bis zur Bahre!

  12. Laura A. sagt:

    @Hansli
    du denkst also, dass man ein Kleinkind in die Schule schicken sollte, damit es seinen Wissensdurst stillen kann? kann das nicht auch in der Familie geschehen?
    Zum Thema Wiedereinsteigerinnen, nun hier gibt es ganz viele, die nach 15 Jahren Hausfrauendasein wieder ein wenig arbeiten möchten, das Problem ist, dass viele dieser Frauen einfach zu wenig Biss haben und das nochmals zu packen um Familie, Teenager, Haushalt und Arbeit unter einen Hut zukriegen. Das ist nämlich kein Spaziergang, wenn man sich gewöhnt ist, selber die Zeit zu verwalten, selber zu entscheiden, wann man wo und warum ist.

    @max
    ich störe mich jedes Mal an deinem “richtigen Mann”, ich glaube, ich verstehe schon, was du damit meinst, aber es tönt immer so, als ob eine Frau das alles nicht auch könnte. Ich erzähl dir eine Geschichte, die das Leben schrieb:
    Ich habe früher Mal eine Gruppe Männer geführt, nach dem anfänglichen normalen Austesten, was ich denn so aushalte, haben die zur absolut vollsten Zufriedenheit gearbeitet. Seit kurzem bin auch auch wieder im mittleren Kader tätig und habe meine Abteilung soweit umstrukturiert, dass wir ein deutlich verbessertes Arbeitsklima haben, weniger Krankheitsstunden und auch eine Umsatzsteigerung von nahezu 10% im vergleich zu letztem Jahr. Es braucht nicht “richtige Männer” max, es braucht “richtige Menschen” die bereit sind Verantwortung zu tragen, die sich nicht scheuen Entscheide zu treffen und die auch zu verwirklichen. Es braucht Durchsetzungsvermögen, Rücksichtnahme auf den Schwächeren und es braucht ein klares Ziel. Ach ja, und ich wähle nicht SVP :-)

  13. max sagt:

    @Laura A.
    Kein Problem, auch Frauen können führen.

    Ich habe das mit dem richtigen Mann schon vorher gut erklärt. Ich unterscheide zwischen Bubis, die nie erwachsen werden und sich vor der Verantwortung für sich selber und die anderen drücken und eben richtigen Männern. Ich beziehe mich auf die wenigen richtigen Männer im Unterschied zu den vielen Bubeli und nicht im Unterschied zu Frauen im allgemeinen.

    Was die Frauen angeht: Ich merke, je älter ich werde, desto weniger komme ich draus bei Frauen. Richtige Männer geben sich nicht der Illusion hin, sie könnten Frauen verstehen. Frauen muss man lieben, verstehen kann man sie nicht. Ich meine, als Mann könne man diesen Versuch zwar unternehmen, aber man sollte nicht meinen, man könne es schaffen.

    Auch bei den Frauen gibt es wenige erwachsene und eine Mehrheit, die sich dem Erwachsenwerden verweigert. Nur als Mann erlaube ich mir nicht, das zu kommentieren. Das heisst, ich mache keine Unterscheidungen in der Öffentlichkeit.

    Auch ich habe schon mit Frauen als Vorgesetzten zusammengearbeit und habe sehr wohl klare Vorstellungen, wen ich als Vorgesetzten akzeptiere und wen nicht.

  14. Hansli sagt:

    @Laura A. Sicher kann der Wissendurst durch die Eltern abgedeckt werden. Aber das kann nicht gut umgesetzte Lernkonzepte ersetzen und es nicht die Gleichaltrigen. Den beim kopieren sind die Kinder am schnellsten. Ich kenne jemand mit Zwillingen, die einander gegenseitig antreiben und so erstaunliche Fortschritte machen.

    @max Neben meiner Arbeitszeit die ich verrechnen kann, muss ich mich ständig weiterbilden und immer auf dem neuesten Stand sein. D.h. Fachzeitschriften lesen, die Fachrelevanten Veranstaltungen besuchen und auch immer wieder Kurse. das alles natürlich in der “Freizeit”. Wer da nicht immer am Ball bleibt und sich auch ein Beziehungsnetz zu Kunden aufbauen kann ist schnellweg vom Fenster. Klar kann man reduzieren, aber wer ganz loslässt ist für immer weg.
    Betreffend Ihrem Beispiel: Diese Frau wird grosse Schwierigkeiten kriegen einen Job zu finden. Da die Chefs (selten Linkswähler) denken:
    -Sie hat nach ihrer Lehre nichts gefunden – also taugt sie nichts.
    -Nach ihrer Lehre als Informatikerin hat sie das KV gemacht – Sie weiss nicht was sie will.
    -Sie will eine Stelle als Informatikerin – Kann Sie das als Frau?

    PS: Die einzige Kommunistenbastion der CH, die Bauern, wird von der SVP verteidigt.

  15. max sagt:

    @Hansli
    Also die betreffende junge Frau hat eine Stelle als kaufmännische Angestellte. So wie ich die Person einschätze, hat ihr ihr eigenständiges Auftreten und ein erstaunlich reifes Urteilsvermögen (gemessen an ihrem jungen Alter) zusammen mit tadellosen Umgangsformen sehr geholfen.

    Ehrlich gesagt, weiss ich nicht, ob Chefs denken und wenn ja wieviel, wenn sie Bewerbungen sortieren. Darum beharre ich so sehr darauf, dass es zuwenig erwachsene Menschen gibt in der Schweiz. (Aha, Laura A.)

  16. Laura A. sagt:

    @Hansli
    ich sehe das anders. Meine Kinder haben eigentlich vom Moment,als sie in den Kindergarten mussten nur noch Rückschritte gemacht. Vorher waren wir stundenlang unterwegs, haben die Natur angesehen, den Wald erkundet, haben Holz gesammelt, ein Feuer gemacht, Würste gebraten, sie haben gelernt auf die Tiere und auf die Umgebung Rücksicht zu nehmen, haben gleichzeitig den Unterschied zwischen einer Eiche und einer Buche gelernt und haben gelernt zu beobachten und zu kombinieren. Oder ich habe zusammen mit ihnen Geschichten erfunden, einer hat angefangen und der nächste hat weiter erzählt, so viel Zeit, wie ich und mein Mann in die Kinder investieren konnten, soviel konnte keine Kindergärtnerin bieten. Da die Kinder immer 2 Jahre auseinander waren, haben die einander auch geholfen, haben profitiert einer vom anderen, so hat der Älteste den anderen beiden das lesen beigebracht, weil er es satt hatte, denen ständig vorlesen zu müssen, während ich am Kochen war. Nein, Schule mit 3, das hätte ich meinen Kinder wirklich nicht angetan, da hätte sowohl ich, wie auch meine Kinder viel zu viel verpasst vom Leben und vom Kindsein.

    @max
    Danke! :-)

  17. max sagt:

    @Laura A.
    Danke dass eine Frau im Kader so engagiert für die Kindererziehung Stellung nimmt.

  18. reza sagt:

    @Laura
    hut ab vor ihrem kommentar! leider denken viele leute heutzutage nicht mehr in diese richtung… alles muss schneller und zielorientierter ablaufen, man will die eigenen kinder so früh wie möglich dem “system” unterwerfen, (meine ausdrucksweise dafür) statt mit ihnen soviel Zeit wie möglich zu verbringen. das Leben selbst ist doch die beste Schule, für uns und unsere Kinder. Vorallem Ihr Zitat:” waren wir stundenlang unterwegs, haben die Natur angesehen, haben den Wald erkundet..” hat mich besonders angesprochen und es verkörpert das einzig richtige für unsere Kinder. In diesem Punkt kann ich auch von mir sagen, das wenigstens ein Elternteil von mir genauso dachte. Ich kann von mir behaupten das ich noch einen gesunden Bezug zur Natur habe. Wenn ich daran denke das unsere Kleine auch bald in Kindergarten/Schule geht, wird mir schon ein bisschen mulmig ums Herz.
    Meine Situation erschwert das ganze zusätzlich, da ich selber noch in 1.Ausbildung bin und gerne viel mehr Zeit mit meiner kleinen Familie verbringen würde. Es ist doch gar nicht möglich, für tausende von Menschen, die sich grundsätzlich komplett in ihrem Charakter unterscheiden ein einheitliches System zu finden! Ich will damit nicht sagen, das ich die Lösung des Problems offenlegen kann, aber ist es für unsere Kinder wirklich sinnvoll, mehr Zeit in einem Raum zu verbringen, in der sie von künstlichen Dingen umgeben sind und ihnen auch jene eingetrichtert werden, statt sich draussen an der frischen Waldluft zu sättigen und die Gebilde von Mutter Natur zu erkunden!?? Was richtig ist, muss jeder selber entscheiden, aber die Wahl sei gut bedenkt(wenn wir eine haben) Noch kurz et

  19. Baumgartner Olga sagt:

    Mein Sohn ist auch früher, als üblich eingeschult worden. Nicht immer war es mir wohl dabei. War Alleinerzieherin und es hat schon etwas zu unserer Situation beigetragen.
    Heute ist das Kind ein gestandener Mann, der es im Leben zu etwas gebracht hat. Er ging seinen Weg und konnte seine Leidenschaft Musik zum Beruf machen.

  20. Rita sagt:

    Wenn denn die Eltern wählen könnten… Unsere Tochter hat am Tag vor dem Stichtag Geburtstag – allerdings ist sie ein “Frühgebürtchen”. Wäre sie also termingeboren, hätte sie nicht in den Kindergarten gehen dürfen. Wir hätten unsere Tochter gerne ein Jahr später in den Kindergarten geschickt, weil sie sonst immer die Kleinste und Jüngste sein wird. Die Auskunft: Können sie schon, denn das erste Jahr Kindergarten ist ja freiwillig. In einem Jahr kommt sie dann aber gleich ins obligatorische Jahr, danach muss sie zur Schule. Das wollten wir auch nicht, denn wir wollten ihr die Möglichkeit geben, zwei Jahre lang den Kindergarten zu besuchen. Denn wie wurde uns so schön gesagt: Kindergarten- und schulreif werden die Kinder im Kindergarten… Deshalb: Die Diskussion darüber, wie früh (oder eben nicht) die Kinder in den Kindergarten und in die Schule sollen, ist dringend nötig. Die Diskussion darüber, wie früh Eltern ihre Kinder schicken sollen, ist beinahe hinfällig.

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