Frauen, denkt an die Altersvorsorge!

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Früh zu rechnen, lohnt sich: Viele Frauen müssen im Alter mit dem Existenzminimum auskommen. (iStock)

Die Pensionierung liegt noch in weiter Ferne? «Altersvorsorge» kommt in Ihrem Wortschatz nicht vor? Sie haben derzeit wohl andere Sorgen – zum Beispiel wie Sie die Erwerbsarbeit mit Familie und Haushalt unter einen Hut kriegen. Mir geht es genauso. Dabei sollten gerade Sie und ich durchaus ab und zu über das Leben im Alter nachdenken. Denn was viele nicht wissen: Wer längere Zeit unter 70 Prozent erwerbstätig ist, nimmt empfindliche finanzielle Einbussen in der Altersvorsorge in Kauf. Das zeigt eine Studie der Schweizerischen Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten. Wer gar länger unter 50 Prozent berufstätig ist, muss im Alter mit dem Existenzminimum auskommen oder ist finanziell vom Partner oder der Partnerin abhängig. Bei einer Scheidungsrate von 40 Prozent sind das keine guten Aussichten.

Teilzeitarbeit ist ein typisches Merkmal weiblicher Erwerbsarbeit. Zurzeit gehen sechs von zehn erwerbstätigen Frauen einer Teilzeitarbeit nach. Im Vergleich zum Ausland sind das rekordverdächtige Zahlen. Das hat sowohl mit den Bildern in unseren Köpfen zu tun als auch mit fehlender Infrastruktur. Eine Mutter, die über 70 Prozent oder gar Vollzeit erwerbstätig ist, muss sich warm anziehen. Denn sozial wird sie eine Eiszeit erleben. Wie kann sie nur! Die armen Kinder! Aber auch wenn sie bereit ist, solchen Stereotypen zu trotzen, hat sie (und ihr Partner) ein Problem. Was andernorts gang und gäbe ist, fehlt hierzulande noch immer: erschwingliche, flächendeckende und flexibel ausgestattete familienergänzende Tagesstrukturen.

Individualbesteuerung als Lösungsansatz

Wenn Kinder kommen, bauen viele Väter ihr berufliches Engagement aus und die Mütter reduzieren es. Mama schmeisst den Haushalt und kümmert sich um die Kinder, Papa trägt die finanzielle Last. Über Jahre. Klar: In vielen Fällen haben die Männer den besseren Lohn. Und steuerlich lohnt sich ein Zweiteinkommen nicht immer. Das gibt dann den Ausschlag dafür, wer wie viel Prozent erwerbstätig ist. Abhilfe schaffen könnte hier die Individualbesteuerung. Aber davon will die Politik im Moment nichts wissen.

Kommt hinzu: Der Wiedereinstieg nach einer – nicht immer frei gewählten und zu langen – ausschliesslichen Familienphase gelingt nicht immer problemlos. Wer wartet schon auf die vermeintlich unflexible Mutter? (Lesen Sie dazu das Posting «Job weg nach der Babypause»)

Aber es gibt auch erfreuliche Neuigkeiten, wie eine neue Studie zeigt: Je mehr eine Mutter erwerbstätig ist, desto mehr Haus- und Familienarbeit übernimmt der Partner. Die Männer ziehen also viel mehr mit, wenn die Partnerin in einem höheren Pensum erwerbstätig ist. Es geht also. Übrigens: Nichts gegen eine freie Wahl des Familienmodells. Aber damit wir wirklich wählen können, müssen die Voraussetzungen stimmen.

Romantik versus Sicherheit

Für einen Lebensabend ohne Schrecken lohnt es sich, sich frühzeitig mit den langfristigen Auswirkungen des Beschäftigungsgrads und den zu erwartenden persönlichen Altersvorsorgeleistungen (1. und 2. Säule) auseinanderzusetzen – auch wenn die jetzige Arbeitsteilung im Moment als richtige Lösung erscheint. Lassen Sie sich beraten, bei Ihrer Pensionskasse oder einer Vorsorgeberatung, um abgesichert in die Zukunft zu gehen. Und wenn sich ein Kind ankündigt, diskutieren und verhandeln Sie gemeinsam, wie Sie Erwerbs-, Betreuungs- und Haushaltsarbeit untereinander aufteilen. Auch wenn das sehr unromantisch ist: Es zahlt sich im Alter aus.

135 Kommentare zu «Frauen, denkt an die Altersvorsorge!»

  • Müller Natalie sagt:

    @ UKO/AT: Die steuerlichen Abzugsvorteile waren damals natürlich irrelevant. Eingezahltes Geld in die 3. Säule kann man bekanntlich nicht mehr abheben (ausser mit erheblichen Einbussen), wenn man in einem Engpass ist. Diese Art der Selbstdisziplinierung war der Grund, weshalb ich die 3. Säule wählte. Was drauf ist, ist drauf, und niemand kann es mir wegnehmen (Ich habe mich also vor mir selbst geschützt ;-))

  • BLKBlive, Katja Epple sagt:

    Anja Derungs schreibt es richtig: Für einen Lebensabend ohne grosse Überraschungen lohnt es sich, sich frühzeitig mit den langfristigen Auswirkungen des Beschäftigungsgrads oder weiteren Veränderungen, die zu erwartenden persönlichen Altersvorsorgeleistungen (1. und 2. Säule) auseinanderzusetzen – auch wenn aus heutiger Sicht die aktuelle Arbeitsteilung als richtige Lösung erscheint. Unser Leiter Financial Planning, Martin Voléry, zeigt auf BLKB.live 5 Handlungsmöglichkeiten für Frauen in Teilzeit auf.

  • Olivia Moone sagt:

    Regeln:

    Lerne was Gescheites mit dem Du dein Leben und auch deine Kinder ernähren kannst. Brotloses lernen ist ein Privileg reicher Erben.

    Bleibe nicht als Vollzeitmami zuhause nachdem Du 100 000 CHF in einen MBA oder 4 Jahre in deinen PhD investiert hast!

    Sei als Frau selbstverantwortlich. Du bist kein Möbelstück, dass vom Papa an den Ehemann und von diesem ans Sozialamt weiterverschoben wird. Wenn Du so lebst, brauchst Du keine Burkha. Du hast sie schon im Kopf.

    Chinesinnen, Inderinnen, Russinnen können rechnen. Beweise, dass Schweizerinnen nicht dümmer sind und sich ihre Rente selbst ausrechnen können! 🙂

    Kein Kind stirbt weil es nicht im Babyyoga war und nicht mit Bio-Gemüse ernährt wurde. Mach aus deinem Kind keinen verwöhnten unselbständigen 30 J Hotel Mama Bewohner!

    • Adina sagt:

      Frau Moone, ich frage mich wirklich wieviele Frauen sich das wirklich antun, dass sie (mit oder ohne höhere Ausbildung) immer nur zuhause bleiben wollen um die 4 Wände zu bewachen.
      Ich gehe davon aus dass die allermeisten Frauen arbeiten gehen wollen um eigenes Geld zu verdienen, und zwar nicht wegen ihrem Selbstwertgefühl sondern weil ihnen sonst die Decke auf dem Kopf fällt.
      Die Frage ist: Vollzeit oder Teilzeit arbeiten? Und ab wann?

    • Adina sagt:

      Dieses Artikel kam mir etwa wie Angstmacherei vor.
      Mütter die bei ihren Kindern bleiben bis diese in der Schule kommen (die „7 Jahre von zuhause“ nennt man das bei uns) müssen mMn im Alter keine grosse Angst vor Armut haben, vor allem wenn sie nachher im Job wiedereinsteigen, ev. zu 80-100%. Deren Kinder lassen diese Mütter im Not eher weniger im Stich.

    • Widerspenstige sagt:

      BRAVO, Olivia Moone! Wir brauchen kein Burkaverbot, nein. Es ist in den Köpfen drin, geniale Aussage. 😆

  • Olivia Moone sagt:

    Was mir in diesem Artikel noch fehlt ist eine Liste mit Orten, wo sich Frauen informieren könnten. Also hier meine Tipps:

    – Eure Bank hat möglicherweise ein Beratungsangebot für Frauen: das ist kostenlos
    – Das Vermögenszentrum VZ ist super und hat mir bei meiner Vorsorgestrategie geholfen: sie sind nicht günstig, aber unabhängig und guter Rat sollte gutes Geld wert sein!
    – Redet mit den PK-Leuten bei eurem Arbeitgeber. Die sind Profis und können euch sagen, bis wann ihr wo Zusatzbeträge einzahlen könnt und wo Beitragslücken bestehen.
    – Eure lokale AHV kann euch vorrechnen mit wieviel Geld ihr bei der Rente rechnen könnt.
    – ZAHLT IN DIE DRITTE SAEULE EIN!
    – Investiert weise, sicher und denkt langfristig

  • fabian sagt:

    Die Schreibende vom städtischen Frauenbüro scheint da die Fakten nicht zu kennen. Frauen beziehen heute bereits 60% der AHV-Gelder, Männer nur 40%.
    Was wir brauchen ist eine Anhebung des Frauen-Rentenalters und eine Senkung der AHV-Renten für Frauen, bis die Quote bei 50% ist, d.h. beide Geschlechter gleichgestellt sind.

    • Sportpapi sagt:

      Das Frauenrentenalter ist ein alter Zopf, da gehe ich mit. Aber Senkung der Renten? Was ist denn das für eine kuriose Idee?

      • Olivia Moone sagt:

        Die Frauen beziehen 60% der Gelder weil die Frauen länger leben, lieber Fabian. Was können die Frauen dafür, dass Männer ungesund essen, rauchen, saufen und sich im Alter im Frust gehen lassen? Vielleicht sollten die Frauen mehr arbeiten und die Männer weniger. Dann hätten die Männer nicht so einen Frust in der Pensionierung und eine höhere Lebenserwartung!

  • Samichlous sagt:

    All denen, die versuchen Beruf und Elternschaft/Kindererziehung und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen, empfehle ich das Buch „Heim will“ von Ralf Felix Siebler. Herrlich geschrieben und brauchbare Lösungen fürs „unter-einen-Hut-Bringen-versuchen-Problem“
    Bei uns arbeitete die Mutter 80 Prozent und der Vater 40Prozent. Ein Tag war Omatag. Wir sind also alles andere als reaktionär- vielmehr total emanzipiert, und ich empfehle der Autorin unbedingt Ralf Felix Siebler zu lesen.

  • Sylvia sagt:

    Gratulation…wertvoller Beitrag,sollte viel öfter thematisiert werden auch im Zusammenhang mit Freiwilligenarbeit, Unentgeltliche Familienunterstützung etc…Danke!

  • Lia sagt:

    Ich schätze mich glücklich, bei der Bank mit 60% so viel zu verdienen wie andere andernorts mehr Prozenten. Dennoch bleibt eine Säule 3a ein Muss.

    • Olivia Moone sagt:

      So geht es mir auch. Deshalb habe ich Informatik studiert. Ich arbeite nur 60% aber bin immer noch über dem Durchschnittslohn in der Schweiz. Ich wünschte mir, dass mehr Mädchen Verantwortung für sich selbst und ihre Finanzen übernehmen. Leistung lohnt sich! Ansonsten gilt die Schweizer Regel: Vater zahlt und befiehlt-Ehemann zahlt und befiehlt -Sozialamt zahlt und befiehlt!

  • Christoph Bögli sagt:

    Das ist ein weiterer Grund, wieso man Teilzeit als DIE Lösung dringend hinterfragen sollte. Diese Teilzeit-Diskussion kenn ich sowieso fast nur aus dem deutschsprachigen Raum und geht letztlich am Ziel vorbei. Erstens weil Teilzeit-Stellen ab einer gewissen Stufe kaum noch möglich sind, und zweitens weil man für eine familienverträgliche Situation eben so weit reduzieren muss, dass Lohn und Altersvorsorge auf der Strecke bleiben (und man oft fürs halbe Gehalt doch faktisch 100% arbeitet). Sinnvoller wäre: niedrigere 100%-Arbeitszeit sowie z.B. reguläre Krankentage wenn das Kind krank ist. Im familienfreundlichen Skandinavien kämen die wenigsten Eltern auf die Idee, Teilzeit zu arbeiten, ganz einfach weil sich 100% und Kinder recht gut vereinbaren lassen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      … oder auch weil Teilzeitstellen äusserst rar gesät sind- nicht weil es niemand wollte, sondern der Rahmenbedinungen wegen.
      Im familienfreundlichen Skandinavien ist die Wochenarbeitszeit/Ferienregelung ua ebenfalls ganz anders, und wenn man alle Faktoren gegenüber aufstellt schneiden wir doch nicht so dermassen düster ab.

      • Christoph Bögli sagt:

        Düster vielleicht nicht, aber es ist schon immer wieder faszinierend zu sehen, wie in der Schweiz sämtliche Produktivitäts- und Wohlstandsgewinne möglichst vollständig nach oben weitergereicht werden, während sich viele im Mittelbau in vorauseilendem Gehorsam selbst ausbeuten. Statt dass man diesen Spielraum nutzen würde, um z.B. eben die Wochenarbeitszeit zu reduzieren (und damit notabene die Produktivität zu erhöhen). Aber ab 40h abwärts droht ja permanent der Untergang der Schweiz, könnte man meinen..

    • Adina sagt:

      Herr Bögli, meinen Sie wirklich dass kürzere 100%-Arbeitszeiten einem gut gedachten Konzept von Teilzeit-Stelle zu bevorzügen ist?
      Ich nicht.
      Bei kürzeren 100%-Arbeitszeiten würden diejenigen, die immer gerne mehr als 100% schaffen trotzdem versuchen die ganzen Aufgaben an sich zu reissen, weil sie eben etwa arbeits- und annerkenungssüchtig sind. Sie würden sich dann entweder noch mehr stressen wegen der kürzeren vorhandenen Zeit, oder tatsächlich weniger produzieren! Die anderen, die sonst tendenziell nebenan sitzen und auch noch ein bisschen hier und da etwas helfen und tun, würden dadurch auch nicht produktiver.
      Ergebniss wäre mehr Armut für alle weil die Produktivität sinkt (siehe Kommunismus).

    • Widerspenstige sagt:

      Oh, Christoph Bögli! Ich bin beeindruckt von Ihren Aussagen, vor allem über das familienfreundliche Skandinavien, das ja erprobte verkürzte Arbeitszeiten schon lange kennt. Damit auch Väter wie Mütter eine gleichwertige 100% Arbeit finden und ab 16.00 Uhr Feierabend geniessen können. Wer weiter denkt, als nur bis zu seinem eigenen Gartenzaun, ist klar im Vorteil und das beherrschen diese Nordländer mit Brillanz. Trotz hoher Steuern und trotz hoher Mwst. Oder soll man inzwischen sagen dürfen, DANK diesem durchkalkulierten fairen Steuersystem! Dieses beinhaltet nämlich auch bezahlte Care-Arbeit, deshalb absolut gerechtfertigt aufgeteilt. So sieht Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern aus.

      • Adina sagt:

        Liebe WS, arm ist man nicht nur dann, wenn man nicht genug Geld hat (was auch relativ ist) sondern auch dann, wenn man zur Markt geht und dort die Produkte nicht mehr findet die man braucht, weil sich deren Produktion finanziell nicht mehr gelohnt hat.
        Geld bekommt man hauptsächlich durch Arbeit, also wenn es produziert wird. Nicht nur durch den Verkauf von Rohstoffen, von dem die Schweiz zB ohnehin nicht viel hat. Venezuela ist zZ sehr arm und frage mich echt wie Norwegen in der Zukunft da stehen wird!
        Aber in einem Punkt gebe ich Ihnen Recht: materielle Armut ist weniger schlimm als zB seelische Armut (bin in materieller Armut aufgewachsen).

  • Müller Natalie sagt:

    Kleiner Tipp (selbst ausprobiert und hat funktioniert):
    Freiwillige Altersvorsorge (also die 6700.- jährlich für die 3. Säule) VOR Ferien, Konsumausgaben, Restaurantbesuchen, Kulturveranstaltungen, Kleidern ect. priorisieren. Die ersten 6 Lebensjahre meiner Tochter war ich alleinerziehend, beinahe am Existenzminimum, aber die 3. Säule war mir wichtiger als alles andere. Ich habe pro Woche 100.- für Food/Nonfood ausgegeben, um das Geld für die 3. Säule zu haben. Und wie das Leben zeigt: meistens sind es ein paar Jahre, wo man auf die Zähne beisst, irgendwann wird’s dann wieder besser (und man kann sich dann auch wieder mehr was gönnen). Und man schätzt gratis-Erlebnisse wie Waldbräteln, Seebädelen, kleine Wanderungen im Kanton, Essen von Grund auf selber zubereiten statt Fertigprodukte.

    • Anh Toàn sagt:

      Wenn Sie am Existenzminimum lebend in die dritte Säule einzahlen, können sie die Einzahlungen mangels steuerbarem Einkommen (nach Abzügen / Freibeträgen) ohnehin nicht steuerlich (relevant) geltend machen: Wenn es Ihnen dann besser geht im Alter, müssen Sie die Rückzahlungen höher versteuern.

      • UKO sagt:

        stimmt ja, aber das müssen sie jetzt NM nicht ausreden. Was löblich ist, ist NMs Einstellung. Natürlich ist in ihrem Fall gewöhnliches Sparen (Säule 3b) vorteilhafter als steuerbegünstigtes Einzahlen in die Säule 3a. Doch auch in der Altersvorsorge gilt was Henry Ford sagte: Reicher wird man nicht durch mehr arbeiten, sondern durch weniger ausgeben.

      • Anh Toàn sagt:

        Ach wissen Sie, reich wird man, von was man nicht braucht. Oder durch das, was man erlebt hat, aber bestimmt nicht, durch was man gespart hat. Davon werden bestenfalls die Erben reich.

  • Synn sagt:

    Was mir hier noch fehlt: Augen auf bei der Partnerwahl (gilt selbstverständlich für beide Seiten!). Und gründliche Diskussionen mit anschliessend verbindlicher Festlegung der Aufgabenteilung BEVOR man eine Familie gründet. Dieses unausgegorene „wir gucken dann mal / irgendwie findet sich dann schon eine Lösung wenns soweit ist“ bedeutet nämlich in der Praxis meistens, dass eine/r unfreiwillig den Kürzeren zieht.

  • Jörg Hanspeter sagt:

    Bei den meisten dieser Diskussionen fehlen mir jeweils Informationen. Hat man das vorher besprochen, die Aufteilung der Erwerbsarbeit, oder hat man zuerst Kinder auf die Welt gestellt und dann festgestellt, dass man sich überhaupt nicht einig ist, wer sie betreuen soll? Wollen Frauen mit Kindern wirklich möglichst viel arbeiten, oder ist es nicht eine bequeme Art aus der ungeliebten Erwerbsarbeit auszusteigen und das in Zukunft dem Mann zu überlassen mit dem zusätzlichen Bonus, dass man sich darüber auch noch beklagen darf? Fragen über Fragen 🙂

    • Christoph Bögli sagt:

      Das sind durchaus gute Fragen. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich viele darüber keine Gedanken machen – und somit erst recht nicht über allfällige Konsequenzen für die Altersvorsorge. Das läuft vielfach nach dem Motto: mal auf sich zukommen lassen und wenn es dann so weit ist, dann ist es dann natürlich auf einmal das bequemste, noch ein weiteres Jahr nicht arbeiten zu gehen. Und noch eins. Und noch eins. Und dann ist es eh zu spät..

    • tina sagt:

      naja was heisst wollen. wieviele männer wollen denn arbeiten, im sinne von täglich und mit begeisterung bereits beim aufstehen. man arbeitet weil man das geld braucht, und weil man schon muss, macht man am besten etwas, das einen auf irgendeine art und weise erfüllt. insofern: ja klar wollen das frauen.

  • Adina sagt:

    Frau Derungs, Ihr Text scheint mir etwas an der Realität vorbeigeschrieben zu sein. Nur kurz, weil mir gerade die Zeit fehlt: Es wundert mich sehr wie ähnlich manchmals „Kapitalisten“ und „Linke“ mit finanziellen Angelegenheiten umgehen, vor allem in dem beide Seiten den menschlichen Faktor total ausser Sicht lassen.
    Ja, der richtige Umgang mit Geld, das ist eine schwierige, wichtige Sache.

  • Michael sagt:

    Bei der beruflichen Vorsorge (2. Säule) ist die Scheidung für beide Ehepartner unabhängig vom Lebensmodell und der jeweiligen Pensen ein grosser Risikofaktor. Nach einer Scheidung wird das während der Ehe angesparte Alterskapital beider Ehegatten von Gesetzes wegen hälftig geteilt. Nur das vor der Ehe bereits vorhandene PK-Kapital bleibt unangetastet. Gerade nach einer langen Ehe schmälert sich damit der BVG-Renten- bzw. spätere Kapitalanspruch für den voll erwerbstätigen Ehepartner erheblich. Dieser wichtige Fakt sollte in einer sachlichen Diskussion mit berücksichtigt werden.

  • Anh Toàn sagt:

    Wichtig ist, sich von einem Mann mit gutem Einkommen schwängern zu lassen, dann kann nichts passieren. Wer arm geboren ist, und dann auch noch arm heiratet, muss sich nicht wundern, wenn er arm bleibt.

  • Hansli sagt:

    Ich halte die allgemein fehlende Finanzkompetenz in der CH für erschreckend. Wobei Frauen die ohnehin geringe Kompetenz noch nach unten ziehen. Die meisten glauben einfach die Sozialsysteme seien erstens grosszügig und zweitens sind auf ewig sicher.

  • Widerspenstige sagt:

    Endlich! Wie lange dauert es eigentlich, bis solche unbequemen Tatsachen auch hier diskussionswürdig aufbereitet werden? Frauen wissen zu wenig von ihren Rechten und Pflichten ihnen selber gegenüber, sonst würden sie sich nämlich anders sprich verantwortungsbewusster in finanziellen Fragen verhalten. Nein, damit ist nicht die Kauffreude gemeint, obwohl über 80% wichtiger Anschaffungen innerhalb Familien von ihnen getätigt werden bzw. sie im Endeffekt auswählen wie zB Wohnungseinrichtung, das Haus/Eigentumswohnung, Möbel, Auto, Kleider, Privatschule, Arzt, etc. Für diese wichtige Funktion für das BIP (Bruttoinlandprodukt notabene!) darf sie von der EO entschädigt werden in naher Zukunft.

    Deshalb ein JA zur AHVplus-Initiative für eigene Mütter!

    • Martin Frey sagt:

      „Frauen wissen zu wenig von ihren Rechten und Pflichten ihnen selber gegenüber, sonst würden sie sich nämlich anders sprich verantwortungsbewusster in finanziellen Fragen verhalten.“
      Vielleicht interessieren derartige Fragen viele Frauen einfach nicht genug, kann das auch sein?
      Es liegen ja auch Milliarden PK-Gelder verwaist irgendwo herum die offenbar niemand zu vermissen scheint. Insofern ist der Aufruf der Autorin schon richtig, sich endlich mal Gedanken zur Altersvorsorge zu machen. Das wäre schon ein Anfang.

    • Sportpapi sagt:

      Ja, es ist wichtig, dass Frauen sich mehr mit finanziellen Fragen beschäftigen, und ihre Entscheide bewusster wählen.
      Sie aber staatlich zu alimentieren, wenn sie lieber dem Ehemann den Haushalt führen statt auswärts zu arbeiten, bringt hier gar niemanden weiter.

      • tina sagt:

        ich würde mich lieber weniger mit finanziellen fragen beschäftigen und auch mit entscheidungen. muss man immer alles so pauschal ausdrücken?
        ich hatte auch immer männer, die das weniger machten als ich.
        wenn pk gelder nicht vermisst werden, werden sie wohl einfach nicht benötigt. muss ja nicht an uninformierten frauen liegen, wohl eher am wohlstand

    • Widerspenstige sagt:

      Genau um solche skandallösen Misstände geht es, MF:’Es liegen ja auch Milliarden PK-Gelder verwaist irgendwo herum die offenbar niemand zu vermissen scheint.‘ Wem gehören diese und wieso werden diese nicht ausbezahlt? Aha. Es sind höchstwahrscheinlich PK-Gelder aus früheren Tätigkeiten, die Frau/Mutter vergessen hat, anzumelden. Diese werden nämlich nur ausbezahlt, wenn man alle nötigen Unterlagen beschaffen kann. Meistens weigert sich bei Trennung ohne Gerichtsverfahren der Ex-Mann, diese rauszurücken. Also Kopien machen rechtzeitig! Dann wären noch die zahlreichen AusländerInnen, welche nicht wissen, dass sie solche PK-Gelder zugute hätten und wieder in ihre Heimatländer zurückgekehrt sind. Also, informiert Euch und lässt Euch beraten.

      • maia sagt:

        @Widerspengstige: “ Meistens weigert sich bei Trennung ohne Gerichtsverfahren der Ex-Mann, diese rauszurücken. “ Ich gehe davon aus, dass Sie dies belegen können und ich bitte Sie, dies hier auch zu tun. – Danke vielmals.

      • Jörg Hanspeter sagt:

        @maia: Sie sollten das nicht so ernst nehmen. Die Widerspenstige hat sich so Mühe gegeben, auch in diesem Fall etwas gegen die Männer zu konstruieren. Wies hat der Ex.Mann die Unterlagen, wenn Frau/Mutter etwas vergessen hat anzumelden? Etwas wirr das Ganze, aber guter Versuch!

      • Sportpapi sagt:

        Vermutlich sind das die gleichen Männer, die ihren Frauen die Ausweise einziehen, bevor sie sie dann zur „Arbeit“ schicken.

      • Widerspenstige sagt:

        Huch! Wenn sich ein Jörg Hanspeter darüber mokiert, dann ist es ein Volltreffer gewesen. Also, maias dieser Welt, nehmt meinen Hinweis an oder lasst es bleiben. Er ist gratis, der Hinweis. Selber denken und seine eigene Lage überdenken ist wohl sinnvoller als Referenzen hier zu posten. Sache git’s! o_o

    • Widerspenstige sagt:

      Sportpapi, lieber vom eigenen Partner abhängig sein sprich alimentiert bleiben? Dann schon lieber von einer Erwerbsersatzordnungsversicherung EO ein Einkommen erhalten, das regelmässig monatlich eintrifft statt ständiges Tauziehen, wer was womit finanzieren soll innerhalb und ausserhalb einer Beziehung. 😡

      • Sportpapi sagt:

        WS, es ist nun mal das Wesen einer Beziehung, dass man sich aufeinander einlässt, in gegenseitige Abhängigkeit begibt.
        Das was du vorschlägst wäre ein grosszügiges Grundeinkommen nur für Frauen, für das keinerlei Leistung erbracht werden müsste. Und das natürlich trotzdem vorwiegend von den Männern zu bezahlen wäre.

  • Seraina sagt:

    Eine passende Umfrage zu diesem Thema:

    http://www.survio.com/survey/d/K7Q5R4N5F5Q4L3T3B

  • Dan sagt:

    Wenn einer der beiden wegen den Kindern (egal wie lange) nicht mehr arbeiten kann oder will, müsste der andere Partner per Gesetz für die Altersvorsorge zuständig sein, unabhängig vom Geschlecht. Ansonsten werden im Alter diese Kosten (Zusatzleistungen) wieder der Allgemeinheit aufgebürdet. Wenn ich aber diesen Artikel so lese, ist nicht etwa das Paar selber zuständig fürs Alterssparen – sondern wieder die anderen (läuft unter dem Arbeitstitel „Wahlfreiheit finanzieren“). Generell bleibt bei solchen Themen immer die gleiche Forderung: Männer oder der Staat (Gesellschaft) sollen die Frauen finanzieren. Also nichts mit Emanzipation oder Gleichstellung, sondern einfach finanzielle Umverteilung zu Frauen.

    • fabian sagt:

      Dazu passen diese Zahlen: Ca. 2/3 der AHV wird aktuell von Männern erwirtschaftet, nur 1/3 von Frauen. Mehr als 60% der AHV wird an Frauen ausbezahlt, weniger als 40% an Männer.

      • KA sagt:

        Das hat aber auch damit zu tun, dass die Männer die besseren Löhne haben und somit mehr einzahlen. Aber ich denke schon, dass viele Frauen sich halt schon immer noch gerne an die breite, beschützende und finanziell gut gepolsterte Schulter des Mannes anlehnen. Diese tief verwurzelte Vorstellung lässt sich nicht so leicht ändern. Das führt auch dazu, dass die Wertschätzung für die Last der finanziellen Verantwortung des Mannes seitens der Frauen oft fehlt. Er tut das ja gerne, liebt seinen Job, möchte Karriere machen etc. Damit wir Frauen uns gleichberechtigt an dieser Verantwortung beteiligen, braucht es auch gleichberechtigte Löhne.

      • Sportpapi sagt:

        KA: Ich glaube nicht, dass gleichberechtigte Löhne (zumal die einklagbar wären) wirklich den Unterschied ausmachen. Vielmehr beginnt es schon bei der Berufswahl, dass Frauen bestenfalls darauf achten, sich selber ernähren zu können, aber kaum je eine ganze Familie. Dafür stehen Chancen für Teilzeit hoch im Kurs…

      • Dan sagt:

        KA, ich kann das infantile und weltfremde SP-Märchen nicht mehr hören von gleichen Löhnen für gleiche Arbeit; Es gibt weltweit kein marktwirtschaftlich geführtes Unternehmen, dass für die gleiche Leistung mehr bezahlt, nur weil das Geschlecht stimmt. Kein Unternehmen kann sich so etwas leisten, auch wenn eine von der SP in Auftrag gegebene Studie dies so zu belegen glaubt. Es gibt genug Wissenschaftler, die Ihnen genau erklären können, warum diese Konklusion totaler Unsinn ist und keine seriöse Studie dies belegen KANN. Es ist im Prinzip einfach: Frauen mit Kinder sind wie ü50 – zu teuer, unflexibel, kompliziert, viel Fehlzeit. Auf dem Arbeitsmarkt attraktiv ist jung, gut ausgebildet, free & single. Kein Unternehmen wartet auf Teilzeitmamis mit Diplom und 5 bis 10-jähriger Berufspause.

      • KA sagt:

        @ Sportpapi. bezeichnend ist aber auch, dass sogenannte Frauenjob einfach oft schlecht bezahlt sind. Aber wie schon erwähnt, Frauen lassen sich auch zu gerne von den Männern unterhalten und scheuen sich, die finanzielle Verantwortung für die Familie zu übernehmen.
        @ Dani: dass die Frauen die Fehlzeiten wegen der kranken Kinder einzieht und nicht der Mann, ist halt auch so ein festgefahrenes Klischee. Bei uns bleibt jeweils der Mann zu Hause. Weshalb sie unflexibler und kompliziert sein sollen, ist mir nicht klar.

      • Sportpapi sagt:

        @KA: Ja, das ist bezeichnend. Offenbar sind Frauen viel eher bereit zu geringem Lohn zu arbeiten, wenn ihnen der Job gefällt. Reicht ja zum leben… Eben, wie oben ausgeführt.
        Und zu den Fehlzeiten haben Sie recht: das muss ausgehandelt werden. Bei uns z.B. hat Unterricht Priorität vor Bürozeiten. Und wir haben auch schon einen Krankheitstag geteilt, weil beide wichtige Stunden hatten.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Da war doch neulich ein Artikel hier im Tagi über das ausgeprägte Desinteresse der Frauen an Vorsorgefragen- und dieses Phänomen zieht sich bis weit ins akademische Milieu hinein: Das hat mich wirklich schockiert! Leider finde ich diesen Artikel nicht mehr.

  • lara sagt:

    Was ich immer bei diesen Diskussionen vermisse ist die Arbeitgeberseite. Ich leite eine Abteilung in einer KMU und bin immer wieder schokiert wie naiv viele Frauen sich verhalten. Viele KMUs können sehr flexible Lösungen für Eltern anbieten, wenn die Arbeitnehmer auch Verständnis für die andere Seite haben. Ich habe nur positive Erfahrungen gemacht, wenn alle ehrlich über ihre Pläne & Erwartungen sprechen. Mit ein wenig Zeit und Einsatz lässt sich alles planen. Was sich aus meiner Sicht gar nie lohnt (für keine der Parteien) ist ein Pensum von unter 50%.

  • Peter Steiner sagt:

    @ Beat: passt schon, Frau Derungs ist eben nicht ganz so gebildet wie sie meint. Es ist nicht der Wunsch jeder Frau, in der Wirtschaft zu arbeiten. Für viele ist es gar ein kostbarer Luxus, wenn sie bei den Kindern sein können! Aber eben, heute wird alles nur so angeschaut und verdreht, wie man/frau es gerade möchte…

    • Lucrecia sagt:

      Stimmt. Wer meint, mehr Geld im Alter ginge nur durch mehr Arbeit, kennt sich mit Geld nicht sehr gut aus.

      • Lucrecia sagt:

        Und auch ohne irgendwelche Ahnung zu haben, wie man sonst zu Geld kommt, kann eine Frau durchaus 50% arbeiten und so viel (freiwillige) Altersvorsoge betreiben wie bei einem 100%-Pensum. So hat sie Zeit für sich, seine Kinder und später Enkelkinder — wenn sie will, natürlich. Eine Frage der Prioritätensetzung. Wer lieber arbeitet, soll es auch tun.

      • Lucrecia sagt:

        *ihre Kinder (sind hoffentlich aber auch seine 😉 )

      • Coco sagt:

        @Lucrecia
        Sie behaupten, 50% arbeiten und vorsorgen wie für 100% sei alles kein Problem. Ich möchte Ihre Optimierungsaufgabe gerne durch alle Einkommens- und Familienverhältnisse durchgerechnet sehen. Wenn Sie die Autorin attackieren, sollten Sie schon durch höhere Kompetenz bestechen.

      • Lucrecia sagt:

        Und schon kommt es. Den Einwand habe ich erwartet. Hätte ich auch ausschliessen Können. Aber: Muss man hier wirklich zu allem ein Disclaimer schreiben, damit keine langweilig-vorhersehbare Einwände zu Ausnahmen kommen? Nein, muss man nicht. Sonst haben entsprechende Leute ja nichts zu sagen. Schön, dass Sie sich gemeldet haben!
        Speziell für sie: In vielen Fällen geht das, und der Mann hat auch je nachdem Interesse daran (weniger Unterhalt bei Senioren-Scheidung). Disclaimer: Wenn das Familienbudget es beim besten Willen und bei rationaler Verwaltung wirklich nicht erlaubt, dann erlaubt es das nicht.
        Gern geschehen.

      • Lucrecia sagt:

        U.U. ist es auch möglich, die Beiträge nachzuholen, wenn die Frau wieder 100% arbeitet.

      • Lucrecia sagt:

        Oder man kann sie mit Geld zahlen, das man vor den Kindern beiseite gelegt hat (@Coco: SOFERN VORHANDEN).

        Solche Beiträge und Einkäufe werden auch steuerlich gefördert.

      • KA sagt:

        @ Lucrecia: wenn solche finanziellen Verhältnisse vorhanden sind, ist dann die Altersvorsorge sowieso nicht bedrohlich? Damit meine ich, die, die es sich leisten können, brauchen sich auch über die Altersvorsorge nicht ernsthaft Gedanken zu machen.

      • tina sagt:

        genau das dachte ich mir auch, KA.
        ja, wenn man natürlich finanziell gut gebettet ist, dann hat man selbstverständlich keine finanziellen probleme… hust

      • Sportpapi sagt:

        Lucrecia, das ist jetzt eher eine peinliche Nummer. Ich glaube, viele Familien kämpfen nicht in erster Linie um Steueroptimierungen, und die freiwillige Altersvorsorge ist vielfach weniger prioritär als die aktuelle Familienversorgung. Wo soll denn das Geld herkommen?
        Vorher erwirtschaften ist eine gute Idee. Und dann erst mit 40 Kinder haben…

      • tina sagt:

        ich habe das jetzt schon so oft gehört, man müsse sich beraten lassen und kümmern. habe dann von einer arbeitskollegin mitbekommen, die an einem solchen infoanlass war, dass es da nur um die organisation von vermögen ging. wer also weder einen hohen erwerbslohn hat noch vermögen, für den war das zeitverschwendung.
        nun, da ich auch nicht zeit zu verschenken habe als frau die allein für 2 noch nicht erwachsene kinder sorgt seit über 1,5 jahrzehnten, und 3 jobs koordiniere mit denen ich nicht reich werde, ich sage mir: zum glück wohne ich in einem land, das mich nicht verhungern lässt, wenn ich dann mal zu alt bin um arbeiten zu können. jedenfalls hoffe ich, dass das dann noch funktioniert.

      • tina sagt:

        ich traue aber dem system sowieso nicht, was mich natürlich auch nicht darin bestärkt knappe zeit und knappes geld zu investieren. das investiere ich lieber in die gegenwart und nahe zukunft meiner kinder. ich glaube das zahlt sich mehr aus

      • Lucrecia sagt:

        @KA und Tina
        Klar. Solange man zusammen ist, ist das kein Problem. Solange man das Geld nicht sinnlos ausgibt.

        @Sportpapi

        Wieviel Geld hatten Sie denn zusammen mit 30?

        Rechnen Sie mal, was Ihre Frau bei 50% während 6 Jahren an AHV-/Vorsorgebeiträge verliert.
        Sagen wir 700/Monat.
        Macht 50400.
        Die Hälfte aus Ersparnissen vor den Kindern (25200) die Hälfte verteilt auf die 5 Jahre nach Wiederaufnahme bei 100% (ca. 5000/Jahr). Minus eingesparte Steuer. Ist das viel?

      • Sportpapi sagt:

        @Lucretia: Mit 30 hatte ich mein Studium abgeschlossen und kein Vermögen. Und auch keinen Arbeitsmarkt vorgefunden, der mich reich werden liess. Kurz darauf hatte ich Kinder.
        Aber ja, heute sparen wir. Und haben mittlerweile eine Dritte Säule. Und befürchten, dass wir dereinst drei Kinder haben, die studieren werden…
        Aber wie auch immer: 50 000 Franken müssen junge Familien erst einmal haben. Und dann auch noch die Weitsicht, dies in die Altersvorsorge zu investieren, und nicht in neue Kleider, eine grössere Wohnung oder die lang ersehnten Ferien am Meer etc.

      • Lucrecia sagt:

        @tina
        Das muss jeder für sich entscheiden. Ich wollte nur Möglichkeiten aufzeichnen. Niemals würde ich Ihnen sagen, wie Sie zu leben haben. Ich habe grössten Respekt vor Alleinerziehenden. Sie haben bestimmt Vieles durchgemacht.

      • Lucrecia sagt:

        @Sportpapi
        In Deutschland gibt es auch sehr gute Unis 😉

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Ja, ich war mal an einer eingeschrieben. Naja. Hilft nicht wirklich weiter. Viel mehr werden vermutlich auch unsere Kinder sich ihr Studium selber verdienen müssen, wie wir früher (was sich auch in längeren Studienzeiten äussert).

      • Coco sagt:

        @Lucrecia: inkrimierend und nicht konkret, so viel zu den Prädikaten, die Ihre Antwort verdient. Auf psychologische Interpretationen verzichte ich aus offensichtlichen Gründen. Die Qualität Ihrer Antworten lässt vermuten, dass Sie selbst kein hinreichendes Einkommen zur Deckung Ihres Planes „100% vorsorgen“ und „50% arbeiten“ erzielen.

  • Beat sagt:

    Gerade lese ich in der Zeitung, dass weder günstige Kitas noch andere Jobangebote dazu beitragen, dass v.a. gut Verdienende und Ausgebildete Frauen ein Vollzeitpensum nach der Geburt anstreben. Auch zu lesen: Gebildete Eltern erziehen Ihre Kinder lieber selber. Wie passt das zusammen Fr. Derungs ?

    • Frank Lauer sagt:

      Wenn Sie den Artikel richtig zitieren würden, würden Sie auch erwähnen, dass die betreffenden Eltern dieser Umfrage überwiegend bereits in hohen Pensen arbeiten. Fragen Sie eine Mutter, die bereits 80% arbeitet, ob sie mehr arbeiten will, dann ist ihre Antwort „nein, ich möchte die Zeit lieber mit meinen Kindern verbringen“ etwas ganz anderes als wenn sie nur 40% arbeitet.

    • Zufferey Marcel sagt:

      Hier zwei Beiträge die das ganze, leidige Vereinbarkeitsthema abdecken und, zur Abwechslung einmal, aus einer ganz anderen Perspektive beleuchten, auch wenn’s politisch nicht so korrekt ist:

      https://www.freitag.de/autoren/thx1138/die-vereinbarkeitsfrage-eine-klassenfrage

      https://www.freitag.de/autoren/thx1138/die-vereinbarkeitsfrage-ein-elitenproblem

      Die berühmt-berüchtigte Vereinbarkeitsfrage ist m. E. ein ausgesprochen elitäres Anliegen, wie auch der gestrige Tagi-Artikel gezeigt hat.

      Was den Artikel selber anbelangt: Da wird das Pferd vom Schwanz her aufgezäumt. Zuerst das paritätische Familienmodell zum gesellschaftlich wünschenswerten Ideal erheben und erst nachher die Kostenfrage stellen- sehr gut, wirklich!

      • Dan sagt:

        In der Regel geht es auch bei der (linken)Gleichstellungspolitik nur vordergründig um Gleichstellung zwischen den Geschlechtern, sondern um die Installation weiterer resp. zusätzlicher sozialstaatlicher Leistungen für Frauen. Tragischerweise führt genau aber dieser Sozialleistungstransfer bei vielen Frauen zu immer grösserer Abhängigkeit vom Staat (anstelle vom Mann früher), Frauen mutieren so zu staatlich finanzierten Geburtsmaschinen. „Kinder haben“ wird so nicht nur zu einem alternativen Lebensmodell – sondern zu einem eigentlichen Beruf, Frau wird zu einem Staatsangestellten.

    • Olivia Moone sagt:

      Ich habe bei dieser Umfrage mitgemacht von Profawo und die Mütter dieser Kinder arbeiten alle in Grosskonzernen, sind Akademikerinnen und haben Pensen von über 60%. Die meisten haben einen Lohn von über 6000 CHF bei ihrem Teilzeitpensum (also über 10 000 bei 100%). Wenn Sie also mich fragen, ob ich mehr arbeiten möchte als meine 60%? Nein, passt schon. Verdiene schon mehr als der CH Durchschnitt! 🙂

  • fabian sagt:

    Typisch einseitiger Artikel aus dem städtischen Frauenbüro. Frauen erhalten bei einer Scheidung die Hälfte der Altersvorsorge (PK) des Mannes, nebst grosszügigen Alimenten für die Kinder und sich selber (viele geschiedene Mütter gehen deswegen nicht arbeiten, weil sonst der Mann nicht mehr Unterstützungsbeiträge für sie zahlen muss).
    Männern kann nur empfohlen werden, ihre Vermögensverhältnisse während der Ehe nicht vor der Frau offenzulegen. Und vom Heiraten ist dem Mann aus finanzieller Sicht generell abzuraten…

    • Lucrecia sagt:

      Die Steuererklärung muss aber von beiden unterzeichnet sein. Wie soll das gehen? Oder sind Sie auch als Steuerzahler unehrlich?

      • fabian sagt:

        Lucrecia, im Konkubinat müssen Mann und Frau je ihre eigene Steuererklärung ausfüllen. Wie ich schon schrieb: Für den Mann ist aus finanzieller Sicht vom Heiraten abzuraten…

      • Sportpapi sagt:

        Wer gegenüber seine Frau unehrlich ist, der wird es auch ohne schlechtes Gewissen gegenüber dem Staat sein. Was für eine Gesinnung!

      • fabian sagt:

        Sportpapi, daraus liesse sich ja schliessen, dass jene Frauen, die Männer ‚aus Versehen‘ ein Kind andrehen, auch bei der Steuererklärung unehrlich sind. Momol.

      • Sportpapi sagt:

        Ja, Fabian, ein Lump bleibt ein Lump. Auch wenn er weiblich ist. Ob er/sie dann in jedem Fall betrügt, oder nur in einigen, ist eigentlich egal.

    • 13 sagt:

      @ Fabian
      Ja, es wäre abzuraten: vom heiraten, Kinder kriegen und am Besten überhaupt eine Beziehung eingehen und logisch: Sex nur nach vollzogener Vasektomie. Das wäre das Sicherste. Nur…ist das wirklich das Leben, das man leben will? (gilt natürlich für beide Geschlechter 😉 )

      @ Lucrecia
      Ich mache unsere Steuererklärung seit Jahren im Sommer, wenn mein Mann mit den Kindern in den Ferien ist. Dann habe ich schön Zeit. Und wenn sie dann fertig ist, unterschreibe ich sie und schicke sie ab, habe jeweils keine Lust sie wochenlang umherliegenlassen, bis er auch zum unterschrieben kommt. Noch nie kam ein Schreiben der Steuerverwaltung, dass seine Unterschrift fehlt 😉

      • Lucrecia sagt:

        @13
        Lustig!

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das ist ja lustig. Was sagt die Juristin, welche Folgen das potentiell haben könnte? Gerade wenn vielleicht Angaben nicht stimmen?

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Dass er sich bei einer Steuerhinterziehung oder Steuerbetrug meinerseits evtl. mit der Begründung freikäme, er habe von dem keine Ahnung gehabt. Daher finde ich das eigentlich fairer als wenn, wie in 99% aller Haushalte, einer sie ausfüllt, dem anderen nur zum Unterschreiben unter die Nase hält und dieser danach zwar ehrlich behauptet, es nicht gewusst zu haben, aber es als Selbstverschulden angeschaut wird, da man ja unterschrieben hat. Da ich aber meine Steuererklärung nach bestem Wissen und Gewissen ausfülle, befürchte ich da nicht viel.

    • fabian sagt:

      13, ob und wieviel Risiko man tragen will, muss man selbst entscheiden.
      Wer als Frau dem obigen Beitrag aus dem Zürcher Frauenbüro zustimmt und für mehr Sicherheit und weniger Risiko für Frauen plädiert, die sollte es sich gut überlegen, ober sie sich über Männer lustig machen will, die auch mehr Sicherheit und weniger Risiko anstreben.

      • tina sagt:

        und wer als mann etwas an ungerechten verhältnissen für männer ändern will, sollte sich gut überlegen, ob er ständig dermassen übel über frauen runterziehen will.
        du willst all die feministinnen einfach nicht sehen, die ihren beitrag leisten. dann zementier halt weiter dein elend

      • Enrico sagt:

        @Tina
        Wieso soviel Angst vor Gleichstellung?

  • Walpurga Müller-Schmidt sagt:

    Bei aller Liebe, der Artikel geht hier deutlich zu sanft mit den lieben Frauen um und wiederholt auch noch das ewige Mantra „lohnt sich steuerlich nicht“! Frauen die rechnen können, arbeiten trotz Kindern: Es ist logisch, dass bei den teuren KiTa Plätzen in der Schweiz mal schnell das Gehalt eines Partners nach Steuern nur für die Kinderbetreuung drauf geht. Und dann kommt dieser Satz immer! Selbst wenn das so ist, dann lohnt sich das Arbeiten, denn wenn man richtig rechnet, dann muss man die Rentenausfälle mitrechnen und bei ca. 20 Jahren Bezugsdauer pro Monat ein paar hundert CHF mehr, das leppert sich massiv! Die Wahrheit ist jedoch, die Durchschnittsfrau will eigentlich nicht arbeiten und rechnet sich das dann eben schön.

    • Frank Lauer sagt:

      Ist es nicht eher so, dass die meisten Leute sich bei dem Thema viel zu wenig auskennen und dann diesen Quatsch glauben, der in fast jedem Artikel zum Thema zitiert wird? Denn ich gebe Ihnen recht, dass es sich sehr wohl lohnt zu arbeiten, wenn man alles berücksichtigt. Aber die meisten Leute, die ich kenne, kommen ja nicht mal aus ihrem PK – Auszug draus. Der Hinweis im Artikel, man solle sich beraten lassen, ist somit sehr gut.

    • Müller Natalie sagt:

      Es ist wirklich so traurig wie wahr – die allerallermeisten (also eigentlich sämtliche Kolleginnen und Freundinnen ausser ich und jene, die keine Kinder haben) haben in den ersten Jahren absolut keinen Bock, , mehr als 1 -2 Tage pro Woche wieder arbeiten zu gehen. Sie scheisst es jeweils richtig an, nach dem verlängerten Mutterschaftsurlaub überhaupt wieder arbeiten zu gehen. Zu schön war das müssige Leben, wo man sich „am Morgen nicht schon um 07 Uhr schön anziehen und schminken musste.“ (O-Ton!!). Was ich auch schon mehrmals von diversen Müttern gehört habe: „Oh, so doof, wenn das Kind in den Chindsgi kommt, muss ich mich morgens auch wieder schön anziehen und schminken, kann ja nicht im Pischi aufkreuzen.“ Ja, das sind die wahren Beweggründe von mancherlei Vollzeitmüttern.

      • Enrico sagt:

        @müller Natalie
        Aufgepasst Frau Müller, solche Blogs ziehen den Zorn der Leiterinnen auf sich und können mit Zensur bestraft werden .

      • Sportpapi sagt:

        „Ja, das sind die wahren Beweggründe von mancherlei Vollzeitmüttern.“ Das ist jetzt ebenso pauschalisiert und klischiert, wie wenn ich die Mütter anführen würde, die nur deshalb so viel arbeiten, weil sie keine Lust haben, sich ständig mit ihren Kindern abzugeben. „Immer dieses Kindergeschrei, diese Streitereien…“

      • Müller Natalie sagt:

        @ sportpapi: Sie haben Recht, es ist pauschalisiert. Man kann nicht von meinem Bekanntenkreis auf die Allgemeinheit schliessen. Tatsächlich passt aber exakt ihr Gegenbeispiel zu mir 😉 Da haben sie sich in ihrer Anti-Pauschalisierungswut gleich selbst übertroffen 🙂

      • Sportpapi sagt:

        Ja, es gibt nichts, was es nicht gibt. Und für etwas Empörung zu schüren reichen solche Beispiele. Aber nicht unbedingt für weitergehende Erkenntnisse.

  • Susan sagt:

    Am allerschlimmsten dran sind Frauen die Kinder mit einem Partner haben mit dem sie nicht verheiratet sind und Teilzeit arbeiten. Wenn die sich trennen, dann gut Nacht Altersvorsorge.

    • plop sagt:

      Im besten Falle sind sich diese Frauen der Sache bewusst oder haben immerhin eine kleine Ahnung davon was auf sie zukommen könnte. Und sichern sich im vornherein besser ab.

    • franziska sagt:

      Meines Erachtens muss das gemeinsame Sorgerecht genauso die gemeinsame Sorgepflicht umfassen, sprich, beide haben das Recht genauso wie die Pflicht, Kind(der) zu je 50% zu betreuuen. Über individuelle Absprachen kann das angepasst werden und der Elternteil, der sich vermehrt dem Erwerb widmet, muss die nichtgeleisteten Betreuungsaufgaben finanziell kompensieren gegenüber dem betreuenden Elternteil.
      Dann gäbe es deutlich weniger Ressentiments bei Scheidungen und auch Männer müssten sich nicht weiterhin als besonders benachteiligt betrachten. Auch im Falle von unverheirateten Paaren, wenn sie trotzdem die traditionelle Aufgabenteilung leben, wäre die betreuuende Person bessergestellt.
      Denn niemand arbeitet jahrelang gratis und setzt damit die Altersvorsorge aufs Spiel.
      Garantiert nicht!

      • Hans Hintermeier sagt:

        Wer arbeitet denn gratis? Normalerweise ist man in der Ehe ein Team und hat gemeinsame Konten und jeder gibt sein Bestes für die Familie. Erwebsarbeit und Haushaltsarbeit ist somit automatisch zu 50:50 vergütet. Oft hat die Person, welche weniger erwerbstätig ist, auch mehr Zeit das Geld auszugeben. Wie ging das noch gleich: 80% der Kaufentscheide werden von Frauen getätigt?
        Bei der Scheidung wird AHV, BVG und 3a gesplittet. Also gleiches Risiko für beide.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Was raten Sie einem Mann, was soll er tun, wenn seine Frau lieber in kleiner Teilzeit arbeitet?

      • Sportpapi sagt:

        Sie wissen schon, dass Ihre Forderung genau dem entspricht, was Männerorganisationen schon lange verlangen? Was aber an den Frauen scheitern, die keineswegs Sorge und gar Obhut nach Trennung teilen möchten…

  • Christoph Schnyder sagt:

    Sehr richtig. Aber noch viel wichtiger: die schlimmsten Vorsorgelücken entstehen, wenn nach der Scheidung in niedrigen Teilzeitpensen oder gar nicht gearbeitet wird. (Für die Zeit vorher wird ja einiges durch die Aufteilung der Vorsorgeguthaben bei der Scheidung kompensiert.) Darum: Alternierende Obhut! (Statt Alleinerziehung, Alimentenabhängigkeit und Altersarmut.) Frau Derungs, bitte setzen Sie sich auch dafür ein!

    • fabian sagt:

      Dafür setzt sich keine Feministin ein: Dann müsste frau ja ihre Vorteile aufgeben und mit dem Mann teilen.

      • franziska sagt:

        @Fabian
        Rosarote Brille ausziehen:
        Ich sehen nun wirklich keinen Vorteil darin, wenn der alleinerziehenden Frau (und ihrer Familie) die bezogenen Sozialhilfekosten wegen Betreuungaufgaben alleine hängen bleiben, obwohl die Kinder einen Vater haben!
        Auch mal das überlegt?

      • Enrico sagt:

        Danke Fabian !
        Meine Ex schrieb mir : dann sehe ich die Kinder weniger, muss mehr arbeiten und habe trotzdem weniger Geld. Das schrieb sie mir nach einer Mediationsstunde, bei der ein 50 zu 50 Modell zur Sprache kam.

      • Sportpapi sagt:

        Franziska, die Forderung war alternierende Obhut, so dass beide Eltern ausreichend Erwerbstätig sein können. Ich sehe nicht, wie Ihre Antwort darauf passt.

    • franziska sagt:

      @Christoph
      Häufig werden die so ausbezahlten Freizügigkeitsgelder den Frauen seitens der Versicherungen nicht als obligatorisch einbezahltes Geld angerechnet, sondern als überobligatorisches, was ihre Vorsorge dann auch wieder zunichte macht 🙁
      Da besteht Handlungsbedarf, aber seitens der Politik passiert herzlich wenig.

  • Malena sagt:

    Habe in letzter Zeit gerade mit ein paar jungen Frauen gesprochen, die ein kleines Kind haben oder erwarten. Alle wollten genau was der Artikel beschriebt: dass der Mann normal weiterarbeitet und sie selbst reduziert. Bzw. später oder zu einem niedrigeren Pensum als geplant wieder einsteigt. Ich habe ihnen gesagt, dass eben genau jetzt der Zeitpunkt ist für einen gleichmässigere Aufteilung der Erwerbs- und Kinderarbeit, dass in 10 Jahren darüber zu klagen nichts bringt. Sie wollten aber nicht. Warum können Frauen heute alles wählen können – ihre Ausbildung, ihren Job, ihren Wohnort, ihren Sport, ihr Outfit, ihren Mann, ihren nächsten Mann – nur das Familienmodell nicht (diesen Entscheid fällen angeblich Rollenbilder, ihr Mann und zu teure Kitas für sie)?

    • tina sagt:

      kanns sein, dass man denkt, man kann das dann ja noch ändern? man ist sich nicht bewusst, dass man weichen stellt. natürlich kann man später ändern, aber es kostet viel mehr kraft, weil man ein gefüge auseinanderreissen muss, das – vielleicht weil es immer noch die norm ist – erstaunlich leicht funktioniert. in dem moment jedenfalls. und man die nachteile erst später zu spüren kriegt

    • Sportpapi sagt:

      „Warum können Frauen heute alles wählen können – ihre Ausbildung, ihren Job, ihren Wohnort, ihren Sport, ihr Outfit, ihren Mann, ihren nächsten Mann – nur das Familienmodell nicht (diesen Entscheid fällen angeblich Rollenbilder, ihr Mann und zu teure Kitas für sie)?“
      Weil es nicht stimmt. Sie wählen das ganz bewusst, so wie sie das möchten. Aber das darf man so nicht sagen. Vielmehr braucht es Gründe, um sich selbst zu entschuldigen, um die Geschlechtsgenossinnen zu entschuldigen, die einfach nicht wissen, was für sie gut ist. Warum eigentlich?
      Zur Altersvorsorge: Eigentlich wichtig, da mal darauf hinzuweisen. Aber nicht nur für die Frauen!

    • 13 sagt:

      Alles richtig. Und doch weigere ich mich zu glauben, dass es die Frau alleine ist, die die Verteilung wählt. Das stimmt doch so einfach nicht. Ich bin davon überzeugt, dass in 99% aller Haushalte, dem Mann diese Verteilung genauso passt, wie der Frau. Ich kenne auf jeden Fall keinen Fall, wo er reduzieren will (ernsthaft, nicht dieses „ich würde ja gerne, aber in meinem Job geht das eben nicht“-Blabla) und sie sich aber weigert aufzustocken. Den umgekehrten hingegen schon. Mehrere. Das Paar wählt die Verteilung zusammen. Und wenn sie sich nicht einig sind, beisst einer in den sauren Apfel, dass das stets die Frau (wie im Artikel) oder stets der Mann (wie hier angetönt, wenn sie alleine wählt) stimmt so einfach nicht.

      • Malena sagt:

        Ja, ich kenne solche Fälle! Mein Bruder muss hart insistieren, dass seine Frau wieder arbeiten geht und er seinen Teil der Betreuung übernehmen kann wie abgemacht. Es geht nicht darum, dass die Frau alleine entscheidet, sondern dass sie gleichberechtigt mitentscheidet und Verantwortung übernimmt für die gemeinsame Entscheidung. Dazu gehört eben gerade auch, Blabla Bezeugungen ihrer Männer nicht gelten zu lassen, sondern Nägel mit Köpfen zu machen.

      • 13 sagt:

        Wenn diese Bezeugungen auch in ihrem Sinne sind, eignen sie sich doch fabelhaft als Ausrede. Aber da sind wir uns wohl einig, dass das völliger Blödsinn ist. Will man eine Verteilung 100:0 oder 100:Kleinprozentig, dann soll man einfach dazu stehen, dass es für die Familie passt. Wo ist das Problem? Gemeinsam und gleichberechtigt eine Entscheidung treffen und Verantwortung übernehmen (für Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung und Haushalt) sehe ich genau so, egal für welches Modell man sich entscheidet. Ihr Bruder sollte dann aber auch Nägel mit Köpfen machen und reduzieren. Dann ist sie zu ihrem Teil gezwungen. Keiner sollte da Rosinen picken, wenn es für beide ok ist, dass nur einer arbeitet, dann ist es ok. Wenn nicht, hat jeder alle drei Aufgaben mitzutragen.

      • Malena sagt:

        Ja, mein Bruder reduziert. Die Betreuung könnte aber auch von Dritten geleistet werden, auch das ist eine gemeinsame Entscheidung. Das Problem besteht darin, dass viele eben nicht ehrlich zu ihren Motiven und Entscheidungen stehen, und lieber Ausreden vorschieben oder die Schuld dem ‚System‘ geben.

      • Sportpapi sagt:

        „Und doch weigere ich mich zu glauben, dass es die Frau alleine ist, die die Verteilung wählt.“ Ist sie nicht. Aber hier wird einmal mehr so getan, als ob sie gar keine Alternative hätte.
        Und doch scheint es mir etwas einfacher, nach Geburt nicht wie vereinbart in den Job zurückzukehren oder später nicht aufzustocken, und noch einfacher einfach einen Job anzunehmen und die Kinderbetreuung extern zu regeln, wenn man das will, als einfach den Job hinzuschmeissen, von dem die Familie aktuell lebt (oder zu reduzieren, im Wissen, dass das Geld dann fehlt).
        Aber so oder so: Auch Frauen sollen zu ihren Entscheidungen stehen und nicht immer andere dafür verantwortlich machen!

      • franziska sagt:

        @Malena
        Manchmal muss auch die Frau heftig insistieren, dass sie wieder erwerbstätig sein kann ein paar Monate nach der Geburt und der Vater des Kindes zumindest einen Teil der Betreuungsaufgabe, die er ursprünglich versprach zu übernehmen, auch reell wahrnimmt.
        Es sind nicht nur die Frauen, die Versprechungen nicht einhalten, Männer können das genausogut!
        Und nein, es war jenseits der 50:50 wie ursprünglich abgemacht, die 2.5 Tage Betreuung schrumpften auf einen Tag seitens des Vaters…

      • Sportpapi sagt:

        Franziska, wenn eine Frau erwerbstätig sein möchte, dann unterschreibt sie einen entsprechenden Arbeitsvertrag. Kein Mann der Welt kann sie heutzutage daran hindern. Und lässt die Kinder fremdbetreuen, wenn der Mann nicht da ist.

      • Malena sagt:

        @Franziska: Oh ja! Dass viele Frauen historisch für Gleichberechtigung kämpfen mussten und immer noch müssen, wird kaum jemand bestreiten. Umso wichtiger ist es eben auch zu erkennen, wenn der Bremser nicht von aussen sondern von innen kommt, und sich die Kämpfe aussucht die tatsächlich etwas verändern. Möglichst früh mit dem Partner das Familienmodell hart verhandeln würde ich jeder jungen Frau empfehlen. Jedem jungen Mann auch… 🙂

    • Olivia Moone sagt:

      Es ist die Naivität der Frauen, vor allem derer aus gutem Hause, wo das EFH, Zweitwagen und Ferien in der Karibik selbstverständlich waren. Da studiert man und wird nachher doch Hausfrau, weil man sonst ja Kind 1,2,3 nicht vom Waldkindergarten ins Babyyoga chauffieren könnte. Das ganze Getue ums Muttersein ist doch nur eine ganz eigene Entschuldigungsindustrie, die Vorwände für die Frauen findet, um ja keine Selbstverantwortung übernehmen zu müssen. Irgendwer anders hat ja immer bezahlt.

      • Olivia Moone sagt:

        Und es ist bei vielen Frauen auch die Angst vor der Beurteilung. Viele Frauen wollen primär gemocht werden. Sie scheuen Kritik und auch den Wettbewerb. Also bleiben sie lieber zuhause und ein Kind ist da ein willkommener Vorwand. Man kann Krippen verbilligen, aber die Burkha im Kopf der Schweizer Frauen kann man nicht lüften. Ab und zu frage ich mich, wer emanzipierter ist: eine Ärztin mit Kopftuch, die ihre 2 Kinder neben einem 70% Pensum und nach der Scheidung alleine erzieht oder eine studierte Juristin, die trotz MBA und Führungserfahrung zuhause bleibt und sich nach der Scheidung beim Sozialamt melden muss…

  • Müller Natalie sagt:

    So erlebt: Meine Elter scheideten sich nach 30 Ehejahren. Um nicht die Konkursschulden des Vaters hälftig zu übernehmen, musste Mami eine Verzichtserklärung unterschreiben. Sie ging mit 50 Jahren mit 0 .- Vermögen oder Alimente aus, nach 30 Jahren Hausmamidasein. Der Vater ein IV-Fall. Sie arbeitete bis 64 Jahre ein Vollpensum in einer körperlich anstrengenden Küche als Hilfskraft für 4100.- Brutto. (da man damals weder Ausbildung noch Weiterbildung machte). Die letzten 2 Jahre musste sie täglich mehrere Schmerzmittel zur Arbeit einnehmen, ein Arztzeugnis wg. Erschöpfung und Abnützung gab es punktuell für 14 Tage. Sie erhält AHV + Ergänzungsleistungen im Alter, total 2180.- /monatl. und lebt sehr bescheiden.
    Diese Biografie prägt mich sehr. Ich arbeite immer über 70% trotz Familie.

    • Müller Natalie sagt:

      Mein Vater erhält übrigens bei der IV und jetzt in der Rente seit seinem 50. Lebensjahr monatlich das wirtschaftliche Existenzminimum von 2800.- , also mehr als mein Mami nach ordentlicher Pensionierung erhält. Er erhält mehr als mein Mami, und er erhält auch diverse Sozialleistungen wie die Zeitungsabo-& Kulturverbilligungen, zahlt keine KK-Prämien, Arzt- Zahnarztbesuche (zahlt alles der Staat), kriegt von pro Senectute Gratis-GA.
      Dies wiederum hat meine politische Gesinnung sehr geprägt.

      • Sportpapi sagt:

        „Dies wiederum hat meine politische Gesinnung sehr geprägt.“
        Ich nehme an, Sie wählen jetzt SP. Denn für die Schweizer Politik sind seit eh und je die bürgerlichen Parteien in erster Linie in der Verantwortung.

      • Turbonegra sagt:

        Warum kann Ihre Mutter keine Krankheitskosten (Selbstbehalt, Franchise, Zahnarzt) bei der EL geltend machen? Dieses Recht sollte sie genauso haben. Die KK-Prämien werden übrigens in einigen Kantonen direkt überwiesen. Vielleicht wäre eine Beratung für Ihre Mutter sinnvoll!

    • Sportpapi sagt:

      Das verstehe ich nun nicht. Der Mann erhält mehr Rente als die Frau, obwohl sie gearbeitet hat, er nicht? Und dazu viele Leistungen, die sie nicht bekommt? Warum?

      • Müller Natalie sagt:

        @sportpapi: Leider nein, ich bin neoliberal eingestellt.

      • Sportpapi sagt:

        Neoliberal? Dann sehe ich den Zusammenhang schon gar nicht. Und auch keine Partei, die dazu passt.

      • Olivia Moone sagt:

        Der Mann war berufstätig. Deshalb wird die IV-Rente an seinem ehemaligen Lohn festgemacht. Die AHV liegt seltsamerweise unter dem Existenzminimum. Leider ist das der typische Fall für Schweizer Frauen und das Muster, welches die bürgerlichen Parteien um alles in der Welt zu erhalten suchen (soviel zum Thema Neoliberal…): Zuerst zahlt der Vater, dann der Ehemann und dann der Sozialstaat. Würde man Frauen dazu ermuntern erwerbstätig zu sein, würden schlagartig die Anzahl Sozialhilfeempfänger halbiert und auch die Renten wären gesichert, weil es mehr Beitragszahler gäbe und die Empfänger weniger EL bräuchten. Aber die bürgerlichen Parteien stemmen sich geschlossen gegen zahlbare Krippen, familienfreundliche Arbeits- und Schulzeiten.

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