Kommt ein Mann zum Arzt . . .

Ein Papablog von Nils Pickert*

Mann Arzt 640

Und immer wieder diese Frage: «Na, wo ist denn die Mutter?» – Hallo? Die arbeitet! Foto: Duncan (Flickr)

Eigentlich gibt es schon genug Witze von der «Kommt ein Mann zum Arzt . . .»-Sorte. Etwa den mit dem Mann, der einen Frosch auf dem Kopf hat, beziehungsweise von dem Frosch, der einen Mann am Hintern hat. Oder jenen, in dem der Arzt seinem Patienten erklärt, er leide unter Blödsinnigkeit und dass die Friedhöfe voll von solchen Leuten seien. Trotzdem hätte ich da noch einen. Mein Witz beginnt damit, dass mein 10 Wochen altes Söhnchen einen Hüftschiefstand hat, der mit einer Spreizschiene korrigiert werden muss, und ist auch sonst nicht besonders lustig. Stattdessen erzählt er davon, dass Väter mit Babys anscheinend auch 2015 befremdlich wirken und jederzeit mit Ratschlägen und Kommentaren eingedeckt werden müssen.

Ein Mann kommt also mit seinem kleinen Sohn zum Arzt. Noch bevor er der Sprechstundenhilfe sagen kann, warum er hier ist, raunt jemand aus dem offenen Wartezimmer: «Wo ist denn die Mutter?!»

Der Mann hat jetzt zwei Möglichkeiten. Entweder konzentriert er sich auf die Untersuchung (Hüftultraschall mit anschliessendem Verdikt darüber, wie viele Wochen sein Kleiner noch 23 Stunden am Tag diese verdammte Spreizschiene erdulden muss) – oder er raunt zurück. Grundsätzlich ist er zwar eher der Typ fürs Dagegenhalten, aber angesichts der Übellaunigkeit seines Babys (müde plus Verdauungskram) entschliesst er sich dazu, sich dieses eine Mal seinen Teil nur zu denken: Tja, gute Frau, es ist unfassbar, die Mutter ist tatsächlich arbeiten. Aber herzlichen Glückwunsch, Ihr Kommentar ist mal wieder ein Beleg dafür, dass ein Begriff wie «Rabenmutter» nur in der deutschen Sprache existiert.

Es ist warm, die Praxis brechend voll. Hinter ihm nölt jemand, er solle gefälligst ein bisschen schneller machen. Das Baby schreit, weil es jetzt sofort den Schneeanzug ausgezogen haben will. Routiniert macht der Mann alles gleichzeitig: Schneeanzug ausziehen, Mütze mit den Zähnen aufbinden, sich der Wickeltasche entledigen, Versichertenkarte auspacken, die Leute hinter ihm böse anfunkeln. Er «darf dann schon mal im Wartezimmer Platz nehmen». Uii, er darf. Wenn er kein Baby in den Händen hätte, würde er sich vor Begeisterung Luft zufächeln. So verdreht er nur die Augen. Das hilft ein bisschen. Dann setzt er sich in das angepriesene Wartezimmer. Das heisst, er versucht es. Eine Frau zeigt anklagend auf die Spreizschiene des Babys und ruft laut: «Was ist DAS denn?!»

Spitzenfrage von jemandem, der mit Kniemanschette und Krücken im Wartezimmer einer orthopädischen Praxis sitzt. Aber der Kleine schreit, und unser Mann beim Arzt hat anderes zu tun, als darauf einzugehen. Schuckeln, wippen, trösten. Auf und ab laufen. «Kriegt das Baby kein Fläschchen?! Wo ist denn die Mutter?! Können Sie das Kind nicht mal beruhigen?!»

Ein älterer Herr kratzt sich nachdenklich den Bart und schaut fast so ungläubig wie der Mann beim Arzt. Der wird nun glücklicherweise aufgefordert, diese Vorhölle zu verlassen und ein Behandlungszimmer aufzusuchen. 20 Minuten und ein paar Nerven später weiss der Mann, dass die Hüfte seines Kleinen «viel besser geworden ist» und «wir uns in 6 Wochen wiedersehen».

Der Vater ist sich zum ersten Mal im Leben seines Kindes sicher, dass es das Gleiche denkt wie er: Echt jetzt?! Muss das sein? Wenig später hat der Mann den Arzt verlassen und zwängt sein protestierendes Kind im Hausflur vor der Praxis in Spreizschiene und Schneeanzug. Die wartenden Patienten haben sich irgendwie belästigt gefühlt, und der Toilettenraum ist so klein, dass man sich darin nicht einmal drehen kann. Eine Frau informiert ihn im Vorbeigehen noch darüber, dass das Baby schreit. Na, da weiss ich ja jetzt Bescheid, denkt er und malt sich aus, was die Frau wohl für Geräusche von sich gäbe, wenn man sie in ein Ganzkörperspreizschienenkorsett zwängen würde. Anschliessend schnallt er das Baby in der Autoschale an, schwingt es ein paarmal hin und her, bis es sich beruhigt hat und ihm die Augen zufallen. War ja auch alles sehr anstrengend. Der ältere Herr mit dem Bart beobachtet ihn dabei schmunzelnd und sagt schliesslich: «Sie machen das ganz toll!»

Und wenn es nicht schon Januar gewesen wäre, hätte unser Mann auf der Stelle wieder angefangen, an den Weihnachtsmann zu glauben. Immerhin ist dieser Moment der Grund dafür, dass der Mann das nächste Mal, wenn ihm jemand einen «Kommt ein Mann zum Arzt . . .»-Witz erzählt, keinen Affentanz aufführt und wie wahnsinnig «Wo ist denn die Mutter?!» brüllt.

Hoffe ich jedenfalls.

pickert150x150* Nils Pickert lebt mit seiner Familie in Süddeutschland. Er hat eine monatliche Kolumne auf Standard.at, in der er sich mit den männlichen Seiten der weiblichen Emanzipation beschäftigt.

113 Kommentare zu «Kommt ein Mann zum Arzt . . .»

  • Luc sagt:

    Zum Glück hat sich die Welt um 180 Grad gedreht, leider für manche viel zu schnell, so dass Ihnen die Spucke weggebliben ist. Die faserigen Äusserungen mancher Kommentatoren zeugen wohl nicht davon, dass sie sich jemals der Bedeutung bewusst geworden sind, die einer so simplen Szene wie Vater beim Arzt zukommt. Die Schranken in den Köpfen wurden abgebaut und jede/r spielt die Rolle, die er/sie möchte gemäss eigenem Lebensentwurf und gemäss gelebter Gleichstellung. Alles andere ist egal. PS Den Kinderarzt scheint es nicht zu stören, dass ich Vater bin!

  • Sofamann sagt:

    Jetzt komm ich auch noch mit einer Frage: weiss jmd, was das für ein Sofa ist? 🙂

  • mike sagt:

    Kommt ein Mann mit Kind zum Arzt, sagt die blonde Arztgehilfin, machen Sie mir auch einen solchen süssen Spatz?

    • Jacques sagt:

      Jederzeit – wenn es Ihnen möglich wäre; antwortet der freundliche Vater. Woodstock ist immer – überall 😉
      (Ueber das ‚Du‘ können wir uns nachher – immer noch einigen – und alles klären).

  • Jacques sagt:

    Ich weiss ja nicht genau, was das Handicap des kleinen Sohnes ist. ‚Scheuermann‘ oder eine andere degen. Knochensache.
    Jedenfalls ging mein Papa – schon vor beinahe 60 Jahren, mit seinem Sohn (moi) – zum Arzt. Bei mir hiess die Diagnose Rachitis (oder dazumals englische Krankheit). Trotzdem mag ich die Engländerinnen – und die Engländer …
    (Aber, so wie ich Papa kannte, hat er vielleicht sogar mit wartenden Patientinnen – geflirtet – oder gar mich stolz ‚vorgeführt‘).

    • Jacques sagt:

      Aber etwas später, „musste“ ich mit 2 Söhnen auch zum Arzt. Wegen der sog. Zahnstellung. Also zur Klarstellung: der Arzt hiess ‚Kiefer-Orthopäde‘ und war ein sog. Schicki-Micki-Arzt,siehe seine Praxis. Also rel. ungünstige Konstellation. Hippie-Freak vs. Schicki-Micki Arzt. Und wie der herumgetänzelt ist, besonders wegen dem Honorar. Kurz gesagt. Dieser Idiot bekam sein Honorar: 10’000 für den einen; 8’000 für den anderen. Hippies sind ja freundlich. Aber als er meinte, die Jungen hätten das von Papa vererbt – hätte ich … (Weil meine Zähne – sind kariesfrei, auch wegen m.Eltern).

      • Jacques sagt:

        Und dass Zähne, wie preussische Soldaten, schön geradestehen müssten; hätte mir gerade noch gefehlt 😉

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Jacques

        naja monsieur, Zahnfehlstellungen können tatsächlich vererbt sein und die erwähnten Kosten werden Sie auch in einer sozialorientieren Gemeinschaftspraxis berechnet kriegen, der Schicki-Micki-Faktor hat da ausnahmsweise nicht die Finger im Spiel…, dennoch und vor allem:
        bonne journée!

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        bezüglich preussischer Soldaten, da find ich immer wieder erfrischend wie naturbelassen die Schauspielergebisse in Filmen älteren Datums aussehen, auch geschwabbelt werden darf da ungeniert- die weisser-als-weiss-akkurat-nebeneinander-stehend-Gebisse irritieren mich besonders in Filmen, deren Handlung in einer vergangenen Zeit (ohne Zugang zur Superzahnmedizin) angesiedelt ist.

      • Valeria sagt:

        Oh, da habe ich letztens einen Artikel über die Beisserchen von David Bowie gelesen:
        http://blog.tagesanzeiger.ch/privateview/index.php/tag/david-bowie/

      • Jacques sagt:

        Werte Damen Brunhild und Valeria;
        Dass hatten meine beiden lieben Söhne tatsächlich vom Papa vererbt. Eine etwas zu enge Zahnstellung. Aber nicht etwa wie Karies. Ich habe immer noch fast alle der zweiten Zähne. (Ausser einem Weisheiszahn). Das Handicap mit der Karies – trat gehäuft eher in der Familie von Mama auf 😉
        (Und wegen soz. Vergütung: ab 5% Abnormalität wird bezahlt. Dieser idiotische Schicki-Micki Arzt berechnete 4.8 oder 4.9 %)
        Also, wegen einem Schicki-Micki-Bünzli zahlten wir ca. CHF 18’000.-; sogar pünktlich.

  • ina müller sagt:

    Naja. Ich erlebe es eher umgekehrt: Seit Geburt unserer Tochter hat mein Mann (arbeitet 50 Prozent) zigtausend gerührte Blicke erhalten, wenn er mit Baby unterwegs war, Lob und Wohlwollen überall, weil er zur Mütterberatung, zum Kinderarzt, zum Einkaufen ging und sogar meine eigenen Eltern konnten sich nicht einkriegen was für ein lieber, toller Papa er ist. Ich bin auch eine liebe tolle Mama, aber niemand kümmerts, ist halt normal. Ich arbeite die restlichen 50 Prozent, dafür kriege ich aber keine gerührten Blicke, eher im Gegenteil.

  • alam sagt:

    …und keine, die dazu steht, selber auch schon Väter „beraten“ zu haben? Ganz ehrlich, ich habe mich auch schon dabei ertappt, dass ich einen Vater darauf hingewiesen habe, dass es schon ein bisschen zu kalt für das Kind sei, um ohne Mütze rumzulaufen. Manchmal können wir die Klappe wirklich nicht halten, und ich verstehe die Väter, wenn sie das nervt.

    • Valeria sagt:

      In diesem Fall verstünde ich jeden, den das nervt. Nur weil Ihnen kalt ist, heisst das ja nicht, dass es einer fremden Person auch so ergehen muss.

  • Anton Keller sagt:

    Ich bin der erste Mann überhaupt gewesen, welcher in unserem Quartier die Mütterberatung aufgesucht hat. Die haben gestaunt.

  • henä sagt:

    ein überaus peinlicher beitrag. ich schaue einen tag pro woche zu unserem kind, seit geburt. noch nie ist mir auch annähernd etwas solches passiert. und ja ich gehe/ging in die stadt, zum arzt und und und.
    obs in süddeutschland anders ist? oder vielleicht sollte man der „männlichen seite der weiblichen emanzipation“ einfach weniger bedeutung schenken.

  • Mark Altheer sagt:

    „IRONIE ein: Tja, wären sie ein echter „Kerl“ und würden gefälligst 100% arbeiten und die Mutter den Kindern schauen würde das nicht passieren. IRONIE AUS! Im Ernst: Es interessiert mich einen Sch… was andere Leute denken. Ich kann nur zu gut verstehen was das mit einem macht. Aber irgendwann müssen sie akzeptieren dass wir in einer „komischen“ Welt leben. Es gibt viele unzufriedene Besserwisser die ihre eigenen Unzulänglichkeiten ohne Selbstreflexion an den Mitmenschen auslassen. Ruhig bleiben, lächen und A… denken! 😉 Gruss

  • Sportpapi sagt:

    Das x-te Kapitel der selben Story. Offenbar gibt es Menschen, die sind sehr empfindlich auf die Stimmungen der Umwelt. Und ziehen sehr eigene Schlüsse draus. Obwohl ich viel Zeit mit meinen Kindern verbringe, erlebe ich meine Umwelt regelmässig ziemlich anders.

    • Hans-Jörg Meister sagt:

      Sorry, aber wenn sich die Umwelt daneben benimmt, reagiere ich darauf auch „empfindlich“. Gratuliere zu Ihrer dicken Haut und Ihren drahtseilartigen Nerven.

      • heidi happy sagt:

        …da stellt sich dann halt auch immer ein bitzeli die Frage, ob die ganz Umwelt sooooo fies ist oder vielleicht doch der neu gebackene Vater etwas übersensibel…

        Ich möchte einmal all meinen Mitmenschen ein Chränzli winden, die mit viel Freundlichkeit und Gelassenheit die Zwängel-Attacken und lauten Singereien meiner Kinder beispielsweis im Tram ertragen und mir oft aufmunternde Blicke oder Bemerkungen zukommen lassen! (übrigens meinem Mann auch!)

      • Sportpapi sagt:

        @HJ Meister: Ich bin zum Glück nicht so sensibel und merke es vielleicht gar nicht, wenn andere sich falsch verhalten. Aber auch sonst. Muss ich mich wirklich mit du mmen Menschen auf ihr Niveau begeben?
        Obwohl, zumindest im MB kann ich es mir nicht immer verkneifen…

  • extraterrestre sagt:

    Welcome to the real world, Herr Pickert, und Gratulation zu Ihrer souveränen Haltung. Ich wünschte, alle Papas würden mindestens einmal durch eine solche Situation gehen müssen, damit auch wirklich alle mal verstehen, dass „Mama sein“ ein echter Job ist, mit psychischen und physischen Stressituationen (und natürlich auch allen schönen Seiten), und nicht einfach zuhause sitzen und mit Freundinnen käfelen. Die (Arbeits-) Welt würde dann wahrscheinlich ein bisschen anders aussehen.

  • heidi happy sagt:

    Mein Mann geht regelmässig mit unseren Kindern zur Ärztin und ist auch sonst an alle Aufgaben um Haushalt und Kinderbetreuung hälftig beteiligt. In den letzten 5 Jahren haben wir kaum , ich wollte gar sagen keine solchen Erfahrungen gemacht. Aber: Ich kenne die ungehaltenen Bemerkungen in Wartezimmern (wenns eben keine Kiderärztinnen sind) auch nur zu gut. Die haben wohl nix mit dem armen Papi zu tun. Irgendwie ist die Opfer-Papi-Masche auch schon etwas angestaubt, finden sie nicht auch?

    • Marie sagt:

      Danke, Heidi!

      • Manni Mann sagt:

        die Frage ist halt: ob er sonst irgendetwas zum schreiben hätte.
        Ich hab das ganze Programm gemacht: Kinderwagen schieben, zum Arzt gehen, Spielplatz, Badi/Hallenbad, zur Spielgruppe bringen, Zug fahren, Schlitteln, Skifahren etc.
        ich kann mich nicht erinnern einmal deswegen blöd angemacht worden zu sein
        es gibt freundlichere und weniger freundliche Menschen, offenere und reserviertere …. aber – einfacher Tipp – dass muss man nicht persönlich nehmen

  • mammamia sagt:

    Das Kind ist 10 Wochen alt und die Mutter arbeitet? Mutterschaftsurlaub?

    Abgesehen davon: in dieser Situation werden Eltern beiderlei Geschlechts LEIDER häufig blöd angemacht. Schlechte Welt. Aber das Papa-Gejammer finde ich müssig.

    • Carolina sagt:

      Ist Ihr erster Satz ernst gemeint? Wenn ja: Sind Sie wohl eine von diesen Einmischerinnen, über die wir uns hier echauffieren, oder? Wenn ironisch: vergessen Sie’s!

    • Bine sagt:

      Wenn ich sowas lese, dann danke ich meinem Mann auf Knien. Ich bin übrigens nach dem Mutterschutz direkt wieder Vollzeit arbeiten gegangen und mein Mann hat sie um die Kinder gekümmert. Ich verantwortungslose Mutter ich.

      • Frau Berner sagt:

        Mann und Frau können machen wie sie’s wollen. Teilzeit, Vollzeit, Nullzeit…es finden sich immer einige Leute im Umfeld, denen das nicht passt. Ironischerweise sind es meistens andere Mütter, die die giftigsten Kommentare zur neuen Familien-Arbeits-Gestaltung abgeben.

  • Joel Eberle sagt:

    Tja die Frauen dieser Männer sitzen vielleicht der Quote wegen in irgendwelchen Geschäftsleitungen. Ob fähig oder nicht sei nun mal dahingestellt.

    • Susi sagt:

      Sie sind total unsympathisch, Joel Eberle.

      • Adrian Wehrli sagt:

        Ach Susi, sie sollten etwas Nehmerqualitäten entwicklen.

      • Susi sagt:

        Sie haben recht, aber dazu brauche ich auch Zeit, genau wie bei der Coolness und Gelassenheit. Ev. bin ich in einem Jahr (oder so) soweit.
        (Ev. sollte ich mal zu einer Atemtherapeutin.)

      • mila sagt:

        Sie haben absolut Recht, Adrian Wehrli: das Recht, sich mit dummen Kommentaren zu entblöden, kann (und soll) man niemanden nehmen. Allein schon zu Erweiterungszwecken. 😉

      • mila sagt:

        Sollte heissen: Erheiterungszwecken. Doofe Autokorrektur.

      • Franz Vontobel sagt:

        @Susi: Naja, was erwarten sie von einem kleinen, männlichen Hausschwein?

      • Susi sagt:

        Hihi, Franz!

  • 13 sagt:

    Es besteht nur ein Unterschied zwischen den Erfahrungen, die eine Mutter und die ein Vater in solchen Situationen macht: Der Mann bezieht diese schnell mal aufs Geschlecht, die Frau je nach Gemütslage auf die kinderunfreundliche Gesellschaft oder den fehlenden Anstand des Gegenüber.
    Ansonsten könnte mir, ausser dem Satz „Wo ist die Mutter?“ ebenfalls 1:1 so passieren. Um ehrlich zu sein, passierte es mir sogar tendenziell häufiger als meinem Mann, dem viel öfters einfach nur Hilfe angeboten wurde. Vielleicht weil er ein Mann ist? Und dabei geht er häufiger mit den Kindern zum Arzt als ich.

  • Carolina sagt:

    Willkommen im Club, Herr Pickert! Ihre eigenen Befindlichkeiten diktieren, wie sehr Sie auf diese blöden Kommentare und vermeintlichen bösen Blicke eingehen – das wurde jeder Mutter hier, die sich schon mal drüber aufgeregt hat, dass sie dumm angemacht worden ist, jedenfalls schon x-fach mitgegeben. Warum soll das bei Vätern anders sein? Da hilft nur eins, bei beiden Geschlechtern: sehr schlagfertig sein (siehe oben Stevens) oder lernen, die Ohren auf Durchzug zu stellen und sich auf die wohlmeinenden Mitmenschen konzentrieren.

    • Martin Frey sagt:

      Dem gibts (wieder mal) nichts mehr hinzuzufügen, Carolina. Nur sollten wir bei der Stevens’schen Variante nicht auf einen Lerneffekt hoffen. Ist in meinen Augen vergebliche Liebesmüh. Wenn danach Ruhe herrscht ist schon viel erreicht. 😉

    • Susi sagt:

      @Carolina: Genau! Aber die Coolheit bzw. Gelassenheit in solchen Situationen müssen sich manche Leute (z.B. ich) zuerst aneignen und wenn man nur ein Kind hat, reicht vielleicht die Zeit dazu nicht 😀
      Ich beispielsweise habe mich mehrmals zu handfesten Streiten hinreissen lassen und ev. sogar voll primitiv den Finger gezeigt beim Weglaufen (und mit dem Kinderwagen dabei fast in einen Baum oder Passanten gefahren).
      Beim zweiten Kind hätte ich das wohl glaub (hoffentlich) anders hingekriegt.

      • Franz Vontobel sagt:

        Ich beispielsweise habe mich mehrmals zu handfesten Streiten hinreissen lassen

        Ehrlich? So voll mit Handtasche über die Rübe ziehen, Haarereissen und mit dem Stöckelschuh-Absatz dreinschlagen?

        Wow! 😉

      • Susi sagt:

        Da hab ich mich wohl im Wort vergriffen, stimmt. Es war nur etwas laut und Worte wie „huerä Schiss-Chue“ fielen.

      • Flo sagt:

        Hallo Susi; ich bin erliächteret das ich nöd ganz diä einzig bin wo sich dä Fruscht mängisch eifach vo dä Seel schwätzä muäss!

      • Susi sagt:

        Flo: 😀 (und ich bin auch grad erleichtert!)

      • Franz Vontobel sagt:

        „huäre Schiess Chue“..?! Auch nicht schlecht, und tatsächlich bereits fast handgreiflich – hoffentlich war das Gegenüber nicht Paula… 😀

      • Carolina sagt:

        Och, ich kenne das ziemlich gut! Wissen, was ‚richtig‘ ist und es dann ‚richtig‘ machen sind zwei völlig unterschiedliche Stöggelischuhe…… Schlagfertig sein heisst manchmal auch, einfach Dampf abzulassen. Ich habe mal eine amerikanische Freundin gehabt, eigentlich sehr höflich und zurückhaltend, die einer Oma im Supermarkt im London, die meinte, das Gewicht ihrer Baby-Tochter kommentieren zu müssen, sagte: Thank you for your concern – but now p..ss off! Ich fand das immer die perfekte Mischung!

      • Sportpapi sagt:

        Eventuell?

      • Susi sagt:

        @Caroline, haha, das ist eine super Standard-Antwort!!

        @Franz: Hmm, wer weiss. Die waren meistens so perplex ab meiner Vulgarität, dass sie nichts mehr sagten. Vielleicht kam ihnen dann später eine passende Antwort in den Sinn, aber da war’s halt zu spät. Tscha.

      • Susi sagt:

        @SP: Ja, eventuell, das war halt von Fall zu Fall verschieden.
        Jetzt mach ich’s nicht mehr vor Kindern, sondern nur noch, wenn ich auf dem Velo unterwegs bin 😀

      • Susi sagt:

        Und P.S: Ich weiss schon, dass man das nicht darf. Aber eben, Impulskontrolle…

      • Carolina sagt:

        Das Gute an Fluchmüttern (und ja, ich habe da auch ‚issues‘;-) ist, dass sie ein grösseres Instrumentarium an Werkzeugen haben, wie sie ihre Wut/ihre Verletztheit etc rüberbringen können. Meine grösseren Kinder sagen immer, dass ich erst richtig gefährlich bin und sie wissen, dass sie jetzt dann aufpassen müssen, wenn ich aufhöre zu fluchen und ruhig werde! Das gilt auch für Schwiegermütter!

      • Sportpapi sagt:

        Ehrlich gesagt ist mir eine fluchende Mutter viel lieber als eine verstörte, verbitterte, weinende usw. Die Kinder werden es überleben.

      • Susi sagt:

        „Fluchmütter“!!! Findi ein Superwort!!

      • Susi sagt:

        Wir haben jetzt die Abmachung, dass ich für jedes Fluchwort einen Franken in ein Kässeli tun muss, das man dann jeweils für etwas Schönes benutzt. (Ferien auf den Malediven oder so, haha)

  • Widerspenstige sagt:

    Aber Herr Pickert, das ist doch einfach nur schön, so sehr beachtet zu werden von der Umwelt. Das sehen Sie ganz verkehrt und ich kann Sie trösten wegen diesen verd…… Spreitzschienen: unser Jüngster musste diese auch tragen und bis jetzt hat sich die Plagerei ganz gut bewährt. Er geht aufrecht und setzt ein Fuss nach dem anderen, wenn er federnd neben mir daher schreitet (inzwischen einen Kopf grösser als ich)……Sohnemann hat’s überlebt! 😉

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Widerspenstige

      und freuen Sie sich erst auch die argwöhnischen Blicke wenn Sie mal mit dem federnden Sohnemann nur zu zweit einen Restaurantbesuch (siehe MZ weiter oben) unternehmen und räumen Sie vorsorglich allfällige Kerzenarrangements vom Tisch 😉

      • Brunhild Steiner sagt:

        … auf statt auch!

      • Flo sagt:

        Kerzen und Blumen beim Essen von Mutter mit Sohn!!!!!!!
        sehr, sehr verdächtig, erst recht wenn sich die Beiden noch gut unterhalten oder gar was zu lachen haben!!!!!!!!

    • Widerspenstige sagt:

      Aber Brunhild, das wäre doch genau das falsche Verhalten. Ich würde dann im Gegenteil genüsslich die Kerzen anzünden lassen (wenn möglich von Sohnemann selber, was für ein gutes Gefühl….hihi) und mich diebisch über die argwöhnischen bis neidischen Blicke von Nebentischgästen amüsieren. Das wäre doch zu schade um den Effekt… 😆

      • Brunhild Steiner sagt:

        …und mit Champagner für alle sehr gut hörbar auf die nächsten glücklichen Jahre anstossen… 🙂

  • G. May sagt:

    Köstlich geschrieben

  • Susi sagt:

    Die blöden Kommentare erntet man tatsächlich auch als Mutter, am meisten, wenn das Kind noch im Babyalter ist, vor allem von älteren Frauen der Generation unserer Eltern. Mit mir wurde doch tatsächlich mal geschimpft, weil ich mein Baby 1. in der Öffentlichkeit stillte und 2. vor und nach dem Stillen nicht auf die Waage (!) legte. Oder weil ich mein schlafendes, im Daunensack eingepacktes Kind im Kinderwagen liess, während ich mit einer Freundin (gleich hinter einer Glasscheibe) Kaffee trank und es erst reinholte, nachdem es aufgewacht war. Solche Dinge waren halt damals einfach unüblich.

  • zimy sagt:

    Also, das „Wo ist denn die Mutter??“ Ist nun wirklich eine Frechheit (beiden Eltern gegenüber). Aber alles andere kann 1:1 der Mutter leider auch passieren…

  • Paul Moser sagt:

    Wie in einem anderen Kommentar schon zu lesen war: Wir leben im Zeitalter der dauernden Ratschläge – wir schreiben ja auch zu allem und jedem einen Kommentar in den Blogs und wissen es immer viel besser 🙂

  • gabi sagt:

    ja. Bei mir wurde es beim Arzt dann spaeter auch besser. Obwohl ich noch in der Garage der psychiatrischen Praxis ganz sicher war, dass hinter den Saeulen Leute stehen, die sich hinter meinem Ruecken Zeichen geben und Grimassen schneiden..

  • Peter sagt:

    Hmmm, ich bin selbst oft wochentags mit meinen kleinen Kindern unterwegs. Solche Situationen erlebe ich sicher manchmal ansatzweise, aber nie derart extrem, Die Regel ist sowas jedenfalls nicht. Zwei Dinge scheinen mir bedenkenswert:
    -Nimmt dieser Blog potentziellen Eltern nicht die Lust aufs Kinderhaben, in dem ständig in drastischen Zügen das Nervige, Schwierige, der Verzicht etc. dargestellt wird?
    -Erscheint man selber weltoffener, wenn man die Restgesellschaft pauschal als rückständig und vorgestrig hinstellt?

    • Papperlapapi sagt:

      Ich bin nun seit 9 Jahren Teilzeithausmann und Papi. Schräge Blicke gibts manchmal, auch mal eine kritische Bemerkung, sie sind aber die grosse Ausnahme. Im Normalfall gibts überhaupt keine Reaktion, die ich auf mein Geschlecht zurückführen könnte, hin und wieder Lob mit Beigeschmack, im Sinne von „wie toll Du das hinkriegst (mitschwingend: obwohl Du ein Mann bist)“. Die geschilderte Situation in der orthopädischen Praxis scheint mir reichlich überzogen gezeichnet.

      • 13 sagt:

        „Lob mit Beigeschmack, im Sinne von “wie toll Du das hinkriegst (mitschwingend: obwohl Du ein Mann bist)”. “

        Ist das nicht jetzt Ihre eigene Interpretation? Ich bin ein Frau und es passierte mir auch schon, dass jemand einen doofen Spruch bringen musste und dann eine andere Person, die das mitbekam, zu mir kam, ein Kompliment machte und damit nur signalisierte, dass sie auf meiner Seite steht. Vielleicht war es einfach nur nett gemeint.

    • yellow sagt:

      touché- der blog bestätigt mich immer wieder aufs neue in meiner (mehr oder weniger freiwilligen) entscheidung, keine kinder zu haben. sonst hört man ja immer nur, wie toll und wie schön und überhaupt kinder haben ist und was ich alles verpasse und das restliche blabla. die beiträge hier zeigen mir immerhin auch, was ich guten mutes verpassen kann ;).

      • Brunhild Steiner sagt:

        @yellow

        Sie sind nicht die Einzige welche sich so äussert,
        aber irgendwie frag ich mich da jedesmal in welchen Welten diese Menschen leben?
        Also diejenigen welche sich dann so dankbar über diese Veranstaltung zeigen.
        Wirklich nie von irgendjemanden aus der realen Welt Einblick in die Schattenseiten erhalten?
        Und auch von den sonstigen Lebensbereichen kriegen Sie vom Umfeld immer nur das Hochglanzbild serviert?

      • Carolina sagt:

        Ja, schön, dass Sie Ihr Häufchen im MB auch noch hinterlassen haben – schauen Sie doch öfter mal hinein, damit Sie in Ihrem Beschluss auch ja immer wieder bestätigt werden, das scheinen Sie zu brauchen.

  • Ulrich Gassner sagt:

    Hatten wir das nicht schon letzthin mit Männern, die auf dem Spielplatz argwöhnisch beäugt werden? Vorschläge für die nächsten Papablogs: ‚Männer mit Kind werden x schief an geschaut‘. Dabei ist x:
    – beim Einkaufen
    – beim Reisen
    – im Zug
    – im Flugzeug
    – im Tram
    – im Bus
    – auf dem Sportplatz
    – auf der Strasse
    – neben der Strasse
    etc. etc.
    Dabei müssten vorhandene Texte nur minimal angepasst werden. Aber ein bisschen was müssen die Au toren ja noch selbst machen.

    • 13 sagt:

      Sie müssen sich auf die Details achten. Wenigstens kamen wir dieses Mal ohne Wörter wie „Teilzeitmann“ aus, ich erachte das als einen Fortschritt;-)

  • Paula sagt:

    Herr Pickert, die Spreizschiene ist keine „verdammte Spreizschiene“, sondern eine Einrichtung zum Nutzen Ihres Kindes. Sie haben noch etwas Zeit, Ihrem Kind eine anständige Sprache vorzuleben.

    • Franz Vontobel sagt:

      Paula, da haben sie verdammt noch mal recht!

    • Carolina sagt:

      Sie haben völlig Recht, Paula, es ist eine Scheiss-Spreizschiene! 😉

    • Adrian Wehrli sagt:

      Genau drumm wurden aus den Helikopter-moms nun Kampfhelikoptermoms, nicht mal mehr fluchen dürfen wir ….

      • Susi sagt:

        ähm… es gibt im Fall auch die Kampfhelikoptergrandmas, die sich ab dem Gefluche der Schwiegertöchter echauffieren…

      • Franz Vontobel sagt:

        uh-oh… Schwiegermutterknatsch bei Susis? 😀

      • Susi sagt:

        nein, weil ich mich jetzt auf eine gepflegte Sprache achte und an meiner Impulskontrolle arbeite.
        😉

      • Valeria sagt:

        Nach der Geburt unserer Tochter ist aus dem bis anhin professionell verwendeten Begriff „Spreizschiene“ ebenfalls eine „verdammte Scheiss-Spreizschiene“ geworden… 😉

  • Barbarina sagt:

    Also diese Kolumne ist so was von übertrieben. Bei meiner Kinderärztin hat es fast jedes Mal Väter im Wartezimmer und ich habe noch nie irgendwelche Kommentare gehört. Mein Mann ist ebenfalls Teilzeit-Hausmann und hatte nicht mehr solche Situationen als ich auch. Blöde Kommentare hören auch wir Mütter, nur ist mir das eben vollkommen egal.

    • Valeria sagt:

      Vielleicht hängt das etwas vom Standort ab. Wir wohnen auf dem Land und ich habe noch nie (!) einen Vater im Wartezimmer unseres Pädiaters gesehen. Sieht man sich allerdings in der Cafeteria des Kispi um, ist die Verteilung schon etwas homogener.

  • SrdjanM sagt:

    Nah, das kenne ich nur gut genug… schon beim Einkaufen wird Mann oft schräg angeschaut, man könnte ja auch ein Kindesentführer sein.

    Später wird es besser, auch beim Arzt.
    Und statt den Nörglern direkt zu antworten ist es besser einfach ganz ruhig dem Kind zu erklären dass diese Menschen eben aus einer Zeit kommen in welcher sich Väter anscheinend nicht um ihren Nachwuchs zu kümmern hatten. Auch wenn das Kind dies (noch) nicht verstehen kann, die message kommt meistens an.

  • Stevens sagt:

    „Wo ist denn die Mutter?!“
    In dieser Situation gäbe es eigentlich genau eine richtige Art zu reagieren: Herumdrucksen, sagen „sie ist nicht da“. Wenn es nicht aufhört nochmals herumdrucksen und dann laut sagen: „sie ist gestorben“ (oder ist im Spital mit Gehirntumor, oder wasauchimmer). Diese Frau würde bestimmt ihr Leben lang sich nicht mehr so aufdringlich und ekelhaft einmischen.

    Aber ob ich die Eier hätte, so zu reagieren… Wahrscheinlich nicht.

    • Franz Vontobel sagt:

      Haha, sehr gut! 😀

    • Flo sagt:

      meine Antwort: ICH bin die Mutter!

      • Martin Frey sagt:

        Sicher die beste Antwort 😀

      • Stevens sagt:

        @Flo: Haha, auch gut. „durch die Schwangerschaft ist mein Hormonhaushalt etwas durcheinander geraten und ich habe ein bisschen viele männliche Hormone momentan :)“ könne man auch noch anfügen

    • Miguel De Antony y Maura sagt:

      Frage: Wo ist die Mutter?
      Antwort: Ich bin schwul.

    • 13 sagt:

      @ Stevens
      Wenn Sie nicht zuviel Zeit haben, empfehle ich Ihnen: Tun Sie es nicht! Mein Schwiegervater wurde sehr früh alleinerziehend, nachdem seine Frau starb und wurde jedes Mal, wenn er es in solchen Situationen erwähnte, von Wellen der Neugier und danach des Mitleids überschüttet, dass er fast nicht mehr loskam. Irgendwann antwortete er mit: „Sie ist zu Hause.“

      Ich wäre für: „Ups, ich wusste doch, wir haben etwas im Auto vergessen“

  • Marcel Zufferey sagt:

    Mir wäre dieses Genuschel vollkommen egal: Sollen die Leute doch denken, was sie wollen! Hinter vorgehaltener Hand wird immer etwas geflüstert, wenn Väter mit ihren Kindern irgend etwas unternehmen: Neulich ging ich mit meiner bald erwachsenen Tochter essen. Da erntete ich doch tatsächlich böse Blicke von Damen im besten Alter: Die haben wahrscheinlich gedacht, das sei meine viel jüngere Freundin..!

    • mila sagt:

      Haha, das kenne ich, da mein Vater zu meinen Teenagerzeiten für sein Alter noch ziemlich gut erhalten war – habe solche Situationen gleich mehrfach erlebt. Die Beste: er holte mich vom Pfingstlager ab, als ich 16 war und eine akute Mittelohrentzündung hatte. Und fuhr mich ins Kinderspital. Vor lauter Schmerzen habe ich nicht protestiert. Die erste Reaktion des Arztes: sie müssen dann die Eltern sein… Ihm war es am Ende peinlicher als uns. Und immerhin, die bösen (Frauen-)Blicke gab’s erst in der Apotheke, kann ja nicht sein, dass da ein Vater seiner leidenden Teenietochter die Hand hält.

    • yellow sagt:

      hahaha das kenne ich auch :D. mein vater (wird 73, aber gut „erhalten“) und ich (knapp 38) gehen fast jedes jahr an den autosalon in genf und unternehmen auch sonst recht viel zusammen- die blicke, die uns da jeweils zugeworfen werden, sind unbezahlbar :D. und die erleichterung in den gesichtern, wenn klar wird, dass wir vater und tochter sind :DD.

    • Flo sagt:

      Neulich ging ich mit meiner bald erwachsenen Tochter essen. Da erntete ich doch tatsächlich böse Blicke
      ging mir aber als Mutter die mit ihren fast erwachsenen Sohn zum Essen ging auch so – nicht böse, sondern eindeutig zweideutige
      Leute die sich befugt glauben andere mit Ratschlägen einzudecken gibt es für Männlein und Frauchen in allen Lebenslagen/ – situationen.

    • Valeria sagt:

      Ist die Altersdifferenz denn wirklich so wichtig, wenn zwei Menschen sich gefunden haben? Wären doofe Blick denn gerechtfertigt, wenn es sich eben nicht um Vater und Tochter, sondern um ein Paar handeln würde? Warum eigentlich? Geht Sie das als Aussenstehende etwas an?

  • Peter Kobelt sagt:

    Nach fast 10 Jahren als Hausmann kenne ich solche Situationen zuhauf! Andererseits weiss ich aus Gesprächen mit weiblichen Pendants, dass es ihnen kaum besser geht. In der Ratschlagsgesellschaft lebt es sich am besten mittels Ignoration der ungefragten Ratschläge. Konzentration auf das Wesentliche. Der Fokus bezüglich des Hüftspreizers liegt ja auch nicht auf 10 oder 14 Wochen, sondern ob es gut kommt oder nicht.

  • Mary sagt:

    Ach, das Ganze ist doch nur für den Blog so überspitzt geschrieben. Ich denke nicht, dass man als Mann immer so blöd angemacht wird. Also zumindest nicht grundlos. Vielleicht war Mann ja ein bisschen arrogant und regte sich schon auf, wenn er im Wartezimmer Platz nehmen darf. Ein Ausdruck der übrigens fast überall in der Schweiz so verwendet wird. Vielleicht braucht Mann auch ein bisschen Gelassenheit bei Spreizschienen etc. Hatte unseres übrigens auch. Kenne die Situation.

    • Röbi Keller sagt:

      Nein, man wird als Mann nicht immer so blöd angemacht. Aber es passiert schon hin und wieder. Mir erging es jeweils so, wenn ich damals mit unseren beiden Kids alleine unterwegs war und einer der beiden oder gleich beide die Windeln voll hatten. Im Einkaufszentrum suchte ich das WC mit dem Wickeltisch. Und dieses befand sich – wo wohl – im Frauenbereich. Anfangs hatte ich noch Hemmungen und fühlte mich sichtlich unwohl, wenn ich die Kids auf dem Frauen-WC wickelte. Empörte Blicke waren mir gewiss. Doch mir der Zeit war mir das egal. Denn ich schaute ja nicht durch die verschlossenen WC-Türen.

  • Brunhild Steiner sagt:

    „Er «darf dann schon mal im Wartezimmer Platz nehmen». Uii, er darf.“
    Dieser Satz ist geschlechtsneutral, resp denn bekommen wir Weiblichen ebenfalls zu hören, was die Spreizschiene sein soll würden wir wohl ebenfalls zu hören kriegen, und Weiblichkeit schont vor fremden Ratschlägen nicht unbedingt… .
    Aber klasse wie der ältere Herr reagiert hat-
    und im Übrigen schätzen auch wir Weiblichen, also ich zumindest!, es sehr wenns ermutigendes Feedback von Aussenstehenden gibt, gehört für mich nämlich in die „es braucht ein ganzes Dorf“-Geschichte mit dazu…

    • Susi sagt:

      irgendwie finde ich gerade auch die Reaktion des alten Mannes nicht unbedingt angebracht, denn eine Mutter würde man für sowas wahrscheinlich nicht loben. Beim Vater geht man aber mal grundsätzlich nicht davon aus, dass er ein weinendes Baby routiniert beruhigen kann und regiert mit einem Lob, weil die stereotype Erwartung übertroffen wurde.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Susi

        ich wurde auch schon von Frauen gelobt, und hab das jeweils sehr geschätzt,
        finde das grundsätzlich ein bisschen entwicklungsbedürftig sich im Alltagsleben auf der freien Wildbahn gegenseitige Ermutigung zu schenken, kostet nichts ausser Aufmerksamkeit…

      • Rabe sagt:

        Nein, liebe Susi, ich denke, der Fall liegt diesmal anders. Der ältere Herr hat die kritischen Blicke und das idiotische Getuschel der Anwesenden mitgekriegt und wollte einen Kontrapunkt setzen. Schliesslich hätte es wohl auch weniger kritische Blicke und Getuschel gegeben, wenn Herr Pickert eine Frau wäre. Insofern ein bisschen ausgleichende Gerechtigkeit.

  • papa sagt:

    ging mir als frischer papa auch so. heute nach 8 jahren bin ich noch immer erstaunt wie oft ich der einzige vater in der mütterrunde bin. auch an das doppelte hinschauen gewöhnt mann sich…

    • Elisabeth sagt:

      Sicher. Habe mich auch dran gewöhnt, in den meisten Sitzungen die einzige Frau zu sein. Und dass ich einen auffordernden Blick erhalte, wenns ums Kaffeemachen geht, wird auch langsam seltener. Muss eine Alterserscheinung sein.

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