
Wahrscheinlich total entspannt: Robert De Niro als Sam «Ace» Rothstein (hier mit Sharon Stone), der es in «Casino» schafft, 398-mal «Fuck» zu sagen. (Quelle: Universal)
Um eines habe ich meine Mutter immer beneidet: um das Talent, sich um nichts in der Welt aus der Ruhe bringen zu lassen. Nie. Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir einmal im Jahr meine Grosseltern in Finnland besuchten und dabei die halbe Verwandtschaft zusammenkam. Meine Mutter und ihre Schwestern verzogen sich dann jeweils ziemlich schnell mit einer Kanne Kaffee (So nebenbei: Die Finnen haben mit rund einem Liter pro Tag und Person den höchsten Kaffeekonsum der Welt) zum Tratschen vor den Kamin auf die Schaukelstühle, während wir Kinder wie Derwische im Rundlauf durch das Wohnzimmer fegten. Mit einer Energie und einer Lautstärke, die jeden normalen Erwachsenen innert Minuten an die Decke gebracht hätte – nicht so meine Mutter.
Erst, als der Lärmpegel sogar für uns Kinder den kritischen Bereich erreicht hatte, verstummte das konspirative Trio, meine Mutter schaute uns wippend aus dem Schaukelstuhl an und entschied, dass es jetzt an der Zeit sei, unser Spiel draussen fortzusetzen: «Kakarat, nyt ulos» – das bedeutet so viel wie «Ihr Gören, raus jetzt». Das war alles. Kein Geschimpfe, kein Gezeter.
In all den Jahren, und zwar auch in den wirklich unschönen und schwierigen Momenten, hat meine Mutter nie, wirklich gar nie die Fassung verloren, geschweige denn die Bude zusammengeschrien. Fragt man sie, wieso sie sich nie aufregt, bekommt man ein lakonisches «Weil es sich nicht lohnt» zur Antwort. Klingt einleuchtend. Aber wie lernt man das? Nachdem ich viele Male kläglich gescheitert war, kam ich irgendwann zum Schluss, dass es wohl Charaktersache sei und mir die Gelassenheit meiner Mutter leider nicht vererbt worden war. Doch dann stiess ich per Zufall vor einigen Jahren auf ein Buch mit dem verheissungsvollen Titel «Fuck it!: Loslassen − Entspannen − Glücklich sein».
In diesem sehr witzig geschriebenen Ratgeber beschreibt der britische Autor John C. Parkin, wie man mittels einer sehr einfachen Technik endlich lernt, gelassen durchs Leben zu schreiten: indem man «Fuck it» sagt. Man muss natürlich nicht zwingend «Fuck it» sagen, ein gut gemeintes «Scheiss drauf» oder sonst ein Fluchwort, das einem genehm ist, tut es auch. Wichtig ist nur, dass man es immer wieder in den verschiedensten Situationen sagt − und auch meint. Denn laut Parkin vollzieht man beim «Fuck it»-Sagen einen spirituellen Akt: «Weil Sie loslassen, Ihren Widerstand aufgeben und sich wieder ganz entspannt dem natürlichen Fluss des Lebens hingeben.» Wer «Fuck it» sagt, höre auf, sich Sorgen zu machen, sage sich von seinen Wünschen los und werde schliesslich richtig glücklich, weil «Sie im gegenwärtigen Moment Sie selbst sind».
Das tönt jetzt vielleicht banal, ist aber im Prinzip der Schlüssel zur Gelassenheit. Denn wir tendieren leider dazu, sehr, sehr viele Situationen im Leben dermassen ernst zu nehmen, dass sie uns am Ende bleischwer auf den Schultern lasten und wir unter dieser Last fast zusammenbrechen. Was hat denn diese Theorie mit dem Mama-Blog zu tun? Eine ganze Menge. Denn wahrscheinlich wird die Geduld von Neo-Mamis wie noch nie zuvor im Leben auf die Probe gestellt: Man leidet ständig unter Schlafmangel, ist teilweise unsicher, ob man alles richtig macht (was nicht zuletzt daran liegt, dass einem ständig irgendwelche Leute unaufgefordert sagen, wie man sein Kind beruhigen, tragen, erziehen etc. soll), muss plötzlich sein Leben nach den Bedürfnissen des Babys gestalten und nicht umgekehrt. Und wer Pech hat, erwischt auch noch die volle Ladung Babyblues.
Und genau dann, wenn nichts mehr zu gehen scheint, kommt einem das spirituelle Gefluche mehr als gelegen. Die Wohnung sieht aus, als ob eine Bombe eingeschlagen hätte? Fuck it! Das Baby hat einem zum x-ten Mal die Schulter vollgekotzt? Fuck it! Oder es schreit im rammelvollen Bus, und alle schauen Sie deswegen böse an? Fuck it! Was soll schon passieren? Ihnen gefällt dieser Beitrag nicht? Ach, fuck it!



Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Zürich. 





































































“Forget about!”
Ja, Gelassenheit will geübt sein! Tut gut, zwischendurch wieder solche Texte zu lesen!
Na jetzt wird Apathie sogar salonfähig….
Ach wie toll, Sie haben finnische Wurzeln, Frau M! Da beneide ich Sie jetzt aber ganz heftig und weiss jetzt auch, wieso Ihr Blick etwas Melancholisches in sich hat. In Finnland war ich noch nicht und steht ganz oben auf meiner Wunschliste, ja!
Zum Thema heute habe ich nicht viel zu sagen, ausser, dass ich es anders ausdrücke, wenn es mir den Hut lüpft. Da ist schon eher ‘verdammt nochmal’ oder ’shit happens’ darunter, aber fast nie dieses fucking word. Ich habe es in unserem Haushalt verbannt und es halten sich meine Kinder ziemlich gut daran. Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss
WS: Sie ahnen es…. Ich lasse Sie nicht einfach ohne ausdeutschende Erläuterungen türmen:
http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/26533/stillender-protest/comment-page-2/#comment-218062
Sie müssen, ob es Ihnen passt oder nicht. Ist Ihnen langweilig, dass Sie so drauf sind, Gabriel?
Bei diesen sich immer wiederholenden Mustern bei Ihnen, bin ich immer so drauf, WS.
Das wissen Sie.
Drückt halt einen Trigger in mir. Erinnert mich stets daran, wie ich die versammelten Germanistikstudis damals in den langen Erlen eingschätzt habe, die ebenfalls glaubten unglaublich sprachsensibel zu sein… Aber nur, so lange es darum ging Anderen vorzuschreiben, was deren Wörter für die gefälligst zu bedeuten hätten.
…
Nun gut.
Ich hoffe, Sie bemühen die Behauptung sprachsensibel zu sein nicht mehr über Gebühr.
Sie sind sich in keiner Art und Weise bewusst, was Sie äussern.
Das geht also in IHREM Kopf ab, aber, aber Gabriel. Da kann isch doch nischt dafür, dass Sie sich an alte Germanistikstudis bei meinen Sätzen erinnern. Das kann ja vorkommen, gäll.
Das mit dem sprachsensibel haben Sie mir untergejubelt bei unserem letzten Disput – oder irre ich mich? Ich habe mich nur bei bestimmten Wörtern wie zB Mädels quer gestellt oder bei Pauschalisierungen.
Sind sich alle hier stets bewusst, was sie äussern? Oha, das hätte ich jetzt nicht gedacht, dass Sie so blind sein könnten. Also doch der Gang zum Optiker verpasst? Gibt bestimmt Weihnachtsrabatt für Sie dort
Aber ändert´s denn was daran, WS?
Da ich ja so oder so ein rotes Tuch bin, könnten Sie doch zumindest mal über die vielen anderen Implikationen nachdenken, die nicht mal mich betreffen.
Nehmen Sie doch mal das Beispiel mit all den Frauen, die sich gemäss Ihrem Nebensatz in ihrem “Mutter-sein” angekratzt fühlen.
Machen Sie doch einfach mal den Schritt weiter und gestehen Sie sich doch einfach ein, was Sie da jeweils äussern, als am Schluss in dieses hilflose “Aber Du… Aber Du… Aber Du au!” -Gestammel zu kippen.
Ich find das, im ERNST, Ihrer nicht würdig.
Und nerve mich auch darum.
Ich hab noch nie auch nur ein Sterbenswörtchen von Ihnen vernommen, dass Sie sich mal aktiv mit dem auseinandersetzen würden, was Sie jeweils in (ihr ureigenstes!) Kläppergässli führt. Sie tänzeln jeweils nur entweder mit diesem “für mich ist jetzt gut” vom Ort der von Ihnen hinterlassenen Unklarheiten weg…
Oder aber es endet – eben; unwürdiger – mit so sinnfreien Pöbeleien wie dem Optiker grad eben.
Unwürdig.
Ich beschimpf Sie hier nicht einfach so zusammenhanglos wie Sie mich, WS. Sondern ich beziehe mich klar auf Aussagen, oder einfach nur in den Raum gestellte Andeutungen, welche ja offenbar SIE nicht ausdeutschen können oder wollen.
Erklären Sie mir, wie und warum man (und es war nicht nur ich!) Sie ganz anders hätten verstanden werden müssen:
http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/26533/stillender-protest/comment-page-2/#comment-218061
(und Folgende)
Oder hocken Sie halt weiter in Ihrer Beleidigten-Leberwurst-Ecke, um ja nicht drauf eingehen zu müssen.
Ist ja jetzt gut gabi…überspannen sie es nicnt ;-D
Sie meinen also, ich hätte diesen Satz NICHT erwähnen sollen, wo sich doch soviele Mütter betroffen fühlten alleine durch die Tatsache, dass so ein Unding namens Still-Mob (fand er jetzt statt und wenn ja, wer war dabei und könnte berichten?) sich erfrechte, stattzufinden an einem öffentlichen Platz von sage und schreibe zwei (2) Minuten Dauer?! ZWEI MINUTEN!!
WS: Entweder Sie möchten sich als Sprachsensible sehen, dann gehen Sie bitte auf das ein, was dort steht. Also sowohl Ihr Statement als auch mein Hinweis dazu.
Was Sie tun ist nur wieder die nächste Pirouette. Sie antworten nun einfach auf etwas, das am von mir angemerkten vorbei geht. Ich hab Sie gerade AUF IHRE IMPLIKATION aufmerksam gemacht.
IHRE!
IHRE IMPLIKATION!
Hat wieder mal fast nichts mit dem Ablenkungsmanöver zu tun, das Sie damit starten.
Eine Wortsensilbe, die auf keinen Fall wörtlich genommen werden darf… Wie kommt Ihnen selber das denn eigentlich rein?
Erklären Sie´s doch gopferdelli einfach, wo man Sie wie hätte falsch verstehen können, WS! Bitte!
“Lorelei, so eine Message oder Performance … wird halt einfach missverstanden hier in der Zünftestadt. ” – Was sagen SIE damit aus, WS? Lorelei wird in der Zünftestadt – von den Anderen; also jenen, die eine andere Meinung haben als sie! – missverstanden? Sie missverstehen Sie ja offenbar nicht… Heisst?!
“Frau-Sein und Mutter-Sein sind zwei verschiedene Dinge, anscheinend, und sollen schön brav auseinander dividiert werden”
Von wem, wenn nicht von jenen, die L. “missverstehen”?
Caro, ich und Andere haben Sie genau so wahrgenommen, wie Sie sich hier präsentierten, WS.
Weil wir Sie ganz offensichtlich ernst nehmen. Weil wir glauben, Sie meinen, was Sie sagen.
Wollen Sie nun ernst genommen werden oder nicht?
Wenn ja, dann stehen Sie doch gopferdelli einfach mal dazu. Oder korrigieren Sie sich, wenn Sie´s wirklich ganz anders meinen.
Aber ganz anders meinen, doch falsch sagen UND noch beleidigt sein wollen, wenn man beim Wort genommen wird, ist einfach nur dämlich.
Insbesondere für jemanden “Sprachsensiblen”!
…
Mal kurz von der Meta-Ebene:
Reichlich absurd das alles, unter dem Titel: “Ein Loblied der Gelassenheit”!
…so richtig interessante statements, gabi ððð-)
Danke !
Also bitte, das ist doch klar kommuniziert, dass L’s Aussage missverstanden wurde und ich sie dabei unterstützt habe. Zugegeben, ich habe provokativ einen drauf gesetzt und die Message von L kurzerhand in eine Kunstform hochstilisiert. Vielleicht war genau das DER Zankapfel und hätte ich besser bleiben lassen. Wenn die Emotionen sowieso schon so hoch kochen wie beim Stillthema allgemein, wäre das klüger gewesen (oje!). Ja, anders konnte ich es nicht verstehen, als dass es missverstanden wurde dieser Still-Mob von allen anderen ausser den Befürworterinnen. Ist das so schwer nachzuvollziehen?
ACH?!
Jetzt plötzlich doch?
Aua-aua-aua…. Das tut mir wirklich schon weh!
“Widerspenstige sagt:
10. Oktober 2012 um 17:44
Das könnte hinhauen, pixel, mit deformation professionelle, aber wo und wann habe ich hier explizit aus etwas eine Kunstform gemacht?”
Wissen Sie was, WS? Langsam befürworte ich sogar noch weitere Zusatznicks.
Wählen Sie ein paar. Mit meinem Segen!
Wenn Sie denen dann zumindest jeweils nur EINE Meinung übertragen, dann find ich mich bestimmt schon viel besser zurecht.
Ja. Es ist VERDAMMT SCHWER nachzuvollziehen, wenn jemand das Gegenteil dessen meint, was er sagt
Ich missverstehe die Aussage von L eher nicht, weil sie meinen Interessen entgegen kommt. Ich mag unkonventionelle Ereignisse wie zB so einen Flashmob sehr und habe echt Mühe, wenn sich so viele damit schwer tun und sich sofort negativ äussern. Dann werde ich zickig und provokativ – eine Warnung an ALLE, die dann so reagieren wie geschehen.
Oh nein, halt! Die Äusserung im Zusammenhang mit pixel’s Äusserung war allgemein gemeint dh nicht nur beim gestrigen Thema, sondern immer mal wieder irgendwann erwähnt und das explizit. Daran kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern und das wurde inzwischen mit pixel geklärt. Also was wollen Sie mir da unterschieben, Gabriel….:shock:
Ich unterschiebe Ihnen vor allem, dass Sie sich nicht an den eignen Ellen messen lassen:
” Ich mag unkonventionelle Ereignisse wie zB so einen Flashmob sehr und habe echt Mühe, wenn sich so viele damit schwer tun und sich sofort negativ äussern. Dann werde ich zickig und provokativ – eine Warnung an ALLE, die dann so reagieren wie geschehen. ”
Bei Ihnen klingt hier “zickig” und “provokativ” nun ganz nett. Aber am Ort des Geschehens lassen Sie vor allem Unterstellungen raus und kommen nicht damit klar, dass Andere dieses “unkonventionelle Ereignis” eben nicht so toll finden…
Und denen unterstellen Sie dann auch gleich noch – wo Sie doch grad mal so schön dabei sind! – gegen freie Meinungsäusserung zu sein.
Ich weiss also nach wie vor nicht, wo, wie und weshalb ich mich “mässigen” sollte, noch glaube ich, dass irgend jemand hätte genau wissen sollen “wie ich es meine und wieso ich so reagiere.”
Genau so wenig, wie ich erfassen kann, wie Sie das mit Pixel wieder als “ganz allgemein gemeint” missverstanden haben wollen. Und ich würde mich schwert wundern, wenn Pixel selber es so verstanden hätte, wie Sie´s nun wieder drehen.
Sie winden sich einfach ständig nur.
Gabriel, veuillez laisser ça s’il-vous-plaît, d’accord? Je viens travailler un petit peu – à bientôt
Gelassenheit – wer wünschte sich die nicht! Ich übe jeden Tag, es klappt besser als früher, aber entscheidend ist, worum es geht. Bei gewissen Dingen ist es schwer, nicht zu flippen.
Ich glaube, dass man mit einem gesunden Selbstvertrauen gelassener wird und nicht mit einem “Fuck it”.
Es gibt durchaus Lebensbereiche die man ernst nehmen sollte. Gerade die Kindererziehung ist nicht etwas das man einfach schlittern lassen sollte. Kinder brauchen Grenzen und klare Regeln, damit sie sich sicher fühlen. Der Clou: je besser die Erziehung, desto mehr Vertauen hat man in die Kinder und desto gelassener ist man, wenn es mal kritisch wird.
Frau Merli: Hat ihre Mutter auch nur “Fuck it” gesagt, wenn sie als kleines Kind mal ohne zu schauen auf die Strasse gerannt sind?
Vielleicht waren die Menschen früher gelassener, weil sie noch monotasking waren?
fuck yeah
Wann war eine Frau jemals monotasking?
Einverstanden, nur im Hier und Jetzt kann das Glück liegen. Und es mag sein, dass “spirituelles Gefluche” bei Problemchen hilft. Für grosse Probleme braucht es wohl andere Lösungen und einen anderen Umgang. Oder müsste jemand mit einer schwer chronisch kranken Partner und einem Kind mit Entwicklungsstörung den lieben Tag lang nichts anderes mehr sagen als “f*ck it”? Würde das wirklich helfen und gelassener machen? Hm.
Zu Gelassenheit führt auch, Probleme wie Unordnung, vollgekotzte Schultern oder böse Blicke im Bus richtig in die Bandbreite möglicher Probleme einzuordnen. Falls das schwierig erscheint könnte sich ein Besuch im Panzi Spital im Kongo lohnen.
Die allermeisten Menschen der Welt würden wohl ihre Probleme sofort mit unseren Problemchen tauschen. Was nicht heisst, dass es auch bei uns Familien mit ernsten, existenziellen Problemen gibt, die sie nicht mehr alleine lösen können.
zum Beispiel diese hier: http://www.google.ch/url?sa=t&rct=j&q=%22new%20jersey%22%20poor%20forest&source=web&cd=4&ved=0CDcQtwIwAw&url=http%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3D_bUaHIIxh50&ei=n792UNGAGc_O4QSG2YGoAw&usg=AFQjCNFBZW1RfsLhVz7spvO7XR7wkw-rKA
Impoverished Americans
hmm…, auf griechisch heisst “fuck it” malaka – glaube ich wenigstens. das jedenfalls sagt unser jüngster regelmässig zu seinem älteren bruder, wenn der ihn nicht mit uns mitspielen lassen will. “er will nicht gewinnen!”, erklärt er mir dann fast schon verzweifelt, wenn ich väterliche einwände erhebe. und es stimmt – der kleine kann verlieren, und wir nicht. ein fehler im diktat, hier ein drama, dort ein falscher buchstube – geht griechenland davon noch mehr unter? einzig bei der “tourist” schoggi, da ändern sich die vorzeichen schlagartig. nur ein riegeli zu wenig, und die welt geht unter.
Gelassenheit mag in Ihren Augen eine Tugend sein, ist aber nicht immer angebracht. Wenn Ihnen Ihr Kind über die Schulter kotzt, ist mir das auch egal, spätestens aber, wenn es mir in hohem Bogen auf den Schoss kotzt, ist Handeln angebracht. Gelassenheit bitte nicht mit Faulheit, Desinteresse, Verblödung und Apathie verwechseln. Oder meinen Sie auch bei beschnittenen Mädchen, Pädophilie und Inzest “fuck it”?
1. Gelassenheit: Sehr wichtig und erstrebenswert, für mich nicht immer einfach, aber ich versuche es und wenn es gelingt, ist es immer die bessere Alternative. 2. Zu diesem Ratgeber: Der ist nicht mal ein fuck it wert: Wer es schafft, einfaches Fluchen auf eine höhere geistige Ebene zu schwurbeln, ist einfach bescheuert, falls ernst gemeint (”loslassen…., im gegenwärtigen Moment sich selbst sein. AAAAHH!!! resp. cool down) 3. Fluchende Leute sind nicht immer gelassen, sondern häufig schlicht aggressiv. 4. Das ganze Thema betrifft nicht nur Neo-Mamis, sondern auch Papis, Neos und Routiniers!
Ja also ich würde es nicht mit solchen Fluchwörtern belegen, das ist nicht fein gerade vor Kindern. Wir haben uns eigentlich nie gehen lassen vor den Kindern. Aber der Text geht in die richtige Richtung. Es gibt ja schon lange das entsprechende “Lola-Prinzip”: Loslassen können ist eine wichtige Eigenschaft, die einem gut durch’s Leben hilft, für Mütter, Väter, Vorgesetzte und eigentlich alle. Das nächste Kunststück ist dann zu erkennen, wo man loslassen sollte und wo nicht.
Gegenstatement: ich war früher ebenfalls die Ruhe in Person. Irgendwie verspürte ich einfach weder Nervosität noch Aggression oder Wut, das war mir in die Wiege gelegt. Schön, könnte man meinen. Allerdings hatte das auch zur Folge, dass viele ständig auf mir rumtrampelten. Wollten eine Reaktion provozieren. Haben sich über meine Gelassenheit genervt. Haben sie als Desinteresse ausgelegt. Oder mich nicht ernst genommen. Mich einfach übersehen und nicht zugehört. Also hab ich gelernt, mich zu enervieren, wenn es angebracht ist. Und kann mittlerweile überkochen wie ein Vulkan – sehr erlösend!!
Die einfache Faustregel für mich lautet: Probleme werden weder kleiner, wenn man sich darüber aufregt, noch lassen sie sich in dem Zustand leichter lösen. Für beides gilt eher das Gegenteil. Also kann man’s auch gelassen angehen. Hat man sich das erstmal angewöhnt, verliert man allein schon deswegen nicht mehr ständig die Fassung, weil das die-Fassung-verlieren kein antrainierter Vorgang mehr ist und es einem gar nicht mehr einfällt. Klingt doof, ist aber so. Und wenn das nicht geht… fuck it.
Das mit der Gelassenheit finde ich super. Aber mal sehen, ob die Autorinnen und Autoren das in Zukunft auch beim Verfassen von MB-Texten beherzigen. Da werden nämlich immer mal wieder “Probleme” angesprochen, von denen ich zuvor gar nicht wusste, dass ich sie auch habe bzw. haben müsste…
Fuck it, fuck you, etc. hilft fast immer. Wüsste nicht, ob ich das mit meinen Kindern täte, aber mit Kunden immer, wobei es ratsam ist, die Worte nur zu denken. Und noch was: wer am lautesten brüllt, kommt zuletzt dran. Manchmal hilft auch ein unehrliches Bedauern, um sich dann den wirklichen Prioritäten zuzuwenden.