
Mütter und Väter, die Sex haben sind eklig: Filmplakat von «Swinging Wives» 1979.
Wenn es nach Kindern ginge, wären sie alle per Jungfernzeugung entstanden. Für Biologen: Parthenogenese. Für Laien: Fortpflanzung ohne Sex. Für Religiöse: Unbefleckte Empfängnis. Für alle anderen: Hauptsache, die Eltern haben nichts Ekliges gemacht, damit man zur Welt kam.
Die Sexualität der Eltern fasziniert. Allerdings mehr so, wie ein verschimmeltes Käsebrot, das man nicht ansehen will, das einen aber in seinen Bann zieht, weil man nicht fassen kann, wie grauslich etwas eigentlich so Feines sein kann. Oder wie Serienmörder, mit denen man gern seine Sommerferien verbringt. Aber nur, solang sie auf nummerierten Romanseiten vor sich hin meucheln. Wehe, man malt sich aus, dass es sie auch in der Realität gibt. Gott bewahre.
Und wie beim Serienkiller, gibt es einen regelrechten Zwang, darüber zu reden. Bedächtig dahinplätschernde Abendessen mit Freunden können zu fulminanten Komikveranstaltungen werden, sobald das Thema auf den Tisch kommt. Lautstark und synchron brodeln da Berichte darüber heraus, wie der eine mal bei den Eltern reingeplatzt ist, als sie grad… oh Gott, wie ooo-beeeer-pein-lich! Oder wie eine andere nicht wusste, was ihre Mutter da am Sonntagmorgen für komische Geräusche machte («als ob ein Schwein geopfert würde, ich schwörs») und nachschauen ging. Und alle lachen und lachen. Aber innerlich hat das Schämen eigentlich nie ganz aufgehört. Die Empörung. Das Grausen.
Und nun ist man selbst in der Rolle. Und nun hat man Sex. Und nun dämmert es einem, dass man jetzt in der Phase des Gruselkabinetts angekommen ist. Nur in den Augen der Kinder natürlich. Hoffentlich. Sonst wäre vielleicht der Moment gekommen für eine Paarberatung oder den Scheidungsanwalt.
Man tut es sich selber also ein bisschen schönreden. Die Kinder müssen auch nicht wissen, was wir tun. Und wir sind ja auch nicht irgendwie unappetitlich oder so. Oder? – Weit gefehlt. Auch wenn es vielleicht lange gelingt, daheim locker über Sexualität zu reden, ohne den Kindern direkt auf die Nase zu binden, dass man das auch selber macht, mag es gehen. So wie es vermutlich auch funktioniert, wenn ein gläubiger Katholik und ein gläubiger Pfingstgemeindler befreundet sind – solange sie nicht über Gott diskutieren.
Doch irgendwann kommt es raus. Die Kids schöpfen Verdacht, zählen eins und eins zusammen. Oder kommen mit einer ganz konkreten Frage nach Hause. Zu Beispiel, weil sie das Wort «Schwanzlutscher» in der Schule gehört haben und sich beim Znacht scheps lachen über die Vorstellung. «Mama, sag mal, was heisst das eigentlich. Nimmt da voll echt jemand das Schnäbi von jemand anderem in den Mund???» Äh, ja. Das ist so. Das gibt es. Das ist auch nichts Schlimmes und darum sollte man das auch nicht als als Schimpfwort benutzen. Und sonst natürlich auch nicht sagen. Gell. Wow, das habe ich gut gemacht, so aufgeschlossen und locker, denkt man dann vielleicht.
Tataaaa!. Und dann komm er: Der fiese Hinterhalt des Jahrhunderts: «Mama, machst du das beim Papa eigentlich auch?»
Bei uns daheim hiess es dann spröd, das gehe uns gar nichts an. Recht hatten sie, meine Eltern. Aber wenn ich das meine Kindern sage, wissen die eh, was es geschlagen hat. Wääääh, Mama, also ehrlich! Und schon sitz ich da und fühle mich wie ein verschimmeltes Käsesandwich.
Wartet nur, ihr kleinen Kichererbsen, bis ihr selber Kinder habt. Ich freu mich schon. Und wie man die macht: Tja, vergesst schon mal das mit der Jungfernzeugung.



Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle» ist heute Reporterin bei Newsnet und leitet den Mamablog. Sie ist Mutter einer Tochter und lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Zürich. 




































































Ich fand es sogar sehr süss, als ich mal reinplatze (schon angeklopft, aber dann ohne Antwort die Tür geöffnet), meinte Mutter kichernd und mit knallrotem Kopf unter der Decke liegen sah und sie sagte “s isch nüt, de papi hät mi nur grad massiert”. Aber da war ich schon 16. Vorher wusste ich zwar, dass meine Eltern Sex haben, hatte aber keine Ahnung wann und wo und wie oft und wollte es auch nicht wissen.
Übrigens mal das umgekehrte Szenario: ich hoffe, ich muss nicht mitbekommen, wie meine Töchter Sex haben. Andererseits werde ich immer offen sein, mit ihnen darüber zu reden. Ich teile nun mal meine Sexualität nicht gerne mit jedermann, und nehme auch nicht gerne an anderer Sexualität teil – das gilt übrigens nicht nur innerhalb der Familie, sondern auch für alle anderen (finde es z.B. genau so eklig, im Hotel die Zimmernachbarn zu hören). Drüber reden find ich aber gar nicht schlimm, egal, was das Thema ist.
Oder aber man hat Eltern, denen das überhaupt nicht peinlich ist -.- und glaubt mir, das Gegenteil wäre mir lieber. Wenn sie wenigstens versucht hätten, es ein wenig geheim zu halten. Naja drei mal reingeplatzt in 18 Jahren geht ja noch. zwei mal bei den Eltern und einmal bei der Mutter und ihrem Freund. Bin mittlerweile ausgezogen- Problem gelöst =)
Ist dies eigentlich der Frau ihre Zunge…oder ein Crunchy – Müsli – Keks ?
Dann weiss Mr. Hauert wenigstens, was ihm bald am Ohr kleben wird
Nun weiss ich es; sie ist Hüter des heiligen Treponema pallidum .. !
Ich find das Bild etwas emmm…. unpässlich.
Ich auch. Der Zusammenhang ergibt sich mir da nicht so direkt. Aber vielleicht bin ich halt nicht eingeweiht.
hmm…, katharina, audio-visuelle darstellungen von eltern-sex sind im jugendfreien bereich wirklch nicht sehr verbreitet. mir fiel kein country-song zu dem thema ein – wenn man es nicht schon selbst gehabt hätte, man könnte glatt denken das existiert gar nicht. was der sache noch am nächsten kam, war…
youtube: brad paisley – santa looked a lot like daddy
wenn sie jetzt denken – schon? – dann wären wir ja wieder mitten beim pillow talk.
hmm…, vergessen sie das mit dem “schon?”, kat. completely forgot that you ain’t into ballgames.
nun….. mein spiel heisst slow tongue (siehe millie jacksons video auf seite eins).
witzig ja, dass das bild von einem film namens swinging wives stammen soll….
wenn sie die kleinen japanischen baellchen kennen, dann kennen sie eine variante von ballspielen die mir gefällt.
Was ist denn daran eklig? Ich meine, bis sie in die Pubertät kommen, ok, da ist alles mit Fudi und so gruusig. Aber danach? Wir haben gegrinst, als wir einmal das Bett im Zimmer einer Tochter quietschen hörten.
Na ja, ich finde, Sex ist etwas sehr individuelles, und die Schamgrenze ebenfalls, und somit kann man darüber genau so wenig streiten wie über Geschmack. Die Leute ticken unterschiedlich und das sollte respektiert werden.
Bis zur Pubertaet? Ich kenn da das eine oder andere verklemmte Huhn, das diese schon lange hinter sich hat und immer noch nix von FUDI Action wissen will…
love it!!
Ja also es gibt wirklich Dinge, die die Kinder oder auch andere Leute nichts angehen. Intimsphäre nennt man das. Und es gibt auch viele Dinge, die Kinder einfach noch nicht verstehen. Schwierige Situation für sie, aber so ist es halt.
Ich finde, man sollte Elternsex und Kinder, wie auch Eltern und Sex der erwachsenen Kinder, sorgfältig voneinander trennen. Alles andere gleitet so langsam ins inzestuöse über. Deshalb finde ich es auch entbehrlich, dass man seinen Kindern mitteilt, dass Schwanzlutschen was tolles ist…
Die natürlichen Hemmschwellen zwischen Eltern und Kindern schwinden zunehmend.
Dass Mami ihrem ihrem Spross über Schwanzlutschen mit Papi plaudert geht für mein Empfinden deutlich zu weit.
ach Irina, lassen Sie die Einen doch plaudern und die anderen machen ;-
Das geht für mein Empfinden auch zu weit, ich würde mit meiner Tochter nicht über Details meines Sexlebens sprechen, sowenig wie ich sie mal ausfragen werde. Intimsphäre eben.
Schwanzlutschen ist lekker und ist fein..aber das Plaudern darüber, das lasse sein ! > Konfuzius… latinisiert aus 孔夫子 Kǒng Fūzǐ, W.-G. K’ung-fu-tzu ‚Lehrmeister Kong’,
Wetten, dass die meisten dies schon gesehen haben? Über Internet, Bilder, Filme. Deshalb muss man den Kindern/Jugendlichen nicht noch erklären. Warum sollen sie nicht selber ausprobieren, Erfahrungen sammeln und schauen was ihnen gefällt? Ich finde SL auch geil, aber das ist doch meine Sache.
Sabrina, “es” schon gesehen zu haben ist eine andere Qualität als es mit den Eltern zu besprechen, en Detail womöglich.
Ist es heute nicht eher umgekehrt? Dass die Jugendlichen fast aufgeklärter sind und offener über 6 und 6-Praktiken reden als vor 10 oder 20 -Jahren bzw. ihre Väter und Mütter? Heute wird über Fesselspiele, 69, Einlauf, Kerzenspiele, Dildo etc. geredet als wäre es die normalste Sache der Welt.
Wann werden es die Journalistinnen endlich lernen? Die unbefleckte Empfängnis hat nichts mit Jesus zu tun. Die christlichen Kirchen, so sie denn welche sind, feiern am 25. März (merkste was?)
*Maria Verkündigung*.
Maria unschuldige Empfängnis (nicht unbefleckt) wird am 8. Dezember gefeiert und betrifft die Empfängnis der Maria durch ihre Mutter Anna von ihrem Vater Joachim. Entschuldet vor der Schöpfung war Maria, die in vielen Inkarnationen, genauso wie Buddha ihre Schuld vor der Schöpfung abgetragen hat. Sie weist auf die zukünftige Geisteszeugung der Menschheit hin.
(Goodby Sex)