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Andrea Fischer am Sonntag den 15. Juli 2012

Wenn Frauen verreisen – eine kleine Biologie

Mamablog

Wenn die Frau vor den Ferien in Putzwut verfällt, einfach die Ruhe bewahren.

Jedes Tierchen hat seine typisch saisonalen Tätigkeiten. So auch die Weibchen des Menschen. Jetzt zum Beispiel tun sie die Ferien vorbereiten. Dabei legen sie manchmal ein Verhalten an den Tag, das sich den Männchen nicht immer erschliesst. Ja, oft stehen die regelrecht verwirrt daneben und schauen zu, wie das vermeintlich vertraute Wesen Befremdendes tut. Das ist nur halb so schlimm, wie es wirkt. Vor allem, wenn man weiss, woher es kommt und was zu tun ist. Drum hier wiedermal eine kleine Biologie für Genderfreaks und andere Freunde der heiteren Klischees:

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Kann befremdend wirken: Frau putzt Geschirrkasten. (Foto: Rosenthal)

* Das Weibchen räumt alle Schränke aus und putzt die Behausung bis in den hintersten Winkel. Es tut das mit grosser Verbissenheit. Manchmal auch nachts. Dabei reagiert es höchst unwirsch, wenn man es nach dem Warum fragt.

Der Grund: Das Weibchen meint, dass es mindestens bis zum nächsten Sommer dauern wird, bis es wieder Zeit fürs Fundamental-Putzen findet, wenn es dies nicht jetzt erledigt. Diese Vorstellung kann es in eine innere Anspannung treiben, die bis hin zur Verzweiflung reicht.

Tipp für Männchen: Einfach machen lassen. Eventuell loben.

* Das Weibchen faltet plötzlich alle vorhandene Wäsche auseinander und danach wieder zusammen. Wo nötig, flickt es diese.

Der Grund: Das Weibchen sieht innerlich schon die Berge von dreckiger und kaputter Wäsche, die es nach der Heimkehr von den Ferien erwarten. Daher will es wenigsten die Kleider im Griff haben, die daheim bleiben.

Tipp für Männchen: Möglichst wenig neue Wäsche einsauen in dieser Phase und keine Sinn-Fragen stellen.

* Das Weibchen kauft die halbe Apotheke leer und packt sie in den Ferienkoffer.

Der Grund: Das Weibchen sieht sich schon nächtelang mit einem Durchfall-Mückenstich- Sonnenbrand-Angina-Kind vor einer geschlossen Apotheke warten. Adieu, du romantische Sommernacht.

Tipp für Männchen: Ignorieren.

* Das Weibchen verteilt dem Männchen und auch dem Nachwuchs Listen mit kleinen und grossen Aufträgen. Sie umfassen Tätigkeiten wie Keller ausmisten, Steuererklärung ausfüllen, Legokisten sortieren und Aquarien reinigen.

Der Grund: Das Weibchen fürchtet sich vor dem Kontrollverlust, den Ferien zwangsläufig mit sich bringen, von anderen auch als Freiheit bezeichnet. Darum soll wenigstens daheim alles überschaubar und gelöst sein. Das mildert dieses beängstigende Gefühl etwas ab.

Tipp für Männchen und Junge: Schweigen und tun. Oder unterschlagen, aber unbemerkt.

* Das Weibchen verweigert die Nahrung und isst erst zu später Stunde stehend und heimlich vor dem Kühlschrank.

Der Grund: Das Weibchen möchte der Konkurrenz mit den anderen Weibchen am Strand standhalten, und meint, seine Fettzellen merken nachts nicht, wenn es Futter gibt.

Tipp für Männchen: Na, da fällt Ihnen ja sicher selbst was ein dazu. Darf ruhig auch eine kleine Unaufrichtigkeit sein.

* Das Weibchen ist launisch und schwankt zwischen Euphorie und beleidigtem Rumblaffen.

Der Grund: Das Weibchen hat grosse Erwartungen an die Ferien. Im Guten, wie im Schlechten und fühlt sich für alles verantwortlich.

Tipp für Männchen: Vorfreude mimen. Ohne Ende. Auch wenn sie mal getrübt ist, zum Beispiel durch die Launen des Weibchens.

* Das Weibchen besteht in dieser Phase auch bei grosser Hitze darauf, dass seine Jungen eine Jacke tragen und sich nach dem Schwimmen sofort abtrocknen, damit sie sich nicht erkälten.

Der Grund: Kranke Kinder nerven. Vor allem im Stau, im vollen Zug oder in den Wartesälen von Flughäfen. Von vollgestopften Fähren ganz zu schweigen.

Tipp für Männchen und Junge: Daran denken, dass es bald vorbei ist.

Und nun noch ein Wort des Trostes: Sobald die Wohnungstüre sich hinter der Familie schliesst, sind all die Vorsätze und Sorgen vergessen und bestenfalls noch Anlass zu Neckereien bei einem Gläschen Weissen am Strand. Bis die nächsten Sommerferien anstehen.

PS: Und falls das für alles für Sie nicht gilt: Nicht aufregen. Freuen!

128 Kommentare zu „Wenn Frauen verreisen – eine kleine Biologie“

  1. marie sagt:

    putzen denn männchen aus eigeninitiative die wohnung nie gründlich? ;-)

    • pixel sagt:

      doch! meines macht das. besser und ambitionierter als ich.

      • marie sagt:

        …kenne das auch und war (leider) eine tolle sache! aber die meisten männer, die ich kenne, drücken sich da eher. kann’s verstehen, denn ich hasse putzen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Männchen putzen auch gründlich, haben aber bisweilen eine andere Definition für ‘gründlich’. Es soll auch Männer geben, die putzen.

      • marie sagt:

        ja die definition ist mir auch schon aufgefallen. aber ich habe gelernt, darüber hinweg zu sehen und wenn es mir dann überhaupt nicht passt – erst dann etwas sagen. hat sich bewährt. ;-)

  2. just me sagt:

    …, also Frau F. Sie haben auch schon bessere Beiträge geschrieben…., wirklich…!!!

  3. marie sagt:

    “Ihr Kommentar wartet auf Freischaltung.”
    sind die praktikanten denn im urlaub? falls ja, schönen urlaub.

  4. just me sagt:

    …, in welcher Zeitzone leben den all die Schreiberlinge die um diese Zeit kommentieren…? bei mir ist es 03:07

    • just me sagt:

      …, hätte den letzten expresso nicht drinken sollen…! :-)

      • marie sagt:

        voll vormittag. 10:15. und ich kriege nicht genug espresso montags. ;-)

      • just me sagt:

        @ marie…, ich hier ein EXPRESSO schick…, mit Genuss…, :-)

      • marie sagt:

        danke – so jetzt in der tat noch einen doppelten espresso inkl zigis. und danke. :-)

      • just me sagt:

        …, könnte auch ein dopelter “cortado” sein…, und die Zigarre liefere ich gerne frei Haus…, oder wie man dem auch immer sagt…!!! :-)

      • marie sagt:

        oh, milch, mag ich nicht. aber zigarre; gegen eine hoyo de monterrey hätte ich nichts, aber bei anderem ambiente und nach der ferienputzerei ;-)

    • just me sagt:

      …, ok.., also dann keine milch…, und einfach ein dripple illy kaffee schick…,!!! enjoy…, in Bern oder Napoli…!!! “genesserisch-smile”…!!! :-)

      • marie sagt:

        wo? ich vermute am sandstrand irgendwo in den tropen oder subtropen (NEIIIIIIIIIIID)… hier ist es für meine verhältnisse EISKALT. und meine beine sind so weiss, wie selten im sommer. :-(

      • just me sagt:

        @ marie…, bin nicht am strand mit sand…, aber lebe in einem angenehmen Klima auf ca. 2000Mü(M…, mit so um die 350 Tage Sonnenschein p/J. wirklich super.

      • just me sagt:

        …., und auch Socken and ein Schaaal zum schutz gegen die Kälte schick…!!! :-)

      • marie sagt:

        ich stelle es mir jetzt einfach so vor (obwohl mit socken und schal…) und bitte: zerstören sie mir meine träume nicht (schmaaaaaaacht).
        http://www.youtube.com/watch?v=Qrv8dYDZlQQ
        :-)

      • just me sagt:

        @ marie…: ich meld mich mal ab, @ 0425 meine Zeit…, aber ich bin sicher, wir “lesen” uns sicher wieder, denn ich bin hier ein “dauer-mit-leser” aber ein seltener kommentierer…!

      • marie sagt:

        bis denn! denn. grüsse aus dem erw. sibirien.

    • Columbo sagt:

      Australian Eastern Standard Time (Zueri + Stunden)

      Und ich will das urspruengliche Bild zurueck! Grausam, dass jetzt schon die Abbildung einer richtigen Frau als sexistisch gilt; und noch schlimmer, dass die Autorin dem Gekloen der Feminazis auch noch nachgibt.

      • Columbo sagt:

        Oops, da ist mir vor lauter kuenstlicher Aufregung wegen der Photo – Zensur ein Maloer unterlaufen: Muss natuerlich heissen: Zueri + 8 Stunden.

      • marie sagt:

        wieso hier? wenn ich meine parkett-leisten mit holzpolitur behandle, sehe ich genau so aus…

      • Muttis Liebling sagt:

        Suchen Sie zufällig gerade einen Putzjob, marie?

      • marie sagt:

        ml – ich hasse putzen. aber bei einem sehr grosszügigen honorar…
        (dazu muss man erwähnen, dass heute morgen ein gaaaaanz anderes bild online war. da es einige anzügliche bemerkungen sowie sexismus vorwürfe gab, wurde es mit barbie ersetzt. ich sehe übrigens besser aus als barbie, dies nur nb.)

      • marie sagt:

        ml – sie schlimmer sie! :shock:
        ich sehe besser aus als barbie und wenn sie mich sehr grosszügig entlöhnen… aber ich warne sie, wenn ich putze, dann bin ich so richtig aggro.

      • marie sagt:

        nur, bei entsprechend grosszügigem honorar und ich muss sie warnen: wenn ich putze, bin ich aggro!
        (…und sehe besser als barbie aus, definitv)

  5. Tomas sagt:

    Ohlala, jezt wurde das “sexistische” Bild ersetzt… Das geht doch nicht, dass man ein Artikel über weiblice Putzwut mit einem Bild von einer putzenden Frau illustriert, wo kämen wir bloss hin…
    Armes Schweiz.

  6. Widerspenstige sagt:

    Nur kein Ferienstress, Leutchen! Es ist alles im Lot wenn der Abwasch getan, die letzte Wäsche auf der Leine zum Trocknen während der Abwesenheit (eigener Waschturm vorausgesetzt) die Zimmer gestaubsaugt, die Betten gemacht, der Kühlschrank geplündert bis auf das Nötigste bei Rückkehr, der Kehrichtsack entsorgt, der Kater betreut, die Pflanzen ebenso und das Wichtigste: die Nerven so geschont, damit man sich echt auf die Ferien freuen kann….dann mal los und GENIESSEN! Solange keine Messisituation zurück gelassen wird, ist das doch egal, ob man auf dem Fussboden essen könnte oder nicht? ;-)

    • Muttis Liebling sagt:

      Kleine Korrektur: Kühlschrank geleert und abgetaut, Stromversorgung der Wohnung gekappt, beim Versorger für die 2-5 Wochen abgemeldet.

      • E.H.Roth sagt:

        jaaa, aber nicht in der Schweiz ML. Wir können uns im Gegensatz zu unserem Nachbar den Strom noch leisten.

      • Meta sagt:

        Wir können es uns auch leisten, Gaskraftwerke zu bauen statt AKWs, klar, auch wenn das nicht besonders intelligent ist. (”Wer Geld hat, darf so dumm sein, wie er will.”) Zugegeben: so gründlich wie ML bin ich da selten, heuer hats dafür eh zuviel Glacé im Tiefkühler – finde diese Form der Gründlichkeit aber super! Und nehme mir für 2013 was vor.

      • Widerspenstige sagt:

        Gute Ergänzung wegen der Stromversorgung, die natürlich schon lääääängstens jeden Abend via Stromschiene mit einem Umkippen des alles abschaltenden Leuchtschalters gekappt wird oder wer hat noch Strom zum Versauen über Nacht im stand-by-modus?? Aber der Kühlschrank geleert und abgetaut nur für ein oder zwei Wochen lohnt sich jetzt echt nicht…aber es könnte einen Rieseneffekt haben, wenn es nur jede zweite Familie u jede zweite alleinlebende Person tun würde…hach! Vielleicht kann das sogar mal in % gemessen werden, wieviel gespart wird an Strom während der Hauptreisezeit Juli/August?

  7. Na ja die arme Frau irgendwie – gibt es hierzu auch ein Tipp falls die Putz- wut zu sehr belastet ? Eure Blogs sind immer so erfrischend :-)

  8. Sandra sagt:

    :-) Schöner, erheiternder Beitrag! Und ja, ich erkenne mich wieder ;-) Zum Glück fahren wir dieses Jahr nicht in die Ferien!

    • Widerspenstige sagt:

      Wer fährt denn schon freiwillig während der Hauptreisezeit in die Ferien ins Ausland?! Wir schon lange nicht mehr, seit unsere Kinderchen nicht mehr in die Volksschule gehen und deshalb dieser Ferienstress entsteht. Wir sollten auch von Mitte Juni bis Ende August Sommerferien haben wie die tessiner Schulen. Dann würde sich das Verkehrschaos, Schlangestehen beim Check-in abschwächen und/oder Ferien auf dem Bauernhof wieder lohnen. Denn auch die Kuh Klara erbittet eine Anlaufzeit für sich um die neugierigen Stadtgäste besser kennen zu lernen beim Kuhaugen-Staunen. Das braucht Zeit… 8)

  9. Widerspenstige sagt:

    na sowas…Das Waandern ist des Müllers Lust…das Waaandern ist des Müllers Lust…das Waaa…aaandern! (Test3)

  10. a.p. sagt:

    Tja ich fand den Blogg gut, richtig zum reinschmuggeln….. mit oder ohne Bauch..

    Schöne Ferien auch!! Herzlichen Dank
    A.

  11. Katharina sagt:

    Die Gender-diskussion kann auch auf diese Art beendet werden. Klischiert. Es fehlt etwas das Zynische um wirklich als Humor herüber zu kommen.

    • Nathalie sagt:

      Tja, ich befürchte mittlerweile, der Artikel war gar nicht humorvoll gemeint – man beachte das P.s….

    • Muttis Liebling sagt:

      Die Bebilderung lässt doch eher auf Satire schliessen. Allerdings schafft es die Autorin immer wieder, dass man nicht weiss, wie ernst das wirklich gemeint ist.

    • Muttis Liebling sagt:

      Da der Zensor meine weiterführenden Bemerkungen kassiert hat, sage ich nur, dass die Bebilderung eindeutig auf Satire schliessen lässt.

      • Katharina sagt:

        die Autorinnen wählen die Bilder nicht aus. auch nicht die Schlagzeile oder den Teaser auf Seite 1.

  12. Nathalie sagt:

    Wenn ich ihn noch mal lese… Für wen das nicht zutrifft, der hat keine Ferien nötig. Aber bitte nicht lustig machen über gestresste Eltern (hier konkret Mütter), die im Chaos versinken und wenigstens einmal pro Jahr verzweifelt versuchen, wieder Oberhand zu gewinnen. Das ist nämlich eher tragisch als lächerlich… :-(

  13. Mke Tanner sagt:

    Hut ab! Situation vor den Ferien scharf analysiert – nur noch zum “Teil des Trostes” nach dem schliessen der Wohnungstürze: Jetzt geht’s erst richtig los: Nur keine anderen Familien (nud nur kene deutschsprachige) im gleichen Hotel. Mussten deswegen schon das Hotel mit der Familie wechseln… Vor den Ferien sind peanuts gemessen AN den Ferien…

  14. Ultrafemme sagt:

    Gendersprech in der Manier von Konrad Lorenz?

  15. Frau Sommer sagt:

    Danke für diesen extrem erheiternden Beitrag

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