
Homöopathie kann eine weitere Möglichkeit sein, dem eigenen Kind zu helfen: Mutter mit Neugeborenem und homöopathische «Chügeli». (Bilder: Keystone).
Kaum ist das erste Kind auf der Welt, beginnen sich viele Eltern für Homöopathie zu interessieren. Es ist häufig ihre erste Begegnung mit den «Chügeli». Das bestätigen Homöopathen und die Regale von Buchläden: Dutzende Ratgeber und Nachschlagewerke versuchen dem Laien diese Alternativmedizin näherzubringen. Viele Buchtitel richten sich dabei explizit an Familien.
Die meisten dieser Bücher behandeln die Selbstmedikation: Eltern erfahren, wie sie selber bei ihren Kindern mit homöopathischen Mitteln körperliche und psychische Beschwerden lindern können. Mit einer homöopathischen Apotheke von dreissig verschiedenen Globuli und der Hilfe eines Taschenbuchs soll man die meisten kleineren Notfälle und Verletzungen, Beschwerden und Krankheiten behandeln können.
Doch so einfach ist das nicht: Klagt das Kind über Schmerzen, können gemäss den Ratgebern 13 verschiedene Mittel passend sein – je nachdem ob die Schmerzen brennend, stechend oder wellenförmig sind. Und ob das Kind dabei Durst empfindet oder unruhig ist und vor Schmerz schreit. Die Eltern müssen also die Art des Schmerzes bestimmen sowie den allgemeinen Zustand des Kindes erfassen können.
Das ist anspruchsvoll. Und alles für eine Behandlung, deren Wirkung umstritten ist.
Weshalb also ist die homöopathische Behandlung für Eltern derart attraktiv? Vor allem wohl, weil sich viele Eltern gegenüber der Schulmedizin eine Alternative wünschen. Sie sind irritiert, wenn ihnen der Arzt bei einem normalen grippalen Infekt eine Handvoll chemischer Medikamente in die Hand drückt, damit sie diese dem Kleinkind verabreichen. Die Eltern setzen mit der Homöopathie auf eine natürliche Methode, die im Gegensatz zu Medikamenten keine Nebenwirkungen hat.
Hinzu kommt, dass man damit nichts falsch machen kann – vorausgesetzt natürlich, man versucht sich nicht an schweren oder chronischen Krankheiten. Dies erlaubt es den Eltern auszuprobieren: Hilft ein Mittel nicht relativ bald, war es wohl einfach das falsche. Es gilt ein neues zu wählen, ganz nach dem Prinzip «nützt’s nicht, so schadet es auch nicht». Wird der Schmerz, der Husten, oder der grippale Infekt danach nicht rasch besser, kann man ja noch immer zum Arzt, so die Überlegung.
Auf diese Weise handle auch ich manchmal. Ich sehe die Methode rein pragmatisch: Homöopathie kann eine weitere Möglichkeit sein, dem eigenen Kind (oder auch sich selbst) zu helfen. Weshalb also nicht einfach ausprobieren? Doch ich muss zugeben: Ich pröble nicht lange, denn allzu viel traue ich mir auf diesem Gebiet nicht zu. Wird der Zustand des Kindes mit den Kügelchen nicht schnell besser, wähle ich wenn nötig relativ rasch die Nummer der Homöopathin oder des Arztes.
Zwei Mal erlebten wir bislang mit den von der Homöopathin verschriebenen Kügelchen Erfolge: Eine langwierige Bronchitis des Sohnes verschwand nach der Behandlung innert Tagen. Die zahlreichen vom Arzt verschriebenen Medikamente hatten dies nicht geschafft. Ein anderes Mal waren es hartnäckige Warzen an den Füssen, die nach den Globuli innerhalb von 24 Stunden verschwunden waren. Ein Vereisen beim Arzt wurde hinfällig.
Ob diese Erfolge nun das Ergebnis der homöopathischen Mittel oder einer eingebildeten Wirkung waren ist unwichtig. Hauptsache es hat geholfen.
Gabriela Braun ist Redaktorin bei der Zeitschrift «Gesundheitstipp», freie Journalistin und Mutter eines neunjährigen Sohnes. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Erlenbach ZH.



Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Zürich. 




































































Ich selber bin treue Schulmedizingängerin, finde aber die Schärfe, die gerade im MB herrscht, unverständlich. Denn einen Vorteil hat die Homöopathie (und auch andere „esoterische Heilverfahren“) gegenüber der Schulmedizin: sie betrachtet den ganzen Menschen, Geist und Körper, und nicht nur die im Moment kranke Stelle (ich kann ein Lied davon singen, wurde mal 4 Monate am falschen Körperteil behandelt, bis man gemerkt hat, dass die eigentliche Ursache an einem ganz anderen Körperteil liegt).
Ich zitiere Wikipedia: „Erfolge einer Behandlung werden somit ihrem Umfeld, nicht dem Mittel selbst zugeschrieben.“ So what? Das heisst doch nur, wenn die Schulmedizin mehr und gesamtheitlich auf das Individuum eingehen würde, dann könnte sie Grippe mit Assugrin heilen…
Ganz abgesehen davon, dass wir auch bei der schulmedizinischen Medikamenten nicht immer genau wissen, wie sie wirken!
Ich setz gleich noch einen drauf: ich praktiziere Reiki. Ich weiss, damit kann ich keinen Krebs heilen und für mich hat das auch gar nichts mit irgendeiner feinstofflichen Welt oder sonst was zu tun; ein Naturwissenschaftler würde sagen, es ist simpler Energieaustausch. Nichtsdestotrotz bringe ich damit jedes Baby (tatsächliche momentane Erfolgsquote 100%), das unter Kolliken oder ähnlichem (also keine wirklichen medizinischen Notfälle) leider, wieder zur Ruhe. Und ich bin mir auch sicher, dass die Wärme einer Bettflasche nicht denselben Erfolg hätte…
das ist schon i.O. tststs
ich sags immer – alles sind auch nur Menschen und kochen mit Wasser, am Ende müssen wir für uns selbst, selbst schlau werden
Ärzte, Priester, Psychotherapeuten, Heiler, Schamanen, Lehrer, Mentaltrainer – alles ok. Aber am Ende müssen wir selbstständig werden, denn diese Leute sind nur Menschen, so wie wir.
Ich habe einige Konkrete Gründe genannt warum ich hier als Gegner auftrete. ich denke diese Gründe sind relevant und wichtig.
Als Naturwissenschaftler bin ich der Meinung, das die einzige Form von Energie die da ausgetauscht wird, Wärmeenergie ist und dass es bei im naturwissenschaftl. Sinn von ‘Energie’ nicht darauf an kommt ob diese von Ihnen oder der Bettflasche kommt. Der Energiebegriff, wie er oft in der Alternativmedizin zu finden ist, hat mit der wissenschaftlichen Definition nichts am Hut.
xy, Sie widersprechen sich, oder? Auf der einen Seiten sind Sie einer der schärfsten Verurteiler von Homöopathie und werfen deren Vertreter Sektierertum vor, auf der anderen Seite soll der Mensch sich in Eigentverantwortung üben. Also darf man wohl erwachsenen Menschen zutrauen, dass sie die nicht gewünschten Nebelpetarden, die es im übrigen natürlich in der Schulmedizin genauso gibt, ignorieren und sich eine eigene Meinung bilden. Es ist mir völlig egal, wie die H. wirkt. Und wenn es der Placebo-Effekt oder erhöhte Zuwendung ist, auch gut. So manches Mal habe ich kleine Bobos bei
/2 meinen Kindern mit Chügeli ‘behandelt’ – natürlich wären die auch von selber wieder weggegangen, aber die Selbstheilungskräfte zumindest scheint diese Art der Zuwendung zu erhöhen. Meine Tochter, die jahrelang schlimmste Heuschnupfen-Phasen hatte, lebt heute mit H. relativ – und wenn das Einbildung ist, auch gut. Ihr ist, als sie klein war, bei Autofahrten und Flugreisen immer schlecht geworden – ich habe ihr Chügeli gegeben (an die ich nicht geglaubt habe), sie hat es nie wieder bekommen. Spielt es wirklich eine Rolle, ob die Wirksamkeit wissenschaftlich (!) nachgewiesen ist? Mir
/3 scheint, es geht einzig und allein darum, dass die H eine Verbindung zwischen Geist und Körper herstellt. Bloss weil es Menschen gibt, die sich von der Komplementärmedizin in ihrer Verzweiflung Heilung gegen schwere Krankheiten erhoffen, ist die H doch nicht zu verbieten oder zu verteufeln. Ein bisschen Mässigung in der Beurteilung wäre sehr angebracht.
Wie gesagt, Julia_2, ich mag die “esoterischen Erklärungen” dahinter auch nicht, aber als Tochter der Wissenschaft habe ich einen wichtigen Grundsatz: Irrtum nicht ausgeschlossen.
Es mag sein, dass der momentane Stand der Wissenschaft sagt, es gibt keinen Unterschied zwischen den Energien. ABER wenn die Homöo etwas bewiesen hat, dann dass das Umfeld eine enorme Wirkung hat. So hat es sicher auch bei der Schulmedizin einen messbaren Einfluss, je nachdem wie die Medizin verabreicht wurde (also liebevolles Händeauflegen vs. alleine lassen mit der Wärmeflasche…)
aber Carolina – das habe ich doch gesagt.
Ich habe nichts dagegen wenn ihnen die Globuli helfen. Ich hab auch nichts dagegen wenn ihnen durch Gebet geholfen wird.
Ich hab etwas dagegen, wenn sie sagen: Es kann nur nützen und nichts schaden und gleichzeitig der Schulmedizin einen Ziegenfuss unterjubeln (haben sie ja nicht gemacht).
Dann antwortete ich auf das Argument der ganzheitlichen Betreuung des Menschen (die ja eigentlich darauf hinweist, dass der Heilungsprozess eher durch das Chügeli symbolisiert wird). Und da halte ich es für die Sicherste Methode, dasss man lernt ….
@Carolina: Als Wissenschaftler müsste man sich auch fragen, ob dieses fehlen einer Wirksamkeit an der fehlenden Wirksamkeit selber, oder an den Testmethoden liegt… (oder anders gefragt: würde die Schulmedizin einer Überprüfung im “homöopathischen Stil” standhalten?!)
… sich selbst ganzheitlich zu betrachten.
Was nun die Kinder betrifft. Natürlich glaube ich auch, dass die Zäpfli und der Hustensirup besser wirken, wenn ich daran glaube und dem Kind suggeriere dass die Medizin hilft und jetzt bald “alles besser wird”.
Kein Problem wenn sie dasselbe mit Chügeli erreichen.
Ich habe nur beobachtet, dass viel Homös so auf dieses behandeln und diese unzähligen Mittelchen und Therapien abfahren, dass sie ständig etwas haben. (Julia erwähnte das auch). Weil ich seit ca 20 Jahren nie mehr krank war (ausgenommen Erkältungen), irritiert mich das ein wenig.
@xy: Da sprechen Sie in wichtiges Thema an. Ich würde aber sagen (nicht objektiv, nur aus subjektiver Beobachtung), dass es auch Schulmedizingänger gibt, die ständig das Gefühl haben, sie müssten wegen irgendwas zum Arzt oder in die Apotheke rennen…
Deshalb das allerbeste Heilmittel: Ruhe und Erholung… Verschlafen Sie die Krankheit (also ich spreche jetzt von den allgemeine Zimperlein, nicht von Unfällen oder schweren Infekten)…
tsts – vollkommen mit ihnen einig!
Nochmal xy: wegen Dummheit einiger Nutzer verbieten? Mein Hausarzt erzählt mir ständig, wieviele Eltern seiner kleinen Patienten (er ist Pädiater) wegen alllem und jedem Medikation verlangen – idR Antibiotika. Die Diagnose ‘er hat nichts’, ‘geht von selber weg’ gibt es für viele Schulmedizin-Gläubige (ausschliessliche) nicht. Mein Hausarzt redet dann, sagt er, von Selbstheilungskräften, Immunabwehr etc und weist auf die Komplementärmedizin hin. Genauso ist es umgekehrt. Menschen, die schwere Krankheiten oder solche, die danach aussehen, ausschliesslich durch Gesundbeten, H usw behandeln,
/2 sind entweder sehr verzweifelt (aber da gibt es sehr wohl Anlaufstellen heutzutage, in der Onko-Beratung) oder, äxgüsi, ein bisschen naiv bis dumm. Warum geht bei dem Wörtchen H immer so ein Geschrei los? Für mich ist es einleuchtend, das Beste aus allen Welten für mich und meine Familie herauszusuchen, dabei aber den gesunden Menschenverstand und eine Grundskepsis nicht einfach zu vergessen. Ich verteufle ja auch die Schulmedizin nicht.
@tststs
10. Mai 2012 um 11:04
Es gehen neuste Untersuchungen auf dem Gebiet der Medizinzuführung soweit, dass die sich fast in der Homöopathie wieder spiegeln,
Ein Medizin wird zugedient, wobei Reaktionen im Hirn gemessen werden ..und um genau diese Reaktion zu stimulieren, ohne den Stoff erneut zu zudienen, wird es gehen.
Wenn dies gehen wird, wäre der Mensch erlöst von den Nebenwirkungen der Chemie und die Spagyrik kann er dann vielleicht noch brauchen…um das Silber zu putzen ?!
@tststs: Ich wäre ja gespannt, wie so eine Untersuchung im “homöopathischen Stil” ablaufen würde. Und worauf sich Ihre Kritik an den wissenschaftlichen Methoden begründen.
Ansonsten erinnert mich das Ganze eher an unsere früheren Pfadilager, als wir auch immer hochwirksame Heimwehtropfen zusammenbrauten. Mit dem Unterschied, dass diese niemals so gut schmeckten (darauf haben wir geachtet…)
Nicht jedes Naturprodukt ist “Homöopathie “.
Euceta (Essigsaure Tonerde-Gelee) oder Pulmex (Lanolin mit aeth. Oelen/Harzen)
sind einfach bewaehrte Naturprodukte…
Bei den meisten Krankheiten werden wir von selbst wieder weg. Ein Schnupfen dauert unbehandelt 14 Tage, mit ärztlicher Pflege zwei Wochen und mit Homöopathie 14*24 Stunden. Damit können alle ihre jeweilige Meinung beweisen.
sorry: ich wollte schreiben …werden wir von selbst wieder gesund
Es kann durchaus schaden. In unserem Freundeskreis hat eine Mutter die leidende Tochter mit Neurodermitis über Monate mit diesen Kügelchen behandelt und die Kleine hat sich wundgekratzt. Die Cortisoncreme hat man nach 2 Tagen Anwendung dann unter dem Vorwand, dass sie nicht wirkt wieder abgesetzt und den Globulis eine weitere 2 Monatige Chance gegeben. Wieder ohne Erfolg. Man hatte nur noch Mitleid mit dem kleinen Kind. Und Wut auf die ignorante Mutter.
Es ist dermassen erbärmlich an etwas zu glauben, was noch nie eine überprüfbare Wirksamkeit gezeigt hat. Hat was sektenmässiges.
Ich mag mich täuschen, aber bei ein Baby/Kleinkind ist es doch wirklich angebracht, Cortison nicht allzulange experimentell zu verwenden (also auch schon nach 2 Tagen wieder abzusetzen)…
Cortison wirkt normalerweise sehr schnell – so gesehen ist das einsichtig, dass man es nach zwei Tagen wieder absetzt. Was nicht heisst, dass man dann wieder zwei Monate mit Kügeli arbeiten soll.
Davon abgesehen gilt, dass es x-verschiedene Kügeli gibt – vielleicht war halt auch die Diagnose falsch, und dann können auch die Globuli nicht wirken. Daher: lieber zum Homöopath oder zur entsprechenden Apotheke, dort wird seriöser und fachgerechter disgnostiziert als durch einen Laien…
Bei Hautproblemen kommt noch dazu, dass sie manchmal echt nur sehr schwer “heilbar” sind und alles sehr viel Zeit braucht. Gerade in dem Bereich, find ich, kommts echt nicht gross auf Alternativ/Schulmedizin an. Ob Cortison oder pflanzliche Salbe, man muss konsequent dran bleiben und besonders auch die Ernährung anpassen, auch bei Kleinkindern.
ähm, vllt liege ich da einer Schulmedizinischen Mär auf, aber Cortison ist doch wirklich heikel (auch bei Erwachsenen)….
@Carolina: in jedem System gibt es Teilnehmer, die das ganze ad absurdum treiben…
Cortison ist nach einer Anwendungszeit über längere Zeit (mehr als ein Monat, soweit ich mich erinnern mag) heikel wegen den Nebenwirkungen. Manchmal aber einfach das einzige was nützt…
Am besten wirkt aber einfach ein längerer Aufenthalt am Meer –
Wo ist denn der Unterschied zwischen einer “pflianzlichen” Salbe und einer “schulmedizinischen”? Könnte es sein, dass die gleichen Wirkstoffe drin sind?
Wenn wir im Beispiel der Neurodermitis bleiben: Es gibt Cardiospermum-Salbe, das ist eine Pflanze welche dieselben Wirkungen aufweist wie Cortison, aber ohne Nebenwirkungen… Die Salbe nützt aber nicht bei jedem, Cortison meist schon…
Ein anderes Beispiel, wo viele Leute gar nicht merken, dass sie pflanzliche Medizin nutzen sind Erkältungssalben – das sind alles pflanzliche Inhaltsstoffe…
ergo: pflanzlich ist auch gleich Schulmedizinisch, von der Wirkungsart.
Homöopathie wirkt aber wirklich anders.
Nochmal, SM: Wegen akuter Blödheit einzelner wollen Sie die H ganz abschaffen oder verbieten? Ich kenne diese Fälle auch, sie beelenden mich. Aber da ist auf der anderen Seite eine Nachbarin, Freikirchlerin, die einen grossen Teil ihrer Energie darauf verwendet, H als Teufelswerk zu verdammen. Warum? Intelligent angewandt kann sie genauso hilfreich sein wie die Schulmedizin. Einen kritischen Geist und eine gewisse Grundskepsis würde man sich bei erwachsenen Menschen in allen Bereichen wünschen.
Carolina, ich verstehe Ihren Ansatz, welcher mir pragmatisch erscheint. Sie anerkennen, dass die Wirksamkeit bestenfalls nicht bewiesen ist und nutzen die Chügeli dennoch, da Sie von positiver Suggestion, Placebo und Selbstheilung überzeugt sind. Letzteres ist ja wissenschaftlich unumstritten. Allerdings könnten Sie dann die Chügeli auch durch Smarties oder Tictacs (oder am besten was Bitteres) ersetzen, was wohl günstiger käme.
Wenn nun also die Homöopathen sich – analog zu Ihrer pragmatischen Einstellung – darauf beschränken könnten, die Wirkung ihrer Behandlung oben erwähnten Mechanismen zuzuschreiben und sich nicht in abstruse Erklärungskonstrukte bzw. in eine Art Glaubenslehre versteigen würden, wäre im Grundsatz nichts an der Homöopathie auszusetzen. Da aber der Placebo-Effekt wohl nicht bloss der ganzheitlichen Betrachtungs- und Behandlungsweise, sondern wohl auch dem Bedienen eines in vielen Menschen innewohnenden esoterischen Bedürfnisses geschuldet ist, kann die Homöopathie nur schwerlich auf ihre esoterische Komponente verzichten. Und genau darin liegt ihre eigentliche Unzulänglichkeit und meine Kritik an ihr begründet.
Die Homöopathie als Gesamte ist nun mal Hokuspokus und keine Studie hat bisher etwas anderes bewiesen. Gerade so gut können sie Bäume umarmen oder Bienen um Hilfe bitten. Homöopathie wurde im späten 18, Jahrhundert von Dr. Hannemann erfunden. Er hat das damals vor allem akut-Patienten gegeben und gemerkt, dass es besser funktioniert als die anderen Methoden. Nur die andere Methode war zu den Zeiten hauptsächlich der Aderlass. Dass dies in Zeiten körperlicher Schwäche nicht das geeignetste Mittel ist, leuchtet aufgeklärten Leuten ein. Heutzutage hält Homöopathie keiner Doppelblindstudie stand.
Carolina, ich verstehe Ihren Ansatz, welcher mir pragmatisch erscheint. Sie anerkennen, dass die Wirksamkeit bestenfalls nicht bewiesen ist und nutzen die Chügeli dennoch, da Sie von positiver Suggestion, Placebo und Selbstheilung überzeugt sind. Letzteres ist ja wissenschaftlich unumstritten. Allerdings könnten Sie dann die Chügeli auch durch Smarties oder Tictacs (oder am besten was Bitteres) ersetzen, was wohl günstiger käme.
Wenn nun also die Homöopathen sich – analog zu Ihrer pragmatischen Einstellung – darauf beschränken könnten, die Wirkung ihrer Behandlung oben erwähnten Mechanismen zuzuschreiben und sich nicht in abstruse Erklärungskonstrukte bzw. in eine Art Glaubenslehre versteigen würden, wäre im Grundsatz nichts an der Homöopathie auszusetzen. Da aber der Placebo-Effekt wohl nicht bloss der ganzheitlichen Betrachtungs- und Behandlungsweise, sondern wohl auch dem Bedienen eines in vielen Menschen innewohnenden esoterischen Bedürfnisses geschuldet ist, kann die Homöopathie nur schwerlich auf ihre esoterische Komponente verzichten. Und genau darin liegt ihre eigentliche Unzulänglichkeit und meine Kritik an ihr begründet.
Besonders spannend finde ich den Schwerpunkt Homöopathie als Ergänzung/Ersatz zur Schulmedizin. Es gibt tausend weitere medizinische Theorien nach denen therapiert werden könnte. Persönlich schwöre ich z.B. auf die Hexenhühnersuppe meiner Vodoo-Heilerin. Wirkt wunder bei Erkältungen jeder Art.
Ich kann grad nicht verstehen, wieso da einige Kommentare so ein Eso-Vorwurf machen… Die Homöopathie schneidet ja erdenklich schlecht ab, in diesem Artikel… Und a pros-pos Hexensuppe – Lindenblüten mit Zimtstangen aufkochen, Zitronenschnitze rein, und weg ist die Erkältung… Echt!
Und: Ich wäre vor einigen hundert Jahren wegen meines erst-Berufes noch verbrannt worden.
Hebamme?
plop, Homöopathie IST Eso. Wer unter Potenzierung nicht Verdünnung, sondern Energieübertrag bzw. quasi einen Fussabdruck im Medium (Wasser) versteht, muss doch gehörig einen an der Waffel haben!
stimmt nicht Herr Hübel, wenn ich Panaché trinke, bin ich weitaus angeschwippster, als wenn ich das Bier unverdünnt trinke
“Es gibt tausend weitere medizinische Theorien nach denen therapiert werden könnte.”
Bei uns gibt es die alte Theorie, dass man Warzen “wegsprechen” kann. Man (oder besser ein Pfarrer) muss mit Weihwasser ein Kreuz auf die Warze machen, ein Gebet sprechen, die Stelle verbinden und drei Tage warten.
Was die Kirche früher gemacht hat, übernimmt heute die Homöopathie…
@ Schreiberin dieses Artikels:
Das ist ja wohl etwas vom Unfundiertesten, was ich zu dem Thema schon gelesen habe. Mehr muss man dazu ja wirklich nicht sagen. Ich weiss, ein Blog funktioniert anders als ein “richtiger” Artikel und lebt gerade von der persönlichen Meinung. Aber es gibt hier Grenzen.
Aber ich muss sagen, ich bin beruhigt, dass sich doch sehr viele kritische Stimmen hier im Mamablog äussern. Wenigstens das.
Nicht nur nicht fundiert, sondern letztlich auch verantwortungslos.
Tja, und was sagt uns das? Bedenken Sie: da stehen fast 7 Milliarden Gläubige (also eben diese, die irgendeiner von Ihnen genannten Kirche) ein paar wenigen Atheisten gegenüber…
@ Christian Duerig:
Der Satz in Anführungszeichen war ein Zitat von “Walter Boshalter” um 10:55, leider hat mein Post dann eine neue Seite eröffnet. Aber ob nun von Mythen, Legenden oder Theorie gesprochen wird, scheint sowohl im Fall von Homöopathie als auch bei kirchlicher Warzenbehandlung nicht so eine Rolle zu spielen… Beides ist empirisch nicht haltbar.
@ tststs: Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Sie vergleichen jetzt die Gläubigen (die Homöopathie anwenden) mit den Atheisten (die sie für Stuss halten)?
@Valeria
Bitte benutzen Sie das Wort “Theorie” korrekt ! Verwenden Sie es nicht synonym für Mythen, Legenden, Erzählungen, Sagen, Märchen, Hypothesen usf. Bleiben Sie schlicht bei der Korrektheit. Diese ist sehr klar und kurz. Crigs
Homöopathie hat bei uns noch nie genützt. Ich bin auch sicher, das so etwas nicht nützen kann. “Heile heile Säge drü tag Räge…” dahingegen hilft schon, glaube ich! Daher denke ich, dass bei kleinen Unfällen oder Grippigen Infekten Homöopathie-Präparate manchmal die Beschwerden der Kinder lindern können, aber nur wenn die Globuli mit Zuwendung und viel Liebe verabfolgt werden. Bei Fieber ziehe ich es vor, den Kindern liebevoll pflegend ein Dafalgan-Zäpfli zu geben, da diese Medizin auch wirklich hilft. Und falls es übel wird: ab zur Ärztin / zum Arzt! Alles andere ist fahrlässig.
Ich werde an die Wirksamkeit von Homöopathie glauben, sobald es das Chügeli zur Empfängnisverhütung gibt, laut Homöopathen gibt es ja für alles das richtige Chügeli
Ob eine unerwünschte Schwangerschaft dann wohl eine Erstverschlimmerung wäre?
Jahrzehnte lang wurden den Frauen Kupferspiralen eingesetzt und bis heute kann man nicht genau (also eindeutig wissenschaftlich bewiesen) wie sie genau wirken…
Kupferoxid ist ein Zellgift. Das was Sie schreiben ist nicht richtig. Bitte ein wenig mehr Wissenschaftlichkeit.
relativ einfach : Kupfer ist giftig!
tststs: Da Kupfer im menschlichen Körper nicht stabil resp., wenn auch langsam, löslich ist – und weil, was jeder Winzer bestätigen kann, Kupfer ein recht wirkungsvolles Biozid ist, muss nach einer Erklärung für die Wirkung von Kupferspiralen nicht weiter gesucht werden!
Es ist nur wichtig, OB,nicht wie die Spiralten gewirkt haben bzw. immer noch wirken.
Der Punkt, der hier übersehen wird, ist die Reproduzierbarkeit. Man weiss bis heute nicht so genau, wie Aspirin eigenltich wirkt, aber man kann mit sauberen wissenschaftlicher Methodik feststellen, *dass* es wirkt. Der Pearl-Index von Kupferspiralen ist nachgewiesenermassen niedrig, das heisst man kann sie eben zuverlässig in der Empfängnisverhütung einsetzen, auch ohne alle Details ihrer Wirkung zu kennen.
Homöopathie im Vergleich dazu hat nicht mehr als persönliche Anekdoten zu bieten, und es gibt kaum Studien wo sie besser als Placebo abschneidet.
Es ist relativ einfach: Die Spiralen sind ein Fremdkörper, ob aus Kupfer oder Plastik, dadurch entsteht eine kleine Dauerinfektion, deshalb nistet sich kein Ei ein. Das war auch einer der Gründe, warum ich sowas nie hätte einsetzen lassen, es kann einfach nicht gesund sein, wenn irgend ein Körperteil in Dauerinfektion ist, das beeinträchtigt das ganze System.
Eigentlich dachte ich bis anhin, dass eine Schwangerschaft keine Krankheit sei. Sonst müsste man ja von Krankheitsverhütung (was wohl etwas weit gegriffen wäre) und nicht von Empfängnisverhütung sprechen.
laecherlich wieviele Menschen sich durch Scharlatanerie und Verduennungen von Verduenntem in Zuckerkuegelchen verarschen lassen. Bis jetzt konnte die Homooepathie noch nie wissenschaftlich bewiesen werden. Den Plazeboeffekt gibt es jedoch und viele fallen drauf rein. Wer glaubt, dass verduenntes wasser das 23 mal gegen ein lederkissen geschlagen wird, ploetzlich magische Heilkraft besitzt, verdient es, dass man ihm/ihr gutes Geld abnimmt. Warum gewisse Krankenkassen fuer diesen Seich bezahlen ist mir unverstaendlich… (bloedsinn 3C)
Ich hab für die Kügelchen gestern 16 Franken bezahlt, ich nicht die KK! Vielleicht kann ich der KK sprich den Prämienzahlern dadurch die Kosten einer Magenspiegelung ersparen, wie hoch sind die, wohl zwischen 100 und 300 Franken? Wenn eine Gastritis nach 6 W. nicht abgeheilt ist, wird die Spiegelung empfohlen, das wäre bei mir in 2 W. der Fall. Ich finde, man sollte zuerst alle noninvasiven Möglichkeiten ausschöpfen, ist weniger belastend und billiger.
Und eben, die Kügelimedizin ist nicht das Kostenproblem im Gesundheitswesen! Kann man wissen, wenn man will!
Mir ist es ein Rätsel wie Homopathie funktionieren soll, rational begreife ich das nicht – aber ich habe oft genug erlebt, dass es wirkt und das reicht mir völlig. Ich frag meinen Arzt auch nicht, warum Antibiotika funktioniert, wenn’s heilt, dann ist es gut. Deshalb verstehe ich den hartnäckigen Widerstand der Homöopathie-Gegner echt nicht. Wenn es Menschen gibt, denen dadurch geholfen werden kann, dann spricht doch nichts dagegen. Auch das Placebo-Argument ist Blödsinn, Placebo heisst nur, dass es faktisch zu einer Selbstheilung gekommen ist, wenn das manchmal reicht, braucht es keine Chemie
Ich für meinen Teil bin froh, dass ich in gewissen Fällen Kräuter zur Verfügung habe, in anderen Fällen Gobuli, in anderen Fällen Antibiotika oder Kortison oder was auch immer. Als Patientin interessiert mich nur eines, wie kann ich mir helfen lassen und dabei möglichst wenig Nebenwirkungen haben. Und ich stelle auch nicht den Anspruch, dass ich alles verstehen muss. Mag die Wirkweise von Homöopathie auch noch so irrational klingen, wenn es funktioniert, spricht nichts dagegen.
Danke Diana. Das unterschreibe ich. Ich lese auch in der Schulmedizin nicht jedes Mal sämtliche verfügbaren Studien oder informiere mich darüber, wie etwas funktioniert. Und ich weigere mich, die Wirkung der H und anderer komplementärmediz. Methoden einfach zu verdammen, weil die ‘Wirkung nicht nachgewiesen bzw nicht vorhanden sei’. Ist für mich unerheblich, aus welchen Gründen genau es uns besser geht (und den Plazeboeffekt einfach lächerlich zu machen, halte ich auch für dumm).
Aber der Arzt, der die Medizin verschreibt, sollte eigentlich von Zeit zu Zeit die verfügbaren Studien gelesen haben. EBM. Schlimm genug, wenn es nicht so ist.
@Carolina: Genau das ist der Punkt. Es käme mir auch nicht in den Sinn, mit einem gebrochenen Bein zum Homöopathen zu gehen, keine Medizin ist in allen Fällen angebracht. Aber solange so viele Menschen von Komplementärmedizin profitieren können, hat man diese auch nicht zu verteufeln. Ein Problem sind nur diejenigen Fanatiker, die nur eine medizinische Richtung als alleinseeligmachend propagandieren, egal auf welcher Seite dieses Glaubenskampfes sie sich befinden. Wer heilt, hat Recht – zumindest in dem konkreten Fall, in dem er Heilung bewirkt hat.
@Diana: Nur ist eben Ursache und Wirkung nicht immer so einfach erkennbar. Sollte man wissen, wenn man doch auch auf die Selbstheilungskräfte des Körpers vertraut. Es gibt ganz einfach auch einen “natürlichen” Verlauf. Das gilt übrigens auch für viele schulmedizinische Behandlungen, die eigentlich nutzlos sind, und trotzdem weiterhin vorgenommen werden.
@Sportpapi: Klar sollte der Arzt die neusten Studien kennen, aber wenn er aus Erfahrung weiss, dass etwas helfen kann, obwohl es bisher nicht durch Studien belegt wurde, dann tut er gut daran, es in angebrachten Fällen trotzdem zu probieren. Ich habe echt Mühe mit Ärzten oder Homöopathen, die nur “ihre Medizin” als heilsbringend betrachten und alles verteufeln was nicht aus ihrem Bereich kommt. Leider findet man solche “Fanatiker” auf beiden Seiten – Beide machen es sich zu einfach.
Nach dem Motto: Unbehandelt dauert eine Grippe eine Woche. Mit Medikamenten nur 7 Tage!
@Diana: ICH für meinen Teil habe sehr Mühe mit Ärzten, die wider wissenschaftlicher Erfahrung “nur” auf ihre eigenen Erkenntnisse vertrauen. Wissen Sie denn, was sie anrichten? Ob es wirkt können sie ja nur kontrollieren an Hand des Faktes, dass die Leute nicht noch einmal kommen.
@Sportpapi: Richtig, Ursache und Wirkung sind oft nicht klar auszumachen, deshalb sollte man auch nie blind vertrauen. Aber wenn man Erfahrungswerte hat und erlebt hat, dass XY in bestimmten Fällen helfen kann, dann halte ich es für reif, wenn man das dann auch versucht. Wir sollten nicht vergessen, dass Placebo ja nichts Anderes bedeutet als dass der Körper aufgrund eines Impulses eine Selbstheilung auslöst. Nichts Anderes nimmt Homöopathie für sich in Anspruch, es ist nicht die Materie die heilt, es wird nur ein Impuls ausgelöst der eine Art Selbstheilung starten kann.
@Sportpapi: Sie sollten die Erfahrung des Menschen nicht so gering schätzen. Studien erfolgen in der Regel erst dann, wenn jemand bestimmte Erfahrungen gemacht hat, die dann verifiziert werden. Natürlich soll sich kein Arzt NUR auf Erfahrungen stützen und er sollte auf dem Laufenden sein was den Stand der Forschung betrifft. Aber wenn beispielsweise wie vor hundert Jahren die “Wissenschaft” behauptet, ein gesunder Körper sei keimfrei und ein Arzt macht die Erfahrung, dass dem nicht so ist, wäre er ein Narr, wenn er seine Erfahrung ignorieren würde zugunsten eines wissenschaftlichen Fehlwissens
Und ein Held, wenn er es als erster nachvollziehbar publizieren würde…
@Diana: “Wer heilt, hat recht” ist ein Prinzip mit einigen Ungereimtheiten, auf die ich aus Platzgründen nicht umfassend eingehen kann. Entscheidend ist aber, dass doch gerade umstritten ist, DASS Homöopathie heilen kann. Sich subjektiv (wieder) wohler fühlen ist nicht eine objektive Heilung; und wir können uns zudem subjektiv durchaus über unseren Gesundheitszsutand irren. Bei manchen Krankheiten ist es normal, dass man sich mal besser, mal schlechter fühlt. In der “guten” Phase anzunehmen, man sei geheilt (weil man am Tag zuvor Globuli genommen hat), wäre dann eben ein Irrtum.
“Aber wenn man Erfahrungswerte hat und erlebt hat, dass XY in bestimmten Fällen helfen kann [...]” – Das Problem ist, dass subjektive Erfahrung ausgesprochen fehleranfällig ist, wenn es um die Bestimmung von Ursache und Wirkung, überhaupt um kausale Zusammenhänge geht, die die direkte Sinneswahrnehmung transzendieren. Man testet normalerweise nicht, ob sich die Lage auch verbessert, wenn man XY in diesen Fällen nicht einnimmt, oder statt XY Z einnimmt. Damit will ich Erfahrung nicht als wertlos bezeichnen, aber man muss sich solchen Fallstricken bewusst sein, wenn man ein “reifes Urteil” fällt
@Mertz: Da sagen Sie etwas Wahres, man muss sich solcher möglicher Fehlschlüsse im Klaren sein, das erwarte ich von jedem guten Mediziner, egal aus welcher Ecke er kommt. Trotzdem bleibt die Tatsache, dass viele Menschen schon mit Homöopathie positive Erfahrungen gemacht haben. Ich denke da beispielsweise an ein Mädchen aus dem Bekanntenkreis, die jahrelang erfolglos therapiert wurde wegen ihrer schweren Neurodermintis. Ein Homöopath konnte dann die Symptome deutlich lindern. Da wäre es zynisch, wenn man diesen Erfolg als Zufall abtun würde. Für das Kind zählt nur eines, es geht ihm besser
Auf wiederholten “öffentlichen” Druck von Prinz Charles, einem Anhänger der Homöopathie, führte der National Health Service im Vereinigten Königreich Versuche über die Wirksamkeit alternativer Heilmethoden durch. Aufgrund der Wirksamkeit wurde nur die Traditionelle Chinesische Medizin ins Programm aufgenommen – interessanterweise aber auch die Homöopathie – aber mit einem Kostenargument: falls Leute aufgrund der unwirksamen Therapie glauben genesen zu sein, hat sich der NHS die kostenträchtigere schulmedizinische Behandlung gespart, denn auch bei dieser Sparte greift der Placebo-Effekt…
@AliFerkous: Ihre Formulierung “aufgrund der unwirksamen Therapie glauben genesen zu sein” entbehrt nicht einer gewissen Komik. Wenn Menschen an etwas erkranken und dann keine Beschwerden mehr haben, dann “glauben sie nicht, genesen zu sein”, sie sind es offensichtlich, sonst hätten sie ja weiterhin Beschwerden. Da kann man das Phänomen Placebo nennen oder auch nicht, aber wenn es jemandem anschliessend besser geht, sollte man doch wenigstens das subjektive Gesundsein des Betroffenen ein wenig ernst nehmen.
Es ist ein verbreiteter Denkfehler, zu meinen, man könne “erleben”, ob ein Mittel hilft. Aber wenn man etwas nachdenkt, wird klar, dass das Unsinn ist. Man erlebt, wie gut es einem geht. Aber es ist absurd, zu behaupten, man “erlebe” eine Kausalität, also dass es einem wegen etwas Bestimmtem besser oder schlechter geht.
Wenn man Globuli eingenommen hat, weiss man ja nicht, wie es einem gegangen wäre, wenn man sie nicht eingenommen hätte. Viele nehmen sie dann ein, wenn es ihnen besonders schlecht geht, also ist es wahrscheinlich, dass es danach sowieso wieder besser gegangen wäre.
@Adrian: klar, dasselbe gilt auch für jede Form von Medizin. Aber darum geht es nicht. Wenn jemand krank war, etwas nimmt und dann gesund wird, kann man zufrieden sein mit dem Resultat und nur das ist für Patienten wesentlich. Und wenn man ein dutzend Mal erlebt hat, dass die Einnahme von XY (scheinbar) zu einer Heilung führte, tut man gut daran, das auch beim elften Mal zu probieren. Und wenn Millionen von Menschen von guten Erfahrungen berichten, wäre es falsch, ihnen diese Erfahrung absprechen zu wollen.
Man muss ihnen nicht die Erfahrung absprechen (die ist, wie sie ist), aber die Gültigkeit problematisieren. Eine Erfahrung, die auf einem Irrtum beruht resp. auf irrtümliche Weise interpretiert wird, bleibt zwar eine Erfahrung, aber eben eine missverstandene/fehlinterprierte. Besonders problematisch finde ich, wie schon oben angedeutet, “sich subjektiv wieder wohl fühlen” mit “Heilung” gleichzusetzen, und dann von der Erfahrung, dass man sich wieder wohler gefühlt hat, Aussagen mit objektivem Gültigkeitsanspruch darüber zu machen, dass ein Mittel etc. “heilt” – und sogar ursächlich heilt.
@Diana:
Schön, dass das für Sie so klar ist, aber dann dürften Sie eigentlich nicht schreiben, man könne anhand von Einzelfällen “erleben”, ob etwas wirkt.
Um festzustellen, ob etwas tatsächlich wirkt, gibt es ja systematische Studien, in denen verglichen wird, was bei Menschen geschieht, die in einer bestimmten Situation etwas eingenommen haben, und einer Kontrollgruppe, bei der ein Placebo verabreicht wurde.
So kann man feststellen, ob ein Medikament eine Wirkung hat, und für Homöopathie konnte im Gegensatz zu vielen “echten” Medikamenten nie eine Wirkung nachgewiesen werden.
Es geht überhaupt nicht darum, den Leuten die Erfahrung abzusprechen. Die Leute haben die Erfahrung gemacht, dass es ihnen besonders schlecht ging, sie Globuli einnahmen und es ihnen nach einer gewissen Zeit besser ging. Diese Erfahrung haben die Leute gemacht und niemand bestreitet sie.
Wenn die Leute aber behaupten, sie hätten so die “Erfahrung” gemacht, dass die Globuli wirken, sollte man sie darauf hinweisen, dass sie ein Opfer des schon bei den Römern bekannten Denkfehlers “post hoc ergo praeter hoc” wurden (man behauptet, X sei die Ursache von Y, nur Y nach X geschieht).
@Mertz: Sie gehen davon aus, dass diese Erfahrung auf einem Irrtum beruht, das ist eine Annahme die genausowenig haltbar ist wie zu behaupten, die Ursächlichkeit sei bewiesen. Aber wenn weltweit Millionen von Menschen von solchen Heilerfolgen berichten, ist es schon etwas übermütig zu behaupten, die wären alle Opfer eines Irrtums.
@Adrian: deshalb bin ich auch vorsichtig in meinen Formulierungen (oder versuche es jedenfalls). Ich kann und will nicht behaupten, dass Homöopathie immer und überall wirkt. Ich kann nur sagen, dass ich und viele Andere schon positive Erfahrungen machen konnten und daraus leite ich ab, dass man diese Medizinform nicht vorschnell abkanzeln sollte nur weil man die Wirkweise nicht versteht. Auf jeden Fall ist Homöopathie nicht so einfach nachweisbar, weil so ein Impuls das Immunsystem anregen kann aber nicht muss. Deshalb kann man auch nur von persönlichen Erfahrungen reden, doch auch die zählen
@Diana: Ich habe das zuerst einmal ganz allgemein gemeint, was ein Problem ist, wenn man sich auf subjektive Erfahrungen anderer Personen (oder eigener) beruft: Dass diese Erfahrungen auch falsch interpretiert werden können, was aber die Erfahrung als solche nicht bestreitet. Wie zutreffend dies bei Homöopathie ist, wäre empirisch zu überprüfen (wobei ich, zugegebenen, persönlich davon ausehe, dass dies dort sehr oft zutrifft).
“Aber wenn weltweit Millionen von Menschen [...]” – Keineswegs, weil wir heute recht viel darüber wissen, wie Menschen sich systematisch täuschen können.
@Mertz: nun, wenn Menschen krank waren und gesund wurden allein aufgrund einer “Täuschung”, auch dann werden die Betroffenen froh sein darum
Ich gehöre zu denen, alles von Schulmedizin bis Homöopathie weder verteufeln noch anbeten. In den letzten Jahren habe ich Letzteres kaum noch genutzt, einfach deshalb, weil es einfacher ist, bei Kopfschmerzen eine Tablette zu nehmen als unter 30 Mitteln das Richtige zu finden. Homöopathie hat in meinem Medizinschrank nur eine Nebenrolle, trotzdem wehre ich mich dagegen, dass man alle die damit positive Erfahrungen machen als Spinner abkanzelt.
@Diana #1: “[...] die damit positive Erfahrungen machen als Spinner abkanzelt.” – Sie missverstehen den Punkt einer sog. Irrtumstheorie. Die Leute, die missinterpretierte Erfahrungen haben, sind deswegen keine Spinner. Im Gegenteil: Eben weil wir wissen, wie leicht sich Menschen täuschen können, gerade bei solchen Kausalitätszurechnungen wie bei der Krankheitsbekämpfung, ist es ganz normal (”menschlich”), diese Erfahrungen so zu interpretieren. Deshalb überrascht es auch nicht, dass das millionenfach geschieht. Aber die Interpretation ist dennoch nicht korrekt.
@Diana #2: Ein einfaches Beispiel einer Irrtumstheorie: Im Altertum gingen die allermeisten Menschen (Millionen) davon aus, dass die Erde eine Scheibe ist. Sie waren deshalb keine Spinner (wenngleich im Irrtum), sondern ihre subjektiven, unkontrollierten Erfahrungen und auch Erfahrungsmöglichkeiten liesen fast nur diese Interpretation zu. Wenn wir heute nur von unserer subjekten Erfahrung ausgehen würden und nicht in der Welt weit herumreisen könnten usw., würden wir ebenfalls zu dieser Interpretation verleitet sein. Dennoch wissen wir unterdessen, dass diese Interpretation falsch ist.
Meine Güte, ich hoffe sehnlichst, dass Sie keine Kinder haben. Trinken Sie bitte 32′000 Liter homöopathische Tinktur und Sie haben genau ein einziges wirksames Molekül zu sich genommen. Aber eben, Frauen und ihr dämlicher Glauben an irgendetwas Skurriles. Statt Homöopathie können Sie auch Mike Shiva anrufen oder Katzenkot studieren. Oder ein Smarties essen. Das nützt auch.
Ich finde das ziemlich verrückt (ja, ver-rückt!) diese ganze Diskussion hier. Alleine die Tatsache, dass es hier tatsächlich Menschen gibt, die für andere die sie nicht kennen, also die gesamte Menscheit, ein Urteil über deren Erfahrungen fällen finde ich ganz schön krass. Hey, wenn mir jemand einreden möchte, dass ich was anderes erfahren habe als ich es für mich selbst weiss, da ticke ich fast aus. Geht’s noch? Wenn es Leute gibt, die eine positive Erfahrung gemacht haben dann rede ich denen doch nicht ein, es ist bestimmt nicht so gewesen und erkläre sie de facto für verrückt. Crazy…!
Wo habe ich geschrieben, dass Leute dann “de facto für verrückt erklärt” werden würden? Eben gerade das wäre nicht der Fall, wie mein Beispiel um 16:38 veranschaulichen sollte.
Nochmals: Niemand (zumindest hier) bestreitet, wenn jemand eine positive Erfahrung gemacht hat, dass sie/er diese positive Erfahrung gemacht hat. Aber wenn daraus Behauptungen über die Welt mit objektivem Geltunganspruch “abgeleitet” werden, dann sollte gerade ein “prinzipiell offener Mensch” eine kritische Pause einlegen und nachdenken, ob mit dieser Erfahrung tatsächlich diese Behauptung gerechtfertigt werden kann.
lieber marcel, grundsätzlich habe ich hier niemanden persönlich angesprochen. Unbestritten ist, dass Gegner hier sich über die Sache stellen und der FESTEN UEBERZEUGUNG sind, dass es so, und nicht anders ist. Sie bringen das Beispiel mit der Erde und der Scheibe, und nun – erzählen Sie mir was Sie wollen – die Aussage ist: heutzutage wissen wir es besser, früher war die WISSENSCHAFT noch nicht soweit. Ein vollkommen verkehres Beispiel, sorry. Denn auch wenn etwas NICHT WISSENSCHAFTLICH BEWIESEN ist, kann es dennoch seine existent und real sein. //
// in der Tat eine Farce, dass genau Sie mir dann sagen, ich soll eine kritische Pause einlegen. Ich für meinen Teil habe kein Problem mit der Schulmedizin. Aber ich bestreite auch nicht, dass – je nach Indikation – im einen oder anderen Fall durchaus wirkungsvoll sein kann. Vermutlich kriegt niemand seine Krampfadern mit Homöopathie weg. Naiv, das zu glauben, wenn man sich mit der Anatomie auskennt. Aber einen Husten kann man damit durchaus wegkriegen. Und jetzt, wie wärs mit Ihnen, hier die kritische Pause einzulegen??
und im Uebrigen, Marcel: Wenn Sie einem Menschen erklären, dass er eben nicht die Erfahrung gemacht hat, sondern sich das alles eingebildet hat, dann nennen Sie diesen Menschen verrückt, nichts anderes. Wenn ich Ihnen jetzt sage, dass Sie sich auf Antibiotika was einbilden und Sie sagen mir, Sie haben damit aber gute Ergebnisse erziehlt und ich weiterhin mich stur über die Sache stelle und Ihnen unterstelle, dass alles nur Einbildung war, dann zeigt das eines auf: Engstirnigkeit, und ein sich Versperren gegenüber anderen Erfahrungswerten und Meinungen. Und das ist ziemlich einfältig.
#1: Ich verstehe nicht, wie Sie darauf kommen, ich würde behaupten, die Menschen würden sich etwas einbilden – das sage ich doch gar nirgends! Sie bilden sich nicht ein, dass sie sich subjektiv besser fühlen. Wenn sie aber dann aufgrund dieser Erfahrung (und nur dieser Erfahrung) darauf schliessen, es sei (tlw. sogar ausschliesslich) das Mittel x gewesen, das diesen Zustand kausal hervorgebracht hat, so ist das durch diese Erfahrung alleine einfach nicht gezeigt; und warum das so ist, dafür gibt es gute Gründe aus der Erkenntnistheorie, Logik, Methodologie und der Psychologie. Das ist alles.
#2: Natürlich hängt die Existenz einer Sache nicht davon ab, ob sie wissenschaftlich bewiesen ist. Aber unsere Gründe, von der Existenz einer Sache auszugehen, sollten in bestimmten Zusammenhängen sich vielleicht daran orientieren, nämlich dort, wo unsere subjektive Erfahrung an ihre Grenzen kommt, und nur systematische, kontrollierte Erfahrung (= wissenschaftliche Methode) es erlaubt, belastbare Aussagen über die subjektive Erfahrung hinaus zu machen. Das ist besonders bei Kausalitätszusammenhängen der Fall, für die wir einfach kein “Sinnesorgan” haben.
#3: Würde ich die Wirksamkeit von Antibiotika (die auch nicht immer wirksam is, hängt stark vom Erreger usw. ab) nur durch meine subjektive Erfahrung begründen wollen, wäre das genauso verkehrt, gleichgültig, wie überzeugend oder “unfehlbar” ich meine Erfahrung selber finde. (Ich persönlich würde nie so argumentieren, weil ich weiss, wie fehlbar die subjektive Erfahrung ist, und dass sie bei komplexen Kausalitätszusammenhängen oft versagt). Aber in der Tat: Ich vertraue hier einem guten systematischen Review aus vielen qualitativ guten Studien mehr als einer Million subjektiver Erfahrungen.
#4: Und warum das so ist, hat mit erkenntnistheoretischen und methodologischen Überlegungen zu tun. Die können Sie natürlich ablehnen, das steht Ihnen frei; wir können hier mühelos andere philosophische Grundüberzeugungen aufweisen, über die man aber diskutieren kann, und zwar anständig. Also: Statt ad hominem zu “argumentieren” und mir Einfältigkeit vorzuwerfen, zeigen Sie mir doch argumentativ, warum diese erkenntnistheoretischen und methodologischen Überlegungen falsch sind und die, die Sie vertreten, korrekter oder plausibler.
Ich bin ein prinzipiell offener Mensch, umso mehr flippe ich aus, wenn hier das Besserwissertum und die vollkommene Scheuklappensicht ihren Rundgang macht. Glaubt doch daran oder nicht, aber lasst den anderen ihren Frieden!
“Die Eltern setzen mit der Homöopathie auf eine natürliche Methode, die im Gegensatz zu Medikamenten keine Nebenwirkungen hat.
Hinzu kommt, dass man damit nichts falsch machen kann.”
Genau. Weil Homöopathie nämlich gar keine Wirkung hat. Abgesehen vom Placebo-Effekt und anderen psychologischen Wirkungen.
“Placebos enthalten keinen Wirkstoff, wieso helfen sie trotzdem? — Weil dabei eigentlich unsere Psyche wirkt. Wir nehmen die Umgebung und die Worte des Arztes wahr, wenn er uns eine Pille verschreibt, und diese Signale können im Gehirn Linderungsprozesse anstoßen.”
http://www.stern.de/gesundheit/placeboeffekt-die-kraft-des-nichts-1751625.html
@Tim Weser
Wenn ein Kind z. Bsp. leidet an Prüfungsangst , ich gebe ihm ein Mittel aus der Homöopathie ( was wirkt…nota bene – ob nun stofflich od. psychisch..) muss ich ihm dann doch ein Valium geben…ich meine um so richtig Wirkung zu kriegen ?
Sie können dem Kind auch einfach normale Zuckerpillen geben. Das wirkt dann genauso und ist günstiger und man unterstützt nicht die Scharlatane…
@Tim Weser
Sie haben einfach keine Ahnung was für Mittel in der H. verarbeitet sind…wenn sie z. Bsp. Apis mit Zucker vergleichen, kann ich ihnen auch nicht helfen.
Die Meinung ist mit H…. eine Reaktion zu provozieren, welche dem Körper helfen kann…
….ohne dass mir gleich die Nieren aussteigen, die Darmwand angefressen wird,… oder ich Blut im Stuhlgang entdecke, erhöhter Puls kriege, Impotent werde…. Sehstörungen entwickle u.s.w.
Mich stört vor allem die Haltung der Alternativmedizin-Fans, man müsse Leuten immer irgendwelche Mittelchen verarbreichen (und wenn es keine starken sein sollen, dann eben Globuli ohne Wirkstoff). Sicher kann es auch bei Prüfungsangst unter ganz bestimmten Voraussetzungen sinnvoll sein, Medikamente einzunehmen, aber in den meisten Fällen wäre das eine vollkommen falsche Reaktion, viel besser als die Verabreichung eines Mittelchens wären Dinge wie emotionale Unterstützung, Ratschläge zur Lerntechnik etc..
@Adrian
Gehen sie einmal mit einer Grippe in die Apotheke und schauen sie ein bisschen unschuldig
..innert kürzester Zeit rechnen sie gegen die 50 Franken ab
Wieviele Grippenmittel aus der Chemie sind überflüssig…eine Grippe “mit” ging 14 Tage…eine Grippe “ohne” 2 Wochen ..Effekt nicht bewiesen, also raus aus dem Paket usw. Halswehmittel total nicht bewiesen, ( das beste ist immer noch der Honig) hoppla, raus aus dem Paket…und könnte die Liste nach belieben noch verlängern ..
Beno, Beno, Sie erstaunen mich! Sie haben doch sonst immer gute Ratschläge parat. Also – Wenn Sie ein guter Vater wären würden Sie die Kinderlieder gegen Prüfungsangst kennen:
(heicho, heicho) eis a d’Ohre und ohni Znacht is Bett.
Na, verstanden?
@Lorenz
…von mir aus dürfen sie erst noch auf’’s Häfeli….dann haben sie nämlich die gute Höhe für “eis a d>>>Ohre ( sogenannter Schmiedechlapf)…ist dies in deinem Geiste ?
Yep!
Man kann mit Homöopahtie einiges falsch machen! Man kann mit Homöopathie Symptome einer Krankheit unterdrücken, genau wie mit anderen Medizinmethoden.
Für Kritiker der Homöopathie:
Beim nächsten Katermorgen 3 Globuli Nux Vomica D12 und erst noch Aspirin sparen.
Ist aber keine Alkohol-Problemlösung bzw. Dauermittel.
Es gibt nichts über Homöopathie zu diskutieren, wenn jemand dem Wesen Mensch keine Seele und kein Geist zugesteht.
Liebe Grüsse aus der Homöopathieausbildung
@Carolina – wie kommen sie darauf, dass ich etwas “verbieten” will. Ich habe dieses Wort NIE erwähnt (und ich glaube auch sonst niemand).
Ich habe nur einige Gründe genannt, warum ich kein Chügeli Konsument bin und weshalb für mich gewisse Argumente nicht überzeugend sind. Das ist alles. Ich habe mehrfach betont, dass ich nichts dagegen habe, wenn man einige Dinge beachtet…
xy, ich wollte Ihnen nicht zu nahetreten – sorry, wenn ich Sie falsch interpretiert habe. Aber ich meinte herauszulesen, dass zu Ihrer These, dass H eben doch Schaden anrichten kann, und zwar indem Leute nicht früh genug den ‘richtigen’ Arzt konsultieren, im Umkehrschluss eigentlich gehört, dass man dann die H ‘verbieten’ muss bzw im Minimum sie nicht mehr von der KK bezahlt wird. (Ueber das letztere könnten wir übrigens reden, das ändert aber nichts daran, dass ich Pippi vollumfänglich Recht gebe, die unten sagt: ‘Wer heilt, hat Recht’).
@carolina
da haben sie mich wirklcih falsch verstanden
mein Punkt ist allein der: wenn etwas nützen kann, kann es auch schaden. Alles was eine Wirkung hat, sollte man mit Bedacht begegnen.
Kann nur helfen – hat keine Nebenwirkungen / das halte ich für falsch.
Nur bei etwas das Wirkungslos ist, kann man eine Nebenwirkung ausschliessen.
Was nützen kann, kann auch schaden. (Was nicht heisst, dass es deswegen schlecht ist, oder nur schadet)
Dazu habe ich einige Beispiele gebracht.
Frage: Weshalb fahren Familien auf Homöopathie ab?
Antwort: Weil Kinder idR den Horizont erweitern…
Inwiefern? Wenn man sich selber nicht mit Kügeli behandeln würde, weshalb sollte man das denn den Kindern antun? Ausser zur Beruhigung?
Naja, vllt probiert man mal öfters was aus, und geht nicht mit der vorgefassten Meinung an die Sache… (was ich manchmal von Pränatal-Eltern manchmal höre, was sie alles tun und lassen wollen, dann denke ich einfach, warts mal ab…
Genau, ts, und Sportpapi: warum eigentlich von vorneherein ausschliessen? Ich foltere meine Kinder ja nicht bei esoterischen Zwangsversuchen, sondern ich gebe ihnen Globuli, wenn ich es verantworten kann – und es scheint zu helfen. Aber wenn es blutet, gebrochen oder kaputt ist, gehe ich zur Schulmedizin. Warum eines ausschliessen? Sie müssen ja keiner Sekte beitreten.
Der Grund ist vermutlich der, dass man kleinen Babies praktisch gar nichts “schulmedizinisches”, also Chemie, geben darf! Somit fängt man halt mit Homöopathie an, wenn das Kleine was hat. Und anscheinend gibt es (eben doch) Menschen, die durchaus gute Erfahrungen damit gemacht haben. Andernfalls würde das nicht fortgeführt werden. Ach ja, stimmt, ich entsinne mich: die haben sich das alle eingebildet! Und das Baby ebenso. Genau, sehr logisch!
Pixel, ja so muss es wohl sein: mein Baby hat sich das nur eingebildet und das Fieber ist einfach so – simsalabim – wegen dem Placeboeffekt und nicht den Globuli vorüber gegangen..
Zuerst gab ich Aconitum im ansteigenden Stadium bei Schüttelfrost, dann Belladonna wenn es stark zu schwitzen anfing und die Temperatur bei ca. 39,5°C sich einpendelte – alles in Begleitung mit Essigsocken. Ja, ziemlich aufwändig, aber nur so kann die Immunität und Selbstheilungsprozess gewährleistet werden. Wenn es mehr als einige Stunden bei 39,8°C blieb über Nacht, gab ich Aspegic für Kleinkinder vom Arzt!
WS: Ich hatte mal hier im Forum einen Ansatz so einer Diskussion, obschon das Thema ein anderes war. Eine Antwort zum Placebo-Effekt bei Babies war dann, dass ich wohl als Mutter, durch meinen positiven Glauben an die Sache quasi thelepathisch mein Kind beeinflusst habe, sodass der Placebo-Effekt von mir aufs Baby überging. Herrlich, oder? Da darf es dann überirdisch sein und wissenschaftlich nicht belegt sein….
…interessant auch, wie weitreichend dann plötzlich die Fantasie ist, wenn es darum geht, Argumente zu bemühen.
Belladonna? eine Frucht, die Halluzinationen hervorruft?
@Pixel: Schauen Sie mal ein paar Posts früher, ich habe irgendwo darauf hingewiesen, dass Placebo-Effekt eben nicht bedeutet, dass man “daran glauben muss, dass es wirkt”. Das ist ein merkwürdiges Fehlverständnis von Placebo, das man im Alltag oft antrifft, aber im medizinischen Gebrauch höchstens ein Element dessen ist, was alles Placebo-Effekte sein können. Ein Faktor für solche Effekte ist z.B. Konditionierung, auch das veränderte Verhalten, wenn man sich fürsorglich um einen Kranken kümmert. (Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Placebo#Placeboeffekt.2C_Placeboantwort_und_Placebowirkung).
Bekanntlich versetzt der Glaube ja Berge. Daher denken gewisse Schimpansen, dass diese “Kügeli” irgendeine Wirkung haben sollten. Ich finde es jedoch eine Frechheit, dass diese Kosten mit der Grundversicherung gedeckt sind. Wenn diese Placebos wenigstens einen Wirkstoff hätten, aber nein, schade haben wir soviele “unterbeliechtete” auf diesem Planeten!
hmm…, wer kindern globuli verabreicht hilft sich ausschliesslich selbst. wer kinder hat, weiss, dass je grösser das pflaster, desto schneller vergeht der schmerz. kleine massnahmen bedeuten in kinderaugen: meine eltern sind nicht ganz dicht! ich bin schwer verletzt durch einen insektenstich – und die geben mir ein kügeli? ich brauche fenistil-spray, -salbe, einen dicken ice-pack verband und ein magnum-glacée, dann bestehen minimale chancen, dass ich das überlebe. und die kommen mir mit kleinen kügeli. ist denn die ganze welt verrückt geworden?!?
youtube: the judds – mama he’s crazy
Das ist es. Wobei meine Jungs gerne auch die Kügeli nehmen, die doch so fein schmecken…
Dann bitte ich Sie aber, den Jungs normale Zuckerbonbons zu geben, die genauso schmecken und nicht viel teurere Globuli, die genau das gleiche enthalten, aber zu unnötigen Konsultationen und höheren Gesundheitskosten führen.
Aber das ist doch einer der Punkte, Adrian E: wenn ich entscheide, dass das Boboli meiner Kinder oder mein eigenes eher eine Befindlichkeitsstörung als eine Krankheit ist, gehe ich eben nicht zum Arzt. Ich verursache dem Gesundheitssystem keine Kosten, richte aber auch, da ich eine einigermassen intelligente Person bin, keinen Schaden durch Nebenwirkungen an. Die ‘Reisekrankheit’ meiner Tochter, der Heuschnupfen, die unzähligen kleinen Wehwehchen: sie sind nicht GEHEILT worden, sondern weggegangen – dass dabei die Globuli vielleicht nur eine Art psychische Unterstützung leisten, ist mir
/ völlig klar, aber da sie bei uns immer eine Wirkung hatten, stimmt das so. Aber wenn ich mir das Bein breche oder Krebs habe, konsultiere ich in erster Linie die Schulmedizin. Und: die Homöopathin, die meine Tochter einmal im Jahr wg des Heuschnupfens konsultiert, dürfte um ein vielfaches günstiger sein als der Allergokologe, bei dem wir anfingen, und der ihr eine Tragetasche voller Medis mitgab – damals war sie 12! Und Sie können mir ja dann auch noch sagen, Auguste, welches Riesenpflaster ich ihr hätte wohin kleben sollen? Sie lebt seitdem praktisch beschwerdefrei, nur das zählt.
@Adrian E.
höhere Gesundheitskosten durch Globuli?
Kennen Sie die Preise eines Homöopathischen Mittel im Vergleich zu Kopfwehtabletten?
@Adrian: Sage ich meiner Frau auch immer. Denn, @Carolina: Zu befürchten ist einzig, dass die Kinder dann bei jeder Beschwerde gleich etwas einnehmen müssen, weil sie sich das frühzeitig so angewöhnt haben. Übermässig riesig schätze ich aber die Gefahr nicht ein.
Für Bobos dieser Art ist unser Heilmittel Finger draufdrücken und gemeinsam bis 10 zählen. Das wirkt und als Nebenwirkung lernt das Kind die Zahlen.
Mit zunehmenden Alter werde ich das ausbauen, bis 50 zählen, dann das ABC vor und rückwärts, dann die chemischen Element alphabetisch oder nach Ordungszahl, Primzahlen, alle Bundesräte, alle abgewählten Bundesräte, alle YB Titel seit 1987, alle FC Sion Trainer, etc.
Spätestens mit 12 Jahren sollen die Kinder dann eine breite Allgemeinbildung haben so das sie ohne Traders bei Traders durchkommen.
Ja Auguste, verrückt! Und Sie selbst reihen sich da mit so einem Kommentar nahtlos ein.
Homöopathie ist der grösste esoterische Schwachsinn den es gibt. Nur die Schulmedizin ist wissenschaftlich erwiesen.
Nicht fundierte Methode der Homöopathie.
Mein Kater hatte einen Dauerdurchfall. Alles, was ihm der Tierarzt verschrieb, Darmspigelung, Röntgen, Ultraschall, Diätkost – nicht konnte helfen. Nach Monaten vergeblicher Behandlung wollte ihn der Tiefarzt einschläfern.
Ich konsultierte eine Homöopathin. Sie untersuchte sein Haar und gab mir drei homöopathische Mittel, die ich ihmim Wechsel von je einem davon zu geben hatte. Nach zwei Tagen stoppte der Durchfall. Nach drei Monaten war der Kater gesund und erfreut sich heute, acht Jahre später bester Gesundheit. Ist es das Tier welches dran glaubt?
Für die die das wollen ist’s ja gut, aber bitte nicht die allgemeine Krankenkasse damit belasten. Meines Wissens nach gab es noch nie eine Studie, die doppelblind bewiesen hat, dass Homöopathie besser als Placebo wirkt. Und bitte missioniert mich nicht.
Eigentlich kann man sich die Diskussion ja sparen, man kennt mittlerweilen alle Argumente. Bisher konnte die Wirksamkeit von Homöopathie noch nie bewiesen werden, eigentlich eine Voraussetzung, dass eine Behandlung von der Kasse übernommen wird. Nichtsdestotrotz gibt es viele Anhänger, die davon ausgehen, dass der Fehler an den Tests liegt, die anders gemacht werden müssten.
Wenn Globuli jemandem helfen, dann umso besser. Wenn nichts anderes hilft, würde ich es wohl auch versuchen, denn schaden wird es wohl wirklich nicht.
Aber dass die Kasse nun wieder dafür bezahlt, ist skandalös.
Ich glaube, die Wirkung ist relativ unumstritten, der Weg wie die Wirkung zustande kommt ist umstritten!
Falsch. Es ist noch nie eine Wirkung nachgewiesen worden. Die Wirkung ist nicht nur umstritten, sie existiert nicht.
Nein, unter Wissenschaftlern ist eigentlich relativ unumstritten, dass Globuli und ähnlicher Hokuspokus keine Wirkung hat, welche über die eines Placebos hinausgeht. Deshalb gibt es auch keinen Weg, der zu erklären wäre.
Vielen Ärzten und Apothekern ist das Geld, das sie mit solchen Globuli verdienen, aber wichtiger als die intellektuelle Redlichkeit; deshalb tun sie so, als ob die Situation weniger eindeutig wäre.
Nein Randi, ich bin zwar eigentlich nicht so auf dem Homöopathie – Weg , aber unterschätzen sollte man dies nicht !
Eine H…. Behandlung ZIELT mehr auf die Konstitution und Charakter eines Menschen, welche in vielen Fällen eben auch der Verursacher sind der Krankheit. Das man dies nicht messen kann…ist logisch. Aber der Befürworter davon, formt ein Team mit seinem Arzt…der braucht es nicht zu messen…der spürt die Veränderung ( hoffentlich..)
“Wer heilt, hat recht”, ganz einfach und ganz einleuchtend. Der Rest interessiert mich eigentlich weniger.
Warum die Homöopathie helfen kann, weiss man nicht genau. Aber nur, weil man es noch nicht erklären kann, muss es nicht falsch sein. Einem Tonband sieht man auch nicht an, ob es bespielt wurde oder nicht, es ist auch nicht schwerer als ein unbespieltes und trotzdem besteht ein Riesenunterschied. Auf dem einen höre ich höchstens ein Rauschen, auf dem andern Beethovens Violinkonzert. Vor 150 J. wäre ich als Hexe verbrannt worden, wenn ich so etwas vorgeführt hätte.
@langstrumpf: sie irren sich, nicht der fehlende Wirkmechanismus ist das Problem der Homöopathie (es gibt auch schulmedizin von der die Wirkungsweise nicht genau verstanden wird), sondern das Fehlen jeglicher Wirkung! In unzähligen Studien wurde versucht eine Wirkung zu finden, geschafft hat es niemand. Hokuspokus halt…
@J_Randi und Adrain E.
Es gibt schlichtweg nichts zu diskutieren über Homöopathie mit jemanden, der dem Menschen keine Seele und keinen Geist zugesteht.
Ein kleiner Selbstversuch: Wer empfindet den Herzschmerz? Das Herz etwa? Wer verdaut die geistige Ohrfeige?
Schauen sie sich mal eine Rechnung des Spitals an…oder die minutenweise (!) Verrechnung des Arztes, dies ist nicht skandalös ???
Es ist gerade eine grosse Kampagne in Europa beschäftigt , trotz der drohenden Pharmariesen,… auf die enormen Nebenwirkungen der Medizin und ihre Kosten aufmerksam zu machen.
Diese Pharmariesen, mit ihren Monopols auf Medizin, welche z. T. 10x billiger verkauft werden könnten…nicht skandalös ???
Zweimal falsch ergibt nicht einmal richtig. Dass Homöopathie und andere Therapieformen von der Krankenkasse bezahlt werden, obwohl kein objektivierter Wirkungsnachweis vorliegt (auf den Krankenkassen sonst bei konventioneller Medizin bestehen und oft nicht bereit sind, erst experimentelle u.Ä. Therapien zu bezahlen), ist skandalös völlig ungeachtet dessen, was im Gesundheitssystem sonst noch falsch läuft. (Aber dass die Krankenkassen dafür bezahlen (müssen), war bekanntlich eine politisch-demokratische Entscheidung, keine Entscheidung des Gesundheitssystems intern).
@Marcel Mertz
Sie dürfen Äpfel nicht mit Birnen vergleichen; bei diesen anderen Therapieformen geht es praktisch immer um seelische Schäden…messen ??? >>>> mit der Schieblehre etwa ?… ist die Genesung in der Psychiatrie messbar ???
Über die Kosten der Komplementärmedizin regt man sich auf, während die Kosten für unnötige Eingriffe und Leerlauf- Medizin um ein hundertfaches liegen.
“bei diesen anderen Therapieformen geht es praktisch immer um seelische Schäden” – Inwiefern geht es bei der Homöopathie um seelische Schäden? Oder der Magnettherapie? Oder der Chiropraktik? Usw. Es gibt zuviele Richtungen, mit Heilungansprüchen in Bezug auf physische Schäden in der “Alternativmedizin”, um das so generalisiert zu behaupten.
“ist die Genesung in der Psychiatrie messbar?” – Ja, bis zu einem gewissen Grad, bei bestimmten Krankheitsbildern ist sie objektivierbar; dort, wo es deutlich über eine Befindlichkeitsstörung hinausgeht (z.B. selbstverletzendes Verhalten, Paranoia usw.).
@Marcel Mertz
Sie haben einfach NICHT genug Einsicht in die Sache, rufen aber irgend was .. : Es kann bei der Homöopathie sehr Wohl um seelische Schäden gehen. Wenn nötig wird dies kombiniert eingesetzt mit einer anderen Therapieform. Ich zitiere sie : “Dass Homöopathie und andere Therapieformen von der Krankenkasse bezahlt werden, obwohl kein objektivierter Wirkungsnachweis vorliegt ”
Der Wirkungsnachweis bei alternativen Psychotherapien ist schon lange erbracht …und wird nicht in Metern gemessen..mein Lieber…in der Psychiatrie schon eher…nämlich Plattspritzen und teure Gespräche..
“Sie haben einfach NICHT genug Einsicht in die Sache” – Ich denke schon, das ich das habe. Ich habe nicht wenige Artikel von gerade Homöopathen gelesen, auch von anderen “Alternativmedizinern”, wo sie ihre jeweilige Therapieform erklären und ihre Heilungsansprüche formulieren. Meine Frage wäre daher, ob Sie den “mainstream” der Homöopathie mit Ihrer Ansicht repräsentieren oder am Ende nur Ihre eigene Vorstellung der Homöopathie.
Meinen eigentlichen Kritikpunkt, dass man nicht verallgemeinernd sagen kann, “Alternativmedizin” würde sich auf seelische Schäden fokussieren, haben Sie ignoriert.
Nur so als Beispiel, aus dem FAQ des Homöopathieverbandes Schweiz: “Mit Homöopathie kann man akute und chronische Krankheiten, Unfälle, Verletzungen und psychische Beschwerden behandeln.” (http://hvs.ch/index.php/joomla-lizenz/haeufige-fragen-faq). Keine Rede davon, dass es nur oder vornehmlich um seelische (psychische) Schäden ginge. Und das Konzept des Vitalismus, welcher explizit (v.a. bei Hahnemann) oder zumindest noch implizit in der Homöopathie vertreten ist, kann man nicht auf “Behebung seelischer Schäden” reduzieren.
@Marcel Mertz
Einfach eine Webseite durchlesen …und sie checkens ..toll ?!
Ich verweise dazu nach der seelischen Behandlungen von Psychotherapeuten mit homöopathischen Mitteln, was sie …also nicht glauben….( diese Resultate liegen beim Psychotherapeut und nicht beim Homöopathen …und sind möglich angewandt nur als Unterstützung bei Gesprächen oder Lichttherapien , Kunsttherapien usw. . )
Ich würde mich an ihrer Stelle , wie viele andere, etwas bescheidener aufstellen und erst einmal MEHR darüber erfahren, bevor sie gleich verurteilen und skandalös rufen !
“Sie haben einfach NICHT genug Einsicht in die Sache” – auch hier. es ist ein religiöses Argument, im Sinne, dass eine Gnosis Voraussetzung sein soll, das ganze zu ‘verstehen’.
Das FAQ war ein einfaches Beispiel, das jedem zugänglich sein sollte; ich habe u.a. folgende Artikel aus der AHZ gelesen (nur eine Auswahl!):
Brunner H: Die geistigen Hintergründe der Homöopathie. AHZ 2005; 250: 61-65
Gebhardt K-H: Die philosophischen Hintergründe der Homoöpathie. AHZ 2005; 250: 66-70
Norkowski J. Warum sollen die Homoöpathen nicht auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden? AHZ 2006; 251: 56-60
Schramm HJ: Gedanken eines Adepten zum 250. Geburtsjahr von Samuel Hahnemann. AHZ 2006; 251: 61-64
Wichmann J: Homöopathie – Wissenschaft und Magie. AHZ 2003; 248: 95-100
Von denen ist der Schramm-Artikel der einzige, der gegen Ende in Ihre Richtung geht (jedoch ausgehend von einem ziemlich merkwürdigen Verständnis des Placebo-Effektes). – Wenn Sie Fachartikel o.Ä.. haben, die a) Ihre Interpretation von Homöopathie und b) Ihre Behauptung, dass all die vielen hundert Richtungen, die man unter “Alternativmedizin” zusammenfasst, dahingehend zu verstehen sind, dass sie vorrangig (ausschliesslich?) auf seelische Schäden fokussieren, dann können Sie sie mir gerne nennen, wenn sie online verfügbar sind, schaue ich sie mir gerne an.
“Ich verweise dazu nach der seelischen Behandlungen von Psychotherapeuten mit homöopathischen Mitteln, was sie …also nicht glauben” – Was soll ich nicht glauben? Dass es das gibt? Das glaube ich. Ob es was bringt? Das ist eine andere Frage.
Auf PubMed/MedLine habe ich auf die Schnelle kaum Artikel zur Kombination von Psychotherapie und Homöopathie gefunden, v.a. keine empirischen Studien (interessant dürfte sein: Hughes BM: How should clinical psychologists approach complementary and alternative medicine? Empirical, epistemological, and ethical considerations.Clin Psychol Rev. 2008(4):657-75)
@Marcel Mertz
Ich finde , sie sind schon zutraulicher geworden in Sachen Homöopathie…erst fanden sie alles nur skandalös …
“die man unter “Alternativmedizin” zusammenfasst, dahingehend zu verstehen sind, dass sie vorrangig auf seelische Schäden fokussieren” ..ist natürlich nicht NUR der Fall, aber ist auch nicht die Kernfrage gewesen. Meine Aussage richtet sich auf , “wie wollen sie in der seelischen Betreuung den Wirkungsnachweis messen” und somit wären wir wieder beim Beginne und können jeder seine eigene Medizin nehmen. Ich “glaube” an eine Bärlauchkur im Frühling, Waldreligion ?
“sie sind schon zutraulicher geworden in Sachen Homöopathie…erst fanden sie alles nur skandalös …” – Nö, die Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse finde ich nach wie vor skandalös, daran hat sich nichts geändert. (Wer das privat bezahlt, kann dieses Angebot gerne nutzen, dagegen wende ich mich hier gar nicht).
Verstehe ich Sie richtig: Homöopathie in Verbindung mit Psychotherapie sei kassenmässig gerechtfertigt, weil man bei Psychotherapie generell keine Wirkung evaluieren könne? Heisst das dann, dass Homöopathie dort, wo man das kann, nicht kassenmässig gerechtfertigt iwäre?
@Marcel
Homöopathie in Verbindung mit Psychotherapie sei kassenmässig gerechtfertigt, weil man bei Psychotherapie generell keine Wirkung evaluieren könne? Nö..sage ich nicht,….darum nicht
Alternative Medizien gehört “nach Wirkung im Umgang” beurteilt und wenn grün Licht…von der Kasse bezahlt !
In Europa schon längst der Fall !!!
Ich jedoch, habe auf der anderen Seite keine Lust unnötig teure Medikamente und ihre Folgeschäden mitzufinanzieren…tun sie die lekker selber…
Da gibt es im Gesundheitswesen ganz andere Skandale, die uns Milliarden kosten, z.B. die kalten Betten in den Spitälern, weil an jedem Miststock ein solches stehen muss und jeder Regierungsrat abgewählt wird, falls er auch nur andeutungsweise Kritik daran übt. Das sind Mia-Gräber, ein echter Skandal! Das Gesundheitswesen gehört zum Bund, ohne Wenn und Aber!!
Bei diesen Zuständen sind mir die paar Kröten für Kügeli herzlich egal! Ach ja, die Wasserköpfe bei den Versicherungen könnte man auch noch gleich kappen, wieder ein paar hundert Mio. gespart.
Pippi, stimme Dir heute absolut zu. Schreib für mich mit, hab’ keine Zeit.
Zu Bfehl, Signora!
Wenn ich sage ‘wer heilt, hat recht’ meine ich damit nicht nur ein sich subjektives Besserfühlen, sondern eine echte Heilung, bei der keine Krankheitssymptome mehr auftreten und auch evt. Labors negativ sind. Eben eine Heilung, nicht mehr und nicht weniger.
Vielleicht hätte ich meine Nervenentzündung auch mit Globuli bekämpfen sollen, dann hätte ich jetzt zumindest keine Gastritis, als Nebenwirkung von Ibuprufen. Diese Gastritis macht mir mindestens so zu schaffen wie die Ausgangskrankheit!
Pippi: perfekt! Für mich hast Du übrigens auch mitgeschrieben.
Spät, aber doch. Bitte, Pippi! Danke, Pippi!
#1: “Wer heilt, hat recht” ist keineswegs einfach und einleuchtend. Die Behauptung, die gemacht wird, ist letztlich die: Wer einen individuellen Heilungserfolg bewirkt, der zeigt, dass seine Behandlungsmethode oder sein Heilsystem korrekt ist. In dieser Interpretation wird „heilen“ vorwiegend subjektiv definiert („Ich fühle mich wieder wohl; die von mir wahrgenommenen Symptome sind weg“). Diese epistemologische Verbindung eines subjektiven Elementes (subj. Def. von Gesundheit) mit einem objektiven Element (Korrektheit/Wahrheit einer Behandlungsmethode/eines Heilsystems) ist problematisch:
#2: Es ist zu klären, ob sich das „Recht haben“ nur auf diese eine individuelle Behandlung bezieht auf oder das ganze
Heilsystem inkl. etwaiger philosophischer Konzepte (wie z.B. Vitalismus). Der Schluss von einem individuellen Behandlungserfolg, der zudem nur subjektiv bestimmt wird, auf die Korrektheit der Behandlungsmethode allgemein
oder sogar auf die Wahrheit des Heilsystems scheint induktiv problematisch zu sein (induktive Generalisierung von einem oder wenigen Fällen auf die Gesamtheit aller möglichen, auch zukünftigen Fälle).
#3: Sowohl in der “Schulmedizin” als auch in den meisten CAM-Ansätzen muss konsistenterweise zugegeben werden,
dass der individuelle Behandlungserfolg nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit versprochen werden kann; daher dürfte es schwierig sein, einen individuellen Heilungserfolg mit Sicherheit kausal auf diese eine Behandlung zurückführen zu können (siehe auch post hoc ergo propter hoc-Fehlschluss). Dies betrifft das objektive Element des Prinzips “Wer heilt, hat recht”.
#4: Ein weiteres Problem betrifft das subjektive Element des Satzes. Es wurde schon früher erwähnt, dass sich ein Patient wohler oder gesünder fühlt, aber objektiv noch immer krank ist (z.B. der Krebs noch immer Metastasen ausbildet). Reicht dann die subjektive Definition von Gesundheit aus, um das „Recht haben“ sichern zu können? Kritiker eines CAM-Ansatzes könnten einwenden, dass bereits zu hinterfragen ist, ob der CAM-Ansatz irgendetwas geheilt hat, bloß weil sich der Patient subjektiv besser fühlt – woraus dann folgt, dass der CAM-Ansatz auch nicht „Recht haben“ kann.
#5: Unabhängig der Probleme oben kann schließlich gefragt werden, ob der Satz „Wer heilt hat Recht“ nicht auch
kritikimmunisierende Wirkung hat oder für diese Zwecke eingesetzt wird: Man darf gar nicht erst hinterfragen, ob
und wenn ja: warum etwas wirkt, also einen Heilungserfolg hinreichend verbürgen kann.
Wenn etwas bewiesenermassen wirksam, wirtschaftlich und zweckmässig ist, dann gehört es auf die Liste. Wenn bei Globuli ein Wirksamkeitsnachweis gelingt, habe ich natürlich gar keine Probleme damit, dass es eine Kassenleistung ist.
Aber wenn die Wirksamkeit nur aufgrund einzelner Erfolge beruht, dann reicht das nicht. Vielleicht bringt Homöopathie ja wirklich etwas, wer weiss. Aber wenn es nicht beweisbar ist (selbst wenn es keinen geeigneten Test gibt), dann gibt es eigentlich auch keinen Grund, es zur Kassenleistung zu machen. Das widerspricht dem “Aufnahmeritual” absolut.
Lieber Herr Monsignore von Bumble Bee
Nehmen Sie mal während einer Woche täglich 7 x 3 Globuli des Mittels Urtica Urens C30 (Brennnessel). Danach wünsche ich Ihnen viel Vergnügen mit einem wunderschönen Nesselausschlag, denn Sie sind dann erfolgreicher Mittelprüfer!
Genau so werden nämlich sämtliche Mittel in der Homöopathie geprüft. Hut ab vor allen Arzneimittelprüfern! Sie schreiben akribisch die Symptome auf, und genau die lindern diese Mittel später in einer Verschreibung.
Und apropos Kasse: Die finanzieren fröhlich unsere Pharma-Industrie – DAS ist skandalös!
Und die geben ihr Geld derweil fröhlich für Anderweitiges als Forschung aus! Die Kosten für Werbung und Marketing übersteigen mittlerweile die Kosten für die Forschung deutlich, das ist der Skandal!
Aber wenn ich sehe, mit wie hohen Mitteln die Mediziner bestochen werden, erstaunt mich das nicht! Da wird dem Herrn Prof. eine Postdoktorandenstelle finanziert, damit dieser Postdoktorand in Zusammenarbeit mit dem Prof. durch ‘Studien’ genau das herausfindet, das der Pharmafirma dienlich ist. Das ist das normale Vorgehen. Falls eine Studie doch mal nicht das gewünschte Ergebnis liefert, wird sie
..einfach verschwiegen und eine neue angefertigt, solange bis das Ergebnis stimmt. Das wird vorwiegend für die modernen Zivilisationskrankheiten gemacht, z.B. Bluthochdruck, auch wenn es da schon 200 Mittel gibt, weil ein solches Mittel am meisten ‘einschenkt’.
Schwere und seltene Krankheiten werden dagegen kaum erforscht, weil nicht rentabel. Es geht NUR UMS GELD! Bitter aber wahr!
Und zur Not wird die Grenze, ab wann man von BlutHOCHdruck spricht, ein bisschen verschoben…
Das ist auch der Grund, warum diese Studien bei strenger Überprüfung meistens nicht genügen, die brauchbaren liegen im ganz tiefen Prozentbereich, wie das Cochrane-Institut immer wieder feststellt.
Das es so ’schitter’ bestellt ist um die Forschung, wusste ich allerdings nicht, ich las das alles eben im Buch von Dr. Gunter Frank, ‘Schlechte Medizin’. Sehr empfehlenswert!
Genau tsts, so läuft das! Aber schliesslich sind das ja Experten, welche diese Guidelines erstellen, nicht wahr……..
Der Grund, dass viele Studien strengsten Kriterien nicht genügen, liegt vor allem am Umfang (Stichprobengrösse). Und dies wiederum liegt vor allem an den Finanzen. Dass Studien nicht publiziert werden (=”todgeschwiegen”) sollte eigentlich nicht mehr vorkommen, bzw. hier könnte man wirklich eingreifen. Immerhin waren die Studien alle mal von einer Ethik-Kommission bewilligt worden.
Und, wenn Grenzen verschoben werden, dann gibt es dafür eine Erklärung, und Transparenz. Zum Beispiel hier: http://www.hepa.ch/internet/hepa/de/home/dienstleistungen/tagungen_n/anmeldung_neu.html
@Sportpapi: Leider muss ich hier zugeben – als jemand, der sich der “Branche” bewegt -, dass Ethik-Kommissionen (für Forschungsethik) auch nicht immer die besten Standards befolgen, und diese v.a. gegenwärtig kaum landesweit, geschweige denn international einheitlich sind (auf Länderebene gibt es aber Bestrebungen). Der Schluss von “Die Ethik-Kommission hat es akzeptiert” zu “Es ist ethisch unbedenklich und die wissenschaftliche Qualität gesichert” ist leider nicht zwingend (wenn auch wünschenswert). Aber auch hier bewegt sich etwas.
@MM: Mein einziger Schluss ist, dass eine Studie, die von einer Ethikkommission bewilligt wurde, dann meistens auch in einer Forschungsdatenbank eingegeben, dass eine solche nicht einfach unter den Deckel gekehrt werden kann. Ansonsten ist das klar, weiss ich auch aus eigener Erfahrung.
Hierhin muss es: Sportpapi, ich bin versucht zu sagen, dass dieser ‘Kongress’ ein typisches Beispiel dafür ist, wie über etwas, das eigentlich auf der Hand liegt, stunden-/tageweise diskutiert, gestritten und herumgelabert wird, während – Achtung, gesunder Menschenverstand einer Steuerzahlerin – die Antwort auf die Hauptfrage doch ganz einfach ist: ’sooft wie nur möglich….’.
@Carolina: Sie würden sich wundern – nein, ich bin sicher, Sie wissen es – wie gerne sich Leute an solche Empfehlungen klammern. Vor allem, wenn dann noch etwas ärztlich verordnet ist. Aber grundsätzlich haben Sie natürlich recht. Wobei halt für viele nicht so viel wie möglich, sondern so viel wie nötig zählt. Immerhin.
soviel ich weiss, wird die trad chin medizin hauptsächlich prophylaktisch angewendet, zumindest hat es mir ein tcm arzt so erklärt. die schulmedizin wendet seine wissenschaft an, wenn die krankheit/beschwerde schon da ist.
kann das sein, dass wir heute zwar ein fundiertes gesundheitsbewusstsein (schulmedizin) haben, aber das wohlbefinden (tcm) aussen vor lassen und es als behandlung einer beschwerde sehen? ich glaube es ist unsere kultur, die dies nicht zulässt, dieses zu vereinbaren. zumindest sehe ich das so.
“die schulmedizin wendet seine wissenschaft an, wenn die krankheit/beschwerde schon da ist.” – Das ist eine sehr vereinfachende Sicht der Realität. Es gibt viele Bereiche in der konventionellen Medizin, die sich mit Prophylaxe bzw. Prävention beschäftigen (Präventivmedizin allgemein, Hygiene, Impfung, Arbeitsmedizin, Sportmedizin, Zahnmedizin, z.T. Epidemiologie usw.).
ja sicher gezielt, aber nicht gesamtheitlich. und hier scheint die h einen plupunkt gegenüber den schulmedizin aufzuweisen. ich mache eher die erfahrung, dass die schulmedizin eben mit wohlbefinden nichts anfangen kann, und da kritisiere ich dann die schulmedizin.
ich stehe der homöopathe eher skeptisch gegenüber, liegt va an denen, die sie anbieten.
“Wer” ist genau “die Schulmedizin”? Wenn die (klinische) Pschologie auch darunter gezählt wird, glaube ich kaum, dass man behaupten kann, dass das Wohlbefinden dort irrelevant ist. Auch gibt es das bio-psycho-soziale Krankheitsmodell.
Dass der spezialisierte Herzchirurg sich sehr viel mehr dafür interessiert, salopp gesagt, die “Pumpe wieder zum Laufen zu bringen”, wenn ein entsprechender Schaden dort vorliegt, statt dafür, welches Wohlbefinden der Patient im Allgemeinen hat, finde ich erstens nachvollziehbar und zweitens vermutlich nicht vermeidbar aufgrund der Spezialisierungnotwendigkeit.
aber das wohlbefinden kann durchaus die “pumpe” negativ beeinflussen… und der psychologie, psychologen, stehe ich auch skeptisch gegenüber.
ich denke, das eine schliesst das andere nicht aus. aber ich finde, dass es endlich soetwas wie eine zertifizierung stattfinden sollte, da es einige gibt, die damit nur geld verdienen wollen. ich sehe das problem eher dort und nicht an der h oder sm als solches.