Ein Papablog von Hans Georg Hildebrandt*.

Wer ist hier der gute, wer der böse Polizist? Katharina Böhm und Stefan Rudolf beim Verhör in der Krimiserie «Die Chefin». (Bild: PD)
In «The Wire», der grossartigsten aller US-Krimiserien, gibt es diese Szene, in der die Drogenfahnder Herc Hauk und Ellis Carver in einer Gefängniszelle den verdächtigen Dealer Bodie auseinandernehmen wollen.
Die Befragung startet auf die sanfte Tour, nachdem Herc und Ellis sich darüber abgesprochen haben, wer der gute (Ellis) und wer der böse Cop (Herc) ist. Der Verdächtige ist allerdings zu abgeklärt: Er lässt «Good Cop» Ellis während zweier Minuten seine väterliche Rolle spielen und sich umschmeicheln, um den Fahnder danach auf ätzende Weise zu provozieren. Ellis Carver (Seth Gilliam) geht trotz seiner Rolle als «Good Cop» dem Verdächtigen an den Kragen und Partner Herc (Domenick Lombardozzi), der eigentlich «Bad Cop» hätte sein sollen, stürzt in die Zelle mit den Worten: «Du hättest doch der gute Cop sein sollen, Motherfucker!» Anschliessend wird Bodie von beiden gemeinsam nach allen Regeln der Kunst vermöbelt.
Das «Good-Cop-Bad-Cop»-Schema kommt auch bei zahlreichen Eltern zur Anwendung, wenn es um die Erziehung der Kinder geht. Wie oft habe ich als kleiner Junge gehört: «Wart nur, bis dein Vater heim kommt!», wenn ich die Sanftmut meiner Mutter wieder mal über Gebühr beansprucht hatte?
Das Doofe an dieser Rollenverteilung: Beide Varianten sind undankbar. «Ich störe mich daran, dass ich öfters als letzte Bastion der Autorität Entscheide und Regeln durchsetzen muss, für die meine Frau nicht die nötige Strenge aufbringen mag», sagte ein alter Schulfreund, als wir anlässlich einer Dinnerparty zwischen den üblichen Details zu Wein und Politik einige Fragen der Kindererziehung besprachen. Seine Frau, wie er selbst beruflich sehr engagiert, pflege den Kindern gegenüber wegen ihres öfter mal schlechten Muttergewissens eine gewisse Laxheit, wenn es um spätes Schlafengehen, den Download von Spiele-Apps oder den Verzehr von zwei Glacés am Tag gehe. Und wie in so vielen modernen Familien, wo nicht mehr ein Familienoberhaupt das Sagen hat, sondern die Eltern täglich die Autorität unter sich neu aufteilen müssen, gehen die Ansichten des Paares zu solchen Themen auseinander wie Monika Fasnacht und ihr konfliktscheuer Likördealer Stefan Dudler.
Stabil bleibt bei meinem oben erwähnten Kumpel jedoch in aller Regel eins. Nämlich dass harte Entscheide (Paninibildli-Budget für diese Woche erschöpft, kein zweites Glacé am selben Tag) oder Sanktionen (mieses Benehmen gegenüber dem kleinsten Geschwister gleich kein Pfadilager) immer er zu kommunizieren hat. Die Gemahlin meines Freundes hat einfach keine Lust, als die Böse dazustehen. «Wenn ich dann im Gegenzug meine Erziehungsstandards nach unten anpasse, weil ich nicht immer der strafende Vater sein will, gelte ich am Ende bei ihr als Weichei.» Nur in Ausnahmefällen gebe seine Frau den Kindern den Tarif durch, dies allerdings meistens am Ende einer Reihe von Provokationen wie im Fall des Dealers Bodie mit dem «Good Cop» Ellis Carver. Mein Freund meinte, er fühle er sich dann als Vater jeweils dazu verpflichtet, den mütterlichen Ausbruch zu moderieren, statt die Gelegenheit für eine echte Verschärfung der laxen Standards wahrzunehmen.
Die Qualen solcher Zwickmühlen bleiben den Kindern nicht verborgen. Die Auseinandersetzungen zwischen den Eltern machen sie zu scharfen Beobachtern, welche die unterschiedlichen Ansichten von Papa und Mama gegeneinander ausspielen – und noch schlimmer: anfangen Politik zu machen. «Du hast doch kürzlich zu Mama gesagt, dass sie dich erpresst, als du mit den Kumpels ins Angelwochenende wolltest und sie dich nicht gelassen hat, ohne dass du mit uns in den Europapark fährst», habe der älteste Sohn kürzlich in einem unbeobachteten Moment zu ihm gesagt. «Und du hast gesagt, wenn ich mein Zimmer nicht aufräume, bekomme ich meine Hunderterbox Paninibildli nicht. Also erpresst du mich doch jetzt auch.» Der Moment mit seinem ältesten Sohn im Badezimmer habe sich ihm nachhaltig eingeprägt, meinte mein Freund. In der verfänglichen Situation sagte er das einzig Richtige. «Du täuschst dich, Sohn. Erpressung ist das nur unter Erwachsenen. Wenn dich dein Vater auf diese Art zu etwas zwingt, wird es Erziehung genannt.»
*Hans Georg Hildebrandt, lebt mit seiner Frau, einem Sohn und einer Tochter (10 bzw. 6) in Zürich, schreibt über Design und Kulinarik, erfindet und macht Magazine für Firmen und hat vor, in den nächsten Wochen einen substanziellen Beitrag zur hiesigen Apéro-Kultur zu leisten.



Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Zürich. 





































































Was für ein überholtes Cliché! Die Väter sollen die strengen sein? Das habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Und die Aussage: ‘warte, bis dein Vater nach Hause kommt’ gehört definitiv in Grossmutters Mottenkiste. Die Mütter sind die strengen. Die Väter, mit ihrem Zeitmanko den Kindern gegenüber, verwöhnen gerne und lassen die Zügel locker.
…wobei Letzteres auch schon wieder Cliché verdächtig ist…
stimmt.
Also es geht ja um die Erziehung, die die Eltern hoffentlich gemeinsam wollen und auch vorher diskutieren und absprechen. Dann gibt es später auch kein so grosser Unterschied zwischen Gut oder Böse, wie Sie es nennen, oder eben strenger oder liberaler. Wenn Mutter nein sagt, darf der Vater nicht hintenrum anders entscheiden, und vice versa. Heutzutage habe ich eher den Eindruck, dass die Eltern generell zu lasch sind, gerade am Anfang der Erziehung. Wenn ich sehe, was die Kinder im Laden alles schlecken dürfen, und das noch bevor an der Kasse bezahlt wird.
Ich finde, Eltern sollten nicht vor den Kindern über Konflikte untereinander reden.
finde, das stimmt nur bedingt
sicher gibt es Konflikte von denen Kinder nichts zu wissen brauchen
aber kleinere Konflikte dürfen sie ruhig mitkriegen – denn so können sie die Realität von Leben und von Beziehungen lernen, und auch, wie man sich in Konflikten verhält, wie man sie löst etc.
Keine falsche Scheu vor Konflikten! Viele Scheidungen lassen sich darauf zurückführen, dass die Partner nicht fähig waren, anständig miteinander zu streiten.
Konflikte über die Kinder sollten vor ebendenen geheim bleiben (ausser eben, das Kind spielt die Eltern gegeneinader aus, dann soll es ruhig merken, was es angerichtet hat); Konflikte, die das alltägliche Miteinander mit sich bringt, gehören dazu…
Katharina, you’ll see, das ist viel viel leichter gesagt als getan.
Stimmt kath, wenn immer möglich nicht vor den Kindern aber wie alien schon sagte, die Realität ist schonungsloser.
“Du täuschst dich, Sohn. Erpressung ist das nur unter Erwachsenen. Wenn dich dein Vater auf diese Art zu etwas zwingt, wird es Erziehung genannt.”
Aber nennen wir das Kind beim Namen, Erpressung bleibt Erpressung 
So ähnlich hat man früher auch argumentiert, wenn man als Eltern seine Kinder geschlagen hat: “Das ist nur unter Erwachsenen Gewalt, bei Kindern nennt man das Erziehung…”
Notabene: Wir erpressen unsere Kinder auch hin und wieder, und wir erhoffen uns manchmal sogar einen gewissen erzieherischen Wert davon
Ansonsten hat der arme Mann mein vollstes Verständnis…
vielleicht würde da denkgenauigkeit helfen – es ist keineswegs alles was an Bedingungen geknüpft ist Erpressung. Das sollte man als Erziehender schon verstehen.
Ich kriege Geld wenn ich Arbeite. Ich bekomme Nahrungsmittel wenn ich dafür bezahle. Ich bekomme eine Strafe, wenn ich das Gesetz übertrete. Ich werde Freunde haben, wenn ich freundlich bin. Ich werde keine Freunde haben, wenn ich zu allen unfreundlich bin.
Das alles hat nichts mit Erpressung zu tun, sondern mit der Realität des Lebens, des sozialen Zusammenlebens. Erziehung hat den Zweck, das Kind zu diesem zu befähigen.
@xy
Nein, aber wenn ich es als Erziehender nötig habe, ständig mit den “wenn dann” Thermen anzukommen, fehlt mir doch deutlich etwas; nämlich die Motivation ein Kind zu etwas zu überzeugen. Aber es erfordert halt was mehr Zeit und Einfühlungsvermögen.
Das absolute oberdoofe Handeln finde ich, noch dazu mit einem Liebesentzug zu drohen
@Beno
das mit dem Liebesentzug ist tatsächlich das Oberdoofste, was man machen kann. Das werden sie bei mir in einer Million Jahren nie finden. Völlig einig.
Dass man das Kind zum Guten motivieren soll ist auch ok. Ideenlos sind unpassende Bedingungen. Wenn Sie Bedingungen stellen, welche ein Abbild der Realität des Lebens sind, dann lernt das Kind eben genau, wie das Leben tatsächlich funktioniert. Und das ist ungeheuer wertvoll.
Also, zu welchem Punkt, den Ich gesagt habe, sagen Sie genau “Nein”. Vielleicht sagen Sie nein zu etwas, das ich gar nicht gesagt habe?
Natürlich. Aber darum ging’s ja nicht. Ich kann mir als Mutter ungefähr vorstellen, wie das von sich ging: Der Sohn wollte Paninibilder. Der Vater hatte keine Lust, Paninibilder zu kaufen, und hat sich dann in der Eile irgend eine Bedingung ausgedacht, unter Erfüllung derer der Sprössling erst seine Panini-Bilder bekommen würde… Mit logischen Konsequenzen hat das – im Gegensatz zu den von Ihnen aufgezählten Beispielen nichts zu tun, es sei denn, der Junge wird IMMER fürs Aufräumen belohnt…
Niemals mit Liebesentzug drohen; aber es ist mMn das wirklich einzige erfolgreiche Erziehungskonzept: das Kind “folgt” (”gehorchen” tönt so militärisch), weil es die Liebe der Eltern nicht verlieren will. Ich betone aber immer wieder, es setzt voraus, dass das Kind sicher weiss was a) Liebe (also das Kind mit Liebe überhäufen) und b) Grenzen (resp. Konsquenzen) sind. Ich bin vor etwa 1-2 Jahren über einen Artikel gestolpert, der genau das erklärt (ein bisschen besser als ich) und mir sind sooo viele Lichter dabei aufgegangen…
ahh, ich suche gerade nach besagtem Artikel…aber alles, was ich zu “Angst, Liebe, Verlust” im Moment finde, betrifft die Ängste der Eltern die Liebe ihrer Kinder zu verlieren….?!? Passt ja auch ein bisschen zum Thema… Eltern haben Angst die Liebe ihrer Kinder zu verlieren, wenn sie mal NEIN sagen… Was sagt man dazu?! Ich bin da echt ein bisschen sprachlos…
Aber eigentlich, xy, gehe ich schon mit Ihnen einig. Mich stört ja nicht das Prinzip der wenn-dann-Erziehung. Sondern mich stört, dass man dabei unterscheidet, ob es unter Erwachsenen (=Erpressung) geschieht, oder zwischen Eltern und Kindern (=Erziehung) geschieht. Denn wie der Sohn im Beispiel richtig erkannt hat: Das war genau das gleiche…
rage – ich unterscheide das nicht, weil es falsch ist.
Erpressung ist im Illegalen Bereich. Es geht dann immer um unrechtmässige Forderungen. Wenn ich meinem Sohn sage, wenn er dies und das tut, kann er Panini Bilder haben, dann ist das keine Erpressung, genauso wenig, wie wenn mein Chef sagt, dass ich für einen zusätzlichen Bonus, irgendeine zusätzliche Leistung bringen muss. Mit der Bedingung mache ich meinem Sohn klar, dass Panini Bilder etwas kosten. Wenn nur ich die Kosten für jeden Luxuswunsch trage, lernt er nicht, dass alles seinen Preis hat. (Nur als Beispiel).
tsts – Sie wissen, dass ich Sie sehr schätze. Aber das kann ich jetzt kaum glauben: Sie meinen, dass Liebesentzug die beste Methode ist? Ich finde das einfach nur schrecklich. Meine Liebe ist ohne Bedingung. Diese Grundsicherheit soll meine Kinder durch das ganze Leben tragen. Ich sage immer JA zu ihnen, aber nicht JA zu ihrem tun. Ich bin streng, böse, strafe, verweigere etc.etc. immer WEIL ich sie liebe. Weil ich überzeugt bin, dass es das Beste für sie ist.
Für mich ist das fundamental. Liebesentzug sagt: ich habe dich gern, wenn du so bist, wie ich es will – schrecklich!
tsts – das umgekehrte: dass Eltern sich vor dem Liebesentzug der Kinder fürchten, lässt genau so auf ein schwaches Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl der Eltern schliessen. (Vielleicht wurden sie auch so erzogen: Ich liebe dich, wenn du so bist, wie ich es will).
Das ist der Anfang vom Ende jeder glücklichen Beziehung. Liebe ist nicht bedingt, aber sie ist ehrlich und offen.
rage 2
… sondern tatsächlich seine Schuldigkeit (im Zusammenleben gibt es Rechte und Pflichten, bzw. Verantwortung).
Dann sollte er nicht so einen Unsinn rufen, sondern einsehen, dass er auch gewisse Pflichten hat und sie dann tun.
So aber gibt er seinem Sohn ein schlechtes Vorbild. Er präsentiert sich als erpresstes Opfer anstatt a) zu tun, was er schuldig ist oder b) sich zu weigern, sich erpressen zu lassen.
Das wäre das richtige Verhalten, das auch ein Kind lernen muss. Ist die Forderung rechtmässig, soll es sich auch annehmen, ist sie unrechtmässig dann nicht. Auch als Kind nicht!
@xy: eben es tönt so blöd: Niemals damit drohen; aber das Kind sollte sich davor fürchten. Ach, wenn ich nur den Artikel finden würde, dort ist es viel besser beschrieben. Vllt ist es besser so formuliert: Kinder sollten schlechtes Benehmen nicht deshalb unterlassen, weil sie sich vor einer Strafe fürchten (kein Lager/Sackgeld, “ohni Znacht is Bett”, Schläge etc.), sondern weil es seine Eltern nicht ENTTÄUSCHEN will… Aber eben, das funktioniert nur, wenn das Kind aus vollem Herzen geliebt wird und dies auch immer zu spüren bekommt (eben die eigentlich bedingungslose Liebe). Denn die Verlustanst entwickelt das Kind nicht, weil man damit droht, sondern weil es im alltäglichen Leben sieht, dass die Eltern Dinge/Vorgänge, die nicht richtig sind, mit „Ignoranz“ (im weitesten Sinne) „bestrafen“. Und das Kind will dieser Ignoranz (=gefühlter Liebesentzug) unter allen Umständen ausweichen…
Klingts jetzt weniger brutal?
xy: Okay, wenn wir Erpressung nur als strafrechtlichen Begriff gelten lassen, und nicht in der Umgangssprachlichen Form des “Wenn du das nicht tust, geschieht etwas Unangenehmes!”, haben Sie natürlich schon Recht.
Aber eben, dann hat die Frau ihren Mann halt auch nicht erpresst, sondern erzogen
Wie man es dreht oder wendet: Das eine ist nicht edler als das andere, egal, ob es um einen Konflikt zwischen Mann und Frau oder zwischen Vater und Sohn geht.
rage – es geht mir in erster Linie um die Rechtmässigkeit. – Das Beispiel im Artikel fusst auf einer ungesunden Beziehung zw. Mann und Frau. Sie übernimmt keine Verantwortung bla,bla, bla. Da geht es nicht um Erziehung, sondern um ein ungelöstes Beziehungsproblem, aus diesem wuchern alle anderen Probleme. So auch der Ausruf: “das ist Erpressung”. Er fühlt sich ungerecht behandelt, mit ungerechten Forderungen konfrontiert. Falls es so ist, darf er der Erpresserin natürlich nicht nachgeben, weil es Unrecht ist. Falls aber ihre Forderung gerechtfertigt ist, ist es nicht Erpressung. ….
tsts – meine Antwort hier: nicht dass sie noch zu weit oben hinkommt.
Es tönt besser, aber ich halte das für Grundverkehrt. Weil es ja genau darauf hinausläuft. Meine Liebe ist käuflich mit dem rechten (mir genehmen) Benehmen. Meine Liebe steht auf den tönernen Füssen, dass das Kind “lieb” ist und sich richtig benimmt. Diese Erziehung fusst noch mehr auf Angst, als die Prügelerziehung, wenn auch subtil. Denn nicht geliebt zu werden, ist die grösste Angst eines noch intakten Menschen.
Noch einmal: die Erziehung benutzt dies eben nicht aktiv (denn da gehe ich mit Ihnen einig: psychische Bestrafung ist mindestens so schlimm wie physische…). Man macht sich einfach zu Nutze, dass das Kind irgendwann merkt, dass Dinge, die nicht “richtig” sind, von den Eltern nicht beachtet werden. Und dieser Zustand möchte das Kind auf jeden Fall vermeiden. Natürlich steht der Spruch “ich liebe dich, egal was du tust/sagst” im Gegensatz zum Gefühl, dass das Kind entwickelt. Aber das lässt sich eben so erklären, dass die Verlustangst nicht durch die Eltern mitgeteilt wird, sondern dass “Verlust“ ein alltägliches Vorkommnis ist im Leben der Kinder. Und wenn sie mal gelernt haben, dass man irgendwas verlieren kann, dann ist auch logisch, dass die Idee weiterentwickelt wird, bis hin zur Angst vor dem Liebesverlust… (das ganze gilt natürlich nur für ein gewisses Alter, so ca. 5-12)…
Was mir eben so gut daran gefällt, ist die Tatsache, dass bedingungslose, täglich gezeigte Liebe die Grundvoraussetzung ist…
Und ich kann für mich selber auch sagen, dass ich nicht deshalb gehorcht habe, weil ich Angst vor Strafe hatte, sondern weil ich meine Mutter über alles liebe und ihr unbedingt gefallen wollte…
Noch einmal: die Erziehung benutzt dies eben nicht aktiv (denn da gehe ich mit Ihnen einig: psychische Bestrafung ist mindestens so schlimm wie physische…). Man macht sich einfach zu Nutze, dass das Kind irgendwann merkt, dass Dinge, die nicht “richtig” sind, von den Eltern nicht beachtet werden. Und dieser Zustand möchte das Kind auf jeden Fall vermeiden. Natürlich steht der Spruch “ich liebe dich, egal was du tust/sagst” im Gegensatz zum Gefühl, dass das Kind entwickelt. Aber das lässt sich eben so erklären, dass die Verlustangst nicht durch die Eltern mitgeteilt wird, sondern dass “Verlust“ ein alltägliches Vorkommnis ist im Leben der Kinder. Und wenn sie mal gelernt haben, dass man irgendwas verlieren kann, dann ist auch logisch, dass die Idee weiterentwickelt wird, bis hin zur Angst vor dem Liebesverlust… (das ganze gilt natürlich nur für ein gewisses Alter, so ca. 5-12)…
Was mir eben so gut daran gefällt, ist die Tatsache, dass bedingungslose, täglich gezeigte Liebe die Grundvoraussetzung ist…
Und ich kann für mich selber auch sagen, dass ich nicht deshalb gehorcht habe, weil ich Angst vor Strafe hatte, sondern weil ich meine Mutter über alles liebe und ihr unbedingt gefallen wollte…
ich weiss nicht, ob ich sie richtig verstehe – natürlich ignoriert man gew. Marotten am besten, manchmal hilft das. Und natürlich werden auch meine Kinder zu spüren kommen, dass eine Beziehung nicht mehr so froh und beherzt sein kann, wenn sie mich ignorieren, beleidigen etc.. Das ist ok, denn so funktioniert das Leben.
Auch einverstanden damit, dass die tiefe Vertrautheit ihnen so wichtig wird, dass sie sich nicht daraus ausklinken wollen.
Aber mir ist es lieber, wenn sie das richtige tun, weil sie einsehen, dass es richtig ist, als dass sie es einfach mir zu liebe tun.
Und nur damits klar ist: ich will Sie ja nicht irgendwie von Ihrer Meinung abbringen; sondern nur die “Methode” ins richtige Licht rücken. Sie merken ja schon, dass hier wirklich die kleinste, zu pauschale Formulierung problematisch ist… Vllt müsste ich dazu auch noch sagen, das besagter Artikel eigentlich eher deskripitv war, und gar nicht so sehr als ErziehungsMETHODE gedacht ist. Als Grundfazit: Erziehung (ohne Bestrafung) funktioniert nur, wenn Liebe als Basis vorhanden ist…
auf ihr zweites Post – wir diskutieren, tauschen aus, das ist i.O
so kann man immer etwas lernen und sei es nur den anderen besser zu verstehen
ohne Liebe funktioniert keine Erziehung welche ein wirklich gutes Ziel hat
ich denke Strafe oder wie man es nennen möchte, gehört unbedingt dazu, WEIL das Leben fehlverhalten eben auch “bestraft” – wer sein Spielzeug nicht aufräumt, wird es verliereen etc.
wer gemein zu anderen ist, wird keine Freunde haben und selbst nicht froh dabei
wer sich nicht mässigen kann, wird sehr leiden
@xy
Ich bin tatsächlich mit ihnen einig bis auf die Panini-Bilder; ich finde dies hat so etwas wie man mit Hunden umgeht..
Güter als Druckmittel oder Erziehungs – Manipulation einzusetzen gibt es bei mir dann wieder nicht. Den Satz “für was gehört was” lernen sie noch früh genug im Leben.Meine Kinder sollen mithelfen z.Bsp. mit Putzen, weil es sonst ganz einfach schmutzig ist und sie dies zum Teil auch verursacht haben. Etwas schenken tue ich…einfach so, weil ich sie lieb habe !
ja das ist i.O. Beno – ich nahm es ja auch nur als Beispiel.
Sie haben natürlich recht: seinen eigenen Dreck aufräumen sollte nicht als besondere Leistung belohnt werden müssen.
Manchmal kann man besonderen Luxus geben, um seine Liebe zu zeigen oder Grosszügigkeit zu demonstrieren.
Machmal kann für besonderen Luxus eine Extra Leistung verlangen, um zu zeigen, dass man mehr als das übliche leisten muss, wenn man mehr will.
Manchmal muss man auch sagen: gibt es nciht. Punkt. Weil niemand alles haben kann.
Wichtig ist: was für das Kind gilt, gilt auch für mich.
@Beno: Und wie heissen Ihre Kinder? Dickdarm und Enddarm?
…..im Häfeli heissen sie dann, Gebrüder Gagithuler :grin