
Für 20 Prozent der Frauen ist es ein Must, dass sich der Mann intim rasiert: Schauspieler Burt Reynolds auf einer Aufnahme aus den 70er-Jahren.
Dort, wo ich aufgewachsen bin, im Luzerner Hinterland, hiess es jeweils, wenn die Sprache auf die Haarpracht oder allenfalls die Kahlheit eines Mannes kam: «En rächte Maa mit Frau und Chind, hät d’ Haar auf de Brust und nid auf em Grind.» Das war so Mitte der Siebzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts.
Ich fand den Spruch ziemlich treffend. Wir erinnern uns: Die Siebzigerjahre, das war die Zeit, in der ein Burt Reynolds als maskulines Super-Sexsymbol galt, ein Mann, der zwar auf dem Kopf mit fortschreitender Glatzenbildung kämpfte, auf der Brust aber nicht bloss Brusthaare, sondern vielmehr einen veritablen Brustwald herzeigen konnte. Und so ein Mann, das wollten damals alle Jungen einmal sein, nicht nur die im Luzerner Hinterland – alle sehnsüchtigst darauf wartend, dass eigenes Sekundärhaar möglichst schnell, möglichst dicht, möglichst überall spriessen möge.
An den pelzigen Burt muss ich jeweils denken, wenn ich zum x-ten Mal eine Studie lese über die neuesten männlichen Schönheitsideale, über die neuesten Ansprüche, Wünsche und Hoffnungen an die ästhetische Qualität des männlichen Geschlechts. Sie alle kennen diese Art Studien: Man findet sie schrecklich einfältig – aber liest sie dann trotzdem.
Doch zurück zum Thema: Können Sie sich vorstellen, dass ein Burt Reynolds, wäre er heute in seinen Dreissigern, sich die Achselhaare rasieren würde? Sich gar in einem Kosmetiksalon die Schamhaare sorgfältigst entfernen liesse?
Schwierig, in der Tat. Doch gut möglich, dass ihm heutzutage nichts anderes übrig bliebe, wenn er nicht als arbeitsloser Schauspieler enden möchte.
Jedenfalls legen diesen Schluss immer wieder neue Studien nahe, die sich der Sekundärbehaarung des Menschen annehmen. Bekannt ist ja: Frauen fügen sich seit langem schon freiwillig und grossmehrheitlich dem Ganzkörper-Rasurdikat – und dies in der Regel zum Entzücken des Mannes. Was aber insbesondere Burt-Reynolds-Typen beunruhigen wird: Dass Frauen nun zusehends diesselbe Komplettenthaarung vom Mann fordern, wenn er denn ihren gewandelten geschmacklichen Ansprüchen genügen soll.
So ist es offenbar bereits für knapp 20 Prozent der Frauen ein Must, dass sich der Mann intim rasiert – das ergab unlängst eine Umfrage des deutschen Lifestyle-Magazins «Neon». Und laut einer ähnlichen Studie des Gesundheitsportals Netdoktor.de wünschen 16 Prozent der Damen, dass sich Herren den Rücken enthaaren. 12 Prozent schliesslich stören Haare auf der männlichen Brust. Und gerade mal noch sechs Prozent der Frauen sagen schliesslich, Männer dürften ihre sekundäre Körperbehaarung überall ungehemmt spriessen lassen – wie das weiland Schnauzträger Burt Reynolds tat.
Was Wunder, hat der moderne Mann den Imperativ «Pelz weg!» verinnerlicht: Ein Drittel der Männer zwischen 18 und 30 Jahren setzt ihn gemäss Wikipedia-Zahlen ganzheitlich, in allen Regionen ihres Bodys um.
Ob glatt oder bepelzt: Ich mag hier gar nicht diskutieren, was richtiger, knackiger, allenfalls hygienischer ist. Am spannendsten ist, einmal mehr, die historische Perspektive: Damals, in den Siebzigern, opponierten bekanntlich die Feministinnen, die Schamhaarrasur bei den Frauen sei eine Unterwerfung unter ein männliches Schönheitsideal, eine «symbolische Kastration durch das Patriarchat», wie es auch zuweilen hiess. Ein starkes Wort, fürwahr.
Aber weshalb eigentlich, könnte man sich nun ja fragen, spricht angesichts des epilierten Mannes keiner von Selbstkastration?
Michael Marti, 45, ist Stellvertretender Chefredaktor von Newsnet und Vater von zwei Töchtern. Er lebt mit seiner Familie in Zürich.



Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Zürich. 





































































Was an einem solch haarigen Halbaffen schön
oder gar geil sein soll, ist mir schleierhaft. Feine
Härchen, ja, aber keine Urwälder. Auch die In-
timbehaarung kann man pfleglich behandeln, so-
dass sie “appetitlich” wirkt. Schön volles Kopf-
haar bei Männern ist ein Geschenk, wofür
man dankbar sein sollte. Glatzköpfe sind zu
bedauern, absichtlich hergestellte zu be
lächeln.
Die Enthaarungsmode kommt von den Wüstenvölkern nach Europa. Möglicherweise ist der nächste Gag die Beschneidung. In der Wüste erfolgt die Enthaarung und die Bescneidung (bei beiden Geschlechtern) aus hygienischen Gründen. Wassermangel. Den Frauen wird teilweise die radikale Kopfrasur vorgeschrieben. Ungezieferplage!
Das mit der weiblichen «Beschneidung» (man muss es besser Verstümmelung nennen!) kam sicher nicht von der Hygiene her! Das war schon immer das Wüstenpendant zum mittelalterlichen «Keuschheitsgürtel»! Nur so haben die Männer dort die Frauen sexuell unter Kontrolle, denn eine verstümmelte und zugenähte Frau hat nur noch Schmerzen beim Sex und monatlich bei jeder Mens. Und hygienisch ist der Eingriff bei weitem nicht, viele kleine Mädchen sterben noch heute daran (Stichwort Waris Dirie!) Und auch der Eingriff beim Mann gehörte eigentlich schon längst verboten; wir haben Wasser+Seife.
da heute der autosalon eröffnet wird, überlege ich mir die ganze zeit, auf welchen auto burt in seiner haarpracht sich so auf einer kühlerhaube räkeln könnte.
spass beiseite: aber katherina bringt es doch auf den punkt. spät. mit pelz sind männer doch einem (mmn überflüssigen) modediktat ausgeliefert wie die frauen. aber das antipelz diktat ist ja noch harmlos.
Also die 70er Jahre sind für mich immer mehr eine Zeit des Kopfschüttelns gewesen. Alles was ich über diese PHase höre, wirkt irgendwie belustigend
iiii so viel haare gefällt mir gar nicht
“Buschfrau” im Bett geht gaaaar nicht. Meine Meinung. Nicht nur (aber auch) aus ästhetischen oder hygienischen Gründen, sondern weil es sich einfach auch besser ANFÜHLT. Konnte auch schon die eine oder andere Frau überzeugen dass ein rasierter Intimbereich beim Mann sich sehr gut anfühlt, Frauen die das vorher nicht kannten. Sicherlich soll jeder rasieren oder stehen lassen was er will, aber auf Dauer wäre eine behaarte Frau für mich nichts..
@Mike: Ob mit oder ohne Haare sagt noch lange nichts über die Hygiene aus. Dies hat mit der täglichen Körperpflege zu tun (u.a. duschen, baden). Und bei einem Mann muss er auch stets frisch rasiert sein, so ein drei-Tage “Bart” unten ist sehr unangenehm (stoppeln) für die Frau…
@Sabrina
Bezüglich Hygiene gebe ich dir teilweise recht, es ist aber doch so dass ein “Busch” schwieriger sauber zu halten ist..
Jemand mit Haaren auf dem Kopf braucht auch mehr Pflege als jemand mit Glatze;-)
Und bei den Stoppeln kann ich Dir nur zu 100% zustimmen, gehört für mich dazu wie die täglich Rasur am Gesicht…
Übrigens nicht nur beim Mann….
@Mike: Da sind wir ja gleicher Meinung. Apropos Glatze, die brauchen so viel ich weiss auch Pflege, aber zum Glück habe ich aber keine. Übrigens ist bei mir nicht nur der Busch weg, auch meine Beine müssen glänzen und da gehören keine Haare hin.
Ist doch toll…Sabrina..weiter so !
@Beno: Logo, gebe mir weiterhin Mühe für die Pflege meines Körper und für mein äusseres Erscheinungsbild, von Kopf bis Fuss.
@Sabrina: haha, aber für die Glatze reicht ein Waschlappen und Sonnencreme – glaube ich zumindest, immerhin bin ich auf dem Kopf noch gut behaart:-)
Meine Beine sind nicht rasiert, bei einer Frau aber sicher schöner anzusehen und anzufühlen… ansonsten bei mir alles hübsch getrimmt…
also, ich glaube, dass die, die jetzt die Enthaarung so favorisieren, sich in den 70ern komplett anders verhalten hätten und auch anders argumentiert hätten, nämlich dass sich Haare gut anfühlen würden usw. und genauso umgekehrt die, die in den 70ern Haare toll fanden, heute genau wie die Enthaarungsenthusiasten…
Der Glaube, man würde sich so verhalten, weil man es selbst so will ist doch ein Irrglaube.
Das zeigen doch auch die anschließenden Kommentare. Da ging es gar nicht darum, mal zu überlegen, andere Zeiten, andere Sitten usw. Es ging nur darum aufzuzählen, was man selbst rasiert usw.
@Mick: Von mir aus müssen Männer ihre Beine nicht rasieren. Allerdings sehen das einige Sportler/innen anders. Für mich darf ein Mann eben männlich sein und bleiben. Ich weiss nicht wie es euch Männer geht, aber Haaren an den Beinen einer Frau ist für mich ein nogo (aber es gibt ja solche die nie ihre Beine zeigen und sowas machen können).
Die sportler (Radfahrer, meistens) haben einen guten Grund zum Rasieren.
@Sportpapi: Welchen Grund haben die Radler? Es dürfte wohl kaum die Aerodynamik sein, oder etwa doch?
Nein. Es geht um die Wunden nach Stürzen, die besser gepflegt werden können.
@Sportpapi: Dann müssten die MTB’ler und Radler auch ihre Oberarme rasieren. Auch dort kann es Schürfwunden oder Blutungen geben. Wenn es stimmt, dass dan Wunden besser gepflegt werdne können, dürften ja Männer nicht mehr mit einer nassen Rassierklimme sich rasieren, weil sie sich ja verletzen können, sondern nur noch die ungefährlichere Methode der Trockenrasur (mit Rasurapperat). Oder liegt es wohl eher am Schmerz beim Pflaster wegreissen?
Ich dachte, es sei besser beim Massieren, und Profiradsportler lassen sich glaub ich sehr oft die Beine massieren.
God is good, God is fair. To some he gave brains, to others hair!
Und Wildkatzen haben vieeel Haare
..übrigens noch etwas über Schamhaar in der Vergangenheit. Es gab eine Zeit im 18. Jahrhundert , wo die Menschen Perücken für ihre Schamgegend machen liessen. Dies zum Zeichen, dass Betreffende gesund war….
In Japan und anderen Ländern steht Schamhaar für Weiblichkeit…und Psychologen vermuten im Westen, dass die Tendenz auch wieder auf “wachsen lassen” gehen wird. Darum freut euch des Lebens und den wiederwachsenden Fruchtkörben..!
Ich kann es wirklich nicht mehr hören: Schamhaare sind unhygienisch und ähnlicher Schwachsinn. Ich finde Schamhaare sexy. Bei männlichem Kahlschlag im Intimbereich kommen mir Assoziationen von Krankheit oder Haarfrass in den Sinn. Ein solcher Anblick ruft bei mir besorgtes Mitleid hervor, kein sexuelles Verlangen.
und bei weiblichem nicht? Wieso ist das was anderes? Frauen haben genauso Schamhaare, sollen sie aber rasieren, während Männer ihre behalten? Wo ist da die Logik?
Nein, die sollen auch nicht! Lasst sie stehen, Mädels, wer entscheidet über Euren Körper?
Wir nicht !
Wo fängt denn da auf dem Bild der Mann an, resp. wo hört das Tierfell auf?? Einfach nur ein Ablöscher …. ausserdem stellen Colgate und Trisa super Zahnseide her, da kommt qualitätsmässig kein Schamhaar ran …
Frauen rasieren sich nicht freiwillig, sondern durch die Mode und die Männer geführt. Weshalb sollte man sich selbst der Prozedur des Wachsens oder stoppeligen Rasierens aussetzen? Nur fair, dass die Männer nachziehen. Oder uns Frauen wieder mit behaarten Beinen und Achseln herumlaufen lassen, ohne die Nase zu rümpfen. Wenn das Argument lautet, es sei schöner und hygienischer, dann sollte das für die Spezies mit der stärkeren Behaarung erst recht gelten.
Naja, mir is es eigentlich egal ob sich Frau rasiert, zumindest auf die Optik bezogen. Geht es jedoch um eines der schönsten Dinge des Lebens, muss möglichst alles ab, egal ob Frau oder Mann.
Ich jedenfalls rasiere mich lieber als auf bestimmte Dinge zu verzichten
Ich kann mir ehrlich gesagt gar nicht vorstellen, in einer Zeit zu leben, in der sich die Frauen nicht Achseln und Beine rasieren und die Bikinizone zumindest stutzen. Aber man gewöhnt sich wahrscheinlich an alles.
Wenn wir gerade schon dabei sind. So angedeutete Koteletten und Nackenbehaarung bei meist dunkelhaarigen Frauen finde ich auch absolut fürchterlich…