Jeanne d’Arc statt Tiger Mom

Eine Carte Blanche von Clack-Autor Ralph Pöhner*.

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Eine sehr französische Mutter: Model und Schauspielerin Laetitia Casta, mittlerweile dreifache Mama (unser Bild zeigt sie 2009 in Cannes, als sie mit ihrer zweiten Tochter schwanger war).

Waren Sie schon mal mit einem Kind in Paris? Dann fiel Ihnen vielleicht ein Phänomen auf, das in Schweizer Städten längst verschwunden ist: In den Parks gibts diskrete Schildchen, die das Betreten des Rasens verbieten. Wer also dort sein Kind, wie bei uns üblich, über die Wiese rennen lässt, gibt ihm besser den Rat mit, weit entfernt von gewissen Herren mit blauer Uniform und Képi herumzutoben.

Was fällt sonst noch auf in Paris? Zum Beispiel, dass Spielplätze dort Raritäten sind. Und wenn vorhanden, muss man dort manchmal allen Ernstes Eintritt bezahlen.

Und weiter? Statt auf dem Spielplatz findet man Kinder im Museum. Oder im Restaurant (nein, damit ist nicht McDonald’s gemeint).

Kurz: Wer mit Kindern nach Frankreich reist, stösst auf ganz leicht verschobene Zustände. Und in diesen Verschiebungen wiederum spiegelt sich offenbar etwas Grundsätzliches: Die Franzosen erziehen ihre Kinder anders als wir. Denn sie sehen sie anders an.

Gut möglich, dass sich daraus bald eine neue Debatte entwickelt darüber, wie wir mit unserem Nachwuchs umgehen, umgehen sollten – und was dies über unsere Gesellschaft besagt. Auch bei uns. Denn nach den letztjährigen Wortgefechten über die chinesischen Tigermütter (Lesen Sie auch: «5 Fragen zur Tigermutter») findet nun ein Buch in der angelsächsischen Welt grosse Beachtung, welches die französischen Eltern zum grossen Vorbild stilisiert: Es stammt von der US-Journalistin Pamela Druckerman und heisst «French Children Don’t Throw Food» (in der britischen Ausgabe) respektive «Bringing Up Bébé» (in der US-Version).

Der Amerikanerin, die jahrelang in Paris lebte, war aufgefallen, dass die Kinder dort verblüffend gut erzogen schienen – während die Eltern keineswegs strenger mit ihnen umgingen als Eltern in ihrer US-Heimat. Die Kleinen kamen ins Restaurant und widmeten sich dort zivilisiert dem «Sauté de boeuf et légumes», zugleich schien es undenkbar, dass eine Französin ein Telefongespräch unterbrechen musste, weil es hintendran quäkte. Und auf den Spielplätzen konnte Druckerman bald erkennen, wer von wo war. Die Französinnen tranken entspannt ihren Kaffee beim kiosque nebendran, die Ausländerinnen wetzten ihren Kleinen hinterher, um Katastrophen und grössere Flurschäden zu verhindern.

Und ja: Sogar die Säuglinge schliefen, wenn sie Französinnen und Franzosen waren, in der Nacht eher durch.

Woran liegt das? Druckermanns Ergebnisse führten zurück zur grundsätzlichen Haltung, welche eine Gesellschaft gegenüber ihren Kindern einnimmt. In einem Satz: In Frankreich muss sich das Kind der Erwachsenenwelt unterordnen – während sich das Verhältnis im englischen Sprachraum (und ja, auch in der Deutschschweiz) umgekehrt hat. Bei uns setzte sich ein Selbstverständnis durch, in dem das Kind zum König wurde – was wiederum die ganze familieninterne Dynamik verändert hat: «La famille, c’est moi».

Dass sich Erwachsene von gelangweilten Kindern im Gespräch unterbrechen lassen, käme den Franzosen nicht in den Sinn. Im Elternbett haben die Kleinen nichts verloren. (Lesen Sie auch: «Sex schlecht? Ehe schlecht?») Und die Idee, dass es einerseits Menus und andererseits Kindermenus gibt, erscheint den Franzosen ebenfalls skurril. Die Unterschiede gehen bis hinein in den Sound («Ça suffit!!!» statt «Könntest du bissoguet endlich…»), aber gerade weil sich in Frankreich nicht alles ständig um die Kinder dreht, waren die Erwachsenen viel entspannter – so der Eindruck der Amerikanerin.

«Die Französinnen leiden sicherlich nicht unter denselben ständigen Schuldgefühlen», folgert Druckerman. Das führt im Alltag dazu, dass Maman nicht im Renault-Alpine-GT-Tempo losrennt, wenn das Baby in der Nacht schreit, sondern erst mal schaut, ob sich das Problem von selber löst. Mit dem Nebeneffekt, dass französische Babys nach einer gewissen Zeit offenbar tatsächlich besser durchschlafen.

Und es schlägt sich schliesslich in zahlreichen Konventionen nieder – mit gewaltigen Folgen für die gesellschaftliche Rolle der Frau. Die kleinen Unterschiede werden am Ende sehr, sehr grundsätzlich.

Stillen? Finden die Ärzte und Geburtskliniken in Frankreich nicht so wichtig. Mutterschaftsurlaub? Krippen? Schulsystem? Klar, das wird so organisiert, dass man das Arbeitsleben leicht daneben durchbringt: Erwachsenenwelt vor Kinderwelt – auch hier. (Lesen Sie auch: «Wie Eltern das Arbeitsleben vermiest wird»)

Dass die Kinder in Frankreich unerschütterlich Spinat-Quiche verspeisen – dies ist also das eine. Das andere: Frankreich ist das Land mit der höchsten Geburtenrate in Europa; und zugleich liegt die Frauenerwerbsquote dort weit über dem Durchschnitt der EU. Nimmt man die Altersgruppe zwischen 25 und 55 – also die der Mütter –, so ist es das einzige Land ausserhalb Skandinaviens, in dem skandinavische Verhältnisse herrschen.

Kein Wunder, wird «Bringing Up Bébé» in den Ländern, wo es bereits veröffentlicht ist, weit herum beachtet. Der «Economist» gab dabei zu bedenken, dass sich hier nur eine bourgeoise Schicht spiegle, ein Blick in die banlieues hätte Druckermans schöne Bilder rasch zerstört. Und die Autorin, so der Kritiker, hätte auch mal darauf hinweisen können, dass der Wettbewerbsgedanke in Frankreich vielleicht ein bisschen zu kurz kommt.

Tatsächlich, so betont Druckerman, seien französische Eltern keineswegs streng, ehrgeizig, drakonisch – nichts da von Tigermüttern: «Sie geben den Kindern einfach einen klaren Rahmen, in dem sie lernen und sich entwickeln müssen.»

Völlig überzeugt zeigte sich dagegen die «Huffington Post», wo Debra Olliver das Buch aufnahm – eine Autorin, die nach langen Frankreichjahren selber mehrere Bestseller über die französische Kultur veröffentlicht hatte. Olliver fühlte sich prompt an eigene Erfahrungen und Fehler erinnert. So  geschehen, als ihre Kinder bei einem Primarschul-Ausflug mit der zweisprachigen Schule von Paris nach England reisen sollten. Sie, die besorgte Amerikanerin, verbot es. Worauf die Rektorin antwortete: «Madame, einen unabhängigen Geist kann man nicht kultivieren, wenn man ein Kind zurückhält» – und dann nachsetzte: «Wir haben dieses Problem nur mit angelsächsischen Müttern.»

Am Ende, so Olliver, reisten die französische Kinder nach England, und die englischsprachigen Kinder blieben in Frankreich. Die ausländischen Eltern froren auf dem Spielplatz, die französischen Eltern genossen drei kinderfreie Tage.

Erwachsenenwelt, Kinderwelt: Freiheit zu geben heisst, Freiheit zu gewinnen. Dass Frankreichs Nationalheldin ein Mädchen war, ein Kind, das die Heere des Königs in die Schlacht gegen England führte – das ist dabei noch das kleine symbolische aperçu.

Lesen Sie mehr zum Thema Erziehung auch hier.

Weiter Links
Buch von Pamela Druckerman «French Children Don’t Throw Food»
Frauenerwerbsquote
in der EU
Artikel der «Huffington Post»
Beitrag im «Economist»

ralphpöhner*Ralph Pöhner ist Mitgründer des Online-Magazins Clack.ch und der Wirtschafts-Site finews.ch sowie regelmässiger Autor von «Die Zeit».

224 Kommentare zu «Jeanne d’Arc statt Tiger Mom»

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Wir befürworten weder den typischen autoritären noch antiautoritären Erziehungsstil, sondern haben uns für die goldige Mitte entschieden: Wir erziehen unsere Kinder mit ein paar für uns wichtigen Regeln/Grenzen, aber auch bedürfnisorientiert mit viel Liebe, Wärme, Nähe, Geborgenheit, Zuneigung, Zuwendung und Respekt, gewähren ihnen gewisse Freiheiten und lassen sie schon jetzt einige Entscheide selber entscheiden. So werden sie selber zu anständigen, respektvollen wie auch selbstsicheren und selbsbewussten Mitmenschen.

  • Catherine Luke sagt:

    Ich bin aber auch so erzogen worden, allerdings in Schottland! Die Meisten meiner Freunde und Freundinnen kennen das auch und erziehen ihre Kinder auch jetzt so. Und Ich merke, dass diese Kinder viel Respektvoller sind und so viel bessere Manieren haben als Kinder, die „sich selber entwickeln“ dürfen und ohne Streng aufgewachsen sind.

    Weiter so sage ich allen französischen Müttern!

  • emma ananda sagt:

    mein Mann ist franzose,wir leben mit unseren 2 kindern in der schweiz. bei den ersten familienbesuchen mit kindern in frankreich war ich geschockt über die Strenge die den kindern dort als ganz normal entgegenschlägt.mein mann hats mir dann erklärt: kinder haben hier zu gehorchen,sonst passiert was. autoritäre erziehung èberall weil 68 hats in frankreich nie wirklich gegeben.auch die regulären schulen in frankreich sind fast auf vorkriegs-niveau da gibts ab und zu auch mal eine kopfnuss…als kind in frankreich aufzuwachsen ist sehr eine harte prüfung…

  • reiff heidi sagt:

    Lustig ist ja.dass im Mamablog im Tagi Vorschriften gibt 600 Zeichen, im Blog von HS gibts da nicht so Vorschriften, die Blogwiese ist da nicht so autoritär. Ein Weg einfach, ich glaube einfach längst nicht mehr an diese Marienerscheinungen aus Protugal, so macht sich nach wie vor die Sekte Scientologie breit, das Heilwasser, …. ich habe auch Erfahrungen mit Thermalbaedern in Rheinfelden , Baden bei ZH, in Ungarn, das Tauchen in Korallenriffe hab ich nicht geschafft, na und ich lebe noch…….,die Korallenriffe gibts hundert pro hat ja nichts zu tun mit Esoterikquatsch und Urbi et Orbi

  • arbouse sagt:

    @Pippi… stimmt was Sie sagen, manchmal sind die Eltern richtig froh, dass ich den Kindern ihr Verhalten vorhalte und nicht den Eltern! und wenn ich die Kinder per Zufall wieder treffe, sind sie respektvoll und eher lieb zu mir!

  • reiff heidi sagt:

    Kinder mögen ja so Figuren, so Pippi Langstrumpf mit den Drahtzöpfen oder Momo von Micheal Ende, ich hab mich mal einfach so unterhalten mit meinen Perlen (Grosskindern) über Träume, beim Abschied hat mir die Sangita ein Buch mitgegeben, das Traumfresserchen von Michal lEnde geschrieben, Kinder sind einfach spontan, mache da im sog. Scherbenviertel Kleinbasel oft gute Erfahrungen mit Kindern beim Flanieren. Lustig fand ich immer die Reden an Familienfesten (Tradition) , wenn du noch eine Mutter hast dann sei zufrieden, ich habe abgenabelt bei meiner Geburt, ist einfach Fakt……

  • reiff heidi sagt:

    Kinder mögen ja so Figuren, so Pippi Langstrumpf mit den Drahtzöpfen oder Momo von Micheal Ende, ich hab mich mal einfach so unterhalten mit meinen Perlen (Grosskindern) über Träume, beim Abschied hat mir die Sangita ein Buch mitgegeben, das Traumfresserchen von Michal lEnde geschrieben, Kinder sind einfach spontan, mache da im sog. Scherbenviertel Kleinbasel oft gute Erfahrungen mit Kindern beim Flanieren. Lustig fand ich immer die Reden an Familienfesten (Tradition) , wenn du noch eine Mutter hast dann sei zufrieden, ich habe abgenabelt bei meiner Geburt, ist einfach Fakt……

  • Reto sagt:

    @Pippi
    Ist ja guuut jetzt…die Grenze die du umschreibst ist eine gewaltige „Gummizone“. Die geht von echten „not dones“ bis zum läppischen Bemühen…Vom nützlichen „etwas sagen „…bis zu den eingeschlagenen Zähnen…

  • reiff heidi sagt:

    Ich war Fan von den Liedern Edit Piaf – der Spatz von Paris – „non riens de riens, non je ne regrette riens, ni le bien, ni le mal, tout ça me bien egale“ – E.P. hatte eine schwere Kindheit, – ihre Lieder hat sie mit Herzblut gesungen trotzalledem …….., ihre Vorfahren waren keine Adligen …….

  • Huhuhu sagt:

    So eine blöde Ansammlung von Clichés habe ich schon lange nicht mehr gelesen…
    Dass die Leute das noch für bare Münze nehmen und sich ernsthaft damit auseinandersetzen!

    Ich würde als nächstes Thema wählen „warum Ufos mein Kind entführt haben“

    • alien sagt:

      Keine ganz schlechte Idee. Nur wird im modernen Journalismus ja, wenn ein Titel mit ‚warum‘ anfängt, höchstens aufs ‚Wie‘ eingegangen. Etikettenschwindel ist üblich heute.

      • Huhuhu sagt:

        Genau. Das ist sehr gut beobachtet. Ich habe deswegen schon einmal vom Spiegel mein Geld zurück verlangt. Sie haben mir zwar stattdessen eine blöde Sonderausgabe geschickt, aber immerhin…

      • alien sagt:

        Vor zwanzig Jahren hätte sich der Spiegel geschämt, sowas zu tun. Heute tut das praktisch niemand mehr. Das Geld zurückverlangen werde ich aber nicht, da ich gar nicht erst welches ausgebe. Den Spiegel kaufe ich vielleicht zwei Mal im Jahr, und praktisch jedes Mal bin ich enttäuscht.

  • reiff heidi sagt:

    Ich habe Schritt für Schritt staunen gelernt mit offenem Mund, bin noch am üben, als ich Kind war wurde mir meine Lebendigkeit abgeschnitten nach dem Motto pechschwarze Paedagogik…… brrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr. Kadavergehorsam, in Sack und Asche gehn, auch diese blöden idealiesierten Tiger Moms, ich habe viel gelernt von meinen Kindern, Kinder und Narren sagen die Wahrheit, Punkt….

  • Thomas sagt:

    Ich ärgere mich über mich, dass ich meine Zeit damit vergeude solchen nonsens zu lesen. Meine Zeitung sollte mich vor solchem verschonen.

  • Elisabet sagt:

    Und um es noch einmal auf den Punkt zu bringen: die deutschen (schweizer, österr.) Eltern wollen, dass die Kinder ganz kreativ werden und lassen dann die Kinder möglichst viele Erfahrungen machen. Das Ergebnis sind kreative aber grenzenlose Kinder (ich übertreibe jetzt) und Eltern, die hinterher wieder alles in Ordnung bringen müssen, was sie nervt. Den Franzosen ist Kreativität nicht wichtig, es geht ihnen nur darum, dass die Kinder möglichst schnell die Regeln des Erwachsenenlebens kennenlernen was den Alltag leichter macht, aber auch eine negative Angepasstheit mitsichbringt, finde ich.

  • Marco Meier sagt:

    Erkenntnisreiche Lektüre zum Thema, „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ von Michael Winterhoff… Pflichtlektüre für alle angehenden Eltern und Pädagogen!

  • Widerspenstige sagt:

    ‚…Und es schlägt sich schliesslich in zahlreichen Konventionen nieder – mit gewaltigen Folgen für die gesellschaftliche Rolle der Frau. Die kleinen Unterschiede werden am Ende sehr, sehr grundsätzlich…‘

    Um das geht es im Grundsatz dieses Artikels nehme ich an. Eine Mutter kann sich so besser entfalten u fühlt sich nicht ständig überfordert mit Ansprüchen von allen Seiten innerhalb der Familie. Zuerst ist eine Mutter ja Frau und Mensch und nicht eine wunscherfüllende Fee. Das goldene Mittelmass darf angepeilt werden mit einer liebevollen Disziplin den Kindern gegenüber.

  • Elisabet sagt:

    Ich kann mich dem Artikel nur anschliessen! Wir leben seit 7 Jahren in Frankreich und die Kinder sind hier wirklich besser erzogen als im deutschsprach. Raum. Die Kinder sollen sich der Welt der Erwachs. anpassen, wie in dem Artikel steht, ist ganz typisch für Frankr. Anfangs kam uns die Erziehung sehr seltsam vor und manche Dinge sind wirklich uebertrieben, z.B. dürfen Kinder hier nicht mit Kieselsteinen am Boden spielen. Aber die Franzosen schaffen es dadurch, den Kindern von Anfang an klare Grenzen zu setzen damit sie die Erwachs. nicht nerven, was ja die Grundlage einer harmon. Familie ist

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Elisabet:
      „den Kindern von Anfang an klare Grenzen zu setzen damit sie die Erwachs. nicht nerven,
      was ja die Grundlage einer harmon. Familie ist“
      dass unsere Kinder nicht nerven ist die Grundlage einer harmonischen Familie?!
      Wenn das mein ganzes Ziel wäre, na dann aber danke für die vordergründig angepassten Kinder, und bitte ihnen dann im Erwachsenenalter aus dem Weg gehen wenn die daraus resultierenden Abgründe sich auftun…,
      denn das befürchte ich wenn mit Kinderhaben gleich „sie dürfen aber nicht nerven!!!“ einhergeht.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        und warum dürfen die Kinder nicht mit Kieselsteinen spielen?
        Da würde mich nun doch sehr interessieren ob eher hygienische Überlegungen dahinterstehen,
        oder ob sich die Kinder nicht schmutzig machen dürfen?

        Und wie haben Sie persönlich das Dilemma gelöst?
        Haben Sie sich angepasst, und/oder wie wurde Ihnen begegnet wenn Sie sich gewissen Vorgaben und „Selbstverständlichkeiten“ verweigert haben?

      • Elisabet sagt:

        Damit sie sich nicht schmutzig machen und aus hygien. Gründen. Deswegen gibts auch keine Sandkisten. Schaukeln sind zu gefährlich und ALLE Kinder lernen am Spielplatz, dass MAN Rutschen nur runterrutscht und nicht verkehrtherum raufkrabbelt. Natürlich haben wir unsere Kinder NICHT so erzogen! Aber wir haben unseren 4jährigen Sohn für 5 Tage auf Klassenfahrt ans Meer fahren lassen. Und angesichts der oftmals entspannteren Eltern und der braven und fröhlichen Kinder sehen wir halt jetzt nicht mehr nur die Nachteile der Erziehung. Der goldene Mittelweg ist halt wahrscheinlich wie immer das beste.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Elisabet:
        danke fürs Antworten!
        Vor einiger Zeit wurde hier drin über un-stilvoll gekleidete Kinder diskutiert, ebenfalls wurde im Leitartikel auf die stilvoll gekleideten Kinder in Paris hingewiesen, aber dass sich diese selbstverständlich trotzdem schmutzig machen dürften.
        Wie erleben Sie das an Ihrem Wohnort?

  • Frank Baum sagt:

    Bücher von Journalisten sind in der Regel nicht viel Wert. Es ist eine Sammlung von Anekdoten, wo irgendwelche irren Schlüsse gezogen werden. Letztlich ordned sich das Werk von Druckermann in eine endlose Reihe von Erziehungsratgebern, die eben meist von Leuten geschrieben werden, die von der Sache keine Ahnung haben. Dafür lässt sich damit gut Geld verdienen.

    • Widerspenstige sagt:

      Diese Aussagen finde ich jetzt eine ziemlich krasse Verurteilung eines Berufsstandes, der die Dinge mehr als hinterfragt, Frank Baum! Wie können Sie jetzt hier in einem solchen Blog solche Vorurteile plazieren?! Wieso sollte ausgerechnet diese US-Journalistin Druckerman (nicht DruckermanN…) sich einem Thema annehmen, dass sie zuwenig kennt? Wieso diese Unterstellung, wo sie doch in Frankreich gelebt hat u eben genau Diskrepanzen zu den Erziehungsmethoden zB in Amerika festgestellt hat und diese Erfahrung in Buchform wiedergibt?

      Wer sich dafür interessiert, darf doch darüber schreiben, ok?!

    • alien sagt:

      Frank Baum, Sie irren sich mit der Reihenfolge:

      1. Lesen
      2. Kommentieren

      Bei Ihnen beginnt die Sache mit 2. . Und 1. wird nonchalant weg gelassen.

    • Marcel Zufferey sagt:

      Alle Macht den Experten- die wissen einfach immer Bescheid, alle anderen haben gefälligst zu schweigen! Eigentlich ein Wunder, dass Ernest Hemingway und John Steinbeck den Literaturpreis gewonnen haben, Joschka Fischer deutscher Aussenminister geworden ist und Moritz Sutter eine Airline-, Steven Jobs Apple- und Bill Gates einen Softwarekonzern gründen konnten..! Wenn nur noch Experten etwas sagen dürften, würde es verdammt ruhig werden auf unserem Planeten- und hier drinnen beliefe sich die maximal mögliche Anzahl von Kommentaren auf maximal drei oder vier.

      • alien sagt:

        Nein, alle Macht den Sorgfältigen. Ob sie nun studierte Experten oder faszinierte Laien sind ist nicht relevant. Aber Hasardeure und Springinsfelde wie Schettino und Hummler brauchen wir nicht mehr.

    • Marcel Zufferey sagt:

      Bitte weiter sperren,auch wenn’s noch so harmlos ist: Hauptsache sperren!

  • reiff heidi sagt:

    niges gelernt, S.E.Siegstrist vertritt die These, der Mensch ist viergliedrig, für jede Werbund werden geschminkte Tussis eingesetzt, diese Lobbyisten sind nicht meine Freunde, ich lasse mich einfach nicht verführen , ich kann ja das Rad nicht zurückdrehen, stehter Tropfen hölt den Stein, ich bin eine Grüne ohne in einer Partei zu sein, lerne immer wieder dazu, Solarzellen funktionieren ohne Schicki-Micki und ohne Kleider aus H

  • reiff heidi sagt:

    Ich bin nicht auf Rosen gebettet, in Restaurants werden auch so Stühle angeboten, für kleine Kinder , viele Restaurants in Frankreich und in der CH sind auch kinderfeindlich, mir sind viele Schuppen aus den Augen gefallen, als ich die Bücher von Alice Miller las, der Pionierin in Sachen Kindsmisshandlung. Mir tun die Kinder alle leid, die vorgeschoben werden als VORZEIGEOBJEKTE, DAS SIND RABENMUETTER HOCH 2 …….für die Modenheinis bin ich nicht geeignet, für Paraden auch nicht, ein Versuchskaninchen auch nicht in einer Klinik, dumm geboren und nichts dazugelernt. Am IAC in Zürich hab ich ei

  • Widerspenstige sagt:

    Über Erziehungsmethoden lässt sich streiten, ja. Über kulturelle Besonderheiten innerhalb eines Landes auch. Wenn nun der Autor hier über gewisse Erziehungsmethoden in Frankreich berichtet, darf angenommen werden, dass er diese Methoden näher untersucht hat. Ich finde diese Aussage im Artikel ganz wichtig: ‚…Tatsächlich, so betont Druckerman, seien französische Eltern keineswegs streng, ehrgeizig, drakonisch – nichts da von Tigermüttern: «Sie geben den Kindern einfach einen klaren Rahmen, in dem sie lernen und sich entwickeln müssen.»…‘
    So haben wir es auch gehandhabt mit unseren Kindern.

    • E.H.Roth sagt:

      Absolut, dem kann ich nur beipflichten Widerspenstige

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Widerspenstige:
      mich würde interessieren ob Frau Druckermann auch regelmässigen Einblick in die familiären Geschehnisse innerhalb der eigenen vier Wände hatte? Die verschiedenen Voten von Menschen die heute in F leben oder lebten, und von eher brachialerem Vorgehen berichten, lassen mich doch ein bisschen konsterniert zurück.

      Übrigens, haben Sie die Prozess-Weiterverschiebung auf den 14.März mitbekommen?
      Gutes Wochenende! (ohne Gefriererscheinungen…)

      • Widerspenstige sagt:

        Brunhild, danke für den Hinweis wegen des Prozesses. Es dürfte ein Präzedenzfall werden und ich wünsche dem Paar die nötige Durchhaltekraft.

        Wegen den hier geschilderten Vorfällen in Frankreich dürfen wir nicht den Stab brechen. Es gibt überall in der Welt Mütter und Väter, die ihre Kinder in der Öffentlichkeit massregeln u sich auffällig verhalten. Das Resultat ist doch anzuerkennen, dass Kinder überall willkommen sind u sich ruhiger verhalten an Orten, wo es erwünscht ist. Kinder fühlen sich respektiert, wenn man sie wie kleine Erwachsene behandelt. Sie sind wissensdurstig u passen sich an

    • Widerspenstige sagt:

      Ich erinnere mich u.a. an eine alte Dame in einem Restaurant, welche sich wunderte über das ruhige Verhalten unserer Kinder während des Essens im Kindergartenalter. Überall an den Nebentischen mit Kindern war es lauter. Vielleicht hängt es doch damit zusammen, dass eben nicht dauernd angemahnt wird u am Tisch ohne Worte auch einfach Dinge entfernt werden, die gefährlich werden könnten. Sie schliefen tatsächlich früh durch in der Nacht u ich konnte es nicht ertragen, wenn sie weinten. Schnell ging ich ins Zimmer, um es zu beruhigen in den ersten Tagen und Wochen. So entwickelte sich Urgefühl.

  • reiff heidi sagt:

    Ich war 1958 in einem Frauenkloster um französisch zu lernen in Chèvremont pres de Belfort, es gab da so eine Vorgabe, bei der Tagwache um 00.70 beim Anziehen der Kleider Beten, am Mittagstisch gab die Schwester Oberin ein Zeichen mit einem Glöckchen, wenn wir anfangen durften zu Essen, geschlagen wurden wir nicht, ich war im Cours menager, frühere Stickarten wurden uns beigebracht, die zu der Soeur St. Pierre eine alte Schwester hatte ich einen guten Draht, hab ihr mal eine LP vorgespielt von Peter Kraus, Sugar Baby, sie hat mir eine LP vorgespielt -Le ciel et rouge, il fera beau, çest le ton

  • sepp z. sagt:

    jaja.
    wenn ich über die kindererziehung in den bans-lieux um paris schreiben würde (das sind doch auch franzosen, gell?), könnte ich als headline drüber schreiben: machts nicht wie die franzosen, sonst werden eure kinder mal gewalttätige auto-in-brand-steckerInnen.

    aber gell, nichts schreiben wäre noch weniger wert als fragwürdiges schreiben, dafür gibts nicht mal einen link auf die autor-eigene-webseite.

    • Alain de la France sagt:

      Es gibt viele „banlieus“ um Paris und um andere groessere Staedte in F.
      Es sind leider immer etwa die gleichen (in Paris 2-3 von vielen),
      die negativ auffallen, sehr negativ sogar.
      Aber, wie immer und ueberall, es gibt Leute die wollen und koennen sich assimilieren, und andere eben nicht.

      • Alain de la France sagt:

        Ich muss zugeben – ich wuesste auch keine sichere, gute Loesung. (banlieus).
        Mit linker Systemtyeorie gehts jedenfalls nicht, sonst haette Mitterand (der soz. Sonnenkoenig)
        das ja geloest; ist aber in dieser Zeit eher schlimmer geworden.

    • Alain de la France sagt:

      In meinem eh. Wohnquartier gab es sehr viele Einwanderer (arab., juedisch, asiatisch).
      Besonders die Berber waren sehr freundlich zu mir und haben gerne bei einem „ballon rouge“
      ueber Foederalismus diskutiert.

  • Reni sagt:

    interessante Kommentare zu einen provokanten Thema :). Man kann sich natürlich an den einzelnen Details aufhängen und sie zerreden. Mir gefällt die Kernaussage, das bei uns die Kinder in einen Königsstatus erhoben werden alles dreht sich um sie und dadurch nimmt man ihnen die Luft zu atmen (sprich sich zu entfalten). Weniger ist mehr in jedem Bereich, wir meinen es gut…zu gut….wir wollen es besser machen…..wir sollen mehr auf unser Bauchgefühl hören Glückliche Eltern = glückliche Kinder und jedes Elternpaar hat andere Ansprüche um glücklich zu sein.

  • arbouse sagt:

    Ich wohne in Frankreich, bin im hohen Rentenalter. Schweizerinnen : Eure Kinder sind nicht schlechter erzogen als die in Frankreich! Sicher, Kinder gehen mit den Eltern ins Restaurant essen aber ausser Pommes Frites und Steak haché keinen Teller leer und „ça suffit“ sage ich und nicht die Eltern. Im Supermarché, gröhlen die Kinder auch : ich mache mich auf ihre Höhe und schreie noch lauter, das macht den Kindern und den Eltern den Mund zu! Und wenn Sie nach Paris reisen, schauen Sie mal in die Vororte… dann werden Sie das Kindererziehen in der Schweiz loben! PS. Ich habe keine KInder!

    • Brunhild Steiner sagt:

      @arbouse:
      also ich denk mal „hohes Rentenalter“ ist in Frankreich nicht gleichbedeutend mit dem schweizerischen „hohen Alter“?
      Ansonsten wär ich ein bisschen vorsichtig mit dem häufigen Runterbücken im Supermarché,
      nicht besonders geschickt wenn Sie ausgerechnet dort das Gleichgewicht verlieren,
      oder von so einem Gröhlkind zu Boden geschubst werden-
      ansonsten danke für den Zuspruch 🙂 et bonne journée

      • arbouse sagt:

        Ich bin 75, finde mich aber noch nicht im „hohen Alter“ 😉 Probieren Sie das mit dem Runterbücken einmal, die Kinder bleiben stumm und still! Und wenn ich damit Frauen wie Frau Steiner „nerve“ freut mich das eher, denn als „Gröhlkind-Mutter“ hätte sie doch einen Erziehungskurs nötig! Ich selbst habe keine Kinder, aber viele Nichten und Neffen und deren Kinder, wovon die meisten in der Schweiz erzogen – und habe noch nie eins davon „grölen“ gehört, zum mindestens nicht wenn „ältere Leute“ dabei sind. Es gibt hier gut und schlecht erzogene Kinder, wie überall.

    • AuchMutter sagt:

      Genau solche Rentner haben mich immer fürchterlich genervt, wenn sie sich im Supermarkt über meinen damals sehr jungen und lauten Nachwuchs nervten. Und meistens hatten sie auch keine Kinder. Dann sollen sie halt einen Bogen darum machen und ihre Besserwisserei für sich behalten!

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Die Haltung von Arbouse drückt eine grundsätzlich respektierende Haltung Kindern gegenüber aus: Sie nervt sich und zeigt das dann auch, den Kindern. Warum darf man das nicht tun? Muss man alles respektieren, nur weil es von Kindern kommt? Nein, eben nicht. Ich finde es auch grundsätzlich besser, sich direkt an das Kind zu wenden, anstatt den Müttern vorwurfsvolle Blicke zuzuwerfen, so im Sinn von „warum hast du deine Gofen nicht im Griff“. Kinder sind ja keine Compis, bei denen der Output stimmt, wenn der Input richtig war. Wenn sie also die Umwelt nerven, darf man ihnen das sagen, anständig.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Ich habe damit auch nur gute Erfahrungen gemacht, es braucht manchmal etwas Mut. So wie es auch Mut braucht, einem Jugendlichen, der seine Schuhe auf den Sitz stellt im öffentlichen Verkehrsmittel, zu sagen, dass Schuhe nicht auf einen Sitz gehören, auch hier anständig. Der Spruch ‚es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen‘ finden zwar alle gut, aber wenn er umgesetzt wird, kommt gleich Abwehr. Ich habe übrigens diese grundsätzlich wohlwollende, aber auch Einfluss nehmende Haltung Kindern gegenüber in Italien oft beobachtet und war immer beeindruckt, wie gut das funktioniert.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Und Kinder reagieren oft erstaunlich schnell, wenn ein Fremder sie auf ein Verhalten aufmerksam macht, das ihm nicht gefällt, weil sie realisieren, dass sie offenbar wirklich eine Grenze überschritten haben, wenn bereits fremde Leute sich daran stören. Es kommt immer auf das WIE an, barsche Zurechtweisung und womöglich eine drohende Haltung sind sicher völlig falsch, aber ein bestimmter Ton wirkt in solchen Situationen Wunder. Kinder sollen lernen, Rücksicht zu nehmen, dafür brauchen sie Rückmeldung, immer wieder. Sowas wirkt übrigens sehr entlastend auf Eltern, was die Situation entspannt.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Das heisst für Eltern, dass sie das auch zulassen dürfen, dass sich die Mitmenschen direkt an das Kind wenden. Hier kommt mir wieder der Spruch von Gibran in den Sinn ‚Eure Kinder sind nicht eure Kinder‘. Genauso ist das, sie sind ein Teil der Gesellschaft, zwar sind die Eltern in der besonderen Verantwortung, weil sie dem Kind am nächsten sind, darüber hinaus darf aber auch die Mitwelt mit dem Kind in Interaktion treten. Wenn wir alle in dieser Hinsicht weniger ängstlich wären, würde es wohl auch weniger Misshandlungen in Familien geben, die jahrelang unentdeckt bleiben, weil alle wegschauen.

  • Herr Bigoni sagt:

    Guten Morgen. Gibt es eine vergleichbare Studie für Italien? Mit freundlichen Grüssen, D.

  • Markus Müller sagt:

    Wir kennen das einigermassen aus der Nähe. Die Franzosen sind in Sachen Erziehung (und Ausbildung) im Vergleich zu Skandinaviern, Deutschen und uns einfach etwa eine Generation hinten drein. Mit allen Vor- und Nachteilen.
    Ich bin überzeugt von den Vorteilen einer liberalen Erziehung im Vergleich zur herkömmlichen ‚Dressur‘. Das bisschen mehr Aufwand zahlt sich auf verschiedensten Ebenen mehrfach zurück.

  • verletzt sagt:

    Dieses Kommentar wir gemeldet an: consulat.france.zurich@swissonline.ch

    adrian wehrli sagt:
    3. Februar 2012 um 15:48
    Nun, Frankreich als Vorbild zu nehmen, ist schon relativ kitischig. Die Anekdötchen sidn auch zeimlich gesucht. Die Französischen Teens rauchen auch den besseren Hasch als unsere, da näher bei Marokko. Frankreich ist leider nur noch ein Abklatsch seiner Geschichte, unfähig zur Reform. Und ja, die Kinder sind wohlerzogen, wei Anno 1920, und hinterher als Erwachsene so kreativ und innovativ wie Anno 1920. Amen.

  • Es ist hier kein Wunder so viele negativen Kritiken zu hören, wann man als Franzose weiss, wie wir in der Deutschschweiz unbeliebt sind, ich lese jeden Tag NZZ und Tagesanzeiger, ich bitte euch die Franz. Zeitungen zu lesen, kein Kommentar über
    Deutschschweizer, kein Wort, keine Kritik, NIX, eh ein Bisschen Anstand.

  • so so diese Famillie reprentiert ganz Frankreich !!!!, so so WELTEN !!!!, armer mann

  • Zimtstern sagt:

    Ahh, ein normales Erwachsenengespräch ohne konstante Unterbrechung durch den Nachwuchs, das wäre wirklich schön.

    Gruss von einer 30 jährigen ohne-Kind-Frau mit lauter Freundinnen-mit-Kind

    • alam sagt:

      Übernimmst du auch die Verantwortung für die Folgen dessen, was deine Freundinnen ihren Kindern für diese Ruhe antun müssen? Ich kann nicht fassen, um welche Ecken einige Menschen immer wieder zurück zur Prügelstrafe gehen würden.

      • Zimtstern sagt:

        Schläge? Hallo? Ich bin absolut gegen Gewalt und wer seine Kinder nur mit Gewalt erziehen kann, hat definitiv ein Problem. Also unterstellen Sie mir bitte nicht so eine schwachsinnige Denkweise.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Zimtstern:
      ich kann Sie verstehen, und verstehe Eltern nicht welche sich konstant unterbrechen lassen-
      wirkliche Dringlichkeiten/Notfälle klar,
      aber mir war auch wichtig dass ich sie nicht als Mittelpunkt des Universums
      um den sich alles andere zu drehen hat- behandle.
      Und um das klarzumachen hab ich meinen Kindern „nichts antun müssen“, aber es braucht halt Entschlossenheit und Durchsetzungsvermögen, und man darf sich von verständnislosen Blicken „diese Rabenmutter aber auch, jetzt hat sie doch echt die Nerven um ihr armes Kind zu ignorieren?!“ nicht aus dem Konzept bringen lassen…

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        … sondern dem Gegenüber freundlich zunicken und
        „rede einfach weiter, ich höre dir zu“ sagen…

      • alam sagt:

        Ist aber schon ein Unterschied, ob ich die Unterbrechungen ignoriere oder sie „abstelle“, nicht?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @alam:
        weder ich noch Zimtstern haben „abstellen“ geschrieben-
        und auch hier wäre erst mal zu definieren was genau mit „abstellen“ gemeint ist.

        Warum ist für Sie bloss eine negativ-destruktive Vorgehensweise denkbar
        wenn jemand nichtige Gesprächsunterbrechungen nicht tolerieren will?
        Oder äussert dass er das nicht toll findet?

        Warum ist so ein Szenario in Ihren Augen nur mit „ihren Kindern für diese Ruhe antun müssen?“ denkbar?
        Immerhin haben Sie diese Worte geschrieben, und noch von „übernehmen sie für die Folgen Verantwortung?“

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        eigentlich, alam, ist fast nicht zu fassen dass Sie aufgrund sehr weniger Worte,
        Zimtstern schon eine Affinität zur Prügelstrafe unterstellen-
        bloss weil sie gerne mal ein paar ungestörte Sätze wechseln möchte?

      • alien sagt:

        Fand ich auch sehr befremdlich.

      • Zimtstern sagt:

        @Brunhild Steiner, ein paar Kolleginnen versuchen das im Moment gerade. Aber das ist wohl beim Haare wachsen lassen, die Übergangszeit ist hart 🙂

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Zimtstern:
        ich wünsche Ihren Kolleginnen baldigen Erfolg auf ganzer Linie… 😉
        Ich frag meine Kinder- wenns wieder mal nicht so gut geklappt hat,
        wie sie es denn fänden wenn ich so in ihre Gespräche oder vertieften Spielereien reinplatze,
        sie sind dann jeweils einstimmig für „du-musst-uns-das-nicht-in-der-Praxis-vorführen-damit-wirs-kapieren!“…

  • Stefan B sagt:

    Wenn wir hier die Kinder so behandeln würden wie es in Frankreich häufig die Frauen machen (Schläge, Ohrfeigen anbieten und verteilen, Kinder durch den Laden oder an den Strand schleifen, la ferme…, ta gueule.., j’en ai marre, tu m’agaces) während die Papis desinteressiert und rauchend daneben hocken und mit dem Handy spielen als als würden sie weder die Frau noch die Kinder kennen würden wir wohl ab Platz verhaftet oder uns würden zumindest die Kinder weggenommen. Abgesehen davon: wenn wir Männer hier unsere Frauen dermassen im Stich lassen würden wären wir Männer längst geschieden.

  • Katharina sagt:

    Si vous vous aimez a la française, le résultat n’est pas un petit enfant.
    Mais elle aura un sourire comme un bébé.

    • Zimtstern sagt:

      hätte das ein Mann geschrieben, wäre er wohl wieder bloggelyncht worden

    • alien sagt:

      Übrigens: das aktuelle Tief über Europa, das uns derartig sibirische Kälte und morgen noch mehr Schnee bringt, heisst Katarzyna.

  • Marlis Frederiksen sagt:

    Als ich jung war habe ich in einem französischen Internat gearbeitet. Da gab es Kinder von 5, 6 Jahren die die ganze Woche
    ohne Eltern waren und in der Schule zurechtkommen mussten (macht man übrigens auch in England). Ich fand das grausam. Manchmal konnten sie nicht einmal nach Hause am Wochenende. Man kann ja die Eltern auch als Egoisten bezeichnen. So kann man Kinder härten und sie selbstständig machen. Ob es gut ist für ihre weitere Entwicklung ist fraglich..

  • valentina thomas sagt:

    Ich finde auch, dass die französischen Kinder sehr gut erzogen wirken. Ich habe aber auch noch nie so viele öffentliche Ohrfeigen, an den Ohren ziehen und Schläge auf den Hintern gesehen wie in Frankreich.

  • Teilzeitpapi sagt:

    „Frankreich ist das Land mit der höchsten Geburtenrate in Europa“. Da würden mich Differenzierungen interessieren. Wer genau hat wieviele Kinder? Leider darf in Frankreich nicht soviel statistisch erhoben werden.

  • Mimi sagt:

    Für Franzosen ist Ohrfeige etwas völlig normal. Kinder essen auch nicht mehr erlesene Menüs (Im Restaurant gibt es Hamburger/Pommes oder Schinken/Kartoffelstock). Es gibt in Frankreich sehr viele Spielplätze, die offentlich und gratis sind. Hat die Autorin nur Faubourg St. Honoré besucht. Ich selber sehe eine andere Realität: Ohrfeigen als Druckmittel, machen lassen bei Besuch, alles kaufen um zu beruhigen und fertig-Produkte als Essen. Franzosen erhalten massive Hilfe vom Staat für Kinder (Geburt: EUR 903.07 / EUR 125/Monat. Für jeden Kind dazu erhalten sie mehr: 4 Kinder: EUR 448.10).

    • alien sagt:

      Und weil Geburten finanziell belohnt werden, werden die Kinder dann besser/schlechter erzogen? Ja kaum.

      • Muttis Liebling sagt:

        Kinder müssen nicht besser erzogen sein, sie müssen nur erst mal da sein. Nur dann kann man sie erziehen. Wenn mir zwei gutangezogene Mittdreissiger ihr Wechselbalg als das Ding der Erfüllung anbieten, weiss ich doch, was läuft.

      • alien sagt:

        Äh ja? Was denn?

  • Reto sagt:

    Der positive Effekt vom französischen «Ça suffit !!!» ist , wenn jemand eine labium leporinum hat…dann sind an Weihnachten immer gleich alle Kerzen gleichzeitig ausgeblasen…

  • adrian wehrli sagt:

    Nun, Frankreich als Vorbild zu nehmen, ist schon relativ kitischig. Die Anekdötchen sidn auch zeimlich gesucht. Die Französischen Teens rauchen auch den besseren Hasch als unsere, da näher bei Marokko. Frankreich ist leider nur noch ein Abklatsch seiner Geschichte, unfähig zur Reform. Und ja, die Kinder sind wohlerzogen, wei Anno 1920, und hinterher als Erwachsene so kreativ und innovativ wie Anno 1920. Amen.

    • Lieber Adrian, wir franzosen haben auch wie deutschschweizer unser Stolz, was Du geschrieben hast ist nicht sehr schön,
      denke immer daran, lass uns unsere freude einmal besser als Deutschschweizer zu sein, wir wissen schon, dass Ihr die Weltmeister seid, AMEN. Frankreich ist NICHT ein Abklatsch seiner Geschichte.Napoleaon hat die Schweiz so gemacht so wie sie heute ist. Wir Franzosen wissen schon, dass wir in der Deutschschweiz nicht beliebt sind. Bleibe cool, jede Kritik in dieser Zeitung ist schwer zu verdauen, oder nicht ? Ich hoffe, dass viele Franzosen Dein Kommentar lesen werden.

  • alam sagt:

    Ist es nicht einfach Hartherzigkeit in der französischen Art der Erziehung? Und rächen sich nicht genau diese Kinder mit derselben Hartherzigkeit an ihren alten Eltern? Ist nicht Frankreich das Land, in dem so viele Alte null Kontakte mehr haben, irgendwann sterben und manchmal erst Monate später gefunden werden?

  • Auguste sagt:

    hmm…, „leopards don’t change their spots“ – frei übersetzt: wir können eh nicht aus unserer haut heraus. ich halte es für nützlich, dass man sich immer ein wenig umschaut, wie es andere machen – nicht nur in erziehungsfragen. aber letztlich muss der gesamteindruck ein stimmiges bild ergeben in den augen unserer kinder: bourgeoises getue in schlieren? toffee nosed in herisau? dolce vita in grenchen? preussische zucht und ordnung in chiasso? tiger-allüren ausserhalb des zoos? raiffeisenkunde an der goldküste?

    machen wir uns doch nicht lächerlich, wenn uns schon niemand dazu zwingt.

  • Markus sagt:

    Ich weiss nicht, wo der Autor in Paris war, aber im Gegensatz zur Schweiz hat es dort sehr wohl, sehr viele und sehr gut unterhaltene Spielplätze für Kinder. Unsere Kinder haben unser Parisaufenthalte jedesmal sehr genossen, wie auch wir. Es gibt kaum ein Land mit mehr öff. Spielplätzen. Richtig, im Jarden de Luxembourg muss man Eintritt für den grossen Spielplatz bezahlen, dafür ist er aber überwacht. Es hat aber auch dort frei zugängliche Spielplätze, wie auch auf jeder grösseren Raststätte. Man ist zudem in fast jedem Restaurant mit Kinder willkommen, was man von hier nicht sagen kann.

  • Christian d'Autriche sagt:

    Kann ich zum grossen Teil zustimmen. Kein Wettbewerbsdenken ist aber vollkommen falsch. Nie habe ich streberhaftere Kinder und vor allem aber Eltern erlebt als gerade in dem geschilderten Milieu. „Klassen überspringen“ ist ein Phänomen das ich persönlich nur in Frankreich erlebt habe (Erfahrung mit Schulen in D, A, CH, UK, USA und Canada)

    • alien sagt:

      Hierzulande (Schweiz) gibt es durchaus Kinder, die überspringen, ich kenne mindestens zwei.

  • reiff heidi sagt:

    picalle, pic…

    • negapositiv sagt:

      ja und wer seinen kinder kleider aus kunstfasern anzieht, bewirkt beim kind eine veräderung elektrostatik, was auf auf des verhalten von „leibeigenen“ bakterien, also auch auf die gesundheit des kindes, einen einfluss hat. – vgl. gramvariable bakterien.

      • gugelhopf sagt:

        jaja und wer seine kinder elektrostatisch-technisch günstig beeinflussen will, bringt sie in kontakt mit katzen. – ferner haben geomantische strahlungen (wasseradern) auch einen einfluss auf die biologie eines kindes, besonders dann, wenn das kind über wasseradern zu arbeiten oder zu schlafen hat.

      • alien sagt:

        Jaja, klar, und ausserdem ist es wichtig, den WLAN-Router in der Nacht auszuschalten wegen des Elektrosmogs (seltsam, dass die Leute, die das tun, gleichzeitig mit laufendem Telefon auf dem Nachttisch schlafen, das VIEL mehr Elektrosmog erzeugt als so ein WLAN-Ding einige Meter vom Bett weg).

        Wieso um Gottes Willen sollen jetzt Bakterien empfindlich sein auf kleine elektromagnetische Felder? Wer Kunstfasern trägt, schädigt, wenn schon, seinen Körper durch eventuelle Allergien und durch behindertes Schwitzen.

  • Paul Gerber sagt:

    Hotel in F: Eine franz. Familie mit 5 Kindern (3 – 10 J.) kommt in den Esssaal. Wir Schweizer tuscheln: Jetzt ist es mit der Ruhe vorbei, gleich tobt hier ein Krieg. ABER: Totenstille, das ganze Essen hindurch! Die älteren Kinder schauen zu den jüngeren und zeigen ihnen, wie man mit dem Besteck umgeht. Die Eltern müssen kein einziges Mal intervenieren. Zwischen der Erziehung der Kinder in der CH und F sind WELTEN! Ich höre schon: Aber in der CH haben wir einen höheren Wohlstand. Das eine schliesst doch das andere nicht aus! Wir sind zu sehr USA-fixiert, von dort kommen diese Fehlentwicklungen.

  • Frankreich ist das Land, wo Bilder schon im Kindergarten benotet werden und spaeter Klassenarbeiten nach Noten verteilt werden (damit jeder sieht wer versagt hat). Vielleicht benehmen sich Kinder hier besser in Restaurants, aber das sollte man dahingehend einschraenken, dass Kinder eigentlich nur Mittags in Restaurants zugelassen sind. Abends geht es ihnen aehnlich wie Hunden: „Wir muessen leider draussen warten“. Dass Spielplaetze hier Raritaeten sind stimmt allerdings nicht. Es gibt sehr viele und wer will, kann in Paris mit Kindern sehr viel unternehmen, siehe z.B. lepetitparisguide.com

  • Hans vom Hübel sagt:

    Hach, wat wär’n wer ohne Klischeedenken…

    Die Elsässer zB. erlebe ich als vulgär, laut, penetrant eher arbeitsscheu, bodenständig, herzlich, manchmal sympa, manchmal einfach nervig. Pariser empfinde ich als arrogant, hochnäsig, lebendig, hektisch, rücksichtslos, distinguiert und distanziert. Die Bretonen gelten als rauh, harsch, knorrig, kauzig und dennoch herzlich, die Provencalen als lebendig, heiter und lustig. Die Katalanen sind gemütlich, lebensfroh und melancholisch…

    Vive la diversité, vive la France!

  • Chantal sagt:

    Ich bin oft in Frankreich und der grobe Umgang der Eltern mit ihren Kindern fällt mir jedes Mal wieder auf. Wie die ihre Kinder anzuschreien pflegen, da ist nicht viel von Entspanntheit spürbar. Auch ist mir die Idee nicht besonders sympathisch, Kinder zu angepassten mini-Erwachsenen drillen zu wollen, die nach dem Museumsbesuch im Restaurant ihren Coq au vin zu verdrücken und die Klappe zu halten haben. Regeln und Erziehung ja, aber wenn das Ziel die völlige Untergrabung der Kindheit sein soll, ist das für mich eine kalte, arme Gesellschaft, die es sicherlich nicht nachzuahmen gilt.

    • Luise sagt:

      Also mich stört es gar nicht, wenn Kinder anständig sind und am Tisch wie mini-Erwachsene essen. Da spricht gar nichts dagegen. Natürlich, es gibt Franzosen und Franzosen und sie machen sicher nicht alles richtig.

      • Auguste sagt:

        hmm…, seien wir ehrlich, luise, das sind kleine momente, wo das elternherz sogar ganz stolz in der brust schlägt.

  • Mamma sagt:

    Ja ja ja! So wie in F soll es sein! Mir gehen Mamis und Papis mit weichgespülten Zurechtweisungen für ihre verzogenen Gören (wenn überhaupt) sowas von auf dem Keks. Man wird ja ja als Erwachsene/r gar nicht mehr ernst genommen..

  • Mir gefällt die französische Art der Kindererziehung besser als die angesächsisch-deutschschweizerische. Vorausgesetzt, die Beschreibung im Artikel trifft zu.

    • Sibylle Zemp sagt:

      Die französische Art der Erziehung ist keine andere als diejenige, die wir damals von unseren Eltern erfahren haben. Obschon ich die britische und die anscheinend heute gültige Schweizer Erziehungsmethoden auch nicht als deckungsgleich erachte…

  • margrit rowland sagt:

    nach vielen jahren im ausland lebe ich jetzt in luzern-ich bin 89 alt und benutze den bus fast täglich. Auch ich bin in der schweiz aufgewachsen, doch in meiner jugend war natürlich sehr vieles anders als heute- das ist normal und ich verrstehe das. was mich aber stört ist, dass so viele jugendliche nicht mehr gelernt haben ALTE LEUTE freundlich zu behandeln. Wie oft steige ich in einen bus voller schüler – alle laut und lebhaft – doch keiner würde mir seinen sitzplatz anbieten – Zum glück tragen mich meine beine noch! Was sagen die eltern dazu ?

    • Nicht lange warten. Den nächsten Goof fragen „Könnte ich bitte Deinen Platz haben“? Funktioniert sicher zu 90%.

      • xyxyxy sagt:

        so reden die Jungen, die nicht wissen können, wie es ist alt zu sein – in einer völlig veränderten Welt
        – ich weiss halt nicht wie sicher sie dannzumal sein werden, wenn sie 89 sind…

        nein, das liegt an uns, dass wir den Schwächeren entgegenkommen, es ist ein Armutszeugnis einer Gesellschaft in der die Schwächeren selbst für ihr Recht schauen müssen
        ich denke, das muss mal gesagt werden

      • Sportpapi sagt:

        Es ist nicht ihr Recht. Es ist Anstand, aufzustehen (was aber nicht immer freudig entgegen genommen wird). Es ist aber auch Anstand von Seiten des Seniors, höflich zu fragen.

      • plop sagt:

        Ja, höflichkeit ist sehr wichtig – und ich sehe da schon ziemliche Mängel. Vor lauter husch husch schau ich manchmal die Kassiererin im Migros kaum an. Schlimm ist das. Aber eigentlich ganz einfach zum besser machen: ab und zu daran denken, dass man nicht der einzige Mensch ist.

      • 18 sagt:

        Halt, halt. Jetzt nicht auf die bösen Jungen gehen! Tatsächlich gibt es schwarze Schafe unter uns, aber es gibt genauso viele „nette“ Grosis die uns am Liebsten eins überziehen möchten, weil sie nicht sofort in den Bus einsteigen können und drausen im Regen warten müssen, weil wir mit all unseren Schulbüchern noch am aussteigen sind, aus dem vollen Bus notabene.
        Soo, aber da der Blog um Kindererziehung geht und nicht um den Generationsunterschied (Ja liebe Leute, denn gibts, wo es Unterschiede gibt, gibts zwangsläufig Konflikte) höre ich jetzt auf damit…

    • xyxyxy sagt:

      dass wir selbstverständlich wieder etwas mehr zu den alten Tugenden zurückkehren müssen
      ohne jetzt gleich wieder zu Stil der 50er zurück zu kehren.
      aber ist es nicht so? Wenn unsere Kinder keinen Respekt mehr haben, ist das dann nicht ein Zeichen, dass wir selbst keinen Respekt mehr haben?
      Unsere Kinder machen uns doch alles nach.

      • Valeria sagt:

        In meiner gesamten Schwangerschaft wurde mir aus freien Stücken zweimal ein Sitzplatz im rappelvollen Zug angeboten. Beide Male waren diese Personen um einiges jünger als ich. Sonst musste ich fragen und selbst da hiess es mal: „Nein, der Platz ist besetzt, die Kollegin steigt gleich zu.“ Notabene, im 9. Monat und es war so voll, dass ich mich nirgends wirklich festhalten konnte. Hätte der Zug eine Vollbremsung machen müssen, es hätte mich voll umgehauen. Also habe ich mich auf den Boden im Gang gesetzt. Ein junger Mann vom gegenüberliegenden Abteil hat mir dann seinen Platz angeboten.

      • Valeria: Eine Schande, wirklich. Muss allerdings sagen es ist manchmal nicht einfach, den Unterschied zwischen Speckrollen und Schwangerschaftsbauch zu erkennen (besonders unter Wintermänteln). Der grösste Faux-pas an sich ist es ja, einer jungen nicht-Schwangeren den Platz anzubieten. Mir schon passiert. Wenn Blicke töten könnten.
        Den Einwurf „der Platz ist schon besetzt, die Kollegin steigt gleich zu“ würde ich allerdings nicht gelten lassen. Wo sind wir denn hier? Ein SBB Platz ist kein Liegestuhl auf Mallorca.

      • xyxyxy sagt:

        Summa sumarum – die Kinder haben soviel „Ritterlichkeit“ wie ihre Eltern es ihnen vorleben –

        und papi – ein 89 jähriger ist kein Senior – eher ein Greis

      • Auguste sagt:

        hmm…, ich hätte das mit dem greis in anwesenheit einer 89jährigen dame, so nicht geschrieben – soviel zum vorleben.

      • xyxyxy sagt:

        wahrscheinlich stört es die Dame mehr, wenn jeder findet, die kann ja selbst fragen, wenn sie einen Funken Anstand hat
        ein RECHT auf den Platz hat sie jedenfalls nicht
        und wie soll man es beschreiben, dass zwischen 65 und 89 ein ziemlich grosser Unterschied ist, und dass es bei 89 echt keine Diskussion mehr geben soll? Etwas mehr Realitätssinn meine Herren, dann würden unsere Kids durch bessere Manieren auffallen

  • Claudia sagt:

    chacun a son gout!

  • Monsieur Giffle sagt:

    Nachdem die Tiger Moms verklärt wurden, sind jetzt die französischen Eltern das Nonplusultra. Na ja, wer sich in Bezug auf Kindererziehung an Lifestyle-Magazinen orientiert, ist sicher glücklich, wenn er oder sie über die Hip-Erziehungsmethoden informiert wird. Ich will ja nicht bestreiten, dass auch in Frankreich Kinder erfolgreich aufgezogen werden, aber die scheinbar folgsamen, wohlerzogenen Kinder der Franzosen wissen, was es setzt, wenn sie sich daneben benehmen. Fast alle französischen Eltern, die ich kenne, finden Ohrfeigen legitime Erziehungshilfen… So viel zum Thema Unterordnung.

    • xyxyxy sagt:

      Also, fassen wir zusammen:
      – Erziehungsmethoden, die an die Zeit vor den den 60er Jahren erinnern
      – eine der höchten Jugendkriminalität
      – höchster Medikamentenkonsum
      – dazu ein Volk, welches einerseits alles vom Staat erwartet (wenn die Pension von 55 auf 55,5 erhöht wird zum Sturm auf die Bastille bläst) – gleichzeitig aber den Staat verachtet (Flics sind nur Vollidioten und Schwarzarbeit und Steuerhinterziehen, ein Kavaliersdelikt, das nur Spiesser nicht begehen) …

      und dennoch finden Leute wie Francesca dass man F NUR zum Vorbild nehmen kann

      • Hans Franz sagt:

        xy, na ja, die Jugendkriminalität der Immigranten hat ja nichts zu tun mit der Erziehung in der weissen Ober- und Mittelschicht. – Umgekehrt glaube ich, dass die vielbeschworene hohe Fruchtbarkeit der „Franzosen“ auch auf gewisse Gruppen zurückzuführen ist, von denen hier aber nicht die Rede ist. So kann man Statistiken natürlich immer für seine Zwecke verwenden.

      • xyxyxy sagt:

        ja natürlich Hanz Frans – das ist ja der Witz an der ganzen Sache

        aber da schon so global gesprochen wurde, von den Franzosen und dann gevotet wurde, dass die Franzosen viel besser seien, ein totales Vorbild und dass dort alles besser sei
        wollte ich mal ebenso ein simplifiziertes Gegenstück setzen

  • etoile-filante sagt:

    Hier (in F) wird erziehen oft mit dressur verwechselt. Die kinder „müssen“ sehr viel, werden am arm hinter dem erwachsenen her geschleift, müssen fremde leute zur begrüssung küssen, müssen still sein. Nirgends habe ich so oft den satz „beeile dich, mach vorwärts“ gehört, wie hier.
    Ist es zufall, dass die franzosen den grössten medikamentenkonsum europas haben?
    Ca suffit! kann durchaus mal berechtigung haben aber als generelles erziehungsprinzip ist’s eher untauglich.

    • marie sagt:

      na ja, hier im d-sprachigen raum ist es ja auch nicht gerade rosig. alle sind genies und müssen in den musikunterricht, ins ballett, ins schwimmen, zum reiten, in die malgruppe usw… nichts dagegen, aber hier wird freizeit zu sehr von den eltern bestimmt. kaum noch zeit zum waldhütten bauen (wie auch, dafür braucht es eine baugenehmigung), zum versteckis spilä (die nachbarn wollen ihre ruhe) usw…
      kindheit ist ohnehin ein modernes „konstrukt“. wir erwachsene versuchen uns daran – mehr nicht.

  • Helge Harder sagt:

    Ich jedenfalls bin lieber auf dem Spielplatz am rumtollen, als nebenan einen Latte zu schlürfen wie die 10 Jahre zuvor auch schon. Und aufs legölen freue ich mich jetzt schon!

  • Helge Harder sagt:

    Und dabei muss man nicht alles was der kleine Kaiser will mit sich machen lassen, aber man sollte das Kind in seinem Tun und seinen Versuchen respektieren.
    Natürlich kann ich vom Kind verlangen, dass es sich der Erwachsenenwelt anpasst, aber dann muss ich den entstehenden Protest auch ernst nehmen, „ca suffit“ ne suffit pas! Nur weil die Eltern sich dem sozialen Druck widerstandslos eingeordnet haben und meinen im Restaurant essen, ihre Kinder in Designerkleider zu stecken und Abends seine Ruhe zu haben „gehört dazu“ muss das Kind diese Einschränkung noch lange nicht ruhig hinehmen.

  • Helge Harder sagt:

    Schön wie mit einem Klischee gleich ein ganzes Buch gefüllt werden kann. Und wieder einmal geht es nicht darum, was einem Kind gut tun würde, sondern nur ob der Output den man mit dem Erziehungsinput erzielt möglichst toll ist. Hirnrissig!

    Ein Kind passt sich ganz von alleine der Erwachsenenwelt an. Jeder der Kinder hat weiß, dass diese uns in beinahe allem nachahmen. Wie Karl Valentin so schön sagte: „Sie brauchen Kinder nicht zu erziehen, sie machen einem sowieso alles nach“.

  • Auguste sagt:

    hmm…, die französische leitkultur reichte einmal bis an den russischen zarenhof und weit in den pazifik. sowas prägt nachhaltig.
    das „‚ca suffit“ reicht sogar in biblische zeiten zurück. noah, zählend am arche-landungssteg verzweifelte fast an dieser frage und noah schmucki, 3 jahre, wohnhaft in der nähe des röstigrabens kriegt es auch immer mal wieder zu hören – einfach mit ausrufezeichen. vive la france!

    • Erika B. sagt:

      Ich schliesse mich der Skepsis von Katharina und August an; allein die französischen Schulen sind sowas von Drill. Ich finde es fragwürdig, nur gerade die Ansätze von Kinderbetreuung und berufstätigen Müttern als beispielhaft herauszuzupfen, ohne die ganze französische Kultur miteinzubeziehen. Die ist viel autoritäts- und staatsgläubiger als unsere.

      • Auguste sagt:

        hmm…, feines gespür für zwischentöne, erika b. das ist ermutigend in einer zeit, wo einem sogar hier schon in kasernen-grossschrift befohlen wird: LESEN SIE, WAS DA STEHT!!! oder man nur noch ein richtiger schweizer ist, wenn man leuten die stimme gibt, die ihren hard-core anhängern schon allen ernstes befahlen ein huftier zu begrüssen. in einem solchen umfeld wird der griff zu fabeln wie „tiger-mom“ fast schon verzeihlich.

  • Katharina B. sagt:

    Auch in Frankreich ist nicht alles Gold, was glänzt und oft wird einfach eine Schicht Parfüm über das schlecht Riechende gespritzt (im übertragenen Sinn, versteht sich). Nach zwei Jahren als Au-Pair in drei verschiedenen französischen Familien habe ich das Eine oder Andere der dortigen Art der Kindererziehung mitbekommen. Ich ziehe unsere Art, Elternschaft zu leben, vor, auch wenn sie mit mehr Arbeit verbunden ist.

  • max sagt:

    Den Blogeintrag finde ich bedenkenswert. Er würde auch erklären, warum max immer so viel Schimpfis bekommt, wenn er hier im mamablog das ganz böse E. Wort benutzt.

    max‘ Vorfahren kamen nämlich von Frankreich in die Schweiz, die eine seiner Grossmütter hiess nicht Grosi, sondern grand’maman und seine Mutter sprach Französisch, bevor sie dann in der ersten Klasse lauter Deutschschweizer-Kamerädli hatte…

    • Auguste sagt:

      hmm…, max, ab jetzt gibts keine „schimpfis“ mehr. die zivilisierteren unter uns werden ihnen in zukunft ein distinguiertes, distanz- und formwahrendes „ca suffit“ entgegenhalten. klingt doch schon ganz anders: „schmimpfis“ – aufgewertet, kreditwürdigkeit – abgewertet. nur die von fronkreisch naturellemeng!

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Unsere Mama, die während des Krieges in Leysin in einem Sanatorium für lungenkranke Kinder arbeitete, sprach mit uns auch immer französisch, wenn es reichte, ich hasste das, vor allem dieses scharf gesprochene ça suffit. Aber es stimmt schon, lange Zeit wirkte es.

  • Jürg. sagt:

    Ich möchte mehr über die italienischem Methoden der Kindererziehung wissen

  • plop sagt:

    Bei mir gibts ab und zu ein „Itz Längts!“, aber der 3jährige muss nicht auf biegen und brechen mit Besteck essen… Wo wir auch lernen können: französische Kinderlieder-CDs sind um einiges erträglicher als die unsrigen…

    • xyxyxy sagt:

      Kinderlieder? so etwas gibt es in F? ist das nicht etwas infantil?

      Unsere dürfen natürlich Kinderlieder hören, aber eigentlich hören sie lieber unsere Musik: Rock, Bumm Bumm, Klassik, Jazz

      • plop sagt:

        Das klingt dann halt eher so:
        il était un petit homme,
        pirouette cacahuette,
        il était un petit homme,
        qui avait une drôle de maison……… alles begleitet von Ukulele-gezupfe, wirklich nett…

  • vazy sagt:

    Massive steuerliche Anreize wie hohe Geburtenzuschüsse und viel Kindergeld haben zu mehr Kindern in Frankreich geführt. Auch dies verschweigt der Autor. Vielleicht ist die «ca suffit»-Erziehungsmethode deshalb so populär, weil der monetäre Anreiz den eigenen Antrieb nach Kindern überlagert…? Wenn Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen dürfen, erhalten sie den notwendigen kritischen Blick für die Erwachsenenwelt. Das ist für uns Erwachsene nicht immer angenehm, wenn uns von den eigenen KIndern der Spiegel vorgehalten wird. «Ca suffit» ist nichts anderes wie den Spiegel wegdrehen.

    • ehoui sagt:

      nichts destotrotz kann ich das befürworten! ich durfte auch die französische erzieung geniessen…und merke in meinem verhalten mit meinem kind ähnliche muster…ohne zuschüsse,quoten und anderen anreize.
      es ist halt nicht immer shoggi..und irgendwann ist auch mal fertig!

      • vazy sagt:

        Niemand hat etwas dagegen, den Kindern auch mal die Grenzen aufzuzeigen. Nur bei den Mitteln und Wegen scheiden sich die Geister. Die «ca suffit»-Methode zum Lifestyle-Vorbild hochzustilisieren, ist ein Witz. Das Leben unserer Kinder ist nicht schwarz-weiss. Von den Naturvölkern können wir einiges lernen. Sie bringen, sofern sie nicht ihrer gemeinschaftlichen Lebensformen beraubt werden, Liebe und Disziplin bestens unter einen Hut. Achtung und Respekt vor den Kindern und deren Neugier und Drang, die Welt kennen zu lernen. Dieser Respekt fliesst dann auch wieder zurück an uns Erwachsene.

  • Alain de la France sagt:

    Selbst in Paris, ich habe zwar nicht in einer „schlimmen Banlieu“ gewohnt, aber in einem einfachen,
    bunt gemischten „Quartier populaire“ ist mir aufgefallen, dass die Kinder im Allgemeinen respektvoller,
    vor allem freundlicher zu Erwachsenen sind, als z.B. selbst Kinder in der Romandie auf dem Land.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Das kann man auch bei uns in der französischen Schweiz beobachten, es ist auffällig. Mütter und Väter sollen nicht die besten Freunde des Kindes sein, sondern seine Eltern, dazu gehört vor allem auch, es auszuhalten, vom Kind zeitweise abgelehnt zu werden. Eine Mutter kann nicht immer ‚die Liebe‘ sein, soll sie auch nicht. Was ich aber nie getan habe ist, meine Kinder schreien zu lassen, schreien ist ein Zeichen, dass ein Bedürfnis da ist, darauf wurde immer eingegangen, mit dem Ergebnis, dass Kinder bald merken, dass sie nicht zu schreien brauchen. Ist Nerven schonend.

      • plop sagt:

        Ich hätte nun eher behauptet (ich lebe in Biel Bienne), dass die Romands immer ein viel grösseres Trara um die Kleinen machen. Das sind meine Spielplatzbeobachtungen…

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Biel zähle ich nicht unbedingt zur welchen Schweiz, aber Neuchâtel, da fiel es mir letzten Sommer auf, als ich öfters dort war. Auch in Lausanne, wo ich eine Zeitlang lebte, waren die Kinder höflicher, mit einer Einschränkung: Es betraf die welschen Kinder und galt für die Kinder der Ausländer, ausser den Franzosen, entschieden nicht, leider.

  • Charly sagt:

    und clack

  • Martin sagt:

    wunderbar. besucht eine amerikanerin paris, besieht sich den restbestand an aristokratischen verhaltensweisen – in die banlieues muss man ja nicht, da kann man ja gar nicht hin, ist gefährlich, gefährlich – und schreibt aus lauter bewunderung ein buch, das den neusten hysterienhype auslöst.
    nach hunderttausend studien und ratschlagbücher sollte einem doch vielleicht mal in den sinn kommen, dass in selbigem, dem sinn, auch gedanken entwickelt werden könnten. ich weiss, tönt paradox …

  • Wishaw Thomas sagt:

    Ich habe nur eine Frage: Wieso ist die Jugendkriminaliät in Frankreich, an der Spitze von Europa? Selbverständlich hat das viele Gründe, nur soll mir keiner schreiben, dass das „gar nichts“ mit der Erziehung zu tun hat!

    • Hans vom Hübel sagt:

      … mit der schlechten Erziehung der Immigrantenkindern vielleicht?

    • paula sagt:

      Francesca sagt:3. Februar 2012 um 12:23 wem verdanken diese so schlecht erzogenen schweizerkinder den ihre erziehung? Was ich meinen kindern vorlebe, wie ich mich zu Hause ausdrücke und benehme, so zeigen sich meine Kinder dann auch in der Öffentlichkeit. Ich kann nicht zu Hause mich wie „Sau“ benehemen und dann von meinen Kindern verlangen das sie wissen wir „man“ sich benehmen soll!

  • Francesca sagt:

    Tatsache ist: die Betreuung der Kinder in Frankreich ist super. Sie haben klare Strukturen und werden von klein auf absolut kindgerecht fremdbetreut und fremderzogen – und dies gut. Sie HABEN also ihren Spielraum, ihre altersgemässe Betreuung, ihre Möglichkeiten, sich auszutoben, ihre Spielplätze. Aber nicht im öffentlichen Raum und nicht (unbedingt) Zuhause. Schüler, die rumlungern, weil Stunden ausfallen, gibt es nicht. Alle haben zur gleichen Zeit Schule, und die dürfen sie nicht verlassen. Ist ein Kind zu ungewöhnlicher Zeit unterwegs, fällt das auf. Wir können FR nur als Vorbild nehmen.

    • xyxyxy sagt:

      sicher können wir auch von den Franzosen etwas lernen, wie wir auch von den Amerikanern oder Engländern oder Chinesen etwas lernen können
      aber NUR als Vorbild nehmen?
      das ist doch ein Ausdruck von geistiger unmündigkeit. Nirgendwo ist alles gut. Es gibt gute Aspekte – weniger gute und schlechte.
      So ist das auch in der Schweiz.
      Und in Beziehungs- und Erziehungsfragen muss immer das Gesamtpaket mit berücksichtigt werden. Das kulturelle Umfeld etc.

    • Sportpapi sagt:

      Kindgerecht fremdbetreut und – vor allem – fremderzogen. Soso. Und unbeaufsichtigte Freizeit heisst „herumlungern“. Wenn es denn so ist, dann nehme ich Frankreich sicher nicht als Vorbild. (und he: der öffentliche Raum und das Zuhause ist auch das Zuhause der Kinder!)

      • Francesca sagt:

        Ja, erzogen. ERZOGEN. Schauen Sie doch mal die Schweizer Kinder und ihre Tischmanieren an, beispielsweise im Restaurant. Die liegen halb auf dem Tisch, schaufeln das Zeug irgendwie rein, sitzen da wie Fragezeichen. Und keiner sagt ein Wort. Während des Unterrichts laufen sie rein und raus, schwatzen ungestraft. Wir Schweizer haben eine Heidenangst davor, durchzugreifen. Wir appellieren an die Vernunft der Kinder, wenn sie noch gar keine haben, und gehorchen sie nicht, verzweifeln wir, anstatt durchzugreifen. Sie, Sportpapi, sind sicher auch so ein „lieber“ Papi mit ungewaschenen Gofen.

      • Sportpapi sagt:

        Oh nein, Francesca, im Gegenteil. Aber ich – und meine Frau – wir erziehen selbst. Und das hoffentlich so gut, dass unsere Kinder später auch mal Zeit ohne Aufsicht verbringen können, ohne dass gleich die Polizei kommen muss.

  • Sportpapi sagt:

    Was interesssieren mich klischeehaft beschriebene Erziehungsmethoden in Frankreich, China, USA? Wir müssen uns überlegen, wie wir mit unseren Kindern umgehen wollen, und da ist der soziale Druck im eigenen Dorf eigentlich schon Einfluss genug, der zu beachten ist. Für mich gilt zuerst: Liebe dein Kind und zeige es ihm auch. Und dann sei streng, glaubwürdig, konsequent, sorge für altersgerechten Respekt und Anstand (und bringe den auch dem Kind entgegen). Und verzweifle nicht, wenn alles nicht so läuft, wie du gerne möchtest – versuchs weiter!

    • lisa sagt:

      amen!

    • Laia sagt:

      Danke, genau so sehe ich das auch, Sportpapi.

    • paula sagt:

      sehr gute Art und Idee der Kinder“erziehung“ und lebe ihm das auch vor. Sportpai ich bedwundere deine Art das ganze auf d e n Punkt zu bringen, ob in der Schweiz, Frankreich oder sonstwo!

    • Gut gesagt, danke.

    • Alexandra A. sagt:

      Sehr gut auf den Punkt gebracht, sehe ich auch so.

      Es ist aber komisch – als ich meinem Kinderarzt beschrieben habe, wie ich meine Kinder erziehe, meinte er, es sei eher anglosächsisch, da ‚parent-led‘ und nicht ‚baby-led‘ wie man es im deutschen Raum macht. Ich bin überrascht, dass in diesem Artikel die Anglosächsische mit dem deutschen Raum gleichstellt wird punkto Erziehung. Ich empfinde die CH/D eher als ‚baby-led‘, wobei die z.B. Engländer eher einen Plan haben und die Kinder müssen sich den Eltern anpassen, was grundsätzlich auch bei uns der Fall ist und auch bei meiner Erzihng.

  • Frölein Mitens sagt:

    Also…Was ich einfach schwierig finde ist der Umgang der ‚meisten‘ Erwachsenen gegenüber Kleinkindern/Babys. Als letzens eine Bekannte uns mit ihrer 2-Jährige Tochter besuchte, war die Kleine anfangs scheu, klar, aber ich habe normal mit Ihr gesprochen, nicht alles 8x wiederholt, kein UGUGAGA, kein übetriebenes Verhalten und komischerweise setze sie sich schon nach kürzester Zeit zu mir (Zu meiner HOOOIHOIIIHOOII Kollegin erst nach mehreren Besuchen). Ich denke wir sind mit Kindern einfach, zu unser allem Nachteil, nichtmehr auf Augenhöhe.

    • Sportpapi sagt:

      Wenn ich mit meinen Kindern auf Augenhöhe sein will, muss ich sie in die Höhe stemmen, oder mich ganz tief bücken…

      • Frölein Mitens sagt:

        Das war jetzt mehr so…metaphorisch 😀

      • Sportpapi sagt:

        Ich meinte es eigentlich auch eher metaphorisch. Denn Kinder sind Kinder. Bei den meisten Themen sprechen wir nicht auf Augenhöhe miteinander.

      • Auguste sagt:

        hmm…, zwei die sich auf anhieb verstanden haben – metaphorisch gesehen.

      • alien sagt:

        Naja, doch, ich rede mit meinen Mädels seit sehr langer Zeit „auf Augenhöhe“ und sie danken es mir jeden fucking Tag. Echt jetzt.

    • alien sagt:

      Daran, wie ein Erwachsener mit Kindern umgeht, merkt man oft, ob er selbst welche hat.

      • Frölein Mitens sagt:

        Jeden fucking Tag! 😀 Also, um es gelinde auszudrücken, den Artikel find ich ziemlich bescheiden. Ich denke, wenn wir mehr auf die Kinder hören würden, dann wär die Welt ein schönerer Ort. Ausserdem gehört sie ihnen, was fällt uns eigentlich ein, die so zu formen und zu untedrücken?

  • Didier sagt:

    Schlecht erzogene Kinder ohne Anstand nerven, ganz klar. Aber das französische Erziehungsmodell zu idealisieren ist wenig sinnvoll. Die Eltern scheinen oft desinteressiert und etwas lieblos. Manchmal sitzt auch die Hand etwas zu locker.

  • Sgt Klinger sagt:

    Kenne F inkl. Paris + vergleiche gerne mit I. Natürlich kann man aus der Sicht der eher spezifischen Schicht sich um den Rest des Landes foutieren, der tickt jedoch schon noch anders. Tendenziell beobachte ich in F, dass Kinder sehr schnell zum Störfaktor werden, dazu ein eher kühles Verhältnis zu eigenen + fremden Kindern. Ob dies v.A. bei Eltern die ihre Kinder in „stilvollen Kleidern“ stecken war, entzieht sich meinem Gedächtnis. Stilvolle Kleider gibt es bei vielen Kindern in I auch, die Kinder sind bei Jung und Alt mit viel Wärme willkommen + dürfen Kinder sein, passt mir einiges besser.

  • marie sagt:

    das beweist einmal mehr: konditionierung, normen, konventionen. wir haben die kindheit in unseren händen, ergo sollte uns diese verantwortung bewusst sein.

  • xyxyxy sagt:

    2/ dennoch eine kleine Scheibe können wir schon von „den Franzosen“ abschneiden.
    Das Kind muss schon lernen sich in die Erwachsenenwelt zu integrieren. Babys kann man schon mal etwas schreien lassen. Kinder sollten lernen, dass sie nicht immer dreinreden dürfen. Etc. etc. – Aber das, was wir von den Kindern fordern, sollten wir im mindesten von uns selbst fordern. Anstand, respekt, geduld – auch den Kindern gegenüber.

    • Kinder schreien/quengeln lassen: okay. Säuglinge schreien lassen: kontraproduktiv. Säuglinge wachen in den ersten Wochen nachts auf, weil ihr Schlaf-Wach-Rhythmus noch nicht ausreichend entwickelt ist und sie auf die Nahrungszufuhr angewiesen sind: Sie können noch nicht durchschlafen. Es ist daher quälend und sinnlos, Säuglinge schreien zu lassen. Es gibt keinerlei Hinweise, dass Kinder eher durchschlafen, wenn die Eltern sie schreien lassen.

      • xyxyxy sagt:

        das meinte ich nicht. Ich meinte das schreien vor dem einschlafen. Wir haben bemerkt, dass das Baby oft einfach eine Zeit braucht um herunterzufahren. Und es die Eindrücke des Tages durch schreien verarbeitet. Unser Baby schrie exakt 12 min. bis es einnickte und dann wurde es immer kürzer. Wenn man es zu trösten versuchte, dauerte es nur länger.

        Beim Quengeln halten wir es verschieden. Manchmal lassen wir sie, weil sie sich dann wieder beruhigen. Manchmal stellen wir das aber auch ab, weil sie begreifen müssen, dass dieses Verhalten nicht toleriert werden kann.

  • xyxyxy sagt:

    Es ist halt immer eine Frage des Masses. Nicht des Entweder Oder.
    Wir wurden „französisch“ erzogen. Und tatsächlich. Wenn wir auswärts waren, waren wir immer ruhig. Stritten nie miteinander, machten keinen Zoff. Unsere Eltern bekamen regelmässig lob: sind eure Kinder immer so lieb? Wunderbar. Alles Perfekt.
    Aber wehe, wehe … das ca suffit, kam gar nicht gut raus. Gar nicht. Die ruhige Fassade trog.
    Darum sag ich meinen Kindern bissoguet.
    Ich kenne einen Franzosen, der konnte auch immer entspannt schlemmen dank seinem ca suffit – heute ist seine ganze Familie auseinandergebrochen.

    • Sportpapi sagt:

      JA, dass Familien auseinanderbrechen, kommt vor…

      • xyxyxy sagt:

        und eigentlich ist es nie Zufall
        um was es mir geht: wenn wir schon anderer Leute Kindererziehung zum Massstab nehmen wollen, tun wir gut daran, nicht nur Momentaufnahmen zu nehmen, sondern auch auf das Ende zu schauen.
        Ein Volk macht es besser als wir? Dann müssen wir einfach die Gesellschaft anschauen. Funktioniert dann auch der Staat besser? Sind die Menschen dort auch als Erwachsene Beziehungsfähiger etc. etc.
        Der Beitrag war rein positiv gehalten, der ca suffit Erziehungsstil schien nur Vorteile zu haben.

      • Sportpapi sagt:

        Schon richtig. Mir geht nur diese Unsitte gegen den Strich, Einzelfälle (von denen wir zudem nicht sehr viel wissen) als Beleg anzuführen, dass grundsätzliche Überlegungen (oder, ich wags wieder einmal: Erkenntnisse aus Studien) falsch sind.

      • xyxyxy sagt:

        ja natürlich – es ist dann wie beim Eskimo mit dem Cembalo, der wegen dem Radio….
        da stimm ich überein
        aber ich denke, dass wir aus dem persönlichen Umfeld am meisten lernen können, wenn wir genau beobachten. Weil wir dort nicht nur kalte Fakten haben, sondern die Beziehungen sehen, das WIE die ART und WEISE, das Gesamtpaket, das was meist den Unterschied macht. Und das können Studien fast nie berücksichtigen. Ich denke wir werden gescheit wenn wir mit offenen Augen durchs leben gehen, weit mehr, als wenn wir Theorien lesen und im Leben die Augen nicht wirklich offen haben.

      • xyxyxy: Eine Mani Matter Referenz — 100 Bonuspunkte! 🙂

  • Meier Peter sagt:

    Ein differnzierter Blog (Studie) was die Banlieues anbelangt:
    http://frankreich.blog.nzz.ch/2012/01/24/was-macht-die-polizei/
    Auch noch interessant was die Kinder der gut Situierten und Ausgebildeten so praktizieren:
    http://frankreich.blog.nzz.ch/2011/11/14/bizarr-barbarisches-ritual/
    Natürlich bin ich mir bewusst, dass dies auch bei uns passiert, aber in diesem Ausmass (mit Toten)?

  • Brunhild Steiner sagt:

    Ist ja witzig, da erschien vor kurzem eine Abhandlung über stil-losgekleidete Kinder,
    mit grossem Hinweis auf die stilvollen Kinder in Paris,
    inklusive dass diese selbstverständlich ebenfalls im Sandkasten sässen-
    aha, bloss fürs über die Wiesen rennen sind Ballerinas dann halt doch nicht ganz so praktisch,
    gut dass es (anscheinend?) ohnehin unerlaubt ist… .

    • Brunhild Steiner sagt:

      2/
      den Rest finde ich ein grosses Fragezeichen, auch bei mir wird nicht mit Essen rumgeworfen, wär ihnen das auch nur einmal in den Sinn gekommen hätte es unbeschmiertes Brot und Rohkost gegeben, bis die Werfphase vorbei ist, nicht nur „französische“ Eltern verfügen über gesunden Menschenverstand und lassen sich nicht alles bieten.

      Im Übrigen haben wir Kinder weil wir mit ihnen zusammen leben wollen, nahe und unmittelbar,
      und nicht weil wir drauf warten dass sie bald mal erwachsen sind!

    • Carolina sagt:

      Brunhild, dieses ‚Mit-dem-Essen-Herumwerfen‘ ist ein Bild, dass Franzosen und andere gern von englischen Kindern kolportieren). Ich kann nicht für Frankreich sprechen (nur für die gegenseitigen Vorurteile, die wirklich genauso sind wie geschildert), aber meine bis vor ein Jahren in England lebenden Kinder und ich selber sind eher strenger aufgewachsen als Kinder hier in der Schweiz. Sie und wir waren sehr früh an Restaurants gewöhnt, kein Nörgeln über Essen, im Beisein von Erwachsenen still sein, keine Spur von Prinzessinnengehabe. Hotels, in denen keine Kinder erlaubt sind, sind normal.

    • Carolina sagt:

      /2 Ich wage mal die These, dass diese eher restriktive Handhabung auch etwas damit zu tun hat, dass frühe Ganztagesbetreuung in F und UK Normalität sind, ‚unsoziales‘ Verhalten also eher geächtet wird. Ganz allgemein muss ich jedoch sagen, dass die Bandbreite zwischen König Kind und auf der Nase herumtanzendem Gör in allen Ländern, die ich kenne, etwa gleich gross ist. Tendenzen sind nur das: Tendenzen. Man kann auf ihnen definitiv keine Allgemeingültigkeit aufbauen.

  • Patrick Keller sagt:

    Was der Autor über Paris schreibt, ist ziemlicher Unsinn, wahrscheinlich plappert er’s einfach nur nach. Paris ist keineswegs kinderfeindlich, es gibt hier Spielplätze an fast jeder Ecke und auch wenn das „Gehege“ im Jardin Eintritt kostet, so dient das eher der Sicherheit und Sauberkeit im einer Millionenstadt als dass es ein Zeichen von Kinderfeindlichkeit wäre. Paris ist geradezu bekannt für innovative Restos pour familles und bietet z.B. im CentQuatre im (äusserst kinderfreundlichen) Quartier de la Villette einen kostenlosen pädagogischen espace d’animation an, der seinesgleichen sucht.

    • Muttis Liebling sagt:

      Etwas noch Nebensächlicheres ist Ihnen nicht aufgefallen?

    • alien sagt:

      „kinderfeindlich“? Ich kann mich ja irren, aber dieses Adjektiv beschreibt in meinen Augen die Meinung des Autors über Paris schlecht.

  • Severin Brunner sagt:

    Wir alle wissen, dass die Franzosen in der Deutschweiz gerade wegen solcher Eigenheiten verachtet werden.

    • Christoph Gruber sagt:

      Meinen Sie statt „verachtet“ nicht „beneidet“? Die Franzosen (das gilt nicht nur für die Pariser, wir lebten 4 Jahr in der frz. Provinz) sind in jeder Beziehung entspannter als die völlig verkrampften Deutschschweizer. Das schlägt sich auch in der Sprache nieder: „Wenden Sie das Arzneimittel gemäss Packungsbeilage bzw. nach Anweisung des Arztes, Apothekers oder Drogisten bzw. der Aerztin, Apothekerin odser Drogistin an,…“ Der frz. Text lautet: „Veuillez utiliser ce médicament comformément à la notice d’emballage ou, le cas échéant, aux indications du médecin, pharmacien ou droguiste“.

    • alien sagt:

      Wir alle wissen, dass Leute wie Severin Brunner gerade wegen solcher Verallgemeinerungen verachtet werden.

      • Sevi B. sagt:

        Könnte schon sein, dass es Neid ist. Das macht es allerdings auch nicht besser. Und Alien: nächstes bitte einen weniger erbärmlichen Nick wählen. Danke !

  • Katharina sagt:

    Ich finde Ihren Artikel sehr promotional und worauf er verlinkt leider allzu sehr Lifestyle Magazin. Mit einem lausigen IT Support – nebenbei erwähnt.

    Im Weiteren finde ich, Sie formulieren sehr innerhalb von Stereotypen: ‚Die Franzosen‘, und da noch dass Sie eigentlich nur von Paris schreiben – ein grosser Unterschied zur Vielfalt des Restes des Landes. Aber Sie widerspiegeln den nicht ganz so subtilen Rassismus jenes Landes ganz gut, wenn Sie schreiben «Wir haben dieses Problem nur mit angelsächsischen Müttern.». klar. Pfff. Dass diverse Leute eine unglaubliche Naivität betreffend Sicherheit an den Tag legen und dass das der Grund für das Ausbleiben der Amerikaner war, entgeht ihnen vielleicht, oder wird eben im Artikel bewusst unterschlagen. Die rassistische Haltung kulminiert dann in dem Zitat „Die ausländischen Eltern froren auf dem Spielplatz, die französischen Eltern genossen drei kinderfreie Tage.“

    Sie sind befangen in Ihren eigenen Klischees, in dem sie die arrogant herablassende Dekadenz jenes Landes als Messlatte Europas Kultur bejubeln. Und die gastronomische Referenzen sind , gelinde gesagt, etwas ‚schweizerisch‘. Die Spinat Quiche ist ein Produkt einer grossen Schweizer Genossenschaft, das dort als gefrorenes Produkt oft gekauft wird, in Frankreich aber eher unbekannt ist. Auch so ein Klischee über die französische Kulinarik, ignorierend, dass der Rest der Welt schon längst auf gesündere Essenskultur gekommen ist.

    Die Schilderungen, die sie erwähnen, scheinen auf einem sehr schmalen Band geboren zu sein. Dennoch extrapolieren sowohl Sie als auch die Autorin von «Bringing Up Bébé» aus einem sehr engen Eindruck einer kleinen Gesellschaftsschicht auf das gesamte Land.

    Was weiter zur Aufzucht von Kindern zu lesen ist, erscheinen mir sehr vage Plattitüden zu sein.

    Jeanne d’Arcs Verbrennung am Stecken als symbolisches apercu zu bezeichnen, sagt wohl alles darüber aus, wie Frankreich eben die gewaltigen Folgen für die gesellschaftliche Rolle der Frau und den am Ende sehr, sehr grundsätzlich kleinen Unterschied nach wie vor hochhalten. Auf Biegen und Brechen, wie DSK und andere Figuren ja allzu deutlich immer wieder zeigen. Frankreich hat es wohl immer noch nicht verdaut, dass der Napoleon bei Waterloo halt schlussendlich ein für allemal von den Briten so richtig auf den Sack bekommen hat. Das Cartier Collier des gallischen Hyperegos hat wohl halt einen kleinen Splitter weg.

    • alien sagt:

      Hallo, Katharina? Wir reden hier von Frankreich, nicht vom Deutschland von 1938. Frankreich ist rassistisch? Ja, und die USA ist ignorant. Nun weiss man dies zwar, aber dass Du es auch bist, überrascht mich sehr. In Deinem Post sind haufenweise Details, die zum Widerspruch geradezu herausfordern. «Wir haben dieses Problem nur mit angelsächsischen Müttern.» Auch das. Rassistisch? Nee. Nur der Ausdruck einer persönlichen Meinung, sicher etwas überspitzt. Und Sicherheit? Naja, ein grosses Feld, Katharina. Dass die US-Auffassung von Sicherheit halt nur eine der existierenden ist,

    • alien sagt:

      ignorierst Du. Die US-Idee ist nicht universal, ideal. Sie ist genau das: die US-Idee. Andere Kulturen haben andere Ideen. In meiner Auffassung muss man den Kindern etwas zumuten, damit sie wachsen. Und im Klassenverband nach England zu fahren ist wahrlich ein kleines Risiko. Als ich dreizehn war, ging ich auf eine mehrtägige Velotour, und meine Eltern haben die ganze Zeit nichts von mir gehört. Und ich lebe noch.

      • Frölein Mitens sagt:

        HAHA! Kinderaufzucht! Also, korrigieren Sie mich wenn ich falsch liegen Katharina, aber ‚Aufzucht‘ ist wirklich sehr passend formuliert.

        Finde es übrigens komisch, das Kinder partout nicht im Elternbett/Zimmer schlafen sollen. In Regionen, in denen man diesen kalten Umgang mit Kindern nicht kennt (z.B Asien) ist das Phänomen des PKT sogut wie unbekannt. (Kann das Buch ‚Drei in einem Bett – Schlafen mit Kind‘ wärmstens empfehlen)

        Ausserdem geht’s doch nicht darum, entweder nervt das Kind nicht rum oder es wirft mit Essen um sich, bisschen schwarz/weiss die ganze Sache.

    • Martin Buser sagt:

      Katharina, ich bin mit Ihnen völlig einverstanden. . Der Autor ist es nicht wert gelesen zu werden, so plakativ arbeitet er. Scheint, dass er die Grundlagen einer wissenschaftlichen ethnologischen Analyse nicht gelernt hat. Schade für die Tinte hätte man früher gesagt, heute schade für die Bildschirmenergie !

      • Carolina sagt:

        Es ist doch immer wieder ’schön‘ zu sehen, dass jeder seine eigenen Erfahrungen am liebsten gleich für allgemeinverbindlich bzw. -gültig erklären will. Herr Buser, der Autor legt ein Blogthema zur Diskussion vor, nicht eine ‚wissenschaftliche ethnologische Analyse‘ – Sie dürfen es in der Luft zerreissen oder für amüsant und diskussionswürdig halten, aber ihm hier im Mamablog (!) die Legitimation abzusprechen, geht mir zu weit.
        Alien: Lesen! Katharina hat den von Dir monierten Satz ‚Wir haben dieses Problem…….‘ korrekt zitiert und nicht erfunden.

      • Carolina sagt:

        Egal, für wie belanglos das Thema erklärt wird von den vermeintlichen Wissenschaftlern hier, die meisten dieser Threads rufen eben doch immer lebhafte Diskussionen hervor. Also scheinen sie einen Nerv zu treffen. Vielleicht liegt es daran, dass wir alle, die Kinder erziehen, froh sind, dass andere dieselben Befindlichkeiten haben wie wir, dass man aus solchen Blog eben doch Einsichten für sich selber ziehen kann. Ich jedenfalls, die immer den gesunden Menschenverstand propagiert (definiert von mir, natürlich:-)), finde es gut, dass alles hier sich relativiert.

      • alien sagt:

        „Grundlagen einer wissenschaftlichen ethnologischen Analyse nicht gelernt“ – hallo, der ist Journalist, wenn’s hoch kommt, kaum ein Ethnologe.

      • alien sagt:

        Oh, ich hatte gelesen, stell Dir vor. Ich habe ja nicht den Satz kommentiert, ich habe zuallererst Katharinas Kommentar kommentiert.

        Ah ja, Carolina. Wenn Du mein Zeugs kritisieren willst, was ja sehr in Ordnung ist, ist es von Vorteil, es zuerst mal zu lesen.

      • alien sagt:

        Abgesehen davon sind wir einer Meinung.

  • Luise sagt:

    wohltuend, solches zu lesen.

    • Alain de la France sagt:

      Ich wohne seit einigen Jahren in F und kann das im grossen und ganzen bestaetigen.
      Die Kinder sind „allgemein“ gut erzogen und werden rel. frueh selbststaendig.
      Das aber nicht auf Kosten einer guten Eltern-Kind Beziehung – Familie ist in F sehr wichtig.
      Das trifft aber, eben „allgemein“ zu; es gibt schon einige Ausnahmen.

  • justme sagt:

    …, wunderbar und erfrischend…!

  • Loulou Montez sagt:

    Dann sind wir fünf Kinder offensichtlich sehr französisch erzogen worden, inklusive des energischen „ca suffit“ das meine Ma – zwar nicht francophone – oft benutzte. Ich mag diese Kind als König-Getue auch gar nicht. So hatte meine Mutter trotzdem noch die Zeit für Hobbys. Es gibt nichts Schlimmeres als servile Eltern.

  • Gisela sagt:

    In der franzoesischen Gesellschaft muss sich das Kind tatsaechlich sehr frueh an die Erwachsenen anpassen und hat so kaum Zeit, selber Kind zu sein. Das ist ein sehr egoistisches Verhalten der Eltern. Die Balance stimmt nicht. Ich erinnere mich, als ich als Kinderanimatorin im Club Med arbeitete: die franzoesischen Eltern verbrachten praktisch ihre gesamten Ferien OHNE ihre Kinder. Es kam sogar vor, dass sie vergassen, sie abends vom Kinderclub abzuholen…! Sie muessen sich nicht wundern, wenn so keine enge Kind-Eltern-Beziehung entstehen kann (vor allem, sobald sie Teenager werden).

    • Muttis Liebling sagt:

      Das kann ich als Witwenanimator nur bestätigen. Im Ernst: Ich beobachte zu enge Eltern- Kind- Beziehungen, insbesondere in Form der Klammer- Mutter. In meinem Lehrbuch der Entwicklungspsychologie steht, das im Laufe des 3. Lebensjahr die zuvor symbiotische Beziehung zur Mutter beendet sein MUSS und am Ende der Pubertät (Teenager) die Beziehung zu den Eltern auf dem biographischen Tiefpunkt sein sollte. Unsere Kinder standen, wie im Blog beschrieben, nie im Mittelpunkt, keiner von uns hat seine Berufstätigkeit/Ausbildung unterbrochen, es gab 5 x 8h Kinderkrippe, -garten. Glanzvolles Resultat.

      • alien sagt:

        Also, dann warst Du mit 18 nicht Muttis Liebling.

      • Sportpapi sagt:

        Wie bemisst sich denn dieses Glanzvolle Resultat? Und „mein Lehrbuch“ heisst selber geschrieben? Oder nur selber ausgewählt?

    • paula sagt:

      Hallo Gisela; Sie schreiben das sich das Kind in Frankreich oft zu früh an die Erwachsenen anpassen muss, und dass da die Balance nicht mehr stimmt. Da frage ich mich ernsthaft, ob den mit unserer Art der „Kinderhaltung“ die Balance eher stimmt. Ich glaube nicht – denn wenn sich schon ganz kleine Kinder daran gewöhnen müssen früh morgens aus dem Haus, in die Krippe gebracht und spät Abend vom ausgepoverten, von der Arbeit genervtem Mami abgeholt werden. dies nicht aus finanzieller Notwendigkeit somdern damit Mami sich Selbstverwirklichen kann, Ist das wirklich so viel besser?

    • Pappis Liebling sagt:

      Liebe Gisela,
      Meine Eltern haben mir in der Kindheit NULL Freiraum gegeben, ich war das Wunschkind und wurde ständig behütet. In der Teenagerzeit war unsere Beziehung nicht Null. sondern minus 50 Grad. Es hat Jahrzehnte gedauert, bis ich Ihnen Ihren Egoismus verziehen habe, heute sind meine alten Eltern andere Menschen und wir haben eine gute Beziehung, da wir alles hinter uns gelassen haben. Ich hätte in der Kindheit wirklich serh sehr gerne „französische“ Eltern gehabt !

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