Leben


Jeanette Kuster am Montag den 1. November 2010

Moderne Technik ist ein Kinderspiel

Der leuchtende Touchscreen zieht die Patschhändchen magisch an : Kleinkind mit iPhone.

Der leuchtende Touchscreen zieht die Patschhändchen magisch an: Kleinkind mit iPhone.

Man drückt ein Knöpfchen und es passiert sofort etwas – kein Wunder, sind Kleinkinder von technischen Geräten fasziniert. All die herkömmlichen Handys und Fernbedienungen sind aber ein Klacks gegen das iPhone: Der leuchtende Touchscreen zieht die Patschhändchen magisch an – und die Bedienung des iPhones ist so kinderleicht, dass Junior sich schon nach wenigen Versuchen geschickt durch die verschiedenen Apps manövriert.

Die immense Auswahl an Kinder- und Baby-Apps lässt darauf schliessen, dass viele Eltern ihren Kindern das iPhone ab und zu in die Hand geben: Vom Zeichenprogramm über Games bis zu Lern-Apps ist alles im Angebot. Und tatsächlich zeigt eine amerikanische Umfrage, dass 59 Prozent der Mütter ihre Kinder mit dem iPhone spielen lassen. Die Gruppe der «iPhone-Moms» ist mittlerweile so gross, dass die App-Entwickler ihren Fokus vermehrt auf Babys und Kinder richten, um die neue, kaufstarke Zielgruppe zu erschliessen und die Kleinen schon früh an sich zu binden. Mit Erfolg: Zwei Drittel der iPhone-Mütter laden kinderfreundliche Apps aufs Smartphone.

Schöne neue App-Welt: «Baby Flash Cards», eine der erfolgreichsten Lern-Apps für die Kleinsten, wurde weltweit bereits 500'000 Mal heruntergeladen.

Schöne neue App-Welt: «Baby Flash Cards», eine der erfolgreichsten Lern-Apps für die Kleinsten, wurde weltweit bereits 500'000 Mal heruntergeladen.

Gut gemeint ist aber nicht zwingend gut. «Wer ein Buchstabierprogramm für lehrreich hält, versteht nicht, wie das Kleinkinderhirn arbeitet», erklärt die Kinderpsychologin Jane M. Healy in einem Artikel der New York Times. « Man lernt nicht lesen, indem man mithilfe des iPhones das Wort Katze buchstabiert, sondern indem man zuhört und die Sprache als solche erfasst», so Healy weiter, «wenn also die Mutter mit etwas beschäftigt ist, während das Kind auf dem iPhone spielt, wo findet dann das aktive Sprechen statt? Nirgends!»

Viele Eltern drücken ihrem Kind das iPhone unterwegs in die Hand, um es ruhig zu stellen. Eine Tendenz, die Experten beunruhigt. Allzu oft will das Kind das Gerät nämlich nicht mehr hergeben. Das Handy wird zur regelrechten Sucht, muss sofort hervorgezaubert werden, sobald man ins Tram steigt. Und vor lauter virtuellen Figuren nimmt das Kind die realen Menschen um sich herum nicht mehr wahr.

Soll man den Kleinen das iPhone also ganz verbieten? Viele Kinderärzte bejahen diese Frage – zumindest bis zum zweiten Geburtstag, analog zum Fernseher. Denn der Bildschirm stimuliert nur den Sehsinn, Kleinkinder sollten aber alle fünf Sinne interaktiv verwenden.

Der Expertenmeinung zum Trotz lasse ich meine Tochter gelegentlich auf meinem iPhone herumdrücken, dem Gotti darauf eine kryptische Nachricht schreiben oder auf dem elektronischen Xylophon spielen. Das findet sie zu Beginn jeweils unglaublich aufregend, nach zwei Minuten sind aber ihre Holzklötzchen wieder interessanter. Ihr das Touchscreen-Handy ganz zu verbieten, würde dieses nur noch faszinierender machen, die Gier danach noch grösser. So hingegen gibts kaum Protest, wenn ich das iPhone aus ihrer Reichweite verschwinden lasse. Und um telefonieren zu spielen besitzt sie schliesslich die ganze Palette, vom altmodischen Fisher-Price-Telefon übers ausgediente Handy bis zum Karton-iPhone, alle jederzeit frei verfügbar.

Wie handhaben Sie den Umgang mit iPhone und Co? Ist Ihrer Meinung nach ein striktes Verbot die Lösung? Oder finden Sie, dass die Kinder den Umgang mit der modernen Technik nicht früh genug lernen können?

Lesen Sie auch: Ihr Kinderlein glotzet

88 Kommentare zu „Moderne Technik ist ein Kinderspiel“

  1. Roy sagt:

    unser sohn ist heute 3.5 jahre alt und spielt mit dem iphone. (mindestens seit er 2j alt ist) der umgang mit dem iphone ist für ihn total natürlich und völlig logisch. erstaunlich finde ich wie sich seine intuition entwickelt hat. neue spiele beherrscht er in wenigen minuten. er mag vorallem geschicklichkeits-spiele wie parking lot (muss ein auto in die parklücke manövrieren) oder x invasion 2 (fliegerei spiel)
    ausserdem kann er seine trickfilme und seine musik selber abspielen. er kann fotos schiessen (unglaublich interessanter blickwinkel) und die bilder bearbeiten. er versteht die technik und geht damit sehr behutsam um. als ich mir ein neues iphone gekauft habe, habe ich ihm mein altes iphone neu konfiguriert und er kann damit machen was er will – wir regulieren den iphone gebrauch selbstverständlich, denn es besteht tatsächlich eine suchtgefahr. (manchmal will er das iphone gar nicht, sonder spielt lieber mit der duplo eisenbahn oder mit den autölis)

    am faszinierendsten finde ich, dass er in den spielen navigiert, als könne er lesen (meisst englisch) er drückt also auf die richtigen tasten obwohl er gar nicht weiss was da steht. das hängt vorallem mit dem wahnsinnigen gedächtniss zusammen. er sieht wie ich es einmal gemacht habe und weiss dann die genauen tastenfolge um das spiel zu starten, zu beenden, zu speichern oder anzuhalten……

    ich erziehe meinen sohn so, dass er den umgang mit der modernen technik als etwas natürliches betrachtet. (digital native)

    er versteht das PC system mittlerweile (maus bewegen, klicken, bildschirm, etc.) sowie das MAC system (gesten auf trackpad, zoomen, etc.) wie der DVD, der TV oder das telefon funktioniert weiss er sowieso schon längst….

    und wenn ich ehrlich bin, spielt er mit diesen sachen pro tag sicherlich nicht mehr als 1-2h. morgens ist er in der krippe und nachmittags ist fussball-spielen und sändälä mit nachbarskinder sowieso viel lustiger! vor dem abendessen oder danach kann er dann DVD, TV, IPHONE oder was auch immer benützen – thats it.

    mein sohn ist wegen des konsums dieser medien nicht dumm oder asozial. ebenso wenig leidet seine direkte kommunikation zu uns eltern oder zu anderen kindern – im gegenteil! (2 sprachig) auch die physis leidet nicht darunter – sportlich äusserst begabter und leidenschaftlicher fussball- und tennisspieler!

    p.s. bei uns zuhause gibt es keine waffen-spielsachen (nicht mal eine cowboy pistole) und schon gar keine gewalt-iphone-apps!
    p.p.s. am liebsten geht er mit mir ins stadion den FCZ schauen…! (natürlich ist die FCZ app eine der lieblings apps meines sohnes….)

    • Stefan W sagt:

      Auch wenn ich es grundsätzlich ähnlich sehe, muss ich als Vater von drei Söhnen doch gestehen, dass mich ein wenig der Neid packt wenn ich lese, dass andere KInder schon mit dreieinhalb Jahren nicht nur zweisprachig kommunizieren und Technik intuitiv erfassen, sondern auch noch äusserst begabte Fussball- und Tennisspieler sind. Ist er nicht in der Krippe krass unterfordert?

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Bei uns gab es auch keine Spielzeugwaffen, keine Pistolen, ganz klar. Mein Sohn hat irgendwann das Stück Brot so abgegessen, dass es der Rinde entlang aussah wie eine Pistole, damit zielte er auf seinen Bruder, Hände hoch, sonst knallts, päng.

    • Markus Schneider sagt:

      Manchmal sind auch die Minuten wertvoll, die man mit dem Kind still verbringen kann. Dasselbe gilt beim Zusammenleben von Ehepartnern. Und überhaupt fürs Zusammensein mit irgendjemandem. Permanenter Schnurepfluderi ist ja für niemanden zu ertragen.

      • Rolf sagt:

        Wow Roy……… ich bin sprachlos über deine erzieherische Fähigkeiten. Das ist ja so was von hammergeil und gleichzeitig bedenkenlos!

  2. Sugus sagt:

    Jetzt wird es wieder zeitig dunkel, Kerzen werden angezündet und gemütlich versammelt sich die Familie zu Hause. Wir wärmen uns die Hände am Gehäuse unserer MacBook Pros, essen Dörräpfel mit Zimt und sprechen aktiv. Und wenn die Kinder im Bett sind, schenke ich mir ein Glas Club Mate ein, starte Xcode und stricke an sinnvollen und nützlichen Apps für meine Liebsten, damit alle etwas schönes Selbstgemachtes bekommen am Weihnachtsabend.

  3. Auguste sagt:

    hmm…, ihr kind ist ein tech-freak, wenn es:

    als erstes wort “apps” sagt
    mit ausgestrecktem zeigefinger jede steckdose untersuchen will
    mami am buggy-lenker mitteilt: “the track’s clear, keep pushing before the pit-stop!”
    mit dem fingerchen wie wild über den angebissenen apfel streift
    das stillen mit einer druckbewegung auf den freien nippel abschliesst
    ganz glänzende augen kriegt, wenn es papi und mami über ihre jobs sprechen hört
    in der post partout vor dem handy sortiment und nicht bei den kinderbüchern warten will
    statt stofftiere lieber ein paar fernbedienungen ins bett mitnimmt
    beim baden “mr. roboto” von styx in den duschkopf quietscht
    sich beim anblick von bill gates sofort übergibt
    toy story 3 nur auf blue ray sehen will
    kleinnager “logitech” nennt

  4. Isabella sagt:

    Ja! Wir haben unserer Tochter sogar schon im ersten Lebensjahr das Iphonhe gegeben! Aber nicht ohne Aufsicht (sie hätte es in den Mund genommen). Es gibt nicht viele Dinge, die ein Kind ein paar Minuten zum schweigen bringen. Ein paar wertvolle ruhige Minuten. Ich stehe dazu und man kann es auch mit der Pädagogik übertreiben. Natürlich weiß ich, dass es nicht richtig ist aber meine Nerven müssen auch mal etwas geschont werden.

    • Marco sagt:

      Sind nun die Minuten wertvoll, die das Kind still ist oder die Minuten, die man mit dem Kind verbringt?

      • Schurke sagt:

        Du hast wohl kein Kind Marco, sonst würdest du nicht am PC zu sitzen. Du wärst wohl der Albtraum jedes Kind, jede Minute um es herum, du willst ja nur das beste, und merkst gar nicht, dass dem Kind ein gelassener, glücklicher, ausgeglichener und erholter Vater mit interessanten Hobbies und Fertigkeiten und Wissen – welche/s man in freien Minuten aneignet – bedeutend lieber wäre.

      • Marco sagt:

        @Schurke; Möchte folgendes zu deinem Kommentar schreiben:

        A.) Ich habe eine Tochter
        B.) Ich schreibe hier in meinen Arbeitspausen.
        C.) Du kennst das Wort Ironie* noch nicht?
        D.) Such dir das passende Synonym aus.

        *ironie (feiner) Spott · Doppeldeutigkeit · gespielte Ernsthaftigkeit · gespielter Ernst · Hohn · Ironie · Seitenhieb · Spitzfindigkeit · Spöttelei · Stichelei · Verhöhnung

  5. Katharina sagt:

    Naja…..

    Ich schlafe wohl besser weiter.

  6. max sagt:

    Wo ist der experimentelle Nachweis, dass Frau Kusters zweijährige Tochter
    a) weiss, was ein Verbot ist
    b) verbotenes interessanter findet als erlaubtes.

    Hier wird ein plumpes Klischee hervorgezaubert, um sich vor der Erziehungsverantwortung zu drücken. Solche modischen Psychosprüche werden immer wieder beiläufig eingestreut, wenn die Leute nicht wirklich beobachten und nachdenken wollen.

    • Eremit sagt:

      Ab wann weis ein Kind was ein Verbot ist?
      Und ab wann findet es das Verbot interessant?
      Welche Erfahrungswerte kann max uns da liefern?

    • Diana sagt:

      Max – die Aussage der Autorin deckt sich mit Theorien und Erkenntnissen aus der Entwicklungspsychologie. ;) Ein gesunder, kontrollierter Umgang mit Dingen – Grenzen erfahren – Dinge erkunden dürfen….

  7. Eremit sagt:

    Ein interessantes Thema von Frau Kuster.

    “« Man lernt nicht lesen, indem man mithilfe des iPhones das Wort Katze buchstabiert, sondern indem man zuhört und die Sprache als solche erfasst», so Healy weiter…”

    Gut, lesen lernt man in dem man zuhört. Für was gibt es dann in so manchen Schulen Schulbibliotheken und Leseecken mit Bücher und ohne Sprach-CD’s?

    “Oder finden Sie, dass die Kinder den Umgang mit der modernen Technik nicht früh genug lernen können?”

    M.E. lernt ein Kind von selbst früh genug damit um zu gehen. Das selbe gilt auch für die Sprachen.
    Männer in meinem Arbeitsumfeld finden es toll, wenn Kinder schon ab Geburt mit einem iPhone spielen, zumal sie (grosse Kinder?) selbst am liebsten die ganze Zeit damit spielen würden. Nur ob man dadurch lernt mit zwischenmenschlichen Konflikten um zu gehen?

  8. Ferdi sagt:

    Ich bin Pädagogin und gebe mein iPhone trotzdem ab und zu meinem Kleinkind. Die Feinmotorik wie auch Geduld und Konzentration werden bestens geschult und ergänzen die traditionellen Spiele wie Lego, Puppenspiel, Puzzle,… Natürlich sitze ich daneben und bestimme auch, wie lange gespielt wird. Ich finde das Angebot der Apps super und sehe keine Gefahren im Gebrauch. Ich lasse mein Kind lieber 10 min. Tozzle spielen als dass ich es vor den TV setze. Es ist jedoch nicht so, dass alle Kleinkinder an diesen Spielen interessiert sind. Manchmal denke ich, dass gewisse Schreiber auch etwas neidisch sind, dass andere Kinder bereits so problemlos mit technischen Geräten umgehen können.

    • Katharina sagt:

      Ferdi ist ein frauenname?

    • Meine Achtjährige bringt mir oft mein Telefon und verlangt von mir, ein Game zu starten, irgendwie hat sie es noch nicht ganz drauf. Aber danach kann sie sich länger damit beschäftigen.

      • Marco sagt:

        @Patrick TIgri; hast du auch noch so ein altes Bakelit Telefon in Schwarz? Meines hängt an der Wand und meine Tochter ist noch ein wenig zu klein um es alleine zu erreichen. Wie spielt man eigentlich ein Game mit diesem Telefon? Drehen der Wählscheibe? Achtung, könnte plötzlich sein, dass jemand aus Japan am anderen Ende ist und dann wird die Konversation etwas schwierig ausser du hast auch eine Frau aus Japan, dann ist es wiedrum ok.

      • Nein, aber ich würde einiges zahlen für ein altes Bakelittischtelefon in schwarz. Mit Wählscheibe. Soo cool. Mein Vater hatte eines, leider hat er es weggegeben, bevor er es vererben konnte…

  9. Ferdi sagt:

    Ich bin weiblich :-)
    Meine Tochter ist 23 Monate und bedient das iPhone (bzw. ihre Spiele) ohne Hilfe. Sie wächst mit dieser Technik auf, sieht keine Gefahren und hat keine Angst, etwas falsch zu machen. Wie man das iPhone wieder abstellt, das musste sie natürlich auch schnell lernen!
    Trotzdem hat sie auch ein FisherPrice Telefon und lernt die Anrufmöglichkeit per Wählscheibe, obwohl diese Telefone heute gar nicht mehr zu kaufen sind.
    Ich selber nutze das iPhone für meinen Job, bin aber auch begeistert von der Kamera für Bild und Film. Die Lieblingsmusik von mir und meiner Tochter ist natürlich auch drauf, so dass man auch mal unterwegs ein tolles Lied hören kann.
    Andere, noch nicht so modern eingestellte Leute, schleppen einfach für die gleichen Möglichkeiten CD-Player, Puzzles, Memorys mit. Diesen Aufwand kann ich mir ersparen. Wenn ich auswärts essen gehe, reicht mein Handy.

    • Das Kind eines Kollegen, seine Mutter verlegt zu Hause stets das schnurlose Telefon, hat eine coole Lösung für dieses Problem parat: “Man muss das Telefon halt mit einer Schnur anbinden!”. Dass das vor zwanzig Jahren noch sehr üblich war, ist ja klar, aber das war in grauer Vorzeit.

  10. Marco sagt:

    Lieber Ferdi, deine Tochter ist ja auch noch zu klein um die Gefahr zu erkennen und wovor soll sie Angst haben Das Ding beisst ja nicht. >>Wenn ich auswärts essen gehe, reicht mein Handy<< Also, das ist die beste Aussage ever! Kannst du denn dein Handy wirklich essen und warum gehst du ausswärts dein Handy essen?

  11. Mirjam sagt:

    Mein Iphone erhalten die beiden Kinder (Tocher 4 Jahre, Sohn 6 Jahre) nur wohldosiert. Der Küchenwecker wird jeweils eingestellt und nach 10 Minuten klingelt es und das Iphone wechselt wieder in meinen Besitz – trotz lautstarkem Protest. Das Gleiche mit dem Ipad. Was aber genial ist: während langer Autofahrten (mehr als 30 Minuten) erhält eines der Kinder das Iphone, das andere das Ipad und dann ist Ruhe während der Reise. Kein Gequäke “Mami wenn sie mir de ändlech da?), kein Gezanke, jedes der Kinder ist beschäftigt. Sie wissen, dass während längerer Autofahrten das Iphone und das Ipad benutzt werden darf. Ansonsten werden die bei ihnen wirklich sehr beliebten Spielzeuge unter Verschluss gehalten. Sie spielen immer noch am Liebsten mit den Cuboro-Würfeln, der Brioeisenbahn oder der Märklin-Eisenbahn meines Mannes. Wenn ich sie vor die Wahl stelle Märklin oder Iphone dann ist die Märklin eindeutig begehrter.

  12. Marco sagt:

    “nur wohldosiert. Der Küchenwecker wird jeweils eingestellt und nach 10 Minuten” und “während langer Autofahrten (mehr als 30 Minuten) erhält eines der Kinder das Iphone, das andere das Ipad” Naja, unter Aufsicht ist das ja nicht. Dafür gibt es ein Donnerwetter und gezetere wenn dann ein solches Teil anschliessend im Müll entsorgt werden kann. Da habe ich eine bessere Lösung bzw. ist in den Rücklehnen meines Autos fest eingebaut: Ein Videosystem, dass sich von der vorderen Mittelkonsole einstellen lässt. Das tolle daran, auf beiden Monitoren können verschiedene Filme angeschaut werden, was wiederum nicht sinnvoll sein mag, wen man nur eine Tochter hat.

  13. Hermann sagt:

    Nun habe ich aber endgueltig ein schlechtes Gewissen. Wir haben kein I-phone, nur einen PC, den ich mit inserem 8 Jaehrigen gebaut habe, damit er Flugsimulator und Trucking spielen kann. Mein Dreijaehriger ist “digital foreigner” und jagt am liebsten Eidechsen im Garten. Er erkennt schwarze Wittwen Spinnen, deren Biss er kaum ueberleben wuerde. Er weiss, wann die Feigen und Erdbeeren reif sind und er sie geniessen kann. Er baut vieles mit allem moeglichen, hat eine grosse Phantasie. Und by the way, ich habe schon viele Ingenieur Kollegen erlebt in meinem Beruf, die Schlechtesten waren die Toeggeler, die besten die Phantasiebegabten…..

    • Marco sagt:

      @Hermann; Du verpasst nichts, wenn du keine IPhone hast, aber die anderen verpassen was!

      • Patrick Tigri sagt:

        Computer bauen ist cool, hab ich schon mehrmals gemacht.

        Und Marco, wer was verpasst, ist Apple, und zwar Umsatz.

  14. Moni sagt:

    In einer großen Computerzeitschrift wurde kürzlich darauf hingewiesen, dass gerade in den Apps für Kleinkinder oft Werbebanner auftauchen, bei denen allein durch bloßes Antippen ein teures Abo für Klingeltöne etc. abgeschlossen wird. Offenbar spekulieren die Anbieter genau auf die Zielgruppe der unbeaufsichtigt mit dem Smartphone spielenden Kinder, um deren Eltern abzuzocken – denen das meiner Meinung nach recht geschieht.

    Im Vor-Kindergartenalter sind technische Geräte selbstverständlich unglaublich interessant – was aber nicht bedeutet, dass sie ddeshalb den Kindern auch zur Verfügung gestellt werden sollten. Bohrmaschine und Rührgerät halten wir schließlich auch unter Verschluss, selbst wenn der Zweijährige noch so quengelt.
    Man sollte nicht vergessen, dass Kinder vor allem durch Abgucken und Nachmachen lernen. Was machen denn Mama und Papa mit dem Telefon? Telefonieren und es danach gleich weglegen? Okay, dazu ist es dann wohl da. Thema erledigt, nächstes Spielzeug bitte. Den ganzen Nachmittag auf dem Sofa sitzen und gebannt reinstarren? Dann muss das wohl was tolles, spannendes und vor allem “Erwachsenes” sein, das will ich auch ausprobieren.
    In diesem Alter von “Handy-Verbot” zu sprechen, ist meiner Meinung nach der falsche Begriff. Es geht vielmehr darum, das Mobiltelefon für das Kind nicht-existent zu halten. Sozusagen “Aus den Augen, aus dem Sinn.”. Es öffentlich auf den Couchtisch zu legen und dem Kind zu sagen “Das darfst Du aber nicht anfassen!” weckt natürlich Begehrlichkeit, ein Telefon in einer Schublade oder auf einem hohen Schrank, wo das Kind nicht nur nicht drankommt, sondern es gar nicht erst wahrnimmt, entsprechend nicht.
    Und so praktisch es sein mag, wenn das Telefon auf Knopfdruck “La le lu” anstimmt, um den Nachwuchs in den Schlaf zu wiegen, Mama und Papa können und sollten das durchaus auch selbst summen.

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