Die Masern sind wieder einmal ausgebrochen: Der Ktipp befürchtet einen versteckten Impfzwang, weil die Einzelimpfungen für Masern, Röteln und Mumps nicht mehr erhältlich sind. Der Tages-Anzeiger listete am Samstag die verschärften Richtlinien des Bundes im Umgang mit Masern auf: Schulausschluss für Masernkranke und ungeimpfte Geschwister oder Klassenkameraden für 18 Tage! Allenthalben wird gefragt, wie man Eltern besser über die Kinderkrankheit aufklären könnte. Nur die nächstliegendste Frage hat noch niemand öffentlich gestellt: Welchen Einfluss haben Mutterrollen auf die Impfbereitschaft?
Einen grossen, bin ich überzeugt: Wer ausser Hausfrauen nämlich kann den Ausbruch der Masern im eigenen Haushalt organisatorisch überhaupt bewältigen? 18 Tage Schulausschluss! Bei meiner Nachbarin und mir haben schon 4 Tage Windpocken gereicht, um unsere ansonsten perfekt durchorganisierten Familiensysteme lahmzulegen. Zwar ist der Varizellen-Virus medizinisch gesehen harmlos, aber er ist wie die Masern hochansteckend. Fallen die Pusteln ein Kind an, wird es zusammen mit den noch gesunden Geschwisterkinder in Quarantäne verfügt. Konkret heisst das: Kein Kind kommt aus der Wohnung raus, kein Kind kommt rein. Familienhaft, die länger als 24 Stunden dauert ist für jeden Erziehungspflichtigen eine Quälerei, für berufstätige Mütter aber ist das die Hölle: Jeden Morgen Fiebermessen, Chef anrufen, Kunden vertrösten, Meetings verschieben. Oder im emanzipatorischen Idealfall: Sich jeden Morgen mit dem Kindsvater streiten, wer nun die wichtigere Sitzung /Tätigkeit / Rolle am Arbeitsplatz hat, wer zuhause bleibt und siehe oben. Wenn das erste Kind dann wieder schul- oder krippentauglich ausschaut, fängt das Geschwisterkind an zu pusteln…
Masern oder Mumps sind mit dem Alltag einer berufstätigen Mutter schlicht nicht kompatibel. Ausser man kann sich eine geimpfte Nanny leisten. Denn die drei Tage, die Erziehungsberechtigte per Gesetz ihren Nachwuchs jeweils pflegen dürfen, reichen gerade mal für das Auskurieren eines Magen-Darm-Infekts. Die Losung in Sachen Masern heisst für viele Berufstätige Mütter, zum Beispiel für mich, deshalb jenseits aller medizinischer Überzeugungen ganz pragmatisch: ich arbeite, also impfe ich.


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub. 

auf Facebook





































Dieser Bericht ist die Höhe! Mütter die Ihre Kinder nicht impfen sind doch selber schuld wenn sie zuhause bleiben müssen um diese zu pflegen. Nicht die arbeitenden Supermütter sind das Problem unserer Gesellschaft sondern all diejenigen – Entschuldigung – Idioten welche Ihre Kinder nicht impfen lassen. Es ist ein Skandal, Krankheiten die längst ausgerottet wurden treten wieder auf, und wo? In der Schweiz! Sogar die umliegenden Länder haben bereits den Mahnfinger gehoben. Nur die Schweizerlein impfen sich munter nicht mehr…. Ein skandal ist das!
Bitte schaut in den Spiegel, dann könnt Ihr den Idioten erkennen.
Zudem ist Rechnen auch nicht Eure Stärke
Denn wenn mal was Ausgerottet ist, kann es auch nicht wieder
zum Vorschein kommen.
Oder habt Ihr bereits auch Dinosaurier gesehen, die sind (oder waren)
auch mal ausgerottet oder …. ??
Zudem mach ein Virus wie der Wolf und der Bäer angeblich welche auch
ausgerottet waren (in der CH), keinen halt vor CH-Grenzen !
Also wer keine Zeit hat für sein Kind (warum auch immer) der
kann es ja Impfen lassen, dann wird es ja auch nicht krank.
So zumindest die Werdbung ?!
Nun und wenn schon durchimpfen, wann hatten SIE
die letze MMR Impfung ? Diese hält max. 10 Jahre !!
Und auch im erwachsenen Alter kann man an MMR erkranken,
aber vielleicht hatten Sie ja glück und durften diese druchmachen
und können jetzt egoistisch sein
PS: Ach ja was haben wohl unsere Eltern gemacht und deren Eltern
als es diese Impfungen noch nicht gab ?
Gruss
Ich bin zweifache Mutter und teilzeit arbeitstätig. Dass ich die Kinder nach Impfplan habe impfen lassen, hat nichts mit dem Teilzeit-Arbeiten zu tun, sondern damit, dass ich die Kinder vor schweren Krankheiten und möglichen Nachfolgeerkrankungen (zb. bei Masern) schützen will. Impfen erachte ich als das kleinere Übel als das Durchmachen einer dieser Krankheiten wie Keuchhusten oder Masern. Zudem werden diese Impfungen seit Jahren verabreicht und sind getestet. Die Kinder haben nie grosse Nebenwirkungen gezeigt nach den Impfungen bis auf etwas Müdigkeit. Zudem möchte ich durch die Impfungen andere, noch nicht geimpfte Kleinkinder/Babies, vor möglichen Erkrankungen schützen. Ich würde es mir nie verzeihen, würden meine Kinder durch eine Masern-Erkrankung schwer geschädigt oder andere noch ungeimpfte Kleinkinder durch meine angesteckt. Wie auch immer, alle Eltern müssen selber entscheiden ob, wie und was sie impfen wollen oder nicht und vor allem mit ihrem Entscheid leben können.
Alles Gute und gute Gesundheit!