
«Es ist der Dialog, der einen Blog erst auszeichnet»: Nicole Althaus. Foto: Anne Gabriel-Jürgens
Ich bin jetzt eine Karrieremutter! Ob ich mich mit dem Kompositum identifizieren kann oder nicht, spielt keine Rolle. Ich habe Mails bekommen von Versicherungen, die plötzlich mein kostbares Leben vergolden wollen, weil ich seit diesem Monat eine Funktion erfülle mit einem «Chef» im Titel. Dass ich in der Familie auch vorher schon eine beträchtliche Lücke hinterlassen hätte, wäre ich gestorben, ist den Werbeverantwortlichen wohl entgangen. Aufzucht und Abwasch kommt in der Kalkulation der Versicherungsmathematiker eben nicht vor. Ich habe Mails bekommen von Weinhändlern, für die ich offenbar über Nacht zur Kennerin «ausgewählter Tropfen» mutiert bin. Vorher übrigens hat mein Mann die Weinhändlerpost gekriegt. Normale Mütter kaufen schliesslich Pampers nicht Burgunder.
Ausserdem habe ich natürlich auch Mails bekommen von Freunden, Kollegen und entfernten Bekannten. Aufmunternde Mails, Gratulationsmails und darunter eine beträchtliche Anzahl, in deren Zentrum die eine grosse Frage stand: Wie löst die Karrieremutti nun das Betreuungsproblem? Hast du dir das gut überlegt? Diese Mails kamen ausschliesslich von Frauen. Und so sehr ich mich dagegen wehrte, las ich zwischen den Zeilen auch: Was mutest du da deiner Familie zu? Ist es dir das wirklich wert?
Zugegeben: Es könnte auch bloss an meinem schlechten Gewissen liegen, das sich wie ein pawlowscher Reflex meldet, sobald ich mit dem unsäglichen Kompositum Karrieremutter im selben Satz vorkomme. Ich fühle mich in dieser Schublade noch so gar nicht heimisch, weil sie mich aus dem grossen Kreis der Mütter ausschliesst und auch im kleineren Kreis der Karrieristen noch als Aussenseiterin markiert. Karrieremütter sind Zwitter, welche die Natur irgendwie nicht vorgesehen hat. Auch nach 40 Jahren Emanzipation muss man offenbar noch mit dem verbalen Finger auf Menschen zeigen, die mit Uterus und Ambitionen geboren worden sind.
Bei anderen Menschen, die man gemeinhin nicht als «normal» bezeichnet, tut man sowas nicht. Oder nicht mehr. Wir geben uns in unserer politisch korrekten Gesellschaft wahnsinnig Mühe, niemandem sprachlich zu nahe zu treten: Lernbehinderte sind heute Förderschüler, Blinde sind visuell herausgefordert und um Behinderte nicht auf ihre Behinderung zu reduzieren, sprechen wir heute zu Recht von Menschen mit Behinderungen.
Bei den Frauen aber, da pfeifen wir auf political correctness. Die darf man nach Belieben etikettieren. Zuallererst markiert man die Frau, nachdem sie geheiratet hat mit Bindestrich oder einem Anhängselnamen. Dann reduziert man sie, sobald sie geboren hat, auf ihre Rolle als Mutter. Und wenn sie sich mit ausserhäuslicher Arbeit gegen diese Reduktion stemmt, wird sie zum Teilzeitmami oder gar zur Rabenmutter. Männer werden auch Väter. Aber haben Sie in einem Zeitungsartikel schon mal von berufstätigen Vätern gelesen? Nein, denn sie sind ebenso selbstverständlich wie Karriereväter es sind. Nicht umsonst sitzen in unserem Bundesrat zurzeit noch eine kinderlose Karrierefrau und zwei Karrieremütter, sowie – genau – vier Männer.
Das Kompositum Karrieremutter werde ich wohl noch einige Zeit mit mir rumtragen. So lange nämlich bis wir ganz selbstverständlich eine Frau in den Bundesrat wählen können, die noch Kinder zu betreuen hat und deren Mutterschaft so irrelevant ist für ihre zukünftige Aufgabe wie die dreifache Vaterschaft für Bundesrat Didier Burkhalter. Bis in der Teppichetage der Wirtschaft der Aufstieg auch für weibliche Menschen mit Kindern bewältigbar ist. (Was gemäss der neusten Headhunter-Befragung aus Grossbritannien noch ein Weilchen dauern könnte: Man empfiehlt Frauen, die wirklich Karriere machen wollen, auf Babys zu verzichten. ) So lange bis die Handynummern von Vätern in schulischen Notfällen so selbstverständlich gewählt werden wie die der Mütter.
Ja – so lange vielleicht, bis wir Karrieremütter uns mit dem Kompositum angefreundet und kein schlechtes Gewissen mehr haben, wenn wir die Geburtstagstorte gekauft statt gebacken haben und das Räbeschnitze in der Schule einmal an den Papa oder die Tante delegieren. Erst dann wohl wird «Karrieremutter» nicht mehr wie ein Schimpfwort klingen, sondern mehr wie etwas, das unsere Töchter einst ins Auge fassen könnten, zu werden. Auf dass sie sich bis dahin sämtlicher Komposita entledigt haben und einfach Frauen und Mütter bleiben dürfen!
Mit diesem Beitrag verabschiede ich mich vom Mamablog und möchte mich an dieser Stelle bei allen ganz herzlich bedanken, die zu seinem Erfolg beigetragen haben. Bei Newsnetz für den Mut, Neuland zu betreten und das Experiment zu wagen. Bei Michael Marti für die aufwendige Betreuung und exzellente Produktion des Mamablogs. Michèle Binswanger danke ich herzlich für die Co-Autorenschaft. Ohne ihre unverkennbare Stimme wäre der Blog weder zu stemmen gewesen, noch zu dem geworden, was er heute ist. Mein Dankeschön geht auch an alle schreibenden Papas und Carte-Blanche-Autorinnen und Autoren. Und last but not! least an sämtliche Kommentatoren, Leserinnen und Leser. Es ist der Dialog, der einen Blog erst auszeichnet!
Ich würde mich freuen, diesen Dialog mit Ihnen weiterzuführen auf dem Blog des Magazins «wir eltern», das ich leite. Und auf dem Online-Magazin «clack», das ich und einige Kolleginnen und Kollegen ins Leben gerufen haben. Schauen Sie vorbei! Wie heisst es doch so schön: Ein Mutter- oder Vaterherz hat Platz für mehrere Kinder. Dem Kopf ergeht es mit den Diskussionsanstössen auf Blogs und Sites nicht anders.


Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub. 

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Gratuliere neidlos zum Karrieresprung.
Karrieremütter werde in Zukunft genau so normal sein, wie Karriereväter, Hausfrauen genauso wie Hausmänner, Alleinerziehende (f) genauso wie Alleinerziehende (m), Kinderlose (f) genauso wie Kinderlose (m) etc.
Es lebe die Vierlfalt!
Und das ist noch lange nicht alles, was ich zu sagen habe
Karriere wird für Mütter auch in Zukunft genauso selten sein wie für die Väter…
Genau genommen ist Karriere auch für Väter nicht gerade der Standard: Oder haben Sie nur Manager in Ihrem Umfeld..? Es soll ja auch glückliche und zufriedene Angestellte geben
Je nach Führungsphilosophie der Chefs gibt es leider nicht unbedingt immer zufriedene Angestellt.
Falsch gelesen sorry, Sprortpapi: Ja, Karriere ist natürlich die Ausnahme.
Viel Glück, Nicole, und lass Dich nicht verrückt machen – in zehn Jahren wirst Du wissen, dass es richtig war so. Du wirst Töchter haben, die sich zu helfen wissen, die kochen können und für die die Waschmaschine kein Alien ist. Und das ist auch sonst sehr nützlich, denn – was wir nicht hoffen – es könnte sein, dass Du, wie ich einmal, drei Wochen ausfällst, weil Du unvorhergesehen ins Spital musst, und sie kommen problemlos zurecht, die Sorgen besprechen sie mit Dir im Spital. Es muss keine Oma her, keine Nachbarin, sie stehen nicht verzweifelt in einem trostlosen weil mutterlosen Zuhause, sondern machen alles mit links selber, weil sie schon immer mithalfen. Schaue ich die etwa zehn Jahre zurück, vor denen Du nun stehst, weiss ich, das meine Berufstätigkeit ausser Haus richtig war. Also nochmals: viel Glück, das kommt gut.
Kinder sollen lernen, wie der Haushalt funktioniert, und auch ihrem Alter entsprechend mithelfen – unabhängig davon, ob Mutter oder Vater zuhause sind oder Vollzeit arbeiten. Übrigens: Bei Kindern von Doppelverdienern werden die Haushaltspflichten wohl eher teilweise ausgelagert… Ich sehe auf jeden Fall keinen Grund, bei schulpflchtigen Kindern den ganzen Tag zuhause zu sein. Etwas kritischer bin ich in den ersten Lebensjahren…
Das stimmt schon, gewisse Dinge lagern wir aus, es kommt eine Putzfrau. Aber es muss eingekauft, gekocht, gewaschen, aufgeräumt und zwischendurch auch geputzt werden. Ich finde es einfach schwieriger, die Kinder zu motivieren, wenn die Mutter Zuhause ist und genug Zeit hat, alles selber zu machen. Man kriegt das von Halbwüchsigen ganz rasch zu hören: Mami, Du warst doch den ganzen Nachmittag über Zuhause, warum hast denn Du das nicht gemacht, wir haben schliesslich Schule…
Und die Kinder haben ja auch recht. Frage mich auch, was eine Vollzeit-Hausfrau den ganzen Tag machen soll, wenn keine Kinder mehr zu versorgen sind. Aber das ist eine ganz andere Frage.
Da wünsche ich viel Spass und bedanke mich für die Beiträge hier. Und frage mich zugleich ob ein Blatt wie “Wir Eltern” nicht doch etwas viel Familie auf’s Mal ist. Die meisten Mütter suchen doch ehr eine Abwechlung vom Muttersein. Damit sie mal aus dem Muttermief rauskommen. So hat es jedefalls in meinem Umfeld getönt.
Liebe Nicole
Schade schade, dass Du gehst! Aber ganz toll, dass Du diesen Sprung machen kannst, ich schliesse mich Cara Mia an und sage auch: das kommt gut!
Ich freue mich, bald Dein erstes “Wir Eltern”-Heft in Händen zu halten, auch wenn ich nicht mehr unbedingt zur wichtigsten Zielgruppe gehöre, weil meine Kinder schon gross sind, werde ich die Entwicklung des Magazins aufmerksam verfolgen. Es ist ein echter Fortschritt, dass in einem Eltern-Heft eine Mutter, die der Materie zwangsläufig am nächsten steht, die Federführung übernimmt – keine blassen Theorien, nein, Praxis.
Herzliche Grüsse
Müssen wir uns wirklich mit einem Kompositium wie Karriere-Mutter oder Teilzeit-Mutter anfreunden? Mir reicht es, mich bei der jeweiligen Gelegenheit mit dem vorzustellen, was gerade wichtig ist. Bei Kinderanlässen mit Mutter, bei Beruf_1-Anlässen mit Berufsbezeichnung_1 und bei Beruf_2_Anlässen mit Berufsbezeichnung_2. Wenn dann per Zufall im Gespräch herauskommt, dass ich auch noch andere Dinge mache, ist das bereichernd für das Gespräch, hat aber keinen Einfluss auf meine Arbeit oder auf mein Sein als Mutter.
Ich habe wegen meiner Arbeit noch nie ein schlechtes Gewissen gehabt. Aber… wenn ich eines hätte, dann würde ich versuchen, etwas an meiner Situation zu ändern. Denn Kinder spüren das schlechte Gewissen und welches Kind möchte schon aufwachsen im Gefühl, die Eltern behandeln es nicht so, wie sie es am Besten fänden?
Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen alles Gute in Ihrem neuen Job! Merci für den Mama-Blog, er hat mir viele interessante Momente verschafft. Und bestimmt lese ich Sie dann mal im WirEltern.
auch im abschied ein glückwunsch; bleiben sie weiter tüchtig, dann gereicht es vielleicht zum erlebnis des freien einkaufens nicht einer torte sondern eines kindes ohne schlechtes gewissen
das muss ich jetzt aber nicht verstehen oder?
Schade um unsere Meisterbloggerin! Aber dennoch: herzliche Gratulation!
Ich weiss nicht warum so genannte Karrieremütter immer alles auf sich selbst projizieren müssen. Ich behaupte nicht, dass es bei Ihnen so ist. Aber tausende Kinder verwarlosen fast täglich in den Schweizer Kinderkrippen. Lernen nicht was Liebe und Geborgenheit ist und sehen schlussendlich Ihr richtiges Zuhause, nicht mehr als solches. Jeder kann in seinem Leben machen was er will, aber ich möchte dass meine Kinder in einem gesicherten, liebevollen Umfeld aufwachsen. Und das bedeutet zu Hause bei der Mutter (oder auch beim Vater), die (der) sie umsorgt wie es sich gehört.
Und tausende Kinder verwahrlosen bei Alkohol-süchtigen Hausfrauen, lernen nicht was Liebe und Geborgenheit heisst, wären überall lieber als Zuhause…. Oder… Ach, ne, es gibt auch anständige Hausfrauen? Die ihre Kinder lieben? Und die sind sogar die Mehrzahl? Sie sind ja ganz ein Cleverer. Und sehen Sie, so ist es auch mit den Kinderkrippen in der Schweiz…
” Aber tausende Kinder verwarlosen fast täglich in den Schweizer Kinderkrippen. Lernen nicht was Liebe und Geborgenheit ist und sehen schlussendlich Ihr richtiges Zuhause, nicht mehr als solches. ”
Das tut mir im Herzen weh. Vor allem für die guten Kleinkinderzieherinen, die sich tagtäglich so viel Mühe geben, damit die Kinder sich wohl fühlen und den tag schön mit Altersgenossen verbringen. Ich finde solche Äusserungen gemein und unfair. Ich habe in meinem Umfeld noch nie von Kindern gehört, die in der Krippe verwahrlosen (und ich kenne wohl sehr viele, bin ich von Anfang an in dieser Situation gewesen), wohl aber schon von solchen, die mit der gelangweilten Mami den ganzen lieben Tag Fernsehsoaps anschauen (und dann im Kindergarten unmöglich sind, aber das ist eine andere Diskussion).
Schon komisch, dass mir eben jene Kleinkinderzieherinnen immer wieder sagen, dass sie ihre Kinder nie nie nie in Krippen geben würden. Gründe dafür sind neben der grossen Entfremdung der Eltern auch, dass man in einer Krippe niemals so viel Aufmerksamkeit auf ein einzelnes Kind richten kann, wie es nötig wäre. Aber wie gesagt jeder soll machen was er will. Ich könnte nicht mit dem Gedanken leben, dass meine Kinder von irgendwelchen Fremden grossgezogen werden.
hmm…, den mit den aussagen von den kleinkindererzieherinnen kaufe ich ihnen nicht ab, david. damit würden sich diese ja selbst disqualifizieren und das sie das ausgerechnet bei ihnen in repräsentativer anzahl tun sollen, scheint mir überaus unwahrscheinlich zu sein. ihre haltung, ihre eigenen kinder zu hause aufzuziehen ist ohne wenn und aber vertretbar, aber deswegen gleich auf kitas zu schiessen, ist beschränkt und ungerechtfertigt.
Die Krippenstory glaub’ ich dem David auch nicht. Wenn Kleinkindererzieherinnen wirklich so lausige Arbeit abliefern würden, dass sie selbst sagen müssten, so möchten sie ihr Kind nicht betreut wissen, müssten sie zu allererst bei sich selbst beginnen mit Kritik und halt vielleicht den Finger raus nehmen. Man kann jede Arbeit so oder so erledigen, dass es tatsächlich lausige Krippen gibt, ist bekannt, leider. So wie es auch lausige Spitäler, Anwaltskanzleien, Altersheime usw. gibt. Wer mit Menschen zu tun hat und seine Arbeit schlecht macht, ist mehr als nur ein Ärgernis. Dass eine anständige Entlöhnung die Motivation aber durchaus zu steigern vermag, sollte trotzdem nicht vergessen werden, Kleinkindererzieherinnen stehen zuunterst auf der Lohnskala, sogar eine Putzfrau verdient mehr. Womit wir einmal mehr bei den typischen Frauenberufen und deren Entlöhnung angelangt wären.
@auguste. Mancher Banker würde bei sich selber auch nicht Geld anlegen. Warum also nicht Kleinkinderzieherinnen, die genau eben den Laden von innen her kennen?
@Auguste, Langstrumpf und co.
Diese Kleinkinderzieherinnen machen sich keineswegs selbst schlecht oder disqualifizieren sich. Sie machen ihren Job gut und geben ihr bestes für die Kinder, meistens sogar mehr als die eigenen Eltern (welche sie 5 Tage die Woche einfach abgeben). Der Grund warum solche Frauen die Kinder niemals selbst in Krippen geben würden, hat nichts mit den Krippen und ihren Arbeiterinnen zu tun. Es ist weil sie sehen wie sich die Kinder emotional von den Eltern entfernen. Viele Kinder wollen nicht mehr nach Hause, sagen sogar “Mami” zu den Frauen usw. Auch wenn die Krippen die Arbeit gut machen, sind es dort trotzdem mehrere Kinder auf eine Frau und da kann man halt nicht 100% Aufmerksamkeit auf jedes einzelne Kind richten und Kindern in diesem Alter benötigen dies einfach. Ab dem Spielgruppen/Kindergarten-Alter sieht das dann wieder anders aus.
hmm…, ich bin nicht sicher, ob ich so viele neue kinderspiele kennen gelernt hätte, wie sie die knirpse in der kita aufgeschnappt hatten. garantiert wäre ich aber nicht der pokémon-spezialist geworden, der ich heute bin.
Ich weiss nicht, wie das finanziell funktionieren soll. Natürlich, wenn die Frau oder der Mann eine hohe Position hat und viel verdient, ist das kein Problem, aber es gibt nun mal viele Familien, wo beide nur in schlechtbezahlten Berufen arbeiten. Nicht nur Wohlsituierte “haben ein Anrecht” auf Kinder. So viel zum finanziellen Aspekt. Wie regelt man das “Problem”, dass evtl. nun mal beide arbeiten wollen? Ich selber war als Kind tagsüber bei einer sogenannten Tagesmutter und ging abends und am Wochenende nach Hause. Meine Eltern verbrachten nicht viel Zeit mit mir, aber sie war intensiv und schön. (Bitte nennt’s nicht “Qualitytime”.) Ich hatte nie den Eindruck, dass ich in einem nicht gesicherten, lieblosen Umfeld aufgewachsen bin.
hmm…, und nur so ganz nebenbei, david: liebe und geborgenheit erfährt man, das kann man nicht erlernen – nicht einmal zuhause.
So ein Blödsinn David. Ich bin Kleinkinderzieherin, seit kurzem Mama und ich werde unserem Sohn ein 60% Krippenpensum ermöglichen. Da Ihre Kinder nicht in einer Kinderkrippe sind, frage ich mich, woher Sie diese vielen Voten haben von Kleinkinderzieherinnen. Ich bin inzwischen 35 und habe in diversen Krippen gearbeitet, und kenne NUR pro Stimmen.
Es gibt einige, die nicht mehr auf dem Beruf arbeiten. Das hat aber nichts zu tun mit “emotionalem Entfremden usw” sondern ganz einfach damit, dass dieser Beruf auslaugt (eben gerade weil Kinder soviel Aufmerksamkeit brauchen und die selbstverstänlich auch bekommen).
Ich bin ziemlich sicher, Sie haben eine Krippe noch nie von innen gesehen. Sonst kämen Sie nicht auf eine solch abwägige Idee.
ganz genau so sehe ich das auch.
tägliche arbeit mit kindern – zuhause, in der kita, im hort oder im schulischen bereich – fordern jede_n einzelne_n.
statt krause behauptungen anzustellen, wie es user david hier tut, wäre die aufforderung: ‘gehen sie da mal hin und hospitieren sie vor ort mindestens einen monat lang täglich’, angebracht.
schreiben sie dann wieder und wir sind alle gespannt auf ihre _erlebten_ eindrücke, nicht auf die für mich unreflektierten behauptungen, die m. e. nichts anderes zum ziel haben, als zu diffamieren und schlechtes gewissen zu verbreiten, wenn frau/mann kinder stundenweise fremdbetreuen lässt und damit deren soziale emotionalität stärkt.
das miteinander mit verschiedenen kindern und betreuungspersonen fördert – ganz nebenbei – ausserdem die sprachkompetenz und erspart ‘der gesellschaft’ millionen von franken, die heutzutage für nicht integrierte junge männer ausgegeben werden müssen, die frustriert durch ihr nicht-integriert-sein von unsern steuergeldern in öffentlichen verwahranstalten ‘nachbetreut’ werden müssen…
nicole althaus’ beiträge vemisse ich jetzt schon – meine besten wünsche zur neuen aufgabe!
Als mein Papi erfuhr, dass ich mein Kind ab dem 4. Monat für 1,5 Tage die Woche in die KiTa stecken werden (muss..?), bekam er eine leichte Panikattacke. Er selber war nämlich bis zu seinem 20. Lebensjahr ein Heimkind, und zwar u.a. im sadistischen Kinderdorf Rathausen (siehe die Reporter-Sendung dazu auf http://www.sf.tv) – als ich mit ihm zusammen am Tag der offenen Tür der Kita war, atmete er auf und war sogar sehr gerührt. Kein Vergleich zu früher!
…und herzliche Gratulation Frau Althaus – Die Bedeutung von Nicole ist “Sieg”
Alles Gute und danke, Frau Althaus! Da ich Ihre Schreibe mag, werde ich sicher Ihre neuen / anderen Projekte verfolgen.
Ich bestehe darauf, dass Sie meinen Nich nicht benutzen. Es ist klar dass sie hier eine Kampgane machen. as ist Nickstalking. Dass sie mit xaM dazu zusammenarbeiten ist unter jedem Hund!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
hmm…, ruhig blut katharina kometenschweif, die “blaue” katharina betreibt kein nick-stalking und nicht jeder blog, der das “todesanzeige-layout” verwendet, hat eine verbindung zum richtigen mann. das sieht nach zufall aus und ausserdem ist sie ja “blau”. sie sehen, ich ignoriere sie keineswegs, aber ich verpasse schon hie und da posts, die sich an mich richten. wahrscheinlich ein leichter fall von blogger-ads.
Ich benutze im Internet seit je her kein “Nick”, sondern meinen richtigen Vornamen. Wie Sie vielleicht selber wissen, ist der nicht gerade selten. Sie dürfen mich gerne direkt kontaktieren, dann gebe ich Ihnen meine Telefonnummer, wenn Sie mit mir reden möchten.
@David: Die Aussage, dass Kinder in Schweizer Kinderkrippen verwahrlosen, ist doch sehr dicke Post. Wichtig ist für Kinder, dass sie liebevolle und konstante Bezugspersonen haben und nicht ‘herumgeschoben’ werden. Konstante Bezugspersonen sind natürlich in erster Linie wir Eltern, aber auch Grosseltern, Tagesmütter, Betreuerinnen in einer Krippe. Die Erfahrung, dass nicht nur Eltern ein Kind lieb haben, sondern auch andere Menschen im Umfeld, ist für jedes Kind wertvoll. Wir können ja auch mal ausfallen, ob wir wollen oder nicht, und dann haben die Kinder auch noch andere Menschen, denen sie vertrauen können. Auch dass in anderen Familien halt andere Regeln gelten ist lehrreich und häufig Ursprung spannender Diskussionen am Familientisch, die ich nicht missen möchte. Ich bin seit 18 Jahren erwerbstätige Mutter und mache immer wieder einen Spagat, um alles unter einen Hut zu bringen – die Beziehung zu meinen drei Töchtern könnte ich mir aber inniger nicht wünschen.
@Nicole: viel Freude auch weiterhin an Familie und Job!
“Ganz kühl betrachtet ist Karriere als ein Phänomen zu sehen,
das mehr mit Geben als mit Nehmen zu tun hat.”
Dieter Hildebrandt
Meine (alleinerziehende) Mutter hat immer sehr viel gearbeitet (vorallem weil sie sich und zwei Kinder alleine durchbringen musste). Sie hat mir manchmal gefehlt, aber ich habe schon als Kleinkind begriffen, dass man für Geld bzw. seinen Lebensunterhalt arbeiten muss und daneben eben noch (Vollzeit-)Arbeiten a la Haushalt, Kinder erziehen etc. anfallen. (Meinen Vater habe ich übrigens nie aktiv vermisst,l was man nie hatte, kann man schliesslich auch nicht wirklich vermissen, oder?)
Ich empfinde es als grossen Vorteil, dass ich schon als Kind Verantwortung übernehmen musste und mir beigebracht wurde, dass man arbeiten muss, wenn man über sich und sein Leben bestimmen will.
Karrieremutter ist für mich in keinster Weise ein Schimpfwort sondern eher eine Art Synonym für Vorbild. Ich bekam von meiner Mutter übrigens auch immer die Liebe die mir zusteht, ihr Beruf hinderte sie in keinster Weise daran, mir und meinem Bruder das Gefühl zu geben, geliebt zu werden!
Mir persönlich sind desweiteren auch keine junge Frauen bekannt, deren prioritäres Ziel NICHT die Ausbildung und Karriere ist. Der (meist vorhandene) Kinderwunsch hat damit nicht wirklich etwas zu tun. Es ist uns kinderlosen, ambitionierten Frauen zwar (einigermassen) bewusst wie schwierig es ist, Kinder und Beruf miteinander zu vereinbaren, aber wir haben keine Zweifel daran, dass wir unseren Weg finden werden (vorzugsweise mit einem offenen Mann, der seine Frau nicht “den Kindern zuliebe” an den Herd fesseln will, sondern sie auch karrieremässig unterstützt. Das gleiche dürfte er dann natürlich auch von ihr erwarten, was die Eltern in spe zu einem wirklichen Team zusammenschweissen würde. Optimale Voraussetzungen für das Kinder grossziehen. Man sieht worans noch scheitern könnte und zwar weder am Kinder- noch am Karrierewunsch (noch an sonstigen Wünschen) der Frau.
Ist es nicht so, dass Frauen, die Karriere machen, über genügend Einkommen verfügen um eine Tagesnanny oder eine Kinderkrippe bezahlen zu können? Frau Althaus, schreiben sie doch wie sie einen Tag (24h) verbringen, arbeiten sie zu 100%, bringen sie die Kinder in eine Krippe, kommt für den ganzen Tag eine Nanny und wieviele Stunden sehen bzw. verbringen sie mit den Kindern? Dass sie aufzählen wie umsorgt sie von Versicherungen etc. werden ist doch nicht so wichtig, aber man kann sich damit abheben vom ganzen Rest. Schreiben sie doch in einem Monat, wie sie das Mamaleben als Karrierefrau meistern.
Entweder Du verdienst viel Geld oder dann sowenig Geld, dass Dir vom Staat vieles bezahlt respektive subventioniert wird. Für viele wie uns (z.B. meine Frau und ich) lohnt sich ein Arbeitspensum über 100% auf keinen Fall. Du zahlst voll KK, voll Krippe, brutal progressiv Steuern etc. Kurz, beispielsweise von einem Pensum von total 150% verbliebe am Schluss 90%. Ergo, muss jemand zuhause bleiben (und die Nanny oder den Nannerich sein) oder beide arbeiten “bloss” 50%. Heroische Karriere-Eltern und -Kinder die alles können und alles sind gibt es so nicht.
Generell ist es ist doch völlig legitim, wenn Frauen oder Männer Karriere machen; unabhängig davon, ob sie Erzieher sind oder nicht.
Das einzige was mir auf den Keks geht, sind diejenigen, welche alles (Karriere und Kinder) haben müssen/wollen und dann von der Allgemeinheit noch Unterstützung FORDERN. Entweder kann ich mir beides leisten (finanziell) oder ich muss hald auf das eine oder andere verzichten. So ist das Leben.
Viel Erfolg bei “Wir Eltern”, Frau Althaus! Falls Sie noch mehr Leser bei WE möchten, sollten vielleicht die Männer noch etwas besser angesprochen werden. Ein Blick auf die Redaktion von WE (http://www.wireltern.ch/impressum/index.php) zeigt, dass es ausschliesslich “Wir Mütter” sind, die das Magazin schreiben.
Ich bin schon bei www1Eltern.ch angemeldet. Diese Seite ist sehr gut, da von Eltern für Eltern gemacht. Und nicht von einem Komerziellem Magazin für Eltern gemacht. Dort wird einem geholfen, ob alleinerziehende Mutte getrennter Vater oder alleinerziehender Vater. Jeder hilft jedem. Wir Eltern ist doch wider so ein Kommerzielles Unding wo nur durch Werbung überlebt, aber an der Realität vorbeschiesst. Schade um Frau Althaus, aber der Spruch, Geld regiert die Welt scheint mier auch bei ihr nicht schadlos vorbeigegangen zu sein.
wir schreiben das jahr 2010. jeder mensch der auf die welt kommt ist – in der theorie – ganz genau gleich. in der praxis nicht, das ist klar. wir, die schweiz, geben uns aber vergleichsmässig relativ viel mühe, chancenungleichheiten auszugleichen. braucht es dann wirklich einen so dermassen hohen iq um sich bewusst zu werden, dass es nichts anderes als eine bodenlose frechheit ist, einer frau die “kinderfrage” alleine aufzudrängen?
wir sind alle individuen und es ist längst nicht so, dass alle frauen ihr eigens ich nur allzugerne völlig aufopfern, um sich 24 stunden am tag um ein kind zu kümmern (es bleibt auch die frage übrig, ob so eine betreuung gesund ist, für mutter UND kind)
wenn wir unseren töchtern schon die gleichen ausbildungsmöglichkeiten bieten wie unseren söhnen, sollten wir sie dann wirklich wieder ausbremsen, ihnen mutter auf die stirn stempeln und es ihnen zum vorwurf machen, wenn sie die beruflichen möglichkeiten die sie haben, auch nutzen wollen – sowie ihre brüder? das ist ja wohl mehr als lächerlich!
@david: kinderkrippen sind alles andere als verwahrlost. die kinder werden dort liebevoll betreut und lernen wichtiges z.b. auch in sachen sozialkompetenz.
@marco: würden sie auch die antworten herrn althaus auf ihre fragen interessieren?
@david & marco & dergleichen: wurden sie zu hause von mutter und schwestern umsorgt, ohne selbst etwas tun zu müssen (jetzt haushaltstechnisch, nichts “wirkliches” natürlich..?) dacht ichs mir…
kinder zu erziehen ist wie das leben: eine schlampe. man kann es eben einfach nie ganz richtig machen bzw. egal wie man es macht, es bietet sich immer irgendetwas als angriffsfläche an, sei es für aussenstehende oder die eigenen kinder.
es ist – im jahr 2010 – bestimmt für jedes kind von vorteil, wenn beide eltern arbeiten und sich auch zusammen um das kind kümmern (mit hilfe weiterer bezugspersonen, von der grossmutter bis zum kleinkinderzieher). nur so lernt ein kind von anfang an, was gleichberechtigung und leben im allgemeinen wirklich heisst, und danach müssen wir leben meine lieben herren, obs der werten herrlichkeit genehm ist oder nicht. ansonsten gehts nämlich auch ohne.
*lach* tja, so ist es nun mal. Ob es uns gefällt oder nicht
Aber viel Erfolg und Glück.
Hi Debbie. Mit verwarlosen meinte ich eher auf emotionaler Basis. Die Einrichtungen und die Frauen die dort arbeiten sind super. Kenne mehrere Kleinkinderzieherinnen. Weiteres ist in meiner Antwort auf Dreamers Text zu lesen, weiter oben.
lieber david
wenn die einrichtungen und die frauen so super sind, wie kommst du dann darauf, dass die kinder auf “emotionaler basis” verwahrlost werden?
ich selbst bin ein krippen-opfer und obwohl ich anfänglich ein wenig angst vor den vielen kindern hatte, wollte ich nach einer gewissen zeit kaum mehr nach hause, wo all die spielkamaraden gefehlt haben. was der bauer nicht kennt, oder so ähnlich… macht man mit hundewelpen übrigens auch (das zusammenstecken mit anderen welpen, soll die sozialisierung fördern…)
meine mutter ist – aber, trotzdem, deshalb oder wie auch immer- nachwie vor der wichtigste mensch in meinem leben. nie habe ich durch jemand anderes soviel liebe erfahren wie durch sie (lucky me, i know). und das obwohl sie meinen bruder und mich alleine gross gezogen hat und daneben meist mehr als 100% gearbeitet hat (und die kinder in der folge zwangsläufig “fremd betreuen lassen” musste, weil der liebe herr papa sich vollständig aus der verantwortung gezogen hat. und zu ihrer information: dieses verhalten der “berufstätigen väter” habe ich auch bei vätern die physisch noch anwesend waren, desÖFTEREN feststellen müssen.
ich ich habe meine mutter – wie gesagt – manchmal vermisst, manchmal hat es mir aber gerade in den kram gepasst, dass sie nicht da war und ich habe mich wegen ihrer berufstätigkeit und ihrer abwesenheit infolge dessen NIE NICHT geliebt gefühlt. ich habe nur gelernt, dass frau das, was man kann, eben schon längst und meist noch besser kann.
hmm…, nun ist es also soweit. nebst der tatsache, dass ich ihre blogs vermissen werde, betrübt es mich auch ein wenig, dass ihr foto rechts oben wohl ebenfalls verschwinden wird. die verschmitztheit des bilcks und des mundwinkels zusammen mit den hochgesteckten haaren und dem decolleté fand ich irgendwie fazinierend (es gäbe auch ein wesentlich kürzeres wort dafür).
die tuschs zum schluss überlasse ich den unvergleichlichen dixie chicks und der hinreissenden shania twain:
youtube: dixie chicks – wide open spaces
youtube: shania twain – man, i feel like a woman
bravo und viel glück.
“dass ihr foto rechts oben wohl ebenfalls verschwinden wird. die verschmitztheit des bilcks und des mundwinkels zusammen mit den hochgesteckten haaren und dem decolleté fand ich irgendwie fazinierend (es gäbe auch ein wesentlich kürzeres wort dafür).”
Sexy?
Liebe Frau Althaus
ich werde Ihre Texte (inklusive Studienzusammensuchereien…;-) ) sehr vermissen,
schade dass Sie gehen!!!
Aber auch ganz viel Freude, Erfolg und begeisternde Erlebnisse am neuen Ort!
Ich freue mich für Sie, dass Sie diese Gelegenheit packen konnten und ein neues Feld vor Ihnen liegt,
alles alles Gute!!!
@ Nicole Althaus
Herzlichen Dank für Ihre Beiträge, war für mich eine Bereicherung, toi toi toi Sie sind unterwegs
Nach meiner Scheidung war ich angewiesen, meinen Unterhalt selbst zu bestreiten, während meiner Arbeitszeit war ich angewiesen auf einen Krippenplatz für meine Tochter. Ich schätze das vielseitige Krippenangebot im hier und jetzt. Die guten Ratschläge, wenn ich mal jammerte, ich soll einen Millionär heiraten habe ich immer in den Wind geschlagen. Ich wollte einfach nie finanziell abhängig sein von einem Mann, ich bin mir selbst treu geblieben, ist auch ein Weg, mein Weg.