
Der Storch muss umdenken: Auch Lesben und Schwule wollen Eltern werden
Leas Uhr tickt. Monat für Monat ein bisschen lauter, seit sie die Mittdreissiger überschritten hat. Sie hätte gern ein Kind. Und zwar möglichst schnell. Lea hat Glück: Ihre grosse Liebe wünscht sich ebenfalls eine Familie, die Beziehung ist gefestigt, das Einkommen gesichert. Das Fundament der Familie steht, also. Doch Lea hat auch Pech: Sie liebt eine Frau. Und damit hat der eine Pfeiler des Fundaments das falsche Geschlecht. Homosexuelle dürfen in der Schweiz zwar «heiraten», ihre Partnerschaft also auf dem Standesamt eintragen lassen, aber sie haben weder ein Recht auf Adoption, noch dürfen sie sich künstlich befruchten lassen. Der Ausweg? Sie suchen schwule Papas zwecks Gründung einer Regenbogenfamilie. Wie das in diesem Land geht, ist in einer interessanten Reportage in der neusten annabelle nachzulesen. Wie es auch sein könnte, schildert eine Geschichte im Magazin über zwei schwule Väterpaare in den USA.
Regenbogenfamilien haben Konjunktur. Eine neue Generation von Lesben und Schwulen scheint sich auch reproduktiv nicht mehr diskriminieren zu lassen. Und sie findet Wege, das gesetzliche Elternschaftsverbot, welches die Schweiz ihnen auferlegt hat zu umgehen: Die beiden Frauen etwa, welche die Reporterin Nicole Gutschalk begleitet hat, haben den künftigen Papa im Internet gefunden. Auf der Website familyproject.ch, die vor gut einem Jahr aufgeschaltet worden ist und sich an Schwule und Lesben mit Kinderwunsch richtet. Die Vernetzungs-Idee schlug ein – im wahrsten Sinne des Wortes: Das erste Family-Project-Baby ist bereits auf der Welt und die beiden Mütter und Väter strahlen von der Site. Das ist offenbar die beste Werbung. Denn gemäss Betreiber melden sich im Durchschnitt 400 neue User im Monat an. Zum Beispiel Rayen und Peter aus Zürich:
«Wir wünschen uns ein Kind. Da wir aktiv am Leben des Kindes teilnehmen möchten, suchen wir eine Mutter, die bereit ist, das Sorgerecht für das gemeinsame Kind mit uns zu teilen. Über eine Kontaktaufnahme würden wir uns sehr freuen.»
Doch selbst wenn der Wunsch der beiden Schwulen in Erfüllung geht – Rechte haben Homosexuelle Eltern kaum: Ein Kind kann gemäss Schweizer Gesetzgebung weder zwei Mütter noch zwei Väter haben. Anders als etwa in den USA, Holland, Schweden oder Dänemark, haben Lesben und Schwule hier kein Recht auf gemeinsame Elternschaft. Allerdings kann niemand, auch nicht Helvetia, den Lesben verbieten, schwanger zu werden. Oder den Schwulen Vater. Nur: Rechtlich herrscht dann ein Vakuum. Im Todesfall der leiblichen Mutter etwa, hätte die zweite Mama (und der soziale Papa) nicht einmal ein Besuchsrecht. Selbst wenn die lesbischen Mütter und schwulen Väter ihre Rollen und Pflichten vertraglich festgelegt haben. Selbst wenn sie das Kind jahrelang gemeinsam aufgezogen haben.
Die rechtliche Lage hinkt der Realität also hinterher. Was laut Fachleuten «zu einem fortwährenden juristischen Experiment am Kind» führt. Denn bezüglich Kindern in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften gibt es immer noch grosse Vorbehalte. Besonders in der Schweiz. Dort wurde vor fünf Jahren das Adoptionsrecht aus dem Gesetz über die eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlicher Paare gekippt, aus Angst, das Volk würde es deswegen bachab schicken. Dabei zeigen eine Vielzahl von Studien, dass Kinder in sogenannten Regenbogenfamilien weder gravierende Diskriminierungserfahrungen machen, noch Probleme haben, ihre Geschlechterrolle zu finden. Die neuste stammt von der Universität Bamberg und löste in Deutschland eine Diskussion über das volle Adoptionsrecht für Paare gleichen Geschlechts aus.
In der Schweiz befinden sich die Schwulen- und Lesbenorganisationen mit ihrer Petition: «Gleiche Chancen für alle Familien» im Endspurt. Am 15. Juni wird sie eingereicht. Haben Sie unterschrieben? Oder finden Sie die Forderung nach reproduktiver Gleichstellung von Homosexuellen vermessen? Und wenn ja, warum?
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Nina Merli war Journalistin für «Facts» und «Annabelle», arbeitete zwischenzeitlich als Kunstagentin und schreibt seit Frühling 2011 im Reporterteam von Newsnet. Sie lebt mit ihrer Patchwork-Familie in Zürich und ist Mutter einer Tochter. Sie ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub.
Jeanette Kuster ist Redaktorin, freie Journalistin und zweifache Mutter. Sie war bei verschiedenen Medien vorwiegend in den Ressorts Lifestyle und Kultur tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich und ist zurzeit im Mutterschaftsurlaub. 

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Ob sich die großzügigen “Spender” bewußt sind, dass sie keinerlei Rechte wegen des Kindes haben, aber die einklagbare Pflicht, dem Kind bis zu einem selbständigen Leben Unterhalt zu bezahlen? Das können mehr als zwanzig Jahre sein!
Aber nur wenn der Mann einer Frau ein Kind spendet, umgekehrt wohl kaum. Und wenn sich keiner findet dann bezahlen wir Steuerzahler dies halt aus unserem rosa geldsäckli, eifach säckli ufmache, s’gäld inetue und ………
Und was ist mit dem, der einfach so wild durch die Gegend rammelt und alles flach legt, was einen Rock oder BH trägt und bei drei nicht auf den Bäumen ist?
das ist ein hummer (fahreug0 auf zwei beinen. dumm ist wenn er das an der street parade tut. auf den baeumen notabene.
Ach ja – die Nicole Althaus. Was hätte unsere Toleranzbestie auch anderes schreiben sollen als jeder darf alles, vor allem wenn es Linke, Möchtegernintellektuelle oder Homos sind.
Wenn also Lesben und Schwule miteinander pimpern, damit sie doch noch ihre Gene weitergeben können, hat das schon was von Real-Satire und darf nicht verboten werden.
Jedoch für ihre Kinder wird es die Hölle und sie werden ihre Homo-Eltern dafür hassen. Ich freue mich schon auf die nächste Forderung: Schulen nur für Kinder von Homos, damit sie nicht gehänselt werden können und Nicole Althaus mit ihrem linksgedrallten Clan wird das natürlich eine Superidee finden.
@Staunemann:
haben Sie schon mal gehört, was diese Kinder denn tatsächlich sagen? Ich schon. Sogar schon viele Male. Von Hölle war da gar nie die Rede, im Gegenteil!
Was Kindern aus Regenbogenfamilien oft zu schaffen macht, sind Vorurteile gegenüber ihren Eltern. Sie haben verstanden, was viele Menschen nicht verstanden haben: Liebe ist etwas anderes als Sexualität.
Die betroffenen Kinder erleben ihre Familienform als selbstverständlich und normal, obwohl sie die Unterschiedlichkeit
zu anderen Familien bereits früh wahrnehmen.
Bei Studien mit Regenbogenkindern fiel übrigens auf, dass diese ein überdurchschnittliches Toleranz-Gefühl entwickeln. Woah, stellt Euch mal eine Welt mit toleranten Menschen vor…!
In den USA gibt es gemäss offizieller Statistik (National Survey of Family Growth ) zwischen 8 bis 10 Millionen Kinder, die in einer lesbischen oder schwulen Familie aufwachsen. Habt ihr je schon etwas von dieser Hölle gehört? Nicht? tja…
8 – 10 millionen kinder in den usa…. das ist ein drittel prozent der einwohner, die eh alle kinder sind.
steht schon in der verfassung: the pursuit of happiness…
glueckliche sind kinder. denn so steht es in der bibel, wenn ihr nicht werdet wie kinder, werdet ihr nicht in mein reich kommen.
ein post einer gelangweilten.
Staunemann, ich bin schwul und habe mich schon oft an den Texten von den beiden Blogbetreiberinnen gestört, weil sie Homosexuelle bei gewissen Themen bewusst ignorieren. Diese Frauen sind nicht ausschliesslich schwulenfreundlich und linksgesinnt, also halt einfach mal deine Klappe (bzw. Tastatur) wenn du von nichts ‘ne Ahnung hast.
Na, na Neuschwuchtel. Wie wärs mit einem Kommentar zum Thema? Die Damen als nicht schwulenfreundlich zu betiteln, nur weil sie nicht in jedem Blog auch noch ein Sätzchen über euch verliert, amüsiert sehr. Die Welt dreht sich nicht nur um euch.
Staunemann, sie leben 70 Jahre zu spät. Damals hätten Sie eine Reichsmedaille bekommen, heute poliere ich Ihnen die Fresse so lange, bis sich keiner Ihrer menschenverachtenden Gedanke mehr nach draussen wagt. Meine Geduld mit Menschen wie Ihnen ist am Ende.
@Mathias hehe…geiler kommentar!
Ach nö – schon wieder so ne Amöbe die mit der Nazi-Keule schwingt. Ersparen sie sich ihre Drohungen, sonst sehen wir uns vor dem Richter.
Erstaunt mich doch sehr, dass Madame Nicole diese Kommentare durchlässt. Aber das ist wohl so, wenn frau auf dem linken Auge blind ist.
… und ich dachte immer ‘pimpern’ heisst pinkeln … aber das Homosexuelle davon schwanger werden können, ist mir neu
Naja, das mit dem Meinen ist so ne Sache. Heute muss man nicht mehr viel Wissen, aber was ne Suchmaschine ist sollte auch bis zu dir durchgedrungen sein. Also google.ch eingeben und das gewünschte Wörtchen suchen und schon musst du nicht mehr meinen.
Staunemann danke für deine Antwort. Hat richtig Spass gemacht das zu lesen. Ich finde es traurig, dass schon Konzerte verboten werden nur weil es Pink-Cross störrt wenn jemand singt er mag kein Schwule und steht auf Frauen. Wo bleibt den hier die Toleranz oder Künstlerische-Freiheit? Mich stört die Toleranz für intoleranten Leute. Darunter leiden irgendwann alle anderen. In dem Fall die Kinder. Nur ist es halt so, dass man dazu erst in 30 Jahren eine brauchbare Studie machen kann. Oder mit anderen Worten dann wenn es zu spät ist.
@alle
Hab mir jetzt die Kommentare so durchgelesen – sogar zwei selbst eingesandt – und bin zum jetzigen Zeitpunkt wirklich nur noch erstaunt.
Da gibt es also Blogleser/Verfasser die eine Meinung pro oder kontra zu dem “Recht auf Kinder für Homosexuelle Paare”, oder auch zu anderen wichtigen oder weniger wichtigen gesellschaftlichen Themen äussern.
Ich lebe seit 13 Jahren nicht mehr in der Schweiz, verfolge aber über Internet und Zeitungen aus der Ferne, was sich in meiner Heimat (und offensichtlich auch in anderen, mehrheitlich westlichen Ländern) im grossen ganzen so politisch und gesellschaftlich, oder auch wirtschaftlich, ereignet. Dabei erwächst in mir je länger je mehr der Verdacht dass auf allen drei Ebenen nur noch individualistisch (egoistisch???, narzisstisch???), partikularistisch und polarisierend argumentiert wird.
1. Der Wirtschaftsexponent: “Der Gewinn auf dem Eigenkapital muss mindestens 25 % betragen, sonst sinken die Aktien und ich verliere meinen Bonus. Eine solche Rendite kann natürlich nur in einem günstigen Steuerumfeld erwirtschaftet werden. Der Staat verschuldet sich wegen hoher Ausgaben und tiefen Steuereinnahmen? Kein Problem – ich stelle dem Staat von meinen gesparten Steuern Kredite zur Verfügung und verdiene damit noch etwas dazu, Rendite also optimiert.”
2 a) Mitglied der Gesellschaft (eher gut (aus)gebildet, progressiv, politisch korrekt): “Alle Afrikaner sind nett und farbig oder schwarz, nur Neger dürfen sie nicht sein. Sie werden ausgebeutet von uns bösen Altkolonialisten. Dazu gehöre ich natürlich nicht, da ich dieses System ja aktiv bekämpfe. Ich bezahle deshalb für jeden Kaffee, den ich trinke, vier Franken zusätzlich an humanitäre Werke, und für jedes T-Shirt, das ich im Laden erstehe, entrichte ich einen Zusatzobulus von 30 Franken in den ‘Ausgleichsfond für gerechte Löhne in Entwicklungsländern’. Frauen werden von Männern noch heute unterdrückt und bedürfen deshalb der expliziten Förderung. Männer sollen ihre feminine Seite entdecken. Weg von Ingenieurwesen und Computertechnik – hin zum guten Vater.”
2 b) Mitglied der Gesellschaft (eher schlechter gebildet): “Die Neger sind alle faul und nehmen uns die Arbeit trotzdem weg. Und wenn sie keine Arbeit kriegen, liegen sie unserem Sozialstaat, finanziert mit unseren sauer verdienten Franken, auf der Tasche. Vergewaltiger gehören umgebracht, Emanzen hinter den Herd und eine ordentliche Tracht Prügel hat noch keinem Kind geschadet. Ach ja, und die Linken gehörten eigentlich alle hinter Schloss und Riegel.”
3 a) Der Politiker (Sozialist, populistisch): “Der neoliberale, globalisierte Kapitalismus ist ein Skandal und wird unsere Gesellschaft und Umwelt über kurz oder lang zerstören! Steuersenkungen für die Reichen gehen Hand in Hand mit Lohnsteuererhöhungen und höhlen die gesellschaftliche Solidarität aus. Ich trete ein für bezahlten Mutterschaftsurlaub von mindestens drei Jahren bei gleichzeitiger Arbeitsplatzgarantie für einen Wiedereinstieg und freie Krippenplätze in genügender Anzahl in unserem Land.”
3 b) Der Politiker (rechtskonservativ, populistisch): “Die heutige Steuerlast ist ein Skandal und wird die Wirtschaft dazu zwingen die Produktion ins Ausland zu verlagern. Erbschaftssteuern gehören abgeschafft und durch eine entsprechende Lohnsteuer ersetzt. Der Sozialstaat muss schlanker und Anreize zu Eigenverantwortung gefördert werden etc. etc. etc.
Anstelle von ‘Wirtschaftsexponent’, ‘Mitglied der Gesellschaft’ oder ‘Politiker’ hätte ich (von Ausnahmen abgesehen) ebensogut Blogleser/in xy, abc, etc. oben beschreiben können. Alle haben sie aus ihrer Sichtweise bis zu einem bestimmten Punkt “recht”, in Ihrer Gesamtsicht aber “unrecht”. Nur – auseinandersetzen miteinander tun sie sich nicht; geschweige denn, sich austauschen oder sogar respektieren.
Ich, 53, bin aufgewachsen in einer Schweiz, wo 1 noch mit 2 a), b) und 3 a) und b) reden konnte (zumindest gelegentich) und gemeinsame Lösungen gefunden wurden. Gemeinsame Lösungen sind in (fast) aller Regel Kompromisse.
Es scheint mir, dass Kompromisse immer schwieriger zu finden sind, und dass sie, einmal gefunden, immer fauler werden – lieber kämpfen für einen kleinen Vorteil zugunsten eines Partikularinteresses als für eine Konsensfähige Lösung für die Allgemeinheit.
Vielleicht irre ich mich aber ja auch und bin nicht auf dem laufenden, was die Blogkultur betrifft. Darf man in einem solchen Forum nur polarisierend, populistisch oder egoistisch/narzisstisch sein???
Ein Blog ist ein Blog. Ich denke, dass es hier einige gibt, die sehr polarisierend schreiben, durch das Lesen der anderen Beiträge jedoch ein offeneres Bild kriegen. Zugeben würde das allerdings aber niemand…
Danke für den super Beitrag. Genau das Kompromisse schliessen ist doch tiefschweizerisch. Mich nervt der Populismus auch.
@pedrodesconocido
Es ist so erfrischend deinen gut verfassten, grammatikalisch korrekten, und vorallem inhaltlich sehr interessanten und durchdachten Beitrag zu lesen. Ich gehe mit dir einig, dass die Menschen egoistischer geworden sind und nicht mehr bereit sind, Kompromisse zu schliessen oder wenigstens konstruktive Diskussionen zu fuehren.
Ich liebe wie einfach es ist, via Internet mit der ganzen Welt “im Kontakt” zu sein. Einerseits haben wir heute, im Vergleich zu den siebziger und achtziger Jahren, all diese neuen Kommunikations Moeglichkeiten. Anderseits leidet deshalb aber jetzt oft die Qualitaet des Geschriebenen und man muss viel Zeit damit verbringen, einen guten Artikel oder eine wertvolle Meinung zu finden.
tl;dr
Was hat dein Kommentar mit dem Blogeintrag zu tun?
Was der Kommentar mit dem Blogeintrag zu tun hat? Sehr viel! Es ist ein Kommentar auf der Metaebene. Also ein Kommentar über die Kommentarkultur und meines Erachtens gleich wichtig, wenn nicht wichtiger, als die Kommentare selber. Wie wollen wir zusammen kommunizieren, damit ein SINNVOLLER Dialog entsteht. Oder ist am Ende der Dialog gar nicht gewollt, sondern nur der Monolog??
Und übrigens: wie ist das, wenn ein Homo-Paar mit adoptieren Kindern aus dem Ausland in die Schweiz zieht? wird dann geprüft, wessen Kind das jetzt ist, und der/die andere verliert dann den Elternstatus?
nein. sie werden an der grenze zurueckgewiesen, weil das boot voll sei.
Das mit dem Boot werden wir in den nächsten Jahren schon noch merken. Vielleicht dann, wenn es nichts mehr auf dem Teller hat.
Kann ja sein, dass beide Auslandschweizer sind, oder EU-Bürger, oder sonst wie ein Anrecht auf Niederlassung haben.
die werden sicher einen weg finden, die buergerschaft abzusprechen. haben eu buerger ein RECHT auf niederlassung in der schweiz? nein. es gibt bilaterlae abkommen, die ihnen das privileg geben. es ist ein privileg, nicht ein recht.
Ist schon lustig. Niemand kümmert sich, wenn schwule und lesbische Teenager in religiösen oder anderweitig konservativen Familien während ihrer Jugend durch die Hölle gehen. Wenn sie von ihren Mitschülern verspottet und verhauen werden. Aber dass ein heterosexuelles Kind mit schwulen oder lesbischen Eltern sich allenfalls blöde Sprüche von seinen Klassenkamerädchen anhören muss, das ist ein Riesenthema.
Ich finde nicht, dass das hier zum Riesenthema gemacht wurde.
Im Gegenteil, abgesehen von den angriffigen udn pauschalisierenden Posts gibt es doch ganz viel Futter zum Nachdenken, und zwar für beide Seiten!!!
Haben Sie erlebt dass aufgrund einer Homosexualität verspottet und verhauen wurde?
Für die vielen Schläger und Spötter von heute braucht es gar keinen Grund mehr um zuzuschlagen, denen reicht ihre eigene Langeweile und jeden kann es treffen.
Ja, ich hätte sehr Mühe wenn meine Kinder homosexuelle Tendenzen entwickeln würde, und ja, mir ist klar dass die Befürworter mich sofort darauf hinweisen, dass dieses Kind eben schon so auf die Welt gekommen ist.
Ich glaube das betrifft bloss einen kleinen Prozentsatz, und ich hätte Mühe.
ABER dies ist nicht gleichbedeutend mit Liebesentzug, Rückzug meinerseits, Verachtung oder Verstossung.
Und nach wie vor finde ich, dass ein zu zeugendes Kind nicht von Beginn weg in eine gleichgeschlechtliche Konstellation geplant werden darf. Es braucht Mann&Frau zur Zeugung, und ebenso in der Präsenz, am liebsten unterm selben Dach. Mir fehlt da die Ergänzung, die beiden Pole, wie auch immer man das nennen möchte.
Selbstverständlich braucht es rechtliche Grundlagen für den Umgang mit all jenen, die es heute schon gibt, also die Kinder welche in solche Partnerschaften hineinkommen, aufgrund welcher Gründe auch immer.
Das ist aber nicht dasselbe wie rechtliche Grundlagen für zu zeugende Kinder schaffen.
Wie schon von Verschiedenen erwähnt, es gibt kein Recht auf Kinder. Nicht unter allen Umständen und in allen möglichen Kombinationen.
Ich schliesse mich an, es ist wichtig für ein Kind beide Geschlechter als Eltern zu erleben.
Auch ich hätte bestimmt zu Beginn Mühe würde eines meiner Kinder sich gleichgeschlechtlich orientieren. Ich hätte aber auch Mühe würde eines eine 100% andere politische Richtung wählen, sich von Kopf bis Fuss tätowieren und piercen usw. Wir Eltern haben aber eben kein Anrecht auf Kinder die unseren Wünschen genügen. Wir dürfen sie begleiten aber nicht bestimmen. In meiner idealen Welt sind all meine Kinder irgendwann glücklich verheiratet, ich kriege Enkel und sie sind erfolgreich im Job. Ist dies nicht ein wenig oberflächlich gedacht? Was wenn die Kinder ganz andere Wünsche Ziele und Pläne haben. Hauptsache ihnen geht es gut, dann geht es auch mir gut. Wenn eine meiner Töchter einen Mann hat der sie schlägt, aber nach aussen ist das Bild der perfekten Familie gewährt, oder sie lebt mit einer Frau und ist glücklich? Was wäre da wohl besser?
Ich lebe mit Mann und Kindern und gehören wir bald zur kleineren Hälfte der Familien die so leben. Andere leben alleinerziehend oder in anderen alternativen Lebensformen. Es wird immer Kinder in gleichgeschlechtlichen Beziehungen geben. Es gilt diese Kinder zu schützen und deshalb müssen sinnvolle Gesetze her.
@Brunhild Steiner
Sie haben sich doch auch für die geschiedenen Väter und für das Thema der Missbrauch mit dem Missbrauch eingesetzt. Wo ist da jetzt der Unterschied. Wir können die vielen Scheidungen und daraus entstehenden Ungerechtigkeiten nicht verbieten und genau so können wir keiner lesbischen Frau verbieten Mutter zu werden oder einem schwulen Mann Vater zu werden. Also müssen wir die Kinder mit gerechten gesetzlichen Bedingungen unterstützen. Oder wollen wir in Zukunft unverheirateten Frauen ab 35 Jahren die Eierstöcke entfernen oder falls sie ledig und alleine ein Kind gebähren, ihnen dieses wegnehmen. Früher machte man solche schrecklichen Sachen. Oder denken Sie an die Kinder der Fahrenden. Im Namen der Pro Juventute hat man ganz vielen Frauen einfach die Kinder entzogen.
In einer idealen Welt, wäre da vielleicht immer Mutter und Vater. Unsere Welt ist aber nicht ideal, perfekt und fehlerlos. Wir haben Kinder aus allen Schichten, mit ganz unterschiedlichen sozialen Hintergründen. Eine geschiedene Mutter kann eine gute Mutter sein, muss sie aber nicht, ein schwuler Mann kann ein guter Vater sein.
Wie sich wohl all die Kinder fühlen die schwule Väter haben die in einer Heteroehe “gefangen” waren und sich dann irgendwann outen, im schlimmsten Fall wenn die Kinder in der Pubertät sind? Ich habe das in meiner Teeniezeit in der Nachbarschaft erlebt, dass war auch nicht schön.
Was schreckt uns denn so ab an diesen gleichgeschlechtlichen Beziehungen. Vielleicht müssen wir auch unser verstaubtes Bild vom schwulen Mann in Lack und Polizeiuniform endgültig beerdigen und in erster Linie den Menschen sehen der vor uns steht. Es gibt gute und schlechte Menschen. Würden wir nur zwischen guten und schlechten Werten unterscheiden, müssten wir doch als erstes die Kirchen verbieten. Aber auf Grund der Missbrauchsvorwürfe in den Kirchen, stellen wir auch nicht die gesamte Kirche in Frage. Nicht einmal ich, obwohl ich keiner angehöre. Wir müssen immer differenzieren.
@lisi: ich mache einen Unterschied zwischen Kindern die es schon gibt,
und ganz klar auf Regelungen angewiesen sind (inklusive deren Eltern/Bezugspersonen)
und den Kindern, die es noch gar nicht gibt.
Klar werden alle Betroffenen einen Weg finden können, entsprechende Gesetze zu umgehen.
Das ist bei jedem Gesetz so, und niemand will deswegen alle Gesetze abschaffen.
Ein Gesetz, das Zeugung und entstehendes Kind in einer gleichgeschlechtlichen Konstellation unterstützt, hat eine Signalwirkung. Ich finde es nicht in Ordnung dass einem zu zeugenden Kind von Anfang an die Ganzheitlichkeit von Mutter&Vater vorenthalten wird, ganz bewusst und geplant. Deshalb bin ich dagegen.
Ich vergleiche nicht “meine Tochter ist mit schlagendem Mann zusammen oder mit liebevoller Frau”, sondern
“Tochter mit liebevollem Mann oder mit liebevoller Frau”,
“Kind mit liebevollen Vater und Mutter oder mit liebevoller Mutter und Mutter”
und da bin ich ehrlich genug zu sagen, dass ich die eine Variante besser finde als die andere.
Und ehrlich genug mit meinen Kindern darüber zu reden, bevor sie den Meinungen/Auffassungen/Mainstream usw ausgesetzt sind. Ich bin verantworlich dafür, was ich in sie säe, gesät wird so oder so, entweder überlasse ich das einfach der “Draussenwelt” oder ich pflanze was ich für Richtig finde, im Bewusstsein dass das Kind sich auch einmal zum “Ausreissen” entscheiden kann.
So gesehen erziehe ich sie also nicht zur multioption diesbezüglich, immer darauf bedacht, dass ich ja keine Variante nicht berücksichtigt habe.
Zur Scheidung, natürlich, verbieten lässt sich das nicht. Aber wir könnten endlich mal aus den Konsequenzen lernen und den Heiratswilligen eine fundierte Vorbereitung anbieten! Zumindest im privaten Umfeld den Verliebten und Bindungswilligen auch die schwierigen Aspekte, die kommenden Herausforderungen, die Sprengstoffthemen bewusst machen. Ich mache jede Wette dass einige diesbezüglich ziemlich ahnungslos sind, woher sollten sie auch die Informationen haben?
Eltern haben wohl generell Mühe, wenn sie realisieren, dass sich ihre Kinder in eine andere Richtung als die geplante entwickeln und sich auch nicht davon abhalten lassen. Sei dies hinsichtlich sexueller, politischer, beruflicher, partnerschaftlicher usw. Art.
Aber Kinder sollten nicht gezeugt werden, damit Mami und Papi ihre Idealvorstellungen realisert sehen können. Es ist Gott sei Dank immer noch so, dass Kinder sich in ihrer Entwicklung und Art zu fühlen, nicht vorprogrammieren lassen.
Als schwuler Sohn, war es für mich nicht immer leicht, aber auch meine Eltern haben den ersten Schock überwunden und sind heute ganz happy, dass ich einen Partner habe.
Nicht zu vergessen ist, dass wohl 98% der lesbischen und schwulen Kinder in eine Heterofamilie geboren wurden und im Idealfall (leicher abnehmende Tendenz) mit Vater und Mutter in einer intakten Familie gross werden durften.
Hier noch die Sicht von Pink Cross, der schweizerischen Schwulen- und Lesbenorganisation:
http://www.pinkcross.ch/index.php?option=com_content&task=view&id=636&Itemid=41
Als Beispiele nehmen sie Familienverhältnisse mit Kindern, die schon da sind. Die Adoption in den von pink cross vorgeführten Fällen würde dem Wohl des Kindes dienen. Das entspräche soweit den Anforderungen von Brunhild Steienr.
Allerdings ist die von pink cross unterstützte Petition viel weiter gefasst und will eingetragene Partnerschaften den Ehegemeinschaften vollständig gleichstellen. Das ist ein Widerspruch zum Anliegen, dass ausschliesslich bereits vorhandene Kinder auch optimal versorgt werden.
Die Sache ist nicht durchdacht. Schwule und Lesben wollen eine Gleichstellung in dem Sinn, dass Erzeuger oder Gebärerinnen Kinder machen, um sie eingetragenen Partnern zur Adoption zu übergeben. Eine solch abstruse Konstruktion würde zu Juristenfutter und ewigen gerichtlichen Auseinandersetzungen führen.
Alle gingen gegen alle vor: Leibliche Eltern gegen Adoptiveltern. Adoptierende eingetragene Partnerin gegen die gebärende eingetragene Partnerin. Die Kinder gegen alle: eingetragene, adoptierende und leibliche Eltern und die Vormundschaftsbehörden müssten spezialisierte Kinderanwälte sich besorgen. Es würde ein Chaos ohne Ende. Das ist natürlich ganz toll, weil wieder ein paar Dutzend SP-wählende akademisch gebildete Besserwisser mit guten staatlich subventionierten Jobs versorgt werden.
Das ist die Sorte Mist, die sich nur ein Land im Überfluss, in hedonistischer Langeweile leistet. Kinder werden zu Gespielen für die gelangweilte, entfremdete städtische Elite. Sie werden zum Accessoire für den urbanen lifestyle. Es hat nach Feierabend zur Verfügung zu stehen hat für das Verbringen von ein bisschen quality time.
Würde es um das Wohl der Kinder gehen, so müsste sich der Gesetzgeber ausschliesslich darum kümmern wer zahlt, wer kocht, wer einkauft, wer pflegt.
Nun wird hier ein Diskussion vom Zaun gerissen, die in unserem Recht etwa neues und bisher vollkommen fremdes einführen will: Elternrechte!
@SCHWUPS: danke für den sachlichen Kommentar,
ich denk eine berufliche oder politische Andersorientierung würd mich weniger irritieren,
und nach wie vor wünsche ich mir das nicht.
Aber falls doch, dann wünsch ich mir, dass ich das genauso gut packe wie Ihre Eltern
@SCHWUPS: Dass Schwule und Lesben in heterosexuellen Gamilien grosswerden können zeigt im Gegenteil gerade, dass in diesen Familien allzuvieles eben NICHT gestimmt hat. Als erstes ist davon auszugehen, dass zumindest ein Elternteil bereits Schwierigkeiten mit seiner Geschlechtsidentität hatte und diese auf das abartige Kind übertragen hat. Kinder mit solchen Neigungen sollten viel früher aus den Familien herausgenommen und in staatlich betreuten Anstalten untergebracht werden, um zu retten was zu retten ist.
@Markus Schmidli: Sie sind sich schon bewusst, wie menschenverachtend Ihre Einstellung ist?
Ich bin etwas unschlüssig, ob ich Sie bemitleiden oder Verachtung entgegenbringen soll.
@Markus Schmidli: Ich bin entsetzt über ihre Ansicht und Wortwahl. “Das abartige Kind”, geht’s noch?
Gruss einer Hetero Mutter
Lieber Orlando, ich habe ne Antwort an dich geschrieben, würde mich freuen, wenn du sie lesen würdest, PS, am Samstag bist du herzlich willkommmen, meine Frau muss arbeiten, da bleibt alles an mir hängen.
@Milica Ratnitstij
Die Aussage gleichgeschechtlicher Sexualität bei Tieren! Sagt eben schon alles… Und sogar Tieren haben danach keine Kinder
Da ist ja die grosse Frage: Sind wir Tieren oder Menschen?
Man sollte unterscheiden zwischen Sexualtrieb und Kinder haben.
@max alias dors: Wenn Sie es schaffen, nicht in Populismus abzugleiten, sind ihre Kommentare durchaus lesens- und bedenkenswert, z.B. 27. Mai 2010 um 11:52 – danke und weiter so.
Alle Kinder müssen sich damit auseinandersetzen wer ihre Eltern sind. Und keine Konstellation von Eltern ist Garant für ein zufriedenes Kind. Optimal ist natürlich eine gute Stimmung zu Hause. Und sicher sind auch Bezugspersonen beider Geschlechter sehr wichtig. Dass diese Konstellation nicht in allen Familien (ob hetero, homo, alleinerziehend, mit neuem Partner etc) zu finden ist, erklärt sich von selbst. Das egoistische Motiv des Kinderkriegens der Eltern ist schon lange salonfahig geworden. Man kann ein behindertes Kind abtreiben, künstliche Befruchtung und Invitro sind längst legitim. Es gibt Frauen, die ganz klar im Wissen, dass sie das Kind allein aufziehen wollen, schwanger werden. Wir eignen uns Kinder an, wie es uns gefällt und es ist normal geworden. Das Problem, das die gleichgeschlechtlichen Paare haben, ist, dass sie mit offenen Karten ihre Nachwuchsplanung spielen müssen und so exponieren sie sich und alle können mitreden und sie kritisieren.
Jetzt geht die Propaganda Maschinerie auf allen “Kanälen” los. Überall werden nun die Regenbogen Kids (welch herziger Name…) und andersufrige Eltern in den Himmel gelupft! Aber dass das oft alles sehr gut verdienende Leute sind die sich einfach alles leisten können und wollen wird nicht erwähnt. Eine dekadente Oberschicht!
Was das aber für die Kinder bedeutet intressiert diese Egoisten selbstverständlich nicht . Ich will jetzt ein Kind …
Es wird hier ein nicht nachhaltiges Menschenbild um jeden Preis postuliert , aber jeder der schwul oder lesbisch ist soll doch dazu stehen ,dass seine Lebensform nicht nachhaltig resp. nicht vermehrungsfähig ist! Aber eben ich will jetzt ein Kind, aber subito das ist die gleiche Gier , wie die Banker an den Tag legen , ich will , ich will koste es was es wolle! Wahrlich eine dekadente Gesellschaft!! Wie lange geht das wohl so weiter , jede Hochkultur ist schon immer an ihrer Dekadenz zu Grunde gegangen!!
Wir sind auf dem besten Weg dahin…und meinen noch wie klug wir sind!
Das Ganze tönt so nach: Wasch mich, mach mich aber nicht nass! Sexuelle Orientierung zwischen X und X oder Y und Y ist bei einem gewissen Prozentsatz der Bevölkerung einfach normal. Gut so! Aber dass man deswegen auf Umwegen etwas haben will, das auch rein biologisch gehen würde, verstehe ich nicht. X und X gibt nichts, ebenso Y und Y. Früher haben die XundX oder YundY Menschen auch ‘normal’ sich fortpflanzen müssen, um EIGENEN Nachwuchs zu haben. Warum geht das heute nicht mehr? Was sagen sie den Kindern? Warum haben die Eltern nicht so wie sie gedacht? Da geht wohl der gesunde Menschenverstand ganz flöten und ich fühl mich ganz kafkaesk, fast schon wie ein Käfer… Wenn ich dran denke, dass andernorts Menschen wegen zuwenig Nahrung oder schlechtem Wasser sterben, dann frage ich mich, welche Probleme wir haben – echt pervers…
Ich bin zusammen mit meinem Mann glücklicher Vater von zwei mittlerweile erwachsenen Söhnen.
Nach der Scheidung von meiner Frau vor 20 Jahren wurde das Sorgerecht mir übertragen. So kam es, dass wir und damit unsere Buben in einer 4-Männer Gemeinschaft aufgewachsen sind. Beide sind heute erfolgreich in Familie und Beruf. Ich freue mich jeden Tag über unsere Regenbogenfamilie und eigenartigerweise tun das die Söhne zusammen mit ihrem Umfeld auch
Das ist aber eine komplett andere Ausgangssituation als die hier zur Diskussion stehende.
Ihre Kinder waren schon vor Ihrem Wechsel in die gleichgeschlechtliche Partnerschaft vorhanden.
Und ich nehme an, der Kontakt zur Mutter wurde aufrechterhalten, oder wie haben Sie das gehandhabt?
Hier gehts ja mehr darum ob X&X oder Y&Y sich “legal auf allen möglichen Wegen sollen Kinder organisieren können dürfen” obwohl X&X oder Y&Y zusammen von der Biologie her niemals Kinder haben könnten.
Ich äussere mich gerne auf Ihre Frage Frau Steiner. Ich verspürte bereits kurz nach der Pubertät, dass ich dereinst Kinder haben möchte. Ich ging bereits als schwuler Mann in die Ehe und die daraus entstandenen Kinder lebten zu jeder Zeit bei mir. Den Kontakt zur Mutter pflegen sie immer dann, wenn ihnen danach ist – manchmal mehr, manchmal weniger.
Wie auch immer die Diskussion hier hin und her geht. Ich bin überzeugt, dass zwei Männer oder zwei Frauen ebenso fähig sind Kinder grosszuziehen wie Eltern in heterosexueller Beziehung. Darüber hinaus glaube ich, dass es ein Einfaches Verantwortung zu übernehmen. Irgendwann wird dies auch das Thema auch nicht mehr diskutiert werden.
Danke Herr Wüthrich für Ihre Antwort!
Situationen wie die Ihre sind, jedenfalls von meiner Sicht her, sehr schwierig. Kinderwunsch und homosexuell, hetero-Partnerschaft um sich diesen Wunsch zu erfüllen oder den lokalen Konventionen zu entsprechen.
Ich zweifle nicht an der Liebesfähigkeit/Erziehungsfähigkeit. Aber für mich fehlt bei dieser Variante einfach das ergänzende Geschlecht, wenn ein Kind nur durch X&Y entstehen kann, es beide “Pole” oder wie auch immer das genannt werden soll dazu braucht, dann finde ich deren unmittelbare Anwesenheit danach ebenso wichtig.
Es ist mir klar, dass ich mit dieser Haltung all diejenigen verletze, welche homosexuell leben und einen grossen Kinderwunsch haben. Trotzdem befürworte ich eine gesetzliche Grundlage für zu zeugende Kinder in homo-Partnerschaften nicht. Ich bin froh, dass dies bei uns noch keine Selbstverständlichkeit geworden ist.
Da gebe ich Ihnen recht Frau Steiner – es ist noch keine Selbstvertständlichkeit, dass schwule Paare problemlos Kinder kriegen können. Sollte ich diesen Weg noch einmal gehen, dann würde ich heute ein Kind adoptieren. Es gibt sowieso bereits heute zu viele Menschen auf dieser Welt.
Hallo liebe Eltern, die es sind und die es noch werden wollen,
diese Antworten hier sind sehr aufschlussreich und sehr perspektivisch ausgerichtet, vielfach nur nach dem eigenen Empfinden!
Ich bin Mann gewesen nach meiner Biologie, aber nicht nach meinem Empfinden.
Ich bin verheiratet gewesen, aber nach meinem Empfinden in einer gleichgeschlechtlichen Ehe.
Ich bin Vater geworden, aber nach meinem Empfinden bin ich Mutter geworden.
Heute bin ich immer noch Pa für mein Kind, aber nur nach seinem Empfinden
Heute bin ich der erziehende Elternteil, nur nach seinem Empfinden
Heute lebt mein Kind bei mir und sagt: Ich liebe dich, Pa. , nur nach seinem Empfinden
Heute bin ich einsam geworden nach meinem Empfinden
Heute werde ich ausgegrenzt nach meinem Empfinden
Denn heute bin ich Frau und Mutter und Erzieher und Versorger und Beziehungsmittelpunkt für mein Kind, nur nach meinem Empfinden. Mein Kind lebt bei mir.
Gibt euch irgend jemand das moralische Recht, über mich und mein Empfinden zu urteilen?
Ich sage nein, denn ich habe auch kein moralisches Recht, über euren Lebensentwurf zu urteilen.
Haltet euch an die Verfassung, die der Souverän bestimmt hat und an die Lehre und Überlieferung der Generationen,
dann gibt es keine Ausgrenzung mehr.
Wollt Ihr euch trotzdem das Recht anmassen, über das Empfinden meines Kindes und über mein Empfinden zu urteilen ??
@Franca2010TS: Liebe Franca, Ihre Ausgangslage ist nochmal um eine Ebene vielschichtiger, denn Ihr Kind hat Sie als Vater kennengelernt und hätte nun nicht einfach auf “Papi ist nun homosexuell”, sondern auf “Papi ist eigentlich eine Frau, empfindet sich als meine Mami” wechseln sollen. Niemand urteilt über Ihr Empfinden, von welchen Aussagen fühlen Sie sich in Ihrer spezifischen Lebenssituation angegriffen?
Hier geht es ua darum, ob es von Gesetzes wegen möglich sein soll, XX oder YY Partnerschaften Kinder zu ermöglichen, also Kinder zu zeugen, mit der expliziten Absicht, sie in XX oder YY Konstellation unterzubringen. Obwohl es für die Zeugung an sich, und viele denken halt auch für die Zeit danach, X&Y braucht.
Dass schon existierende Kinder Regelungen für die erwähnten Fälle, wo wohl auch Ihrer hineingehörte, benötigen, das bestreitet niemand.
Wir sollten gerade bei diesen Themen ganz ehrlich sein. Viele von uns haben noch das aus der Kindheit vermittelte Idealbild von Vater und Mutter im Kopf, die sich liebevoll um die Erziehung ihrer Kinder kümmern. Zwei Mütter oder Väter? Undenkbar! Auch Schwule und Lesben haben dieses Bild indoktriniert bekommen.
Bedenken wir aber die heutige Realität. Fast die Hälfte der Kinder lebt bei nur einem Elternteil. (Und bei den übrigen sind oft beide voll berufstätig). Das muss aber keinesfalls schlecht für das Kind sein. Sicherlich besser, als wenn es seine verheirateten Eltern ständig streitend erleben würde. Bezugspunkt für das Kind ist ja nicht nur die Person bei der es unmittelbar aufwächst. Bei Kindern aus Regenbogenfamilien ist das genauso. Zum Beispiel sind zwei lesbische Mütter nicht die einzigen Bezugspersonen ihres Jungen oder Mädchens.
Wieso sollten wir heute einem gefestigten gleichgeschlechtlichen Paar die Adoption verweigern, wenn dieses die Voraussetzungen erfüllt? Wieso darf ein “Regenbogen-Kind” aus seiner gewohnten Umgebung gerissen werden, wenn seine leibliche Mutter stirbt? Sollte dieses nicht besser bei seiner “zweiten” Mutter bleiben können, bei dem es schon Jahre lang gelebt hat? Wollen wir erwachsene mündige Lesben und Schwulen in Sachen Ehe und Familie wirklich anders behandeln als Heteros? Wenn ja, sind da nicht homophobe Ängste im Spiel die jede/r bei sich selbst hinterfragen sollte?
Viele geben sich heute tolerant, da dies politisch korrekt ist. Akzeptanz ist aber was anderes. Dies würde gleiche Rechte und Pflichten in allen Dingen beinhalten. Hier sind wir erst auf halbem Wege, denn gleiche Rechte fehlen nicht nur in Bezug der Adoption. Haben Sie sich schon mal gefragt, wieso man das Institut “eingetragene Partnerschaft” kreierte? Sicherlich war dies ein Fortschritt, Akzeptanz aber hiesse, die Ehe öffnen mit gleichen Rechten und Pflichten, inklusive Adoption. Akzeptanz hiesse, ein Antidiskriminierungsgesetz dass auch Schwule und Lesben schützt.
Mehr als kurios ist auch die Tatsache, dass seit 2005 zwei Personen des gleichen Geschlechts, nach geltender Rechtsprechung zwar eine Ehe führen dürfen, allerdings nur wenn ein Partner während einer bisher heterosexuellen Ehe sein Geschlecht ändert. Dann darf die Ehe ungeschmälert fortgeführt werden.
Es ist Zeit einen Schritt weiter zu gehen. Gerade für die sich jetzt entwickelnden Kinder und Jugendlichen die sich homosexuell orientieren werden. Dies sind und waren schon immer etwa 5 bis 10 Prozent. Diese Jugendlichen sollen es einfacher haben, sie brauchen unsere Akzeptanz und eine gleichberechtige Lebensperspektive.
Ich verstehe eigentlich nicht, warum wir beim Thema Adoption mehr Mühe zu haben scheinen als andere Länder aus unserem Kulturkreis. Dort ist die Adoption gleichgeschlechtlicher Paare teils längst Realität. Nirgends konnte festgestellt werden, dass Kinder aus sogenannten Regenbogenfamilien in ihrer Entwicklung benachteiligt sind. Eher das Gegenteil ist der Fall, da sie viel weniger in bestimmte Rollen gedrängt werden und sich so freier zu selbstbestimmten Menschen entwickeln. Die allermeisten dieser Kinder fühlen später heterosexuell. Hier konnte in keiner Studie was anderes belegt werden. All diese Ängste sind unbegründet.
Einige westeuropäische Staaten, Kanada und Südafrika machen uns den Weg vor, (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Gleichgeschlechtliche_Ehe) Angst davor brauchen wir wirklich nicht zu haben.