Der Schweizer Botschafter in London freut sich auf Roger Federer, hofft auf 7 bis 8 Medaillen für die Schweiz und schätzt London «als Stadt, die konstant im Wandel ist». Dieter Liechti sprach mit Anton Thalmann über London, die Olympischen Sommerspiele und die Gemeinsamkeiten zwischen Schweizer und Briten.
Am 27. Juli beginnen die Olympischen Sommerspiele in London. Für wen schlägt ihr Herz bis am 12. August – für die Schweizer oder die britischen Sportler?
Ich fiebere mit allen Teilnehmenden mit, ganz im Sinne der Olympischen Ideale wie Fairplay und Freundschaft. Aber natürlich wünsche ich den Schweizer Athletinnen und Athleten besonders viel Glück.
Sie sind ja als «Gastgeber» auch für das House of Switzerland bei der London Bridge zuständig. Was wir den Schweizern dort geboten?
Als Projekt des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA, Präsenz Schweiz, ist das House of Switzerland in erster Linie eine Begegnungsstätte für alle, sowohl für Leute aus Grossbritannien wie aus der Schweiz. Es soll ein Hort der Schweizer Gastfreundschaft sein, aber auch eine Plattform für die Darstellung einer vielseitigen und innovativen Schweiz. Besuchern aus der Schweiz bietet es ein ‹Stück Heimat› mit Schweizer Klängen, Schweizer Themen und Schweizer Gerichten. Es sei an dieser Stelle nicht verschwiegen, dass als Restaurationspartner für das House of Switzerland der Schweizer Starkoch von London, Anton Mosimann, gewonnen werden konnte.
Wie viele Schweizer Medaillen können im House of Switzerland Ihrer Meinung nach gefeiert werden?
Am besten jeden Tag eine! Doch bleiben wir realistisch: Ich würde mich freuen, 7 bis 8 Medaillen feiern zu können.
Auf welchen Anlass freuen Sie sich anlässlich der Sommerspiele persönlich am meisten?
Persönlich freue ich mich sehr auf die Eröffnungszeremonie; es ist für mich eine Ehre und ein einzigartiges Erlebnis, in Begleitung unserer Bundespräsidentin daran teilnehmen zu können. Und natürlich freue ich mich auch auf den Auftritt von Roger Federer, dessen Karriere mit London besonders eng verbunden ist und der auch hier zu den bekanntesten und beliebtesten Sportlern zählt.
London sieht die Spiele als grossartige Chance, seine Einmaligkeit der ganzen Welt zu zeigen. Hat die Themsemetropole touristisch überhaupt noch Werbung nötig?
London ist eine Stadt, die konstant im Wandel ist und es gibt immer etwas Neues zu entdecken. Mit der Durchführung der Olympischen Spiele verfolgt London ja nicht zuletzt das Ziel, den wirtschaftlich und sozial benachteiligten Osten der Stadt attraktiver zu machen und mit moderner Infrastruktur zu versehen. Bereits jetzt erobern neue Wohnsiedlungen, Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie neue Einkaufszentren die zum Teil seit Jahren brachliegenden, ehemaligen Gewerbe- und Industriezonen östlich der City. Und weiter Themse abwärts ist vor wenigen Wochen der sechste Flughafen Londons eingeweiht worden.
Sie sind seit 2 Jahren Botschafter in London. Was verbindet die Briten und Britinnen mit uns Schweizern?
Die Liebe zum Sport! Die britischen Touristen waren die ersten, die den alpinen Sport entdeckt haben, und dies feiern wir auch im House of Switzerland. Im weiteren Sinne teilen die Schweiz und Grossbritannien ein tief verankertes Bekenntnis zu Freiheit und Demokratie und eine pragmatische Lebensauffassung. Diese ähnliche Grundhaltung erleichtert und fördert auch die Zusammenarbeit in vielen Bereichen, sei es in der Aussenpolitik im Rahmen der UNO oder des Europarates oder in den vielfältigen Wirtschafts- und Finanzbeziehungen.

House of Switzerland in London: Hort der Schweizer Gastfreundschaft, aber auch Plattform für die Darstellung einer vielseitigen und innovativen Schweiz.
Und was unterscheidet uns?
Genau so vieles wie uns verbindet! Sicher die Grösse und geographische Lage, unsere unterschiedlichen politischen Systeme, eine völlig unterschiedliche Geschichte….
Die Schweiz hat hier grundsätzlich ein positives Image; wir gelten als zuverlässig, pünktlich und effizient und man bewundert die landschaftliche Schönheit der Schweiz, unseren wirtschaftlichen Erfolg und unsere politische Eigenständigkeit. Diese Werte sollen auch im House of Switzerland hochgehalten werden, darüber hinaus wollen wir jedoch auch unsere Gastfreundschaft, unsere kulturelle Vielfalt und unsere Innovationsfähigkeit in Erinnerung rufen.
Und welches Image möchten Sie den Briten vermitteln?
Wir möchten einerseits zeigen, dass die Schweiz zu Recht für ihre Schokolade, ihren Käse und ihre Berge weltberühmt ist. Wir möchten uns andererseits aber auch als Standort einer diversifizierten, kompetitiven und innovativen Wirtschaft und Forschung in Erinnerung rufen und uns als Land darstellen, das an Lösungen für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts arbeitet und daher ein interessanter Partner für ein Land wie Grossbritannien ist. Dies ist ein Ziel, das wir nicht nur während der Dauer der Olympischen Spiele verfolgen, sondern das auch unsere diplomatische Tätigkeit hier im Alltag leitet.
Alles dreht sich derzeit in London um Sport. Wie halten Sie sich fit?
Ich fahre, so oft es mir vergönnt ist, im Winter in der Schweiz Urlaub zu verbringen, Ski und ich jogge regelmässig, vorzugsweise im nahen Regent’s Park. Momentan trainiere ich für ‘The British 10k London Run’, der am 8. Juli 2012 in London stattfinden wird, doch ich vertraue Ihnen gerne an, dass die Wetten unter meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eindeutig gegen einen Spitzenrang in diesem Unterfangen sprechen.




Tracy Kawalik lebt und arbeitet seit sieben Jahren in der Londoner Mode-Szene. Nachdem sie ihre Karriere als professionelle Tänzerin aus gesundheitlichen Gründen beenden musste, fasste sie als Stylistin im Londoner Showbusiness Fuss. Dabei arbeitete die gebürtige Kanadierin für und mit den angesagtesten Designern, Promis und Events in der trendigen britischen Millionenmetropole. Zudem hat sich Tracy in den vergangenen Jahren einen Namen als Freelance-Journalistin und als Bloggerin gemacht. Bis Ende 2012 spürt sie für die Leserinnen und Leser von «London Calling» neue Fashion- und Shopping-Trends sowie schräge Figuren auf.




















Vergessen wird nicht, dass es die Engländer waren, die als erste die Schweiz als Reiseziel entdeckt haben und dies Ende des 18 Jahrhunderts. Das war einer der Gründe weshalb Sherlock Holmes in der Schweiz “gestorben” ist. Ich freue mich auf die kommenden olypischen Spiele in der tollen Stadt London, auch wenn ich als CH/F Doppelbürger natürlich lieber die Spiele in Paris hätte.
Das House of Switzerland war am Abend der Olympia-Eröffnung ziemlich überfordert. Unnötige Eingangsbeschränkungen, hoffnungslos lange Schlangen vor dem Essensstand beim public viewing, selbst die Getränke musste man/frau sich dort vom benachbarten Pub holen. Vielleicht weiss der “Gastgeber” da einen Ausweg?