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Tracy Kawalik am Dienstag den 16. Oktober 2012

Zeitgenössische Kunst im Regent’s Park

Londons stylische Kunst-Liebhaber wurden an diesem Wochenende mit einem Kunst-Highlight verwöhnt: die Frieze London feierte ihr zehnjähriges Jubiläum. Die von der Deutschen Bank gesponserte Messe gilt als eine der einflussreichsten der Welt. 

Sorgfältig ausgesuchte Werke aus 175 der aufregendsten und zukunftsorientiertesten Galerien aus 35 Ländern liessen die Kritiker an der Frieze London jubeln. Einige von ihnen bezeichneten die Ausgabe zum 10. Geburtstag als die beste von allen bisher.

Die «Frieze» in London gilt als eine der einflussreichsten Kunstmessen der Welt.

Die prämierten Architekten Carmody Groake konstruierten den riesigen weissen Pavillon, welcher den Hauptteil der Kunstwerke beherbergte. Nur wenige Meter daneben gab es für Gönner den grosszügigen Sculpture Park und erstmals die Messe Frieze Master’s zu entdecken. Wer es mochte, konnte eine Brise von Joanna Rajkowska’s Feld aus Räucherstäbchen riechen.

Frieze London hat sich aus einer Mengen von Gründen in der Szene etabliert. Aber der Hauptgrund ist wohl, dass sich dort den tausenden von Gönnern die Möglichkeit bietet, einige der besten Kunstwerke der Welt unter einem Dach zu bewundern oder zu erstehen. Von etablierten Künstlern wie Damian Hirst, Anish Kapoor und David LaChapelle bis hin zu aufstrebenden zeitgenössischen Talenten – es ist etwas für jeden Geschmack dabei, besonders für jenen, der teuer ist, bewegen sich doch die meisten der Stücke im 5-stelligen Bereich und darüber.

Der Eingang zur Frieze Art Fair in London's Regent’s Park.

Mehr avant-garde-mässige und obskure Stücke wie eingerahmte Locken, Platten aus zerschlagenem Glas oder zerstörte TVs aus den 60ern ziehen auch Nischen-Käufer an. Unglaublich, wie viele asymetrische gekleidete Besucher, die aussehen, als ob sie sich nichts leisten können, nur kommen, um zu schauen.

«Smashed Glass» – ein Beispiel für die obskuren Stücke der Messe.

Auch an der diesjährigen Frieze war für jeden Geschmack etwas dabei.

Anish Kapoor's unattraktive Skulptur (im Namen der Lisson Gallery) steht gleich neben dem viel schöneren Bild mit dem Titel «Canadian Humorist» von Künstler Rodney Graham.

«White Snow Head» von Paul McCarthy.

Ein Sammler notiert sich die Infos zu diesem grossen und mit Pailletten verziertem Bild.

Sculpture Park

Der diesjährige Sculpture Park war die grösste Outdoor-Ausstellung, die die Messe je gesehen hat. Mit einer Vielzahl von grossen und kleinen Kunstwerken, die überall im Englischen Garten des Regents Park verteilt waren, bot die Ausstellung eine grosse Chance für all jene, die einen Hauch von Frieze sehen wollten, ohne die Aufnahmegebühr von 27 Pfund zu bezahlen.

Peter Leversigde's «Everything is Connected».

Die ausgestellten Werke reichen von Peter Liversidges gigantischer «Everything is Connected» Neon-Leuchtschrift und Claudia Fontes Hirsch «Decoy for Andian Condor», der über den drei Stockwerken schwebt, bis hin zur magischen Blume der berühmten japanischen Künstlerin Yayoi Kusuama.

Yayoi Kusama's «Magic Flower» im Frieze Sculture Park.

Frieze Masters

Am anderen Ende des Parks in einem diskreten Zelt befand sich die neueste Attraktion: Frieze Master’s ist eine prestigeträchtige Schwester-Messe, an der Kunstwerke von über 90 der führenden Galerien ausgestellt werden, die vor 2000 produziert wurden. Diese schliessen die Lücke zwischen den sehr alten, den nicht so neuen und den extrem preiswerten und sammelwürdigen Stücken.

Triefende goldene Renaissance und Werke von Degas befanden sich neben anderen gut versicherten Kollektionen wie Andy Warhol’s «The American Indian Series» und JMW Turner’s «Mont Blanc» mit einem Wert von satten 1,7 Millionen Pfund.

Natürlich musste Frieze Master’s in seinem ersten Jahr als Mitglied der Frieze-Family ein Statement setzen. Dafür bot sich nicht nur eine einwandfreie und exquisite Auswahl an Old Master’s sondern auch eine Chance für das Publikum, die Kunstwerke neben jenen gutbetuchten Sammlern zu sehen, die sich diese Art von Prunk mehr gewöhnt sind.

Frieze Projects 

Von einem Vor-Ort-Krimi mit dem Namen «Murder in 3 Acts» bis hin zu einem brennenden Feld aus Räucherstäbchen: Jene fünf Künstler, die in diesem Jahr für das Frieze Project ausgewählt wurden, erregen jede Menge Aufmerksamkeit bei den Kritikern, den Besuchern und den Käufern.

EMDASH-Gewinnern Cecile B. Evans kreierte eines der verständlichsten und nützlichsten Stücke mit dem Namen «This ist Your Audio Guide». Dieses beinhaltet kleine und lebensgrosse holographische Guides in Form von berühmten Figuren, die an verschiedenen Orten auf dem Gelände positioniert waren und so die Besucher auf dem neuesten Stand hielten.

Creative Cuisine

Wenn es eine Entschuldigung gab, um von der zeitgenössiches Kultur wegzubleiben, dann waren es die Restaurants und die Pop-Ups an der Frieze.

Das hochgelobte Londoner Restaurant Hix beherbergte eine Champagner-Bar für die Noblen während sich gleich ausserhalb Homeslice Pizza und eine der vielen Gail’s pop-up Patisserien und Cafes angesiedelt haben.

Das Barcode-Sushi von Moshi Moshi.

Das extrem innovative Sushi-Restaurant Moshi Moshi war ebenfalls mit von der Partie. An der Frieze zeigten sie erstmals ihre neue Linie aus nachhaltig hergestelltem Sushi begleitet von einem Reis-Papier mit einem Barcode aus Tintenfisch-Tinte. Leider gab es dieses Highlight nur für die Presse zu sehen.

Bildcredits: Tracy Kawalik and Frieze London

3 Kommentare zu „Zeitgenössische Kunst im Regent’s Park“

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