Blogs


Tracy Kawalik am Donnerstag den 29. März 2012

Zum sich Reinbeissen und Niederknien – Kunstausstellungen in London

-

Teurer Geniestreich – Damien Hirsts Goldenes Kalb.

Damien Hirst

Damien Hirst ist der wohl bekannteste und kontroverse Künstler, den London je hervor gebracht hat. Seine besten Arbeiten sind ab dem 4. April in der Tate Gallery of Modern Art zu sehen – doch wer mit von der Partie sein will, wird sich beeilen müssen: Die Show zeigt so viele von Damien Hirsts berühmt-berüchtigten Kunst-Highlights wie noch nie – zum erstmaligen Bewundern für Laien oder zum Wiedergeniessen für Kenner.

Laut Medienberichten soll Hirst der reichste Künstler Grossbritannien sein, was bei einem Vermögen von rund 215 Millionen Pfund gut möglich ist. Allein bei einer Auktion im Jahr 2010 mit dem sinnigen Namen «Beautiful Inside My Head Forever» verkaufte Sotheby’s 218 seiner Werke für insgesamt 111 Millionen Pfund. Mehr als zehn Mal so viel wie der bisherige Rekordverkauf für einen Einzelkünstler notabene. Allein sein Geniestreich «The Golden Calf», ein Kalb mit Hörnern aus 18-karätigem Gold  und in Formaldehyd gegossenen Hufen, brachte ihm 10,3 Millionen Pfund ein.

Die Ausstellung in der Tate Modern zeigt die grössten und kontroversesten Hits aus den letzten 20 Jahren Damien Hirst. Dazu gehört zweifellos seine Installation «Pharmacy», die mehrheitlich aus Pillen, medizinischen Werkzeugen und Einrichtungen besteht, der populäre Riesenhai in seiner mit Formaldehyd gefüllten Vitrine sowie andere Glaskasten-Kunstwerke wie die gespaltene Kuh in  «Mother and Child Divided».

Und falls das noch nicht genug sein sollte, um die Sinne auf Touren zu bringen, gibt’s neben Hirsts typischen Spin Paintings auch ein Werk namens «In and Out Of Love» zu sehen – eine Installation mit hunderten von lebenden Schmetterlingen, die erstmals seit 1991 wieder zu bestaunen ist.

So platt es klingen mag: Das darf man auf keinen Fall verpassen!

Tate Modern  4. April bis 9. September 2012 – www.tate.org.uk

 

Hidden Gems Ausstellungen

Lucian Freud Portraits

Lucian Freud im Selbstportrait.

Noch bis zum 27. Mai ist die erfolgreiche Ausstellung des britischen Malers Lucian Freud in der National Portrait Gallery zu sehen. 130 Werke aus Museen und Privatsammlungen aus der ganzen Welt werden gezeigt, einige davon zum allerersten Mal öffentlich.

Der letztes Jahr verstorbene Freud war ein Meister des Portraits, sein Werk macht auf den ersten Blick klar, warum er in der Kunstszene einen solch bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Fesselnd, roh, lebendig – seine Bilder sind Ausdruck seiner Leidenschaft und der technischen Brillanz, mit der er Partner, Freunde, Familie und sogar Royals portraitierte. Kein Wunder nannte der Enkel von Sigmund Freud seine Bilder «die Menschen in meinem Leben».

 National Portrait Gallery  9. Februar bis 27. Mai –  www.npg.org.uk

 

Animal Inside Out

Körperwelten eines Tintenfischs.

«Aninmal Inside Out»  ist das neuste Projekt der Macher von «Körperwelten». Das Prinzip ist dasselbe: Die Haut wird diesmal aber Tieren abgezogen, damit die Besucher einen mehr als intimen Einblick in das Innenleben  von grossen und kleinen Vertretern aus dem Tierreich erhalten.

Bis ins letzte Detail alles gezeigt wird unter anderem  von einem kleinen Frosch, einer turmhohen Giraffe,  einem glitschigen Oktopus und sogar einem vier Tonnen schweren Elefanten. Wissenschaftlich, schockierend – und sehr sehr aussergewöhnlich!

Waterhouse Gallery im National History Museum  6. April – 16. September 2012 – www.nhm.ac.uk

 

Queen Elizabeth : by Cecil Beaton

Das Krönungsfoto von Queen Elizabeth.

Der gefeierte englische Fotograf Cecil Beaton hat Queen Elizabeth jahrzehntelang begleitet, 60 seiner Bilder sind  ab Mitte Mai im V & A Museum zu sehen. Darunter Bilder von so historischen Ereignissen wie der Krönungszeremonie von 1953 oder das berühmte Hochzeitsfoto mit dem Duke of Windsor.

Beaton hat die Queen über dreissig Jahre lang fotografisch begleitet und hat dabei das Image der Königin massgeblich mitgeprägt. Als sie 1942 das erste Mal für ihn posierte, war sie noch eine junge Prinzessin, spätere Fotos zeigen eine ganz andere Frau. Mit seinem Können und seinem Feingefühl hat Beaton Geschichte sowohl abgelichtet wie auch selbst geschrieben, wie man bei dieser Ausstellung mühelos feststellen kann.

V & A Museum  17. Mai bis 21. Oktober – www.vam.ac.uk

 

Olympic Art

Limitierte Serie – Poster zu den Olympischen Spielen (alle Bildcredits: ZVG).

12 der einflussreichsten Künstler haben eine Sammlerserie der offiziellen Poster für die Olympischen Spiele 2012 in London sowie die Paralympics kreiert –  darunter Grössen wie Tracey Emin, Martin Creed, Bridget Riley, Fiona Banner und Gary Hume.

Unmittelbar vor und während den Spielen wird es dazu eine Gratisausstellung in der Tate geben. Und wer sich nicht bis dahin gedulden kann oder will, kann limitierte Exemplare bereits jetzt unter  www.shop.london2012.com bestellen. Vielleicht ja gleich das sehr luxuriöse Gold Edition-Boxset mit allen Postern der Serie.

Tate Modern  12. Juli bis 15. August 2012 – www.tate.org.uk

Kommentieren

Verbleibende Anzahl Zeichen:

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.

© baz.online