Kultur


karen am Donnerstag den 2. September 2010

für die gestressten

Keine Zeit, nach Venedig zu reisen? Aber trotzdem Lust, die Länderpavillons zu sehen? Architekturkritiker Till Briegleb beschreibt in seinem Blog die einzelnen Häuser. Eine etwas andere Art von Rundgang, nicht ganz ernstgemeint.

karen am Mittwoch den 1. September 2010

kunst macht glücklich. oder?

“Kunst macht glücklich!” schreit mir mein Postfach heute entgegen. Nun ja, nicht konkret, aber in Form des neuen Kulturmagazins von Pro Helvetia, den “Passagen”. Macht Kunst tatsächlich glücklich? Und wieso? fragen sich darin zahlreiche Autoren, PH-Chef Pius Knüsel etwa, oder der Sozialforscher Gerhard Schulze, oder Autor Michel Layaz. Psychoanalytiker Peter Schneider zitiert Adorno: “Tatsächlich werden Kunstwerke desto weniger genossen, je mehr einer davon versteht.” Da frage ich mich, stimmt das denn? Kann ich ein Kunstwerk geniessen, ohne zu verstehen? Und welches Glück möchte ich aus der Kunst überhaupt ziehen? Das Glück, das mich durchströmt, wenn ich davor stehe? Das Glück, dass ich mir ein Werk fürs eigene Heim leisten kann? Selber Kunst zu machen? Gemäss Schulze erfahren wir das Glück durch Kunst in der Begegnung mit dem Werk, die uns ein Erlebnis der Selbsttranszendenz ermöglicht. Und das, so Schulze, macht uns glücklich. Vielleicht kommts aber auch einfach aufs Werk drauf an…

karen am Mittwoch den 18. August 2010

unterwegs im 4. land

Manchmal beginnen die interessantesten Reisen direkt vor der Haustür. Man packt den Rucksack und geht los. Esther Hiepler und Max Philipp Schmid haben es so gemacht. Sie suchten ein spezielles Land, von dem sie nicht wussten, sondern nur dachten, dass es existieren muss: Das vierte Land, das sich irgendwo zwischen den drei Ländern Schweiz, Deutschland und Frankreich befindet. Ein Randland, ohne klare Definition. Vier Tage lang wanderten sie durch dieses Land. Und sie erlebten einiges Vorhergesehenes und Unvorhergesehenes. Sie fanden das Land. Und erzählen uns nun davon. In der Ausstellung “Versteckte Öffentlichkeiten” im Kunsthaus Palazzo ab Freitag Abend, oder in der bblackboxx ab 21. August.

karen am Samstag den 3. Juli 2010

summer break

kunstrauschen macht Pause. Wir wünschen Euch einen schönen Sommer! Back in August… :)

karen am Donnerstag den 1. Juli 2010

graham aufs ohr

Ins Museum geht man vorrangig, um zu schauen. Aber eben nicht nur. Vor zwei Monaten hat in der Kunsthalle Basel der erste Teil des Projekts “lautstark” den Besuchern die Werke von Lily Renaud Dewar über Kopfhörer nähergebracht. Jetzt ist die Rodney Graham-Ausstellung an der Reihe: Eine Gymnasialklasse hat fürs Museum für Gegenwartskunst die Kunst des Kanadiers unter die Lupe genommen. Also los, hingehen und Kopfhörer auf!

karen am Mittwoch den 30. Juni 2010

zick-zack-lichter

Es ist heiss, es ist schön. Wer will also ins Museum? Nein? Wir verstehens. Ehrlich. Auch wenn Museen ja meistens nett klimatisiert sind, der Kunst wegen. Trotzdem, der Rhein lockt, oder die Velotour, oder sonst was, das man draussen machen kann. Also verbinden wir doch die zwei Dinge und gucken Kunst draussen an. Schon alles gesehen in Basel? Denken Sie! Wie wärs, wenn Sie sich aufs Velo schwingen und gucken, ob noch irgendwo ein Plakat hängt, das Felix Gonzalez-Torres gestaltet hat? Es gibt zwei Motive: Da wär einerseits das leere Bett mit den Kopfabdrücken auf den Kissen. Und andererseits die schwarze Wand mit den weissen Lettern “Es ist nur eine Frage der Zeit”. Eigentlich sollten sie ja nur bis zum 20. Juni hängen, aber eines hab ich gestern noch gesehen. Und ab 12. Juli gibts dann sowieso eine zweite Runde. Sie können natürlich auch spazieren, ist bei der Hitze vielleicht angenehmer. Und abends, nach einem ausgiebigen Znacht, spazieren sie noch gemütlich über die Mittlere Brücke. Dort hängt eine Lichterkette von Gonzalez-Torres im Zick-Zack. Schön, so Kunst im Freien, oder?

karen am Dienstag den 22. Juni 2010

wider den nachholbedarf

Noch nicht genug von der Art, so wie meine Tochter, die gerade meinte, sie hätte doch unbedingt noch mal spielen wollen an der Art Kids und es sei eine Frechheit, dass sie nun ein Jahr warten müsse? Nun, für alle anderen, die etwa die Art Conversations verpasst haben und nun doch noch Paul McCarthy oder anderen Künstlern, Kuratoren etc. lauschen möchten: Die Conversations gibts nun alle online. Wo? Hier.

fabian am Montag den 21. Juni 2010

Arty Party

Die Art bringt bekanntlich auch eine beachtliche Dichte an Veranstaltungen, Events, Partys und ähnlichem mit sich, die in unserer beschaulichen Stadt im restlichen Jahr ihresgleichen sucht. Deshalb sollen an dieser Stelle auch die diversen Festivitäten im Dunstkreis der wichtigsten Kunstmesse der Welt zur Sprache kommen – und zwar in Form eines kleinen Rückblicks. Eingangs möchte ich allerdings gleich vorausschicken, dass die Auswahl ebenso subjektiv wie umfanglich bescheiden ist. Letzteres insbesondere dadurch begründet, dass der Schreibende zur arbeitenden Bevölkerung gehört und sich deshalb leider Gottes nicht sämtlich Nächte um die Ohren schlagen konnte.

Der Startschuss – mit Ausnahme diverser “einleitender Veranstaltung” wie etwa der Catwalk in Public Space, der bei seiner dritten Austragung leider keinen besonders guten Jahrgang einzog, und bezüglich Zuschauerinteresse und Modenschauqualität hinter vorangegangenen Jahren zurückblieb – bildet gemeinhin jeweils der Montag mit der Vernissage der Liste. Diese konnte von mehr Wetterglück profitieren als im Vorjahr. Dementsprechend verweilte das geneigte Kunstvolk bei Cüpli, Bier und Würsten in angenehm kosmopolitischer Athmossphäre in Scharen vor dem Sudhaus. An der Liste Party war ich im Gegensatz zum letzten Jahr zwar nicht zugegen, dem Vernehmen nach vermochte die gross angepriesene Sause im NT jedoch abermals keine Besuchermassen anzuziehen und sei eine ziemlich lahme Angelegenheit gewesen.

Am Dienstag Morgen ging es mit der (wiedermal verpassten) Pressekonferenz und der anschliessenden Art Preview weiter. Punkt elf (und keine Minute früher!) strömte das Kunstvolk in die Messehallen. Die Promidichte war heuer leider weniger spektakulär als im letzten Jahr, wobei die wenigen Anwesenden von uns konsequent verpasst wurden. Im Gegensatz dazu nahm die Dichte an Besuchern bereits nach einer Stunde bedrohliche Züge an, woraufhin wir uns bald wieder vom Ort des Geschehens entfernten. Am Abend besuchte ich mit einem befreundeten Künstler schliesslich das Opening des New Jerseyy an der Hünigerstrasse, wo Robert Pruitt seinen (spärlichen) Holy Crap präsentierte. Was als gemütliches Sit-in in beschaulichem Rahmen begann, entwickelte sich im Verlaufe des Abends zu einer Vollversammlung der Basler Jungkünstlerszene inklusive gut besuchtem Konzärtli mit Boxen-Truck und Band-Performance auf dem Trottoir vor der Galerie. Leider konnten wir nicht mehr abwarten wie lange die Basler Polizei Zeit liess, um dem Treiben ein Ende zu setzen, weil wir noch zur Tony Wüthrich Party im City Beach wollten. Und ja, was soll ich sagen. Natürlich waren die Erwartungen gering, aber was sich uns auf dem Dach des Messeparkhauses präsentierte war nichts weniger als das materialisierte Party-Grauen. Aufgeblasene Möchtegern-Schnösel in DJ Antoine-Kostümen versuchten so zu tun, als wären Sie total mondän und hipp, sahen aber trotzdem alle genauso aus, wie jedes Wochende im Atlantis (oder am selben Ort). Auch die Invitation-only-Policy führte höchstens zu einer falsch verstandenen Pseudo-Exklusivität. Jegliche (internationale) Kunstmenschen oder sonstige Art-Hippsters blieben der Veranstaltung jedenfalls konsequent fern. Nicht einmal Gratis-Drinks halfen, um die dröge Veranstaltung einigermassen erträglich zu saufen. Und so wurde einem wiedermal gewahr, weshalb es wohl die richtige Entscheidung war, die offizielle Art-Party sterben zu lassen.

Mittwoch war Pause. Den Donnerstag widmete ich dann dem Besuch der (offiziellen) Scope Party in der Kaserne, obwohl die eigentliche Hippieshit-Sause im Hafen stieg und der neue Posh-Schuppen (“nicht für geizige Basler sondern für weltoffene Menschen”, ich komme noch darauf zurück) Namens “Coming Home” für das gemeine Volk seine Tore öffnete. Das Wetter und der Umstand, am nächsten Morgen wieder um viertel vor Sechs aus den Federn zu müssen, veranlassten mich aber, auf letztere beiden Optionen zu verzichten. Also Scope Party, Kaserne! Nun ja, was gibt es zu sagen: Basler Band (gut: Sheila she Loves you konnten die Vorschusslorbeeren bei meinem ersten persönlichen Hearing jedenfalls bestätigen), Basler Teenies…eigentlich so wie immer in der Kaserne, nur gratis! War wohl ganz okay (für jüngere Semster jedenfalls) aber halt nicht besonders arty. Na ja, q. e. d. könnte man sagen. Immerhin kam ich so zu einigermassen christlicher (oder besser puritanischer) Stunde wieder in die Heia.

Am Freitag stand schliesslich der besagte neue Club Coming Home auf der Agenda. Vor der Cargo machte vor Mitternacht das Gerücht die Runde, der Club sei bereits derart voll, dass niemand mehr reingelassen werde. Das Gerücht bestätigte sich allerdings nicht. Zu voll war der Club jedenfalls nicht. Das Gerücht kam wohl eher daher, dass die Türsteher trotz (oder gerade wegen?) dem Gratiseintritt eine merkwürdige Selektionspolitik verfolgten. Dies sollte offenbar den Nimbus als exklusive Adresse stärken – oder so! jedenfalls fanden sich im Verlaufe des Abends immer wieder einige Art-Hipsters und Modelbuben vor der Tür wieder: “Du kumst hier nicht rein”! Na dann. Drinnen präsentierte sich der Club als Mischung zwischen leicht überdesignter Lounge (oben) und warehouseigem Technoschuppen (Keller). Ich fands durchaus ansprechend, auch von den Leuten her ganz gut, jedenfalls deutlich weniger Schlimm als ob der angedrohten und teilweise vollzogenen Einlasspolitik zu befürchten war. Etwas ärgerlich war die Preisgestaltung (Weisswein 12.-, Bier 8.-, Gschprützte 18.-, Vodka Tonic 18.-). Auch die halbgare VIP Sektion bei der Bar, gekennzeichnet durch 5 Zentimeter hohe Podestli (gön si bitte abe!) gleich bei der Bar war ziemlich überflüssig. Schade war, dass die angekündigte Peaches nicht auftauchte. Jedenfalls nicht, dass ich es bemerkt hätte (vielleicht hat sie der Türsteher ja nicht reingelassen?). Jetzt bleibt nur abzuwarten, ob die Performance der neuen Location dergestalt war, dass der Besitzer Markus Weisskopf einen weiteren Betrieb in Erwägung zieht. We will see…

karen am Montag den 21. Juni 2010

noch mehr positives

Wie soll man es besser sagen als in den eigenen Worten? Die Liste lässt am Montagmorgen nach Messeschluss verlauten: “Eine ausgezeichnete Stimmung herrschte an der diesjährigen Liste, welche am Sonntag ihre Tore schloss. Die 64 Aussteller aus 21 Ländern konnten wertvolle Kontakte und gute Verkäufe verzeichnen und waren mit dem Messeverlauf sehr zufrieden. Die Besucherzahl vermochte an die erfolgreichen Jahre anzusetzen und verzeichnete über 1800 Eintritte pro Tag.” Damit schliessen wir.

karen am Sonntag den 20. Juni 2010

ein guter jahrgang

Als “aussergewöhnlich gut” bezeichnen diverse Galeristen die diesjährige Art, die vor einer Stunde ihre Tore schloss. “Dies war ein hervorragendes Jahr für die Schau; die Sammler belohnten das ausgezeichnete künstlerische Material und die Standpräsentationen die ganze Woche hindurch mit starken Umsätzen”, schreibt die Art in ihrer Mitteilung kurz nach Messe-Ende. Auch ein neuer Besucherrekord sei zu verzeichnen: 62’500 Besucher hätten ihren Weg in die Messehallen gefunden.



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